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Full text of "Deutsche entomologische Zeitschrift"


















ßaliJoKnia ^Mcutlemn ed cfcienced 




RECEIVED BY PURCHASE 























Deutsche 

Entomologische Zeitschrift, 

(Berliner Entomologische Zeitschrift und Deutsche Entomologische 
Zeitschrift in Wiedervereinigung.) 



Herausgegeben von der 

Deutschen Entomologischen Gesellschaft, E.V. 

(Berliner Entomologischer Verein 1856, Deutsche Entomologische 
Gesellschaft 1881 in Wiedervereinigung.) 



Jahrgang 1915. 

Sieben Hefte. 

Mit 25 Tafeln und 149 Textabbildungen. 



Preis für Nichtmitglieder 30 Mark. 



Schriftleitung : 

Joh. Greiner. 

Dr. K. Grünberg, Dr. F. Oh aus, Dr. P. Schulze 

H. Stichel. 



Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker 

Berlin W 57, Potsdamer Strafse 90. 
R. Friedländer & Sohn, Berlin NW 6, Karlstr. 11. 



Berlin 1915. 



Für die in dieser Zeitschrift veröffentlichten 
wissenschaftlichen Arbeiten und Mitteilungen sind 
nach Form und Inhalt die betreffenden Autoren allein 
verantwortlich. 

Die Schriftleitung. 






Beiheft lacking 
July 1937 







Für die in dieser Zeitschrift veröffentlichten 
wissenschaftlichen Arbeiten und Mitteilungen sind 
nach Form und Inhalt die betreffenden Autoren allein 
verantwortlich. 

Die Schriftleitung. 



MAY 2 7 1931 
GlefrAonT 

26398 



Inhaltsverzeichnis des Jahrganges 1915. 

(HeftI: 15.Februar, Heft II: 15. April, Heft III: 1. Juli, Heft IV: 15. August, 
HeftV: 1. November, Heft VI: 30. Dezember; Beiheft: 1. Oktober.) 



Allgemeines. Seite 

Vereinsangelegenheiten 88, 212 

Sitzungsberichte 81, 203, 318, 458, 703 

Personalia 1, 88, 213, 217, 222, 577 

Vorgeschlagene Mitglieder 90, 216, 464, 576, 702 

Rezensionen und Referate. 

Abderhalden, Prof. Dr. E., Fortschritte der Naturwissenschaf tl. 

Forschung. Bd. X. 1914 89 

Braun und Seifert, Die tierischen Parasiten des Menschen, die 

von ihnen hervorgerufenen Erkrankungen und ihre Heilung. 

I. Teil: Naturgeschichte der tierischen Parasiten des Menschen 

von Max Braun 706 

v. Frisch, K., Der Farbensinn und Formensinn der Biene . . . 334 
Hefs, Dr. Rieh., Der Forstschutz. 4. Auflage neu bearbeitet von 

R. Beck. Bd. I. Schutz gegen Tiere 336 

Krancher, Dr. Oskar, Entomologisches Jahrbuch. 24. Jahrgang . 214 
Michaelsen, W., Beiträge zur Meeresfauna Westafrikas. Lieferung 2 335 

— Dasselbe. Lieferung 3 573 

Schröder, Ch., Handbuch der Entomologie. 4. Lieferung ... 89 
Schröder, Prof. Dr Chr., Die Insekten Mitteleuropas, insbesondere 

Deutschlands. Bd. III. Hymenopteren (Dritter Teil) .... 214 

Torka, V., Die Bienen der Provinz Posen 335 

Ulmer, Georg, Aus Seen und Bächen. Die niedere Tierwelt 

unserer Gewässer 89 

Wasmann, E., Das Gesellschat'tsleben der Ameisen 707 

I. Allgemeine Entomologie, Anatomie und 
Biologie. 

Benick, Ludwig, Mikroskopische Studien über die Gattung 

Stenus Latr. Mit 8 Abbildungen 235 

Do b er 8, Ernst, Der Zahn am Flügeldeckenabsturz von Pityogenes 

bidentatw Hbst. Mit 2 Tafeln . . 36 



|| Inhaltsverzeichnis des Jahrganges 1915. 

Seite 
Marschner, H., Naturdenkmäler auf dem Gebiete der Entomologie 429 
Ramme, Dr. W. , Merkwürdige Eiablage einer Laubheuschrecke. 

Mit 1 Tafel 315 

S chulze, Dr. Paul, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela hybrida- 

Rassen. Mit 1 Tafel und 2 Textabbildungen . . . . . . 247 



II. Systematik. 

Coleoptera. 

Bänninger, M. , Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 

(Paläarktische Arten) 225 

Bernhauer, Dr. Max, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu- 

Guinea 179 

v. Bodemeyer, E. , Beiträge zur Feststellung der Verbreitungs- 
daten paläarktischer Coleopteren 437 

— Procerus scabrosus und Varietäten 570 

Del ah on, Paul, Nachträge zu „Schilskys Systematischem Ver- 
zeichnis der Käfer Deutschlands" von 1909 mit besonderer 
Berücksichtigung der Formen der Mark Brandenburg, sowie 
einige sonstige Bemerkungen über Käfer Deutschlands . . . 394 

Heller, Dr. K. M, Neue papuanische Rüsselkäfer . . . . . . 513 

Hubenthai, Wilhelm, Über Stenus foraminosus Er 413 

— Ergänzungen zur Thüringer Käferfauna. X 416 

Kolbe, Prof. H., Eine neue isolierte Tenebrionidengattung von den 

Philippineninseln. Mit 1 Abbildung 261 

Micke, Dr., Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer . 106 

Minck, Paul, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. Mit 3 Tafeln 3 

— Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. Mit 5 Tafeln .... 532 
Moser, J., Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. IV . . . . 113 

— Neue Serica-Arten 337 

— Neue Melolonthiden und Cetoniden 579 

Oh aus, Dr. F., Eremophygus lasiocalinus n. sp. (Col. lamell. Rutelin.) 76 

— XVI. Beitrag zur Kenntnis der Ruteliden. (Col. lamell.) . . 256 

— Actinobolus talpipes n. sp. (Col. lamell. Dynastin.) Mit einer 
Textabbildung . .608 

Roubal, Prof. J., Neuheiten der Coleopterenfauna Böhmens . . 77 

Weise, J., Übersicht der Chrysomelini 434 

— Einige neue Cassidinen. . 508 

Wendel er, H., Propylaea 14-punctata L. a. Merkeri nov. ... 35 

Lepidoptera. 

Belling, H., Von Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge 

und seiner Heimat. Mit 1 Tafel 152 

— Eine seltene Beute. Mit 1 Abbildung 317 

— Mit Bergstock und Fangnetz in's Ötztal. Mit 3 Tafeln . . . 635 

— Nochmals Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge. 
Parnassius apollo Claudius Belling nov. subspec. . . 655 

Stichel, H. , Über Riodinidae des Britischen Museums und an- 

schliefsende Betrachtungen. Mit 4 Tafeln 657 

Strand, Embrik, Über einige exotische (exklus. asiatische) Synto- 

mididen des Deutschen Entomologischen Museums 19 

— H. Sauters Formosa- Ausbeute: Syntomididae 29 



Inhaltsverzeichnis des Jahrganges 1915. III 

Hymenoptera. Seite 

Alfken, J. D., Andrena angustior W. K., eine deutsche Biene . 606 
Bischoff, Dr. H., Eine neue deutsche Ichneumonide. Coleocentrus 

soldanskii 75 

Friese, Dr. H., Zur Bienenfauna von Abessinien 265 

Schirmer, Carl, Nachtrag zu der Arbeit in der Berl. Entomol. 

Zeitschrift Bd. LVI, Jahrgang 1911, p. 153: „Beiträge zur 

Kenntnis der Hymenopterenfauna der Provinz Brandenburg" . 454 
Smits van Bürgst, C. A. L. , Ichneumonidae (Hym ) gesammelt 

in der Umgebung von Bozen (Tirol) im Juni 1914 .... 701 
Torka, V., Ichneumoniden der Provinz Posen 419 

Orthoptera. 

Ebner, R. , Zur Kenntnis der Orthopterenfauna der Abruzzen. 

Mit 22 Textabbildungen 545 

Ramme, Dr. W., Ein für die Mark neuer Ohrwurm. (Dermapt.) . 224 

Odouata. 

le Roi, Dr., Odonaten aus der algerischen Sahara von der Reise 
des Freiherrn H. Geyr von Schweppenburg. Mit einer Über- 
sicht der nordafrikanischen Odonaten-Fauna 609 

Neuroptera. 

Longin Navas, A. P. , Notes sur les Raphidides (Neur.). Mit 

6 Textabbildungen 542 

Trichoptera. 

Döhler, Dr. Walter, Die außereuropäischen Trichopteren der 

Leipziger Universitäts-Sammlung. Mit 20 Abbildungen . . . 397 

Ulm er, Dr. Georg, Trichopteren des Ostens, besonders von Ceylon 

und Neu-Guinea. Mit 47 Figuren 41 

Diptera. 

Schmitz, H., S. J., Neue Beiträge zur Kenntnis der myrmecophilen 

und termitophilen Phoriden. Mit 5 Tafeln 465 

Speiser, Dr. P., Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. III. 

Mit 2 Abbildungen 91 

Rhynchota. 

Jacobi, Prof. A. , Kritische Bemerkungen über die Flatinae 

(Rhynchota Homoptera) 157 

— Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae (Rhynchota Ho- 
moptera). Mit 3 Abbildungen 299 

Schumacher, F., Goptosoma scutellatum Geoffr. in Brandenburg 529 












Deutsche 

»logische Zeitschrift. 

lologische Zeitschrift und Deutsche Entomologische 
I Zeitschrift in Wiedervereinigung.) 

Herausgegeben von der 

: Entomologischen Gesellschaft, E.V. 

Raologischer Verein 1856, Deutsche Entomologische 
Isellschaft 1881 in Wiedervereinigung.) 



— Jahrgang 191 

Heft I. 

(Mit 5 Tafeln und 48 Textfiguren.) 




Preis für Nichtmitglieder Mk. 4.- 



Schriftleitung : 
Joh. Grein er. 
in b e r g , Dr. F. h a u s , Dr. P. S c h u 1 z e , 
H. S t i c h e 1. 



aische Verlags-Buchhandlung B. Stricker 
Berlin W 57, Potsdamer Stralse 90. 
Ödländer # Sohn, Berlin NW 6, Karlstr. 11. 



Berlin, 15. Februar 1915. 



Inhalt von Heft I. 

Seite 

Sitzungsberichte 81 

Vereinsangelegenheiten 88 

Aus der entomologischen Welt 88 

Vorgeschlagene Mitglieder 90 

Adressenänderungen 90 

Rezensionen und Referate 89 

Becker, Th., Ferdinand Kowarz f 1 

Bischoff, Dr. H. , Eine neue deutsche Ichneumonide. (Hym.) 

Coleocentrus soldanskii 75 

Dobers, Ernst, Der Zahn am Flügel deckenabsturz von Pityogenes 

bidentatus Hbst. Mit 2 Tafeln 36 

Minck, Paul, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. (Col.) Mit 

3 Tafeln 3 

Ohaus, Dr. F., Eremophyyus lasiocalinus n. sp. (Col. lamell. Rutelin.) 76 

Roubal, Prof. J., Neuheiten der Coleopterenfauna Böhmens . . 77 
Strand, Embrik* Über einige exotische (exklus. asiatische) Synto- 

mididen des Deutschen Entomologischen Museums 19 

— H. Sauters Formosa- Ausbeute : Syntomididae 29 

Ulm er, Dr. Georg, Trichopteren des Ostens, besonders von Ceylon 

und Neu-Guinea. Mit 47 Figuren 41 

Wendel er, H., Propylaea 14-punctata L. a. Merker i nov. (Col.). 35 



K 



Ferdinand Kowarz f. 

Schon wieder hat der Tod eine schmerzliche Lücke gerissen 
in den Kreis der älteren Dipterologen. 

Ferdinand Kowarz wurde in Plan, Böhmen, am 23. Februar 
1838 geboren. Nach seiner Gymnasialausbildung in Eger und 
Olmütz 1857 widmete er sich zunächst bergakademischen Studien 
in Schemnitz , Ungarn , sodann der Telegraphie in Prag und er- 
hielt 1859 seine erste Anstellung als Telegraphist in Asch. Nach 
verschiedenen weiteren Beförderungen in Wien, Losoncz und Asch 
wurde er 1870 nach Franzensbad versetzt und trat 1886 zum 
Postfach über ; 1^96 wurde er zum Ober-Postverwalter ernannt, 
welches Amt er bis zum Jahre 1901 verwaltete, das ihm den 
wohlverdienten Ruhestand brachte; er starb am 22. September 
1914 in Franzens bad. 

Seine ersten ernsten naturwissenschaftlichen Neigungen, denen 
er auch bis in sein Alter hinein treu geblieben, galten der Geo- 
logie ; aus seiner Jugendzeit besitzen wir aber auch schon eine 
Reihe prächtiger , farbig gemalter Bilder von Schmetterlingen, so 
dafs wir annehmen dürfen , dafs er sich früh auch schon der 
Entomologie zugeneigt hatte. Seine dipterologischen Studien be- 
gannen jedoch erst im Jahre 1863 , während seines dreijährigen 
Aufenthaltes in Wien. Hier war es der Altmeister Schiner , der 
ihn für die Dipterologie begeisterte. Schiner und etwas später 
H. Loew, mit dem er gleichfalls sein ganzes Leben lang in freund- 
schaftlichstem Verkehr stand , ferner auch wohl Mik , haben den 
Grund zu seiner wissenschaftlichen Ausbildung in der Dipterologie 
gelegt. Loew gab ihm vielseitige Anregung auch zu Sammelreisen 
nach Südtirol , Südungarn , ins Banat und die angrenzenden Ge- 
biete von Serbien und Rumänien , deren Ausbeute Loew zur Be- 
schreibung übernahm. Kowarz's literarische Tätigkeit begann, 
jedenfalls von Schiner beeinflufst , bereits im Jahre 1867. Ich 
gebe nachstehend ein Verzeichnis seiner Arbeiten : 

1867. Beschreibung 6 neuer Dipterenarten. Verh. z. b. G. Wien. 

1868. Dipterologische Notizen. Verh. z. b. G. Wien. 

1869. Beitrag zur Dipteren-Fauna Ungarns. Verh. z. b. G. Wien. 

1873. Beitrag zur Dipteren-Fauna Ungarns. Verh. z. b. G. Wien. 

1874. Die Dipterengattung Chrysotils Meig. Verh z. b. G. Wien. 
1877. Die Dipterengattung Medeterus Fisch. Verh. z. b. G. Wien. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft I. 1 



2 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

1878. Die Dipterengattung Argyra Macq. und Leucostola Lw. Verh. 

z. b. G. Wien. 

1879. Prof. Dr. H. Loew, Nachruf. Verh. z. b. G. Wien. 

1880. Über die Dipterengattung Lasiops Mg. apud Rond. Mitt. 

des entomol. Vereins München. 

1882. Eine neue Art der Dipterengattung Leucostola Lw. Wien. 

Ent. Zeit. 
1883 — 1887. Beiträge zu einem Verzeichnis der Dipteren Böhmens. 
Wien. Ent. Zeit. 

1883. Diptera ex collectione Dr. Cornelii Chyzer. Dr. Chyzer 

Kornel Gyüjtementjenek legajei. 
1885. Mitia, nov. genus Dipterorum. Wien. Ent. Zeit. 

1888. Notizen zu den europäischen Arten der Dipterengattung 

Gonia Meig. Wien. Ent. Zeit. 

1889. Die europäischen Arten der Dipteren-Gattung Sympycnus Loew. 

Wien. Ent. Zeit. 

1891. Die europäischen Arten der Dipteren -Gattung Enstalomyia. 

Wien. Ent. Zeit. 

1892. Die Europäischen Arten der Dipteren-Gattung Lispa Latr. 

Wien. Ent. Zeit. 

1893. Die Coenosinen mit unverkürzter sechster Längsader. Wien. 

Ent. Zeit. 
1893. Calliophrys , novum Coenosinarum genus. Wien. Ent. Zeit. 
Kowarz's Verdienste um die Dipterologie bestehen meiner 
Ansicht nach darin , dafs er unsere Kenntnisse bei einer Reihe 
von Gattungen und Arten wesentlich erweitert hat , teils durch 
Neubeschreibungen , teils durch systematische Studien. Er liebte 
es, uns Gattungen, namentlich aus der Familie der Dolichopodiden, 
in ihrem ganzen Umfange vorzuführen und beschenkte uns dabei 
mit einer Reihe von Bestimmungstabellen für Gattungen und 
Arten , die auch heute noch in ihrem derzeitigen Umfange als 
„klassische" bezeichnet werden müssen und sich mit Recht 
grofser Beliebtheit erfreuen. In seinen Beschreibungen und Be- 
stimmungstabellen hat er eine sehr wichtige Gruppe von Kenn- 
zeichen — die Chaetotaxie — ausgebaut und systematisch ver- 
wertet ; es bezeichnet dies einen sehr wesentlichen Fortschritt in 
der beschreibenden Dipterologie selbst gegenüber der klassischen 
Arbeitsmethode eines Loew. So sind uns Kowarz's dipterologische 
Arbeiten stets ein liebes , häufig benutztes Vademecum gewesen. 
Auch ich selbst habe die ersten belehrenden Anregungen aus 
seinen Arbeiten und dem stets regen Briefwechsel mit ihm ge- 
wonnen , und obgleich ich ihn nur einmal flüchtig gesehen , war 
er mir doch ein lieber Freund geworden. Oldenberg-Berlin , der 
ihm persönlich näher gestanden, schreibt mir über ihn: „Seiner 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 3 

wissenschaftlichen Bedeutung entsprachen ebenso ausgezeichnete 
Charakter-Eigenschaften , vor allem eine aufsergewöhnliche Be- 
scheidenheit und ein seltenes Mafs von Herzensgüte. Alle , die 
das Glück hatten , den Verstorbenen länger zu kennen , haben 
dies erfahren." 

So stehen wir voll Trauer , aber auch voll Dank an der 
Bahre eines vortrefflichen Mannes ! 

Im Namen seiner zahlreichen Freunde 

Th. Becker. 
Liegnitz, 7. November 1914. 



Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. (Col.) 

Von Paul Minck, Berlin. 
Mit 3 Tafeln. 

6. Paläarktische Oryctiden. 
(nasicornis-grypus - Gruppe.) 

In der Col. Rundschau 1914, Nr. 1 p. 8, habe ich Ge- 
legenheit genommen, den Herren Prof. K o 1 b e und Dr. Kuntzen 
vom Kgl. Museum Berlin, Dr. Holdhaus vom K. K. Hofmuseum 
Wien für ihr liebenswürdiges Entgegenkommen zu danken , ich 
möchte daher nicht verfehlen , auch den Herren G. Reineck, 
J. Ahrendt, J o h. Grein er, Amtsrichter W. Höhne, Dir. 
Fr Schneider, Militär-Intendanturrat L. Schallehn, E. und 
B. v. Bodemeyer, sowie Herrn Dr. h a u s für die hilfs- 
bereite Unterstützung , sei es durch Hergabe des Materials oder 
Besorgung desselben , an dieser Stelle meinen besonderen Dank 
auszusprechen. 

Nach Durcharbeitung des mir zur Verfügung stehenden Materials 
komme ich zu dem Ergebnis, dafs ich den in der oben erwähnten 
Arbeit eingeschlagenen Weg , die geographischen Abarten des 
0. nasicornis L. als Subspezies dieser Art zu behandeln, verlassen 
und mich damit abfinden mufs, sie als gesonderte Arten zu trennen, 
soweit sie auf ein bestimmtes Verbreitungsgebiet beschränkt sind 
und konstante, charakteristische Merkmale aufweisen. 

Es sind mancherlei Gründe , die mich zu dieser Auffassung 
zwingen. Die charakteristischen Merkmale der Arten im Habitus 
sind relativ deutlich ausgeprägt, doch immerhin so, dafs bei aller 
offensichtlichen Differenzierung der Merkmale die Abstammung 
von einem einheitlichen Typus aufser Frage steht. 

1* 



4 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Es scheint so , als ob die Gleichartigkeit der Lebensweise, 
vor allem der Konsistenz der Nahrung auf die Differenzierung der 
Formen nur geringen Einflufs gehabt haben kann , sondern die 
dem sorgfältigen Beobachter sofort auffallenden Merkmale dürften 
wohl fast nur dem Klima und namentlich den geologischen Ver- 
änderungen in den Verbreitungsgebieten zuzuschreiben sein, 
Hebungen und Senkungen , marinen Einbrüchen , die dann wieder 
in verschiedenen Teilen der geologischen Vorzeit eingetreten sein 
können. Jedenfalls ist innerhalb der Arten rassenmäfsig die 
Variation, innerhalb der Rassen die Beständigkeit der Forcipites, 
deren Entwicklung kaum von der Nahrung , sondern von der 
Rassenisolierung abhängig ist , höchst auffällig. Eine eigentüm- 
liche Rolle in dieser Hinsicht spielt Italien , wo die männlichen 
Geschlechtsorgane , soweit ich heute feststellen kann , von Fund- 
ort zu Fundort wieder abweichen. Herr Dr. K u n t z e n , dem 
ich meine Beobachtungen mitteilte , hatte die Liebenswürdigkeit, 
mich auf den geologischen Aufbau Italiens, welches seine heutige 
Gestalt dem Zusammenschlufs älterer mit, in einer jüngeren Erd- 
periode, von mariner Bedeckung frei werdender Landteile verdankt, 
aufmerksam zu machen und darauf hinzuweisen , dafs analoge 
Fälle bei anderen Gruppen bekannt seien. In welcher Beziehung 
die für Italien in Betracht kommenden Ursprungsarten zueinander 
stehen, und in welcher Weise dieselben auf die Bildung von Unter- 
arten eingewirkt haben, dürfte an Hand eines gröfseren Materials 
aus den in Betracht kommenden Verbreitungsgebieten die weitere 
Forschung erst ergeben. 

Hierzu ist selbstverständlich die scharfe Trennung der Art 
gegenüber der Subspezies erforderlich , da nur auf diesem Wege 
Irrtümer zu vermeiden sind. 

Dementsprechend kann ich mir die Auffassung, dafs grypus 111. 
als var. des naslcornis zu betrachten ist , nicht zu eigen machen, 
vielmehr mufs ich Uli g er, Magazin f. Ins. p. 213 bei- 
pflichten, dafs grypus solange als eine besondere Art anzusehen ist, 
„bis sich deutliche Übergänge finden oder Erfahrungen zeigen, 
dafs unser Grypus mit dem Nasicornis gefunden wird". 

Dieser Zeitpunkt dürfte wohl nicht eintreten , da grypus 111. 
s. str. m. E. nur auf die Iberische Halbinsel beschränkt ist und 
Übergänge im Illigerschen Sinne nicht existieren. 

Soweit eine Differenzierung der Mundteile und des Forceps 
innerhalb einer Art vorlag, habe ich diese Formen als Subspezies 
bezeichnet. Die nur durch abweichende Form des Forceps gekenn- 
zeichneten Abarten zu benennen, mufs späteren Untersuchungen, 
nach genauerer Kenntnis der Arten, vorbehalten bleiben. 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 5 

Die dieser Arbeit beigefügten Abbildungen der Forcipites habe 
ich in 16facher Vergrößerung gezeichnet, und zwar habe ich mir, 
um eine möglichst naturgetreue Abbildung zu erzielen, eine neue 
Technik durch fortgesetzte Versuche und Vergleiche angeeignet, 
nach der ich die irritierenden , geringfügige Wölbungen und Ab- 
flachungen darstellenden Linien fortgelassen habe. Es ist dies 
auch insofern empfehlenswert , als durch den diesen glatten For- 
cipites anhaftenden Glanz oft Lichtreflexe entstehen , die sehr 
leicht zu Irrtümern führen können. Dementsprechend habe ich 
die in der Col. Rundschau 1914 Nr. 1 abgebildeten Forcipites 
nochmal gezeichnet. 

Zur besseren Übersicht teile ich die Arten in 2 Gruppen 
nach der Punktierung der Flügeldecken : die grypus - Formen (mit 
ganz fehlender oder schwacher unregelmäfsiger Punktierung) , die 
nasicornis -Formen (mit gröberer, reihiger Punktierung). 

Über die Bedeutung der Flügeldecken - Punktierung ist zu 
sagen , dafs sie nach P. Schulze, Chitin und andere 
Cuticularstrukturen bei Insekten, Verh. d. Deutsch. 
Zool. Ges. zu Bremen 1913 p. 165, in der Hauptsache die schüssei- 
förmigen Einsenkungsstellen (patinae) darstellt , unter denen sich 
die die Ober- und Unterschicht der Flügeldecken verbindenden 
Säulen (columnae) befinden. Bei den südlicheren Arten sind diese 
patinae durch stärkere Sekretausscheidung mehr oder weniger ver- 
deckt, doch kommen hin und wieder Individuen vor (latipermis var. 
grypus Er. Nat. Ins. III p. 574), die, wahrscheinlich durch Störung 
während der Sekretauscheidung , die kurz nach dem Schlüpfen 
erfolgt , die patinae als grobe Punktierung deutlich erkennen 
lassen. Aufserdem befinden sich auf den Flügeldecken die feinen 
Öffnungen der Sekretdrüsen, die aber weniger ins Auge fallen. 

Die im Gemminger-Harold nicht enthaltene neuere Literatur 
führe ich am Schlufs der Arbeit auf. 

a) na sicomiS'For men. 

ry des nasicornis L. s. str. 
Scarabaens nasicornis Linn. S. N. I. 2. 544. 15. 
cf long. 25—40 mm, lat. 12 — 22 mm. 
$ long. 28—39 mm, lat. 14—22 mm. 
(f ? Lund (ex coli. C. H. Thomson, Kgl. Museum Berlin). 
29 o* 20 $ Umgegend von Berlin (Kgl. Museum Berlin). 

1 cf 1 ? Finkenkrug bei Berlin (Kgl. Museum Berlin). 

d* Rüdersdorf (Mark Brandenburg), VI. 99. - Ude-S. 
(Kgl. Museum Berlin). 

2 o* 3 $ Rummelsburg bei Berlin (in coli. auct.). 



,; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

3 cf 2 $ Wien, Kaufmann- S. (K. K. Hofmuseum Wien). 
6 o* 7 ? Balkan?, in verfaultem Nufsbaumholz (ex coli. J. Greiner, 
Berlin). 

Die schwedische Form habe ich als typisch in erster Linie 
berücksichtigt, es sind die Stücke, welche C. H. Thomson bei 
der Beschreibung des Or. nasicornis L. in seinem Werk Sc and. 
Col. VI. p. 27 vorgelegen haben. Die norddeutsche Form zeigt 
minimale Abweichungen von dieser , sowohl im Habitus als auch 
in der Forcepsform , doch sind dieselben nicht derartig, um die 
Aufstellung einer Subspezies für unsere Form berechtigt erscheinen 
zu lassen. Nicht unerwähnt möchte ich lassen , dafs die von 
Herrn Ude in Komposthaufen im Norden Berlins gefundenen 
Stücke in der Breite der Flügeldecken proportional zur Körper- 
länge von den von mir auf einem Schiffsbauplatz in Rumnielsburg 
bei Berlin in faulendem Eichenholz gefundenen Stücken abweichen, 
insofern als erstere fast durchweg flacher und breiter , letztere 
gewölbter, fast zylindrisch gebaut sind. Die Punktierung der 
Flügeldecken scheint bei den Udeschen Stücken auch nicht ganz 
so scharf zu sein. Selbstverständlich sind diese Abweichungen 
derartig, dafs sie nur bei unmittelbarer Vergleichung des Materials 
ins Auge fallen. 

Dunkel kastanienbraun, glänzend mit rötlichem Schein, Flügel- 
decken mehr rötlich , Unterseite und Schenkel heller als diese, 
Tarsen und Schienen dunkler. Clipeus kurz , vorn aufgebogen, 
gerade abgestutzt, nach vorn etwas verschmälert- Der Rand geht 
vom Epistom in sanfter Rundung zum Clipeus über , so dafs 
letzterer bei seiner relativen Kürze als Abschlufs des ersteren 
erscheint. Epistom kurz , geradlinig schräg nach hinten ver- 
laufend , Wangenecken nur als scharfe kurze Spitze wenig vor- 
springend, Augenkiele nach hinten abfallend am Ende etwas auf- 
gebogen. Kopf gerunzelt , beim o* mit einem quer zusammen- 
gedrückten , etwas zurückgebogenen , nach der Spitze zu sich 
allmählich verjüngenden Hörn, welches an der Wurzel bis an den 
Clipeus reicht, also fast die ganze Fläche des Kopfes einnimmt. 
Beim $ Kopf vom Clipeus ab scharf nach oben aufgewölbt , mit 
einem stumpfen Höcker auf dem Scheitel. Vorderecken des Hals- 
schildes etwas vorgezogen, gerunzelt. Halsschild beim d* in der 
Mitte glatt, spärlich, zerstreut punktiert, nach den Seiten gröber 
und dichter punktiert, in der Nähe der areola apposita in Runzlung 
übergehend. Seitengrube (areola apposita) aufsen vertieft durch 
eine glatte Aufwölbung , mit in die Seitengrube vorspringendem 
Zahn scharf begrenzt, Innenrand flach, undeutlich markiert. 
Runzeln der Seitengrube mit langsträhnigen Intervallen, die nach 
innen und in die Vorderecken des Halsschildes übergreifen. Buckel 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 7 

(area retusa) , sowie der dahinter liegende Teil des Halsschildes 
glatt, zerstreut punktiert. Am Vorderrande der area retusa 
3 Zähne, und zwar ein mittlerer , etwas tiefer stehender , spitzer 
Zahn, sowie jederseits ein lappenartig verzogener, breit abgerundeter 
Eckzahn. 

Halsschild des $ bis auf einen etwa 3 mm breiten glatten, 
zerstreut punktierten Hinterrand gerunzelt , mit einer innerhalb 
des Runzelfeldes liegenden , durch erhabene Umrandung geschlos- 
senen seichten Grube , deren Hinterrand durch Verwölbung nach 
innen einen kleinen Buckel bildet. 

Schildchen dicht grob punktiert, mit glattem Rande. Flügel- 
decken mit deutlicher reihiger Punktierung. Vordertibien drei- 
zähnig , die beiden akzessorischen Zähne sind verkümmert. Die 
Tibien der letzten beiden Beinpaare laufen in 2 Endzacken aus, 
wobei allerdings zu berücksichtigen ist , dafs die äufsere Zacke 
oftmals noch eine zweite etwas zurückstehende Ecke trägt, die am 
Innenrande mit einer stachelartigen Borste versehen ist. Diese zweite 
Ecke ist aber bei den meisten Exemplaren zurückgebildet, so dafs 
von einer eigentlichen Endzacke nicht gesprochen werden kann* 

Unterlippengerüst vorn abgerundet , nach hinten , von den 
Tastern ab, stark verbreitert. 

1. Subspecies. 
Oryctes nasicornis-chersonensis subsp. n. 
Long. 32-39 mm, lat. 18—21 mm. 
3 cf 2 $ Cherson, Rufsland, 21. IV.— 3. V. 03. — Ewert-S. 
(Kgl. Museum Berlin). 
cf $ Russ. Prov. Cherson , Steppenforstei Rev. Retschinsk 
bei Wosnepensk am Bug - B o r c h ar d t - S. (Kgl. 
Museum Berlin). 
Unterscheidet sich von der typischen Art durch die sehr 
breiten Vordertibien und feinere Punktierung der Flügeldecken, 
auch stehen die Punkte nicht in ausgesprochenen Reihen, sondern 
mehr zerstreut. Beim cf sind die Seitenecken der area retusa 
nicht so stark lappenartig vorgezogen , sondern sie sind kürzer 
und spitzer. Der Forceps des cf ist im apicalen Teil kürzer, im 
basalen Teil breiter. 

Oryctes latipennis Motsch. 

0. latipennis Motsch. Bull. d. 1. soc. d. nat. d. Mose. (XVIII.) 1845. I. 
p. 57. 159. Motsch. Bull. Ac. Petr. 1860. II. "p. 520 (Georgien). 

Long. 33-37, lat. 20-22 mm. 
2 (f 1 $ Kaukasus, 260 m, Majkop Kuban. — Schaposch- 
nikoff-S. (Kgl. Museum Berlin). 



g Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

2 d* Kaukasus, Pjatigorsk, 8. VII. 06. — E. Ryssel-S. 
(Kgl. Museum Berlin). 
2 d* 6 $ Kaukasus, Jekaterinodar. — S c h ap o s ch n i k o f f - S. 
(Kgl. Museum Berlin). 

In der Gestalt relativ breiter und flacher als nasicornis s. str., 
dunkelbraun , Flügeldecken Unterseite und Schenkel rötlich , mit 
dunkleren Flecken resp. dunkel abgesetzten Stellen auf den Flügel- 
decken und der Unterseite , bei denen schwarz und rot scharf 
kontrastieren. Tarsen und Schienen dunkler. Clypeus wenig 
länger als bei nasicornis , vorn aufgebogen , wenig oder gar nicht 
ausgerandet. Epistom kurz , Rand schräg nach hinten in fast 
gerader Linie in die Augenkiele übergehend. Wangenecken etwas 
schärfer markiert und etwas mehr hervortretend, dementsprechend 
diese und die Augenkiele breiter als bei nasicornis s. str. Kopf 
gerunzelt , beim o* mit einem etwas zurückgebogenen , sich all- 
mählich nach hinten verjüngenden , in eine stumpfe Spitze aus- 
laufenden Hörn, beim $ Kopf deutlich gewölbt, mit einem stumpfen 
Höcker. Halsschild über der Mitte breiter als die Basis der 
Flügeldecken , beim cf in der Mitte glatt zerstreut , nach den 
Seiten dichter und stärker punktiert. Seitengrube ziemlich weit 
nach vorn , bis über die Hälfte der Halsschildfläche reichend. 
Runzlung durch untersprengte grobe Punktierung körniger er- 
scheinend , nach vorn in die Runzlung der Halsschildfläche über- 
gehend. Mittelzahn spitz , etwas vorstehend , Seitenecken spitz- 
lappig seitwärts vorgezogen. Beim $ Halsschild wie bei nasi- 
cornis s. str. gerunzelt, bis auf den etwa 1 / 3 der Halsschildfläche 
einnehmenden glatten, zerstreut punktierten basalen Teil. Inner- 
halb des Runzelfeldes eine, von erhabenem Rand umgebene flache 
Vertiefung. Der Hinterrand derselben wulstartig leicht vorgewölbt. 
Die Runzlung mit eingesprengter grober Punktierung geht über 
den Rand hinweg in die Halsschildgrube , so dafs der Rand da- 
durch undeutlich markiert erscheint. 

Schildchen gerunzelt , schmal glatt gerandet. Flügeldecken 
glänzend, mit feiner , dichter , deutlich reihenweiser Punktierung. 

Unterlippengerüst im labialen Teil breiter als bei der vor- 
hergehenden Subspezies. In diesem Punkte weichen die Exemplare 
aus Jekaterinodar , bei sonstiger vollkommener Übereinstimmung, 
von den Exemplaren aus Pjatigorsk und Majkop etwas ab, insofern 
als der labiale Teil des Unterlippengerüstes bei letzteren mir 
breiter und stärker mit Borstengruben bedeckt erscheint. 

Im Zweifel , ob diese Art richtiger als Subspezies des nasi- 
cornis L. zu betrachten wäre, habe ich sie in Anbetracht der ab- 
weichenden Form der Mundteile in ihrer ursprünglichen Form be- 



Minck, Beitrag- zur Kenntnis der Dynastiden. 9 

lassen , auf keinen Fall hat sie irgendwelche Beziehungen zu 
grypus 111. , vielmehr gehört die von E r i c h s o n , Nat. Ins. III. 
p. 574, beschriebene, fälschlich zu latipennis Motsch. gezogene 
var. grypus zu kuntzeni m., die starke Punktierung der Flügeldecken 
dieses Exemplars d* Syrien (Kgl. Museum Berlin) ist auf mangel- 
hafte Sekretausscheidung zurückzuführen. 

ry des punctipennis Motsch. 
0. punctipennis Motsch. Bull. Ac. Petr. 1860. IL p. 519. 

Diese Art ist mir nicht bekannt , sie dürfte aber dem nasi- 
cornis s. str. so nahe stehen, wie die vorhergehenden Arten resp. 
Unterarten. Ich gebe nachstehend die Originalbeschreibung. 

„Parallelus, semicylindricus , nitidus, punctatus , castaneus ; 
clipeo antice fere parallelo , apice subbilobato $ ; elytris seriatim 
punctatis. Long. 11 1., lat. 6 1. 

Je crois que c'est a cet insecte qu'il faut rapporter la variete 
ponctuee du nasicornis, dont parle Erichs on sur p. 571 de sa 
„Naturg. der Insekten Deutschlands" et que je considere comme 
differente de notre espece d'Europe. Elle est d'abord plus petite 
et surtout plus etroite, les elytres plus paralleles nullement dilatees 
posterieurement, leur ponctuation plus forte surtout vers les cötes 
lateraux ; corselet moins allonge anterieurement ä angles moins 
saillants, l'elevation du milieu avec trois bosses egales, celle du 
milieu moins large ; tete plus transversale, chaperon carre, parallele 
sinue ou meme bilobe (?) en avant ; dernier segment abdominal 
du dessous avec une petite bosse au milieu ponctue et couvert de 
cils roux, comme le dessous du corps. Les elytres du male sont 
plus allongees que chez le nasicornis, Celles de la femelle au con- 
traire plus courtes. 

II se trouve au environs d'Orenbourg et dans la Bachkirie." 

ry des matthiesseni Rttr. 

0. matthiesseni Reitter. Ent. Z. Wien 26. 1907. p. 205; Ent. Z. Wien 

1908. p. 251. 

Long. 34—36 mm, lat. 17 — 18 mm. 
3 <? 7 $ Buchara , Turkestan , Conradt-S. (Kgl. Museum 
Berlin), 
cf Jekatut , Buchara , Wolowodow-S. (Kgl. Museum 
Berlin). 
cf ? Amu Darja, Sandsteppe im unteren Lauf, Transkaspi- 
gebiet, Wolowodow-S. (Kgl. Museum Berlin). 
$ Aschabad, Transkaspigebiet (K. K. Hofmuseum Wien), 
d* Täbris, Nordwest-Persien, Zugmayer-S. (K. K. Hof- 
museum Wien). 



IQ Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Dunkelbraun mit rötlichem Schein, Flügeldecken, Unterseite 
und Schenkel rötlich, Tarsen und Schienen wenig dunkler. Clipeus 
nach vorn etwas verbreitert, vorn aufgebogen, mehr oder weniger 
ausgerandet , gegen das Epistom schaler markiert als bei nasi- 
comis L. Das Epistom verläuft mit einer leichten Ausrandung 
direkt in die lappenartig breiten, hinten breit abgestutzten Augen- 
kiele. Die Wangenecken springen nicht vor , dieselben werden 
nur durch eine schräg nach hinten verlaufende kielförmige Leiste 
markiert , dagegen sind die Augenkiele seitwärts vorgezogen , so 
dafs der Rand derselben sowie des Epistoms etwa S-förmig ver- 
läuft. Kopf gerunzelt, beim <f mit einem zurückgebogenen, all- 
mählich in eine stumpfe Spitze auslaufenden Hörn. Beim $ ist 
der Kopf nicht so stark vorgewölbt wie bei nasicornis L. , auch 
verläuft die Kopflinie nicht so abschüssig, sondern etwas schräger; 
der Scheitelhöcker ist in eine Spitze ausgezogen. Halsschild 
beim d* in der Mitte glatt, zerstreut, an den Seiten dichter und 
gröber punktiert. Die Zähne des Buckels stehen fast in gleicher 
Linie, resp. der Mittelzahn ist kaum vorgerückt, dieselben sind 
voneinander durch tiefe Ausbuchtungen getrennt, wodurch sie auch 
stärker hervortreten. Abweichend von nasicornis L. sind die lappen- 
artigen Seitenzähne starr nach oben gerichtet , auch der Mittel- 
zahn ist in eine deutlich nach oben stehende Spitze ausgezogen. 
Die Seitengrube ist vertieft, deutlich nach innen und aufsen ab- 
gegrenzt , nach vorn durch eine glatte Brücke abgeschlossen. 
Beim $ ist die Halsschildgrube klein , der Querwulst ist scharf 
markiert und trägt eine ca. 3 mm breite, geradlinig verlaufende, 
schräg nach vorn und oben gerichtete , ziemlich scharfkantige 
Leiste. Schildchen gerunzelt, glatt gerandet. Flügeldecken dicht 
reihig punktiert, an den Seiten gröber als auf der Scheibe. Vorder- 
tibien dreizähnig, Tibien der letzten beiden Beinpaare in 2 End- 
zacken auslaufend. 

Unterlippengerüst von vorn nach hinten allmählich verbreitert, 
vorn spitz zugerundet , in der Nähe der Taster jederseits eine 
Ausrandung. Aufsenrand des Helms der Maxille im Bogen ver- 
laufend ; durch Schrägstellung des Innenrandes zugespitzt, so dafs 
der Helm sichelartig erscheint. 

1. Subspezies. 
Oryctes matthiesseni-caspicus subsp. n. 
Long. 33—37 mm, lat. 20—21 mm. 
16 (f 13 $ Lenkoran, Kaukasus, v. Bodemeyer-S. (2 cf 1 $ 
in coli. auct.). 
$ Lenkoran, 31. VII.— 2. VIII. 1900, K a r s c h - S. (Kgl. 
Museum Berlin). 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 11 

Bei dieser Form ist der Innenrand der Seitengrube auf dem 
Halsschild des d" durch nach innen überlaufende Runzlung weniger 
scharf markiert , dieselbe ähnelt daher mehr nasicornis L. , auch 
ist die Brücke nach vorn sehr schmal, beim $ ist die Querleiste 
auf dem Halsschild in der Mitte nicht so scharfkantig. Die 
Wangenecken treten ein wenig mehr hervor, als bei matthiesseni s. str., 
allerdings nicht so scharf, als bei nasicornis. Der Helm der 
Maxille ist eckiger. Immerhin zeigt diese Form starke An- 
klänge an nasicornis , doch ist die Stellung der Subspezies , auch 
geographisch, richtiger bei matthiesseni, mit der sie auch die Haupt- 
merkmale gemein hat. 

ry ctes turhe stanicu s m. 
0. nasicornis - turkestanicus Minck. Col. Rundschau 1914. Nr. 1. p. 10. 
Long. 25 — 44 mm, lat. 14 — 23 mm. 

2 cf? Kyzil bei Kuldscha , Turkestan, IV.— V., Lecoq-S. 
(Kgl. Museum Berlin), cf Type. 
29 cf 20 $ Gegend von Chotan , Ost - Turkestan , Leo p. Con- 
rad t - S. (Kgl. Museum Berlin). 
10 cf 9 $ Sanpula bei Chotan, Chin. Turkestan, 1250 m, 13.-15. 
VI. 90, Conradt-S. (Kgl. Museum Berlin). 
6^5? Chotan, Chin. Turkestan, 1200 m, 22. VI. 1890, 

Conradt-S. (Kgl Museum Berlin). 
3 cf 1 ? Kashar , Margelan (Tiefland), Ost-Turkestan , Con- 
radt-S. (Kgl. Museum Berlin). 
cf $ Turkestan, H a b e r h au e r - S. 89 (K. K. Hofmuseum 
Wien). 
Dunkelbraun, glänzend , mit rötlichem Schein, Flügeldecken, 
Unterseite und Schenkel heller, Tarsen und Schienen kaum dunkler. 
Clipeus auffallend schmal, fast parallel, vorn leicht ausgerandet, 
bei einzelnen Exemplaren stark, bei anderen weniger aufgebogen. 
Epistom fast geradlinig verlaufend, Wangenecken stumpf, wenig 
vortretend. Kopf gerunzelt , beim cf mit einem quer zusammen- 
gedrückten , in halber Höhe vorn buckelartig verdickten , dann 
scharf nach hinten gebogenen Hörn. Beim ? erscheint der Kopf 
flacher und breiter , auch vorn nicht so abfallend als bei nasi- 
cornis L. und trägt einen stumpfen , am obersten Teil mit einer 
feinen Spitze versehenen Höcker. Halsschild beim (f in der Mitte 
glatt , zerstreut , seitlich gröber und dichter punktiert. Seiten- 
grube deutlich markiert , aufsen vertieft , innen flacher ; Runzel- 
intervalle körniger als bei nasicornis L. Zähne des Buckels durch 
tiefe Ausbuchtungen scharf nach vorn und oben gerichtet , auch 
der spitze Mittelzahn stark entwickelt. Halsschild des $ bis auf 



^2 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

den etwa 3 mm breiten, glatten, zerstreut grob punktierten basalen 
Streifen gerunzelt. Seitenränder der Grube , namentlich nach 
vorn , wenig erhaben , glatt , grob punktiert. Querleiste an den 
Seiten kantig, in der Mitte etwas nach vorn vorgebogen. Schildchen 
grob punktiert, glattrandig Flügeldecken dicht reihig grob punk- 
tiert , namentlich die Rippen durch dichte doppelte Punktreihen 
gut markiert. Naht durch fast ineinander fliefsende, dicht hinter- 
einander stehende Punktierung scharf hervortretend. Tibien des 
ersten Beinpaares mit 3 Randzähnen , an den Tibien der letzten 
beiden Beinpaare sind 3 Endzacken ziemlich scharf ausgeprägt, 
jedenfalls tritt die äufserste Zacke stärker hervor , als es bei 
nasicornis der Fall ist , sie scheint übrigens sehr der Abnutzung 
ausgesetzt zu sein. Das Unterlippengerüst biegt im vorderen Teil 
scharf nach unten (in natürlicher Lage nach oben) ab, und läuft 
allmählich im labialen Teil in eine abgerundete stumpfe Spitze aus. 

b) grypus - Formen . 

ry des grypus 111. 
0. grypus Illiger. Mag. II. 212. 1. 
Long. 32—42 mm, lat. 17-21 mm. 
2 cf 1 ? Portugal, Graf v. Hoffmansegg-S. (Typen. 
Kgl. Museum Berlin). 
2 o* Mongat, Barceluna, V. 09, A. Codin-S. (A. Heyne, 
in coli. auet.). 
2 Solsona, Prov. Levida, Espana, 25. VII. 09 (A. Heyne, 

in coli. auet.). 
$ Marokko, Süss, Achmed ben Mohamed, Pastor Klein- 
schmidt-S. (Kgl, Museum Berlin). 
Tief dunkelbraun, mit kastanienbraunen Flügeldecken, Unter- 
seite und Schenkel einen Schein heller , Tarsen und Schienen 
dunkler. Clipeus erheblich länger als bei den vorhergehenden 
Arten, in der Mitte etwas eingeschnürt, vorn verbreitert deutlich 
ausgerandet, wenig aufgebogen. Epistom ausgerandet. Wangen- 
ecken scharf vorspringend , jedoch durch die starke Ausrandung 
des Epistoms mehr nach vorn als nach der Seite. Augenkiele 
breit seitwärts vorgerundet, nach hinten spitz auslaufend. Kopf 
gerunzelt, beim cf mit einem zurückgebogenen, allmählich in eine 
stumpfe Spitze auslaufenden Hörn. Beim $ fällt der Kopf all- 
mählich nach vorn schräg ab, ist infolgedessen relativ flacher als 
bei den vorhergehenden Arten und trägt auf dem Scheitel eine 
stumpfe Spitze. Halsschild beim o* in der Mitte glatt, fein zer- 
streut punktiert. Zwischen Mitte und Seite einige zusamraen- 
Btehende Runzeln. Seitengrube scharf markiert , vertieft , nach 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 13 

vorn durch eine erhabene glatte Brücke von dem Runzelfeld der 
Halsschildvorderecken getrennt. Alle 3 Zähne des Buckels stehen 
fast in gleicher Linie, durch sehr flache Ausbuchtungen zwischen 
den Zähnen dieselben nur angedeutet, abgestumpft , infolgedessen 
der Vorderrand des Buckels als fast geradlinige, etwas nach innen 
überstehende Kante erscheinend. Beim $ Ränder der Grube glatt 
zerstreut punktiert, Hinterland in leichtem Bogen nach innen vor- 
gewölbt. Schildchen grob punktiert, glatt gerandet. 

Flügeldecken glatt, sehr spärlich fein punktiert, nur in der 
Nähe der Naht , sowie an den Spitzen der Flügeldecken finden 
sich einige dichter stehende Punkte. Die Naht selbst durch 
dicht hintereinander stehende, teilweise ineinander fliefsende, tief 
eingedrückte grobe Punkte scharf markiert. Vordertibien am 
Rande dreizähnig, Tibien der letzten beiden Beinpaare in 2 resp. 
3 Endzacken auslaufend , je nachdem man die beiden äufsersten 
zusammengewachsenen als 1 oder 2 Zacken auffafst. 

Unterlippengerüst nach vorn stark verjüngt, fast gerade ab- 
gestutzt, Seitenecken etwas aufgebogen. 

1. Subspezies. 
Oryctes grypus-continuus m. 
0. nasicornis-continuus Minck. Col. Rundsch. Nr. 1. p. 9. 
Long. 32—40 mm, lat. 16—21 mm. 
2 cf 1 $ Ain Draham, Tunis, B. v. Bodemeyer-S. (in coli, 
auct.). 
Unterlippengerüst nach vorn sehr stark verschmälert. Runzeln 
der Seitengrube des Halsschildes beim o* nach vorn kaum unter- 
brochen resp. in die Runzlung der Halsschildvorderecken über- 
laufend. Forceps im apicalen Teil sehr schmal. 

2. Subspezies. 

Oryctes grypus - siculus Kollar. 

0. grypus var. siculus Kollar. Ann. Wien. Mus. I. 1836. p. 335. 
t. 31. f. 6 a— b. 

Long. 28—42 mm, lat. 15—22 mm. 

<? Sizilien, S c h u 1 z - S. (Kgl. Museum Berlin). 
2 cf 1 $ Sizilien (Kgl. Museum Berlin). 

2 $ Sizilien, Exe. Dr. Studt-S. (Kgl. Museum Berlin). 
Diese Form unterscheidet sich hauptsächlich durch die Form 
des Forceps von grypus s. str., sonst kann ich keine wesentlichen 
Unterschiede entdecken. 



14 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Oryctes laevig atus Heer. 
0. nasicornis var. laevigatus Heer. Faun. Col. Helv. I. p. 534. 
Long. 28 — 40 mm, lat. 15 — 20 mm. 

2 (f & $ Bozen, Tirol, 20. VII. 05, Bullemer-S. (Kgl. Museum 
Berlin). 
$ Bozen, Reineck- S. (coli. Reineck). 
14 o* 10 ? Bozen, 31. V. 09, Schallehn-S. (coli. Schallehn). 
o* Klausen, G. Reineck - S. (coli. Reineck). 
2 cf 2 $ Bologna, Emilia (coli. Fiori, Kgl. Museum Berlin). 

cf Lombardia, Sondris , 26. VII. 08 (coli. Fiori, Kgl. 

Museum Berlin). 
$ Umbria, Orvieto, Leoni-S. (Kgl. Museum Berlin). 
cf Campania, Neapel, Mattai-S. (Kgl. Museum Berlin). 
$ Poscana, Florenz (coli. Fiori, Kgl. Museum Berlin). 
2 cf Piemonte, Carcare (coli. Fiori, Kgl. Museum Berlin). 

ö* Capri, S t u d t - S i Kgl. Museum Berlin). 
2 d* Liguria, Genua (coli. Fiori, Kgl. Museum Berlin). 
Dunkelbraun , starkglänzend , Flügeldecken , Unterseite und 
Schenkel heller, mit rötlichem Schein, Tarsen und Schienen dunkler. 
Clipeus nach vorn wenig verbreitert , etwas aufgebogen , Vorder- 
rand leicht ausgerandet, soweit die Ausrandung durch Abnutzung 
nicht verschwunden ist. Epistom tief ausgerandet, Rand desselben 
zu dem des Clipeus , in der Nähe der Wangenecken , fast im 
rechten Winkel verlaufend. Wangenecken spitz nach vorn vor- 
springend, etwas aufgebogen, Augenkiele kurz. Augen sehr grofs, 
stark seitlich vorspringend. Kopf gerunzelt , beim cf mit einem 
zurückgebogenen, nach der Spitze zu sich allmählich verjüngendem 
Hörn. Beim $ gewölbt, nach vorn unmittelbar abfallend, Scheitel 
in eine stumpfe Spitze ausgezogen Zähne des Buckels in gleicher 
Höhe stehend, durch flache Ausbuchtungen nicht sehr scharf, doch 
immerhin schärfer als bei grypus 111. markiert. Seitengrube stark 
vertieft, scharf begrenzt. Halsschildgrube beim $ gröfser als bei 
nasicornis L., etwa 1 / 3 der Halsschildfläche einnehmend, mit etwas 
vor und nach oben gewölbter gerundeter Querleiste. Schildchen 
dicht punktiert, schmal , glatt gerandet. Flügeldecken glatt mit 
spärlicher , sehr feiner , kaum erkennbarer Punktierung , nur die 
Spitzen der Flügeldecken sind etwas dichter und stärker punktiert. 
Nahtpunkte fein, aber scharf eingestochen, deutlich getrennt hinter- 
einander stehend. Jederseits 2 Rippen durch einfachen nadelrifs- 
artigen Eindruck markiert. Tibien wie bei nasicornis L. 

Unterlippengerüst nach vorn verschmälert , der labiale Teil 
stumpfspitzig zugerundet , Aufsenrand aufgebogen. Die Identität 
dieser Art mit der von Heer, Fn. Col. Helvet. I. p. 534 als 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 15 

v a r. des 0. nasicornis L. beschriebenen Form ist , nach den von 
diesem angegebenen Merkmalen, unzweifelhaft. Die Angaben über 
0. grypus 111. und nasicornis L. dürften dagegen wohl kaum zutreffen. 

ry et es hol dh aus i. 
0. nasicornis-holdhausi Minck. Col. Rundsch. 1914. p. 8. 

Long. 27 — 43 mm, lat. 14 — 24 mm. 
10 cf 9 ? Lundenburg, Kausek-S. , 1 ? Mödling , 1 ? Fünf- 
kirchen, Kute-S. (K. K. Hofmuseum Wien). 
2 cf Peczel und Janospusta, VIII. 09, R. Meusel-S. (Kgl. 
Museum Berlin). 
7 cf 5 $ Garanszentkerezt bei Kremnitz, Bars, E. A. Böttcher 
(in coli, auctoris). 

Gröfser und breiter als nasicornis L., sehr stark glänzend, tief 
dunkelbraun. Flügeldecken braunrot , Unterseite und Schenkel 
heller , Tarsen und Schienen dunkler. Clipeus relativ schmal, 
vorn aufgebogen , mehr oder weniger tief ausgerandet. Epistom 
kurz in flacher Ausrandung nach dem Innenwinkel der spitz und 
stark nach vorn vorspringenden Wangenecken verlaufend. Die 
Spitzen derselben etwas aufgebogen. Augenkiele vorn breit, hinten 
spitz ausgezogen. Halsschildecken weit lappenartig vorgezogen, 
ebenso der Halsschildvorderrand breit überstehend. Schildchen 
dicht grob punktiert, teilweise gerunzelt, mit schmalem glatten 
Rand. Flügeldecken zerstreut punktiert und mit flachen, glatten, 
narbenartigen Eindrücken, die teilweise ineinander laufend, nament- 
lich bei schräg auffallendem Licht , deutlich zu erkennen sind. 
Dadurch erscheinen die Flügeldecken nicht so regelmäfsig glatt 
poliert, wie es bei laevigatus der Fall ist 

cf. Kopf gerunzelt, mit einem allmählich in eine stumpfe 
Spitze auslaufenden, zurückgebogenen Hörn. Halsschildgrube vorn 
steil zu den Halsschildecken abfallend, in der Mitte glatt, in der 
Nähe der Seitengruben einige feine Runzeln. Seitengrube schmal, 
vertieft , wenig nach unten verbreitert , vorn durch einen glatten 
Wulst von dem Runzelfeld der Halsschildecken getrennt. Mittel- 
zahn des Buckels etwas tiefer stehend , leicht vorgerückt. Aus- 
buchtung von Seitenzahn zu Seitenzahn tief, von diesen zum 
Mittelzahn flach , Seitenzähne stumpfeckig seitlich vorgezogen, 
oben breit. 

?. Kopf gewölbt, stark körnig gerunzelt, nach vorn ziem- 
lich steil abfallend. Scheitel in eine stumpfe , aufrecht stehende 
Spitze ausgezogen. Halsschildquerwulst gerundet , stark hervor- 
tretend. 

Unterlippengerüst im labialen Teil gerade und breit abge- 
stutzt, mit abgerundeten Ecken. 



16 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

ry et es kuntzeni. 
0. nasicorniskuw zeni Minck. Col. Rundsch. 1914. Nr. ]. p. 10. 
<f Long. 34—37 mm, lat. 18 - 19 mm. 
$ Long. 37 mm, lat. 19,5 mm. 
3 cf 1 $ Eregli, Klein -Asien, Niedieck-S. (Kgl. Museum 
Berlin). 

Gewölbt, glänzend dunkelbraun, Flügeldecken rötlich bis rot- 
braun, Unterseite und Schenkel etwas heller, Tarsen und Schienen 
etwas dunkler. Clipeus nach vorn wenig verbreitert, Vorderrand 
aufgebogen , ausgerandet. Rand des Clipeus allmählich in den 
des Episioms übergehend, Epistom flach bogenförmig ausgerandet. 
Wangenecken spitz , doch mäfsig nach vorn vorspringend , von 
diesen zu den Augenwinkeln eine Leiste Augenkiele im Bogen 
nach aufsen , nach hinten in eine Spitze auslaufend , am Augen- 
rande etwas vertieft , aufsen wulstig verdickt. Halsschildecken 
lappenartig vorgezogen , doch nicht so stark wie bei holdhausi. 
Schildchen dicht grob punktiert , mit schmalem glatten Rand. 
Flügeldecken glatt, Punktierung sehr fein, äufserst spärlich, nur 
am hintern Teil der Seitenränder dichter, an den Spitzen gröber. 
Naht aufgewölbt, Punktreihen flach. 

o*. Kopf gerunzelt, mit einem zurückgebogenen, allmählich 
in eine stumpfe Spitze auslaufenden Hörn. Halsschildgrube zu 
den Halsschildecken steil abfallend , vollständig glatt mit feiner, 
zerstreuter Punktierung. Seitengrube scharf begrenzt , vertieft, 
mit gleichmäfsiger , feinkörniger Runzlung , von den Runzeln der 
Halsschildecken durch einen breiten , glatten Wulst getrennt. 
Runzelfeld der Halsschildecken scharf abgesetzt. Mittelzahn des 
Buckels etwas tiefer als die Seitenzähne , nach vorn gerichtet. 
Ausbuchtungen von Zahn zu Zahn flach, Seitenzähne stumpfeckig, 
äufsere Ecke etwas na« h vorn gebogen. 

$. Kopf flacher als bei holdhausi, nach vorn schräg abfallend, 
Scheitel in eine stumpfe , aufrecht stehende Spitze ausgezogen. 
Halsschildgrube vor dem Querwulst stärker vertieft, dadurch mehr 
hervortretend , gerundet. Runzeln der Halsschildgrube und des 
Halsschildes ziemlich gleichmäfsig, grob, namentlich in der Nähe 
der Hülsschildecken, Intervalle flach. Unterlippengerüst im labialen 
Teil sehr schmal, vorn gerade abgestutzt, Vorderrand aufgebogen. 

1. Subspezies. 
Oryctes kuntzeni-mediterr aneus subsp. nov. 
Long. 28—38 mm, lat. 14—20 mm. 
1 cf 2 $ Alhem-Dagh, v. Bodemeyer-S. (in coli. auet.). 
2 cf Biledjik, v. Bodemeyer-S. (in coli. auet.). 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 17 

5 o* 1 ? Alhem-Dagh, B. v. Bodemeyer-S. (Kgl. Museum 
Berlin). 
3 d 1 Rhodos beim Dorf Kastelo, v. Oertzen-S. 

d* Samos, Marathokampos, v. Oertzen-S. (Kgl. Museum 
Berlin). 
2 (f Konstantinopel (Kgl. Museum Berlin). 
$ Brussa, Thirk-S. (Kgl. Museum Berlin). 
cf Syrien (Ehr.) (Kgl. Museum Berlin). 
2 cf 1 ? Sofia, Bulgarien, VI. 07 (Kgl. Museum Berlin). 
4 (f 1 ? Dalmatien, Kolbe-S. (Kgl. Museum Berlin). 
1 cf 2 ? Grenzgebiet zwischen Montenegro und Dalmatien, 
Dr. 0. Thieme-S. (Kgl. Museum Berlin). 
$ Grenzgebiet zwischen Kroatien und Krain, Dr.O. Thieme 

(Kgl. Museum Berlin). 
<? Assilaes Creta or., H o 1 1 z - S. (ex. coli. G. Reineck), 
d* Dalmatien 1886 (K. K. Hofmuseum Wien). 
c? Serbien, XII. 83, S i c o r a - S. (K. K. Hofmuseum Wien), 
o* Varna, Bulgarien, 1892, P e e z - S. (K. K. Hofmuseum 
Wien). 
7 d* 2 $ Riva, As. min. 1898, Albertall-S. (K. K. Hof- 
mrjiSeum Wien). 
o*$ Syrien 1887, Plason-S. (K. K. Hofmuseum Wien). 

Das Unterlippengerüst ist im labialen Teil kürzer und breiter. 
Forceps im basalen Teil nicht so stark abfallend. 

Die von M u 1 s a n t und Jablonsky aufgestellten Varie- 
täten , wie z. B. aries Jabl. , habe ich nicht berücksichtigt , weil 
es sich bei diesen um individuelle Abweichungen innerhalb der 
Arten handelt, die für die Beziehungen der Arten zueinander ohne 
Interesse sind. 

Aus der nachstehend aufgeführten neueren Literatur möchte 
ich über die von Camer ano, Bull. Ent. Ital. X. p. 21 — 24, 
beschriebene Zwischenform zwischen grypus 111. und nasicornis L. 
bemerken , dafs dieselbe mit der von diesen beiden Arten scharf 
getrennten Art laevigatus Heer identisch ist. 

Zu der von R e i 1 1 e r , Ent. Nachr. VIII. p. 54, gegebenen Notiz 
über Vorkommen des Nashornkäfers im Februar möchte ich er- 
wähnen, dafs ich cf und $ das ganze Jahr hindurch in Kompost- 
haufen, sowie in faulem Holz in einzelnen vollständig ausgebildeten 
Exemplaren gefunden habe (22. XI. 12 = 2 o* 6 ?, 29. XL 12 = 
2 cT 3 ?, 27. I. 13. = 1 <? 1 ?). 



Deutsche EntomoL Zeitschrift 1915. Heft I. 



26398 



lg Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Literatur. 



v. Grimm, Beitrag zur Anatomie der Fühler der Insekten 

(0. nasicornis). Bull. Ac. Imp. Sei. St. Pet. XIV. p. 66. 

Taf. XIV. 
Camerano, L. , Osservazioni intorno alle specie italiane del 

genere Oryctes 111. Bull. Ent. Ital. X. (Resoconti delle 

adunanze) p. 21 — 24. 
Ragusa, E , Un 1 Anomalia di Oryctes Grypus 111. II Naturalista 

Siciliano 1. p. 280. 
Reitter, E., Nashornkäfer im Februar. Ent. Nachr. VIII. p. 54. 
Wertheimer, Oryctes nasicornis (Struktur des Darmkanals). 

C. R. Soc. Biol. (8) IV. p. 531 535. 
Gabbi, Umberto, Contribuzione allo studio dei nervi motori 

e della loro terminazione nei muscoli striati degli artropodi 

(0. nasicornis, Larva). Bull. Soc. Ent. Ital. XVIII. p. 323. 

pl. XL fig. 6. 
Grill, Claes, 0. nasicornis, Elfkarleby, Süd Upland (Schweden). 

Entom. Tidskrift (1889) X. p. 149. 
Xambeu, Moeurs et Metamorphoses de l'Oryctes grypus 111. 

Naturaliste XXIV. p. 102. 
Reitter, E. , Oryctes matthiesseni sp. n. Ent. Z. Wien 26. 

p. 205; Ent. Z Wien 27. p. 251. 
Metalnikow, Oryctes nasicornis L., Cytolysine, S.Petersburg. 

Trav. Soc. nat. 38. p. 42. 
Scabra, A. F., Description des Nymphes mal et femelle de 

l'Oryctes grypus. Ball, de la Soc. Portugaise des Sciences 

Naturelles, Tom. I. p. 163. 
Golavianko, Bau der Larven. Lesn. zürn. 39. p. 1342. 



Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel I. 







kuntseni- 


nasicornis: 


nasicornis : 


nasicornis 


mediterraneus 


Berlin-Rmbg. 


Lund, Schweden. 


Wien. 


Alhem-Dagh, 








Klein-Asien. 













nasicornis- 

chersonensis : 

Cherson, Rufsland. 



latipennis: matthiesseni : matthiesseni: 

Majkop, Kuban-Gebt, Buchara, Turkestan. Lenkoran, Kaukasus. 
Kaukasus. 






turkestanicus : kuntzeni- kuntzeni- kuntzeni- kuntseni- 

Kyzii b.Kuldscha, mediterraneus : mediterranem: mediterraneus : mediterraneus ; 

Turkestan. Syrien (Ehr.). Samos, Maratho- Sofia, Bulgarien. Dalmatien. 

kampos. 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 



Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel II. 






grypUS (Type): 

Portugal. 



grypus-continuus : 
Tunis, A'in Draham. 



grypus-siculus : 
Sizilien. 








laevigatus: 
Süd-Frankreich. 



laevigatus : 
Carcare, Piemont. 



laevigatus : 
Emilia, Bologna. 



laevigatus: 
Lombardei, Sondris. 







laevigatus : 


laevigatus : 


holdkausi : 


kuntzeni : 


Capri. 


Neapel. 


Garanszentkerezt, 
Ungarn. 


Eregli, Kl. -Asien 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 



Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel III. 






9_ nasicornis, Berlin-Rmbg. 9_ grypus (Type), Portugal. 9. laevigatus, Bozen, Tirol. 



j> turkestanicus , Cnotan, Chin. 9_ holähausi, Garatiszentkerezt, 

Turkestan. Bars, Ungarn. 






9 kuntseni, Eregli, Klein-Asien. 






areola apposita: tf nasicornis, 
Berlin-Rmbg. 



ar. app. <f gryptis (Type), 
Portugal. 



ar. app. q* holdhausi, 
Garanszentkerezt, Bars, Ungarn. 




ar. app. q* kuntseni, 
Eregli, Klein-Asien. 




Kopfhorn: q* Htrkestanicus, 
Kyzil bei Kuldscha, Turkestan. 



Minck, Beitrag zur Kenntnis der Dynastiden. 



Deutsch. Eni Zeitschr. 1915. 19 

Über einige exotische (exklus. asiatische) Syntomididen 

des Deutschen Entomologischen Museums. 
Von fiiiibrik Strand. 

Gen. Syntomis Ochs. 
Sy ntomis tomasina Butl . 
Unikum von Bitje in Kamerun X. (X = Oktober !) 

Syntomis m a r i n a Butl . 
3 Exemplare von Bitje in Kamerun IX. 

Gen. Trichaeta Swh. 
Trichaeta bivitiata Wlk. 
Unikum von Bitje in Kamerun IX. 

Gen. Chrostosoma Hb. 

Chrostosoma trimaculatum Strd. n. sp. 

1 b*: Peru, Tal des Urubamba IX — X (W. Schnuse). — Zur 
Sektion II („Hind wing with vein 3 stalked with 2") gehörig, die 
Zeichnung hat aber grofse Ähnlichkeit mit Chr. decisa Wlk. der 
I. Sektion. 

Matt schwarz gefärbt, Vorderflügel mit hyalinen Partien wie 
genannte Art (cfr. Cat. Lep. Phal. I. p. 215, Fig. 102), aber 
die distale Partie ist apicalwärts gerade oder ganz schwach konkav 
begrenzt, und zwar steht die Grenzlinie etwa senkrecht auf dem 
Vorderrand und weder am vorderen Rande noch am Saume ist 
diese hyaline Partie breit gerundet ; nach innen erreicht sie die 
Discozellulare und ist auch daselbst scharf begrenzt, während sie 
von der Flügelspitze um 3,5 mm entfernt ist. Die proximale, 
weniger deutliche hyaline Partie der Vorderflügel ist von der- 
jenigen von Chr. decisa nicht wesentlich verschieden und dasselbe 
gilt für die hyaline Partie der Hinterflügel. Blau sind : Stirn, 
eine Binde auf dem Scheitel , je ein Fleck auf den Tegulae , ein 
Fleck auf dem Metanotum sowie laterale und subdorsale Flecke 
an den Abdominalsegmenten. Das erste dorsale Abdominalsegment 
trägt einen scharf markierten, dreieckigen, karmosinroten Längs- 
fleck mit der Spitze nach vorn gerichtet. Ferner ist je ein 
karmosinroter , aber runder Fleck auf den Patagien vorhanden. 
— Flügelspannung 27, Vorderflügellänge 14, Körperlänge 10 mm. 

Gen. JPseudosphecosotna Strnd. n. g. 
Von der Gattung Sphecosoma dadurch abweichend , dafs im 
Hinterflügel eine , allerdings sehr kurze Rippe 3 vorhanden ist, 
während im Vorderflügel die Rippe 11 in der Tat aus der Rippe 8 



20 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

entspringt , also mit 10 — |— 9 — |— 8 — )— 7 gestielt ist , statt aus der 
Zelle zu entspringen. Ferner ist Abdomen so stark seitlich zu- 
sammengedrückt, dafs in Draufsicht eine basale Einschnürung nur 
unbedeutend hervortritt, ein Merkmal, das allerdings „künstlicher" 
Natur sein kann. Sonst wie Sphecosoma angustatum Möschl. — 
Type : 

Pseudosphecosoma v espoides Strd. n. sp. 

1 <? von Maranhäo in Brasilien (v. Meerkatz). 

Kopf und Thorax lebhaft gelb mit folgenden schwarzen Zeich- 
nungen : eine Querbinde auf dem Scheitel , je ein Querfleck auf 
den Tegulae , je eine mediane Längsbinde auf den Patagiae , die 
Rückenmitte scheint grösstenteils schwarz zu sein, auf dem Meta- 
notum eine T-förmige Figur. Die Rückenhälfte der Abdominal- 
segmente ist braun mit unbedeutend hellerem Hinterrand, während 
die Bauchseite wie der Vorderleib gelb ist. Auch die Beine sind 
gelb, die hinteren Tibien jedoch oben, abgesehen von der Basis, 
gebräunt und auch alle Tarsen sind oben gebräunt. Fühler rot 
mit schwarzen Halbringen und schwarzen, an der Spitze helleren 
Kammzähnen. Flügel subhyalin , nur schwach braungelblich an- 
geflogen mit braunen Rippen , Fransen , Vorder- und Hinterrand. 
— Flügelspannung 24, Vorderflügellänge 12, Körperlänge 12 mm. 

Gen. Sphecosoma Butl. 
Sphecosoma deceptrix Hamps. 

1 cf von Costa Rica. 

Von der Beschreibung in Cat. Lep. Phal. Br. Mus. I p. 158 
durch Folgendes abweichend : Die schwarze Binde zwischen den 
Antennen ist gelb begrenzt , wenigstens vorn , die Palpen sind 
eher weifslichgelb statt orangegelb, die Beine haben an Femoren 
und Tibien etwas schwärzliche Bestäubung, die jedoch in keinem 
Fall die gelbe Grundfarbe ganz verdrängt. — Vorderflügellänge 
11 mm. 

Sphecosoma Meerkatz i Strd. n. sp. 

2 d 1 von Maranhäo in Brasilien (v. Meerkatz). 

Zur cognatum-(jm\)])Q (Hamps.) gehörig, und zwar mit cognatum 
Wlk. und melissa Schaus am nächsten verwandt ; auch Sph. Mathani 
Rothsch. (cfr. Novit. Zool. 20. t. 14. 7. 9) scheint sehr ähnlich 
zu sein. — Von Sph. cognatum abweichend durch schwarze An- 
tennen , gelbe Stirn , Palpen und Beine von derselben gelben 
Färbung wie der Körper , die Beine sind nur an der Oberseite 
der Tarsen I — II dunkel , die subhyalinen Flügel sind schwach 
braungelblich angeflogen. — Flügelspannung 21, Vorderflügellänge 
10,5, Körperlänge 9 mm. 



Strand, Üb. einige exotische (exkl. asiatische) Syntoniididen d. D. E. M. 21 

Gen. Isanihrene Hb. 

I s anthr ene po r p h y ria Wlk . 
Un. : Peru, Umhuankiali, IX (W. Schnuse). 

Isanthrene basiferoiiles Strnd. n. sp. 

1 c? von Chanchamayo in Peru. 

Mit /. basifera Wlk. wenigstens nahe verwandt, aber was 
von den Antennen noch erhalten, nämlich die basalen 4 mm, ist 
schwarz, orangefarbene Streifen an den Patagiae sind nur schwach 
angedeutet, Frons und Metathorax ohne blaue Flecke, die Tarsen 
sind schwarz mit gelblichem Streifen, das erste Abdominalsegment 
mit weilslichgelber Querbinde , das zweite mit ebensolcher , die 
aber noch schmäler ist und seitwärts weiter reicht , das basale 
Bauchsegment ist weifslichgelb, sonst ist der Bauch schwarz, die 
schwarze Saumbinde beider Flügel ist noch schmäler und bildet 
keine Erweiterung am Analwinkel der Vorderflügel, wohl aber im 
Hinterflügel , der schwarze Apicalfleck der Vorderflügel ist auf 
dem Vorderrand ganz kurz zahnförmig basalwärts ausgezogen, 
der Fleck mifst von der Mitte seines Innenrandes bis zur Flügel- 
spitze 3,5 mm, an der Basis der Vorderflügel ist blofs ein blauer 
Fleck vorhanden. — Flügelspannung 42 , Vorderflügellänge 21, 
Körperlänge 16 mm. 

Gen. Phoenicoprocla Hamps. 
Phoenicoprocta trinitatis Strnd. n. sp. 

1 cf von Caparo, Trinidad. 

Mit Phoen. sanguinea Wlk. nahe verwandt, gehört aber zu der 
I. Sektion (Hamps.) der Gattung, insofern als Rippe 3 der Vorder- 
flügel deutlich vor der Ecke der Zelle entspringt. Aufserdem 
weicht das Exemplar von Butlers Abbildung der Type von Phoen. 
sanguinea (in : 111. Het. Brit. Mus. I. t. XL f. 13) durch Folgendes 
ab : Thoraxrücken mit blauer , schwarz gerandeter Medianlängs- 
binde ; in der Beschreibung Butlers heifst es, dafs „back of collar" 
und Tegulae „vermilion" sein sollen , hier sind aber die Tegulae 
blau mit schwarzem Rand , die Patagiae rot , aber in der Basal- 
hälfte mit einigen blauen Schuppen ; die Bauchseite des Abdomens 
ist hier schwarz mit blaugrünlichem Schimmer , roter Analbürste 
und rosenroter, weifslich gerandeter Basalplatte (letzteres stimmt 
mit der Beschreibung bei Butler) , die Stirn ist blau ohne weifs- 
lichen Unterrand , die Hüften sind innen weifs , an der Spitze 
aufsen rötlich, sonst schwarz. Die Palpen sind eher vorgestreckt 
als aufgerichtet und würden auch in dem Falle nicht Vertex er- 
reichen. — Flügelspannung 31, Vorderflügellänge 15, Körperlänge 
14 mm. 



22 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Phoenicoprocta vacillans Wlk. cum ab. n i g r opeltata m. 

2 cf von Caparo, Trinidad ; das eine zeichnet sich dadurch 
aus, dafs nur der Hinterrand des „ventral valve" weifs beschuppt, 
während am letzteren die Färbung sonst wie die der übrigen 
Bauchseite schwarz mit schwachem , bläulichem Schimmer ist. 
Beim anderen Exemplar ist „the ventral valve", abgesehen vom 
weifsen Hinterrand , rötlichweifs. Erstere Form nenne ich 
ab. nigropeltata m. 

Ein beschädigtes Exemplar von : Maranhäo, Brasilien (v. Meer- 
katz) , gehört wahrscheinlich derselben Art an. Ferner eins von 
Bolivien. 

[Diese Art tritt bisweilen mit den 3 oder 4 letzten Segmenten 
rot auf: ab. punicea m.] 

Gen. Pheia Wlk. 
Pheia g aud ens Wlk. 
Un. : Peru, Malankiata, IX. (W. Schnuse). 

Gen. Cosmosoma Hb. 

Cosmosoma stibostictum Butl. 
1 (f von : Bolivia, Mapiri (coli. W. Schnuse). 

Cosmosoma br asilic ola Strnd. n. sp. 

3 cf von Maranhäo in Brasilien (v. Meerkatz). — Zur Sekt. I 
Abt. A (Hamps.), mit C. Zurcheri Dr. verwandt, aber verschieden : 
Gesicht weifs , Scheitel jederseits mit kleinem , weifsem Fleck, 
Patagiae an der Basis weifs, Tegulae mit je einem ganz kleinen, 
weifslichen, undeutlichen Fleck, dagegen haben Kopf und Thorax 
keine blauen Flecke, unten ist Thorax schwarz mit kleinen weifsen 
Flecken , die Coxen I innen bezw. vorn rein weifs , Abdominal- 
rücken ohne einen schwarzen Basalfleck , das Bauchschild gold- 
gelb , die schwarzen Endsegmente mit bläulichem Schimmer , die 
schwarzen Flügelränder ein wenig schmäler als bei C. Zurcheri 
(cfr. Hampsons Monographie t. 8. f. 19) und auch der Disco- 
zellularstrich feiner. — Flügelspannung 25, Vorderflügellänge 12, 
Körperlänge 10 mm. 

Gen. Poecilosoma Hb. 

P o ecilo s oma mapir ens e Strnd. n. sp. 

1 <f von : Bolivia, Mapiri (W. Schnuse). 

Erinnert an Cosmosoma .vanthistis Hamps. (cfr. Hampsons 
Catalogue I. t. IX , f. 4) , ist aber kein Cosmosoma , ferner sind 
die Vorderflügel spitzer, ihre Saumbinde ein wenig schmäler, die 
Discozellularbinde ist an beiden Enden etwa so breit wie in der 



Strand, Üb. einige exotische (exkl. asiatische) Syntomididen d. D. E. M. 23 

Mitte, an der Basis des Innenrandes der Hinterflügel ist nur ein 
ganz kleiner rötlichgelber Wisch angedeutet, während das Innen- 
randfeld sonst schwarz ist , die orangefarbene Beschuppung des 
Thoraxrückens erstreckt sich nicht auf die Basis des Abdomens 
(aufserdem dürften der Aufsenrand der Patagiae und die Mitte des 
Thoraxrückens mehr oder weniger schwarz sein, was wegen nicht 
tadelloser Erhaltung mit Sicherheit nicht festzustellen ist) , Ab- 
domen ist schwarz mit blaugrünen Flecken , die etwa 4 Längs- 
reihen bilden dürften usw. — Unter den von Hampson behandelten 
Poeälosoma- Arten jedenfalls mit P. eone Hb. am nächsten verwandt, 
aber der Kopf ist sowohl vorn als oben so dicht mit blauen 
Flecken bedeckt , dafs die schwarze Grundfarbe fast verdrängt 
wird (ob Frons einen kleinen weifsen Fleck gehabt hat, läfst sich, 
weil daselbst abgerieben, nicht mehr mit Sicherheit entscheiden), 
Tegulae orange ohne blaue Flecke (Patagiae siehe oben !) , die 
Coxen sind innen blau, sonst dürften die Beine einfarbig schwarz 
sein , Thorax an den Seiten und unten mit blauen , aber nicht 
weifsen Flecken , Vorderflügel auf dem Innenrande ohne blauen 
Strich, ihre Apicalbinde ist mitten 3,4 mm breit und wurzelwärts 
fast geradlinig begrenzt , die Palpen würden , auch wenn dem 
Gesicht dicht anliegend , kaum höher als bis zur Basis der An- 
tennen reichen. — Flügelspannung 28 , Vorderflügellänge 14, 
Körperlänge 11 mm. 

Poecilosoma (?) mis i o num Strnd. n. sp. 

1 Ex. ($ ?) von : Misiones, Argentinien, IX. 

Leider ist die Erhaltung des Exemplares nicht tadellos ; es 
hat nur einen Hinterflügel und der andere ist so , dafs es sich 
nicht mehr mit völliger Sicherheit erkennen läfst , ob Rippe 3 
vorhanden ist oder nicht ; ferner ist keine Haftborste mehr vor- 
handen und infolgedessen die Geschlechtshingehörigkeit nicht sicher. 
Das Exemplar hat die gröfste Ähnlichkeit mit meinem Poecilosoma 
mapirense, es würde aber vielleicht kein Poecilosoma sein, denn die 
Palpen sind porrekt. Mit Poliopastea Hmps. nahe verwandt, aber 
Rippe 6 der Vorderflügel entspringt nicht von der Ecke der Zelle 
und Habitus bezw. Färbung und Zeichnung weichen ab usw. Er- 
innert auch sehr an manche Cosmosoma- Arten , unterscheidet sich 
aber von dieser Gattung u. a. in derselben Weise wie von 
Poecilosoma. Ob aber die Palpen hier nicht künstlicherweise porrekt 
geworden, ist eine Frage, die nicht so ohne weiteres beantwortet 
werden kann ; es ist aber durchaus nicht unwahrscheinlich , dafs 
sie nicht mehr die natürliche Richtung einnehmen. Sonst stimmen 
sie mit denen von Poecilosoma überein ; wenn aufgekrümmt, würde 
das Endglied kaum den Scheitel überragen. Der Stiel der Rippen 



24 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

2 und 4 der Hinterflügel ist etwa doppelt so lang wie diese 
Rippen selbst. 

Das Exemplar hat , wie gesagt , die gröfste Ähnlichkeit mit 
Poec. mapirense m., unterscheidet sich aber leicht durch Folgendes: 
Die 4 vorderen Abdominalsegmente sind unten und an den Seiten 
orangefarbig und so sind auch die Hinterbeine , abgesehen von 
der Spitze der unten gröfstenteils schwarzen Femoren und den 
in der Basalhälfte oben schwarzen Tibien , im Vorderflügel ist 
zwischen dem Vorderrande und der Rippe 12 bis über die Flügel- 
mitte hinaus eine hyaline Binde , die bei mapirense fehlt , der 
schwarze Discozellularfleck ist breiter (der Querdurchmesser des 
Fleckes ist höchstens doppelt so lang wie der Längsdurchmesser), 
die Saumbinde der Vorderflügel bildet an der Rippe 2 nur eine 
ganz kleine Erweiterung , bei mapirense dagegen einen deutlichen 
Zahn , die Gelbfärbung der Basis der Hinterflügel erstreckt sich 
etwa bis zur Mitte des Dorsalfeldes (während bei mapirense nur 
unmittelbar an der Basis ein Fleck gelber Färbung erkennbar ist), 
blaugrüne Flecke scheinen auf dem Abdomen nicht vorhanden zu 
sein (allerdings ist der Rücken stark abgerieben), die Fühler sind 
am Ende weifs und aufserhalb der Mitte schwach verdickt. — 
Flügelspannung 29, Vorderflügellänge 14,5, Körperlänge 11 mm. 

Gen. Saurita H.-Sch. 
S a u r i ta t e m enus Stoll 

2 Ex. : Maranhäo, Brasilien (v. Meerkatz). 

Saurita mecrida Druce 
Un. : Mexiko, August. 

S aurit a c a s s an d r a L. 
4 $ 7 cf von : Caparo, Trinidad. 

[Saurita nigripalpia Hamps. 
Von dieser Art kommt sec. Hampson in Costa Rica eine 
Subspecies (?) vor, deren Kopf und Thorax ohne metallisch blaue 
Flecke sind , während die Internervalräume der Flügel bräunlich 
oder weifslich braun sind. Nenne diese Form costaricae m.] 

Gen. Seena Wlk. 
Scena sty x Wlk. 
Unikum von : Cortepec, Mexiko X. 

Gen. Psoloptera Btl. 
Psoloptera thoracica Wlk. 
Un. : Peru, Pichis-Weg, Puerto Bermudas, XII. (W. Schnuse). 
Psoloptera leuc o sticta Hb. 

3 Exemplare von Caparo, Trinidad. 



Strand, Üb. einige exotische (exkl. asiatische) Syntomididen d. D. E. M. 25 

Gen. Eiichromia Hb. 

Euchr omia lethe F. 
Unikum von : Bitje, Kamerun, IX. 

Euch r omia formosa Guer . 
Unikum von : Useguha, D.-O. -Afrika. 

Euc h r omia amoena Möschl. 
2 cf von Bagamojo. 

Euchr omia irius Boisd. 

1 d* Gazelle-Halbinsel (G. Fritsch, 1905). 

Euchr omia oenone Hb. 

Es liegt vor von : Kieta, D. Salomons-Ins. (coli. v. Bennigsen) 
1 o", das ich auf diese Art beziehe, das aber in mehreren Punkten 
besser mit der Kennzeichnung von E. Mathewi Butl. übereinstimmt; 
ich bin sehr geneigt, anzunehmen, dafs diese beiden „Arten" in 
der Tat nicht spezifisch verschieden sind, kann aber aus Mangel 
an Material nichts Bestimmtes darüber behaupten. — Die Vorder- 
flügel länge beträgt 21 — 22 mm, im rechten Vorderflügel ist 
hinter der Rippe 3 ein kleiner runder Glasfleck vorhanden , im 
linken Flügel ist dieser nur noch als ein Punkt erkennbar (also 
rechts Mathewi, links [fast !] oenone !) ; die beiden hyalinen Partien 
der Hinterflügel sind an der Discozellulare unter sich um 2 mm 
entfernt und diese Entfernung wird nach hinten zu allmählich 
gröfser (wie bei oenone), von den 3 basalen hyalinen Flecken des 
Hinterflügels reicht also der vordere am weitesten saumwärts, 
während bei Mathewi mit dem mittleren das der Fall sein soll ; 
der Fleck im Felde 6 der Vorderflügel ist kaum oder sehr wenig 
kürzer als die beiden anderen entsprechenden Flecke (in 3 und 4). 
Will man beide Arten vereinigen , so mufs der Name oenone ge- 
braucht werden. 

Gen. Macrocneme Hb. 
Macrocneme cyanea Btl. 

Je 1 Ex. von : Bolivia, Mapiri (W. Schnuse) und : Peru, Tal 
des Urubamba IX. — X. (W. Schnuse). 

Gen. Calonotos Hb. 

Calonotos tiburtus Cr. 

2 $ 1 (f von Caparo, Trinidad. 

Ohne weifse Punkt flecke an der Basis der Palpen und auf 
dem Thorax. — Flügelspannung 41, Vorderflügellänge 20 mm (5). 

Ob die fehlende weifse Punktierung ein aberratives Merkmal 
ist , kann ich nicht mit Sicherheit feststellen ; wenn das nicht 
der Fall ist, so würde es sich hier wahrscheinlich um eine Lokal- 
form handeln, die eventuell den Namen trinicladensis m. bekommen 
möge. 



.),; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Gen. THnia Wlk. 
D inia aeagr u s Cr. 
2 cf von Turialba in Costa Rica, VI. 
D i n ia men a Hb. 

4 cf '■ Maranhäo, Brasilien (v. Meerkatz). — 4 $: Bolivien. 
Sarampioni bis Mapiri I. — IV. (W. Sclinuse); Peru, Pichis-Weg XU. 
(do.) ; Peru, Rosalina, am Pachitea VIII. — IX. (do). 

|Eine Form mit karmosinroten Binden an den Mediansegmenten 
des Abdomens nenne ich ab. puniceocincta m.] 

Gen. Trichura Hb. 
Trichura latifas aa is m ene Möschl . 
1 $ : Bolivia, Mapiri (coli. W. Schnuse). 

Gen. Corematura Butl. 
Cor ematura chrysogastra Perty 
7 Ex. : Maranhäo , Brasilien (v. Meerkatz) ; Peru , Tal des 
Urubamba IX. — X. (coli. W. Schnuse) ; Bolivia, Mapiri (W. Schnuse). 

Gen. Sesiura Hamps. 
Sesiur a smaragdina Wlk. 

1 cf von Britisch-Guyana VIII. 

Gen. Epanycles Butl. 

Ep any des imperialis Wlk. 

2 Ex. von : Maranhäo, Brasilien (v. Meerkatz). 

Gen. Episcepsis Butl. 
Episcepsis inornata Wlk. 
1 $ von Costa Rica. 

Gen. Ceramidia Butl. 
Ceramidia cataleuca Butl. 

3 Ex.: Maranhäo, Brasilien (v. Meerkai z). 

Gen. Antichloris Hb. 

Antich lo vis eriphia F. 

5 Ex. : Maranhäo , Brasilien (v. Meerkatz) ; Coroico , Nord- 
Yungas, Bolivia, 1000 m, XL— XII. 

Gen. Napala Wlk. 

Napata splendida H.-Sch. 

Unikum von: Bolivia, S Ernesto bis Mapiri, III. (W. Schnuse). 

Hampson hat hier, wie so häufig, Aberrationen unterschieden 

und beschrieben, aber ohne sie zu benennen. Seine „Ab. 1" : 

„Fore wing with the band across apical area extending nearly 

to termen at vein 3" dürfte mit „Entomis eucyane" Felder (Fig. 14 

nee 16 der Taf. 102) zusammenfallen und ist also als ab. eueyane 



Strand, Üb. einige exotische (exkl. asiatische) Syntomididen d. D. E. M. 27 

Feld, zu bezeichnen, seine „Ab. 2": „Hind wing with the sub- 
terminal crimson spot almost obsolete above" nenne ich ab. en- 
tomistis m. | Würde man die hier erwähnte Form eucyane Feld. 
als Subspecies auffassen, so würde Napata eucyane Feld. (= Cyano- 
pepla eucyane Feld. [t. 102. f. 16 nee 14]) einen neuen Namen 
bekommen müssen.] 

Nap a t a m a ranhao n i s Strnd. n. sp. 

1 $ von Maranhäo, Brasilien (v. Meerkatz). 

[Antennen und Beine (abgesehen von einem Vorderbein) fehlen]. 

Mit N. splendida H. -Seh. ist grofse Ähnlichkeit vorhanden, 
aber die Grofse ist geringer (Flügelspannung 30 , Vorderflügel- 
länge 15, Körperlänge 11 — 12 mm), Abdomen zeigt eine zwar 
wenig deutliche, aber doch jedenfalls in der vorderen Hälfte un- 
verkennbare hellere Medianlängsbinde , die Vorderflügel haben 
blofs eine rote Querbinde ; ihre beiden blauen Längsbinden sind 
schmäler , unter sich weiter getrennt und an der Spitze rot be- 
schuppt , was an der vorderen Längsbinde wenig deutlich ist, 
während das Rot der hinteren blauen Binde sich zu einem Längs 
fleck , der so lang wie die Binde selbst ist, ausgedehnt hat ; der 
rote Fleck der Hinterflügel ist gröfser , indem er sich von der 
Rippe 2 bis Rippe 7 und von der Discozellulare bis weniger als 
1 mm vom Saume entfernt erstreckt ; die beiden blauen Längs- 
binden der Vorderflügel sind apicalwärts weifslich angelaufen ; 
die rote Querbinde der Vorderflügel berührt die Aufsenseite der 
Discozellulare, erreicht fast die Rippe 2, ist vom Saume wie vom 
Vorderrande um etwa 1 mm entfernt, vorn etwa quergeschnitten, 
hinten gerundet, leicht wurzelwärts konvex gebogen und schliefst 
zwischen den Rippen 4 und 6 einen gelblichen Wisch ein , der 
wie die übrige Querbinde unten wie oben gleich deutlich ist. 

Gen. PatreUiira Hamps. 
Patreliura capy s Cr. 

2 Ex. von Maranhäo in Brasilien (v. Meerkatz). 

Gen. Cyanopepla Clem. 
Cyanopepla orbona Druce 
2 Ex. von Misiones in Argentinien IX. und X. 

Gen. Aclytia Hb. 
Aclytia punctata Butl. var. meg astig ma Strd. n. var. 
2 cf von Maranhäo, Brasilien (v. Meerkatz). 
Ähneln sehr A. lieber (Cr.) Hamps. , weichen aber durch 
Folgendes ab : Die Palpen an der Basis, die 2 Frontalflecke und 
die Coxen sind nicht orange , sondern schmutzig weifs , die me- 
tallischen Abdominalbinden sind grün statt blau , das ebenfalls 



2 g Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

schmutzig weifsliche Ventralfeld nimmt etwa die ganze Breite des 
Bauches ein, die Rippen der Vorderflügel sind kaum heller in der 
proximalen Hälfte (d. h. wenn sie nicht abgerieben sind), der 
gelbe Discozellularfleck ist rund und erreicht den Vorderrand 
nicht, wohl aber die Rippe 4. Flügelspannung 25 — 27, Vorder- 

flügellänge 12 — 13 mm. 

Erinnern auch sehr an Cercopimorpha tetragonia Hamps. (cfr. 
Taf. XIV, f. 21 in seinem Syntomididenkatalog), aber aufser dem 
generischen Unterschied (lobate Vorderseite der Hinterflügel, nicht 
gestielte, sondern aus einem Punkt entspringende Rippen 6 und 7 
dieser Flügel, die aus der Zelle entspringende Rippe 10) ab- 
weichend durch die mitten dunkle Stirn , fehlende rote Brust- 
färbung, nicht gezeichneten Patagiae usw. Aclytia flaviventris Möschl. 
(in Stett. entom. Zeit. 1872, p. 349) wäre mindestens als Neben- 
form von A. lieber zu unterscheiden , charakterisiert u. a. durch 
den w e i f s e n Discozellularfleck. 

Von der Hauptform von A. punctata abweichend durch den 
grofsen runden gelben Discozellularfleck sowie ein wenig geringere 
Gröfse. 

[Eine Form ohne gelben Fleck auf der Oberseite möge den 
Namen v. (ab. ?) astigma m. bekommen.] 

Gen. Lj/comorpha Harr. 
Ly comorpha pholus Drury 
2 Ex : Hophinton, Massachusetts 22. VI. 13 (C. A. Frost), 
an Solidago gesammelt. 

Gen. Eucereon Hb. 

Eu cereon leucophaeum Wlk. 
1 cf: Brasilien, Porto Alegre 8. IX. 1910. 

Gen. Ctenuclia Kby. 
Ctenucha vittigera Blanch. 
1 cf von Concepcion in Chile (P. Herbst). 
[Die in Hampsons Monographie als „Ab. 1" bezeichnete Form 
mit verbreiterten weifsen Längsstreifen auf den Flügeln nenne 
ich l ativitta m.] 

Ctenucha divis a Wlk. 
1 (f von Misiones in Argentinien. 

[Ctenucha venosa Wlk. subsp. ecuadorica Strd. n. subsp. 
Die von Hampson als „Subspec. 1" beschriebene Form: 
„Vertex of head black ; neck and base of palpi scarlet and 
yellowish" aus Ecuador möge den Namen ecuadorica m. be- 
kommen.! 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 29 

Ctenucha subsemistria Strnd. n. sp. 

1 d" von : Misiones, Argentinien XII. 

Mit Ct. semistria Wlk. verwandt, aber die Färbung der Flügel 
ist matt schwarz ohne blauen Schimmer, nur auf dem Hinterleib 
ist solcher vorhanden, Orangefärbung ist auch auf den Schultern 
und am Rande der Tegulae sowie an der Abdominalspitze vor- 
handen und bildet aufserdem einen kleinen Punkt an der Basis 
der Vorderflügel, Hinterflügel ohne weifsen Fleck, der hintere, im 
Felde 2 gelegene weifse Fleck der Vorderflügel ist ganz klein, 
abgerundet und mitten im Felde , von dessen Grenzrippen ent- 
fernt, gelegen, der Vorderrand der Vorderflügel ist nicht hell, die 
Fransen derselben sind wenigstens an der Spitze rein weifs (weiter 
hinten sind sie an diesem Exemplar schlecht erhalten , scheinen 
aber wenigstens zum Teil weifs zu sein) , Unterseite der Vorder- 
flügel ohne weifsen Strich hinter der Zelle. — Flügelspannung 32, 
Vorderflügellänge 16, Körperlänge 12 mm. 



H. Sauters Formosa-Ausbeute : Syntomididae. 

Von Enibrik Strand. 

Das hier behandelte, von S a u t e r gesammelte, im Deutschen 
Entomologischen Museum aufbewahrte Material stammt zum Teil 
aus Japan. — Aufserdem sind 2 — 3 indische , nicht von Sauter 
gesammelte Arten mitbehandelt worden ; diese stehen in [ ]. 

Gen. Ceryx Wallgr. 
\Ceryx imaon Cr. ab. mota Swh. 
Un. : Matale, Ceylon (Dr. W. Hörn 1899).] 

[Ceryx pleurosti ctoides Strnd. n. sp. 
Un. von Shembaganur in Süd-Indien (ex coli. A. Heyne). — 
Durch die Bestimmungstabelle in der Syntomididen-Monographie 
kommt man auf C. semicincta Hamps. , unsre Art weicht aber ab 
durch geringere Gröfse : Flügelspannung 21, Vorderflügellänge 11, 
Körperlänge 8 mm, der schwarze Balken im Felde 5 der Vorder- 
flügel füllt das ganze Feld aus und geht ganz allmählich in den 
Discozellularfleck über, der verhältnismäfsig kleiner als bei semicincta 
ist, sowie wurzelwärts leicht konvex gebogen und an beiden Enden 
zugespitzt , die von der Saumbinde im Felde 2 gebildete Er- 
weiterung ist gröfser als bei sem., tritt daher etwa doppelt zahn- 
förmig hervor und ist längs der Rippe 3 am weitesten nach innen 
ausgezogen, die Saumbinde der Hinterflügel bildet auf der Rippe 2 
einen kleinen Zahn und ein solcher ist auch in der Mitte der 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft I. 3 



30 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Hinterrandbinde der Vorderflügel vorhanden. Die Körperfärbung 
ist schwarz , aber folgendes orange : Halskragen (bis zur Unter- 
seite der Augen sich erstreckend), ein Querfleck an der Basis des 
Abdominalrückens , eine Querbinde auf dem fünften Segment , je 
ein Seitenfleck beiderseits der Segmente 2 — 4 , Flecke (oder eine 
gröfsere Partie ?) an den Thoraxseiten , vielleicht auch ein 
Fleck auf dem Metanotum. Stirn schwarz , aber die inneren 
Orbitae durch eine helle Linie bezeichnet. Fühler schwarz mit 
weifser Spitze. Beine schwarz, das erste Tarsenglied jedoch mit 
breitem weifsen Ring.] 

Gen. Syntomis Ochs. 
Syntomis perixanthia Hamps. cum var. (?) perixanthoides 

m. n. var. 

Es liegen von /. pr. je 2 0*0* von Kosempo IV ( IV = April) 
und XI [ob Datum richtig?] und Takau 21.— 30. XL 1902 vor. 
Erstere sind gröfser : Flügelspannung 34, Flügellänge 17 mm, 
die von Takau bezw. 25 und 13 mm , weichen aber sonst nicht 
wesentlich voneinander ab. Das eine der Exemplare von Kosempo 
ist übrigens monströs, insofern als der rechte Vorderflügel 17, 
der linke 14 mm lang ist ! Dies Exemplar vereinigt also in sich 
die grofse „Form" von Kosempo und die kleine von Takau! 

Die Behandlung dieser Art in Hampsons Monographie ist 
nicht ganz einwandfrei. Er führt die Art als Synt. perixanthia n. sp. 
auf unter Bezugnahme auf den gleichlautenden Nomen nudum von 
Leech in Entomol. 31. p. 152 (1898) und gibt gleichzeitig die 
an derselben Stelle von Leech beschriebene S. persimilis Leech als 
Synonym an ; im Text unterscheidet Hampson dann diese persimilis 
als eine Aberration von perixanthia. Wenn Hampson diese Formen 
für konspezifisch hält, so hätte er der Art den Namen persimilis 
lassen müssen und eventuell perixanthia als Aberrationsbezeichnung 
verwenden. Ich halte es aber für sehr wahrscheinlich, dafs persimilis 
in der Tat gute Art ist, und nur unter der Voraussetzung führe 
ich Hampsons Art hier als perixanthia auf. S. persimilis unter- 
scheidet sich nicht blofs (wie Hampson angibt) durch die schwarzen 
Tegulae , sondern (nach Leech) durch das Fehlen einer gelben 
Binde auf Metathorax. (Da aber Leech gleichzeitig dem Abdomen 
6 gelbe Binden, Hampson dagegen nur 5 solche zuschreibt, so ist es 
möglich, dafs es eine Binde ist, die vom einen Autor als auf Meta- 
thorax, vom anderen als auf Abdomen gelegen, betrachtet wird.) 

Die in „Seitz" als perixanthia behandelte Form weicht von der 
echten dadurch ab, dafs Abdomen 6 gelbe Binden hat (wenn man 
den Querfleck an der Basis desselben mitzählt, gibt es 7), während 
die entsprechenden Zahlen bei meinen Exemplaren ebenso wie 



Strand, H. Sauters Formosa-Ausbeute : Syntomididae. 31 

nach Hampsons Angaben 5 bezw. 6 sind. Aufserdem sind die 
Binden bei Seitz' Form schmäler und werden oben mitten „zum 
Teil von einer dunklen Dorsallinie leicht durchbrochen". Es liegen 
mir nun aus Sauters Sammlung 4 Exemplare (c?) vor : Kosempo 
VII, XI, IV und Chip-Chip II, welche dieselbe Anzahl Abdominal- 
binden wie Seitz' perivanthia haben und daher dazu gehören dürften, 
trotzdem die Binden sonst nicht von denen der echten perivanthia 
abweichen. — Diese Form, die vorläufig als Varietät von perivanthia 
gelten möge, weicht, nach meinen Exemplaren zu urteilen, aufser- 
dem dadurch von der echten perivanthia ab, dafs der Fleck unter der 
Rippe 2 der Vorderflügel vorn stärker zugespitzt als bei perix. ist, 
ein Merkmal, das aber wahrscheinlich nicht beständig ist. — Die 
Flügelspannung beträgt 31 bei 16 mm Vorderflügellänge. 

Syntomis Muirheadi Feld. v. alikangiensis Strd. n. var. 
Von Alikang IX liegen 2 ö* d* vor, die zu dieser Art zu stellen 
sein dürften , wenigstens stimmen sie ziemlich gut mit der in 
Seitz' Werk unter diesem Namen abgebildeten Form. Es ist jedoch 
bei beiden Exemplaren der Fleck in der Zelle wurzelwärts ab- 
gestumpft und eine Einschnürung der gelben Abdominalbinden ist 
bei dem einen Exemplar überhaupt nicht erkennbar , bei dem 
anderen nur angedeutet. Die Mitte des Thoraxrückens mit einem 
gelben Fleck statt 2 Längsbinden. Über der Rippe 5 ist kein 
Glasfleck. Ob die von Hampson als S. Muirheadi abgebildete 
Form dieselbe Art ist, scheint mir etwas fraglich zu sein. Von 
sowohl Seitz' als meiner Form weicht S. Muirheadi H m p s. ab 
durch die ausgeprägten gelben Binden unter dem Costalrande und 
nahe dem Dorsalrande der Vorderflügel , von denen bei meiner 
Form nur die dorsale Binde, und zwar ganz schmal und an beiden 
Enden abgekürzt vorhanden ist , während unter dem Costalrande 
zwar eine subhyaline, aber nicht eine gelbe Binde erkennbar ist. 
Gelbe Einfassung der hyalinen Flecke ist, wenigstens im Vorder- 
flügel, kaum vorhanden. Alle Flecke der Vorderflügel erscheinen, 
wie bei Seitz' Form, wenigstens durch die schwarzen Rippen unter 
sich getrennt ; gelbe Rippen sind im Vorderflügel überhaupt nicht 
vorhanden und keine Flecke reichen bis zur Basis , während die 
Flecke der Felder 2 und 3 ebenfalls unter sich deutlich getrennt 
sind. Auch die Gröfse ist geringer als Hampson angibt : Flügel- 
spannung 35, Flügellänge 18 mm. — Unsere Form dürfte somit 
wenigstens als Varietät von derjenigen Hampsons abzutrennen sein 
(v. alikangiensis m.). 

Syntomis Fortun ei De l'Orza 
6 Ex. : Yokohama, Japan V — VI. 



32 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Syntomis germana Feld. 

22 Ex. : Sokutsu 7. VI, Chip-Chip II, Kanshirei V, Yamo no 
Taiko X, Kankau (Koshun) IV, VI, V, „Shis A 5 6" V— VI, 
Alikang X, Tainan IL 

Von der so nahe verwandten S. polymita Sparrm. sind alle 
Exemplare leicht zu unterscheiden durch das Fehlen gelber Längs- 
"binden an beiden Rändern der Vorderflügel , gelben Halskragens 
und gelber Patagiae. Es kommen jedoch Exemplare vor , die 
einen mehr oder weniger deutlichen gelben Scheitelfleck besitzen, 
auffallender ist aber die Variabilität des hellen Feldes der Hinter- 
flügel, indem dies teils, wie in Seitz abgebildet, am Ende breit 
quergeschnitten ist und die Flügelmitte nicht oder kaum überragt, 
teils sich weiter apicalwärts erstreckt , dadurch , dafs auch im 
Felde 3 ein Fleck vorhanden ist ; das Feld hat, wenn es verlängert 
ist, von hinten her einen mehr oder weniger tiefen Einschnitt an 
der Rippe 2. Blofs die 3 vorhandenen Exemplare von Yamo no 
Taiko entsprechen in der Form dieses Feldes der Abbildung in Seitz, 
jedoch ist der Einschnitt auch hier angedeutet. Letzterer ist bei 
den 3 Exemplaren von „Shis A 5 6" tief, ebenso bei der Hälfte 
der Stücke von Kankau (Koshun) , bei der anderen Hälfte dieser 
sowie bei den Exemplaren der übrigen Lokalitäten ist er seicht. 
Die Flecke der subapicalen Fleckenreihe sind in Länge ziemlich 
verschieden und ein Fleck im Felde 7 ist manchmal nicht vor- 
handen oder nur angedeutet. — Auf Grund dieser Unterschiede 
Nebenformen zu benennen, scheint mir nicht zweckmäfsig zu sein, 
weil die Übergänge zu allmählich sind. 

Syntomis E dw ardsi Butl. 
Exemplare von Chip-Chip IL 1909 und Kosempo X— XL 1911 
und 1909 sowie 2 , die nur mit „Formosa" lokalisiert sind und 
eins von Alikang 7. X. — Bei einem Exemplar von Chip-Chip 
ist die zweite Abdominalbinde nur noch angedeutet, bei zwei von 
Kosempo finden sich hinter dieser Binde noch 2 — 3 weitere, ganz 
schmale gelbe Dorsalbinden. Letztere Form nenne ich ab. kosem- 
ponicola m. ; sie bildet einen Übergang zu Syntomis Formosae. — Die 
Vorderflügelspitze ist bei allen Exemplaren hell gelblich. 

Syntomis Fo rmosae Butl. (?) var. / r ontis Strd. n. var. (?) 
Von Kosempo 7. X — XI liegen drei Exemplare vor, die sich 
durch gelbe Stirn auszeichnen, bei einem allerdings ist das Gelb 
ziemlich undeutlich. Ein Exemplar hat 7 ganz deutliche gelbe 
Abdominalbinden, bei den beiden anderen sind Nr. 2 und 3 (von 
vorn) oben nur noch erkennbar. Der Unterschied zwischen dieser 
Form und meiner ab. kosemponicola , die ich zu Edwardsi gestellt 
habe , ist somit gering , und ich halte es nicht für ganz aus- 



Strand, H. Sauters Formosa-Ausbeute : Syntomididae. 33 

geschlossen, dafs vielleicht alle drei Formen einer Art sind. Vor- 
läufig mögen sie jedoch getrennt bleiben, bis mehr Material vorliegt. 

Syntomis tetrazonata Hamps. var. tainanensis Strd. n. var. 

Von Tainan II ein Exemplar, das ich für Syntomis tetrazonata 
Hamps. halten möchte, es weicht aber von der Originalabbildung 
(in : Cat. Lep. Phal. Br. Mus. I. t. IV. f. 4.) durch Folgendes ab : 
Die Flügel schwarz statt braunschwarz, im Vorderflügel ist in den 
Feldern 2 und 5 je ein ganz kleiner, runder, hyaliner Fleck vor- 
handen , der Fleck im Felde 6 ist wurzelwärts quergeschnitten 
und reicht nicht weiter wurzelwärts als der Fleck in 4, alle 
Flecke, insbesondere derjenige hinter der Rippe 2 sind ein wenig 
gröfser als an genannter Figur dargestellt , die 4 gelben Binden 
des Abdomen sind unter sich durch schwarze Binden, die so breit 
oder noch breiter als die gelben sind, getrennt. An den Hinter- 
tarsen ist nichts Weifses. — Flügelspannung 23, Vorderflügellänge 
12 mm. Spitze der Vorderflügel weifs. — Jedenfalls nahe ver- 
wandt mit den vorhergehenden Arten (Edwardsi und Formosae). 
[Syntomis cyssea Stoll 

Un. : Shembaganur, Süd-Indien (ex. coli. Heyne)]. 
Sy ntomis Wilemani Rothsch. 

Zu dieser Art möchte ich ein $ von Punkiko in Japan VIII. 1911 
(Sauter) stellen, jedenfalls pafst die Beschreibung in „Seitz" ziem- 
lich gut darauf. Die Flügellänge beträgt 25 , die Expansion 
47 mm. Stirn nicht rein weifs , sondern rahmweifslich , jedoch 
ein klein wenig heller als Thorax und Abdomen. Die bräunlich- 
schwarzen Beine sind an der Innenseite der Femoren, Tibien und 
Metatarsen weifslich beschuppt. Die rahmweifslichen Submarginal- 
flecke nehmen fast die ganze Breite des betreffenden Feldes ein, 
so dafs die Rippen daselbst nur unbedeutend breiter schwarz be- 
schuppt als wurzelwärts von diesen Flecken erscheinen ; von 
letzteren ist derjenige an der Spitze der Vorderflügel der längste 
(= 4,5 mm lang), derjenige im Felde 3 der kürzeste (= 1 mm 
lang). Beide Flügel haben eine rahmweifsliche Hinterrandbinde, 
und zwar ist diese im Vorderflügel breiter als im Hinterflügel. 
Die Basis der Patagiae schwarz, auf Meso- und Metathorax je ein 
grünlichschwarzer Fleck und so ist auch die Färbung der schmalen 
dunklen Querbinden des Abdomen sowie der äufsersten Spitze 
des Abdomen. Die Rippen 4 und 5 der Vorderflügel und 3 und 5 
der Hinterflügel sind an der Basis unter sich getrennt, und 
zwar insbesondere im Hinterflügel ziemlich weit getrennt, wodurch 
sogar die Gattungszugehörigkeit in Frage gestellt werden könnte. — 
Sollte diese Art nicht mit S. Wilemani identisch sein, so möge sie 
den Namen vunkikoms m. bekommen. 



34 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Syntomis karapinensis Strnd. n. sp. 

Ein cf von Karapin in Japan VIII. 1911. 

Zur Gruppe C V in Hampsons Monographie. — Ähnelt 
S. newara, aber die Flügel sind hyalin mit nur ganz schwachem 
gelblichen Schimmer, Rippen, Discozellularfleck und Ränder sind 
tiefschwarz mit ganz schwachem grünlichen Schimmer, die schwarze 
Vorderrandbinde der Vorderflügel etwa wie bei compta (also von 
newara recht verschieden), die Saumbinde ist zwischen den Rippen 
3 — 5 linienschmal, zwischen 2 und 3 nur ganz wenig, also nicht 
fleckförmig verbreitet und setzt sich bei derselben Breite bis zum 
Innenwinkel fort, der Discozellularfleck ist leicht saumwärts konvex 
gebogen (bei newara umgekehrt) , an der Basis ein gelber Fleck, 
in der schwarzen Dorsalbinde Andeutung zweier gelber Längs- 
striche. Hinterflügel mit schwarzer Saumbinde , die so breit ist 
wie die der Vorderflügel an der Rippe 5 (= 1 / 2 mm) , an der 
Rippe 2 aber einen ganz kleinen Zahn bildet, Basal- und Dorsal- 
feld gelb bestäubt. Der Körper wie die dunklen Partien der 
Flügel gefärbt ; blafsgelb sind : Gesicht, je ein kleiner Fleck an 
den Tegulae und ein gröfserer an den Patagiae, ein grofser läng- 
licher Fleck auf der Thoraxmitte und ein Querfleck auf dem 
Metathorax, die ganzen Seiten des Thorax, ein grofser Querfleck 
an der Basis des Abdominalrückens, dann folgen 6 schmale, auch 
den Bauch umfassende gelbe Querbinden. Fühler einfarbig schwarz, 
jedoch bin ich nicht sicher, ob die äufserste Spitze nicht ab- 
gebrochen ist. 

Vorderflügellänge 16,5 mm, Körperlänge 14 mm. Die Vorder- 
flügel schmäler und mehr langgestreckt als bei newara, der Saum 
gerade oder fast konkav , die Spitze der kleinen Hinterflügel ein 
wenig spitzer. Die Rippen 3 und 5 der Hinterflügel sind ganz 
kurz gestielt, 4 und 5 der Vorderflügel unter sich schmal getrennt. 

Gen. Eressa Wlk. 
Eressa confinis Wlk. 
4 Ex. von Alikang X— XI. 1909. 

Eressa guttut ata Strnd. n. sp. 
9 Ex. von Kankau (Koshun) IV. 1912 (Type!), 2 von Sokutsu 
(Banshoryo-Distrikt) 7. VI. 1912. 

Mit E. subaurata Wlk. nahe verwandt, aber die Vorderflügel 
ein wenig breiter (aber nicht so breit wie bei E. confinis) , der 
Fleck hinter der Zelle der Vorderflügel ist kürzer, überragt wurzel- 
wärts nur wenig die Basis der Rippe 2, ist daselbst breit quer- 
geschnitten und erreicht saumwärts nicht die Mitte der Rippe 2, 
der Fleck im Felde 2 ist ebenso lang und saumwärts zugespitzt, 
der Fleck in der Zelle ist kleiner , abgerundet oder quadratisch, 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 35 

die Flecke in den Feldern 3 — 6 bilden eine fast gerade, von den 
anderen Flecken meistens breit getrennte Reihe, worin der Fleck 
im Felde 5 immer kleiner ist und ausnahmsweise fehlen kann. 
Im Hinterflügel sind nur 2 Flecke, nämlich in 2 und 3. — Antennen 
ziemlich lang bipectinat. Hinterflügel normal und ebenso Stirn. 
Flügelspannung 17 — 18, Vorderflügellänge 9 — 10 mm. 

Die Haftborste ist schwer zu erkennen , bei einigen jedoch 
unverkennbar geteilt, und ich glaube, dafs alles $ $ sind. 

2 Ex. von Kankau zeichnen sich dadurch aus , dafs im 
Hinterflügel ein ganz kleiner dritter Fleck , und zwar hinter der 
Zelle, vorhanden ist (ab. trifenestrata Strd. n. ab.). 

Gen. Euchromia Hb. 

Euchromia orientalis Butl. 

Keins der 7 vorliegenden Exemplare gehört der ab. formosana 
Btl. an, die wahrscheinlich auf Formosa wie anderswo als echte 
Aberration auftritt. — Sie stammen von Tainan, Kankau (Koshun) 
und „Formosa". 

Ob man mit Hampson diese Form als Subspecies von E. poly- 
mena L. oder als gute Art auffassen will, ist fast eine Geschmacksache. 

Die von Hampson als „Ab. 2" bezeichnete Form von Nieder- 
Burma (Cat. Lep. Phalaenae Brit. Mus. I. p. 298), die folgender- 
weise charakterisiert wird: „Tegulae and bands of Abdomen 
orange , the bands on 4 th segment interrupted by black lobes 
from the 3d, uneven on the two sides (d*) a nenne ich ab. 
burmana m. 



Propylaea 14-pundata L. a. Merkeri nov. (Col.) 
Von H. Wendeler, Berlin. 

Das Tier ist, bis auf geringe Reste der Gelbfärbung, schwarz. 
Clypeus- Vorderrand gelb. Bei dem Halsschild sind die Vorderecken, 
in den Randkanten , schmal gelb gesäumt. Desgleichen die 
Schulterrundung und das letzte Drittel der Seitenrandkante der 
Flügeldecken. Die Epipleuren der Flügeldecken weisen Gelb- 
färbung auf, die nach der Flügeldecken-Randkante zu verdunkelt 
wird. Beine vollkommen schwarz. 

Das beschriebene Tier, o*, wurde in copula mit $ der Stamm- 
form, in einem Garten in nächster Nähe der Jungfernheide (Berlin- 
Siemensstadt) erbeutet. 

Ich widme diese anscheinend seltene Aberration meinem lieben 
Freunde Kurt Merker , von dem ich diesen interessanten Käfer 
erhielt. 



36 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Der Zahn am Flügeldeckenabsturz von Pityogenes 

bidentatus Hbst. 

Von Ernst Dobers, Berlin. 

Mit 2 Tafeln. 

Obwohl die Tatsache, dafs die Zähne des Flügeldeckenabsturzes 
mancher männlichen Borkenkäfer von variabler Gestalt sind, den 
Spezialforschern wohl schon seit langem bekannt sein dürfte, habe 
ich nirgends in der Literatur diesbezügliche nähere Beobachtungen 
gefunden. (Tredl R. & Kleine R. Übersicht über die Gesamtliteratur 
der Borkenkäfer vom Jahre 1798 — 1910. Ent. Bl. 1911. Beilage.) 
Es sei mir deshalb gestattet, im folgenden einige Beobachtungen über 
die Flügeldeckenskulptur von Pityogenes bidentatus Hbst. mitzuteilen. 

Im Herbst 1913 fand ich unter aus Weymoutskiefer Pinus 
strobus L. erbeuteten Pityogenes bidentatus Hbst. eine ganze Reihe 
von cf , bei welchen der grofse Zahn des Flügeldeckenabsturzes 
deutlich gegabelt war , oder doch eine Tendenz zur Gabelung 
erkennen liefs. Diese Erscheinung wurde weiter verfolgt. Es 
stellte sich heraus, dafs dieselbe Gabelbildung auch bei bidentatus tf , 
welche in Pinus silvestris L. brüteten, zu finden war, ferner, dafs 
es sich nicht um eine Lokalrasse handeln kann , — alle unter- 
suchten Käfer entstammen der Umgebung von Eberswalde , einen 
Teil erhielt ich durch die Freundlichkeit von Herrn Professor 
Dr. Eckstein aus der zoolog. Sammlung der Forstakademie , — 
da jene Gabelbildung dazu zu selten auftrat. Höchstens x / 3 bis 1 / 2 
aller cf-Flügeldecken besafsen am Rande des Absturzes einen ge- 
gabelten Zahn. Die Zeichnung . einer gröfseren Anzahl von Flügel- 
decken ergab nun, dafs sich 3 Typen hinsichtlich der Gestalt des 
Zahnes bei Pityogenes bidentatus Hbst. unterscheiden lassen , die 
natürlich durch Übergänge miteinander verbunden sind. Diese 
Typen seien im folgenden kurz charakterisiert : 

1. Die Oberseite (Aufsenseite) des Zahnes ist stark konvex. 
Die Spitze des Zahnes verjüngt sich rasch und ist daher kurz. 
Sie ist dem Flügeldeckenabsturz fast senkrecht zugekehrt. Die 
Zähne ragen hoch über die Flügeldecken empor und ähneln sehr 
einem Haken. Gabelbildung war bei diesem Typ der Zähne nur 
selten zu beobachten. (Vgl. Fig. 1 — 5.) 

2. Die Oberseite (Aufsenseite) des Zahnes ist weniger konvex. 
Die Spitze des Zahnes weist schräg auf den Flügeldeckenabsturz, 
zuweilen unter sehr flachem Winkel. Gabelbildung tritt nicht 
selten auf. (Vgl. Fig. 6 — 17.) 

3. Die Oberseite (Aufsenseite) des Zahnes ist höchstens leicht 
konvex, oft geradlinig. Zahnspitze fast geradlinig die Fortsetzung 
des Innen- (unteren) Randes des Zahnes bildend. Zähne kurz 
und dick, fast immer schwach gegabelt. (Vgl. Fig. 18 — 24.) 



Dobers, Der Zahn am Flügeldeckenabsturz von Pityogenes bidentatus. 37 




Fig. 1. 




Fig. 2. 




Fig. 3. 




Fig. 4. 




Fi g. 5. 




Fi«?. 6. 




Fig. 7. 




Fig. 8. 




Fig. 9. 



Fig. 10. 



s 




Fig. 11. 




Fig. 12. 




Fig. 13. 




Fig. 14. 




Fig. 15. 




Fig. 16. 




Fi*. 17. 




Fisr. 18. 




Fig. 19. 




Fig. 20. 




Fig. 21. 




Fig. 22. 




Fig. 23. 




Fig. 24. 



38 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 





Fig. 25. 



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Fig. 26. 




Fig. 27. 




Fig. 29. 




Fig. 30. 



Fig. 31. 



Fig. 32. 



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Fig. 33. 



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Fig. 34. 




Fig. 35. 



Dobers, Der Zahn am Flügeldeckenabsturz von Pityogenes bidentatas. 39 

Der 1. und 3. Typ stellen, wie sich aus den beigefügten 
Figuren ohne weiteres ergibt, die beiden Extreme der Ausbildungs- 
formen des Zahnes dar. Auf der einen Seite (Typus 1) sind die 
Zähne schlank , hoch , kräftig gebogen , auf der anderen , beim 
Typus 3, von kurzer, gedrungener, abgestutzter, mehr oder weniger 
plumper Gestalt. Die Flügeldecken, welche auf Grund der Aus- 
bildung ihrer Zähne zum 1. Typus zu rechnen waren , wiesen 
meist eine beträchtlichere Gröfse auf, als diejenigen des 3. Typus. 
Naturgemäfs waren diese Gröfsenunterschiede bei der Kleinheit 
von Pityogenes bidentatus Hbst. (1,5 — 2,5 mm) nicht ins Auge fallend 
und erst vermittels Mikrometermessungen nachweisbar. Abgesehen 
von dieser einen Ausnahme jedoch liefs sich kein Zusammenhang 
zwischen Ausbildung des Zahnes und Gröfse der Flügeldecken 
feststellen, vielmehr wurden nicht selten Elytren beobachtet, welche 
verschieden lang waren und dabei fast gleichgestaltete Zähne am 
Absturz aufwiesen. 

Bidentatus (f mit extrem geformten Zähnen am Absturz waren 
relativ selten. Beispielsweise erbeutete ich aus einer etwa 
10jährigen abgestorbenen Kiefer 

nur 6 d" , welche auf Grund der Gestalt des Zahnes zum 

1. Typ zu rechnen waren, 

desgl. nur 6 o*, welche auf Grund der Gestalt des Zahnes zum 

3. Typ zu rechnen waren, 
dagegen 44 cf, welche auf Grund der Gestalt des Zahnes zum 

2. Typ zu rechnen waren. 

Bei allen anderen Funden war das Verhältnis ziemlich das 
gleiche. Käfer, die zum 1. Typ gehörten, fanden sich am seltensten, 
solche des 2. Typs regelmäfsig weitaus am häufigsten. 

Die merkwürdige Gabelung des grofsen Zahnes der Elytren 
wurde bei den einzelnen Typen verschieden oft beobachtet. Beim 
1. Typ trat sie, wie bereits bemerkt, nur selten auf. Unter 18 
derartigen Elytren fanden sich einmal nur 2 , welche einen ge- 
gabelten Zahn aufwiesen. Auch hinsichtlich dieser Gabelbildung 
stellt der 1. Typ das Gegenstück zum 3. dar. Hier nämlich ist 
die Gabelung der Zähne weit häufiger, als dort. Unter 11 Flügel- 
decken des 3. Typs wurden einmal nicht weniger als 8 mit ge- 
gabeltem Zahn festgestellt , ein anderes Mal waren 7 unter 10, 
bezw. 2 unter 5, gegabelt. Der 2. Typ hält auch hier die Mitte. 
Von 88 bezw. 121 und 41 Zähnen waren 34 bezw. 51 und 17 gegabelt. 

Bei der Gabelung sind wieder 2 Arten der Ausbildung zu 
unterscheiden. Entweder sind beide Zinken der Gabel ungefähr 
von gleicher Gröfse. Dieser Fall tritt nur selten ein (vgl. Fig. 14, 17), 
ich habe ihn überhaupt nur beim 2. Typ beobachtet. Von 34 
bezw. 51 und 17 gegabelten Zähnen wiesen nur 8 bezw. 4 und 1 



4Q Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

derartige Gestalt auf. Bei allen anderen war die durch die 
Gabelung entstehende zweite Zinke viel kleiner , als die Haupt- 
zinke (vgl. Fig. 5, 12, 13, 21). Diese Art der Gabelung war 
ferner die bei Typ 1 und 3 ausschliefslich beobachtete. 

Die Vergleichung der beiden Zähne ein und desselben Tieres 
hat das bemerkenswerte Resultat ergeben, dafs die Elytren eines 
Käfers durchaus nicht immer gleichgebildete Zähne tragen , wie 
man zunächst vermuten möchte. Vielmehr wurde festgestellt, 
dafs etwa bei x / 5 aller daraufhin untersuchten bidentatus tf der 
Zahn der linken Elytre anders gestaltet war , als derjenige der 
rechten, dafs also in dieser Beziehung Asymmetrie vorliegt *). Und 
zwar handelte es sich dabei nicht nur um geringfügige Ab- 
weichungen — solche finden sich häufig — , vielmehr können die 
beiden Zähne grundverschieden sein, wie es die Fig. 25 — 33 ver- 
deutlichen. Die Verschiedenheit besteht meist darin, dafs der eine 
der beiden Zähne ausgesprochen gegabelt ist, der andere dagegen 
nicht. Bald ist es der Zahn der rechten , bald derjenige der 
linken Elytre, welcher die Gabelbildung aufweist. Eine besondere 
Häufigkeit der Gabelung auf einer der beiden Flügeldecken war 
nicht nachweisbar. 

Zum Schlufs sei noch auf einige Eigentümlichkeiten der 
Elytren von Pityogenes bidentatus Hbst. hingewiesen. 

Die Elytren sind ziemlich stark behaart. Die Anordnung 
der Haare ist eine recht regelmäfsige. Sie stehen in Längsreihen, 
und zwar wechselt immer eine Reihe stärkerer , längerer Haare 
(Fig. 34a) mit einer solchen kürzerer Haare ab (Fig. 34b). 
Diese kürzeren Haare stehen innerhalb der Reihen dichter, als die 
längeren. Im ganzen habe ich auf jeder Elytre 9 Längsreihen 
langer Haare gezählt , dazwischen 8 Reihen der kurzen Haare. 
Neben diesen zweierlei Haarsorten tragen die Elytren noch kleine, 
schwerer sichtbare Härchen. So steht immer zwischen je 2 der 
ganz grofsen Haare noch ein kleines Härchen (Fig. 34 c). Aufser- 
dem sind über die Flügeldecke noch zahlreiche kleinste Härchen un- 
regelmäfsig verstreut (Fig. 34 d). Auch die Zähne der Elytren tragen 
Haare, und zwar mit grofser Regelmäfsigkeit 3 Stück, in derselben 
Anordnung, wie es Fig. 35 zeigt. Daneben können noch kleinere 
Härchen in wechselnder Zahl und Anordnung auf den Zähnen stehen. 

Die Haare selbst sind zweizeilig gefiedert. Die Fiederung 
erstreckt sich aber nicht bis an die Basis der Haare, hört viel- 
mehr ein Stückchen oberhalb derselben auf. 



l ) In diesem Zusammenhang sei auf die Arbeit von W. Hafs, Die 
Asymmetrie der Flügelrudimente von Carabus auratus L. (Zool. Anz. 44, 
p. 292, 1914) hingewiesen. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 41 

Trichopteren des Ostens, besonders von Ceylon und 

Neu-Guinea. 

Von Dr. Georg Ulmer, Hamburg. 

Mit 47 Figuren. 

Das Material für die folgende Beschreibung einiger neuer 
oder wenig bekannter Arten stammt hauptsächlich aus dem Königl. 
Zoologischen Museum zu Berlin und aus dem Zoologischen Museum 
der Universität zu Cambridge (England) ; das erstere enthält viele 
Stücke aus Neu-Guinea, das letztere aus Ceylon 1 ). Kleinere 
Sammlungen erhielt ich noch aus dem Deutschen Entomologischen 
Museum zu Berlin-Dahlem und aus dem K. K. Naturhistorischen 
Hofmuseum zu Wien. Für freundliche Übermittlung der schönen 
Sammlungen sage ich den Herren Prof. Dr. R. Heymons , Hugh 
Scott , Sigm. Schenkung und Dr. H. Zerny herzlichen Dank. — 
Als Anhang folgt ein Verzeichnis der Trichopteren von Neu-Guinea 
und von Ceylon. 

1. Bhyacophila tecta Morton. 

Im Berliner Museum ist 1 d 1 aus Formosa (Taihorin, V. 1910, 
H. Sauter leg.) vorhanden, das der Beschreibung 
obiger Art (in Trans. Ent. Soc. London 1900 
p. 4 t. 1. Fig. 8, 9) gut entspricht; nur ist 
das X. Tergit schmaler in Dorsalansicht und das 
zweite Glied der Genitalfüfse (Fig. 1) ist lateral &* 

am Distalrand weniger tief ausgeschnitten. 

2. Apsilochorema in die um Ulm. 

Im ganzen viel heller als die Type ; Körper hell gelbbraun, 
Fühler, Taster und Beine dunkelgelb bis hell gelbbraun ; Behaarung 
auf Kopf und Brust gelb. Flügel wie dort , aber anscheinend 
abgerieben; Nervatur wie in meiner Figur von 1905, nur die 
Gabel 3 in beiden Flügeln kürzer und der Radius und die erste 
Apicalader im Hinterflügel länger. Genitalanhänge des <f (Fig. 2, 3) 
ähnlich wie in der Type ; das X. Tergit verhältnismäfsig etwas 
kürzer ; daneben 2 lange, bis 2 / 3 ihrer Länge behaarte App. praean. 
(Fig. 3), darunter (in der Figur nicht sichtbar) die grofsen Genital- 
füfse , die man nebst den App. praean. in Fig. 2 sieht ; dritt- 
letztes Sternit mit grofsem, stumpfem Zapfen. 

Körperlänge: ca. 4 mm; Länge des Vorderflügels: 6 mm; 
Flügelspannung also etwa 13 mm. 

Material: 1 cf, Deutsch-Neu-Guinea , Abhang der Hunstein- 




J ) Die mehrfach genannte Lokalität Peradeniya ist ca. 1600 Fufs 
hoch, Pattipola 6500—7500 Fufs. 



42 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



spitze, 14. — 16. März 1913, Kaiserin-Augusta-Flufs-Expedition, 
im Berliner Museum. 

NB. Vielleicht eine neue Art. 

3. Padaniella ceylanica n. sp. 

Diese Art gleicht in der Färbung sehr der P. semarangensis 
Ulm. von Java ; die Fühler zeigen die gelbe Färbung noch mehr 
vorherrschend als die schwärzlichgraue, welche auf Ringel an den 
Artikulationen reduziert ist ; die Taster sind schwärzlichgrau und 
an den Gelenken schmal gelb. Die Nervatur der Flügel ist etwas 




Fig. 2. 





Figr. 5. 



anders (Fig. 4) : Im Vorderflügel ist die Subcosta und der Radius 
ähnlich vereinigt wie bei Melanotrichia ; die Discoidalzelle ist wahr- 
scheinlich offen ; eine kurze geschlossene Thyridiumzelle ist vor- 
handen ; Gabel 5 fehlt, nur Gabel 2, 3, 4 vorhanden. Im Hinter- 
flügel ist Gabel 2 sehr schmal und lang , der ungeteilte obere 
Ast des Sektors ist kurz und stark gebogen. — Die Genitalanhänge 
des cf (Fig. 5) ragen nicht sehr weit vor ; ein so stark vor- 
gezogenes IX. Tergit wie bei der Java-Art ist nicht vorhanden ; 
die App. praean. sind vielleicht etwas breiter ; die Genitalfüfse 
lateral stäbchenförmig, von unten gesehen medianwärts gekrümmt 
und allmählich verschmälert ; der Penis hat an seinem Ende einen 






Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 43 



dorsal gerichteten, rechtwinklig inserierten spitzen Fortsatz ; unter 
den Genitalfüfsen schauen die Spitzen zweier Chitingräten hervor. 

Körperlänge : 2 mm ; Länge des Vorderflügels etwa 2 3 / 4 mm ; 
Flügelspannung also etwa 6 mm. 

Material: 4 cf, 2 $, Ceylon, Peradeniya, Febr. 1911, J. C. 
F. Fryer leg. im Museum Cambridge. 

NB. Zur Charakteristik der Gattung ist zu bemerken , dafs 
die Spornzahl 2, 4, 4 ist und dafs Ozellen nicht vorhanden sind; 
auf beides machte mich Herr Andr. Martynow 1913 aufmerksam. 

4. Chimarrhaformosana n. sp. 

Gehört zu den dunklen Arten der Gattung und sieht aus 
wie eine kleine Chimarrha concolor Ulm. 

Der ganze Körper mattschwarz , Behaarung auf Kopf und 
Brust schwarz ; Fühler und Taster mattschwarz ; zweites Glied 
des Maxillartasters mit langem Haar- 
büschel , lang ; drittes Glied noch 
etwas länger, viertes Glied nur halb so 
lang wie zweites , fünftes Glied länger 
als viertes , aber deutlich kürzer als 
zweites. Beine dunkel grauschwarz, 
Aufsenkralle des Vorderbeines (d*) ver- 

Fig. 7. 






Fig. 



gröfsert. Flügelmembran schwärzlichgrau , irisierend, Behaarung, 
Adern und Randwimpern schwarz. Im Vorderflügel (Fig. 6) ist 
der Sektor sehr stark gekrümmt , eine nackte Zelle bildend ; 
Discoidalzelle breit , Gabel 1 gestielt ; Medianzelle weit basal 
liegend; auch im Hinterflügel ist Gabel 1 gestielt. Die Genital- 
anhänge des <? (Fig. 7, 8) sind schwarz ; das X. Tergit ist kahn- 

j| förmig (Fig. 8), trägt in der Mitte des Rückens ein Paar drei- 
eckiger Zähne und endigt schmal , vor dem Ende wieder einen 

• Zahn tragend (lateral); in Dorsalansicht (Fig. 7) ist dies Tergit 



44 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

in 2 stäbchenförmige Abschnitte gespalten, die stark divergieren ; 
auf dem Rücken sieht man nebeneinander die 2 Zähne, die basal- 
wärts in je einen schwachen Kiel überzugehen scheinen ; das Ende 
der Stäbchen ist hakenförmig nach aufsen und oben gekrümmt ; 
unter dem Tergit erscheint das abgerundete Ende des Penis (Fig. 7); 
die Genitalfüfse sind schlank , dorsal stark nach innen gebogen, 
spitz endigend , lateral (Fig. 8) S - förmig gekrümmt , allmählich 
verschmälert. 

Körperlänge : ca. 3 mm ; Länge des Vorderflügels : 5 mm ; 
Flügelspannung also etwa 11 — ll 1 / 2 nun. 

Material: 1 cf, Formosa, Taihorin, Mai 1910, H. Sauter leg., 
im Berliner Museum; 1 o* , Taihorinsho , Formosa, Okt. 1909, 
H. Sauter leg., in meiner Sammlung. 

5. Poly centropus australis n. sp. 

Eine einförmig dunkle Art. 

Kopf schwarz , schwarz behaart , vorn gelbbraun ; hintere 
Kopfwarzen manchmal gelbbraun ; Pronotum gelb- oder rötlich- 
braun , mit gelbbraunen und schwarzen Haaren ; Mesonotum und 
Metanotum dunkelbraun bis mattschwarz , Hinterleib dunkel rot- 
braun bis schwärzlich ; Unterfläche des Körpers gelbbraun. Fühler 
kürzer als der Vorderflügel , schwach gekerbt , da die einzelnen 
Glieder in der Mitte etwas verdickt sind, braunschwarz bis schwarz ; 
Taster gelbbraun bis dunkelbraun ; drittes Glied der Maxillartaster 
länger als viertes Glied , fünftes mindestens so lang wie beide 
zusammen. Beine dunkelgelb , Schienen und Tarsen graubraun. 
Membran der Vorderflügel dunkel graubraun, kaum durchscheinend, 
Behaarung (nicht sehr dicht) , Adern und Randwimpern braun- 
schwarz ; die Queradern der IV., VI. und VIII. Apicalzelle hyalin ; 
Hinterflügel etwas heller als Vorderflügel, stärker durchscheinend 
und irisierend , Behaarung noch weniger dicht ; Färbung der Be- 
haarung, Adern und Wimpern wie im Vorderflügel ; Nervatur ganz 
regelmäfsig. Die Genital anhänge des d* (Fig. 9, 10) ragen weit 
vor. Das X. Tergit ist in Dorsalansicht (Fig. 10) fast kreis- 
förmig , darunter erscheint jederseits eine nach aufsen gebogene 
behaarte Chitingräte mit 2 Spitzen ; die Append. praean. sind i 
lateral (Fig. 9) blattförmig, lang behaart, dorsal (Fig. 10) schmal 
und tragen innen eine dornartige Chitingräte , die kürzer ist als 
das Stammstück ; Stammstück und Chitingräte sind mit den 
Spitzen gegeneinander geneigt ; Penis dick , seine Mündung weit 
offen (Fig. 9) ; Genitalfüfse lateral (Fig. 9) schmäler als dorsal ; 
sie bilden ein schaufeiförmiges tief ausgehöhltes Blatt . dessen 
mediane Randpartie weit über die untere Partie nach oben herum- 
geschlagen ist (Fig. 10). 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 45 



Körperlänge: 5 — ö'^mm; Länge des Vorderflügels: 7 mm; 
Flügelspannung: 15 mm; £ etwas gröfser, bis 19 1 / 2 mm Flügel- 
spannung. 

Material : 2 cf, 3 $, Deutsch-Neu-Guinea, Regenberg, 550 m, 
8.— 13 Mai 1913, resp. Etappenberg, 28. Okt. 1912, resp. 
Mäanderberg, 20.- 30. Aug. 1913, alle Kaiserin- Augusta-Flufs- 
Expedition, Bürgers leg., im Berliner Museum. 

NB. Das o* , nach welchem 
die Figuren gezeichnet sind , hat 





Fig. 9. 



Fig. 10. 



die Querader zwischen den beiden ersten Analadern im Hinter- 
flügel nicht deutlich (linker Flügel) , bei allen andern Stücken 
ist diese Querader scharf ausgeprägt ; die Discoidalzelle des Hinter- 
flügels ist bei allen Exemplaren offen. — Ein drittes, kleineres o* 
vom Mäanderberg, gehört vielleicht auch hierher, hat aber an- 
scheinend längere, mehr gerade Chitingräten am X. Tergit. 

6. Nyctiophylaxflavus n. sp. 
Körper gelb oder graugelb , Behaarung auf Kopf und Brust 
hellgelb oder weifslich ; Hinterleib manchmal etwas dunkler Fühler, 
Taster und Beine gelb oder graugelb ; drittes Glied der Maxillar- 
taster länger als viertes, fünftes Glied fast so lang wie 3 und 4; 
Fühler so lang wie der Vorderflügel, nicht gekerbt, aber die 
Glieder deutlich voneinander getrennt; Mittelbeine des § (Tibie 
und Tarsus) deutlich erweitert . Flügelmembran schwach gelblich- 
grau , Vorderflügel etwas dunkler als Hinterflügel , gelb behaart, 
so dafs die feinen Adern verdeckt sind; Randwimpern gelb; 
Hinterflüge] viel spärlicher und etwas heller behaart , irisierend, 
Randwimpern weifslich , Adern fein ; Nervatur wie bei N. sinensis 
Brau, usw., aber im Vorderflügel ist Gabel 4 und im Hinterflügel 
Gabel 2 sitzend l ) ; Medianzelle des Vorderflügels 



deutlich ge- 



') Gabel 2 im Hinterflügel sitzend findet sich auch bei N. danu- 
bicus Martyn., N. angarensis Martyn. und bei nordamerikanischen Arten. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift lvM5. Heft I. 4 



46 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



schlössen. — Die Genitalanhänge des d* sind weifslich ; IX. Tergit 
stumpf dreieckig vorgezogen ; darunter erscheint ein Dorn zwischen 
den grofsen birnförmigen Platten der App. praean. (Fig. 11, dorsal); 
die Genitalfüfse sind schmal und lang, in Dorsalansicht (Fig. 11) 
schwach nach innen gebogen, in Lateralansicht (Fig. 12) S-förmig 
gebogen ; das Ende trägt eine kurze Spitze ; zwischen den Genital- 
füfsen sind lateral 2 abgestumpfte Dornen zu sehen , die herab- 
hängen und vielleicht zum X. Tergit gehören. 

Körperlänge : 3 mm ; Länge des Vorderflügels : 4 mm ; Flügel- 
spannung also etwa 9 mm. 

Material : 1 d*, 3 $, Deutsch-Neu-Guinea, Kaiserin-Augusta- 
Flufs-Expedition, 15. — 31. Juli 1913, resp. Hauptlager bei Malu, 
Bürgers leg. , im Berliner Museum. — 
Das $ „Hauptlager bei Malu" ist an- 
scheinend bez. der Farbe und Behaarung 
am besten erhalten ; es ist völlig gelb. 




Fig. 11. 





Fig. 12. 



Fig. 13. 



7. Dipseudopsis Horni n. sp. 
Diese Art ähnelt einer dunklen D. stellata Mc L. , zeigt auf 
den Vorderflügeln auch die hellen Makeln. Der innere Apical- 
sporn (Fig. 13) der Hinterbeine ist etwa l 1 / 2 mal so lang wie 
der äufsere Sporn, zweispaltig ; der Hauptast ist schlank, schwach 
S-förmig gebogen , zugespitzt ; etwa am Ende des ersten Drittels 
ist an der Unterfläche der kürzere, ebenfalls schwach S-förmig 
gekrümmte Nebenast eingelenkt, der den Hauptast kreuzt *). Die 
Vorderflügel sind schwärzlichbraun ; Nervatur und Genitalanhänge 
bieten keine Besonderheiten. 



l ) Fig. 13 a gibt den Sporn des linken Hinterbeines von oben her, 
Fig. 13 b den Sporn eines andern Exemplars von unten. 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 47 

Körperlänge: 10 mm; Länge des Vorderflügels: 12 mm; 
Flügelspannung also ca. 26 mm. 

Material: 2 cf, Maha Illupalama , Ceylon, Juli 1912, J. C. 
F. Fryer leg., im Museum Cambridge; ferner 9 Exemplare (d*, ?), 
Kandy, resp. Kanthaley, resp. Matala, Ceylon, Dr. W. Hörn leg., 
im Deutsch. Entom. Museum Berlin-Dahlem. 

8. Hy dr opsy che ungulata Ulm. 

Diese Art wurde in Not. Leyden Mus. XXVIII. 1906 p. 82, 
f. 81 — 83 als Hydromanicus ungulatus beschrieben. Damals hatte 
ich nur 2 d*. Sehr reiches Material beider Geschlechter zeigt 
mir nun , dafs die Art zu Hydropsyche gehört. Das b* trägt das 
für die Gattung charakteristische Borstenbüschel nicht nur an 
dem Vorderbein (wie in Fig. 81 gezeichnet) , sondern auch an 
den andern Beinpaaren ; das $ hat deutlich verbreiterte und ab- 
geflachte Mittelbeine. 

Material : 45 cf ? aus Deutsch-Neu-Guinea, Kaiserin-Augusta- 
Flufs-Expedition , mit folgenden Notizen : Standlager bei Malu, 
23.-25. April 1912; Pionierlager 30. April -14. Mai 1912; 
Mäanderberg, 670 m, 26. Aug. 1913; Regenberg, 550 m, 8. bis 
15. Mai 1913; No. 5124, 5085, 4629, 4451, 4139, 4668, 
3146—47, 4661; 15.— 31. Juli 1913; sämtlich von Bürgers 
gesammelt und im Museum Berlin. 

9. Hydropsyche orbiculata Ulm. 
Im Berliner Museum sind 2 d* und 2 $ (mit deutlich ver- 
breiterten und verflachten Mittelbeinen) dieser Art aus Formosa 
(Taihorin, März, Mai, Nov. 1910, H. Sauter leg.) vorhanden, die 
mich veranlafsten , nach den nächsten Verwandten zu suchen. 
Augenscheinlich steht H. ardens Mac Lach. (vgl. Rev. Syn. p. 368 
t. XL) aus Turkestan sehr nahe. Leider ist keine Dorsalansicht 
der Genitalanhänge letzterer Art gezeichnet ; ein Paar krallen- 
artiger Dornen vor den Warzen des Penis sehe ich auch bei den 
Formosa-Exemplaren, und zwar sind sie dort den Seiten des Penis 
angelegt und apicalwärts gerichtet. (Diese Lage bedeutet natürlich 
keinen Unterschied gegen Mac Lachlans Art.) H. ardens kenne 
ich nicht. Die Hydropsy che- Arten dieser ganzen Gruppe (H. nevae 
Kol., H. fennica Mac Lach., H. Silfvenii Ulm., H. ardens Mac Lach., 
H. orbiculata Ulm.) bedürfen noch genauer Vergleichung. 

10. Hydropsyche chinensis n. sp. 

Eine kleine helle Art , mit Hydropsyche Czekanowskii Martyn. 
(Ann. Mus. Zool. St. Petersbourg XV. 1910, p. 393, flg. 31—34) 
verwandt. 

Kopf und Brust tief dunkelbraun bis schwarzbraun , mit 
weifslichgrauen Haaren. Augen klein, um mehr als ihre doppelte 



48 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Breite voneinander entfernt. Fühler dünn, ohne schiefe schwarze 
Linien , gelb, an den Artikulationen schwach bräunlich geringelt. 
Taster gelb , das fünfte Glied der Maxillartaster mindestens so 
lang wie die andern zusammen. Beine gelb; Krallenglied des o" 
mit Borstenbüschel. Mittelbeine des $ erweitert. Flügel hell ; 
Membran schwachgrau; Vorderflügel schmal, einfarbig, sehr fein 
gelblich behaart , durchscheinend ; die Adern nur wenig dunkler 
als die Membran ; Randwimpern gelblich ; Hinterflügel etwas heller 
als die Vorderflügel, die Adern ebenso dunkel win im Vorderflügel 
und daher etwas stärker hervortretend. Nervatur regelmäfsig ; 
im Hinterflügel sind Subcosta und Radius vereinigt und münden 
gemeinsam und gerade in den Flügelrand. Die Genita lanhänge 
des d* (Fig. 14, 15) sind gelb; IX. Tergit kurz, unmerklich in 

das X übergehend; X. Ter- 
git lang , dachförmig , mit 
schwach erhöhtem Längs- 
kiel in der Mittellinie ; 
dorsal (Fig. 15) an der 





Fig. 14. 



Fig. 15. 



Basis am breitesten , apicalwärts allmählich verschmälert , der 
Apicalrand gewulstet , konkav , die Seitenecken in einen spitzen 
zahnartigen Vorsprung, der seitwärts und dorsalwärts gericlnet 
und viel kleiner ist als bei H. Czekanowskii Martyn., ausgezogen; 
Penis schlank, am Ende etwas verdickt, nicht gespalten ; Genital- 
füfse lang, das zweite GL ed kurz, beilförmig abgestutzt (Fig. 14. 

Körperlänge: 4*/ 2 mm 5 Länge des Vorderflügels : ca 7 mm; 
Flügelspannung: 15 mm. 

Material: 5 er 7 , 5 ?, China, Peking, Juli 1913, Schoede & 
H. Müller leg., resp. China, Lungmen bei Honanfu, 14 — 31. Mai 
1913, resp. China, Schoede leg, im Museum Berlin. 
11. Hydropsyche Bürgerst n. sp. 

Eine grofse , helle Art, die in ihren Genitalorganen der 
Hydropsyche Selysi Ulm. (Cat. Coli. Selys VI, 1. 1907, p. 67, 
f. 101 — 103) ähnelt. $ unbekannt. 

Kopf und Brust hell graugelb , mit ziemlich dichter hell 
goldiggelber Behaarung ; Hinterleib matt schwärzlichgrau mit 



Ulmpr, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 49 



mattrötlichen hinteren Segmenträndern , hellerer Seitenlinie und 
graugelber Unterfläche. Fühler sehr dünn, ohne schiefe schwarze 
Linien , hellgelb , etwa so lang wie der Vorderflügel ; Taster 
bräunlichgelb , nur das letzte Glied der Maxillartaster dunkler, 
gelblich behaart ; Augen klein, um das Doppelte ihrer Breite von- 
einander entfernt. Beine graugelb oder gelblich , gelb anliegend 

behaart ; Krallenglied mit Borsten- 
büschel. Flügel hell , durch- 
scheinend; Membran schwachgrau; 
Vorderflügel breit, ziemlich gleich- 
mäfsig hell goldgelb anliegend be- 
haart, die Adern kaum dunkler als 
die Membran , Randwimpern hell- 
gelb. Hinterflügel etwas heller als 





Figr. 17. 



Fig. 18. 



die Vorderflügel , da die Behaarung weniger dicht und heller 
ist als dort. Nervatur völlig regelmäfsig ; im Hinterflügel sind 
Subcosta und Radius vor ihrem Ende vereinigt und münden 
gerade in den Rand ; Medianzelle des Hinterflügels geschlossen. 
Die Genitalanhänge des cf (Fig. 16 — 18) sind hellbraun. Das 
Tergit des IX. Segments ist kurz , dorsal gesehen (Fig. 16) 
mit ausy;erandeter Hinterrandmitte, lateral (Fig. 17) vom 
X. Tergit getrennt ; lang beborstet ; das X. Tergit (dorsal, 
Fig. 16) ist mächtig entwickelt, breit; auf der Dorsalfläche trägt 



50 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

es näher der Mitte 2 stark erhabene Längskiele , deren ge- 
kerbte Ränder abstehend beborstet sind ; zwischen den distalen 
Hälften der Kiele ist das Tergit tief ausgeschnitten ; die Seiten- 
ränder des Tergits sind ebenfalls lang beborstet und unregelmäfsig 
ausgeschnitten; lateral (Fig. 17) ist dies X. Tergit an der Basis 
schmäler als am Ende ; man sieht auf der Dorsallinie die langen 
Borsten der Kiele, die also stark gekrümmt sind ; die Unterfläche 
des Tergits ist tief ausgehöhlt ; eine deutliche Randausbuchtung 
zeigt sich dicht vor der unteren Apicalecke ; ventral (Fig. 18) 
sieht man gut die beiden Kiele stark vorragen ; der Penis ist 
lateral (Fig. 17) vor dem Ende mit einem körnigen Wulst um- 
geben; sein Ende ist ebenfalls etwas körnig rauh; ventral (Fig. 18) 
sieht man , dafs der Wulst aus 2 Hälften besteht und dafs das 
Ende des Penis kurz gespalten ist ; die Genitalfüfse sind kräftig ; 
das Basalglied ist in der Mitte am dünnsten, am Ende stark er- 
weitert ; das Endglied ist etwa 2 / 3 so lang wie das Basalglied, 
distal wärts allmählich verengt (Fig. 17, 18). 

Körperlänge: 12 mm; Länge des Vorderflügels: lßVg mm; 
Flügelspannung : 35 mm. 

Material : 1 d* , Deutsch-Neu-Guinea , No. 5085 , Kaiserin- 
Augusta-Flufs-Expedition, Bürgers leg., im Berliner Museum. 

12. Hydropsyche Fryeri n. sp. 

Die Art gehört nach Flügelfärbung und Bildung des X. Tergits 
in die Verwandtschaft von H. javanica Ulm. usw. 

Kopf breit , Augen nicht vergröfsert ; Kopf und Pronotum 
hellbraun , Körper im übrigen dunkler braun ; Kopf und Brust 
dicht goldiggelb behaart. Fühler dünn , das Ende jedes Gliedes 
nach aufsen schwach erweitert und dort mit einigen feinen Börst- 
chen , dunkelgelb , die Basis der Glieder im ersten Fühlerdrittel 
dunkel geringelt, das Ende der Fühler im ganzen dunkler. Taster 
dunkelgelb , bräunlich behaart ; Beine dunkelgelb , die Tarsen 
schwach gebräunt , die Hinterschienen heller ; Krallenglied am 
Ende mit Borstenbüschel. Vorderflügelmembran hellgrau , mit 
dichter , glatter , gelber Behaarung ; bräunliche und hellgelbliche 
Haarpunkte bilden ein feines Netzwerk ; Hinterflügel gelblich- 
hyalin , am Apex etwas dunkler , irisierend ; Adern beider Flügel 
wenig dunkler als die Membran , Randwimpern des Vorderflügels 
dunkelbraun, des Hinterflügels weifslichgelb oder hellgrau ; Nervatur 
regelmäfsig , im Hinterflügel zeigen die Enden der Subcosta , des 
Radius und der ersten Gabel den typischen Hydropsyche-^ erlauf. 
Beim d* trägt die Rückenschuppe des X. Segments einen dorsal 
gerichteten Zapfen in der Mittellinie und ist an den beiden 
Hinterecken in einen starken, aufgerichteten Fortsatz ausgezogen 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 51 



(Fig. 19, 20); der mittlere Zapfen gehört nicht dem Hinterrande 
an und ist deshalb ventral (Fig. 20) nicht sichtbar ; der Penis 
trägt weit vor dem allmählich sich verdickenden Ende ein Paar 
kurz dreieckiger Zähne an der Seite (Fig. 20) ; das Ende ist (in 
Ventralansicht) in 2 stumpfe Spitzen gespalten, die durch einen 
ebenso breiten Raum voneinander getrennt sind ; die Genitalfüfse 
sind schlank ; ihr Endglied ist etwa 1 / 3 so lang wie das Basal- 
glied, dünner als dieses (Fig. 19, 20). 





Fig. 19. Fig. 20. 

Körperlänge : 7 mm ; Länge des Vorderflügels : 10 mm ; 
Flügelspannung: 21 mm. 

Material: 4 cf, Peradeniya, Ceylon, Februar 1911 und 1912, 
resp. Pattipola, Ceylon, Mai 1911, J. C. F. Fryer leg., im Museum 
Cambridge. 

NB. Wahrscheinlich gehören 3 $ (Peradeniya, Ceylon, Febr. 
1911, J. C. F. Fryer leg., Museum Cambridge) von etwas dunklerer 
Färbung, mit z. T. etwas gröfserer Flügelspannung, zu dieser Art. 

13. Ar ctopsy chodes nov. gen. 

Am nächsten verwandt mit Arctopsyche Mac Lach., sofort von 
dieser durch das Fehlen von Gabel 1 im Hinterflügel zu unter- 
scheiden. 

o* : Spornzahl wahrscheinlich 2, 4, 4 (an der linken Vorder- 
tibie sind die Sporne abgebrochen , an der rechten ist nur ein 
sehr langer zu sehen) ; Sporne lang, Innensporne etwas länger als 
Aufsensporne ; Subapicalsporne der Mitteltibie vor der Mitte, fast 
am Ende des ersten Drittels stehend, Subapicalsporne der Hinter- 



52 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 




tibie am Ende des zweiten Drittels befindlich; Krallen klein und 
gleich , kein Borstenbüschel ; Beine kräftig. Fühler kürzer als 
der Vorderflügel , stark , die Glieder kurz , in ihrer Mitte etwas 

verdickt, so dafs die 
Fühler schwach ge- 
kerbt erscheinen. 
Basalglied der Maxil- 
lartaster kurz, zweites 
Glied lang , drittes 
nur etwa 2 / 3 so lang 
wie zweites , viertes 
wieder länger (so lang 
wie zweites) , fünftes 
Glied etwa so lang' 
wie drittes und viertes 
zusammen ; kein Glied 
erweitert. Vorderflügel 
(Fig. 21) kurz, apical- 
wärts stark verbrei- 
tert, nicht dicht, aber 
fleckig behaart. Nervatur beider Flügelpaare ähnlich wie bei 
Arctopsyche, aber im Hinterflügel fehlt Gabel 1 (Fig. 21). Genital- 
anhänge des o* wie bei genannter Gattung (s. u). — $ unbekannt. 

(13.) Arclopsychodes r eticulata n. sp. 
Kopf und Pronotum schwarzbraun, Mesonotum und Metanotum 
braun , hinten heller braun ; Hinterleib dunkel gelbbraun. Be- 
haarung auf Kopf und Brust graugelb. Fühler bräunlichgelb, mit 
helleren Suturen ; Taster braun ; Beine hell bräunlichgelb , die 
Tibien und Tarsen heller gelb. Vorder flügelmembran hellgrau, 
durchscheinend, wenig behaart, dunkelbraun aber zart) netzförmig 
gezeichnet , mit deutlicher hervortretenden dunklen Punkten an 
den Rändern und in der Anastomose ; die dunklen dunkelbraun 
behaarten Partien wechseln mit hellen , gelblich behaarten ab ; 
Adern kräftig , dunkelbraun ; Randwimpern kurz, in der Färbung 
sich nach den Randpartien richtend. Hinterflügelmembran gleich- 
falls hellgrau, Behaarung sehr gering (dunkelbraun), stärker 
durchscheinend als die Vorderflügel , irisierend , mit deutlichen 
dunkelbraunen Adern ; Randwimpern dunkelbraun, am Hinterrand 
länger. Genital anhänge des cf (Fig. 22 , 23) dunkelgelb ; das 
X. Tergit ist in 2 nach unten gebogene starke Chitinstäbe ge- 
spalten (Fig. 23) , die dorsal S-förmige Gestalt haben und deren 
spitzes , gebräuntes Ende etwas nach aufsen gekehrt ist ; App. 
praean. dorsal und lateral (Fig. 22) schmal keulenförmig ; Penis 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 53 



nicht ganz deutlich ; Genitalfüfse von hinten gesehen kreisförmig 
zusammengebogen, lateral (Fig. 22) bilden sie ein breites Stamm- 
stück, dessen Analrand tief ausgerandet ist, so dafs ein dorsaler, 
gerade nach hinten gerichteter und ein ventraler , nach oben ge- 
bogener Fortsatz entstehen ; das Stammstück trägt einen lang 
dreieckigen, zugespitzten Innenast. 

Körperlänge : 5 mm ; Länge des Vorderflügels : 7 mm ; Flügel- 
spannung : lö 1 /^ mm. 

Material: 1 cf , China, Min, 1. Apr. 1912, Weifs leg., im 
Berliner Museum. 





Fig. 22. 



Fig. 23. 



14. Ganonema decipie?is n. sp. 

Die Art ist von der Gröfse und Form des Anisocentropus fiavo- 
marginatus Ulm. (vgl. Not. Leyden Mus. 28. 1906, p. 51, fig. 61, 62). 

Kopf rötlichgelb , glatt , die Kopfwarzen hell rötlichgelb be- 
haart ; Pronotum wie der Kopf gefärbt und behaart ; Meso- und 
Metanotum bräunlich ; Hinterleib schwarzgrau, mit helleren post- 
segmentalen Rändern. Fühler ziemlich kräftig , das erste und 
zweite Glied dunkelgelb, die übrigen dunkel graubraun mit breiten, 
weifs behaarten Ringeln am Ende jedes Gliedes. Taster grau, 
braun zottig behaart ; die beiden ersten Glieder etwa gleichlang, 
das dritte l 1 / ' 2 mal so lang wie das zweite, das vierte Glied kaum 
länger als zweites , das fünfte Glied biegsam , etwas länger als 
drittes. Beine dunkelgelb bis hell gelbbraun, die gerade Hinter- 
schiene mit langen hellgelben Haaren ; Spornzahl 2 , 4 , 3 x ) ; 
Innensporne länger als Aufsensporne. Flügel breit , die Vorder- 
flügel nach dem Apex stark verbreitert , am Apicalrand schwach 



l ) Nicht ganz sicher; die eine Hinterschiene zeigt gar keinen Sub- 
• apicalsporn mehr, die andere einen langen. 



54 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



gebogen; Membran der Vorderflügel hell bräunlichgelb, fast glatt, 
mit sehr kurzen und feinen gelben Härchen besetzt, ohne Binden 
von anderer Färbung, nur der Costalraum und Subcostalraum, wie 
der Apicalrand etwas dunkler und am Pterostigma ein weifslicher 
Haarpunkt ; Adern braun, deutlich, Randwimpern sehr kurz, braun. 
Hinterflügel mit etwas mehr grauem Tone , etwas heller , mehr 
durchsichtig , irisierend , mit sehr feiner gelblicher Behaarung ; 
Adern graubraun , Randwimpern kurz und hell , nur am Hinter- 
und Innenrand länger und mehr graubraun ; an der Basis mit 
einem dicken , fast kompakten schwärzlichbraunen Haarbüschel. 
Im Vorderflügel mündet der Radius in den ersten Apicalsektor 
(Fig. 24) ; der obere Ast der Media ist dem unteren Ast des 





Fig. 24. 



Fig. 25. 



Sektors sehr nahe , so dafs Discoidalzelle und Medianzelle nahe 
beieinander liegen ; die Medianzelle beginnt der Basis der Discoidal- 
zelle gegenüber , reicht aber nicht so weit apicalwärts ; Gabel 4 
ist sehr lang 1 ). Im Hinterflügel ist Gabel 2 kürzer als Gabel 1 ; 
Gabel 2 und 3 sind gestielt 2 ). Genitalanhänge des o* (Fig. 25, 26) 
gelblichbraun; das IX. Tergit ist in 2 dreieckige Lappen ge- 
spalten ; X. Segment , das durch eine fast senkrechte Wand mit 
dem IX. Tergit vereinigt ist (Fig. 26), ist in 2 starke Klauen 
gespalten , die den schmalen , bandförmigen Penis zwischen sich 



*) Dagegen liegen bei Anisoc. flavomarginatus Discoidalzelle und 
Medianzelle nicht dicht zusammen, letztere reicht viel weiter basal, 
Gabel 4 aber reicht nur bis zur Mitte der Medianzelle. 

2 ) Bei A. flavomarginatus aber sitzend. 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 55 




führen ; App. praean. blattförmig , lateral (Fig. 26) zugespitzt, 
dorsal (Fig. 25) abgerundet, sehr lang behaart ; Genitalfüfse lang 
und schmal , lateral 
(Fig. 26) S-förmig 
geschwungen , dorsal 
gesehen (Fig. 25) 
median gekrümmt , 
innen etwas ausge- 
höhlt , lang behaart. 
$ unbekannt. 

Körperlänge : 8 
mm ; Länge des Vor- 
derflügels : fast 13 
mm; Flügelspannung: 
27 mm. 

Material : 1 cf, 
Pattipola, Ceylon, Mai 
1911, J. C. F. Fryer 
leg., im Museum Cam- 
bridge. 

15. Notanatolica gilolensis Mac Lach. 

Seit Mac Lachlan 1866 in Trans. Ent. Soc. (3) V. p. 258 
diese Art beschrieb , ist nie mehr von ihr die Rede gewesen. 
Eine Type sah ich nicht, doch glaube ich, dafs mir vorliegendes 
Material aus Neu-Guinea der Art zugehört. Sicher sind diese 
Exemplare von der weitverbreiteten N. magna Walk, ganz ver- 
schieden. Ich beschreibe hier nur die genannten Exemplare. 

Kopf und Brust dunkel gelbbraun , an den Seiten schwarz- 
braun ; der Kopf dicht grau behaart, die Brust viel weniger dicht ; 
Hinterleib dunkelbraun , mit hellen postsegmentalen Rändern und 
heller Seitenlinie. Fühler sehr lang , beim <f mehr als dreimal 
so lang wie der Vorderflügel, beim $ etwa 2 1 / 2 mal so lang, im 
basalen Drittel graugelb bis gelbbräunlich mit weifsen Artikulations- 
ringen , im übrigen einfarbig grau- (oder gelblich-) weifs ; Taster 
dunkel gelbbraun, mit grauen Haaren. Beine ebenso, die Hinter- 
beine etwas heller ; Spornzahl 2, 2, 2, die Hinterschiene gekrümmt. 
Vorderflügel ziemlich breit, breiter als bei N. magna Walk., Membran 
hellgrau , mit dichter dunkel graubrauner Behaarung , in welche 
weifsliche Haarpunkte eingestreut sind, die besonders in der Apical- 
partie zu Querlinien angeordnet sind ; Adern wenig dunkler als 
die Membran, stark verdeckt, Randwimpern etwas dunkler als die 
Behaarung , am Costalrande aber mehr gelb ; Hinterflügel breiter 
als der Vorderflügel , dunkelgrau , mit schwarzgrauer Behaarung, 
die Adern fein und wenig dunkler, die Randwimpern schwärzlich- 



56 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 




Fig. 27. 



grau ; Nervatur des Vorderflügels wie bei N. magna Walk. , die 
Querader zwischen Discoidalzelle und Radius nahe dem Ende der 
ersteren ; im Hinterflügel münden aber (die vereinigten) Subcosta 
und Radius in die erste Apicalader (Fig. 27) 
nahe deren Basis. — Die Genitalanhänge 
des (f sind von denen der N. magna Walk, 
wohl kaum verschieden ; an den Genital- 
füfsen des einzigen cf sehe ich allerdings 
den klauenartigen Innenast nicht genau. 

Körperlänge: 10(cf) — 13(?)mm; Länge 
des Vorderflügels : 15(0*) — 17($)mm; Flügel- 
spannung : 32(0*) — 35($) mm. 
Material: 1 o*, 3 $, Deutsch-Neu-Guinea, Pionierlager, 19. Mai 
1913, resp. Hauptlager bei Malu, resp. Aprilflufs, 10. — 20. Juni 
1912, Kaiserin- Augusta-Flufs-Expedition, im Berliner Museum. 

,NB. Das von Mac Lachlan (1. c.) erwähnte cf von Neu-Guinea 
ist sicher diese Art. 

16. Leptoc ella Bakeri Banks. 

Die durch Banks (Proc. Ent. Soc. Washington. 15. 1913, 

p. 177. t. 9 f. 15) von den Philippinen beschriebene Art scheint 

mit Material von Ceylon übereinzustimmen. Die Abbildung der 

„genitalia" (1. c. Fig. 15) ist wohl unvollständig; wahrscheinlich 





Fig. 28. 



Fig. 29. 



ist nur der Penis und der obere Ast der Genitalfüfse (vgl. meine 
Fig. 28) wiedergegeben. Der Beschreibung ist nur wenig hinzu- 
zufügen : Fühler weifs, auf allen Gliedern in gröfserer Ausdehnung 
mattgelb. Vorderflügel gelb oder graugelb behaart, mit den von 
Mr. Banks genannten dunklen Punkten und einer schwach an- 
gedeuteten , grauen, schiefen Querbinde, die einen silberweifs be- 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 57 



haarten Fleck auf der oberen Begrenzung der Thyridiumzelle ein- 
schliefst , vor der Anastomose ; Adern ziemlich verdeckt , Rand- 
wimpern gelb. Hinterflügel weifs , etwas matt , irisierend , mit 
weilsen Randwimpern. Körper dunkelgelb, Kopf und Brust weifslich 
behaart. Taster gelb , hellgelb behaart. Beine gelblich , Tibie 
und Tarsus der Mittel- und Hinterbeine seidenartig weifs. Beim 
d* (Fig. 28, 29) sind die App. praean. schmal bandartig , nicht 
sehr lang ; die Genitalfüfse bestehen aus 2 Ästen ; der Hauptast 
(ventrale Ast) ist sichelartig nach oben gebogen , schmal , sich 
distalwärts allmählich verjüngend; der dorsale Ast ist etwas kürzer 
und schmäler, gerade, hinter und vor der Mitte etwas eingeschnürt ; 
der Penis ist kräftig, abwärts gebogen, am Ende etwas abgesetzt ; 
lang behaart sind App. praean. und Ventralast der Genitalfüfse. 

Körperlänge: 6 x / 4 mm; Flügelspannung: 16 — 17 mm. 

Material : 3 0*, 1 ? (dies mit schmalem Hinterflügel), Pera- 
deniya , Ceylon, Februar, März, Juni 1911, J. C. F. Fryer leg., 
Museum Cambridge. Ferner 1 ?, Peradeniya , Ceylon, 15. Nov. 
1911, Dr. Uzel leg., im Museum Wien. 

17. Triaenodes ornata n. sp. 
Körper gelbbräunlich, Kopf und Brust weifs behaart ; Hinter- 
leib etwas dunkler als Kopf und Brust. Fühler hellgelb, bis über 
die Mitte hinaus fein schwarz geringelt. Maxillartaster hellgelb, 
zottig weifs behaart, die basale Partie aller Glieder bräunlich 
behaart ; die 3 ersten Glieder etwa gleichlang , das vierte Glied 
kürzer , das fünfte länger 
als das dritte , biegsam ; 
Labialtaster gelblich, weifs 
behaart. Beine hellgelb, die 
Tarsen , besonders an der 
Aufsenseite, dunkel ; Sporn- 
zahl 1, 2, 2. Vorderflügel 
(Fig. 30) dicht graugelb be- 
haart, in der Mitte, auf der 
Anastomose und im apicalen 
Teil mit je einer sehr un- 
deutlichen , verwaschenen, 

mehr bräunlichen Querbinde ; die Enden der Apicaladern (besonders 
deutlich bei Ader II — V) mit je einem schwärzlichen Fleckchen, 
das am Rande schmal weifs gesäumt ist ; ein etwas gröfserer Fleck 
am Arculus , ein grofser ungefähr in der Mitte des Hinterrandes 
(gegenüber der Basis der Discoidalzelle) und ein kleiner an der 
Flügelbasis in der Analaderregion) ebenfalls schwarz und mit 
schneeweifser Umrahmung nach der Flügelfläche hin ; alle Flecke 




Fig. 30. 



58 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



beruhen auf der dunklen Behaarung , nicht auf Färbung der 
Membran ; nur die Lage des grofsen schwarzen Fleckes (in der 
Mitte des Hinterrandes) wird auch bei abgeriebenen Flügeln durch 
dunklere Membranfärbung erkannt ; Adern durch die Behaarung 
stark verdeckt , undeutlich , die Queradern der Anastomose etwas 
heller ; Randwimpern braun bis dunkelbraun, am Apicalrand recht 
lang. Hinterflügel (Fig. 30) grau, stark irisierend, mit zerstreuter 
graubräunlicher Behaarung , graubraunen Adern und ebensolchen 
Randwimpern , die am Hinterrande etwa so lang sind wie 2 / 3 
Flügelbreite. In beiden Flügeln ist Gabel „ 2 " kurz gestielt ; im 
Hinterflügel ist die basale Hälfte der Media sehr undeutlich und 
die apicale deutliche Partie scheint bei flüchtiger Betrachtung aus 
der Mitte des Sector radii zu entspringen , also mit ihm eine 

falsche Discoidalzelle 
zu bilden. — Die 
Genitalanhänge des d 1 
(Fig. 31) ragen weit 
vor ; die Präanalan- 
hänge sind lang stäb- 
chenartig , dicht und 
lang behaart , etwas 
ventral gekrümmt; das 
X. Tergit ist schmal, 
in eine unpaare , am 
Ende wenig nach oben 
gebogene Chitingräte 
verlängert ; darunter 
liegt der dicke, am Ende abgerundet Penis; die Genitalfüfse sind 
sehr grofs ; sie bestehen aus einem Basal stück und einem gestielten 
Anhange ; das Basalstück ist an der Basis breit und ungefähr in 
der Mitte des dorsalen Randes plötzlich verschmälert, so dafs die 
apicale Hälfte schmal erscheint ; der Anhang setzt sich an der 
Innenfläche des Basalstückes nahe dem dorsalen Rande an , und 
zwar an der breitesten Stelle des Basalstückes ; er besteht aus 
einem schmalen Stiel und einer breiten, an der Innenfläche schwach 
ausgehöhlten Endscheibe, deren Aufs mand unregelmäfsig verläuft 
und schwach gekerbt ist. 

Körperlänge: 5 mm; Länge des Vorderflügels : h 1 ^ — 6 1 / 2 mm; 
Flügelspannung also etwa 13 — 15 rnm. 

Material : 3 d* , 3 $ , Ceylon , P^radeniya , März, April und 
Juni 1911, leg. J. C. F. Fryer, im Museum Cambridge. 
18. e c etinella h a m ata n. sp. 
Diese Art steht der Oecetinella aoußuens Ulm. näher als Oecetinella 
ceylanica n. sp. ; der Hauptunterschied liegt in den Genitalorganen. 




Fig. 31. 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 59 



Kopf graugelb, Brust entweder ebenso oder braungelb, Hinter- 
leib graugelb ; Behaarung auf Kopf und Brust weifslich ; Fühler 
wie bei der typischen Art (vgl. Not. Leyden Mus. 28. 1906. p. 42) ; 
Taster gelblichbraun , zottig gelb und braun behaart ; Beine wie 
bei der typischen Art. Vorderflügel etwas schmäler , mit hell- 
grauer oder gelblicher Membran, irisierend, nicht dicht gelb be- 
haart , auf den Adern mit etwas aufgerichteten dunkler gelben 
oder bräunlichen Haaren ; Aderung deutlich hervortretend ; braun 
sind alle Queradern und die Adergabelungen ; weniger deutlich 
sind dunkle Punkte an den Enden der Apicaladern ; Nervatur 
genau wie bei 0. confluens (1. c. fig. 50) ; Hinterflügel am Costal- 
rande nicht stark vorspringend , graubräunlich , irisierend , auf 
den Adern mit dunklen halbaufrechten Haaren ; Adern deutlich, 
braun ; Randwimpern beider Flügel graubraun, recht lang ; Nervatur 
wie bei genannter Art. Die Genitalanhänge des o* (Fig. 32, 33) 





Fig. 32. 



Fig. 33. 



ragen ziemlich weit vor ; sie sind graubräunlich gefärbt ; das 

IX. Tergit (Fig. 33) springt in der Mitte winklig vor; das 

X. Tergit ist in 2 lange schmale Stäbe gespalten, die am stumpf 
hakenförmigen Ende divergieren ; die App. praean. sind lateral 
gesehen (Fig. 32) schmal und .lang stäbchenartig , zugespitzt , in 
Dorsalansicht (Fig. 33) breiter , lanzettförmig , schwach S-förmig 
gekrümmt ; der Penis (Fig. 32) ist schlank, nach unten gebogen ; 
die Genitalfüfse (Fig. 32) sind grofs , zweiästig und tragen nahe 
der Basis einen dorsal gerichteten, schmal fingerförmigen Anhang ; 
das Hauptstück der Genitalfüfse bildet zwischen den 2 Ästen 
einen grofsen Bogen ; der dorsale Ast endigt spitz hakenförmig, 
der ventrale ist ein wenig nach oben gebogen und verschmälert 
sich allmählich nach dem Ende hin zu einer Spitze ; die App. 
praean. sind kurz behaart , die Genitalfüfse tragen sehr lange 
Behaarung. 



60 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Körperlänge : 4 mm ; Länge des Vorderflügels : 6 mm ; Flügel- 
spannung also etwa 13 mm. 

Material: 2 cf , Peradeniya , Ceylon, April 1911, J. C. F. 
Fryer leg., im Museum Cambridge. 

19. e cetinella ceylanica n. sp. 

Von 0. confluens Ulm. durch dichte Behaarung auf den 
Flügeln und durch die Lage der Anastomose-Querader im Hinter- 
flügel leicht unterscheidbar. 

Kopf gelb oder graugelb, mit einem grofsen schwarzbraunen 
Flecke jederseits hinten neben dem Auge ; Brust und Hinterleib 
heller oder dunkler , gelbbräunlich bis braun , Hinterleib oben 
dunkler i manchmal schwärzlichbraun) als unten ; Behaarung auf 
Kopf und Brust graugelb, auf den vorderen Kopfwarzen mit braun 
untermischt. Fühler des <f dreimal so lang wie der Vorderflügel, 
hellgelb , im basalen Viertel fein schmal schwarz geringelt. 
Maxillartaster weifslichgelb, die 3 ersten Glieder am Apex dunkel, 
die 2 letzten im ganzen dunkler ; viertes Glied am kürzesten, 
erstes etwas länger , zweites und drittes etwa gleichlang , das 
dritte kaum merklich länger , doppelt so lang wie das erste ; 
fünftes Glied länger als drittes, biegsam. Beine gelb, die vorderen 
heller als die hinteren, Tarsen meist dankler ; Spornzahl 0, 2, 2 ; 
Innensporne etwa doppelt so lang wie Aufsensporne. Membran 
der Vorderflügel hellgrau , irisierend , mit anliegender graugelber 
Behaarung , eingestreuten silberweifsen Haarpünktchen und mit 
mehreren braunschwarzen Haarpunkten ; solche dunklen Haar- 
punkte liegen an der Anastomose (an der Basis jeder Apicalzelle) 
und am Arculus ; die silberweifsen und braunschwarzen Härchen 
sind dicker und mehr aufgerichtet als die übrigen ; Adern noch 
ganz gut sichtbar , etwas dunkler als die graugelbe Behaarung ; 
Randwimpern graubraun, überall recht lang (am Vorderrand von 
etwa 1 / 3 , am Apicalrand und Hinterrand etwa 1 / 2 Flügel breite ; 
ein Kamm etwas steiferer braunschwarzer Haare findet sich am 
Hinterrande gegenüber der Basis der Thyridiumzelle (nur bei gut 
erhaltenen Stücken). Hinterflügelmembran wie beim Vorderflügel, 
etwas stärker irisierend ; die graubraunen, deutlichen Adern mit 
graubraunen Härchen besetzt ; Randwimpern graubraun , überall 
lang (nur an der Basis des Vorderrandes kürzer), am Hinterrande 
länger als die Flügelbreite. Im Vorderflügel , der sehr breit ist 
(Fig. 34), laufen Subcosta und Radius zu einer Ader zusammen ; 
die obere Begrenzung der Discoidalzelle gebogen ; die Thyridium- 
zelle etwas schmäler, keine Apicalzelle gestielt, auch die Zelle 5 
erreicht gerade noch die Anastomose. Hinterflügel (Fig 34) 
schmäler als der Vorderflügel, am Vorderrand konvex; die Quer- 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 61 



ader der Anastomose trifft die Media hinter der Teilung. Die 
Genitalanhänge des d* (Fig. 35) ragen nicht weit vor ; das IX. Tergit 
ist dreieckig vorgezogen ; das X. Tergit ist lang , bandförmig 
schmal, apicalwärts verschmälert, abwärts gebogen, die App. praean. 
sind grofs , lang oval ; die Genitalfüfse sind eingliedrig , lateral 
gesehen rechtwinklig gekniet, die Innenkante konkav ausgerandet, 
die Aufsenkante winklig ge- 
brochen ; vor dem Ende sind 
die Genitalfüfse in einen 
ziemlich plötzlich abgesetzten 
fingerförmigen Fortsatz aus- 





Fig. 35. 



gezogen , dessen Ende je nach der Ansicht spitzer oder stumpfer 
erscheint ; aus der Höhlung der Genitalfüfse ragt nahe der Basis 
ein kurzer haarbesetzter Kegel hervor. 

Körperlänge : 4 mm ; Länge des Vorderflügels : 6 mm ; Flügel- 
spannung also etwa 13 — 14 mm. 

Material: 5 cf, 1 $, Peradeniya, Ceylon, März 1911, Januar 1912, 
J. C. F. Fryer leg., im Museum Cambridge. 

20. Setodes iris Hag. 

Zwei im Berliner Museum vorhandene Exemplare, bezeichnet 
„Ceylon, Nietner, Nr. 647", gehörten wahrscheinlich zur Sammlung 
Hagens , sind aber nicht als Typen bezeichnet und tragen auch 
nicht den Namen der Art. Die Beschreibung in Verh. Zool. bot. 
Ges. 1858, p. 486 genügt aber zur Erkennung dieser hübsch ge- 
zeichneten Art. 

Körper gelb oder graugelb , Hinterleib dunkler , im Leben 
wahrscheinlich grünlich ; Kopf und Brust hellgelb behaart ; Meso- 
notum mit drei weit voneinander getrennten schmalen silber- 
weifsen Längslinien, von denen die eine in der Mitte, die anderen 
ganz seitlich liegen. Fühler und Beine hellgelb, silberig schimmernd; 
erstes Fühlerglied oben mit silberigem Längsstrich ; Taster hell- 
gelb , gelb behaart. Membran der Vorderflügel hellgrau , mit 
dichter feiner goldig gelber Behaarung , am Apicalrande mit 6 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft I. 5 



62 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



silberweifsen , schwarz geränderten Punkten (in den Apicalzellen) 
und auf der Fläche mit etwa 12 — 14 silberweifsen schwarz ge- 
ränderten Längsstrichen, von denen die in der basalen Hälfte be- 
findlichen länger sind als die um die Anastomose herumliegenden; 
Adern von der Behaarung ganz verdeckt , Randwimpern gelb. 
Hinterflügel grau , irisierend , mit graugelblicher zerstreuter Be- 
haarung, deutlich hervortretenden, dunkelbraunen Adern und grau- 
gelblichen Randwimpern. Nervatur normal ; im Hinterflügel keine 
additionelle Apicalader über Gabel 5. Die Genitalanhänge des d* 
sind z. T. in das letzte Segment zurückgezogen und deshalb nicht 
ganz deutlich zu erkennen. IX. Tergit kurz , lateral (Fig. 36) 
spitz vorgezogen, dorsal (Fig. 37) trapezförmig, mit tief aus- 
geschnittenem Hinterrande; App. praean. (Fig. 36, 37) länglich, 





V 



Fig. 36. 



Fig. 37. 



schmal ; X. Tergit grofs , dorsal (Fig. 37) in 2 nebeneinander 
liegende starke Stäbe gespalten , deren jeder seitlich einen Dorn 
trägt; lateral (Fig. 36) stark abwärts gebogen, am Ende dick; 
unter diesem Tergit sieht man jederseits einen behaarten Anhang, 
dessen Form nicht ganz zur Basis verfolgt werden kann und der 
den App. praen. ähnlich sieht; Genitalfüfse grofs, mit breiter 
Basis , am schwarzen Analrand tief gerundet ausgeschnitten , so 
dafs eine kurze spitze Dorsalecke und ein langer schmaler Ventral- 
fortsatz entsteht ; jeder Genitalfufs trägt einen inneren Anhang, 
der die Form eines abwärts gebogenen schmalen Stäbchens hat 
und sich an das X. Tergit anlehnt (Fig. 36) ; Penis am Ende 
abgerundet, mit einem Paar dorsaler Chitingräten (Fig. 36, 37 b). 

Körperlänge : 3 j / 2 mm ; Länge des Vorderflügels : ca. 5 1 / 2 mm ; 
Flügelspannung: 12 — 13 mm. 

Material 2 d* , Nr. 647 , Ceylon , Nietner , im Berliner 
Museum. 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 63 



21. Setodes arge nto nigra n. sp. 

Im Hinterflügel findet sich über Gabel 5 eine als Furche an- 
gedeutete additionelle Apicalader ; die Art gehört also in die 
Gruppe von S. tineiformis Curt. 

Kopf und Brust schwarz, mit silberweifser Behaarung ; Hinter- 
leib schwärzlichgrau, die hinteren Segmentränder heller. Fühler 
schwarzgrau, im basalen Viertel fein weifs geringelt, die ersten 
Glieder unten heller , mehr als 2 mal so lang wie der Vorder- 
flügel ; Taster schwärzlichgrau, weifs und hellgrau behaart ; erstes 
Glied der Maxillartaster kurz , Glied 2 so lang wie 4 , Glied 3 
länger, Glied 5 fast so lang wie 3 und 4 zusammen. Beine 
graugelb, Vorder- und Mittelbeine aufsen an Schiene und Tarsus 
schwärzlich, die Tarsen dieser Beinpaare heller geringelt. Flügel 
sehr lang und schmal ; Vorderflügel samtschwarz anliegend be- 
haart ; 2 etwas schiefe (von Costa zur Postcosta distal gerichtete) 
silberweifse Querbinden teilen den Flügel in 4 gleichgrofse Ab- 
schnitte; die postcostale Flügelhälfte trägt zwischen den dunklen 
Härchen mehr zerstreute silberweifse Schüppchen , so dafs diese 
ganze Partie keine reine Färbung zeigt ; die beiden Querbinden, 
die ebenfalls aus Silberschüppchen bestehen , gehen allmählich in 
diese „silberschwarze" Region über; Aderung ganz verdeckt, 
Randwimpern grauschwarz, unter dem Apex mit silberigen Härchen 
gemischt , am Arculus ziemlich lang. Hinterflügel schwärzlich- 
grau , wie der Vorderflügel etwas irisierend ; Nervatur etwas 
dunkler, ziemlich deutlich, Randwimpern grauschwarz, am Hinter- 
rande lang ; im Hinter- 
flügel sind Gabel 1 und 5 
deutlich ; die dazwischen- 
liegenden Apicalzellen 
sind sehr lang ; Gabel 5 
ist kurz und hat darüber 
die erwähnte Furche. Die 
Genitalanhänge des cf 
(Fig. 38) sind braun ge- 
färbt und ragen sehr weit 
vor ; das IX. Tergit ist 
kurz , am Hinterrande 
schwach ausgerandet; die 
Genitalfüfse sind auf dem weit vorgestreckten IX. Sternit ein- 
gelenkt ; das Basalstück ist am Grunde schmal und in einen 
dorsal gerichteten spornartigen Fortsatz ausgezogen ; innen an 
dem Basalstück befindet sich ein ähnlich gestalteter etwas 
schmälerer Ast ; zwischen den beiden Genitalfüfsen ragt ein un- 
behaarter, distalwärts stark verschmälerter, nach oben gebogener 




64 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Anhang hervor (nur 1 !) ; vielleicht gehört noch zu den Genital- 
füfsen ein Paar aufgerichteter, säbelartig nach unten gekrümmter 
Anhänge , die an der konkaven Seite einen abgerundeten Zahn 
zeigen (an der rechten Körperseite sichtbar) ; zum Penis gehören 
wohl 2 S-förmig gebogene zugespitzte Chitinstäbe, die nach hinten 
gerichtet sind ; lang behaart sind die Genitalfüfse (Basalstück und 
Ast) , wie auch ein zapfenförmiger distaler Vorsprung des Basal- 
stückes, ferner das Ende des IX. Sternits. 

Körperlänge: 4 mm; Länge des Vorderflügels: 4 J / 2 mm; 
Flügelspannung also etwa 10 mm. 

Material: 1 cf, Peradeniya, Ceylon, Juni 1911, J. C. F. Fryer 
leg., im Museum Cambridge. 

22. Set ödes argentoaurea n. sp. 
Diese Art gehört zu der *Sefo<ies-Gruppe ohne additionelle 
(furchenartige) Ader über Gabel 5 im Hinterflügel. Sie steht der 
S. argentifera Mc. Lach, nahe (vgl. Mac Lachlan , Journ. Linn. 
Soc. XI. 1871, p. 129, t. 3, flg. 13; Betten, Rec. Ind. Mus. 
III. 1909. p. 240, t. 17, flg. 9 — 11). Die Unterschiede liegen 
im Bau der Genitalanhänge. 

Kopf weifslichgelb, Brust hellgelb, an den Seiten und unten 
dunkler (ockergelb) ; Hinterleib im Leben wahrscheinlich grün, 
getrocknet grünlich oder braungelb ; Behaarung auf Kopf und 
Brust weifslichgelb. Fühler doppelt so lang wie der Vorder- 
flügel, weifs , alle Glieder in ihren apicalen Partien ( 1 / 2 bis 2 / 3 ) 
braun, das Basalglied ganz braungelb. Taster hellgelb, ebenso 
behaart ; an den Maxillartastern ist Glied 2 und 3 lang, 1 etwas 
kürzer , Glied 4 am kürzesten , 5 etwa so lang wie 3. Beine 

weifslich ; Spornzahl 0, 2, 2 ; Innen- 
sporne doppelt so lang wie Aufsen- 
sporne. Flügel (Fig. 39) lang und 
schmal ; Vorderflügelmembran weifs- 
lich, etwas irisierend, mit hell goldig- 
gelber glatter Behaarung und etwa 
6 Längsreihen von Silberpunkten, von 
denen je eine Reihe in den Haupt- 
längszwischenräumen liegt; am Apical- 
rand mit zahlreichen winzigen schwarzen Punkten ; Randwimpern 
goldgelb ; Adern schwach gelblich , kaum sichtbar. Hinterflügel 
weifslich , irisierend , mit wenig dunkleren Adern und weifslichen 
Randwimpern. Nervatur ähnlich so, wie Betten sie für S. argentifera 
zeichnet ; doch ist im Vorderflügel die Subcosta nicht mit dem 
Radius verschmolzen ; im Hinterflügel scheint Apicalader 1 wirk- 
lich in das Ende des Radius zu münden. Die Genitalanhänge 




Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 65 




des c? (Fig. 40) ragen nicht weit vor. Das IX. Tergit ragt nur 
kurz schnauzenförmig vor und ist am Hinterrande (dorsal gesehen) 
gerade abgeschnitten oder schwach ausgerandet ; an seine ventrale 
Aushöhlung schliefst sich eng der 
herabgebogene Penis an , über 
dessen Basis vielleicht noch 
ein rechteckiges schmales , mit 
Borstenhaaren besetzten Plätt- 
chen liegt (nur dorsal sichtbar) ; 
in Lateralansicht ist der Penis 
S-förmig gebogen , in Dorsal- 
ansicht bandförmig schmal ; am 
Ende abgestutzt ; er wird von 
2 braunen , lateral etwas ab- 
stehenden (dorsal konvergieren- 
den) Chitingräten begleitet, die 
kaum halb so lang sind wie der 
Penis ; jede Chitingräte bildet Fig. 40. 

das Ende einer grofsen Platte 

(App. praean. ?) ; die Genitalfüfse sind breit und enden zweiästig ; 
der obere Ast ist aufgerichtet und viel länger als der untere, der 
gerade nach hinten gerichtet ist. 

Körperlänge : 4 x / 2 mm; Länge des Vorderflügels : 5 — ö 1 /^ mm; 
Flügelspannung also etwa 11 — 13 mm. 

Material : 2 d*, 1 $, Ceylon, Peradeniya, März, Juni 1911, 
J. C. F. Fryer leg., im Museum Cambridge. 

23. T r ich ose t ödes n. g. 

Das auffälligste Merkmal ist ein langes Haarbüschel am 
Basalgliede der Fühler des tf (Fig. 41). 

Spornzahl 0, 2, 2 ; Innensporne etwa 3mal so lang wie die 
Aufsensporne. Fühler dünn, 2 1 / 2 mal so lang wie der Vorder- 
flügel, beim $ etwas kürzer ; Basalglied beim <? 
kräftig (von vorn gesehen besonders breit), un- 
gefähr l 1 / 2 - bis l 2 / 3 mal so lang wie der Kopf; 
kurz vor dem Ende trägt es auf der Innenseite 
ein dichtes Büschel, dessen fächerartig sich aus- 
breitenden feinen Haare doppelt so lang sind 
wie das Basalglied (Fig. 41) ; das zweite Glied 
ist kurz, die folgenden alle etwa 3mal so lang 
wie breit , dünner als das erste ; Fühler des $ 
ähnlich , das Basalglied aber nur wenig länger 
als der Kopf und ohne Haarbüschel. Maxillar- 
taster lang , dünn , zottig behaart , das erste Glied kurz , das 




Fig. 41. 




qq h Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

zweite und vierte etwa gleichlang , das dritte etwas länger , das 
fünfte sehr biegsam , fast so lang wie drittes und viertes zu- 
sammen. Flügel (Fig. 42) lang und schmal , Costalrand beider 

Flügel etwas konvex ; dicht be- 
haart ; im Vorderflügel vereinigt 
sich die Subcosfa mit dem Radius 
gegenüber der Querader zwischen 
Radius und Discoidalzelle ; Dis- 
coidalzelle lang , Gabel 1 und 5 
vorhanden, Apicalzelle IV gestielt ; 
Fig. 42. im Hinterflügel ist der Radius sehr 

lang ; Gabel 1 und 5 vorhanden. 
Von den Genitalanhängen des cf sind die langen gabelförmig ge- 
teilten Appendices pfaeanales sehr charakteristisch ; die Genital- 
füfse sind kürzer (s. w. u.). 

(23.) Trichosetodes ar g entolineata n. sp. 
Kopf und Brust gelbbräunlich, Hinterleib stellenweise dunkler ; 
der Kopf ist mit 3 silberweifs behaarten Längslinien verziert, 
deren mittlere auf einer Längswulst liegt ; auch das Mesonotum 
mit je einer ähnlichen Längslinie an der Seite. Fühler weifs, 
mit nur schwach dunkleren sehr schmalen Ringen, erstes Glied 
graugelb , das Haarbüschel weifslich. Taster gelblich , grauweifs 
behaart. Beine graugelb, seidenschimmernd weifs durch anliegende 
Behaarung. Vorderflügel mit dichter, anliegender graugelber Be- 
haarung, welche die Nervatur völlig verdeckt, und mit silberweifs 
behaarten Längslinien ; 2 solcher Silberlinien begleiten den Costal- 
rand (etwa auf dem Radius) und den Postcostalrand (etwa auf 
der langen Analader) und setzen sich beide bis zum Apex (in 
einzelnen Abschnitten) fort; zwischen diesen Randlinien verlaufen 
noch 2 Silberlinien , die in einzelne Stücke aufgelöst sind , etwa 
in der Gegend des Sector radii und des Cubitus ; die Randwimpern 
sind lang , graugelb , bei gewisser Beleuchtung messingglänzend. 
Hinterflügel viel schwächer behaart (Adern ganz gut sichtbar), 
weifslich, irisierend, Randwimpern weifslichgelb, die Wimpern am 
Hinterrand l 1 / 2 mal so lang wie die Flügelbreite. Nervatur siehe 
Fig. 42 und vorher ! Im Vorderflügel ist die Apicalzelle III sehr 
lang, am Flügelpunkt verbreitert ; Thyridiumzelle weit basal liegend, 
wenig länger als die Discoidalzelle ; im Hinterflügel sind alle 
Gabeladern von ungefähr gleicher Länge. Die Genitalanhänge 
des cf (Fig. 43) ragen weit vor ; das IX. Tergit ist in der 
Hinterrandmitte etwas vorgezogen ; darunter sieht man ein Paar 
weit auseinanderstehende, parallel gerichtete, schwach nach unten 
gebogene Gräten (App. praean.) ; dann folgen als Teile des 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. (J7 



X. Tergits 2 gewaltige gabelförmig gespaltene Gräten , deren 
dorsaler Ast nur halb so lang ist wie der ventrale ; letzterer ist 
wenig nach oben gebogen ; die Genitalfüfse stehen auf dem stark 
entwickelten IX. Sternit und 
bestehen aus einer dreiecki- 
gen, innen schwach schüssei- 
förmig ausgehöhlten Platte ; 
darunter erscheint das Ende 
des Penis ; er besteht wahr- 
scheinlich aus einem am 
Ende verdickten Mittelstück, 
einem Paar kurzen , dies 
Ende überragenden Chitin- 
gräten und einem (in der 




Figur nicht , sondern nur 



Fig. 43. 



dorsal sichtbaren) Paar 

langer , S - förmig gebogener Chitingräten , die in der von den 
Genitalanhängen umschlossenen Höhlung aufwärts steigend oral 
gerichtet sind. 

Körperlänge : 3 mm ; Länge des Vorderflügels : 4 1 / 2 mm ; 
Flügelspannung also etwa 10 1 / 2 mm. 

Material : 3 o* , 1 $ , Ceylon , Peradeniya 
J. C. F. Fryer leg., im Museum Cambridge. 



Febr. 1911, 



24. Goerinella nov. gen. 
Spornzahl cf 2 2, 4, 4. Fühler etwas länger als der Vorder- 
flügel , besonders beim cf ; erstes Fühlerglied des cf doppelt so 
lang wie der Kopf, etwas nach innen gekrümmt, dick, ziemlich 
lang behaart und mit abstehenden Haarschüppchen besetzt ; kein 
Zahn ; Fühlergeifsel dünner, nicht gesägt. Fühler des $ ähnlich, 
das erste Glied aber nicht so dick und nicht beschuppt. Maxillar- 
taster des cf ähnlich wie bei Lepidostoma , dem Gesichte meist 
anliegend, stets aufgerichtet, kurz und dick, das Endglied kürzer 
als das vorhergehende, beide, besonders aber das letzte mit Haar- 
schuppen besetzt. Maxillartaster des $ herabhängend, dünn, nicht 
beschuppt. Labialtaster cf ? dünn , beim cf gröfser als beim $. 
Vorderflügel des cf (Fig. 44) dicht beschuppt , mit langer , ge- 
schlossener Discoidalzelle, weit basal liegender Thyridiumzelle und 
Endgabel 1, 2 ; die costale Partie der Flügelmembran ist an der 
Basis umgeklappt (vgl. Olemira Banks) , die Costa verdickt , der 
Costalraum an der Basis breit , die Subcosta ziemlich kurz , der 
Radius lang, am Ende gebogen und nahe dem ersten Apicalsektor 
mündend ; Cubitus ungeteilt , von der Mitte an dicht neben der 
dicken ersten Analader herlaufend und mit ihr eine schmale Furche 



68 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



bildend ; die beiden anderen Analadern kurz, der Postcostalraum 
breit ; die ganze Flügelpartie zwischen Thyridiumzelle und Anal- 
ader I bis zum Hinterrand- nicht mit Schuppen besetzt. Hinter- 
flügel des cf (Fig. 44) ungefähr so breit wie der Vorderflügel, 
nur mit zerstreuten Haarschüppchen ; Discoidalzelle länglich, ge- 




Fig. 44. 

schlössen, Gabel 1 vorhanden ; Gabel 5 nur scheinbar ausgebildet, 
Cubitus ungeteilt ; Costalraum breit. Flügel des $ nicht be- 
schuppt , in Form und Nervatur wie bei Goerodes vulpina Hag. 
(cfr. Ulmer, Coli. Selys VI. 1., p. 40, f. 64). Genitalanhänge des d* 
(Fig. 45, 46, 47) siehe w. u. 

(24.) Goerinellapiscina Hag. 
Kopf und Brust rotbraun, Hinterleib oben schwarzgrau, unten 
braunschwarz, manchmal mit helleren Segmenträndern. Kopf und 
Pronotum des d* mit dunklen Borsten und langen Haarschüppchen 
besetzt, des $ nur lang beborstet ; Basalglied der Fühler beim <f 
aufsen schwärzlichbraun , innen dunkelbraun , überall dicht mit 
schwärzlichen Borsten und bräunlichen Haarschuppen besetzt ; 
Fühlergeifsel gelb, kaum dunkler geringelt, nur das letzte Drittel 
mit breiten dunkelbraunen Ringeln auf allen Gliedern. Basalglied 
der weiblichen Fühler dunkelbraun, bräunlich behaart und schwarz 
beborstet , die Geifsel dunkler als beim d* , alle Glieder dunkel 
geringelt, die basalen allerdings noch schmal. Taster dunkelgelb, 
schwarzbraun behaart, nur die Maxillartaster des o* ganz dunkel 
durch die Haarschüppchen , Haarschüppchen des letzten Gliedes 
heller. Beine dunkelgelb , die Hinterbeine oft braun. Membran 
der Flügel graubräunlich ; Vorderflügel des d* (mit Ausnahme der 
hinteren Partie, siehe vorher !) , mit dunkelbraunen matt bronze- 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 69 



artig glänzenden Schüppchen bedeckt, die mit den Randwimpern 
zusammen auf der Costa eine wulstige Linie bilden; parallel mit 
der ersten Analader verläuft zwischen dieser und der Media eine 
Reihe langer feiner Haare ; ähnliche Haare auch auf den Adern 
der Thyridiumzelle und den 2 letzten Analadern ; Randwimpern 
kurz , dunkelbraun , nur am Hinterrande länger ; Adern von den 
Schüppchen stark verdeckt , nur die erste Analader kräftig , gut 
sichtbar; Hinterflügel des cf viel schwächer beschuppt, mit etwas 
längeren Randwimpern und deutlicher hervortretenden dunkel- 
braunen Adern, schwach irisierend. Vorderflügel des $ dicht und an- 
liegend braun (etwas kupfrig) behaart, die Adern dunkler, etwas 
hervortretend, das Thyridium und die Querader der Apicalzelle IV 
hyalin, die Randwimpern dunkelbraun, kurz ; Hinterflügel in der 
Färbung wie beim cf , aber ohne Schüppchen , ziemlich dicht 
dunkelbraun behaart ; beim $ ist der Hinterflügel dunkler als der 
Vorderflügel , beim cf nicht. Nervatur beim d* siehe Fig. 44 ; 
Nervatur beim $ genau so wie für „vulpina Hag." in Cat. Coli. 
Selys 1907, p. 40, f. 64 
abgebildet. — Die Geni- 
talanhänge des <f ragen 
ziemlich weit vor ; das 
letzte Rückensegment (IX. 
oder X. ?) bildet eine 
schmale, am Rande lang 
beborstete Platte , deren 
Form etwas variiert ; 
nicht immer ist die Platte 
an den Seiten so tief aus- 
geschnitten , wie in der 
Fig. 46 dargestellt ; die 
Ausschnitte sind manch- Fig. 45. 






Fiff. 46. 



Fig. 47. 



70 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

mal kaum sichtbar , die Platte ist dann also im ganzen mehr 
gleichbreit ; zum X. Segment gehören zwei starke dicke Chitin- 
gräten, die medianwärts gebogen sind und sich mit ihrem dünnen 
Ende kreuzen (Fig. 45 , 46) ; der Penis ist ziemlich dünn , am 
Ende abwärts gebogen (Fig. 45) , in Ventral ansieht dort etwas 
verbreitert und viereckig (Fig. 47) ; die Genitalfüfse sind sehr 
grofs ; sie bestehen aus dem Haupt stamm und einem lateral 
(Fig. 45) sichtbaren keulenförmigen Innenaste ; der Hauptstamm 
trägt ventral (Fig. 47) 2 starke nach innen gerichtete Fortsätze 
und erinnert sehr an Goerodes cornigera Ulm. ; lateral (Fig. 45) ist 
der Stamm in der Mitte am dicksten , vor und hinter ihr ein- 
gezogen. 

Körperlänge des cf : 7 mm ; Flügellänge : 10 mm ; Flügel- 
spannung also etwa 22 mm; $ etwas kleiner als o*. 

Material: 6 d", 3 ?, Pattipola, Ceylon, Mai 1911, J. C. F. 
Fryer leg., Museum Cambridge. 

Die Beschreibung des cf von Mormonia piscina Hag. (Synops. 
Neur. Ceylon II. p. 208 , Nr. 129) stimmt gut mit meinen 
Exemplaren überein ; ich weise besonders hin auf folgende Worte : 
„antennis articulo basali longo, ineurvo (bei den 3 anderen 
Mormonia- Arten heifst es bei Hagen „recto"); sequentibus flavidis, 
apicalibus nigris, basi flavis ; aus anticis totis dense fusco squa- 
matis, cubito hispido". 

Verzeichnis der Trichopteren von Neu-Guinea. 

Schriften: 

1. Walker, F. Catalogue of the Specimens of Neuropterous 

Insects in the Collections of the British Museum. 1852. 

2. Mac Lac hl an, R. On Anisocentropus .... (Trans. Ent. 

Soc. London (3) I. 1863, p. 492—496, t. 19.) 

3. MacLachlan, R. Descriptions of new or little known 

Genera and Species of Exotic Trichoptera .... (Trans. 
Ent. Soc. London (3) V. 1866, p. 247—278, t, 1.7—19.) 

4. Ulmer, G. Neue und wenig bekannte Trichopteren der 

Museen zu Brüssel und Paris. (Ann. Soc. ent. Belg. XLIX. 
1905, p. 17—42, f. 1—31.) 

5. Ulm er, G. Neuer Beitrag zur Kenntnis auf ser europäischer 

Trichopteren. (Not. Leyden Mus. XXVIII. 1906, p. 1—116, 
f. 1—114.) 

6. Ulm er, G. Trichopteren, in Catal. Coli. Selys, fasc. 6, 1. 

1907. 

7. Ulm er, G. Desgl., fasc. 6, 2. 1907. (Monographie der 

Macronematinae.) 



Ulmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 7 1 

8. Ulmer, G. Einige neue »exotische Trichopteren. (Not. Leyden 

Mus. XXXI. 1909, p. 125—142, f. 1—17.) 

9. Betten, C. Notes on the Trichoptera in the Collection of 

the Indian Museum. (Rec. Indian Mus. III. 1909, p. 231—242, 
t. 14—18.) 

10. U 1 m e r , G. Über einige von Herrn E. Jacobson auf Java 

gesammelte Trichopteren. (Not. Leyden Mus. XXXII. 1910, 
p. 47—66, f. 1—14.) 

11. Banks, N. Ona Collection of Neuropteroid Insects from 

the Philippine Islands. (Proc. Ent. Soc. Washington. XV. 
1913; Trichopt. p. 176—180, t. 8, 9.) 

Arten: 

1. Apsilochorema indicum Ulmer (4) p. 38, f. 29 — 31; für Neu- 

Guinea siehe vorher p. 41, f. 2, 3. 

2. Polycentropus australis Ulmer, siehe vorher p. 44, f. 9, 10. 

3. Hyalopsychodes rivalis Betten (9) p. 238, t. 16, f. 5 — 7; im 

Museum Berlin 3 $ aus Deutsch -Neu- Guinea , Ledermann 
leg. 20. — 26. Mai 1912 , resp. Bürgers leg. , alle von der 
Kaiserin- Augusta-Flufs-Expedition. 

4. Nyctiophylax flavus Ulmer, siehe vorher p. 45, f. 11, 12. 

5. Ecnomus obtusus Ulmer (10) p. 50, f. 2 — 3 ; im Museum Berlin 

12 cf $ aus Deutsch -Neu- Guinea , Kai serin- Augusta-Flufs- 
Expedition, Bürgers leg., I. 101, resp. 15. — 31. Juli 1913, 
resp. Hauptlager bei Malu 19. Juli 1912. 

6. Leptopsyche gracilis Mac Lachlan (3) p. 267, t. 19, f. 8; Ulmer 

(7) p. 34, f. 25. 

7. Hydropsyche ungulata Ulmer (5) p. 82, f. 81 — 83; siehe vorher 

p. 47. 

8. Hydropsyche Bürgerst Ulmer, siehe vorher p. 48, f. 16, 17, 18. 

9. (?) Hydropsychodes costalis Banks (11) p. 178, t. 9, f. 14; im 

Museum Berlin 1 cf , 3 $ , Deutsch-Neu-Guinea , Kaiserin- 
Augusta-Flufs-Expedition, Bürgers leg., Nr. 3694 — 95, resp. 
15.— 31. August 1913, resp. Aprilflufs 13.— 14. Okt. 1912. 
NB. Die Artbestimmung ist nicht ganz sicher. 

10. Anisocentropus düucidus Mac Lachlan (2) p. 494, t. 19, f. 2; 

Ulmer (5) p. 53, f. 63 ; im Museum Berlin 1 cf, Holländ.- 
Neu-Guinea, Hei Ins., R. Rohde leg. 

11. Anisocentropus Bang-Haasi Ulmer (8) p. 139, f. 14, 15; im 

Museum Berlin 9 cf ? aus Deutsch-Neu-Guinea, Kaiserin- 
Augusta-Flufs-Expedition , Bürgers leg., 20. Mai — 2. Juni 
1912, resp. 17. April 1912, Lager I; ferner 1 Expl. in 
Alkohol, Nr. 29, Tamimündung, L. Schulze leg., April 1910, 
Jr. Nr. 1201/1910. 



72 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

12. Notanatolica magna Walker (1) p. 73 ; Mac Lachlan (3) p. 257, 

t. 19, f. 3 ; Ulmer (5) p. 32 ; (6) p. 41 ; im Museum Berlin 
1 $, Holland. -Neu-Guinea, Hei Ins., R. Rohde leg. 

13. Notanatolica gilolensis Mac Lachlan (3) p. 258 ; für Neu-Guinea 

siehe vorher p. 55, f. 27. 

Verzeichnis der Trichopteren von Ceylon. 

Schriften: 

1. Walker, F. Catalogue of the Specimens of Neuropterous 

Insects in the Collections of the British Museum, Part I. 1852. 

2. Hagen, H. Synopsis der Neuroptera Ceylons. (Verh. Zool.- 

bot. Ges. Wien. VIII. 1858. Trichopt. p. 484—487.) 

3. Hagen, H. Synopsis der Neuroptera Ceylons. Pars II. (Verh. 

Zool.-bot. Ges. Wien. IX. 1859. Trichopt. p. 208—212.) 

4. MacLachlan,R. On Anisocentropus .... (Trans. Ent. 

Soc. London (3) I. 1863, p. 492—496, t. 19.) 

5. MacLachlan,R. Ona singular Caddis-worm Case from 

Ceylon. (Ent. Month. Mag. I. 1864, p. 125 — 126.) — 
Wahrscheinlich Setodes sp., aus feinen Sandkörnchen. 

6. Brauer, F. Zweiter Bericht über die auf der Weltfahrt 

der kais. Fregatte Novara gesammelten Neuropteren. (Verh. 
Zool.-bot. Ges. Wien. XV. 1865, p. 415—422.) 

7. Brauer, F. Neuropteren, in Novara-Expedition, Zool. Teil. 

I. 1866; Trichopt. p. 5—30, t. 1. 

8. Mac Lachlan, R. Descriptions of new or little known 

Genera and Species of Exotic Trichoptera .... (Trans. 
Ent. Soc. London (3) V. 1866, p. 247 — 278, t. 17-19.) 

9. Brauer, F. Neue von Herrn Dr. G. Semper gesammelte 

Neuropteren. (Verh. Zool.-bot. Ges. Wien. XVIII. 1868, 
p. 263—268, t. 2.) 

10. Mac Lachlan, R. Descriptions de plusieurs Nevropteres- 

Planipennes et Trichopteres nouveaux de l'ile de Celebes .... 
(Tijdschr. v. Ent. XVIII. 1875; Trichopt. p. 8—21, t. 1, 2.) 

11. Hagen, II. Über Plethus cursitans. (Verh. Zool.-bot. Ges. 

Wien. XXXVII. 1887, p. 643—645, t. 8.) 

12. Ulmer, G. Neue und wenig bekannte aufsereuropäische 

Trichopteren, hauptsächlich aus dem Wiener Museum. (Ann. 
Hofmus. Wien. XX. 1905, p. 59—98, f. 1—75.) 

13. Ulmer, G. Neuer Beitrag zur Kenntnis aufsereuropäischer 

Trichopteren. (Not, Leyden Mus. XXVIII. 1906, p. 1—116, 
f. 1—114.) 

14. Ulmer, G. Neue Trichopteren. (Not. Leyden Mus. XXIX. 

1907, p. 1 — 53, f. 1 — 72.) 



ülmer, Trichopteren des Ostens, bes. von Ceylon u. Neu-Guinea. 73 

15. Ulm er. G. Trichopteren, in Catal. Coli. Selys, fasc. 6, 1. 

1907. 

16. Ulmer, G. Trichoptera, in Wytsman's Genera Insectorum. 

1907. 

17. Ulmer, G. Trichopteren (Monographie der Macronematinae) 

in Catal. Coli. Selys, fasc. 6, 2. 1907. 

18. Ulmer, G. Über einige von Herrn E. Jacobson auf Java 

gesammelte Trichopteren. (Not. Leyden Mus. XXXII. 1910, 
p. 47—66, f. 1—14.) 

19. Banks , N. Synopses and Descriptions of Exotic Neuroptera. 

(Trans. Amer. Ent. Soc. XXXIX. 1913; Trichopt. p. 234—242, 
t. 23—26.) 

20. Banks, N. On a Collection of Neuropteroid Insects from 

the Philippine Islands. (Proc. Ent. Soc. Washington. XV. 
1913; Trichopt. p. 176—180, t. 8, 9.) 

Arten: 

1. Rhyacophila castanea Hagen (2) p. 487. 

2. Agapetus rudis Hagen (3) p. 211. 

3. Paduniella ceylanica Ulmer, siehe vorher p. 42, f. 4, 5. 

4. Plethus cursitans Hagen (3) p. 209; (11) p. 645, t. 8. 

5. Chimarrha auriceps Hagen (2) p. 486; Ulmer (15) p. 81, f. 124, 

125 ; im Museum Cambridge 3 $ , Peradeniya, Ceylon, De- 
zember 1911, resp. Februar 1912, J. C F. Fryer leg. 

6. Chimarrha circularis Hagen (3) p. 210. 

7. Chimarrha funesta Hagen (2) p. 486. 

8. Chimarrha sepulcralis Hagen (2) p. 486 ; Ulmer (15) p. 80, 

f. 122 , 123 ; im Museum Cambridge 2 b* , Peradeniya, 
Ceylon, Mai, Juni 1911, J. C. F. Fryer leg. 

9. Chimarrha confusa Ulmer (15) p. 82, f. 126, 127. 

10. Chimarrha mitis Hagen (2) p. 487 ; Ulmer (13) p. 90, f. 93—95. 

11. Polycentropus nubigenus Hagen (3) p. 211. 

12. Polycentropus (?) rufus Hagen (3) p. 211 (vielleicht ein Hydro- 

manicus ?). 

13. Dipseudopsis Horni Ulmer, siehe vorher p. 46, f. 13. 

14. Dipseudopsis stellata Mac Lachlan (10) p. 16 , t. 2 , f. 11; 

Ulmer (12) p. 96, f. 75; (18) p. 49, f. lb; im Museum 
Cambridge 1 cf, Peradeniya, Ceylon, Juli 1911, J. C. F. 
Fryer leg. 

15. Hydropsyche maligna Hagen (3) p. 211. 

16. Hydropsyche Fryeri Ulmer, siehe vorher p. 50, f. 19, 20. 

17. Hydromanicus taprobanes Hagen (2) p. 487 ; Ulmer (15) p. 69,, 

f. 106, 107. 

18. Hydromanicus papilionaceus Hagen (3) p.211 ; Ulmer (13) p. 78, f. 78. 



74 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

19. Oestropsyche vitrina Hagen (3) p. 209 ; Brauer (9) p. 263 ; 

Ulmer (15) p. 56; ülmer (17) p. 29, f. 19—22. 

20. Leptonema ceylanicum Hagen (2) p. 485 ; Ulmer (15) p. 56, 

f. 86, t. 4, f. 17; Ulmer (17) p. 60, f. 64. 

21. Macronema midtifarium Walker (1) p. 115; Hagen (2) p. 484; 

Ulmer (17) p. 96, t 6, f. 37. 

22. Macronema nebulosum Hagen (2) p. 485 ; Ulmer (15) p. 61, 

f. 90, t. 3, f. 16; Ulmer (17) p. 98, f. 105. 

23. Macronema sepultum Hagen (3) p. 209; Brauer (7) p. 11; 

Ulmer (15) p. 60, f. 89, t. 3, f. 15 ; Ulmer (17) p. 97, f. 104. 

24. Macronema obliquum Hagen (2) p. 485 ; Ulmer (17) p. 102. 

25. Macronema pseudoneura Brauer (6) p. 420; (7) p. 9, t. 1, f. 4; 

Ulmer (13) p. 69, f. 72a; Ulmer (17) p. 95, f.. 102; im 
Museum Wien 3 cf, Henaratgoda, Ceylon, 14. — 18. Februar 
1902, Dr. Uzel leg., „zur Lampe". 

26. Macronema splendidum Hagen (2) p. 484 ; Ulmer (13) p. 75, 

f. 76; (17) p. 87, f. 93, t. 4, f. 23. 

27. Asotocerus falcatus Banks (19) p. 235, t. 24, f. 16. 

28. Ganonema brevipenne Ulmer (13) p. 46 , f. 56 ; Ulmer (16) 

t. 35, f . 8 ; 1 $, Kandy, Ceylon, im Museum Paris; 1 ?, 
Peradeniya, Ceylon, 20. März 1902, Dr. Uzel leg., im Wiener 
Museum. 

29. Ganonema decipiens Ulmer, siehe vorher p. 53, f. 24, 25, 26. 

30. Ganonema pallicorne Mac Lachlan (8) p. 254, t. 19, f. 1 ; im 

Museum Cambridge 1 $, Peradeniya, Ceylon, Juli 1911, 
J. C. F. Fryer leg. 

31. Anisocentropus annulicornis Hagen (2) p. 485 ; Ulmer (13) p. 54. 

32. Anisocentropus immunis Mac Lachlan (4) p. 494 , t. 19 , f. 4 ; 

Ulmer (15) p. 53, f. 80 — 82. 3 $, Peradeniya, Ceylon, 
Januar resp. Februar 1911, J. C. F. Fryer leg., im Museum 
Cambridge. 

33. Leptocella Bakeri Banks (20) p. 177, t. 9, f. 15 ; für Ceylon 

siehe vorher p. 56, f. 28, 29. 

34. Triaenodes ornata Ulmer, siehe vorher p. 57,- f. 30, 31. 

35. Adicella syriaca Ulmer (14) p. 52, f. 71, 72. 3 cf , 1 ?, 

Peradeniya, Ceylon, Febr. resp. März 1911, J. C. F. Fryer 
leg., im Museum Cambridge. 

36. Oecetinella hamata Ulmer, siehe vorher p. 58, f. 32, 33. 

37. Oecetinella ceylanica Ulmer, siehe vorher p. 60, f. 34, 35. 

38. Setodes che Hagen (3) p. 210. 

39. Setodes gazella Hagen (3) p. 210.- 

40. Setodes ino Hagen (2) p. 486. 

41. Setodes iris Hagen (2) p. 486; Ulmer, siehe vorher p. 61, 

f. 36, 37. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 75 

42. Setodes lais Hagen (3) p. 210. 

43. Setodes najas Hagen (3) p. 210. 

44. Setodes argentonigra Ulmer, siehe vorher p. 63, f. 38. 

45. Setodes argentoaurea Ulmer, siehe vorher p. 64, f. 39, 40. 

46. Trichosetodes argentolineata Ulmer, siehe vorher p. 66, f. 41, 42, 43. 

47. Molanna mixta Hagen (2) p. 485. 

48. Goerodes mustellina Hagen (3) p. 209. 

49. Goerodes ursina Hagen (2) p. 484 ; (3) p. 208 ; Ulmer (15) 

p. 40, f. 64. 

50. Goerodes vulpina Hagen (3) p. 208. 

51. Goerinella piscina Hagen (3) p. 208; Ulmer siehe vorher p. 68, 

f. 44, 45, 46, 47. 

52. Helicopsyche ceylanica Brauer (7) p. 26, t. 1, f. 1. 



Eine neue deutsche Ichneumonide. (Hym.) 

Coleocentrus soldanskii. 

Von Dr. H. Bischoff, Berlin. 

Die im folgenden beschriebene Art wurde von Herrn 
M. Soldanski in Glotterbad (V. — VII. 12) in einem einzelnen 
Individuum gefangen , das jetzt durch die Liebenswürdigkeit des 
Herrn H. Soldanski der Ichneumonidensammlung des Kgl. Zoolo- 
gischen Museums zu Berlin einverleibt werden konnte. Die vor- 
liegende Art dürfte mit dem Coleocentrus exareolatus Kriech- 
baumer näher verwandt sein. Sie teilt allein mit jener Art die 
Eigentümlichkeit des Fehlens der Areola , und zwar wird dies 
durch das Schwinden des äufseren Areolarquernerven bedingt. 
Infolgedessen scheint auch der zweite Discoidalquernerv weit hinter 
der Discocubitalzelle in den Cubitalnerv zu münden. Alle übrigen 
generisch wichtigen Merkmale stimmen völlig mit den charakte- 
ristischen Eigentümlichkeiten der Gattung Coleocentrus überein. 
Vielleicht kann späterhin auf Grund der Flügeladerung ein eigenes 
Subgenus für die genannten beiden Arten aufgestellt werden. 

Die neue Art ist schon an ihrer Färbung, die von der aller 
bekannten Coleocentrus- Arten wesentlich abweicht, leicht zu erkennen. 

$ : Körper ganz schwarz , inkl. der Fühler und Hüften. 
Hinterschienen und -Tarsen sind dunkel schwarzbraun, die ersteren 
an der Basis heller braun. Vorder- und Mittelbeine inkl. Trochanteren 
sind schmutzig gelblichbraun, die Hinterschenkel und Trochanteren 
etwas mehr rötlichbraun. Die Maxillarpalpen haben etwa die 
Färbung der Vorderbeine ; die Labialpalpen sind wesentlich dunkler. 
Auf dem Untergesicht stehen 2 schmale , elfenbeinweifse Flecken, 



76 Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 

die so weit vom inneren unteren Orbitalrand entfernt sind, dafs 
ihr Abstand untereinander kaum gröfser ist , als der von den 
Augen. Die Flügel sind leicht bräunlich getrübt, Das Pterostigma 
und die Adern sind schwärzlich, die Tegulae blafs gelbbraun. 

Der Clypeus ist glatt und glänzend, ohne jegliche Punktierung. 
Das Gesicht unterhalb der Fühler ist sehr fein und weitläufig 
punktiert , daher ziemlich stark glänzend , über dem Clypeus auf 
eine kurze Entfernung völlig geglättet. Die Thoraxskulptur ist 
am ähnlichsten der des C. caligatus. Auf dem Mediansegment ist 
die Mittel furche breiter und seitlich nicht von scharfen Kielen 
begrenzt. Der hintere Absturz ist steil und oben sowie seitlich 
mehrfach buchtig gekantet. Das letzte Ventralsegment ist seitlich 
an der oberen Kante nur schwach geschweift , ähnlich wie bei 
caligatus Grav. und excitator Poda , während es z. B. bei dem 
croceicornis Grav. wesentlich tiefer bogenförmig geschweift erscheint. 

Länge: des Körpers 16 — 17 mm; des Bohrers, soweit der- 
selbe über die Analspitze hinausragt, 13 mm. 

Pfeffer erwähnt in seinem Verzeichnis der württembergischen 
Ichneumoniden in Jahresh. Ver. Württemberg LXIX , 1913 als 
bisher von dort bekannt nur den Coleocentrus excitator Grav., und 
zwar soll derselbe bei Wildbad und Gmünd häufig sein. 



Eremophygus lasiocalinus n. sp. (Col. lamell. Rutelin.) 

Von Dr. F. Ohaus, Berlin-Steglitz. 

Ovatus, sat convexus, rufus, nitidus, capite, thorace scutelloque 
violaceo-fuscis , elytris exceptis undique pilis longis vulpinis sat 
dense vestitus. 

Long. 11, lat. 7 mm. cf. Bolivia : Hochcordilleren zwischen 
La Paz und Sorata. 

Ziemlich breit oval und hoch gewölbt , hellrot , glänzend, 
Kopf, Halsschild und Schildchen dunkelbraun mit violettem Schiller, 
Kopfschild und Vorderecken des Halsschildes rotbraun durch- 
scheinend ; oben und unten mit Ausnahme der Deckflügel mit 
langen fuchsroten Haaren ziemlich dicht bekleidet. Kopfschild 
nahezu halbkreisförmig , oben mit aufgebogenem , dunklem Rand 
(die Stirnnaht auch an den Seiten verloschen), matt, fein runzlig, 
Stirn mäfsig dicht , Scheitel weitläufig grob punktiert. Thorax 
doppelt so breit als lang , Hinterrand in der Mitte nach hinten 
geschwungen , die Seiten in der Mitte erweitert , Vorder- und 
Hinterecken stumpf , nicht gerundet , die ersteren ein wenig , die 
letzteren nicht vorgezogen , die Oberfläche überall dicht , aber 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 77 

einzeln mit ring- und hufeisenförmigen Punkten bedeckt , deren 
jeder ein langes Haar trägt. Schildchen verhältnismäfsig grofs, 
wie das Halsschild punktiert und behaart. Auf den Deckflügeln 
sind die primären Punktreihen fast ganz regelmäfsig , nur auf 
der Scheibe durch quereingedrückte Punkte und kurze feine Quer- 
runzeln etwas undeutlich , die Rippen sind nicht gewölbt , der 
Seiten- und Hinterrand dicht gewimpert. Afterdecke ziemlich 
lang dreiseitig mit schwach gerundeter, eingezogener Spitze, ganz 
verloschen punktiert , glänzend. Beine ziemlich lang , schlank ; 
Vorderschienen mit 3 spitzen Zähnen , der mittlere dem basalen 
genähert ; Mittel- und Hinterschienen mit nur je einer schiefen 
Stachelkante ; Vordertarsen kurz und kräftig , Klauenglied stark 
verdickt ; Mittel- und Hintertarsen lang und dünn ; alle Klauen 
einfach und fast gleich lang , innere Klaue der Vorderfüfse ver- 
dickt, hakenförmig umgebogen. 

Fühler neungliedrig, die Keule kaum so lang wie die Geifsel, 
gelb. An den Mundteilen sind alle Zähne verkümmert ; die 
Mandibeln sind aufsen und vorn gerundet , vor dem Kopfschild 
hervorragend; an den Maxillen ist die äufsere Lade ein zahnloses 
kleines Höckerchen, das Endglied der Taster verdickt. Die Ober- 
lippe ist etwa doppelt so breit wie lang, vorn etwas ausgerandet, 
als dünnes Plättchen ziemlich weit vorspringend. Am Unterlippen- 
gerüst ist die Unterlippe ganz klein, oval, gegenüber dem langen 
Kinn, die Lippentaster ziemlich lang mit verdicktem Endglied. 



Neuheiten der Coleopterenfauna Böhmens. 

Von Prof. J. Roubal. 

Dieser Beitrag enthält jene von mir in Böhmen erbeutete 
Coleopteren-Formen, die mit Bezug auf alle bis jetzt dies Thema 
bearbeitende Arbeiten (Lokay sen. , Klima , Hennevogel , Kliment- 
Fleischer , Roubal, Reitter und die faunistischen Berichte in dem 
Casopis [1904 — 1913]), in verschiedenen Einzelwerken, Zeitschriften 
und Abhandlungen für das Königreich Böhmen, neu sind. 

Bembidion punctulatum Drap. a. Lutzi Rtt. Zweimal an der 
Vltava bei Kamyk. 1912, 1914. 

Amara erratica Duft. Merkwürdigerweise habe ich diesen, bis 
jetzt ausschliefslich alpinen Carabide, in der Umgebung von Prag 
bei Vsenory (Cikänske üd.) 28. V. 1902 gefunden. 

Panagaeus cvux major L. a. Schaumi Wencker (non Gangib., 
wie fälschlich in Cat. 1906 angeführt). Chudenice : Vysensko, am 
Bache IV. 1902. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft I. 6 



78 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Ilybius fenestratus F. a. Prescotti Mannh. Pacov , Louz VII. 
1913. — 2 Exemplare. 

Rhantus notaticollis Aube. Pacov: Trucbäba, 20. VII. 1913. — 
Einige Exemplare. 

Gyrinus natator L. v. Wankoiviczi Regimb. Chudenice : Kuchynka 
VIII. 1913. Sehr selten unter der Stammform. 

Anthobium primulae Steph. a. rußpenne Gerh. Pisek : -Svicny, 
14. V. 1911. — 1 Exemplar. 

Anthobium minutum F. v. puncticolle Gredl. Sumava. 

(Der Stenus als foraminosus Er. im C. 20. III. 1906 angeführt, 
ist fast zweifellos melanopus Marsh. , denn alle Exemplare aus 
dieser Verwandtschaft aus derselben Lokalität (Zlichov) von mir 
mehrfach gesammelt stets melanopus Marsh, sind ) 

Quedius mesomelinus Marsh., v. Janen Hubenth. sammelte ich 
auf dem Eichensafte in mehreren Exemplaren 2. VIII. 1913 und 
29. VII. 1914 bei Pacov. In deren Gesellschaft war auch 1 pracht- 
volles , sehr rares , Exemplar mit rein roten Elytren , Analogon 
zum maurus Sahlb. a. pyropterus Epp. 

Tachinus fimetarius Grav. a. Pecirkai Rtt. Bei Pfibram nicht 
sehr selten, z. B. : „3 trubky", Jesenice. 

Atheta subrugosa Kiesw. Mädr, 2 Exemplare VI. 1905. 

Colon brunneum Latr. v. sinuatum Chaud. Pacov : Techobuz 
VII. 1913. 1 Exemplar schon nachmittags gefunden. 

(Necrophorus antennatus Rtt., als für Boh. neu im C 1910, 16 
angeführt, wurde schon in den Verh. d. z.-b.Ges., Wien, 1903, 381 
von mir erwähnt.) 

Hydnobius punctatus Sturm, v. spinipes Gyll., in dem „Sbornik 
kl. pfirod. v Praze" 1912 von mir angeführt, ist schon im Klimas 
Katal.) 

Liodes dubia Kugel, a. rufipennis Payk. Pacov, VII. 1913. 

(Saprhius als v. rugiceps Duft, im C. I. 82 von Vrane als neu 
für Boh. erwähnt , figuriert schon bei Klima als Synon. unter 
dem quadristriatus Hoffm.) 

RMzophagus bipustulatus F. a. 4 - ?naculatus Mecq. Rozmitäl, 
5. X. 1913. 4 Exemplare unter der Buchenrinde. 

(Malthodes spathifer Kiesw. im C. 1911, 131, ist schon in 
dem Klimas Kataloge.) 

Haplocnemus nigricornis F. a. fuscitibia Muls. Dobris, VI. 1913. 
1 Exemplar gestreift. 

Cryptophagus fuscicornis Sturm. Krivoklat , 1 Exemplar am 
31. V. 1913 gesiebt, 

Phalacrus fimetarius F. m. Doebneri Flach. Jirna, II. 1906. — 
Cibulka, III. 1906. — Chudenice 1899. 



Roubal, Neuheiten der Coleopterenfauna Böhmens. 79 

PL caricis Sturm. Dobris, 11. IV. 1911, an einer sumpfigen 
Wiese gesiebt. 

Olibrus flavicornis Sturm. Roudnice, VI. 1907. 

Stilbus testaceus Panz. a. unicolor Flach. Doksany, IV. 1907. — 
Zävist', 7. III. 1906. 

S. atomarius L. a. picatus Flach. Zävist', 7. III. 1906. — 
Kärany, 29. III. 1905. 

Mycetina cruciata Schall, a. calabra Costa. Krivoklat, 30. V. 
1913 mehrere Exemplare dieser auffälligen und ansehnlichen Form. 

Coccinella Meroglyphica L. a. flexuosa F. Stychov bei Stankov, 
28. VIII. 1913 auf dem Heidekraut in einigen Stücken. 

C. h. a. aerea Panz. Desgleichen, 1 Exemplar. 

C. 10 -punctata L. a. consita Wse. Dobris, 11. V. 1913. 
1 Exemplar. 

C. 14-punctata L. a. calligata Wse. Chudenice. 

C. 4-punctata Pontop. a. Häneli Wse. Pribram: Läz, IV. 1913. 
Aus Sachsen bis jetzt bekannt. 

Exochomus 4 - pustulatus L. a. bilunulatus Wse. Neratovice, 
1. VI. 1905. 1 Exemplar. 

(Ex. 4-pust. v. distinctus Brul. , C. 1911 , 132 , wurde schon 
in den „Verh. d. z.-b. Ges. Wien" 1904, 665 von mir als böhmisch 
bekanntgemacht.) 

Scymnus rufipes F. Diese Rarität , mehr den Gegenden mit 
wärmerem Klima zukommend, habe ich in 1 Exemplar bei Pibram 
10. VII. 1914 in Kvetnä gekötschert. 

Helodes marginata F. a. ?ngricans Schil. Strasice, „3 trubky", 
9. VI. 1913. 

Ptinus villiger Reitt. Klatovy, III. 1901. — Chudenice, 12. 
VIII. 1905. An Häusern. 

Hedobia imperialis L. a. interrupla Pic. aus P., Mark., Nassau, 
habe ich bei Dobris V. 1913 gefunden. 

Episemus striatellus Bris. Pribram: Kloboucek, 21. V. 1913. 
Aufserdem: Reitter, F. G. III, 308: Erzgebirge. 

Sphaeriestes mutilatus Beck. Pacov : Umrandung eines Fichten- 
waldes, im Gras, 14. VIII. 1914 abends, 1 Exemplar. 

(Rhinosimus aeneus Oliv, im C. 1912, 150 vom H. Zeman an- 
geführt ist nach dem mir vorgelegten Stücke ein Sphaeriestes.) 

Metoecus paradoxus L. a. macularis Gredl. Chudenice ; Ende 
Juli 1907 im Walde „Dubi" ans Kleid um Mittag angeflogen. 

Ehagium bifasciatum F. a. unifasciatum Muls. nebst allen Über- 
gängen fast überall mit der Stammform. 

Von Rhamnusium bicolor Schrnk. besitze ich aus der Prager 
Umgebung 3 Exemplare (2 mit blauen Elytren , 1 ganz gelbes), 

6* 



80 Deutsch. Eni Zeitschr. 1915. 

die alle ganz gelbe Antennen besitzen — es sind v. gracilicomis 
Thery. 

Chrysomela hyperiä Forst, a. ambigua Wse. Pfibram, S. Ivan. 

Ch. varians Schall, a. aethiops F. Dies vorzügliche Tier habe 
ich bei Pacov 10. VIII. 1912 in 1 Exemplar auf Hypericum 
perforatum gefunden. 

Chrysochloa intricata Germ. a. amethystina Wse. Riesengebirge, 
24. VI. 1902. 

Chalcoides aurea Geoffr. a. laeta Wse. Bezdez, 23. V. 1904. — 
Kolin, 4. IV. 1906. 

Ch. lamina Bedel a. aeruginosa Wse. Nach dem Cat. 1906 
aus I. b. bekannt. — Auf niedrigem Zitterpappel-Gesträuch auf 
dem Straziste bei Pacov 29. VIII. 1914 in einigen Exemplaren. 

Ch. I. a. cuprea Wse. Desgleichen. 

Chaetocnema arida Foudr. Klatovy. 

Psylliodes chalcomera Illig. (sp.) Zavist', 30. V. 1908. 

Haltica saliceti Wse. Jirna, 25. III. 1906. (Det. Heikertinger.) 

Phyllotreta eocclamationis Thunb. a. vibex Wse. Chudenice : 
Zahradky, 18. IV. 1903. — Kärany, 23. III. 1905. 

Longitarsus nigrofasciatus Goeze. Roudnice, VI. 1907. 

L. lycopi Foudr. Chudenice, 14. VI. 1903. — Kolin, IV. 
1906. — Roudnice, VI. 1907. 

Apteropeda orbiculata Marsh, a. coerulans Wse. Krc, III. 1903. — 
Turnov, V. 1908. 

A. splendida All. Pfibram: Tfemosna , 1913. Unter den 
Buchen gesiebt. 

Notaris aethiops F. Pacov, auf dem Schilf, den Seggen usw. 
bei einem Teich häufig. VIII. 1913, VIII. 1914. 

Phihorophloeus spinulosus Rey. Pfibram : Laz. In einem Fichten- 
walde um Mittagszeit fliegend. 12. VI. 1910. Neue Gattung 
unserer Fauna. 






Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 81 

Sitzungsberichte. 

Sitzung vorn 2. XI. 14. — Vorsitz Stichel. Anfang 
9 l / 4 Uhr. Anwesend 24 Mitglieder. — Der Vorsitzende teilt mit, 
dafs unser Mitglied Feldintendant Schallehn das Eiserne 
Kreuz erhalten habe, E n g e r t bestellt Grüfse von Schallehn. 
Heinrich macht darauf aufmerksam, dafs der Passus über den 
Schriftleitungsausschufs in den Statuten mangelhaft sei, da nicht 
die Zahl der Mitglieder desselben angegeben sei. Bischoff 
hält einen ausführlicheren Vortrag über das Vorkommen von Ge- 
schlechtsdimorphismen bei Hymenopteren unter Vorlage inter- 
essanter Objekte aus der Sammlung des Kgl. Museums. Heyne 
legt das monströse Orthopteron Eurycantha horrida aus Neuguinea 
vor und Beispiele von Di- und Polymorphismus exotischer Lepi- 
dopteren , ferner einen Halbseitenzwitter von Delias eucharis. 
M e 1 1 k e demonstriert Reihen von Parnassius, an derselben Stelle 
und am selben Tag im Yellowstonepark gefangen ; die Tiere 
weisen eine sehr grofse Variabilität auf. W a n a c h hat Stenamma 
ivestwoodi Westw. als neu für Brandenburg in einem weiblichen 
Exemplar auf einem frischen Sandhaufen unter abgefallenem 
Eichenlaub bei Potsdam gefunden. Aufserdem fand er noch ein 
weiteres $ aus der Berliner Umgebung in seiner Sammlung. 
SS endeler legt ein bis auf ganz geringe Gelbfärbung an den Rändern 
völlig schwarzes o* von Propylaea XlV-punctata L. ? mit einem 
normalen $ in der Jungfernheide in Copula gefangen , vor. Er 
schlägt für diese extreme Form den Namen f. merkeri n. f. vor. 
Heinrich zeigt neben Vergleichsstücken aus anderen Gegenden 
2 stark geschwärzte Stücke von Parnassius mnemosyne L. vor, welche 
aus Reichenhall stammen und der „ab. (var.) <?$." hartmanni Stndf. 
zuzuweisen sind. Vortragender bemerkt dabei, dafs ihm die nach 
Berge-Rebel bestehenden 3 Namen für geschwärzte Formen 
von mnemosyne wenig Berechtigung zu haben schienen , da sie 
schliefslich nur graduelle Unterschiede aufweisen und sich scharfe 
Grenzen nicht ziehen lassen. Ganz unberechtigt erscheine ihm 
die Aufstellung einer neuen Form hartmanni für geschwärzte cf 
und $, von der R e b e 1 sagt : „hartmanni zeigt auch im männlichen 
Geschlecht ein schwärzlich getrübtes Aussehen". Der Umstand, 
dafs die zuerst benannte Form als „ab. $ K bezeichnet ist, macht 
nach Ansicht des Vortragenden keinen neuen Namen nötig, wenn 
auch später cf d* derselben Variationsrichtung gefunden werden ; 
es kann dann einfach bei dem ersten Namen das ^-Zeichen weg- 
bleiben. Stichel erklärt , dafs der Name melaina Honr. für 
völlig schwarze $ $ angewandt werde , worauf Heinrich er- 
widert , dafs das der von R e b e 1 gegebenen wohl authentischen 



82 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Diagnose nicht entspreche, zumal für ganz schwarze $ $ von F ruh- 
st orf er noch der Name umbratilis eingeführt sei. P. Schulze 
hat Mitte Juli in einem anbrüchigen Ahorn in der Invalidenstrafse 
Bhammisium bicolor Schrk. und f. glancoptera Schall er in mehreren 
Exemplaren erbeutet , ferner auch eine Larve der Art mit dem 
charakteristischen Dornfortsatz auf dem Analsegment. Er legt 
die Tiere vor ; ferner teilt er mit , dafs die Beobachtungen , die 
er in der Berl. ent. Zeitschr. 57 p. (42), als an den cf d 1 einer 
Rhyssa spec. gemacht , erwähnt hatte , sich nicht auf Angehörige 
dieser Gattung, sondern auf die nahverwandte Thalessa curvipes Grav. 
beziehen. — Schlufs 11 Uhr. 



Sitzung vom 7. XII. 14. — Vorsitz Oh aus. Anfang 9 Uhr. 
Anwesend 25 Mitglieder. — Kuhnt und Dr. Lück erklären 
ihren Austritt. B 1 u m e j u n. ist bei Ypern verwundet worden 
und liegt im Lazarett in Bonn. A h 1 w a r t h und Speiser 
grüfsen aus dem Felde. Die Deutsche Ges. f. angew. Entom. teilt 
mit, dafs die Vorstandswahlen des Krieges wegen ausgesetzt seien. 
Zu Kassenrevisoren werden Belling undHoefig gewählt. Die 
Prüfung der Büchereibestände wird besonderer Umstände wegen 
bis auf weiteres ausgesetzt. G r e i n e r wird als Stellvertreter für 
Reineck in den Büchereiausschufs gewählt. Es wird beschlossen, 
den doppelt vorhandenen Record 1912 für den Selbstkostenpreis 
an das Kgl. Museum abzugeben, ferner auf einen Antrag Hein- 
rich hin der Druck des im Manuskript fertiggestellten Gesamt- 
Inhaltsverzeichnisses 1891 — 1913 der Berl. entom. Zeitschr. Der 
Vorsitzende schlägt als neuen Vorstand vor: Stichel 1. Vors., 
Wanach 2. Vors., Grünberg 3. Vors., P. Schulze 1. Schriftf., 
Bischoff 2. Schriftf. , G r e i n e r Schriftleiter. — Heyne 
spricht über die Gattung Charaxes unter Vorlage interessanter 
Vertreter. Zu der Bemerkung des Vortragenden , dafs die Ge- 
schlechter bei der Gattung oft ausserordentlich verschieden , oft 
dagegen nicht auseinanderzuhalten seien , erklärt Stichel, dafs 
die Unterscheidung der Geschlechter leicht sei , wenn man die 
Vorderbeine mit Xylol betupfe. Beim d* würde dann der e i n - 
gliedrige , beim $ der f ün f gliedrige Tarsus deutlich. Blume 
berichtet, dafs er mit der Zucht von Charaxes iasius L. in Berlin 
sehr gute Erfolge gehabt habe, wenn er die wärmeliebenden Tiere 
auf dem Ofenvorsatz grofs zog. Das Futter Arbutus unedo habe 
er sich jede Woche aus dem Süden schicken lassen. Rangnow 
teilt mit , dafs wilde Rose erfolgreich als Ersatzflitter für den 
Erdbeerbaum gereicht werden könnte. Stichel legt die nach 
seiner Meinung als Parn. mnemosyne L. f. melaina Honr. zu be- 



Sitzungsberichte. 83 

zeichnenden Tiere vor, die weit dunkler als die von Heinrich 
in der gleichen Gegend gefangenen sind. Die Exemplare sind ganz 
geschwärzt und dünn beschuppt , nigristische und melanistische 
Tendenzen scheinen bei ihnen Hand in Hand zu gehen. Bei den 
schwärzesten Stücken schwindet aber die Zeichnung. Ramme 
gibt eine mit Schmetterlingen aus Mexico eingetroffene Papier- 
tüte herum , in deren Rand eine Heuschrecke ihre Eier mit so 
bemerkenswerter Geschicklichkeit abgelegt hat , dafs sie allseitig 
vom Papier umschlossen sind ; ferner aus Falzfeinowo am Dnjepr 
Exemplare von Melitaea didyma 0. , die keine Unterschiede gegen 
solche von Südtirol aufweisen , Chariclea delphinii L. und Syntomis 
phegea L. mit grofsen weifsen Flecken auf den Hinterflügeln, 
Haploembia taarica Knzn. von Chersones , von der in Berlin auch 
Junge erhalten wurden, und Procerus bosphoranus, der in der Um- 
gebung Konstantinopels bei Adampol unter Steinen sehr häufig 
war. P. Schulze legt vor: Melasoma vigintipunctatum Scop., 
lapponicum L. und das nordamerikanische interruptum F. und von 
allen 3 Arten die f. quadripunctata mit nur je 2 Flecken in der 
Mitte der Flügeldecken. Während die Nominalformen ganz ver- 
schiedene Zeichnungen aufweisen , stimmen die seltenen Neben- 
formen in ihrer Zeichnung ganz überein , so dafs sie kaum zu 
unterscheiden sind. Diese vierpunktige Form scheint für die 
Kenntnis der Chrysomelidenzeichnung von grofser Bedeutung zu 
sein. So bildet sie z. B. Rein eck D. E. Z. 1911, Taf. V, 
Fig. 6 , 7 auch für Phytodecta variabilis Oliv. ab. Es ist sehr 
wünschenswert , dafs sie überall den selben Namen erhält. — 
Schlufs 3 / 4 ll Uhr. 



Laut Beschlufs der Gesellschaft werden vom 
neuen Jahre ab die Sitzungsberichte in der bis- 
her im Berl. Ent. Ver. üblichen Form zum Abdruck 
gebracht! 

Sitzung vom 4. I. 15. — P. Schulze legt eine ungewöhnlich 
grofse , 20 cm lange Galle von Tetraneura cornicnlaria Pass. 
vor , die von ihm in Rovigno (Istrien) an Pistacia terebinthus L. 
gesammelt wurde, und teilt aus einem sehr seltenen Separatdruck: 
Hoffmann, Die Terpentinpistacie (Caruba di Guidea), Wien 1840, 
in dem auf einer farbigen Tafel Galle und erzeugendes Insekt 
abgebildet sind , etwas über den damaligen Gebrauch derselben 
mit ; inwieweit sie auch heute noch in ähnlicher Weise benutzt 
wird, entzieht sich seiner Kenntnis. In den Handel kommen sie 
meist aus Dalmatien unter dem Namen Caruba di Guidea (Caruba = 
Schote , Guidea Landschaft in Dalmatien). Schon im Altertum 



84 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

wurden die noch roten Gallen zum Scharlach- , Purpurrot- und 
Violettfärben der Seide benutzt. Nur in Brussa allein verkaufte 
man jährlich mehr als 6000 Pfund. Im Orient werden sie ge- 
kaut , um dem Atem einen aromatischen Geruch zu geben und 
das Zahnfleisch durch ihre adstringierende Kraft zu stärken. Die 
ungarischen Weinhändler verwenden die „Schoten", um dem roten 
Weine eine feurige Färbung zu geben , endlich sind sie nach 
Hoffmann infolge ihres Terpentingehaltes ein vorzügliches Mittel 
zur Linderung der Atemnot. Man liefs den Kranken die trockenen 
zerklopften Gallen aus der Pfeife rauchen oder räucherte mit ihnen 
das Krankenzimmer. — Während der ungünstigen Jahreszeit bieten 
die reifen Gallen , die gewöhnlich aufplatzen , allerhand kleineren 
Insekten, Ohrwürmern, Raupen usw. Unterschlupf. So wurde auch 
aus dem vorliegenden Exemplar eine kleine Tineide gezogen. 
P. Schulze legt ferner vor : 1 cf von Epeoloides coecutiens F., 
von ihm am 10. VII. 09 in Finkenkrug erbeutet , und 1 $ , das 
am 11. VIII. 09 am selben Ort von Höhne gefangen wurde; 
damit ist diese seltene Schmarotzerbiene wieder für Branden- 
burg aufgefunden worden. Schirmer äufsert sich in seinem Ver- 
zeichnis der märkischen Apiden (Berl. Entom. Zeit. 56 p. 162) 
über die Spezies folgendermafsen : „Gerstaecker gibt an, dafs diese 
Art von Klug einmal bei Berlin gefangen sei , trotz meiner Be- 
mühungen konnte ich diese seltene Art nicht wieder für die 
Mark nachweisen." Der Wirt der Art Macropis labiata Pz. , den 
Schirm er für Buckow angibt, liegt in einem von Gerstaecker 
am 31. VII. im Brieselang gefangenen Stück vor. Endlich weist 
P. Schulze auf eine Bemerkung von P ö s c h e (Leben der Natur, 
ohne Jahreszahl , wohl gegen 1860) hin , wo es auf p. 323 bei 
der Erwähnung des Sommerschlafes der Insekten von der Raupe 
von Agrotis umbrosa Hb. folgendermafsen heifst : „Die Raupe von 
Apamea umbrosa erreicht zu Ende Mai ihre Gröfse und bleibt nun 
fast 3 Monate in einer leichten geleimten Kapsel unverändert 
liegen , bevor sie sich zur Puppe verwandelt. " Es wäre inter- 
essant, nachzuforschen, ob diese Angabe richtig ist ; die eigentliche 
Puppenruhe müfste dann sehr kurz sein, da der Falter im August 
und September fliegt. Im Anschlufs an die Versuche von Gaspard 
an Weinbergschnecken, der durch niedere Temperaturen und hohe 
trockene Wärme den Winterschlaf der Tiere bis in den nächsten 
Oktober ausdehnen konnte, glaubt Pösche (p. 325) ferner, dafs 
auch bei dem Überliegen von Schmetterlingspuppen ähnliche Gründe 
mafsgebend seien. Heinrich bemerkt hierzu , dafs er sowohl 
wie D a d d ebenfalls zu der Überzeugung gelangt seien, dafs das 
Überliegen in der Mehrzahl der Fälle darauf zurückzuführen sei, 
dafs zu der für die Art normalen Schlüpfzeit das Optimum der 



Sitzungsberichte. 85 

Lebensbedingungen nicht vorhanden ist; je weiter sich diese vom 
Optimum entfernen , je weniger Puppen werden schlüpfen. Dafs 
nicht alle überliegen , mag in individuellen Unterschieden und in 
dem niemals ganz gleichen Alter der Tiere begründet sein. 
Schumacher legt aus seiner Sammluugskartothek , die sich sehr 
bewährt hat, die Karten für 1914 vor. Zunächst ist für jede 
Arbeit seines Spezialgebietes ein Karton vorhanden , ferner aber 
auch ein solcher mit den nötigen Angaben für jede in dem 
Jahre neu beschriebene oder erwähnte bekannte Art. Die Spezies- 
kartons sind entsprechend den im Zoologischen Museum für die 
verschiedenen tiergeographischen Bezirke eingeführten Farben ver- 
schieden gefärbt; kommt eine Art z. B. in der indischen und 
australischen Region vor , so werden ein gelber und ein violetter 
Karton durch eine Klammer zusammengefügt. Nach dem Erscheinen 
des „Record" für das betreffende Jahr werden die Karten auf 
ihre Vollständigkeit hin durchgeprüft und dann erst in die 
Hauptsammlung eingereiht. Das Tausend Karten stellt sich auf 
2—3 Mk. 



Sitzung vom 11. I. 15. — P. Schulze gibt eine kritische 
Übersicht über die Formen von Lygris popiilata L. im An- 

schlufs an die Arbeit von Marschner in Heft VI 1914 unserer 
Zeitschrift. Es sei sehr zu bedauern , dafs der Autor offenbar 
nicht auf die Originalarbeiten zurückgegangen ist und uns in- 
folgedessen keinerlei Klarheit über die populata - Formen gebracht 
habe. Die Diagnose Linnes, die in Marschners Text ganz 
entstellt ist , lautet : „P. Geometra seticornis , alis flavo-pallidis : 
anticis subfasciatis : apice subtus fusco contaminatis. Habitat in 
Populo. Alae primores supra obsolete griseo fasciatae ; postice 
subtus flavescentes arcu fusco ex punctis cum puncto nigro cen- 
trale " Also eine bleichgelbe Form mit undeutlicher Mittelbinde. 
Zu ihr ist wohl f. lutea Strand als Syno- 
nym zu stellen. Die Originalabbildung 
von F r e y e r s Larentia musauaria , die 
nebenstehend reproduziert wurde , ist 
überhaupt nicht als eine Lygris zu er- 
kennen , weder im Flügelschnitt noch 
nach der Zeichnung. F r e y e r sagt von 
dem Falter : „ Er hat die Gröfse und 

auch Farbe von G. mensurata" . Letztere Art ist aber unsere 
heutige Ortholitha limitata Sc. ! Noch merkwürdiger wird die An- 
gelegenheit dadurch, dafs Frey er in Bd. 6, Tafel 570, Fig. 3 
seiner Beiträge eine von ihm als „populata var." bezeichnete 




86 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

„musauaria" durchaus kenntlich abbildet. Er sagt über die Ab- 
bildung im Text 1. c. p. 140: „Ich erhielt diese dunkle Abart 
von Herrn P, Standfufs mit der Bemerkung , dafs solche unter 
den gewöhnlich gefärbten Exemplaren dieses Spanners nicht blofs 
gemischt fliegt , sondern zu der Grundart in allmählichen Stufen 
übergeht. Sie wurde im August auf dem Kamm des Riesen- 
gebirges gefangen." — Es wäre daher sehr unwahrscheinlich, 
wenn ein so tüchtiger Kenner wie F r e y e r das Stück von der 
Musauer Alp nicht als populata - Form wieder erkannt , es mit 
einer Ortholitha verglichen und so falsch abgebildet haben sollte. 
Aus diesen Gründen müfste man zu der Ansicht kommen , die 
Larentia musauria oder musauaria Freyer ist keine Lygris populata, 
sondern eine stark abweichende Ortholitha oder Larentia, deren genaue 
Identifizierung noch ausstehe. Dem steht aber eine Angabe bei 
Gumppenberg gegenüber (Syst. Geom. III. Nov. Acta Leop. Car. 
Ac. der Naturf. 54 Nr. 4, Halle 1890), der Angaben Speyers 
anführt , wonach es scheint , als ob dieser die Type F r e y e r s 
gesehen hat. Die Originalstelle Speyers konnte Vortragender 
leider nicht ausfindig machen. Es heifst bei Gumppenberg 
1. c. p. 322 : „Ab. Musauaria Frr. Pop. var. Gn. Frr. Alis in- 
fuscatis , ant. fere unicoloribus fuscis (Staud.). Von Frey er 
nach einem ziemlich verflogenen cf aufgestellt. Vorderflügel tief 
rostbraun, fast kaffeebraun, Adern rostgelb. Mittelfeld nach innen 
schwach begrenzt, schwarzviolett, von einigen Wellenlinien durch- 
zogen. Aufsere Begrenzung scharf, nur in Zelle 3 einen vor- 
springenden Winkel bildend und von da sanft zum Innenrande 
eingebogen. Spitze licht , geteilt. Hinterflügel von der Wurzel 
bis über ein Drittel trüb gelblichweifs, dann plötzlich violettgrau, 
von einer verwaschenen lichteren Querbinde durchzogen. Saum- 
linie fein dunkel. Fransen braun, gelb geteilt (Speyer). Musauer 
Alpe zwischen Füssen und Reutte." Von kleineren ganz un- 
wesentlichen Einzelheiten fällt also die f. binden Marschner mit 
musauaria zusammen. Sollten sich die Angaben Speyers nicht 
auf Typenvergleich , sondern nur auf Kombination gründen , so 
könnte , da dann F r e y e r s Bild nicht mit Sicherheit auf eine 
populata-Form zu beziehen ist, Speyers oder wenn Staudingers 
Diagnose in Cat. Lep. Eur. Faunengeb. 1871 p. 182 älter sein 
sollte , diese als mafsgebend angenommen und der Betreffende 
als Autor zu f. musauaria gesetzt werden. Die kurze lateinische 
Kennzeichnung , die Staudinger gibt und die oben zitiert 
wurde, scheint Vortragendem kurz und treffend zu sein und alles 
Wesentliche zu enthalten. Ein Fall von Homonymie im Sinne 
des Nomenklaturgesetzes würde bei diesem eventuellen Übertragen 
von Autornamen nicht vorliegen , da Formennamen nicht unter 



Sitzungsberichte. 87 

die Nomenklaturregeln fallen. F. rufescens Gumppenberg hat 
Marschner richtig gedeutet , nur fälschlich als synonym zu 
musauaria Frr. gestellt ; f. circumscripta Strand dürfte auf eine 
Form zurückzuführen sein , bei der sich die braune Mittel- und 
Basalbinde vergröfsert haben und am Aufsen- und Innenrand 
miteinander zusammengeflossen sind , und so das zwischen ihnen 
liegende helle Feld auf eine halbmondförmige Figur reduziert 
haben. 



88 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Vereinsangelegenheiten. 

Die Neuwahlen in der Jahresversammlung am 11. I. 1915 
hatten folgendes Ergebnis : 

Vorsitzender : B. W a n a c h. 

Stellvertr. Vors. : Belling, Soldanski. 

Schriftführer: P. Schulze, Bischoff. 

Kassenwart : Grünberg. 

Schriftleiter : Greiner. 

Bücherwart : Schumacher. 
Schriftleitungsausschufs : Grünberg, Ohaus, P. Schulze, 

Stichel. 
Büchereiausschufs : Berka, Greiner, Quedenfeldt. 
Zum Ehrenmitglied wurde gewählt : Moser. 

Ferner wurde beschlossen , von jetzt ab an jedem ersten 
und dritten Montag des Monats eine geschäftliche Sitzung 
abzuhalten. 



Aus der entomologischen Welt. 

Nachrichten aus unserem Leserkreise, besonders vom Ausland, sind jederzeit willkommen. 

Am 4. VII. 14 verstarb in Hamburg der Mikrolepidopterologe 
Ludwig Friedrich Sorhagen, geboren am 18. VIII. 1836 
zu Mühlhausen in Thüringen. Er lebte von ca. 1865 bis 1880 
als Lehrer und späterer Leiter einer Privatanstalt in Berlin, dann 
in Hamburg, wo er bis 1896 an einer Realschule angestellt war, 
bei deren Verstaatlichung er Alters wegen in den Ruhestand ver- 
setzt wurde. Sein 1886 erschienenes Werk „Die Kleinschmetter- 
linge der Mark Brandenburg und einiger angrenzenden Land- 
schaften. Mit besonderer Berücksichtigung der Berliner Arten." 
sichert ihm allezeit eine hervorragende Stellung unter den Er- 
forschern der deutschen Kleinschmetterlinge. 



Rezensionen und Referate. 89 

Rezensionen und Referate. 

In dieser Rubrik finden im allgemeinen die Besprechungen von Büchern Aufnahme, die der 

Redaktion zur Besprechung in dieser Zeitschrift eingesandt wurden und von welchen der 

Bibliothek der Gesellschaft ein Exemplar für die Besprechung überwiesen wird. 

Ulmer, Georg. Aus Seen und Bächen. Die niedere 
Tierwelt unserer Gewässer. Mit zahlr. Abb. im Text 
und 3 Tafeln. 149 S. Naturwissensch. Bibliothek. Leipzig, 
Quelle & Meyer. Preis geb. Mk. 1.80. 

Das kleine Buch hat uns sehr gefallen. Text und Abbildungen 
sind gleich gut, die beigegebenen Landschaftsbilder oft auch von 
hohem künstlerischen Reiz. Da Verf. die Wasserinsekten schon 
gesondert in derselben Sammlung behandelt hat, gibt er hier nur 
eine Übersicht derselben an der Hand trefflicher Abbildungen. 
Die anderen Gruppen werden ausführlicher besprochen und be- 
sonderes Gewicht auf ihre biologischen Eigentümlichkeiten gelegt. 
Die Art der Darstellung ist wohl geeignet , ein klares und an- 
schauliches Bild des niederen Tierlebens in unseren Seen und 
Bächen zu geben und sei besonders auch Aquarienliebhabern warm 
empfohlen. P. Schulze. 

Fortschritte der Naturwissenschaft 1. Forschung. 

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Abderhalden. Bd. X. 

1914. Berlin, Urban & Schwarzenberg. Preis Mk. 15. — . 
Wir haben schon mehrfach Gelegenheit gehabt , auf vorzüg- 
liche zusammenfassende Darstellungen aus dem Gebiete der Ento- 
mologie hinzuweisen, die in diesen grofszügigem Werke erschienen 
sind. Im vorliegenden Bande sind Arbeiten über Insekten nicht 
enthalten, weswegen sich eine ausführliche Besprechung an dieser 
Stelle verbietet. Aber auch dieser Band kann jedem , der sich 
für die Naturwissenschaften in ihrer Gesamtheit interessiert , nur 
empfohlen werden ; besonders sei noch darauf hingewiesen , dafs 
jede Arbeit, auch die früher erschienenen, einzeln käuflich ist. 
Bd. X enthält deren folgende : W i 1 k e n s , Der Deckenbau der 
Alpen, v. E u 1 e r , Neuere Forschungen über alkoholische Gärung. 
R e a c h , Der tierische Organismus als Kraftmaschine. Dannen- 
berg, Die Kohlebildung als geologisches Problem. Er 1 wein, 
Trinkwasserreinigung durch Ozon. W i g a n d , Wissenschaftliche 
Hochfahrten im Freiballon. R u 1 1 n e r , Die Verteilung des 
Planktons in Süfswasserseen. P. Schulze. 



Handbuch der Entomologie. Herausgegeben von Ch. 
Schröder. 4. Lieferung. 

Die ersten 3 Lieferungen des vorliegenden Werkes, in denen 
Deegener die Anatomie und Histologie behandelt , sind in dieser 



90 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1912. 

Zeitschrift 1913 p. 589 schon gewürdigt worden. Das 4. Heft 
enthält den Schlufs dieses Teiles des Handbuches. Wenn in oben 
angeführtem Referate die Ausstellung gemacht wird , dafs z. B. 
die Schuppenbildungen nicht eingehend genug berücksichtigt worden 
sind , so ist darauf zu erwidern , dafs diese Angaben nicht hier, 
sondern in dem später erscheinenden Abschnitt Morphologie zu 
suchen sind. Es läfst sich aber nicht leugnen, dafs man es gern 
gesehen hätte, wenn einzelne Kapitel noch ausführlicher behandelt 
worden wären ; dies zu tun , verbot dem Verf. aber der vom 
Herausgeber zu eng bemessene Raum , der von Deegener schon 
um das Doppelte überschritten wurde. — Den gröfsten Raum 
des vorliegenden Heftes nehmen die einleitenden Kapitel zu der 
Bearbeitung der Systematik von Handlirsch ein: 1. Aus der 
Geschichte der Entomologie , 2. Über entomologische Literatur 
und ihre Benutzung, 3. Zur entomologischen Technik, 4. Die 
systematischen Grundbegriffe , 5. Nomenklatur , Type und Zitate, 
6. (Anfang) Terminologie der für die Systematik wichtigsten Teile 
des Hautskelettes. Handlirschs Ausführungen haben uns sehr 
gefallen, was er z. B. in Kapitel 2 unter „Übelstände und Vor- 
schläge zu ihrer Vermeidung" sagt, sollte sich jeder Entomologe, 
der sich zur Publikation für berufen fühlt, einmal durchlesen und 
beherzigen ; unsere entomologischen Zeitschriften würden im all- 
gemeinen dann wohl auf einer höheren Stufe stehen als jetzt. 
Nach Abschlufs der einzelnen Bände des Werkes sollen hier aus- 
führliche Besprechungen folgen. P. Schulze. 



Vorgeschlagene Mitglieder. 

Als neue Mitglieder werden vorgeschlagen : 
Arthur Walkhoff, Berlin, Carmen-Sylva-Strafse 51. 
Longinos IVaväs, S. J., Zaragoza, Spanien, Colegio del Salvator. 



Adressenänderungen. 

Prof. F. Förster wohnt jetzt in Oberkirch (Baden). 





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* dem 1. Januar 1915 entliehenen 


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Vorsitzender : 

Prof. B. Wanach, Poti 
Stellvertretende Vorsitzende : t S C II 6 
Geh. Postrat H. Belli ng, 

H. Soldanski, Berlin Jjß Zeitschrift. 
Schriftführer: _ , _ , , . , 

Dr. P. Schulze, Zoolog 5 "" und Deutsche Entomologische 
Invalidenstr. 43. iedervereimgung.) 

Dr. H. Bischoff, Kg! 

validenstrafse 43. eben von der 

Kassenwart: hen G ese U SC haft, E.V. 

Dr. K. G r u n b e r g , Kj 7 

validenstrafse 43. in 1856 ' Deutsche Entomologische 
t-,.. , , n Wiedervereinigung.) 

Bucherwart : 

F. Schumacher, Lehrt 

straf se 53. 

Schriftleiter : 

Joh. Greiner, Lehrer 

ang 1915. — 



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Der Jahresbeitrag betrag 5 Textabbildungen.) 

Mitglieder haben eine e 

von M. 1.50 

nitglieder Mk. 4.—. 

Die Jahresbeiträge un(* 



sind zu adressiere» 

Herrn Dr. iftleitung : 
Berlin ]tf 4, Invaliden^; r e i n e r. 

~ . Ohaus, Dr. P. Schulze 
, ich el. 



Alle Manuskripte, Kor- 



Sprechung Sind ZU richten Buchhandlung B. Stricker 
— — — — .__. T , otsdamer Strafse 90. 

Herrn Lehrer Berlin NW6) Karlstr n 
Berlin NO 55 



15. April 1915. 



Inhalt von Heft IL 

Seite 

Sitzungsberichte 203 

Vereinsangelegenheiten 212 

Aus der entomologischen Welt 213 

Vorgeschlagene Mitglieder 216 

Adressenänderungen 216 

Rezensionen und Referate 214 

Belling, H., Von Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge 

und seiner Heimat. Mit 1 Tafel 152 

Bernhauer, Dr. Max, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu- 

Guinea 179 

Jacob i, A., Kritische Bemerkungen über die Flatinae (Rhynchota 

Homoptera) 157 

Micke, Dr., Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer . 106 

Moser, J., Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. (Col.) IV . 113 
Speiser, Dr. P. , Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. III. 

Mit 2 Abbildungen 91 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 91 

Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 
III. 

Von Dr. P. Speiser, Labes, 

z. Zt. der Korrektur im Felde, Nagy-Berezna in den Karpathen. 

Mit 2 Abbildungen. 

In dieser dritten Folge (I : D. E. Z. 1913 p. 131 — 146, 
II: 1914 p. 1 — 16) habe ich mit freundlicher Erlaubnis des ver- 
ständnisvollen Sammlers aller übrigen Materialien , Herrn Ober- 
leutnants Herbert von Rothkirch *) , noch einige Blutsauger er- 
wähnen und einen davon als neu beschreiben dürfen , die Herr 
F. Grabowsky 2 ) , der Sohn meines lieben Freundes Grabowsky, 
Direktors des Zoologischen Gartens in Breslau, bei Akok am Njong 
auf meine Bitte gesammelt hat. Einige Beschreibungen haben 
auch diesmal nur als vorläufige zu gelten , die ich an anderer 
Stelle zu ergänzen hoffe. 

Farn. Tabanidae. 

Chrysozona (= Haematopota) heptagramma nov. spec. — 
1 ? , bei Soppo am Kamerunberge im Dezember 1912 gefangen. 

Die Art gehört der kleinen westafrikanischen Artengruppe 
an, bei welcher eine mehr gelbliche Grundfarbe zur Beobachtung 
kommt und ist besonders auch durch die braungelben Fühler 
(nur die beiden Grundglieder sind vorhanden) gekennzeichnet. 
Eine Abbildung des Flügels er- 
gibt weiter die wesentlichen Merk- -$ -z=c~~ZZ _ ~~~-yi«nt» mw — ^ 

male der Flügelzeichnung. Kopf y*^^7~ — \T :r ~ ::: ^~^r"~~~"^ 
im Profil betrachtet ohne die v^^^r*\x^^^"^\^^ 
noch etwas tiefer tretende Mund- V \\ \ Vj>/ 

Öffnungsgegend l 1 / 2 mal so lang 
als hoch, über den Fühlerwurzeln Abb. 1. 

eine von Augenrand zu Augen- 
rand reichende , an den Seiten schmälere , mitten flach kuglig 
blasige, glänzende leimbraune Schwiele, auf der im übrigen gelb- 
lich dattelbraun bereiften Stirn ein kleines Stückchen oberhalb 
dieser Schwiele das gewöhnliche Paar sammetschwarzer Flecken 
am inneren Augenrand, der dritte in der Mitte der Stirn ist er- 



1 ) Derselbe hat leider schon in den ersten Kriegswochen im fernen 
Afrika den Heldentod für die Ehre unseres Vaterlandes erlitten. 

2 ) Auch dieser ist alsbald nach Kriegsbeginn in die Reihen der 
Kämpfer getreten; er ist im September in den Kämpfen in den Vogesen 
schwer verwundet worden, jedoch genesen und mit dem Eisernen Kreuze 
ausgezeichnet. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 7 



92 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

heblich kleiner. Von einer Behaarung der Stirnstrieme ist nichts 
zu bemerken, auf dem im übrigen mehr aschgrauen Untergesicht, 
wo nur am unteren Augenwinkel einige mehr dattelbraune un- 
bestimmte Flecken liegen , ist die Behaarung weifs , zwischen 
dem unteren Augenwinkel und der Fühlerwurzel schwarz. Die 
Taster sind schlank und wenig gekrümmt, hell ledergelb mit längerer 
weifser , und auf dem spitzeren Endteil aufsen auch schwarzer 
kurzer Behaarung. Das erste Fühlerglied ist mittelstark spindel- 
förmig aufgetrieben, das zweite kurz, beide braungelb, mit kurzer 
schwarzer Behaarung. Der Thorax ist allgemein mehr bräunlich 
aschgrau, auf den Schulterecken, einer Seitenstrieme, dem Hinter- 
rand des Scutellums und den Pleuren mehr düster rötlichbraun, 
auf den mittleren Anteilen mehr schwärzlichgrau. Eine feine 
Mittellinie ist hell aschgrau, ferner jederseits in einigem Abstand 
neben ihr eine weitere Längslinie , die vorn ziemlich breit be- 
ginnt und alsdann nur auf der Naht und vor dem Scutellum sich 
leicht fleckartig erweitert, der Hinterrand des Scutellum ist ebenso 
hell aschgrau bestäubt, was an beiden Seiten und an der Spitze 
mehr fleckenartig erscheint, und das Scutellum weist auch mitten 
obenauf einen undeutlichen, rundlichen aschgrauen kleinen Fleck 
auf. Zwischen Scutellum und Flügelwurzel auch noch jederseits 
ein undeutlicher aschgrauer Wisch. Alle Hüften dunkelbraun mit 
grauer Bestäubung , die Schenkel rötlichbraun , auf der Vorder- 
und Hinterseite je eine unbestimmte dunkler braune Linie. Die 
Vordertibien sind aufser der braunen äufsersten Wurzel in etwas 
mehr als dem Basaldrittel dunkel rahmgelb, sonst schwarzbraun. 
Die Tibien der Mittel- und Hinterbeine weisen je zwei dunkel 
rahmgelbe Ringel auf, je einen gleich hinter der Wurzel und einen 
hinter der Mitte. Die Tarsen sind schwarz an den Vorderbeinen, 
schwarz mit gelbweifsen Wurzeln an den beiden hinteren Bein- 
paaren, wobei die Metatarsen diese helle Farbe bis auf die Hälfte 
ihrer Länge, die anderen Glieder nur an der äufsersten Basis auf- 
weisen. Hinsichtlich der Flügel wird auf die Abbildung verwiesen, 
die Schwinger haben einen kalkweifsen Stiel und Knopf, welch 
letzterer am Grunde jedoch etwas schwärzlichbraun angelaufen ist. 
Der Hinterleib hat eine dunkel kaffeebraune Grundfarbe mit etwas gelb- 
lichem Ton und wird durch die 7 sehr auffallend gelblich aschgrauen 
Hinterränder der einzelnen Segmente sehr deutlich zerlegt ; das 
letzte Segment ist ganz gelblich aschgrau, das erste andererseits 
hat einen weniger bräunlichen als mehr schwärzlichen Grundton 
seines Grau. Auf dem zweiten, dritten und vierten Segmente, ganz 
undeutlich auch noch eben auf dem fünften wahrzunehmen , liegt 
je 1 Paar rundlicher , ausgesprochen ockergelber Flecken , in der 
Mitte jeder Seitenhälfte einer, welche auf dem zweiten und dritten 



Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 93 

Segmente ungefähr gleichgrofs, auf dem vierten erheblich kleiner 
sind. Die Bauchseite ist dunkelgrau mit einigermafsen deutlich 
heller grau abgesetzten Segmenträndern. 

Ich kann nicht unterlassen, Herrn E. E. Austen vom British- 
Museum (Natural History) in London meinen Dank auch hier noch- 
mals zu sagen für die Mühe , diese neue Art mit den dort vor- 
handenen zahlreichen anderen Arten auf etwaige Zugehörigkeit zu 
vergleichen und mich über die spezifische Selbständigkeit zu ver- 
gewissern. 

Tabanus bigutlatus var. croceus Surcouf. — 1 c? , bei 
Garua im Dezember 1913 gefangen. 

Diese Form des über Afrika weit verbreiteten Tabanus wurde 
im Sudan bei („Kati") , im Kongostaat und in Angola, sowie in 
Nigerien und an der Goldküste gefunden, auch schon von Ziemann 
für Kamerun (Ebolowa) verzeichnet. 

Tabanus socialis Wlk. — 5 $ aus Duala, im Juni 1912 
gefangen. 

Diese typisch westafrikanische Art ist von Gambia her über 
Sierra Leone, die Elfenbeinküste, Lagos. Süd-Nigeria und Fernando 
Poo bis in die äquatorialen Teile des Kongostaates verbreitet 
und wird auch schon von Surcouf und Ziemann (Mungoflufs) für 
Kamerun genannt. 

Tabanus tetraleucus nov. spec. — 1 leider stark zerfetztes £ 
wurde von Herrn Fr. Grabowsky jun. bei Akok am Njong l ) im 
März 1913 gefangen, in meiner Sammlung. 

Die neue Art gehört in die zwölfte Gruppe bei Surcouf und 
tritt hier in nächste Verwandtschaft zu T. wellmani Austen , mit 
dessen Typen ich das Exemplar vergleichen konnte. Abgesehen 
von der Zeichnung des Abdomens , wo das Vorhandensein von 3 
statt 2 silberweifsen Mittelflecken die neue Art fast auf den ersten 
Blick erkennen läfst, ist ein wesentlicher Unterschied beider Arten 
darin zu suchen, dafs bei T. wellmani Austen die feinere Behaarung 
an Thorax und Abdomen durchweg grauweifs, bei meiner Art gold- 
gelb ist. Im übrigen stimmt sie hinsichtlich der Bildung der 
Stirnstrieme , der Form und Farbe der Taster und der Färbung 
der Beine ganz mit T. wellmani überein ; die Flügel sind noch 
erheblich dunkler rauchgrau als bei der verglichenen Art , sie 
w r eisen aber auch ein deutlich dunkleres Stigma auf. Während 
endlich bei T. wellmani der Fleck auf dem dritten Segment zwar 



l ) Daselbst und bei dem nahe gelegenen Bonkollo fing Herr Grabowsky 
noch die bereits aus Kamerun bekannt gewordenen Arten: Tabanus 
fasciatus F., T. obscurehirtus Ricardo, T. billingtoni Newstead und 
T. secedens Wlk. 



94 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

den" Vorderrand nicht erreicht und vorn ziemlich breit abgerundet 
endet , und derjenige des vierten Segmentes in der Form eines 
nach hinten erweiterten Parallelogrammes vom Hinterrand bis zum 
Vorderrand reicht , sind die 3 Flecken auf dem zweiten , dritten 
und vierten Segment bei der neuen Art nahezu gleich an Gestalt 
und Gröfse und erreichen sämtlich als vorne ziemlich spitzwinklige 
Dreiecke den Vorderrand nicht. Eine ausführlichere Beschreibung 
behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor. 

Das dritte Fühlerglied zeigt am Ende seines ersten Drittels 
eine erheblich spitzzipflig vorgezogene Oberecke , welche bewirkt, 
dafs das Glied an dieser Stelle ziemlich halb so breit ist, als mit 
Einschlufs der Griffelglieder lang. 



Farn. Syrphidae. 



Taragus borbonicas Macqu. — 1 $ im Januar 1913 bei 
Soppo gefangen. Es gehört einer Varietät der sehr variabeln 
Art an , wo aufser der rötlichgelben Mittelbinde des Abdomens 
noch an den Seiten des dritten Segmentes feine rotgelbe Hinter- 
randssäume wahrzunehmen sind. 

Die Art ist von den Cap-Verdeschen Inseln über Portugiesisch- 
Guinea, Sierra Leone und Caffraria bis nach Reunion und Mauritius 
verbreitet und auch auf der Insel Principe gefangen. 

Mhingia cnephaeoptera nov. spec. — Das $ von Duala, 
aus dem September 1912, welches ich 1913 im I. Beitrag (p. 143) 
als möglicherweise zu B. pulcherrima Bezzi gehörig angab , hat 
inzwischen Herrn Professor Bezzi vorgelegen, welcher es für durchaus 
verschieden erklärte. Ich mufs es daher, obschon es das einzige 
seiner Art geblieben ist, als neue Art beschreiben. 

6,5, fast 7 mm lang. Grundfarbe des Körpers stahlblau, am 
Hinterleib mit violetten Reflexen. Der Untergesichtsschnabel fast 
ganz düster rotgelb, nur obenauf an der Wurzel noch blau. Fühler 
rotgelb, mit fast kreisrundem, kaum am Ende etwas eckigen End- 
gliede, welches daselbst auch etwas gebräunt ist, mit gelber Borste. 
Der blaue Thorax weist rahmgelbe Schulterschwielen auf und ist 
auch unter der Flügelwurzel etwas gelblichgrau, seine Behaarung 
wie bei R. pulcherrima Bezzi. Hüften gelbbraun, Schenkel dunkel- 
braun, alle Tibien und Tarsen hell ledergelb, nur die der Hinter- 
beine in der Mitte undeutlich dunkler ; somit sind die Beine er- 
heblich heller als bei der verglichenen Art. Die Flügel zeigen 
das gewöhnliche Geäder, sind aber im ganzen leicht aschgraulich 
getönt. Schüppchen graulich, mit graugelber Behaarung. Hinter- 
leib glatt und glänzend violett. 




Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 95 

Protylocera aesacus Wlk. — 1 ? im Februar 1913 bei 
Ekona. 

Die Art war bereits aus Kamerun (Viktoria) erwähnt ; sie 
verbreitet sich in den Küstenländern des Golfs von Guinea , von 
Sierra Leone, Assinia und Ashantiland bis nach Gabon und findet 
sich im Kongogebiet sowie in den Landschaften im Nordwesten 
des Tanganjika-Sees bis zum Ruwenzori, 
in Uganda (Entebbe und Busoga) und 
selbst noch am Kilimandjaro wieder. 

Die Schriftleitung der Jahrb. des 
Nassau. Ver. f. Naturk. in Wiesbaden 
hat mir liebenswürdigerweise neben- 
stehende Karte, die ich zuerst dort, 
v. 66 p. 1913 veröffentlichte, hier wieder- 
zugeben gestattet. 

Syritta bulbus Wlk. 1849 (= 
Syritta bulbulus m. 1913 in Jahrb. Nassau. Abb. 2. 

Ver. Wiesbaden, v. 66, p. 137). — 3 $ 

im Juni und September 1912 bei Duala gefangen; das Kgl. Zool. 
Museum in Berlin besitzt aufserdem 1 $ von Johann - Albrechts- 
Höhe, das L. Conradt 1886 fing, und ein erheblich kleineres (?, 
das von Hoesemann aus „Süd-Kamerun" mitgebracht wurde. 

Ich habe mich an der Type der Walkerschen Art in London, 
einem d*, überzeugen können, dafs die von mir a. a. 0. angegebenen 
geringen Unterschiede lediglich Geschlechtsabweichungen waren. 

Das Original stammte aus Sierra Leone, weitere Fundorte 
sind m. W. nicht veröffentlicht worden , doch soll die Art nach 
mündlicher Mitteilung des Herrn E. E. Austen in London in Afrika 
ziemlieh weit verbreitet und häufig sein. 

Eumerus pipizoides nov. spec. — 1 cf bei Soppo im 
Dezember 1912 gefangen. 

Die neue Art tritt in nächste Nähe von E. bequaerti Herve- 
Bazin und E. quadrimaculatus Macq. , mit welchen beiden sie die 
Form der Hinterschenkel gemeinsam hat ; dieselben sind schlank, 
kaum verdickt, und damit treten diese Arten schon fast aus dem 
Formenkreise der Gattung heraus. Die neue Art unterscheidet 
sich von E. quadrimaculatus Macq. sicher durch völlig kahle Augen 
und hellere Fühler, von E. bequaerti Herve-Bazin durch eben dies 
letztere Merkmal und vor allem durch die Form der Genitalien, 
welche wirklich nicht „tres petit" genannt werden können. Mir 
will scheinen , als ob das „autre individu o* en mauvais etat" 
von Basoko , welches Herve-Bazin in der Originalbeschreibung 
seiner Art erwähnt , ziemlich genau der hier neu beschriebenen 



96 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Art entspricht : „L'hypopyge semble plus gros , et surtout les 
taches transparentes du deuxieme segment sont beaucoup plus 
grandes , elargies en dehors , presque triangulaires. " (Revue zool. 
Afric, v. 3, p. 78, 1913.) 

Körperlänge 6 x / 2 mm. Grundfarbe schwarz , auf der Stirn 
und dem oberen Anteil des Hinterkopfes blauglänzend , auf dem 
zweiten und dritten Abdominalsegmente gelblichbraune Flecken, 
die beiden vorderen Beinpaare grofsenteils ledergelb. Stirn ebenso 
wie bei E. bequaerti Herve-Bazin gebaut , die Augen ebenso weit 
zusammenstofsend. Die Behaarung der Stirn ist aber nahezu 
durchweg schwarz , nur ganz vorne etwas graulichgelb. Ebenso 
ist die längere Behaarung des Untergesichtes, wo sich eine dünne, 
eng anliegende gelblichgraue Behaarung findet, schwarz, mit gelb- 
grauem Schimmer , jedenfalls aber nicht rot , wie bei der ver- 
glichenen Art. Die Fühler haben dieselbe Form wie bei dieser, 
ihr drittes Glied ist entlang der Unterkante breit bräunlichgelb 
gesäumt , was sich an der Wurzel des Gliedes bis auf die ganze 
Breite desselben ausdehnt, wodurch von vorn gesehen die Fühler 
recht hell erscheinen. Die Borste ist ganz schwarz. Der Thorax 
ist ebenfalls ganz bronzeschwarz, von einer hellen Doppelstrieme, 
wie die verglichene Art sie aufweist, ist nur auf der Quernaht 
in der Form eines undeutlichen grauen Fleckenpaares etwas zu 
bemerken , auch sind die Schulterecken ebenso leicht graulich. 
Die Behaarung des Thorax ist goldgelb, nur jederseits nach innen 
und vorn von der Flügelwurzel liegt ein rundlicher schwarz be- 
haarter Fleck. Hüften und Schenkel sind schwarz, an den beiden 
vorderen Beinpaaren mit ledergelber Spitze ; daselbst sind auch 
die Tibien und Tarsen ledergelb gefärbt , die Tibien tragen auf 
ihrer Mitte einen undeutlich dunkleren Ring, und die letzten Tarsen- 
glieder sind verdunkelt. Die Behaarung ist auf den Schenkeln 
und der Vorderseite der Mitteltibien schwarz , sonst gelb. Die 
Hinterschenkel weisen auf den basalen 2 Dritteln gelbe, am Ende 
schwarze Behaarung auf, auf ihrer Unterseite stehen breit getrennt 
2 Reihen dornartiger , nicht sonderlich kurzer Borsten im End- 
drittel. Dafs sie kaum verdickt sind , wurde bereits erwähnt. 
Die Hintertibien entsprechen in ihrer Form eher dem in der 
Gattung gewöhnlichen Bilde. Sie sind rötlichbraun, auf der hinter 
der Mitte gelegenen spindelförmigen Verdickung schwarz, was sich 
von dort unbestimmt ausbreitet. Die Behaarung der Hintertibien 
ist schwarz , mit Ausnahme des Spitzendrittels , wo sie auf der 
Aufsenseite gelb ist. Die Hintertarsen sind rotbraun , auf der 
Oberseite schwarzbraun , sämtlich fein und dicht gelb behaart. 
Die Flügel sind, zumal gegen die Spitze hin, ziemlich stark rauch- 
grau verdunkelt , weisen ein dunkelbraunes Stigma auf und von 



Speiser. Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 97 

der Vena spuria unterhalb der Gabelung des Radialraums aus- 
gehend eine kleine rauchbraune fast fleckartige Verdunkelung. 
Schwinger gelblichweifs. Der Hinterleib ist annähernd parallel- 
seitig, ziemlich lang , bronzeschwarz ; auf dem zweiten Segmente 
1 Paar ziemlich grofser dreieckiger oder tropfenförmiger Flecken. 
Man kann sie so beschreiben, dafs man sagt : Eine in der Mitte 
der Segmentlänge querüber gezogene Linie durchläuft auf dem 
zweiten und vierten Fünftel ihres Laufes einen blafsledergelben 
Fleck , der nach vornehin annähernd kreisrund begrenzt ist , der 
aber nach hinten seitwärts sich tropfenförmig verlängert. Auf 
dem dritten Segment liegt dann das gewöhnliche , gestreckt halb- 
mondförmige Fleckenpaar von weifslich ledergelber Farbe etwas 
vertieft; weitere helle Flecken hat das Abdomen nicht. Die Be- 
haarung des Abdomens ist im allgemeinen schwarz, an den Seiten 
des ersten und zweiten Segmentes und auf diesem , bis auf die 
hellen Flecke übergreifend , diese aber nicht ganz überdeckend, 
weifslich , ebenso auf den Flecken des dritten Segmentes und zu 
beiden Seiten der Mitte auf dem fünften Segmente. Der Bauch 
ist trüb gelblich, die cf Genitalien treten sehr stark knollig hervor, 
als 1 Paar gelbbrauner, weifslich kurz behaarter, auf ihrer vorderen 
Wölbung schwarzbrauner Knoten. 

Emnerus doliehocerus nov. spec. — 1 $ bei Garua im 
Dezember 1913 gefangen. 

Der recht schmalen Stirn des Exemplares wegen würde man 
versucht sein , E. feae Bezzi darin zu sehen , doch ist weder das 
Scutellum wirklich gelb gerandet , wie bei dieser Art , noch ist 
die Behaarung auch nur annähernd eine so dichte, wie für diese 
angegeben. Auch nach der Tabelle bei Herve-Bazin kommt man 
zu keinem befriedigenden Ergebnis mit dem Versuch einer Be- 
stimmung, da bei E. erythrocerus Lw. die Augen behaart sein sollen 
und Loew die Stirn des $ ausdrücklich als besonders breit be- 
zeichnet. Ich mufs daher in dem Exemplar den Vertreter einer 
eigenen Art sehen. Herr Professor Dr. M. Bezzi in Turin ist 
der gleichen Auffassung und versicherte insbesondere die Ver- 
schiedenheit von E. feae Bezzi. 

5 mm lang , durchweg schwarz , mit Ausnahme der Fühler 
und Beine, welche gröfstenteils rotgelb sind. Kopf erzschwarz 
und dicht punktiert , schütterweif s behaart. Die Stirn ist am 
Scheitel kaum breiter, als die beiden hinteren Ocellen voneinander 
entfernt sind, und verbreitert sich nach vorn in mäfsigen Grenzen. 
(Zu bemerken ist, dafs das Exemplar nach der Herausnahme aus 
dem Alkohol gerade am Kopf etwas zusammengeschrumpft ist, 
so dafs z. B. auf dem Untergesicht ein vorher nicht vorhandener 
Mittelkiel entstanden ist.) Einlenkungsstelle der Fühler etwas 



98 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

oberhalb der halben Augenhöhe. Die Fühler sind bräunlich rot- 
gelb , lang , so dafs sie wenig vom Mundrande entfernt bleiben, 
das dritte Glied ist dabei besonders verlängert , etwas mehr als 
dreimal so lang als die Basalglieder zusammen und fast dreimal 
so lang als breit , auf der inneren Seite seiner Endhälfte etwas 
gebräunt, die Borste schwarzbraun mit rötlicher Wurzel. Thorax 
erzschwarz, dicht punktiert, mit etwas rötlich scheinenden Schulter- 
ecken und einem Paar kaum sichtbarer bläulichgrau bereifter 
Mittelstriemen , die sich hinter der Mitte ganz verlieren. Der 
Hinterrand des Scutellums ist etwas rötlich, die gesamte Thorax- 
behaarung weifslich und sehr spärlich. Hüften und Schenkel 
schwarz , letztere mit einer etwas gelblichrot gefärbten Wurzel, 
die Vorderschenkel auch an der Spitze in ziemlicher Ausdehnung 
rotgelb. Die Tibien rötlichgelb , die beiden vorderen Paare um 
die Mitte, die Hintertibien auf dem gröfsten Teil der Aufsenseite 
braun , alle stark weifs behaart , die Tarsen sämtlich gelbbraun. 
Flügel glashell, ohne Stigma, mit schwarzbraunen Adern, Schüpp- 
chen und Schwinger rahmgelb , erstere weifslich befranst. Der 
Hinterleib ist durchweg schwarz , punktiert , und weist auf dem 
zweiten bis vierten Segment sehr deutlich ausgebildete „Mond- 
necken" auf. Die beiderseitigen Flecken bleiben in der Mitte ein 
gut Stück getrennt. Unter ihrer weifsen Behaarung scheint kein 
gelblicher Farbenton zu liegen. 



Farn. Ortalidae. 



Elassogaster vanclemvulpi Hendel 1914 (metallicus Wulp 
nee Big.). — 4 Pärchen aus Duala von Juni und Juli 1912. 

Die Art ist weit verbreitet und aufser in Südafrika, Deutsch- 
Ostafrika (von Schroeder und Katona gesammelt) sowie Aden 
auch aus Obuasi im Ashantigebiet und von Sierra Leone bekannt. 

liivellia neoteva nov. spec. — 3 o*, 2 $ aus Duala vom 
Juni 1912. 

Mit Hendels Tabelle 1914 kommt man auf R. quadrivittata 
Macq., und dieser Art steht die hier neu benannte auch sicherlich 
am allernächsten , zumal auch sie die recht spitze Oberecke des 
dritten Fühlergliedes hat. Sie hat jedoch ganz schwarze Schulter- 
ecken und ebenso ganz schwarze Vorderschenkel als erste Unter- 
scheidungsmerkmale. Die ziemlich breite Stirnstrieme ist dunkel- 
braun, matt, zerstreut mit ziemlich langen Börstchen besetzt, die 
Augenränder glänzend und vor dem Ocellenfleck nach vorn ein 
zungenförmiger glänzender Fleck , welcher sich im Gegensatz zu 
dem schwarzen Ocellenfleck lederbraun absetzt. Die beiden Grund- 
glieder der Fühler sind ebenfalls lederbraun , das Endglied matt 



Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 99 

braun , seine Borste kurz pubescent. Der ganze Thorax ein- 
schliefslich der Schulterecken pechschwarz mit dünner graulicher 
Tomentierung , der Hinterleib ebenfalls pechschwarz , ziemlich 
glänzend , aber durch grobe Skulptierung doch im Glanz ver- 
ändert (so dafs man versucht ist , an das Vorliegen von Neoepi- 
desma vicina Macq. zu denken). Die Hüften, die äufsersten Spitzen 
der Schenkel und sämtliche Tarsen sind lederbraun, die Schenkel 
und Tibien alle gleichmäfsig dunkel pechbraunschwarz. Die 
Zeichnung der Flügel hält gewissermafsen die Mitte zwischen 
derjenigen bei Neoepidesma thoracalis Hendel (1914, Fig. 20) und 
Riveüia basilaris Wied. (Hendel 1914, Fig. 10), indem sie von 
ersterer die Verteilung , Ausdehnung und Form der Querbinden 
hat, von letzterer die Art der Spitzensäumung, welche von einem 
mehr punktförmig heraustretenden Fleck auf der Mündung von 
R4 -i. 5 einen breiteren Saum bis zur Mündung von M und einen 
etwas schmäleren bis zur Mündung von R2 -f 3 schickt. Die 
Schüppchen sind durchscheinend weifs, weifs befranst, die Schwinger 
rahmweifs. 

Oeciotypa parallelomma Hendel 1914. — 1 $ im De- 
zember 1912 bei Soppo gefangen. 

Das Exemplar weicht von der auf 1 $ aus Obuasi im 
Asliantigebiete begründeten Originalbeschreibung unbedeutend ab, 
indem die hintere Basalzelle hier fast ganz glashell ist und in 
dem hellen Raum unterhalb des Spitzensaumes sich ein dunkler 
Fleck als Andeutung einer weiteren Binde findet. Der Fleck ist 
auf der Ader M x fast so dunkel wie die anderen Binden , von 
dort nach vorn setzt er sich aber nur als undeutlicher rauch- 
brauner Schatten bis auf zwei Drittel der Breite der ersten 
Hinterrandzelle fort. 

Polystodes metadacus nov. spec. — 44 Exemplare beider 
Geschlechter bei Gela im Mandarra-Gebirge gefangen. 

Ich stelle die Art vorläufig zu der 1830 errichteten Gattung 
Polystodes R. D. (die richtig Polistodes geschrieben werden müfste, 
da sie ihren Namen von der Ähnlichkeit mit der Wespengattung 
Polistes trägt) , mit deren einziger Art P. ichneumoneus R. D. die 
nun vorliegende eine sichtlich grofse Ähnlichkeit und nächste Ver- 
wandtschaft verbindet ; immerhin mag später doch eine Trennung 
als eine besondere Gattung nötig sein. Das Tier macht im 
Habitus in gewisser Weise den Eindruck eines Dacus. 

6 mm lang. Das ganze Tier ist honiggelb , einschliefslich 
der Fühler und Beine, nur die Stirnmitte ist etwas gebräunt und 
auf dem Mesophragma ist ein schwarzbrauner Mittelfleck vor- 
handen , welcher sich am Vorder- und Hinterrande etwas ver- 



100 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

schmälert. Kopf von vorn gesehen um ein Drittel breiter als 
hoch , von der Seite gesehen durch reichliche Polsterung der 
unteren Hälfte des Hinterkopfes rundlich, die Backen gehen mäfsig 
breit unter die Augen herunter und stehen tiefer als der Mund- 
rand in der Mitte. Der Mundrand ist etwas angehoben, so dafs 
das Untergesicht leicht ausgehöhlt ist , wobei seine Mitte etwas 
erhaben ist , ohne , dafs es doch zu einer leistenartigen Bildung 
kommt. Die feine Behaarung des Kopfes ist goldgelb, aber auch 
die gröfseren Borsten sind gelb , mit braunem Ende. Es sind : 
1 Paar Postvertikalen , 1 Paar innere Orbitalen dicht vor dem 
Ocellendreieck , und 2 Paar äufsere Orbitalen nahe oberhalb der 
Fühlerhöhe und weiter oben, endlich 1 Paar sehr kräftige Verti- 
kalen. Die Augen sind höher als breit , ihr hinterer Umrifs ist 
flach gewölbt, ihr vorderer dafür sehr stark bogenförmig, unregel- 
mäfsig parabolisch , indem der Scheitel der Wölbung über ihrer 
Mitte liegt, Rüssel und Taster kurz, letztere nicht verdickt oder 
verbreitert. Auch die Fühler kurz , eben über der Augenmitte 
eingefügt , das dritte Glied schlank und mit spitzer Oberecke, 
deutlich haarig und dreimal so lang als die Grundglieder zu- 
sammen ; die Borste ist mittellang gefiedert. Thoraxrücken wenig 
gewölbt, etwa wie bei Elassogaster oder Plagiostenopterina , mit an- 
liegender feiner gelber Behaarung und wenigen Macrochaeten : 
Jederseits eine Posthumeralis und Praesuturalis, welche bei vielen 
Stücken gelb sind , ferner eine schwarze Supraalaris und eine 
ebenfalls schwarze Praescutellaris , auf dem Scutellum 1 Paar 
sehr kräftiger schwarzer Borsten jederseits vor dem Hinterrande, 
also auf der Rückenfläche des Scutellums stehend. Die Schulter- 
ecke und ein undeutlicher Striemen unterhalb der Notopleuralnaht 
sind bisweilen etwas heller , mehr rahmgelb. Beine lang und 
schlank ohne Besonderheiten und gröfsere Borsten , nur dafs am 
Ende der Mittelschienen unten eine lange und ziemlich dicke 
schwarze Borste steht, neben der zu beiden Seiten je eine dünnere 
und kürzere gelbe zu bemerken ist. Flügel ganz leicht graulich 
mit braunem Stigma, am ganzen Vorderrande entlang eine rauch- 
braune Säumung , welche sich in der Unterrandzelle verbreitert, 
indem ihre innere Begrenzung hier von der Mündung von R 2 4. 3 
nur wenig schräg abwärts zu R4 _|_ 5 zieht, so dafs ein auffallender 
Spitzenfleck zustande kommt, welcher mit R4 4. 5 genau abschliefst. 
Die Randader geht ein Stück über R4 4. 5 hinaus , die Unterrand- 
zelle ist am Ende dadurch etwas trompetenartig erweitert , dafs 
die genannte Ader sich an der Spitze abwärts neigt , ohne dafs 
dadurch doch die erste Hinterrandzelle verengert würde. Kleine 
Querader dichj; spitzenwärts von der Mitte der Discoidalzelle, 
Analzelle nur ganz wenig kürzer als die hintere Basalzelle , die 



Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. lui 

Analquerader leicht gebrochen, jedoch so, dafs die Analzelle unten 
(hinten) keinen Zipfel hat, sondern eher oben (vorne) etwas länger 
ist. Hinterleib lang und schlank, an der Basis etwas enger, auf 
dem vierten und fünften Segment sind am Hinterrande in der 
Mitte deutlich 1 Paar dünne Makrochaeten ausgebildet , ebenso 
stehen am Hinterrande des sechsten Segmentes mindestens 4 solche 
schwarzen Makrochaeten , an den Seiten ferner noch am fünften 
und sechsten Segmente 1 Paar weitere. Bei einzelnen Exemplaren 
sind auch schon am Hinterrande des dritten Segmentes 1 Paar 
Haare makrochaetenartig ausgebildet. 



Farn. Trypaneidae. 



Ceratitis punctata Wied. 1826. — 1 d* aus dem Dezember 
1912 von Soppo am Kamerunberge. 

Diese „Kakao - Fruchtfliege" ist bereits von Enderlein 1911 
(Barombi) und Zacher 1912 (Viktoria) aus Kamerun verzeichnet 
und in der äthiopischen Region weit verbreitet : Konakry im 
französischen Sierra-Leone-Gebiet , Guinea , Ashantiland , Kongo- 
gebiet, Pungo Andongo in Loanda, Delagoabai und Uganda. 

Carpophthoromyia pulchella Austen 1910 in: Bull. ent. 
Research, v. 1 p. 72. — 1 $ von Soppo am Kamerunberge, im 
November erbeutet. 

Von Entebbe am Nordufer des Victoria- Nyansa beschrieben. 

Ich habe das Kameruner Exemplar kürzlich noch mit der 
Type der Art in London verglichen ; es ist wesentlich kleiner 
als diese, aber, auch nach dem Zeugnis ihres Autors, identisch. 

Aeanthoneura fallacivena Enderlein 1911. — 2 cf, das 
eine im Dezember 1912 bei Soppo, das andere am 25. IL 1913 
bei Tiko, nahe Victoria, gesammelt. 

Die o* sind mit 6 mm Körper- und gleicher Flügellänge 
merklich kleiner als die bislang einzig bekannten beiden $. Sie 
weichen ferner dadurch ab, dafs die „2 mittleren braunen Längs- 
linien" auf dem Thoraxrücken fehlen. Ferner ist ein glasheller 
Fleck in der Discoidalzelle vorhanden, welcher nahe deren vorderem 
Rande zwischen den beiden Queradern liegt und bei dem von mir 
1911 (Jahrb. Nassau. Ver. Wiesbaden) erwähnten Stücke aus dem 
Kongostaat eben schon angedeutet ist. Zu erwähnen ist ferner, 
dafs der Kopf dieser b" fast ganz normal rundlich, nicht wie bei 
manchen anderen Arten der Gattung verbreitert ist. Die End- 
läppchen am Hinterleib , die die Genitalöffnung flankieren , sind 
rahmweifs. 

Man kennt die Art bisher aus Fernando Poo und dem 
Kongostaat ; das British Museum (Natural History ) besitzt sie 



102 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

auch aus Uwet in Süd-Nigeria (August 1906 von G. C. Dudgeon 
gesammelt). 

Acidia coloniarum nov. spec. — 1 $ aus Tiko bei Victoria 
vom 25. IL 1913 ; ein zweites ? besitze ich, das Herr Professor 
Dr. Chr. Schroeder am 5. XII. 1905 im Sigitale in Deutsch- 
Ostafrika fing ! 

Die Art gehört zu einer Gruppe besonders robuster Arten, 
welcher auch A. obnubila Karsch und eine dieser sehr nahestehende, 
noch unbeschriebene südafrikanische Art angehört , und welche 
vielleicht an anderer Stelle als eine besondere Gattung heraus- 
zuheben sein wird. 

8 mm lang. Hell kastanienbraun mit fast ganz schwarzem 
Hinterleib und helleren Beinen und ziemlich breiten Flügeln, 
welche zwei schmale und eine breitere dunkle Binde aufweisen. 
Kopf rundlich , rotbraun , die Stirn beiderseits , zumal vorn , mit 
schwarzen matten Augenrändern und einem glänzend schwarzen 
Ocellenfleck, leicht grau bereift und undicht fein schwarz behaart. 
2 innere und vorn 3 schwächere äufsere Orbitalen, 1 Paar langer 
und kräftiger Vertikalen und 1 Paar weniger langer Postverti- 
kalen. Rüssel kurz und dick, Taster breit, gegen das Ende noch 
etwas verbreitert , gelb mit schwarzer feiner kurzer Behaarung. 
Die Fühler matt rotgelb , mit mehr graurotem Endglied , welches 
an der Spitze ziemlich verjüngt ist und eine mittellang gefiederte 
Borste trägt. Thorax hell kastanienbraun mit rahmgelben Schulter- 
ecken, von denen eine undeutliche gleichfarbige Strieme unterhalb 
der Notopleuralnaht zur Flügelwurzel zieht. Jederseits etwas nach 
innen von der Schulterschwiele liegt eine über den ganzen Thorax 
gerade nach hinten laufende , gegen hinten schmäler werdende 
und vor dem Scutellum verschwindende dunkelbraune Längslinie. 
Das Scutellum ist obenauf bräunlich honiggelb, auf seiner Unter- 
seite hat es einen dunkel schwarzbraunen Mittelneck , das Meso- 
phragma ist grofsenteils schwarz. Die Hüften und Schenkel sind 
hell kastanienbraun , die Mittel- und Hintertibien schwarz , die 
Vordertibien und alle Tarsen braun. Auf den glashellen und etwas 
glänzenden Flügeln läuft eine breitere Binde in der Breite des 
Stigmas von diesem letzteren abwärts querüber bis zur Analader, 
an dieser das zipfelförmig ausgezogene Ende der Analzelle deckend. 
Eine zweite , schmälere Binde läuft , ganz leicht spitzenwärts 
konkav, parallel zu der vorigen über die kleine Querader hinweg ; 
sie ist am Vorderrande etwas schmäler und heller, am Hinterrande 
etwas breiter und dunkler. In der wurzelwärtigen Begrenzung 
wiederum parallel mit dieser Binde ist das Spitzendrittel des 
Flügels vom letzten Drittel der Randzelle ab schwarzbraun , und 
es bleiben nur 2 helle Flecke übrig, nämlich als ziemlich breiter 



Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. in:> 

Fleck die Spitze der ersten Hinterrandzelle , auch noch die End- 
ecken der Unterrandzelle und der zweiten Hinterrandzelle fassend, 
und ein Fleck am Rande flach in der zweiten Hinterrandzelle. 
Die kleinen Schüppchen sind weifslich, die Schwinger weifs. Der 
Hinterleib ist obenauf schwarz und ziemlich glänzend, auch schwarz 
behaart , auf der Bauchseite sind die ersten 3 Segmente häutig- 
gelb, der Rest ebenso schwarz wie der Rücken, die Legeröhre ist 
kurz dunkel kastanienbraun. 

Ocnerioxa nov. gen. Eine eigentümliche Gattung , welche 
im Habitus an Rioxa erinnert, andererseits in der Flügelzeichnung 
und dem Geäder aufs engste an einzelne Ocneros-(Hemilea-) Arten 
(z. B. 0. praestans Bezzi aus Indien) sich angliedert, aber wiederum 
durch Merkmale der Beborstung sich von allen diesen entfernt, 
nicht zum mindesten durch eine durchaus nackte Ader R4 + 5- 
Kopf rundlich , mit ziemlich langen Fühlern , deren drittes Glied 
gut viermal so lang als die beiden basalen zusammen ist , und 
eine völlig nackte Borste trägt. Keine Ocellarborsten, von den 
beiden oberen Orbitalen ist die oberste nur sehr schwach ent- 
wickelt , so dafs sie leicht übersehen werden kann , 2 untere 
Orbitalen. Die Vertikalen kräftig , die Postvertikalen mittellang, 
schwarze Borstenzeilen am hinteren Augenrand. Thorax obenauf 
flach gewölbt und mit heller anliegender Behaarung, ohne Scapular- 
borsten , mit ziemlich dünnen , wenn auch deutlichen Humeralen, 
Posthumeralen und Praesuturalen ; keine Dorsocentrales , 3 Paare 
Supraalares , deutliche Praescutellares , am Scutellum 4 Borsten. 
Eine schwache Propleuralis , eine kräftige Mesopleuralis , Ptero- 
pleuralis undeutlich , Sternopleuralis kräftig. Beine dünn und 
ohne Besonderheiten , Flügelgeäder wie oben angegeben. Hinter- 
leib schlank, kegelförmig, ziemlich kurz, ungefähr wie bei Rioxa. 

Typische Art ; 

Ocnerioxa pennata n. spec. — 39 Exemplare beider Ge- 
schlechter aus Mubi bei Garua im nördlichen Kamerun. 

3 1 / 3 — b l \ 2 nim lang, die Länge des Flügels jeweils der 
Körperlänge gleichkommend. Ledergelb mit dunkelbraunen Zeich- 
nungen. Diese letzteren sind : Auf der Hinterfläche des Kopfes 
ein Paar rundlicher Flecke jederseits des Halses, auf dem Thorax- 
rücken ein Paar Linien , welche vorn etwas einwärts von den 
Schulterecken beginnen und geradlinig nach hinten laufen , wo 
sie noch auf die Seitenecken des Scutellums übertreten und dann 
abwärts auch auf die seitlichen Drittel des Mesophragma über- 
gehen , welche sie verwaschen auslaufend braun färben. Ferner 
ein feiner brauner Strich unterhalb der Notopleuralnaht hinter 
der Schulter schwiele beginnend bis zur Flügel wurzel. Auch die 
Seiten und das Ende des Abdomens sind undeutlich gebräunt, 



104 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

und nur die beiden basalen Segmente besonders hell. Die Beine 
ganz hell ledergelb , die Flügel auf den vorderen 2 Dritteln 
braungelb bis dunkelbraun , wobei die hintere Grenze dieser 
Färbung , sägeförmig abgegrenzt , ungefähr parallel zum Vorder- 
rande aus dem Zipfel der Analzelle bis zur Mündung von M l 
läuft. Am Flügelvorderrande bleiben von dieser Bräunung 2 Flecke 
frei , welche unmittelbar hinter der Mündung der Subcosta und 
von Rj liegen. 

Craspedoxantha manengubae nov. spec. — 1 cf im Oktober 
1912 bei Dschang erbeutet. 

Dies ist die dritte Art ihrer Gattung, die auf die birmanische 
Hügelart C. octopunctata Bezzi errichtet wurde , und zu der auch 
meiner Meinung nach, wie Bezzi schon vermutet, Trypeta marginales 
Wied. vom Kap gehört. 

5 2 / 3 mm lang, von gelber Grundfarbe, grauem Thoraxrücken 
und rötlichgelben Beinen. Der Kopf ist sandgelb mit etwas röt- 
licher Stirnstrieme und schwarzem Ocellenfleck. Die Stirn tritt 
nur sehr wenig vor , so dafs das Untergesicht ziemlich senkrecht 
zu dem stark aufgeworfenen Mundrand abfällt. Die Beborstung 
stimmt mit der in der Gattungsbeschreibung angegebenen sonst 
überein, nur dafs 2 Paar obere und 3 Paar untere Orbitalborsten 
vorhanden sind , ja links steht noch eine vierte untere nahe der 
Fühlerwurzel. Der Rüssel ist ziemlich lang und dick, die Taster 
abgerundet breit und flach. Die Fühler erreichen den Mundrand 
nicht, ihr drittes Glied ist kaum länger als das verlängerte zweite. 
An dem sonst sandgelben Thorax ist das Mesophragma ganz 
schwarz, und ebenso der Thoraxrücken aufser einem breiten Rande, 
der ringsum läuft , ziemlich tief schwärzlich , an beiden Stellen 
aber die schwarze Farbe durch die dichte ganz gelbe kurze Be- 
haarung soweit gemildert , dafs sie grau aussehen. In dieser 
Grundfarbe stehen dieselben 8 schwarzen Punkte , die Bezzi für 
die birmanische Art beschreibt, 2 Paar glänzende um die Wurzeln 
der Dorsocentral- und der Praescutellarborsten und 2 Paar mehr 
sammetschwarzer unterhalb der Praesuturalis und vor der ersten 
Supraalaris. Weitere schwarze oder schwärzliche Fleckchen finden 
sich hier jedoch nicht , ebensowenig auf dem Scutellum , womit 
sich die Art aufs Bequemste von der südafrikanischen unter- 
scheidet ; die Unterscheidung von der birmanischen ist schon 
allein durch die Flügelzeichnung und auch diejenige des Hinter- 
leibes gegeben. Das übrigens kurz schwarz beborstete , kissen- 
artig gewölbte Scutellum ist in der Mittellinie ebenso wie die 
Stirnstrieme leicht und spärlich blutrot gefärbt , wie wenn dort 
nur ein wenig von dieser Farbe spritzerartig hinübergewischt 
wäre, und zu beiden Seiten dieser Färbung etwas mehr graugelb. 



Speiser, Beiträge zur Dipterenfauna von Kamerun. 105 

Die Hüften sind sandgelb, die ganzen Beine rötlichgelb und trotz 
ganz kurzer schwarzer Beborstung etwas glänzend. Die Flügel 
sind glashell, mit breitem, schwarzbraunem Spitzenfleck, der, die 
Costa schwarz färbend , von der Mündung von R 2 4. 3 bis etwas 
über die Media hinausreicht. Während aber das Cubitalfeld völlig 
glashell bleibt, ist die Radialader in ihrem Wurzelteil, die Wurzel- 
querader und R2 + 3 in ihrem ganzen Verlaufe breit gelb gesäumt, 
was im Wurzelteil bis an die Media heranreicht und von der 
Costal-, Subcostal- und Marginalzelle nur wenige fleckartige Stellen 
glashell läfst, übrigens zwischen der im Endteil nahezu unsichtbar 
werdenden Subcosta und der Mündung von R x ein dunkel braun- 
gelbes , gegen die Spitze hin fast schwarzbraunes Stigma bildet, 
das an der Spitze auch die Costa schwarz färbt und über Rj 
hinaus in die Marginalzelle ausläuft. In ziemlich gleichen Ab- 
ständen voneinander und den beiden begrenzenden Adern liegen 
dann noch am Vorderrande der Marginalzelle 2 schwarze , die 
Costa so färbende und bis etwa in die halbe Zelle einwärts 
reichende Punkte. Die Squamae haben einen braunen, mit gold- 
gelben Härchen bewimperten Rand , sind sonst gelblich , die 
Schwinger gelblichweifs. Der Hinterleib ist sandgelb , obenauf 
mit etwas mehr rötlichem Ton und etwas stärker glänzend , auf 
der Wurzel des ersten Segmentes und am Bauche gelb behaart, 
sonst mit kurzen schwarzen Härchen besetzt. Der Vorderrand 
des vierten Segmentes ist , aufser in seiner Mitte , schwarz ge- 
säumt , und an den Hinterecken des Segmentes , das so lang wie 
die beiden vorhergehenden zusammen ist, steht 1 Paar schwarzer 
Punkte. 

Farn. Micropezidae. 

Tanypoda africana Big. 1886 in : Ann. ent. France, ser. 6, 
vol. 6, p. 378. — 3 $ von Duala aus dem Juli, ein viertes von 
Dschang, Ende Oktober gefangen. 

Vom Senegal beschrieben. 

Tanypoda pliosema nov. spec. — 2 Pärchen aus dem Juli 
1912 von Duala. 

In Körperfärbung und Flügelzeichnung ganz mit der soeben 
zitierten Art übereinstimmend , mit einer Körperlänge bis zu 
10 mm etwas gröfser als die mir vorliegenden Exemplare der 
anderen Art. Abweichend ist die bei weitem lebhaftere Zeichnung 
der Mittel- und Hinterbeine, während die Vorderbeine die gleiche 
Zeichnung wie bei jener aufweisen , allerdings auch mit einer 
breitern Entwicklung des rotgelben Ringes an der Basis der 
Vorderschenkel. Mittel- und Hinterschenkel sind bei der neuen 
Art eher als rotgelb mit einigen schwarzbraunen Ringeln zu be- 



106 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

schreiben, während sie bei T. africana Big. als schwarzbraun mit 
spärlichen rotgelben Ringeln zu bezeichnen sind. Auf den Mittel- 
schenkeln sitzen die schwarzbraunen Ringel : auf der Mitte der 
breiteste und je einer ein Stück vor der Spitze und ein Stück 
jenseits der Wurzel. Auf den Hinterschenkeln ist der nahe der 
Wurzel breiter als die beiden anderen , der zweite sitzt etwas 
spitzenwärts von der Mitte, der dritte wieder etwas vor der Spitze. 
Die Tibien sind etwas hellbraun. 



Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer. 

Von Regierungsrat a. D. Dr. Micke. 

Die nachstehende Veröffentlichung soll eine Vorarbeit dar- 
stellen für ein Verzeichnis pommerscher Käfer , das hoffentlich 
einmal von sachkundiger Seite in Angriff genommen wird. Die 
Feststellung des Vorhandenseins bestimmter Käferarten zu einer 
bestimmten Zeit in einem örtlich bestimmten kleineren Gebiete 
verschafft ein aufserordentlich wertvolles Material zum Studium 
des Auftretens und Wiederverschwindens von Arten , deren Ur- 
sachen man nur an der Hand möglichst genauer Angaben über 
die Auffindung und deren Begleitumstände nachgehen kann. Nach- 
dem Schilsky für Brandenburg und Gerhardt für Schlesien der- 
artige Verzeichnisse aufgestellt haben , die jeder Entomologe be- 
sitzt und schätzt , sollte die Reihe an Pommern kommen , das 
wegen seiner, geographischen Lage, seines Klimas, seiner höchst 
wechselvollen Bodenbeschaffenheit und der von diesen Faktoren 
bedingten Flora und Fauna ganz besondere Beachtung verdient. 
Wie in Schlesien kommen auch in Pommern Käferarten vor , die 
sich sonst nirgends in Deutschland finden. Es sei dabei an die 
interessanten Mitteilungen von Kniephof erinnert. Auch die nach- 
stehende Aufstellung enthält Arten, die für Norddeutschland, einige 
sogar, die für Deutschland neu sind. Eine mehr als zehnjährige 
Sammeltätigkeit auf den Inseln Usedom und Vilm setzt mich in 
den Stand , ein einigermafsen abgeschlossenes Bild der meisten 
Familien für dieses Gebiet zu geben. Dabei habe ich die ge- 
wöhnlichen und überall verbreiteten Arten fortgelassen. Die Aus- 
beute wurde zum grofsen Teile von meinem hochverehrten Onkel 
und Förderer Herrn General Gabriel in Neifse bestimmt ; in einigen 
zweifelhaften Fällen prüften Herr Reitter und Herr Gerhardt die 
Bestimmungen nach und bestätigten sie. 



Micke, Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer. 107 

1. Usedom. 

Die langgestreckte Insel Usedom schliefst mit der Insel Wollin 
die Odermündung gegen die Ostsee ab. Sie besteht aus Schwemm- 
land und trägt eine zum Teil aufserordentlich üppige Vegetation, 
besonders in dem südlich des bekannten Seebades Zinnowitz ge- 
legenen buchtenreichen Teile und weiter östlich in dem Abschnitte 
zwischen Koserow und Heringsdorf. Der Käfersammler macht dort 
reiche Beute , wenn er weifs , wo er suchen mufs , und sich eine 
eigentümliche Erscheinung zunutze macht , die auch an anderen 
Stellen der Ostseeküste schon beobachtet worden ist *) und auf 
Usedom regelmäfsig von Ende Mai bis Ende Juni auftritt. Wer 
zu dieser Zeit bei Seewind die am Strande liegenden halbver- 
trockneten Tanghäufchen untersucht , ist aufs höchste erstaunt 
über die Unmasse von Käfern , die sich dort verborgen halten. 
Dafs es nicht nur die eigentlichen Strandbewohner sind , lehrt 
auf den ersten Blick die Anwesenheit der zahlreichen Agabus und 
Ilybius. Es wimmelt aufser ihnen von Staphyliniden , Carabiden, 
Chrysomeliden , Curculioniden , die nicht am Strande zu Hause 
sind. Wie kommen diese Käfer an den Strand und wie erklärt 
sich ihr massenhaftes Auftreten ? Da diese auch biologisch sehr 
interessante Erscheinung jedesmal zu derselben Zeit zu beobachten 
ist , mufs angenommen werden , dafs sie keine Ausnahme bildet, 
sondern unter gleichen Bedingungen immer wieder auftritt. Sie 
ist folgendermafsen zu erklären : Ende Mai und Anfang Juni finden 
die Hochzeitsflüge der meisten geflügelten Arten statt. Die Käfer 
erheben sich aus den Wasserbecken , Uferpflanzen und den noch 
ungemähten Wiesen des Hinterlandes besonders in schwülen Nächten 
in Menge und werden bei Landwind auf die See hinausgetragen. 
Vielleicht lockt sie auch der helle Schimmer des breiten Sand- 
strandes und der Seefläche. Sind sie über letzterer , so lassen 
sie sich nieder oder fallen ermüdet herab. Dreht sich nun der 
Wind und weht aus entgegengesetzter Richtung , so werden die 
Käfer an den Strand gespült und verkriechen sich unter den 
Tanghaufen. Besonders in der Erinnerung steht mir ein Junitag 
des Jahres 1909. Es hatte 10 Tage lang schwacher Landwind 
geweht , der sich nun plötzlich nach Nordost drehte und immer 
stürmischer wurde. Er blies schliefslich mit solcher Gewalt, dafs 
sich die angeschwemmten Tiere im Tange nicht halten konnten, 
sondern den Strand hinauf getrieben wurden und in der Senkung 
hinter der Vordüne niederfielen. Dort lagen sie in Mengen , wie 
man sie sonst nur unter günstigen Verhältnissen bei Überschwem- 



J ) v. Lengerken in Jahrg. 5 Nr. 9 der „ Entomologischen Blätter" 
(1909) p. 189. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 8 



108 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

mungen sieht, auf dem weifsen Sande aufs bequemste ausgebreitet. 
Natürlich waren es vorwiegend gewöhnliche Arten, aber auch viele 
bessere und einige ganz seltene ; in ihrer Gesamtheit aber boten 
sie eine prachtvolle Mustersammlung wohl der meisten geflügelten 
und flugfähigen Arten des Gebiets. Dafs die oben gegebene Er- 
klärung richtig ist, scheint dadurch erwiesen, dafs die geschilderte 
Erscheinung nur in der Zeit von Mitte Mai bis Ende Juni auf- 
tritt , im Juli aber fast ganz verschwindet , dafs sie bei vorauf- 
gegangenem Landwind und umschlagendem Seewind regelmäfsig 
zu beobachten ist und dafs die meisten Käfer dort angespült 
werden, wo das Hinterland eine besonders reiche Vegetation und 
viel Wasser aufweist. Daher erklärt sich auch, dafs westlich von 
Zinnowitz, wo das Hinterland immer sandiger wird, die Zahl der 
angeschwemmten Käfer sichtlich abnimmt. Untersucht man die 
Ausbeute , so sieht man fast alles vertreten , was Flugfähigkeit 
besitzt , Vertreter fast aller geflügelten Insektenordnungen , vor- 
wiegend aber Käfer. Sehr auffällig war mir , dafs unter den 
Tausenden von Wasserkäfern niemals Vertreter der Haliplidae, 
Hydroporinae, Noterinae oder Laccophilinae zu finden waren, sondern 
ausschliefslich solche der mittelgrofsen und grofsen Gattungen. 
Da in der Fachliteratur den kleinen Gattungen keine geringere 
Flugfähigkeit zugeschrieben wird wie den grofsen , müfste man 
annehmen , dafs erstere zu anderen Zeiten fliegen. Da ich aber 
auch zu anderen Zeiten , im Juli bis September , nie einen der 
kleineren Wasserkäfer am Strande gefunden habe , möchte ich 
glauben, dafs deren Flugfähigkeit — wenn überhaupt vorhanden — 
nur gering ist. Dafür spricht auch, dafs, wie ich in Finkenkrug 
und an anderen Orten beobachtete , in neu angelegten Gräben, 
durch Regengüsse entstandenen Tümpeln u. dergl. , selbst in der 
Nähe von älteren Wasserlöchern stets nur Vertreter der gröfseren 
Wasserkäfergattungen gefunden werden und die Besiedelung durch 
die kleinen Arten erst nach und nach erfolgt , wahrscheinlich 
durch Verschleppung der Eier. 

Ückeritz liegt östlich von Zinnowitz zwischen Koserow und 
Heringsdorf. Auch hier ist das Hinterland wasserreich , seine 
Vegetation aufserordentlich üppig. Dieselbe Erscheinung wie in 
Zinnowitz zeigt sich auch hier , wenn auch in geringerem Mafse, 
vielleicht weil der Waldgürtel zwischen dem Hinterlande und dem 
Strande bedeutend breiter ist. 

Die nun folgende Aufstellung ist nach dem Reitterschen 
Katalog geordnet. Wo nichts anderes vermerkt , sind mehrere 
Stücke der betreffenden Art gefunden. Unter Ückeritz sind nur 
die nicht schon unter Zinnowitz vertretenen Arten aufgeführt. 
Fundort ist der Strand, soweit nichts anderes vermerkt ist. 



Micke, Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer. 109 

a) Zinnowitz. 

Cicindela maritima in grofsen Trupps auf der Vordüne , ver- 
mischt mit intermedia Lengk. und hybrida, gelegentlich auch einigen 
a. obscura. Im Juni häutig , später nur vereinzelt. Calosoma In- 
quisitor. Le'istus rufescens (1), fulvibarbis (1). Omophron limbatum (1). 
Blethisa multipunctata zahlreich, desgl. Elaphrus uliginosus, Dyschirius 
arenosus und obscurus. Dyschirius impunctipennis. Bembidion rupestre (1), 
saxatile in Anzahl , nitidulum , minimum , humerale, Doris, contami- 
natum , neu für Deutschland, in Anzahl , assimile und 
a. productum, guttula. Epaphius secalis. Panagaeus crux major zahl- 
reich. Chlaenius nigricornis in Anzahl, melanocornis, tristis und sulci- 
collis in Anzahl , desgl. Oodes helopioides. Badister unipustulatus, 
peltatus. Ophonus signaticornis, neu für Norddeutsch- 
land. Harpalus 4-punctatus. Amara lacida. Pterostichus aterrimus 
in Anzahl. Pt. gracilis. Agonum marginatum , gracilipes. Demetrias 
monostigma in grofser Zahl nach Sonnenuntergang von Dünengräsern 
gekäschert. Odacantha melanura in Anzahl. 

Haliplus v. furcatus , variegatus , fluviatilis , immaculatus, wie die 
folgenden Hydroporus aus Gräben und Torf löchern. Hydroporus 
pictus v. cruciatus (1) , erythrocephalus v. $ deplanatus in Anzahl, 
desgl. rußfrons und angustatus. H. striola , piceus sehr zahlreich, 
elongatulus , fuscipennis (1), discretus in Anzahl, desgl. nigrita, mem- 
nonius zahlreich. Noterus clavicornis (1). Agabus Erichsoni in An- 
zahl, wie alle folgenden Dytisciden grösstenteils am Strande, zum 
kleineren Teile aus Gräben und Löchern. A. subtilis , neu 
für Norddeutschland, in Anzahl , idiginosus zahlreich, 
Wa sastjernae, neu für Deutschland, einige 20 Stück. 
Die Tiere sind nach Mitteilung von Reitter etwas kräftiger als 
die aus Lappland stammenden. A. unguicularis, affinis (1), biguttulus, 
Sturmi, fuscipennis (einige 20) , labiatus. Copelatus ruficollis. Ilybius 
similis. Bhantus Grapei, punctulatus, notaticollis, notatus v. $ vermicu- 
laris. Colymbetes Paykulli in Anzahl, striatus (1). Hydaticus seminiger 
und transversalis in Anzahl. Graphoderes cinereus. Acilius canaliculatus 
in Anzahl. 

Micropeplus caelatus. Acrolocha sulculus Steph. (1). Phyllodrepa 
ßoralis. Omalium riparium, excavatum. Trogoplüoeus pusillus, gracilis. 
Bledius longulus, arenarius, debilis (Vorkommen in Deutsch- 
land bisher bezweifelt, 1 Stück). Stenus ruralis , nitens, 
atratulus, pusillus, crassus, fulvicornis, fornicatus, geniculatus. Euaesthetus 
bipunctatus, laeviusculus (1). Scopaeus gracilis (1). Lathrobium termi- 
natum, fulvipenne v. Letzneri, fovulum (1). Xaniholinus linearis v. longi- 
ventris. Othius punctulatus. Cafius xantholoma. Philonthus Mannerheimi, 
varians v. agilis (1), albipes (1), umbratilis, corvinus (aus Sphagnum), 
quisquiliarius, fumarius, nigrita. Quedius picipennis. Mycetoporus clavi- 



HO Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 

cornis. Tachinus elongatus. Hypocyptus laeviusculus. Dinopsis erosa (1). 
Gymnusa brevicollis. Hygronoma dimidiata. Phytosus balticus (1). 
Atheta luteipes, melanocera, Aubei Bris., fiavipes, angustula, graminicola, 
vestita zahlreich, laticollis. Zyras collaris , humeralis (1). Calodera 
aethiops, uliginosa (1). Oxypoda elongatula. Aleochara venia. Stenichnus 
scutellaris. 

Catops fuscus (1). Ptomaphagus subvillosus. Thanatophilus dispar 
zahlreich. Silpha granulata (1). 

Agaihidium marginatum. Clambus armadillo. Scaphosoma assimile. 

Hister neglectus in Anzahl. Saprinus virescens (1), rugiceps 
zahlreich. 

Helophorus strigifrons , laticollis, fallax. Hydrochus brevis (1). 
Ochthebhis marinus, viridis. Hydraena palustris. Spercheus emarginatus . 
Hydrobius v. subrotundatus. Paracymus aeneus. Philydrus melano- 
cephalus, coarctatus, bicolor (1). Limnebius aluta. Diese Hydrophiliden 
zum Teil aus Gräben. Cercyon depressus (1), tristis , granarius, 
convexiusculus in Anzahl, subsulcatus. Cryptopleurum crenatum (1). 

Pyropterus affinis. Cantharis livida v. rufipes, figurata (1), rufa 
a. liturata (1). Suis rußcollis (1). 

Corynetes coeruleus v. ruficornis (1). Byturus tomentosus a. flauescens. 
Meligethes picipes. 

Cryptophagus validus (1), scheint neu für Nord- 
deutschland. C. scanicus a. patruelis, dorsalis, acutangulus zahl- 
reich. Phalacrus grossus (1). Olibrus pygmaeus. Lathridius angusti- 
collis. Corticaria umbilicata. Melanophthalma fuscula und v. trifoveolata. 
Octotemnus glabricuhis (1). Orthocerus clavicornis (1). Cerylon fagi. 

Subcoccinella 24-punctata a. limbata und a. 4-notata, hieroglyphica, 
10-punctata a. lutea und andere Aberrationen. Anatis ocellata und 
a. bicolor. Myrrha 18 -guttata. Calvia 14 -guttata. Propylaea a. 
fimbriata Sulzer. Chilocorus renipustulatus. Pullus haemorrhoidalis. 
Rhizobius chrysomeloid.es. Coccidula scutellata a. arcuata. 

Helodes marginata. Microcara testacea. Cyphon ochraceus , Pay- 
kulli. Eucinetus haemorrhous. Dryops luridus, nitidulus (scheint 
neu für Norddeutschland). Heterocerus obsoletus, hispidulus. 
Dermestes lanarius, atomarius (1). Globicornis marginata (1), corticalis. 
Morychus aeneus. Cytilus auricomus. Byrrhus pilula. Syncalypta paleata. 

Corymbites pectinicornis . Selatosomus impressus. Hypnoidus pul- 
chellus , a. 4-lunatus, a. bipunctatus, a. arenicola. Melanotus rufipes. 
Elater pomonae (1), balteatus. 

Xestobium rufovillosum. Ernobius angusticollis (1). Anobium striatum 
(1). Xyletinus ater. 

Anoncodes melanura zahlreich. Anthicus ater (1), bimaculatus und 
a. Schilskyi. Mordellistena humeralis, confinis. Gonodera ceramboides (1). 
Omophlus rufitarsis. Phylan gibbus (1). Phaleria cadaverina a. fuscata. 



Micke, Beiträge zu einem Verzeichnis pommerscher Käfer. m 

Criocephalus rusticus. Asemum striatum v. agreste. Anaglyptus 
mysticus a. hieroglypliicus. 

Donacia clavipes, vulgaris (dabei Stücke ohne rote Längsbinde), 
cinerea. Plaieumaris sericea mit zahlreichen Aberrationen. Zeugophora 
flavicollis. Colaphus sophiae. Chrysomela sanguinolenta , geminata (1). 
PJiaedon annoraciae v. concinnus. Melasoma 20 - punctata , tremulae, 
saliceti. Phyllobrotica 4-maculata. Lochmaea suturalis. Chalcoides aurea 
a. laeta, fulvicornis a. jucunda. Chaetocnema concinna. Psylliodes marcica. 
Phyllotreta tetrastigma a. dilatata , flexuosa a. fenestrata. Aphthona 
lutescens. Longilar sas nig errimus (scheint für Nord- 
deutschland neu), holsaticus , tabidus. Cassida hemisphaerica, 
Murraea a. inunclata. 

Otiorrhynchus atroapterus. Polydrosus cervinus v. melanotus. Bary- 
pithes mollicomus in Anzahl. Sitona flavescens, crinitus. Trachyphloeus 
bifoveolatus. Phytonomus rumicis , plantaginis. Dorytomus validirostris, 
affinis. Tanysphyrus lemnae zahlreich. Bagouspetro 3 Stück. 
In der deutschen Fauna derart selten , dafs selbst so erfahrene 
Coleopterologen wie Gabriel und Gerhardt das Tier nicht kannten 
und letzterer eine neue Art daraus machen wollte. Reitter stellte 
die Identität mit B. p. fest. Bagous cylindvicus, binodulus, claudicans, 
lutulosus. Acalles ptinoides. Cidnorrhinas 4 - maculatus a. gibbipennis. 
Amalus haemorrhous. Rhino ncus bruchoides, perpendicularis. Phytobms 
4-tuberculatus. Ceutorrhjnchus posthumus, rugulosus, melanostictus, con- 
tr actus. Tapinotus sellatus. L i m nob aris pilistriata (schein t 
für Norddeutschland neu, 5 Stück). Ty chias venustus 
a. g enistae desgl. Sibinia potentillae. Anoplus plantaris. Magdalis 
memnonia. Apion ebeninum, pubescens, seniculus, vicinum, viciae v. Gries- 
bachi in Anzahl. Rhynchites nanus. Rhinomacer attelaboides auf Kiefern. 

Hylastes cunicularius und v. brunneus. Piiliyophthorus ramulorum. 

Lucanus cervus , ein $ auf dem Streckelberge bei Zinnowitz. 
Systenocerus caraboides. 

Psammobius sulcicollis. Aphodius fossor und a. silvaticus, haemor- 
rhoidalis und a. sanguinolentus, granarius, niger, depressus a. atramentarius. 
Aegialia arenaria in Anzahl, rufa (1). Serica brunnea. Meladera 
holosericea. Melolontha melolontha a. pul che r rima (für N o r d - 
deutschland neu, 3 Stück). Hoplia phüanthus , graminicola 
sehr zahlreich auf einigen Pappeln auf der Düne. Potosia cuprea 
v. metallica und v. obscura. 

b) Ückeritz. 

Cychrus rostratus , 1 Stück in Sphagnum. Carabus convexus. 
Asaphidion pallipes. Trechus discus. Ophonus calceatus. Bradycellus 
verbasci. Haliplus flavicollis. Agabus neglectus, strio latus (2). Ilybius 
similis. Rhantus notaticollis. Acidota crenata. . Philonthus nitidus, ven- 



112 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

tralis. r Tachyporus transversalis. Falagria thoracica. Atheta hypnorum. 
Occy-poda haemorrhoa. Euconnus denticornis. Phosphuga atrata a. brunnea. 
Anisotoma glabra. Hister purpurascens v. punctipennis 
(neu für Norddeutschland, 1 Stück). H. p. v. niger. 
Malthodes marginatus. Charopus ßavipes. Malachius bipustulatus, viridis. 
Omosiphora limbata. Olibrus corticalis. Antliaxia sepulcralis. Anaspis 
ruficollis. Gonodera luperus a. castanea, arenaria. Leptura sanguinolenta. 
Haltica pusilla. Sitona puncticollis. Rhyncolus lignarius. Balaninus 
rubidus. Dorcus parallelepipedus . Aphodius subterraneus , sordidus a. 
4-punctatus, nitidulus , plagiatus a. immaculatus. Poly phy IIa füll o a. 
marmorata , 1 Stück im Walde, Homaloplia ruricola, Anomala aenea 
a. tricolor zahlreich. 

2. Vilm. 

Die Insel Vilm liegt im Greifswalder Bodden und gehört 
nach Formation , Flora und Fauna zu Rügen. Sie besteht aus 
2 zueinander geneigten kleinen waldbedeckten Hochflächen aus 
Sand und Lehm , die durch einen schmalen flachen Landstreifen 
aus Sand verbunden sind. Die Insel bietet dem Käfersammler 
etwa dasselbe wie Rügen , doch ist die Fauna auf einen sehr 
kleinen Raum eingeengt und wegen der geringen Bodenkultur, 
des alten abwechslungsvollen Baumbestandes und der reichen 
niederen Vegetation bedeutend artenreicher als auf einem gleich 
grofsen Teile Rügens. Die Käferausbeute ist der Ertrag häufiger 
Besuche im September und Oktober. Nachstehend sind nur die 
Arten aufgeführt , die nicht schon unter Zinnowitz und Ückeritz 
verzeichnet sind. 

Carabus hortensis zahlreich unter Baumrinde. Leistus rufo- 
marginatus. Nebria livida und v. lateralis stellenweise am Strande 
in Anzahl. Bembidion Andreae v. femoratum , 4-maculatum, gilvipes, 
biguttatum. Panagaeus bipustulatus (1). Harpalus neglectus. Stenolophus 
teutonus in Anzahl. Acupalpus luteatus (neu für Nord- 
deutschland, 2 Stück). Anthracus consputus. Tetrapiatypus 
similis* Bradycellus collaris. Tricliocellus placidus. Amara tibialis, 
brunnea in Anzahl , equestris. Calathus mollis. Agonum obscurum, 
Thoreyi v. puellum. Metabletus foveatus. Dromius nigriventris , sigma, 
melanocephalus . 

Haliplus obliquus, conßnis, fulvus, ßuviatilis, v. Wehnckei zahl- 
reich. Coelambas impressopunctatus v. $ lineellus, parallelogrammus 
in gröfserer Zahl in einem tiefen gelegentlich von Seewasser über- 
fluteten Graben. Uydroporus depressus (1), dorsalis zahlreich. Agabus 
conspersus (1). Dytiscus punctulatus. Gyrinus bicolor. 

Xylodromus depressus. Olophrum piceum. Trogophloeus fuliginosus. 
Leptacinus parumpunctatus. OtMus myrmecophilus . Philonthus astutus. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 113 

Quedius humeralis. Tanygnathinus terminaUs. Autalia impresso. Atheta 
luridipennis , occulta , corvina, angusticollis, oblonga. Microglossapulla. 
Aleoehara brevipennis, sparsa, grisea, obscurella. 

Necrophorus humator, investigator. Silpha carinata. 

chthebius imp res s ic ollis , bisher nur aus Bayern 
bekannt, 3 Stück. 

Hydrous piceus. Philydrus testaceus. 

Rläzophagus politus. C ' ry ptophagus b imacul atus , neu 
für Pommern. Phalacrus caricis. Corticaria longicornis. Triphyllus 
bicolor. Rhizobius litura. Selatosomus incanus. Rhinosimus ruficollis. 
Anthicus sellatus. Mordellistena pumila. Tetratoma fungorum. 

Cassida sanguinosa, ßaveola. Strophosomus capitatus. Bracliyderes 
incanus. Gronops lunatus (neu für Norddeutschland, 
2 Stück). Limobius borealis. Acalles roboris. Apion virens , tenue. 
Aphodius tessidatus und contaminatus, beide in Anzahl. 



Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. (Col.) 

Von J. Moser, Berlin. 

IV. 
S e r i c a m a culo s a n. sp. 

Ex affinitate S. nigroguttatae Brsk. Nigra, opaca, griseo- an 
flavido - squamosa , pedibus fuscis , nitidis. Capite , fronte parce 
squamosa et setosa , squamis juxta oculos paulo densius positis, 
clypeo piceo an fusco, nitido, subrugoso, mediocriter crebre punc- 
tato, punctis ante clypei suturam squaniosis, in clypei parte an- 
teriore setosis , clypei margine antico refiexo , sinuato ; antennis 
10-articulatis, flabello maris stipite longiore, feminae parum bre- 
viore ; prothorace longitudine duplo latiore , antice paulo an- 
gustato, angulis posticis rectangulis, angulis anticis parum acutis, 
porrectis, dorso irregulariter, medio parce, ad latera versus den- 
sius squamoso ; scutello juxta latera squamulato ; elytris stri- 
atis, interstitiis vix convexis, irregulariter squamosis, squamis parvis, 
raris majoribus intermixtis ; pygidio mediocriter crebre squamoso 
et parce setoso, medio longitudinaliter leviter carinato. Corpore 
infra sat remote punctato, punctis setas ferentibus ; pedibus, fe- 
moribus mediis exceptis, nitidis, femoribus parce punctatis, punctis 
setosis ; tibiis posticis longitudinaliter sulcatis , tibiis anticis bi- 
dentatis. — Long. 9 — 10 mm. 

Hab.: China (Kiautschou). 

Die Art gehört infolge der Beschuppung der Oberseite in 
die Verwandtschaft der S. nigroguttata Brs , hat aber, abweichend von 



114 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

letzterer Art, zehngliedrige Fühler. Sie ist schwarz, matt, grau 
oder gelblich beschuppt. Die Stirn ist in der Mitte weitläufig, 
neben den Augen etwas dichter mit länglich eiförmigen Schuppen 
bedeckt. Der Clypeus ist ganz schwach gerunzelt und mäfsig 
dicht punktiert. Die Punkte sind abstehend beborstet, mit Aus- 
nahme derjenigen vor der Clypeusnaht , welche beschuppt sind. 
Auch ist unmittelbar vor der Clypeusnaht der Clypeus zuweilen 
matt. Der Vorderrand des Clypeus ist aufgebogen und aus- 
gebuchtet. Der dreigliedrige Fühlerfächer ist beim cf etwas 
länger , beim $ ein wenig kürzer als der Stiel. Das Halsschild 
ist an der Basis doppelt so breit wie lang, vorn schwach verjüngt, 
die Hinterecken sind rechtwinklig , die Vorderecken ein wenig 
spitzwinklig und vorgezogen. Die Oberfläche ist unregelmäfsig 
beschuppt , so dafs sie scheckig erscheint. Das Schildchen ist 
in der Mitte unbeschuppt. Die Flügeldecken sind gestreift , die 
Zwischenräume sind nur schwach gewölbt. Die elliptischen 
Schuppen stehen auf den Flügeldecken sehr unregelmäfsig. Sie 
lassen zahlreiche Makel von Schuppen frei , während sie ander- 
seits durch dichtere Stellung kleine helle Flecke bilden. Einige 
gröfsere Schuppen sind eingestreut. Das Pygidium ist mäfsig 
dicht beschuppt und weitläufig beborstet , die Mitte ist schwach 
längsgekielt. Die Unterseite ist mehr oder weniger zerstreut 
mit beborsteten Punkten bedeckt. Die Beine sind braun oder 
gelbbraun und glänzend, doch scheinen die Schenkel des mittleren 
Beinpaares bei frischen Stücken matt zu sein. Die Schenkel 
tragen eine Anzahl beborsteter Punkte , die Hinterschienen sind 
der Länge nach gefurcht. 

Serica albo sign ata n. sp. 

S. nigroguttatae Brs. affinis. Nigra , opaca , albo-squamulata, 
pedibus fuscis , tibiis tarsisque nitidis. Capite , fronte sparsim 
squamosa et setosa , clypeo nitido , mediocriter crebre punctato, 
punctis setosis, antrorsum haud angustato, margine antico reflexo, 
late subsinuato , angulis anticis rotundatis ; antennis fulvis 10- 
articulatis , flabello maris longissimo ; prothorace postice duplo 
latiore quam longiore , antice attenuato , basi bisinuato, angulis 
posticis fere rectangulis , angulis anticis parum porrectis , dorso 
irregulariter squamoso, linea media longitudinali et utrinque ma- 
cula antebasal i haud squamosis , macula juxtalaterali e squamis 
dense positis composita ; scutello juxta latera squamoso ; elytris 
striatis, interstitiis parum convexis, irregulariter parce squamulatis, 
fascia transversa media anteapicalique obliquis e maculis albis 
compositis ; pygidio, linea media longitudinali excepta, mediocriter 
crebre squamoso et parce setoso. Subtus remote squamoso-setosa, 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. H5 

femoribus parce setosis, tibiis postieis longitudinaliter sulcatis. — 
Long. 7 — 9 mm. 

Hab.: China (Kiautschou). 

Durch die Beschuppung der Oberseite gehört diese Art gleich- 
falls in die Verwandtschaft der S. nigroguttata Brs. , doch hat sie 
ebenso wie die vorhergehend beschriebene Art zehngliedrige Fühler. 
Sie ist schwarz, matt, weifslich beschuppt. Die Stirn ist ziemlich 
weitläufig mit Schuppen und mit einzelnen Borsten besetzt. Neben 
den Augen stehen die Borsten etwas enger , ähnlich wie bei der 
afrikanischen Gattung Euphoresia, mit der überhaupt die beschuppten 
Arten der Gattung Serica in der äufseren Erscheinung grofse Ähn- 
lichkeit haben. Der Clypeus ist nach vorn nicht verschmälert, 
der aufgebogene Vorderrand ist breit und flach ausgebuchtet, die 
Vorderecken sind abgerundet, die Oberfläche ist mäfsig dicht mit 
beborsteten Punkten bedeckt. Die Fühler sind gelbbraun und ist 
der Fächer beim cf fast doppelt so lang wie der Stiel, während 
er beim £ die Länge des Stieles erreicht. Das Halsschild ist an 
der Basis doppelt so breit wie lang und nach vorn verschmälert. 
Die Hinterecken sind fast rechtwinklig , die Vorderecken sind 
etwas vorgezogen. Die Beschuppung der Oberseite ist unregel mäfsig. 
Bei reinen Stücken markieren sich aufser einer mittleren Längs- 
binde je ein runder Fleck beiderseits vor der Basis und hinter 
dem Vorderrande dadurch , dafs sie schuppenfrei sind , während 
neben der Mitte der Seitenränder ein Makel von dichter gestellten 
Schuppen bemerkbar ist. Eine ähnliche Zeichnung des Halsschildes 
findet sich auch bei vielen Euphoresia- Arten. Das Schildchen ist 
in der Mitte unbeschuppt. Auf den Flügeldecken sind die Zwischen- 
räume zwischen den Streifen nur ganz schwach gewölbt. Die 
Schüppchen stehen weitläufig und unregelmäfsig , unbeschuppte 
Makel freilassend. Es markieren sich auf den Flügeldecken zwei 
schräge weifse Querbinden , die aus Flecken dichter gestellter 
Schuppen zusammengesetzt sind. Die eine Binde befindet sich 
in der Mitte , die andere vor dem Hinterrande. Das Pygidium 
ist , abgesehen von einer mittleren schmalen Längsbinde , mäfsig 
dicht beschuppt und zerstreut beborstet. Die Unterseite ist weit- 
läufig mit Borstenschuppen besetzt. Die Beine sind dunkler oder 
heller braun, die Schienen und Tarsen sind glänzend. Die Schienen 
der Hinterbeine zeigen eine flache Längsfurche. 

Serica sinuaticeps n. sp. 

<? . Ex affinitate S. nigroguttatae Brs. Opaca , supra nigra, 

albido-setosa, subtus brunnea. Capite, fronte sat disperse squa- 

mosa, clypeo fusco, nitido, parce punctato, punctis setosis, clypei 

margine antico profunde sinuato ; antennis fulvis 10-articulatis, 



116 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

flabello maris elongato ; prothorace postice longitudine duplo la- 
tiore, antice parum angustato, basi leviter bisinuato, angulis po- 
sticis obtusis, angulis anticis paulo porrectis, dorso irregulariter 
squamoso-setoso , vitta media longitudinali , antice valde dilatata 
et utrinque macula juxtalaterali fere glabris ; scutello medio se- 
toso ; elytris striatis , interstitiis parum convexis , irregulariter 
setosis , setis magnitudine inaequalibus : pygidio , medio in an- 
teriore parte longitudinaliter carinato , parce punctato , punctis 
setosis. Subtus pectore, praecipue in parte media, breviter piloso, 
abdomine parce punctato, punctis setas ferentibus ; tibiis tarsisque 
nitidis , tibiis posticis longitudinaliter sulcatis. — Long. 6 mm. 

Hab- : China (Kiautschou), Yunnan. 

Auch diese kleine Art hat, abweichend von nigroyuttata Brs., 
zehngliedrige Fühler. Sie ist auf der Oberseite schwarz und 
weifslich oder gelblich beborstet, die Unterseite ist braun Die 
Stirn trägt schmale Schuppen und vereinzelte Borsten, der glän- 
zende braune Clypeus ist weitläufig punktiert und sind die Punkte 
abstehend beborstet. Die Seitenränder des Clypeus sind parallel, 
der Vorderrand ist tief bogenförmig ausgeschnitten , die Yorder- 
ecken sind abgerundet. Die Fühler sind gelbbraun und ist der 
Fächer beim cf um die Hälfte länger als der Stiel. Das Hnls- 
schild ist zwischen den Hinterecken ungefähr doppelt so breit 
wie lang und vorn etwas verschmälert. Der Hinterrand ist schwach 
zweibuchtig, die Hinterecken sind stumpfwinklig, die Yorderecken 
sind ein wenig vorgezogen und kurz abgerundet. Die Oberfläche 
ist unregelmäfsig mit mehr oder weniger schuppenförmigen 
Börstchen besetzt. Eine mittlere Längsbinde , die hinten schmal 
ist und sich vor der Mitte plötzlich sehr stark verbreitert, sowie 
ein kleiner Fleck beiderseits neben den Seitenrändern sind fast 
frei von Schuppenborsten. Das Schildchen ist in der Mitte mit 
schuppenartigen Borsten besetzt. Die Flügeldecken sind gestreift, 
die Zwischenräume sind schwach gewölbt. Die Borsten stehen 
sehr unregelmäfsig und sind auch in der Gröfse sehr verschieden. 
Sie bilden durch dichtere Stellung undeutliche Fleckchen, während 
anderseits borstenfreie dunkle Makel zu erkennen sind. Das Py- 
gidium ist weitläufig mit beborsteten Punkten bedeckt , im vor- 
deren Teile befindet sich ein mittlerer Längskiel. Die Brust trägt 
abstehende haarförmige Borsten , das Abdomen ist weitläufig mit 
Borstenpunkten bedeckt. Die Schienen und Tarsen sind glänzend, 
die Hinterschienen sind mit einer flachen Längsfurche versehen. 
* Die beiden vorliegenden Exemplare stammen aus der P 1 a s o n- 
schen Sammlung , in der vielfach die Fundorte verwechselt sind. 
Es ist daher möglich , dafs eine der beiden Fundortsangaben 
falsch ist. 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 117 

S b r i c a n i t e n s n. sp. 

Rufo-brunnea, nitida. Capite leviter rugoso, fronte sat re- 
mote punctata, juxta oculos setosa , clypeo densius punctato, 
antrorsum attenuato, marginibus elevatis , margine antieo parum 
sinuato ; antennis fulvis 9-articulatis , flabello maris elongato ; 
prothorace longitudine latiore, lateribus in posteriore parte sub- 
sinuatis, antice leviter curvatis, angulis posticis rectangulix, bre- 
viter rotundatis, angulis anticis acutis porrectis, dorso mediocriter 
crebre sat fortiter punctato • scutello punctulato ; elytris sulcatis, 
sulcis irregulariter punctatis, interstitiis fere laevibus, elytrorum 
lateribus setosis ; pygidio sat laxe punctato. Subtus haud crebre 
punctata, punctis setosis, coxis posticis dense punctatis, fere 
glabris ; tibiis anticis acute bidentatis, articulo primo tarsorum 
posticorum secundo longiore. — Long. 9 — 11 mm 

Hab. : China (Fokien). 

Die Art ist von ähnlicher Gestalt wie S. brunnea L. , ein 
wenig breiter, dunkler braun und glänzend. Der Kopf ist leicht 
gerunzelt , die Stirn wenig dicht , der Clypeus dichter punktiert. 
Neben den Augen trägt die Stirn einige abstehende Borsten. 
Die gebogene Clypeusnaht ist fein gekielt. Der Clypeus ist nach 
vorn verschmälert , die Ränder sind aufgebogen , der Vorderrand 
ist schwach ausgebuchtet. Die dunkelgelben Fühler sind neun- 
gliedrig , der dreigliedrige Fächer ist beim o* doppelt so lang 
wie der Stiel, beim $ fast so lang wie letzterer. Das Halsschild 
ist zwischen den Hinterecken nicht ganz doppelt so breit wie 
lang. Die Seitenränder sind im hinteren Teile ganz leicht aus- 
gebuchtet , im vorderen Teile schwach gebogen. Die Oberfläche 
ist mäfsig dicht mit ziemlich groben Punkten bedeckt , neben 
den Seitenrändern, befindet sich eine Reihe aufrecht stehender 
Borsten. Das Schildchen ist punktiert. Die Flügeldecken sind 
längsgefurcht, die Furchen sind unregelmäfsig mit Punkten besetzt. 
Die Zwischenräume zwischen den Furchen sind mehr oder weniger 
glatt, die Seitenränder der Flügeldecken sind beborstet. Auf dem 
Pygidium stehen die Punkte ziemlich weitläufig, vor dem Hinter- 
rande befinden sich lange , abstehende Borsten. Die Brust ist 
mäfsig dicht mit kräftigen Punkten bedeckt. Auf der Mitte der 
Brust sind die Punkte mit langen abstehenden Borsten besetzt, 
auf den Seiten der Brust sind die Borsten etwas kürzer und ge- 
neigt. Auch auf dem Abdomen stehen die Punkte nicht besonders 
dicht und sind von ungleicher Stärke. Die kräftigeren Punkte 
sind abstehend beborstet. Die Hinterhüften sind dicht und schwach 
runzlig punktiert, Borsten tragen nur die Punkte an den äufseren 
Vorderecken. Schenkel und Schienen sind nicht besonders schlank. 
Die Hinterschenkel tragen hinter dem Vorderrande und vor dem 



118 Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 

Hinterrande eine Querreihe beborsteter Punkte. Die Hinterschienen 
sind fast glatt , sehr schwach längsgefurcht , an den Seiten und 
an der Basis mit einzelnen kräftigen Borsten besetzt. Die Vorder- 
schienen sind kräftig zweizähnig, das erste Glied der Hintertarsen 
ist etwas länger als das zweite , die Enddornen sind kürzer als 
das erste Tarsenglied. 

Ich erhielt diese Art vom Museum in Hamburg , welches 
mehrere Exemplare derselben erwarb. 

Lasioserica tub er culiv entris n. sp. 

Opaca, supra nigra, breviter flavido-pilosa, subtus brunnea, 
pedibus nitidis. Capite, vertice fronteque postice opacis , me- 
diocriter crebre pilosis, fronte in anteriore parte clypeoque nitidis, 
subrugosis, sat fortiter punctatis, punctis setas ferentibus ; clypeo 
antice angustato, margine antico sinuato ; antennis fulvis, 10-ar- 
ticulatis, flabello maris 4-articulato, stipite longiore, flabello fe- 
minae 3-articulato , stipiti longitudine fere aequali ; prothorace 
duplo latiore quam longiore, antrorsum paulo attenuato, basi ad 
scutellum versus rotundato - producto , angulis anticis et posticis 
fere rectangulis, breviter rotundatis, illis parum porrectis, dorso 
irregulariter piloso , vitta media longitudinali , antice abbreviata 
et utrinque macula basali glabris ; scutello juxta latera piloso ; 
elytris striatis , interstitiis parum convexis , maculis numerosis 
glabris exceptis, pilosis, pilis flavidis, raris albis, paulo longioribus, 
intermixtis ; pygidio parce piloso. Corpore infra sat remote punc- 
tato , punctis setas ferentibus ; abdominis segmento penultimo in 
mare medio bituberculato ; femoribus posticis mediocriter crebre, 
tibiis posticis sat dense punctatis, punctis setosis. — Long. 7 mm. 

Hab. : China (Kiautschou). 

Die Art ist sowohl durch die zweifachen Borstenhaare auf 
den Flügeldecken , als auch durch die Bildung des Abdomens 
beim cf ausgezeichnet. Die Oberseite ist schwarz und mit gelben 
haarförmigen Borsten besetzt , die Unterseite ist braun. Der 
Scheitel und der hintere Teil der Stirn sind matt , der vordere 
Teil der letzteren und der Clypeus sind glänzend und mäfsig 
dicht mit Borstenpunkten besetzt. Der Clypeus ist ganz schwach 
gerunzelt und nach vorn verschmälert , sein Vorderrand ist aus- 
gebuchtet. Die Fühler sind gelbbraun , der Fächer ist beim o* 
länger als der Stiel, beim $ fast so lang wie dieser. Das Hals- 
schild ist doppelt so breit wie lang , nach vorn etwas verjüngt, 
die Basis ist nach dem Schildchen zu gebogen , Vorder- und 
Hinterecken sind fast rechtwinklig und ganz kurz abgerundet, 
die Vorderecken sind etwas vorgezogen. Die kurzen Haare auf 
der Oberfläche stehen unregel mäfsig und sind eine vorn verkürzte 
mittlere Längsbinde und jederseits ein kleiner Fleck vor der 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 119 

Basis unbehaart. Das Schildchen trägt kurze Härchen neben den 
Seitenrändern. Auf den Flügeldecken treten die Zwischenräume 
zwischen den Streifen nur ganz schwach hervor. Die gelben 
Härchen stehen unregelmäfsig und lassen zahlreiche kleine Flecke 
haarfrei, so dafs die Flügeldecken scheckig erscheinen. Zwischen 
den gelben Härchen stehen vereinzelte längere mehr borstenartige 
weifsliche Haare. Das Pygidium ist ziemlich weitläufig behaart. 
Auf dem Abdomen stehen die Punkte zerstreut , auf der Brust 
etwas enger und tragen feine gelbliche Borsten. Die Hinterhüften 
sind ziemlich dicht punktiert und neben den Seitenrändern mit 
einigen zwar kurzen aber kräftigen Borsten besetzt. Das vorletzte 
Bauchsegment trägt beim d* in der Mitte zwei kräftige Höcker. 
Beim $ fehlen dieselben. Hinterschenkel und Hinterschienen sind 
mit Borstenpunkten besetzt. Das erste Glied der Hintertarsen 
ist so lang wie die beiden folgenden zusammen. 

Camenta rufoflava Mos. 
In der Beschreibung dieser Art Ann. Soc. ent Belg. 1914 p. 53 
wird als Fundort fälschlich Deutsch-Ost-Afrika (Iringa) angegeben. 
Der Fundort ist Britisch-Ost-Afrika (Jinja). 

Ap o g onia siamensis n. sp. 

o*. A. destructori Bos. similis. Fusca , subnitida , capite 
prothoraceque nigro - piceis. Capite crebre punctato , clypeo an- 
trorsum attenuato, margine antico subsinuato, fere truncato ; an- 
tennis rufo - flavis ; prothorace longitudine duplo latiore , post 
medium rotundato-ampliato, angulis posticis valde obtusis, angulis 
anticis rectangulis , vix parum porrectis, dorso densissime punc- 
tato ; scutello punctulato ; elytris subrugosis , rüde punctatis, 
punctis minutissime setosis, costis angustis, fere laevibus ; pygidio 
fortiter umbilicato - punctato , punctis setas ferentibus. Corpore 
infra medio parce, juxta latera crebre punctato, punctis albo-setosis ; 
abdominis lateribus haud carinatis ; tibiis anticis tridentatis. — 
Long. 9 mm. 

Hab.: Siam. 

Die Art ist kleinen, braun gefärbten Exemplaren von A. de- 
structor Bos. ähnlich , unterscheidet sich aber sofort durch die 
gerunzelten Flügeldecken , wodurch dieselben weniger glänzend 
erscheinen. Die Färbung des vorliegenden cf ist rotbraun, Kopf 
und Halsschild sind schwärzlich , doch ist es möglich , dafs das 
Exemplar noch nicht völlig ausgefärbt ist. Der Kopf ist dicht, 
schwach runzlig punktiert , die Seitenränder des Clypens laufen 
fast geradlinig , der Vorderrand des Clypeus ist kaum merklich 
ausgebuchtet. Die Fühler sind gelbbraun. Das Halsschild ist 
an der Basis fast doppelt so breit wie lang und hinter der Mitte 



120 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

bogenförmig erweitert. Die Hinterecken sind sehr stumpf, die 
Vorderecken rechtwinklig und kaum ein wenig vorgezogen. Die 
Oberfläche ist äufserst dicht punktiert , sehr viel dichter als bei 
javanischen Exemplaren von destructor. Das Schildchen ist , mit 
Ausnahme der schmalen Seitenränder, mit tiefen Punkten bedeckt. 
Die Flügeldecken sind etwas gerunzelt und grob punktiert , die 
Punkte sind mit winzigen hellen Börstchen besetzt. Die beiden 
Dorsalrippen der Flügeldecken sind schmal und fast punktfrei, 
die Nahtrippe dagegen trägt eine Längsreihe von Punkten. Das 
Pygidium ist kräftig aber nicht sehr dicht punktiert, die Punkte 
sind im vorderen Teile des Pygidiums anliegend , im hinteren 
Teile abstehend beborstet. Die Unterseite ist in der Mitte weit- 
läufig , an den Seiten dicht mit Punkten besetzt. Die Punkte 
tragen helle Börstchen , die auf dem Abdomen länger sind wie 
auf der Brust. Die Seiten des Abdomens sind nicht geleistet. 
Die Beine sind nicht besonders schlank, die Vorderschienen tragen 
drei stumpfe Zähne. 

Apogonia tenuipes n. sp. 

cf . A. uniformi Blanch. similis. Rufa, nitida, capite protho- 
raceque viridi - micantibus. Capite mediocriter dense punctato, 
clypei margine antico subsinuato , sutura clypeali indistincta : 
antennis rufis ; prothorace transverso , post medium rotundato- 
ampliato, angulis posticis valde obtusis, angulis anticis rectangulis, 
dorso mediocriter crebre sat fortiter punctato , punctis juxta la- 
tera paulo densius positis ; scutello parce punctulato ; elytris sub- 
rugosis , sat fortiter punctatis, costis parum convexis, punctatis : 
pygidio remote punctato , punctis ante pygidii apicem pilosis. 
Corpore infra medio sparsim , juxta latera sat crebre punctato, 
punctis breviter albo-setosis, abdominis lateribus haud carinatis ; 
pedibus gracilibus , tibiis anticis apice acute bidentatis. — 
Long. 7 mm. 

Hab.: Burma (Pegu). 

Die Art ist der A. uniformis Blanch. ähnlich, aber vor allem 
schon durch die sehr dünnen Beine unterschieden. Sie ist von 
rotbrauner Färbung , der Kopf und das Halsschild zeigen einen 
schwachen grünen Metallschimmer. Möglich ist es, dafs das vor- 
liegende Exemplar noch nicht völlig ausgefärbt ist. Der Kopf 
ist mäfsig dicht punktiert, die Stirnnaht ist in der Mitte ver- 
loschen. Der Clypeus ist nach vorn verschmälert , seine Seiten- 
ränder sind ebenso wie der Vorderrand schwach ausgebuchtet. 
Die Fühler sind braun. Das Halsschild ist hinten fast doppelt 
so breit wie lang, etwas hinter der Mitte am breitesten. Die 
Hinterecken sind stark stumpfwinklig, die Vorderecken sind recht- 
winklig und nicht vorgezogen. Die Oberfläche ist in der Mitte 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 121 

mäfsig dicht, an den Seiten dichter punktiert. Die Punkte sind 
ein wenig stärker wie die auf der Stirn. Das Schildchen ist 
weitläufig mit Punkten bedeckt. Die Flügeldecken sind schwach 
runzlig und kräftig punktiert. Die Punkte lassen unter der 
Lupe winzige Börstchen erkennen. Die erste Dorsalrippe ist vorn 
schmal und nach hinten ein wenig verbreitert, während die zweite 
Dorsalrippe auf der ganzen Länge gleichmäfsig schmal ist. Dadurch, 
dafs die die Rippen einfassenden Punktreihen tief sind, erscheinen 
die Rippen schwach gewölbt. Sie sind etwas schwächer punktiert 
als die Zwischenräume. Auf dem Pygidium stehen die Nabelpunkte 
ziemlich weitläufig und tragen im hinteren Teile des Pygidiums 
abstehende Härchen. Die Unterseite ist in der Mitte zerstreut, 
an den Seiten dichter punktiert , die Punkte sind mit hellen 
Börstchen besetzt. Die Seiten des Abdomens sind nicht geleistet. 
Die Hinterschenkel und Hinterschienen sind sehr schmal , die 
Vorderschienen tragen am Ende zwei spitze Zähne. 

Fairmaire hat eine A. rufoaenescens von Tonkin beschrieben, 
die mir unbekannt ist , die aber dieser Art sehr ähnlich sein 
mufs. Nach der Beschreibung von rufoaenescens ist jedoch bei 
dieser die Clypeusnaht deutlich, die Vorderecken des Halsschildes 
sind spitzwinklig und das Schildchen ist unpunktiert. 
Apogonia rufobrunnea n. sp. 

(f. A. brunneae Blanch. similis. Rufo-brunnea, nitida. Ca- 
pite sat laxe punctato , clypeo subrugoso , margine antico late 
rotundato ; prothorace transverso , sat remote punctato , angulis 
anticis rectangulis , angulis posticis obtusis , subrotundatis ; scu- 
tello punctis raris obtecto ; elytris fortiter punctatis , costis an- 
gustis laevibus ; pygidio sparsim umbilicato-punctato, punctis se- 
tosis. Subtus laxe punctata , punctis setas minutas ferentibus, 
abdominis lateribus haud carinatis ; tibiis anticis bidentatis. — 
Long. 6 — 7 mm. 

Hab: China (Fokien). 

Die Art ist der A. brunnea Blanch. von Indien sehr ähnlich, 
gleichfalls von rotbrauner Färbung. Der Kopf ist ziemlich weit- 
läufig , der Clypeus ein wenig runzlig punktiert. Letzterer ist 
ähnlich gestaltet wie bei brunnea. Auch das Halsschild ist bei 
beiden Arten ähnlich gebildet und skulptiert. Das Schildchen 
trägt einige zerstreute Punkte. Auf den Flügeldecken sind die 
Punkte kräftiger wie bei brunnea , die schmalen glatten Rippen 
treten deutlicher hervor. Auf dem Pygidium stehen die Punkte 
weitläufiger und tragen kürzere Haare. Die Mitte der Brust ist 
sehr zerstreut punktiert , jedes Abdominalsegment trägt in der 
Mitte eine Querreihe von Punkten. Auf den Seiten von Brust 
und Abdomen stehen die Punkte ein wenig enger. Die Punkte 



122 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

tragen winzige helle Börstchen , die viel kleiner sind als bei 
brunnea. Die Seiten des Abdomens sind gleichfalls nicht geleistet, 
die Vorderschienen sind zweizähnig. Der Forceps ist nicht wie 
bei brunnea beborstet. 

Mir lagen mehrere Exemplare vom Museum in Hamburg vor 
und wurde mir ein Exemplar gütigst überlassen. 

Apogonia yunnana n. sp. 

cf . A. umformt Blanch similis. Castanea , nitida. Capite 
fronte haud crebre, clypeo parum densius punctato, frontis medio 
post clypei suturam parum impresso , clypei margine antico late 
rotundato ; prothorace transverso , lateribus rotundatis , angulis 
posticis obtusis, angulis anticis fere rectangulis, parum porrectis, 
dorso sat remote punctato ; scutello laevi ; elytris fortiter medio- 
criter dense punctatis, costis angustis laevibus ; pygidio umbilicato- 
punctato, punctis pilosis. Corpore infra parce punctato, abdominis 
lateribus haud carinatis ; pedibus gracilibus , tibiis anticis tri- 
dentatis. — Long. 7 mm. 

Hab.: Yunnan. 

Die Art ist in Färbung und Gestalt der A. uniformis Blanch. 
ähnlich , unterscheidet sich aber schon durch die Bezahnung der 
Vorderschienen. Die Stirn ist mäfsig dicht punktiert , in der 
Mitte hinter der Clypeusnaht schwach eingedrückt. Auf dem 
Clypeus stehen die Punkte ein wenig enger wie auf der Stirn, 
der Vorderrand des Clypeus ist flach abgerundet. Die Fühler 
sind gelbbraun. Das Halsschild ist etwas mehr als doppelt so 
breit wie lang, die Seiten sind abgerundet, die Hinterecken sind 
stumpfwinklig, die kaum merklich vorgezogenen Vorderecken fast 
rechtwinklig. Auf dem Halsschilde stehen die Punkte ein wenig 
weitläufiger wie auf der Stirn. Das Schildchen ist vollkommen 
glatt. Die Punkte der Flügeldecken sind etwas gröber wie die 
des Halsschildes und auch ein wenig dichter gestellt, die schmalen 
Rippen sind unpunktiert. Das Pygidium trägt ziemlich grofse 
Nabelpunkte , die abstehend behaart sind. Die Unterseite ist 
weitläufig , an den Seiten der Brust ein wenig enger punktiert, 
einige Punkte sind kurz beborstet. Die Seiten des Abdomens 
sind nicht geleistet, sondern nur im vorderen Teile etwas kantig. 
Die Beine sind schlank, Schenkel und Schienen sind mit Borsten- 
punkten besetzt. Die Vorderschienen sind deutlich dreizähnig. 

Apogonia tuberculiventris Rits. 
Von dieser Art liegt mir ein männliches Exemplar vor , bei 
dem auf dem Abdomen keine Spur eines Tuberkels vorhanden ist. 

Apogonia borneensis n. sp. 
A. politae Wat. similis. Oblongo-ovata, convexa, nigra, nitida, 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 123 

elytris purpureo- an viridi - aeneis. Capite , fronte sat remote, 
clypeo densius punctato, clypei lateribus late rotundatis, margine 
antico haud sinuato ; antennis brunneis ; prothorace transverso, 
parum post medium rotundato-ampliato, basi ad scutellum versus 
rotundato , angulis posticis valde obtusis, angulis anticis acutis, 
porrectis , dorso sat subtiliter mediocriter crebre punctato ; scu- 
tello fere laevi ; elytris leviter coriaceis , sat remote punctatis, 
costis planis, indistinctis ; pygidio subrugoso, umbilicato-punctato, 
medio in anteriore parte longitudinaliter carinato. Corpore infra, 
praecipue in media parte, sat remote punctato, punctis brevissime 
setosis , abdominis lateribus carinatis ; pedibus gracilibus , tibiis 
anticis bidentatis. — Long. 12 mm. 

Hab.: Borneo (Brunei). Waterstradt leg. 

Die Art ist der A. polita Wat. in Gröfse und Gestalt sehr 
ähnlich , unterscheidet sich aber sofort dadurch , dafs die Seiten 
des Abdomens auf der ganzen Länge kräftig geleistet sind. Sie 
ist glänzend schwarz , die Flügeldecken schimmern erzgrün oder 
purpurn. Die Stirn ist ziemlich weitläufig punktiert und ganz 
schwach abgeflacht. Auf dem Clypeus stehen die Punkte etwas 
enger , eine Clypeusnaht ist nicht sichtbar , der Vorderrand des 
Clypeus zeigt kaum die Spur einer Ausbuchtung. Das Halsschild 
ist zwischen den Hinterecken doppelt so breit wie lang , etwas 
hinter der Mitte ist es seitlich bogenförmig erweitert , die Basis 
bildet einen flachen Bogen, die Hinterecken sind sehr stumpf, die 
Vorderecken sind vorgezogen. Die Oberfläche ist mäfsig dicht 
mit feinen Punkten bedeckt. Das Schildchen ist fast glatt. Die 
Flügeldecken sind fein lederartig gerunzelt, die Punkte auf ihnen 
stehen nicht dicht, die Rippen werden nur durch die begrenzenden 
Punktreihen markiert und sind ebenso punktiert, wie die Zwischen- 
räume. Unter der Lupe lassen die Punkte äufserst winzige Börst- 
chen erkennen. Das Pygidium ist etwas gerunzelt und mäfsig 
dicht mit Nabelpunkten bedeckt. In der vorderen Hälfte trägt 
es einen mittleren Längskiel. Auf der Unterseite stehen die winzig 
beborsteten Punkte ziemlich weitläufig. Die Beine sind schlank, 
die Vorderschienen sind am Ende zweizähnig und ist der Aufsen- 
rand oberhalb der Zähne zweimal eingekerbt. 

Apogonia Boettcheri n. sp. 

cf. A. borneensi simillima. Nigra, nitida, elytris parum pur- 
purascentibus. Capite , fronte , praecipue in anteriore parte , sat 
remote punctata, clypeo densius punctato, lateribus late rotundatis, 
margine antico truncato ; antennis rufo-brunneis ; prothorace eadem 
statura et sculptura ut in A. borneensi; scutello laevi; elytris 
haud coriaceis, haud crebre punctatis, punctis minutissime setosis, 
costis planis indistinctis ; pygidio subrugoso , sat sparsim um- 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 9 



124 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

bilicato- punctato. Subtus remote , juxta latera parum densius 
punctata , punctis setas minutas ferentibus , abdominis lateribus 
carinatis ; pedibus gracilibus , tibiis anticis bidentatis. — Long. 
12 mm. 

Hab. : Palawan septentrionalis (Binaluan). G. Boettcher leg. 
XII. 1913. 

Die Art , von der nur 1 cf vorliegt , ist der vorstehend be- 
schriebenen A. borneensis so ähnlich , dafs ich sie anfänglich für 
dieselbe Art hielt. Erst durch die Untersuchung des Forceps er- 
kannte ich, dafs eine andere Art vorliegt. Die Art ist von der- 
selben Gestalt und Färbung , doch zeigen bei dem vorliegenden 
Exemplar die Flügeldecken nur einen sehr schwachen Purpur- 
schimmer. Die Stirn ist, namentlich im vorderen Teile, ziemlich 
weitläufig punktiert , doch nicht so weitläufig wie bei borneensis. 
Auch zeigt die Stirn nicht die schwache Abplattung wie bei dieser 
Art. Eine Clypeusnaht ist nur an den Seiten schwach angedeutet. 
Der Clypeus ist bei beiden Arten gleich gestaltet und skulptiert. 
Dasselbe ist auch bei dem Halsschild der Fall , doch sind die 
Punkte auf demselben noch etwas feiner. Das Schildchen ist 
vollkommen glatt. Die Flügeldecken zeigen nicht die feine leder- 
artige Runzelung wie bei borneensis, die gleichfalls äufserst winzig 
beborsteten Punkte stehen in derselben Dichte wie bei dieser Art, 
sind aber ein wenig kräftiger. Die flachen Rippen werden gleich- 
falls nur durch die einfassenden Punktreihen markiert und sind, 
da sie ebenso punktiert sind wie die Zwischenräume , nur un- 
deutlich zu erkennen. Die Skulptur des Pygidiums ist bei beiden 
Arten ähnlich, doch ist der mittlere Längskiel bei dieser Art nur 
schwach angedeutet. Auf der Unterseite ist die Mitte der Brust 
fast glatt , die Mitte des Abdomens ist weitläufig und ziemlich 
schwach punktiert. Auf den Seiten von Brust und Abdomen 
stehen die Punkte mäfsig dicht und tragen kleine weifse Börstchen. 
Die Seiten des Abdomens sind geleistet und endet diese Leiste 
bei dem vorliegenden Exemplar kurz vor dem Pygidium, während 
sie bei borneensis das Pygidium erreicht. Dies kann jedoch auf 
Zufälligkeit beruhen. Die Beine sind ebenso gebildet wie bei 
borneensis. 

Apogonia basalis n. sp. 

Statura et magnitudine A. politae Wat. , minus convexa. 
Castanea , nitida , capite , prothorace , scutello pectoreque nigris. 
Capite dense punctato , clypei margine antico reflexo , subrotun- 
dato ; prothorace densissime punctato , transverso , post medium 
rotundato-ampliato , lateribus reflexis, angulis anticis rectangulis, 
angulis posticis obtusis , subrotundatis ; scutello dense punctato ; 
elytris , basi creberrime punctata excepta , mediocriter crebre 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 125 

punctatis, costis indistinctis ; pygidio fortiter umbilicato-punctato, 
punctis pilosis. Subtus pectore medio dense , ad latera versus 
densissime aciculato-punctato , punctis setosis , pectoris medio in 
dimidia parte posteriore longitudinaliter sulcato ; abdomine um- 
bilicato-punctato, punctis setas ferentibus, juxta latera subrugoso, 
lateribus carinatis ; tibiis anticis bidentatis. — Long. 13 mm. 

Hab. : China (Fokien). 

Von dieser Art wurden mir 2 Exemplare vom Museum in 
Hamburg eingesandt, von denen mir eins gütigst überlassen wurde. 
Sie ist von der Gestalt der A. polita Wat. , aber nicht so stark 
gewölbt. Sie ist durch die Skulptur der Flügeldecken ausge- 
zeichnet. Die Färbung ist rotbraun mit schwachem Erzschimmer, 
Kopf, Halsschild, Schildchen und Brust sind schwarz. Der Kopf 
ist dicht punktiert, der etwas aufgebogene Vorderrand des Clypeus 
ist flach gerundet. Die Fühler sind gelbbraun. Das Halsschild 
ist etwas hinter der Mitte am breitesten , die Seitenränder sind 
aufgebogen , die Vorderecken sind rechtwinklig , die Hinterecken 
stumpfwinklig und kurz abgerundet. Die Oberfläche ist äufserst 
dicht mit bogenförmigen Punkten bedeckt. Auch das Schildchen 
ist ziemlich dicht punktiert. Die Flügeldecken sind schwach ge- 
runzelt und grob, aber nicht besonders dicht punktiert. Nur die 
Basis der Flügeldecken trägt eine schwächere und ebenso dichte 
Punktierung wie das Halsschild. Die Rippen der Flügeldecken 
treten nur undeutlich hervor. Das Pygidium ist mit abstehend 
behaarten groben Nabelpunkten bedeckt. Die Brust ist in der 
Mitte dicht , an den Seiten sogar sehr dicht mit bogenförmigen 
Punkten besetzt und tragen die Punkte kleine helle Borsten. Die 
Mitte der Brust ist in der hinteren Hälfte längsgefurcht. Das 
Abdomen trägt beborstete Nabelpunkte und ist seitlich etwas 
runzlig. Die Seiten des Abdomens sind geleistet. Schenkel und 
Schienen sind schwärzlich und mit Borstenpunkten besetzt. Die 
Vorderschienen sind zweizähnig. 

Apogonia su b a ene a n. sp. 

cf. Statura A. simplicis Sharp. Nigro-aenea, nitida. Capite 
fronte sat fortiter parum crebre , clypeo densius punctato , clypei 
margine antico subsinuato ; antennis rufis ; prothorace longitudine 
latiore , angulis posticis obtusis , angulis anticis acutis porrectis, 
dorso mediocriter crebre punctato ; scutello punctis raris obtecto ; 
elytris haud dense punctatis , punctis minutissime setosis , costis 
indistinctis; pygidio umbilicato-punctato, punctis pilosis an setosis. 
Corpore infra mediocriter dense punctato , punctis setas minutas 
ferentibus ; abdominis lateribus carinatis ; pedibus gracilibus, tibiis 
anticis bidentatis. — Long. 9 mm. 

Hab. : Sumatra. 



126 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Ein cf dieser Art, ohne näheren Fundort, liegt mir aus der 
Brenskeschen Sammlung vor. Die Art hat in der Gestalt Ähnlich- 
keit mit A. simplex Sharp. Sie ist schwarz und schimmert , in 
schräger Richtung betrachtet , schwach erzfarbig. Die Stirn ist 
mit ziemlich kräftigen , aber nicht dicht stehenden Punkten be- 
deckt , auf dem Clypeus stehen die Punkte etwas enger. Der 
Vorderrand des letzteren ist nur ganz schwach ausgebuchtet.. Die 
Fühler sind rotbraun. Das Halsschild ist ungefähr doppelt so 
breit wie lang. Die Seitenränder sind gebogen , die Hinterecken 
sind stumpfwinklig, die Vorderecken sind etwas vorgezogen. Die 
Oberfläche ist mäfsig dicht punktiert und lassen die Punkte ebenso 
wie die der Flügeldecken unter der Lupe winzige helle Börstchen 
erkennen. Das Schildchen trägt nur einige feine Punkte. Auf 
den Flügeldecken stehen die Punkte ein wenig weitläufiger wie 
auf dem Halsschild. Eine Andeutung von Rippen ist kaum er- 
kennbar im Gegensatz zu simplex, wo wenigstens die Punktreihen 
deutlich hervortreten. Das schwach gerunzelte Pygidium ist nicht 
besonders dicht mit kräftigen Nabelpunkten besetzt. Diese tragen 
im vorderen Teile des Pygidiums Borsten , im hinteren Teile ab- 
stehende Haare. Die Unterseite ist mäfsig dicht punktiert und 
sind die Punkte kurz hell beborstet. Die Seiten des Abdomens 
sind auf der ganzen Länge geleistet. Die Beine sind schlank, 
die Vorderschienen tragen am Ende 2 stumpfe Zähne und ist 
oberhalb der Zähne der Aufsenrand fein gekerbt. 
Apogonia aeneocuprea. 

(f. A. cupreomicanti Mos. similis. Nitida, supra aeneocuprea, 
subtus aeneo- nigra, pedibus fuscis. Capite , fronte praecipue in 
parte anteriore sat remote punctata , clypeo densius punctato, 
margine antico leviter sinuato ; antennis rufis ; prothorace trans- 
verso , angulis posticis obtusis , subrotundatis , angulis anticis 
porrectis , parum reflexis , dorso mediocriter dense punctato ; 
scutello subtiliter laxe punctulato ; elytris haud crebre , costis 
planis parum parcius , punctatis ; pygidio fortiter umbilicato- 
punctato, punctis pilosis. Corpore infra medio sat sparsim, juxta 
latera densius punctato , punctis minutissime setosis ; abdominis 
lateribus haud carinatis ; pedibus gracilibus , tibiis anticis biden- 
tatis. — Long. 9 mm. 

Hab. : Nias (Goenoeng Sitoli). Kannegieter leg. 

Die Art ist der A. cupreomicans Mos. sehr ähnlich , unter- 
scheidet sich aber schon durch die zweizähnigen Vorderschienen. 
Von der gleichfalls ähnlichen A. simplex Sharp, ist sie durch das 
Fehlen einer Leiste an den Seiten des Abdomens unterschieden. 
Die Oberseite ist erzfarbig mit Kupferschimmer , die Unterseite 
ist metallisch schwarz , bei schräger Betrachtung schwach grün 






Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 127 

und kupfrig schimmernd. Die Beine sind kupferbraun. Die Stirn 
ist namentlich im vorderen Teile ziemlich weitläufig punktiert, 
auf dem Clypeus stehen die Punkte dichter und ist sein Vorder- 
rand ganz schwach ausgebuchtet. Das Halsschild ist hinten doppelt 
so breit wie lang , die Seiten sind bogenförmig erweitert , die 
Hinterecken sind stumpf , fast kurz abgerundet , die Vorderecken 
sind vorgezogen und ist hier der Seitenrand etwas aufgebogen, 
was bei cupreomicans nicht der Fall ist. Die Punktierung der 
Oberseite ist kräftiger wie bei letzterer Art. Das Schildchen 
trägt einige sehr schwache Punkte. Die Skulptur der Flügeldecken 
ist ähnlich wie bei cupreomicans , doch sind die Punkte nicht so 
grob wie bei dieser Art. Die Nabelpunkte auf dem Pygidium 
sind nicht so grofs , aber etwas zahlreicher als bei cupreomicans. 
In der hinteren Hälfte des Pygidiums sind die Punkte kurz ab- 
stehend behaart. Die Unterseite ist in der Mitte ziemlich weit- 
läufig , an den Seiten enger punktiert und sind die Punkte mit 
winzigen Börstchen besetzt. Die Beine sind schlank, die Vorder- 
schienen tragen am Ende 2 kräftige Zähne und darüber am Aufsen- 
rande 3 feine Kerbzähnchen. 

Apogonia Bakeri n. sp. 

A. cuprescenti Blanch. similis. Nitida, nigro-aenea an rufo- 
cuprea, capite prothoraceque nigrescentibus. Capite fortiter punc- 
tato, fronte post clypei suturam leviter impressa, clypei margine 
antico reflexo , late rotundato ; antennis rufo-flavis; prothorace 
duplo latiore quam longiore , medio rotundato - ampliato , angulis 
posticis obtusis, angulis anticis acutis porrectis, dorso sat remote 
grosse punctato ; scutello laevi ; elytris mediocriter crebre fortiter 
punctatis, costis laevibus ; pygidio punctis validis pilosis obtecto. 
Subtus medio sparsim, juxta latera parum densius punctata, punctis 
setas minutas ferentibus ; abdominis lateribus carinatis ; pedibus 
gracilibus, tibiis anticis tridentatis. — Long. 8 mm. 

Hab. : Luzon (Mt. Banahao). 

Von dieser Art liegen 2 Exemplare vor. Das eine ist ganz 
schwarz mit Erzschimmer, das andere ist kupferbraun mit dunk- 
lerem Kopf und Halsschild. Letzteres Exemplar hat einige Ähn- 
lichkeit mit A. cuprescens Blanch., unterscheidet sich aber schon 
von dieser Art durch die Bildung des Clypeus. Der Kopf ist 
mäfsig dicht mit ziemlich kräftigen Punkten bedeckt, der Vorder- 
rand des Clypeus ist etwas aufgebogen und breit abgerundet. Die 
Fühler sind rotgelb. Das Halsschild ist doppelt so breit wie lang 
und in der Mitte bogenförmig erweitert. Die Hinterecken sind 
stumpfwinklig , die spitzen Vorderecken sind etwas vorgezogen. 
Die Oberfläche trägt kräftige Punkte , die ein wenig weitläufiger 



128 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

stehen wie auf dem Kopfe. Das Schildchen ist unpunktiert. Die 
Punkte der Flügeldecken sind noch etwas gröber wie die des 
Halsschildes. Die von Punktreihen eingefafsten Rippen sind glatt 
und schmal. Das Pygidium ist mit grofsen, abstehend behaarten 
Nabelpunkten bedeckt. Die Unterseite ist in der Mitte weitläufig, 
nach den Seiten zu ein wenig enger punktiert und tragen die 
Punkte kleine helle Börstchen. Die Seiten des Abdomens sind 
geleistet. Die Beine sind schlank , die Schenkel tragen vor dem 
Hinterrande eine Reihe Börstchen. Die Vorderschienen sind 
ziemlich kräftig dreizähnig. 

Ich widme diese Art Herrn Professor C. Baker auf Los Banos, 
von dem mir dieselbe eingesandt wurde. 

Apogonia scrobico llis n. sp. 

cf. Ex affinitate A. nodosae Brs. Nigro-aenea, nitida, tarsis 
piceis. Capite , prothorace scutelloque fere eadem statura et 
sculptura ut in nodosa, prothoracis punctis majoribus et breviter 
setosis ; elytris ecostatis , coriaceis , mediocriter crebre fortiter 
punctatis, punctis setas minutas ferentibus ; pygidio punctis magnis 
annulatis setosis obtecto. Corpore infra mediocriter dense ura- 
bilicato-punctato, punctis albo- setosis, abdominis lateribus haud 
carinatis ; pedibus gracilibus, tibiis anticis bidentatis. — Long. 
11 mm. 

Hab. : Sumatra or. 

Die Art gehört in die Verwandtschaft der A. nodosa Brs. 
Sie ist schwarz mit schwachem Metallschimmer. Kopf und Hals- 
schild sind bei beiden Arten ähnlich gestaltet und skulptiert, der 
Vorderrand des Clypeus ist nicht ausgebuchtet. Auf dem Hals- 
schild sind die grubenartigen Punkte gröfser als bei nodosa und 
die Börstchen der Punkte sind deutlicher. Das Schildchen ist 
mit Ausnahme der Mitte punktiert. Die Flügeldecken tragen eine 
mäfsig dichte Punktierung, die Punkte sind kurz beborstet, Rippen 
sind nicht zu erkennen. Auf den Flügeldecken befinden sich nicht 
wie bei nodosa kleine Höckerchen und sind sie auch nicht ge- 
runzelt wie bei geniculata , doch ist unter der Lupe eine feine 
lederartige Skulptur zu erkennen. Das Pygidium ist mit grofsen 
runden beborsteten Punkten bedeckt. Die Unterseite ist mäfsig 
dicht punktiert , die weifsen Borsten der Punkte sind deutlich, 
an den Seiten der Brust sind sie ein wenig schuppenförmig. Die 
Seiten des Abdomens sind nicht geleistet. Die Beine sind schlank 
und gleichfalls weifs beborstet, die Vorderschienen sind zweizähnig. 

Die gleichfalls verwandte A. rugicollis Mos. von Java unter- 
scheidet sich von dieser Art schon durch die dreizähnigen Vorder- 
schienen. 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 129 

Apogonia squamifera n. sp. 

Fusca, ubique dense squamis an setis griseis vestita. Capite 
squamoso-setoso , clypei margine antico late rotundato ; antennis 
rufis ; prothorace longitudine plus duplo latiore, medio rotundato- 
ampliato , angulis posticis obtusis, subrotundatis , angulis anticis 
porrectis , basi ad scutellum versus parum producto , prothoracis 
dorso scutelloque dense aciculato-punctatis et setis validis, paulo 
erectis , vestitis ; elytris densissime aciculato-punctatis, punctis 
squamosis, elytrorum costis indistinctis ; pygidio corporeque infra 
dense squamoso-setosis ; pedibus sat validis, tibiis anticis triden- 
tatis. — Long. 14 mm. 

Hab. : Philippinen. 

Die Art ist von ähnlicher Gestalt wie A. adoretoides Rits., 
aber bedeutend gröfser und ohne den verhältnismäfsig grofsen 
Kopf. Sie ist rotbraun gefärbt und überall dicht mit grauen 
Schuppen oder Borsten bekleidet. Der Kopf ist kräftig beborstet, 
der Vorderrand des Clypeus ist gleichmäfsig flach gerundet. Die 
Fühler sind rötlich. Das Halsschild ist doppelt so breit wie lang, 
in der Mitte bogenförmig verbreitert, die Hinterecken sind stumpf- 
winklig und undeutlich abgerundet , die Vorderecken sind spitz- 
winklig und vorgezogen, die Basis ist in der Mitte schwach nach 
dem Schildchen zu gebogen. Die Oberseite ist dicht nadelrissig 
punktiert und ebenso wie das Schildchen dicht mit etwas auf- 
gerichteten kräftigen Borsten bedeckt. Auf dem Halsschilde mar- 
kiert sich im vorderen Teile dadurch , dafs die Borsten etwas 
nach der Seite gewendet sind, eine Mittellinie. Die Flügeldecken 
sind sehr dicht mit nadelrissigen Punkten bedeckt , die längliche 
Schuppen tragen , welche an der Basis und vor dem Hinterrande 
der Flügeldecken borstenartig werden. Vor den Endbuckeln stehen 
einige lange abstehende Borsten. Rippen markieren sich nur un- 
deutlich durch schwache Wölbung. Propygidium , Pygidium und 
Unterseite sind überall dicht mit Schuppenborsten besetzt. Die 
Seiten des Abdomens sind nicht geleistet, doch sind die Rücken- 
segmente gegen die Bauchsegmente rechtwinklig abgesetzt. Die 
Beine sind ziemlich kräftig und gleichfalls, wenn auch nicht dicht, 
beborstet. Die Vorderschienen sind dreizähnig. 

Das vorliegende Exemplar erhielt ich von Herrn Professor 
C. Baker auf Los Banos und stammt es wahrscheinlich von dieser 
Insel oder von Luzon. 

Apogonia b adia n. sp. 
cf 7 . A. castaneae Mos. similis et affinis. Oblonga , nitida, 
castanea. Capite sat dense fortiter punctato , clypei margine 
antico reflexo , subsinuato ; antennis rufis ; prothorace transverso, 



130 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

lateribus curvatis, angulis posticis obtusis, angulis anticis acutis, 
paulo porrectis , dorso sat remote et sat subtiliter punctato ; 
scutello laevi ; elytris ut prothorace similiter punctatis , costis 
indistinctis ; pygidio subrugoso, fortiter punctato, punctis pilosis. 
Corpore infra medio subtiliter et parce , juxta latera fortius et 
parum densius punctato , punctis minutissime setosis ; abdominis 
lateribus haud carinatis ; pedibus gracilibus, tibiis anticis triden- 
tatis. — Long. 12 mm. 

Hab. : Timor. Doherty leg. 

Die Art ist von derselben Gestalt und Färbung wie A. castanea 
Mos. Den vorliegenden o* hielt ich früher für ein $ und rechnete 
mit der Möglichkeit, dafs das Exemplar zu castanea gehöre. Der 
Kopf ist ebenso wie bei letzterer Art grob und ziemlich dicht 
punktiert , der Clypeus ist ein wenig kürzer , der aufgebogene 
Vorderrand ist gleichfalls kaum merklich ausgebuchtet. Die Fühler 
sind rötlich. Das Halsschild ist ebenso gestaltet wie bei castanea, 
doch sind die Punkte auf demselben sehr viel feiner. Das Schild- 
chen ist spiegelglatt. Auch auf den Flügeldecken sind die Punkte 
im Gegensatz zu castanea nur sehr schwach und stehen ungefähr 
im gleichen Abstände voneinander wie auf dem Halsschild. Die 
Rippen werden nur durch die einfassenden Punktreihen markiert 
und sind, da sie selbst punktiert und die Punkte der Punktreihen 
nur schwach sind , kaum bemerkbar. Das Pygidium ist schwach 
gerunzelt , die grofsen Punkte auf demselben sind abstehend be- 
haart. Die Unterseite ist in der Mitte ziemlich fein und weit- 
läufig, neben den Seitenrändern etwas enger und gröber punktiert. 
Die Punkte tragen kleine helle Börstchen. Die Seiten des Ab- 
domens sind nicht geleistet, sondern nur im vorderen Teile etwas 
kantig. Die Beine sind sehr schlank und sind vor allem die 
Hinterschenkel bedeutend schmäler als bei castanea. Die Vorder- 
schienen sind dreizähnig. 

Apogonia montana n. sp. 

Oblonga, castanea, nitida. Capite, fronte sat dense punctata, 
clypeo parcius punctato , punctis majoribus , clypei lateribus late 
rotundatis , margine antico vix subsinuato ; antennis brunneis ; 
prothorace basi duplo latiore quam longiore, parum post medium 
rotundato-ampliato , lateribus reflexis , angulis posticis valde ob- 
tusis, angulis anticis acutis porrectis, dorso subtilissime sat crebre 
punctato ; scutello laevi ; elytris parce subtiliter punctatis, costis 
planis, fere laevibus ; pygidio remote punctato. Subtus medio fere 
laevi, lateribus parce punctatis ; pedibus gracilibus, tibiis anticis 
bidentatis. — Long. 17 mm. 

Hab. : Borneo (Kina Balu). Waterstradt leg. 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 131 

Eine grofse Art, von länglicher, fast paralleler Gestalt. Sie 
ist rotbraun und infolge der sehr schwachen Skulptur stark 
glänzend. Die Stirn ist ziemlich dicht mit mäfsig starken Punkten 
bedeckt. Auf dem Clypeus stehen die Punkte weitläufiger und 
sind kräftiger, die Clypeusnaht ist in der Mitte verloschen. Die 
Seiten des Clypeus sind flach gerundet, der Vorderrand ist kaum 
merklich ausgebuchtet. Das Halsschild ist zwischen den Hinter- 
ecken ungefähr doppelt so breit wie lang und etwas hinter der 
Mitte bogenförmig erweitert. Die Seitenränder sind aufgebogen, 
die Hinterecken sind sehr stumpfwinklig und etwas abwärts ge- 
drückt , die Vorderecken sind vorgezogen. Die Oberfläche ist 
ziemlich dicht , aber äufserst fein punktiert. Das Schildchen ist 
glatt. Die Flügeldecken sind doppelt so lang wie zusammen an 
der Basis breit, die weitläufig gestellten Punkte sind sehr schwach, 
wenn auch ein wenig deutlicher wie auf dem Halsschild. Die 
flachen Rippen markieren sich durch die einfassenden Punktreihen 
und zeigen nur Spuren von Punkten. Die Unterseite läfst in der 
Mitte unter der Lupe nur äufserst feine, weitläufig stehende Punkte 
erkennen. Die Seiten von Brust und Abdomen sind deutlich weit- 
läufig punktiert. Die Seiten des Abdomens sind nicht geleistet, 
sondern nur schwach kantig. Die Beine sind schlank, die Vorder- 
schienen sind am Ende zweizähnig und trägt der Aufsenrand 
aufserdem noch 3 feine Kerbzähnchen. 

Apogonia lombokiana Mos. 
In der Beschreibung dieser Art Deut. ent. Zeit. 1913 p. 433 
ist der Fundort Lombok nicht angegeben. 

Pegylis angolensis n. sp. 

Nigro-fusca, subnitida , pedibus fuscis. Capite subrugoso, 
dense punctato , parce setoso , clypeo rotundato , margine antico 
subsinuato ; antennis rufo - flavis , 10 - articulatis , flabello maris 
elongato ; prothorace transverso, medio rotundato-ampliato, angulis 
posticis obtusis , breviter rotundatis , angulis anticis fere rect- 
angulis , porrectis , dorso punctis minutis et majoribus obtecto, 
punctis majoribus breviter setosis, prothoracis medio longitudina- 
liter sulcato ; scutello subtiliter et sat grosse punctato ; elytris 
subrugosis, dense subtiliter et mediocriter crebre fortiter punctatis, 
punctis majoribus setas ferentibus , singulo elytro quadricostato, 
costis duabus exterioribus indistinctis ; pygidio coriaceo , dense 
aciculato - punctato , punctis albo- setosis. Subtus pectore griseo- 
piloso, abdomine medio parce, juxta latera dense punctato, punctis 
setas ferentibus , abdomine maris medio concavo ; tibiis anticis 
tridentatis, unguiculis apice fissis. — Long. 20 mm. 

Hab. : Angola (Bailundo). 



132 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Die Art gehört in die Gruppe derjenigen , bei denen die 
Krallen an der Spitze gespalten sind, und ist an den Rippen auf 
den Flügeldecken leicht zu erkennen. Sie ist von schwarzbrauner 
Färbung , der Kopf , die Seiten und die Mitte des Halsschildes, 
das Schildchen und die Beine sind heller braun. Der Kopf ist 
schwach gerunzelt und dicht punktiert , zerstreut gelblich be- 
borstet. Der Clypeus ist nach vorn bogenförmig verjüngt , der 
Vorderrand ist ganz schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler 
sind zehngliedrig , der dreigliedrige Fächer ist beim cf fast so 
lang wie der Stiel , beim $ so lang wie die 6 vorhergehenden 
Glieder des Stieles zusammen. Das Halsschild ist an der Basis 
ungefähr dreimal so breit wie lang , in der Mitte ist es bogen- 
förmig erweitert , die Hinterecken sind stumpfwinklig , kurz ab- 
gerundet , die vorgezogenen Vorderecken sind fast rechtwinklig, 
die Basis ist doppelt ausgeschweift. Die Oberfläche ist dicht mit 
feinen und mäfsig dicht mit groben Punkten bedeckt. Letztere 
tragen kurze Borstenhärchen. In der Mitte des Halsschildes be- 
findet sich eine Längsfurche. Das Schildchen ist gleichfalls mit 
feinen und groben Punkten besetzt. Die Flügeldecken sind schwach 
gerunzelt und fein und dicht punktiert. Kräftige, weniger dicht 
stehende Punkte sind mit hellen Börstchen besetzt. Jede Flügel- 
decke trägt 4 Rippen, von denen jedoch die beiden äufseren nur 
undeutlich sind. Das Pygidium ist sehr dicht nadelrissig punktiert, 
die Punkte sind beborstet. Die Brust ist, an den Seiten dichter 
wie in der Mitte , greis behaart. Das Abdomen ist in der Mitte 
weitläufig , an den Seiten eng mit hell beborsteten Punkten be- 
deckt , die Mitte des Abdomens ist beim d* konkav. Die Beine 
sind rotbraun , doch liegt auch ein Exemplar mit schwärzlichen 
Schenkeln vor. Die Vorderschienen sind dreizähnig. 

Ich erhielt einige Exemplare dieser Art von Herrn Kreis- 
schulrat J. N. Ertl in München. 

Hypopholis vittata Fahr. 

Diese Art wird von Peringuey (Tr. S. African Soc. XIII p. 278) 
als mit H. Sommeri Burm. zusammenfallend betrachtet. Die Unter- 
suchung der Forcipes beider Arten ergibt jedoch , dafs dieselben 
einander zwar sehr ähnlich sind , aber doch Verschiedenheiten in 
der Bildung aufweisen. Aufserdem hat H. Sommeri einen langen, 
vittata einen kurzen , die Mittelhüften nicht überragenden Meso- 
sternalfortsatz. 

Cypho chilus o ehr aceus n. sp. 

cf. C. apicali Wat. affinis , eadem statura. Fuscus , supra 
dense squamosus , squamis ovatis , ochraeeis, antennis pedibusque 
rufis. Clypeo rotundato , reflexo ; protliorace longitudine plus 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 133 

duplo latiore, antice et postice attenuato, lateribus post medium 
parum sinuatis , angulis posticis fere rectangulis , angulis anticis 
obtusis , paulo productis ; elytris sutura et utrinque costis tribus 
parum elevatis , elytrorum apice deflexo et squamis angustis ob- 
tecto ; pygidio maris triangulari , aciculato-punctato , punctorum 
squamis lanceolatis. Subtus pectore griseo-piloso et parce albido- 
squamoso , abdomine squamis ovalibus flavis sat crebre obtecto, 
mesosterno mutico ; pedibus parce albido-squamosis, tibiis anticis 
tridentatis, dente primo obsoleto. — Long. 25 mm. 

Hab. : China (Kiautschou). 

Die Art, von der nur ein männliches Exemplar vorliegt, ist 
dem C. apicalis Wat. sehr ähnlich , aber auf der Oberseite dicht 
schmutziggelb beschuppt und sind die Schuppen namentlich auf 
den Flügeldecken nicht ganz so breit wie bei apicalis. Der Clypeus 
ist gerundet, sein Vorderrand ist stark zurückgebogen. Die Fühler 
sind rotbraun , der Fächer ist beim <? um die Hälfte länger wie 
der Stiel. Das Halsschild ist von ähnlicher Gestalt wie bei apicalis, 
doch erscheinen die Seitenränder hinter der Mitte deutlicher aus- 
gebuchtet. Die Flügeldecken sind in gleicher Weise gerippt wie 
bei jener Art, der steil abfallende Hinterrand trägt im Gegensatz 
zu apicalis nur sehr schmale Schuppen. Das Pygidium ist beim 
x? dreieckig , die abgerundete Spitze ist leicht aufgebogen , die 
Oberfläche ist mit bogenförmigen Punkten bedeckt , die lanzett- 
förmige Schuppen tragen. Brust , Episternen und Hinterhüften 
sind gelblichgrau behaart und zwischen den Haaren stehen ver- 
einzelte weifsliche Schuppen. Ein Mesosternalfortsatz ist nicht 
vorhanden. Das Abdomen ist ziemlich dicht mit ovalen gelben 
Schuppen besetzt , das letzte Bauchsegment ist ebenso wie .bei 
apicalis in der Mitte eingedrückt. Die Beine tragen weitläufig 
stehende weifsliche Schuppen, die Vorderschienen sind dreizähnig, 
doch ist der oberste Zahn nur angedeutet. 

Cyphochilus ventritectus Brs. = {pchraceosquamosus Mos.) 
Mir war die Beschreibung von Brenske in der Insektenbörse 
1903 p. 381 nicht bekannt, da dieselbe im Zoological Record 
nicht angeführt ist. 

Microtrichia subrugosa n. sp. 
M. cribripenni Brs. similis. Supra fusca, nitida, capite pro- 
thoraceque obscurioribus , subtus medio pedibusque rufo - flavis, 
nitidis , lateribus pruinosis. Capite subrugoso-punctato , clypeo 
antrorsum attenuato, margine antico sinuato ; antennis rufo-flavis, 
10-articulatis, flabello in utroque sexu parvo, ovato ; prothorace 
transverso , subrugoso, mediocriter crebre et irregulariter umbili- 
cato - punctato , lateribus subcrenulatis , angulis anticis acutis, 



134 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

parum porrectis, angulis posticis obtusis ; scutello parce punctato ; 
elytris leviter rugosis , umbilicato-punctatis , sutura et utrinque 
costis tribus parum elevatis; pygidio crebre punctato, subrugoso, 
margine antico opaco. Subtus parce punctata, pedibus gracilibus, 
tibiis anticis tridentatis , articulo primo tarsorum posticorum in 
mare secundo longitudine fere aequali , in femina parum abbre- 
viato. — Long. 12 — 13 mm. 

Hab. : China (Kiukiang). 

Die Art ist der M. cribripennis Brs. ähnlich. Sie unterscheidet 
sich durch die vorgezogenen Vorderecken des Halsschildes und 
durch den viel kleineren Fühlerfächer. Der Kopf ist runzlig 
punktiert , der Clypeus ist nach vorn verschmälert , sein Vorder- 
rand ist ausgebuchtet. Die zehngliedrigen Fühler sind gelbbraun, 
der Fächer ist in beiden Geschlechtern nur so lang wie die 5 
vorhergehenden Glieder des Stieles zusammen. Das Halsschild ist 
ähnlich gestaltet wie bei cribripennis, doch sind, wie bereits er- 
wähnt, die Vorderecken etwas spitzwinklig vorgezogen, die Punk- 
tierung der Oberfläche ist unregelmäfsiger. Das Schildchen ist 
weitläufig punktiert. Die Flügeldecken tragen nabelartige Punkte 
und sind leicht gerunzelt. Aufser der etwas gewölbten Naht 
markieren sich auf jeder Flügeldecke noch 3 undeutliche Rippen. 
Das Pygidium ist dicht , schwach runzlig punktiert , der Vorder- 
rand ist matt. Die Unterseite ist gelbbraun und ziemlich weit- 
läufig punktiert, die Seiten sind pruinös. Die Vorderschienen sind 
in beiden Geschlechtern deutlich dreizähnig. Das erste Glied der 
Hintertarsen ist beim b* fast so lang wie das zweite, beim $ ist 
es ein wenig verkürzt. Von den beiden Krallenzähnen ist der 
innere Zahn länger und kräftiger als der Endzahn. 
Mi c r otri chia luridip ennis n. sp. 

o*. M. pumilae Sharp, similis. Lurida, nitida, capite, pro- 
thorace scutelloque rufis. Capite mediocriter crebre punctato, 
clypei margine antico subsinuato ; antennis 10-articulatis, flabello 
maris sat parvo ; prothorace longitudine duplo latiore , medio 
rotundato-ampliato , lateribus subcrenulatis , angulis anticis fere 
rectangulis , angulis posticis obtusis , dorso haud crebre irregu- 
lariter punctato ; scutello medio laevi ; elytris umbilicato-punctatis, 
costa suturali et utrinque costis tribus laevibus, costa tertia in- 
distincta ; pygidio mediocriter dense punctato , margine antico 
opaco. Subtus parce punctata , medio nitido , lateribus opacis, 
pruinosis ; tibiis anticis tridentatis, tarsis posticis articulo primo 
secundo parum breviore. — Long. 12 mm. 

Hab. : Yunnan. 

Die Art hat Ähnlichkeit mit hellgefärbten Stücken der M. 
pumila Sharp. Sie ist gelbbraun, Kopf, Halsschild und Schildchen 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 135 

sind rötlich. Der Kopf ist mäfsig dicht punktiert , viel weit- 
läufiger wie bei pumila, die Stirn ist gleichmäfsig gewölbt, nicht 
gerunzelt, der Vorderrand des Clypeus ist nur sehr schwach aus- 
gebuchtet. Der Fächer der zehngliedrigen Fühler ist beim d 1 so 
lang wie die 5 vorhergehenden Glieder des Stieles zusammen. 
Das Halsschild ist ähnlich gestaltet wie bei pumila, doch ist es 
glänzender und die Punktierung ist ein wenig weitläufiger. Das 
Schildchen trägt einige Punkte neben den Seitenrändern. Die 
Flügeldecken sind mit Nabelpunkten bedeckt , welche weitläufiger 
stehen wie bei pumila. Auch sind die Rippen der Flügeldecken 
im Gegensatz zu letzterer Art glatt. Das Pygidium trägt mäfsig 
dicht stehende Nabelpunkte. Die Unterseite ist weitläufig punk- 
tiert und sind die Punkte kurz beborstet. Die Seiten der Brust 
und des Abdomens sind matt , pruinös. Die Vorderschienen sind 
dreizähnig, das erste Glied der Hintertarsen ist ein wenig kürzer 
als das zweite. Von den beiden Krallenzähnen ist, im Gegensatz 
zu pumila, der Endzahn länger als der innere Zahn. 
B rahm in a ver ticalis n. sp. 

$. Testacea, nitida, capite, prothorace, scutello pedibusque 
rufis. Capite, fronte sat remote, clypeo densius fortiter punctato, 
clypei margine antico reflexo, medio exciso, vertice alte carinato, 
post carinam setoso ; antennis rufo-flavis, 10-articulatis ; pro- 
thorace medio duplo latiore quam longiore, antice et postice an- 
gustato, lateribus crenulatis et setosis, angulis anticis et posticis 
obtusis , dorso mediocriter crebre punctato ; scutello parce punc- 
tulato ; elytris, costa suturali excepta, fere ecostatis, leviter sub- 
rugosis, umbilicato-punctatis, punctis minutissime setosis ; pygidio 
sat dense subrugoso-punctato. Subtus pectore flavido-piloso, ab- 
domine medio parce, juxta latera parum densius punctato, punctis 
breviter pilosis ; tibiis anticis dentibus tribus validis armatis, 
articulo primo tarsorum posticorum secundo perparum modo bre- 
viore. — Long. 17 mm. 

Hab. : India (Nepal). 

Es liegt von dieser Art zwar nur ein weibliches Exemplar 
vor, doch ist die Art an der Bildung des Kopfes sehr leicht er- 
kenntlich. In der Gröfse und Färbung gleicht sie der B. phyta- 
loides Brs. Der Kopf ist durch einen sehr hohen Scheitelkiel aus- 
gezeichnet. Hinter dem Kiel ist der Scheitel punktiert und mit 
kurzen haarförmigen und längeren kräftigen Borsten besetzt. Stirn 
und Clypeus tragen neben einer feinen und dichten Punktierung 
gröbere Punkte. Die letzteren stehen auf der vorderen Hälfte 
der Stirn weitläufig, nach dem Scheitel zu und auf dem Clypeus 
enger. Der Vorderrand des letzteren ist aufgebogen und zeigt in 
der Mitte einen kleinen dreieckigen Ausschnitt. Die rotbraunen 



138 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

der Hintertarsen ist kürzer als das zweite. Von den beiden 
Krallenzähnen ist der Endzahn ein wenig kürzer als der innere 
Zahn. 

Brahmina yunnana n. sp. 

cf. B. ciliaticolli Mos. similis. Rufo -flava, nitida, capite 
prothoraceque obscurioribus. Capite , fronte sat remote , clypeo 
densius punctato , punctis setosis , clypei margine antico parum 
reflexo , subsinuato ; antennis rufis 10-articulatis , flabello maris 
elongato, parum curvato ; prothorace transverso, antice et postice 
angustato , lateribus leviter crenulatis , angulis anticis et posticis 
obtusis , margine antico flavo - ciliato , dorso sat laxe fortiter 
punctato ; scutello punctato ; elytris umbilicato-punctatis, punctis 
minutissime setosis, costa suturali et utrinque costis duabus minus 
crebre punctis obtectis ; pygidio mediocriter dense punctato, paulo 
rugoso. Subtus pectore flavo -piloso, abdomine laxe punctato; 
tibiis anticis tridentatis , articulo primo tarsorum posticorum se- 
cundo paulo breviore. — Long. 12 mm. 

Hab. : Yunnan. 

Die Art ist der B. ciliaticollis Mos. , welche ich gleichfalls 
von Yunnan besitze , in Färbung und Gestalt sehr ähnlich. Sie 
unterscheidet sich durch eine andere Skulptur des Kopfes und 
durch die Rippen der Flügeldecken. Der Kopf, welcher bei dem 
vorliegenden Exemplar schwärzlich gefärbt ist, ist breiter als bei 
ciliaticollis. Die Stirn, welche bei letzterer Art dicht gerunzelt ist, 
ist bei dieser Art nur wenig dicht punktiert , während auf dem 
Clypeus die Punkte dichter stehen. Die Punkte tragen gelbliche 
Börstchen. Die Clypeusnaht ist furchenartig vertieft und trägt 
bei dem vorliegenden Exemplar die Stirn hinter der Clypeusnaht 
eine kurze schmale Längsfurche. Der Vorderrand des Clypeus ist 
kaum merklich ausgebuchtet. Die zehngliedrigen Fühler sind rot- 
braun , der schwach gebogene Fühlerfächer ist beim o* so lang 
wie der Stiel. Das Halsschild ist an der Basis doppelt so breit 
wie lang , in der Mitte bogenförmig erweitert , die Seitenränder 
sind schwach krenuliert , Vorder- und Hinterecken sind stumpf- 
winklig , hinter dem Vorderrande befinden sich einzelne Wimper- 
haare. Die Oberfläche ist ziemlich weitläufig , nach den Seiten- 
rändern zu etwas dichter mit grofsen , aber nicht tiefen Punkten 
besetzt. Die schwach gerunzelten Flügeldecken tragen Nabel- 
punkte, die unter der Lupe winzige Börstchen zeigen. Bei ciliati- 
collis hat jede Flügeldecke aufser der Nahtrippe neben derselben 
nur noch eine Rippe , die sich hinten so stark verbreitert , dafs 
sie fast die Nahtrippe berührt. Bei dieser neuen Art läfst jede 
Flügeldecke 2 Rippen erkennen. Die erste Rippe neben der Naht- 
rippe verbreitert sich hinten nur wenig und auch der Zwischen- 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 139 

räum zwischen dieser Rippe und der Nahtrippe ist schwach ge- 
wölbt. Das Pygidium ist ein wenig gerunzelt und mäfsig dicht 
punktiert. Die Brust ist gelb behaart, auf dem Abdomen stehen 
die Punkte in der Mitte sehr weitläufig , an den Seiten etwas 
enger. Das erste Glied der Hintertarsen ist kürzer als das zweite, 
der innere Krallenzahn ist ein klein wenig länger als der Endzahn. 
B rahmin a ruficollis n. sp. 

o". B. yunnanae similis , major. Rufo-flava, nitida, capite 
prothoraceque rufis. Capite fortiter haud crebre punctato, punctis 
setosis , clypeo antrorsum angustato , margine antico vix sub- 
sinuato ; antennis 10-articulatis, flabello maris stipiti longitudine 
fere aequali ; prothorace longitudine duplo latiore , medio rotun- 
dato-ampliato, mediocriter crebre, ad latera versus paulo densius, 
punctato, lateribus crenulatis, margine antico lateribusque setosis, 
angulis anticis et posticis obtusis; scutello punctis raris minutis 
obtecto ; elytris disco sparsim, ad latera versus crebre punctatis, 
punctis juxta elytrorum latera setosis , sutura et utrinque una 
costa parum elevatis ; pygidio umbilicato-punctato , punctis setas 
parvas ferentibus. Pectore dense flavo-piloso , abdomine medio 
parce, juxta latera densius punctato, punctis setosis ; tibiis anticis 
tridentatis , articulis duobus primis tarsorum posticorum longi- 
tudine aequalibus. — Long. 14 mm. 

Hab. : Yunnan. 

Die Art ist in Färbung und Gestalt der vorstehend be- 
schriebenen B. yunnana ähnlich, aber gröfser. Der Kopf ist mäfsig 
dicht mit beborsteten Punkten besetzt , die Punkte sind auf der 
Stirn kräftig , auf dem Clypeus etwas schwächer. Letzterer ist 
nach vorn etwas stärker verjüngt wie bei yunnana, der Vorder- 
rand ist kaum merklich ausgebuchtet. Die zehngliedrigen Fühler 
sind rötlich , der Fächer ist beim d* fast so lang wie der Stiel. 
Das Halsschild ist in der Mitte stark bogenförmig erweitert, nach 
vorn und hinten verjüngt. Die Seitenränder sind krenuliert und. 
beborstet , vor der Mitte sind sie schwach ausgeschweift. Die 
Vorder- und Hinterecken sind stumpfwinklig , hinter dem ge- 
wulsteten Vorderrande befinden sich abstehende Borsten. Die 
Oberfläche ist in der Mitte mäfsig dicht und unregelmäfsig, nach 
den Seiten zu enger punktiert, eine glatte Mittellinie ist schwach 
angedeutet. Das Schildchen trägt nur neben den Seitenrändern 
einige feine Punkte. Die Flügeldecken lassen im Gegensatz zu 
yunnana aufser der Nahtrippe nur noch eine Rippe neben der- 
selben erkennen. Diese Rippe verbreitert sich aber , abweichend 
von ciliaticollis , nach hinten zu nur wenig und verschwindet vor 
dem Endbuckel, während der Zwischenraum zwischen dieser Rippe 
und der Nahtrippe hinten etwas gewölbt ist. Die Rippe , sowie 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 10 



140 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

der Raum zwischen dieser und der Naht sind nur weitläufig 
punktiert , während zwischen Rippe und Aufsenrand die Punkte 
ziemlich dicht stehen und neben dem Aufsenrande beborstet sind. 
Das Pygidium ist schwach gerunzelt und mit kurz beborsteten 
Nabelpunkten bedeckt. Die Brust ist dicht gelb behaart , das 
Abdomen in der Mitte weitläufig , nach den Seiten zu enger 
punktiert. Die Punkte sind kurz beborstet. Die Vorderschienen 
tragen 3 kräftige Zähne, das erste Glied der Hintertarsen ist so 
lang als das zweite. Von den beiden Krallenzähnen ist der innere 
kräftiger und etwas länger als der Endzahn. 
Brahmina nuda n. sp. 

o*. Elongata, lutea, nitida, capite prothoraceque obscurioribus. 
Capite , fronte sparsim sat fortiter punctata , clypeo densius et 
minus grosse punctato , margine antico reflexo , vix subsinuato ; 
antennis flavis 10-articulatis , flabello parvo ; prothorace duplo 
latiore quam longiore, antice et postice angustato, angulis anticis 
et posticis obtusis , illis haud porrectis, dorso mediocriter crebre 
punctato ; scutello punctulato ; elytris leviter rugosis , fortiter 
punctatis, subcostatis ; pygidio umbilicato-punctato. Subtus medio 
fere laevi , lateribus sparsim punctatis , punctis setas minutas 
ferentibus , pectoris medio longitudinaliter sulcato ; tibiis anticis 
tridentatis , tarsis posticis articulo primo secundo breviore. — 
Long. 10 — 12 mm. 

Hab. : China (Fokien). 

Die Art ist von länglicher Gestalt und schmutzig gelber 
Färbung mit dunklerem Kopf und Halsschild. Sie zeichnet sich 
dadurch aus, dafs die Brust nicht behaart ist. Der Kopf ist auf 
der Stirn weitläufig mit ziemlich kräftigen Punkten besetzt. Auf 
dem Clypeus stehen die Punkte enger und sind feiner, der Vorder- 
rand des Clypeus ist aufgebogen und kaum sichtbar ausgebuchtet. 
Der Fächer des zehngliedrigen Fühlers ist beim o* nur so lang 
wie die 5 vorhergehenden Glieder des Stieles zusammen. Das 
Halsschild ist in der Mitte ungefähr doppelt so breit wie lang, 
nach vorn und hinten verschmälert. Die Vorder- und Hinterecken 
sind stumpfwinklig, erstere sind nicht vorgezogen. Die Oberfläche 
ist mäfsig dicht punktiert. Das Schildchen ist auf der ganzen 
Fläche mit Punkten besetzt. Die Flügeldecken sind schwach ge- 
runzelt und tragen eine ziemlich kräftige Punktierung. Aufser 
der Nahtrippe sind auf jeder Flügeldecke 4 Rippen schwach an- 
gedeutet. Das Pygidium ist schwach gewölbt und mit Nabel- 
punkten bedeckt. Die Unterseite ist in der Mitte fast unpunktiert, 
die Brust in der Mitte längsgefurcht. Die Seiten von Brust und 
Abdomen tragen ziemlich weitläufig stehende kurz beborstete 
Punkte. Die Vorderschienen sind dreizähnig, das erste Glied der 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 141 

Hintertarsen ist kürzer als das zweite. Von den beiden Krallen- 
zähnen ist der innere ein wenig kürzer als der Endzahn. 

Vom Museum in Hamburg liegen mir 3 d* dieser Art vor, 
aufserdem 3 weibliche Exemplare vom gleichen Fundort , welche 
wohl sicher als $ zu dieser Art gehören. Bei diesen weiblichen 
Exemplaren sind Kopf, Halsschild und Schildchen viel weitläufiger 
punktiert. Auch ist das Halsschild in der Mitte schwarzbraun 
gefärbt. 

B r ahmina cribriceps n. sp. 

Oblongo-ovata, fusca an picea, nitida, parum iridescens, ab- 
dominis lateribus pygidioque opacis. Capite, fronte parce, clypeo 
dense et subrugoso-punctato, clypei margine antico leviter sinuato, 
fronte juxta oculos setosa ; antennis rufis 10-articulatis ; pro- 
thorace longitudine duplo latiore , medio rotundato - ampliato, 
lateribus crenulatis et setosis, angulis anticis et posticis obtusis, 
margine postico, medio excepto, crenulato, margine antico setoso, 
dorso sat remote an mediocriter crebre punctato ; scutello sub- 
tiliter parce punctulato ; elytris umbilicato-punctatis , sutura et 
utrinque 4 costis (costa tertia valde abbreviata) fere laevibus ; 
pygidio juxta latera parce, medio subrugoso-punctato, punctis 
breviter setosis. Subtus pectore dense flavo-piloso, abdomine 
mediocriter crebre punctato ; tibiis anticis tridentatis , articulo 
primo tarsorum posticorum secundo longitudine aequali. — Long. 
16 — 18 mm. 

Hab. : China (Chang Yang). 

Von dieser Art liegt ein Pärchen vor, der <f von schwärz- 
licher , das $ von rotbrauner Färbung , beide schwach irisierend. 
Die Art weicht von den übrigen Arten der Gattung sowohl durch 
die äufsere Erscheinung, als auch durch das matte Pygidium und 
die matten Seiten des Abdomens ab. Der vorliegende d* hat 
grofse Ähnlichkeit mit der von mir als Hilyotrogus piceoserieeus be- 
schriebenen Art. Die erste Rippe neben der Nahtrippe ist jedoch 
hinten stark verbreitert, was bei den Hilyotrogus - Arten nicht der 
Fall ist. Die Stirn ist weitläufig und fein, der Clypeus grob und 
dicht punktiert. Letzterer ist gewölbt , sein Vorderrand ist nur 
sehr wenig aufgebogen und in der Mitte flach ausgebuchtet. Die 
Stirn trägt neben den Augen einige lange Borsten. Die rotbraunen 
Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist beim cf so lang wie 
die 6 , beim $ wie die 4 vorhergehenden Glieder des Stieles zu- 
sammen. Das Halsschild ist doppelt so breit wie lang , in der 
Mitte bogenförmig erweitert , die Seitenränder sind gekerbt und 
beborstet, die Vorder- und Hinterecken sind stumpfwinklig. Der 
Vorderrand ist abstehend beborstet , die Basis ist mit Ausnahme 
der Mitte abgesetzt und krenuliert. Die Oberfläche ist beim vor- 

10* 



142 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

liegenden d* ziemlich weitläufig, beim $ etwas dichter punktiert. 
Das Schildchen trägt einige feine Punkte. Die Flügeldecken sind 
nabelartig punktiert und ganz schwach gerunzelt. Die Nahtrippe 
und 4 Rippen auf jeder Flügeldecke sind fast unpunktiert. Die 
erste Rippe ist hinten sehr stark nach der Nahtrippe zu ver- 
breitert , die dritte Rippe ist vorn und hinten verkürzt. Das 
Pygidium ist an den Seiten weitläufig , in der Mitte schwach 
runzlig punktiert und tragen die Punkte kurze Börstchen. Die 
Brust ist dicht gelb behaart, auf dem Abdomen stehen die Punkte 
unregelmäfsig und nicht dicht. Ein Teil der Punkte trägt kurze 
Härchen. Die beiden ersten Glieder der Hintertarsen sind von 
gleicher Länge, von den beiden Krallenzähnen ist der innere länger 
und kräftiger als der Endzahn. 

B r ahm in a cly p ealis n. sp. 

(f. Rufo-testacea, nitida. Capite, fronte postice inter oculos 
leviter transversim sulcata , sulco sat crebre punctato , fronte 
antice clypeoque laxe punctatis , punctis setosis , clypeo lateribus 
parallelis, dimidia parte anteriore reflexa, margine antico sinuato; 
antennis fulvis 10-articulatis , flabello maris stipiti longitudine 
aequali; prothorace transverso, medio rotundato-ampliato, angulis 
anticis obtusis , angulis posticis breviter rotundatis , lateribus 
margineque antico setosis , illis crenulatis , dorso sat laxe an 
mediocriter crebre punctato ; scutello parce punctulato ; elytris 
leviter rugosis , ecostatis , umbilicato-punctatis, punctis ante ely- 
trorum apicem et juxta latera breviter setosis ; pygidio medio 
subrugoso, sat remote punctato, punctis setas ferentibus. Subtus 
pectore flavido-villoso , abdomine medio parce, juxta latera paulo 
densius punctato, punctis setosis ; abdomine maris longitudinaliter 
sulcato ; tibiis anticis tridentatis , articulo primo tarsorum posti- 
corum parum abbreviato. — Long. 12 mm. 

Hab.: Tibet (Poo). 

Ich stelle vorläufig alle Rhizotrogiden mit gespaltenen Krallen, 
welche nicht in eine der anderen bisher aufgestellten Gattungen 
gehören , in die Gattung Brahmina, da ich der Ansicht bin , dafs 
die Aufstellung neuer Gattungen besser erst dann geschieht, wenn 
eine gröfsere Anzahl von Arten bekannt sein wird. Wollte ich 
neue Gattungen in derselben Weise aufstellen, wie es Herr Reitter 
auf Grund der wenigen ihm bekannten Melolonthiden- Arten tut, 
so würde das ins Unendliche führen. Die hier beschriebene Art 
ist durch die Bildung des Clypeus und durch die Ventralfurche 
des (f ausgezeichnet und ist wohl als Repräsentant einer neuen 
Gattung zu betrachten. 

Die Färbung ist gelbbraun. Die Stirn trägt vor dem Scheitel 
eine flache Querfurche , welche ziemlich dicht mit beborsteten 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 143 

Punkten besetzt ist. Auf dem vorderen Teile der Stirn stehen 
die Borstenpunkte ebenso wie auf dem Clypeus weitläufig. Letz- 
terer ist nach vorn nicht verschmälert , sondern hat erhabene 
parallele Seitenränder und seine ganze vordere Hälfte ist aufge- 
bogen. Der Vorderrand ist in seiner ganzen Breite ausgebuchtet, 
die Vorderecken sind kurz abgerundet. Der Fächer der zehn- 
gliedrigen Fühler ist beim cf so lang wie der Stiel und leicht 
gebogen. Das Halsschild ist an der Basis fast doppelt so breit 
wie lang und in der Mitte bogenförmig erweitert. Die Punktierung 
ist ziemlich weitläufig oder mäfsig dicht , die Seitenränder sind 
krenuliert und ebenso wie der Vorderrand abstehend beborstet. 
Die Vorderecken sind stumpfwinklig , die Hinterecken sind abge- 
rundet. Das Schildchen ist weitläufig punktiert. Auf den Flügel- 
decken finden sich aufser der Nahtrippe kaum Andeutungen weiterer 
Rippen. Die Flügeldecken sind schwach gerunzelt und nabelartig 
punktiert. Vor dem Hinterrande der Flügeldecken und neben den 
Seitenrändern sind die Punkte kurz beborstet. Das Pygidium ist 
in der Mitte ein wenig runzlig , seine Punktierung ist ziemlich 
weitläufig und tragen die Punkte namentlich vor dem Hinterrande 
des Pygidiums Borsten. Die Brust ist graugelblich behaart, das 
Abdomen in der Mitte weitläufig , an den Seiten enger mit be- 
borsteten Punkten besetzt. Die Vorderschienen sind dreizähnig, 
doch ist beim <? der oberste Zahn nur klein. Das erste Glied 
der Hintertarsen ist etwas kürzer als das zweite, von den beiden 
Krallenzähnen ist der Endzahn länger , aber schlanker als der 
innere Zahn. 

Ein $ vom gleichen Fundort gehört wohl sicher zu dieser 
Art. Dasselbe läfst vor der Stirnfurche einen deutlichen Querkiel 
erkennen , die Vorderecken des Clypeus sind stärker abgerundet. 
Der Fühlerfächer ist kaum länger als die 4 vorhergehenden Glieder 
des Stieles zusammen. 

Brahmiyiapilifera n. sp. 

B. clypeali affinis. Lurida, nitida, flavido-pilosa, capite pro- 
thorace scutelloque rufo-flavis. Capite, fronte fortiter punctata, 
punctis setosis , inter oculos transversim carinata , clypeo fere 
laevi, concavo, antrorsum vix angustato, margine antico sinuato, 
angulis anticis in mare breviter , in femina latius rotundatis ; 
antennis 10-articulatis, flabello maris elongato ; prothorace duplo 
latiore quam longiore, medio rotundato-ampliato, lateribus crenu- 
latis et setosis , angulis anticis obtusis , angulis posticis sub- 
rotundatis , dorso parce an mediocriter crebre punctato , punctis 
longe pilosis ; scutello parce punctato ; elytris ecostatis, sat dense 
aciculato-punctatis, punctis pilosis, pilis brevibus, post elytrorum 
basin pilis longioribus intermixtis ; pygidio laxe punctato et piloso. 



144 Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 

Subtus pectore flavido-villoso , abdomine medio sparsim , juxta 
latera densius punctato, punctis pilos ferentibus, abdomine maris 
subsulcato ; tibiis anticis tridentatis, tarsis posticis articulo primo 
secundo breviore. — Long. 10 mm. 

Hab. : Tibet (Poo). 

Die Art gehört in die Verwandtschaft der vorhergehend be- 
schriebenen B. clypealis. Sie ist kleiner und überall behaart. Die 
Färbung ist braungelb , Kopf , Halsschild und Schildchen sind 
mehr oder weniger rötlich. Die Stirn ist mit groben beborsteten 
Punkten besetzt und trägt zwischen den Augen einen schwach 
gebogenen Querwulst. Der Clypeus ist nach vorn kaum merklich 
verjüngt, die Seitenränder und der Vorderrand sind wie bei clypealis 
aufgebogen. Der Vorderrand ist in der ganzen Breite ausgebuchtet, 
die Vorderecken sind beim c? ganz kurz , beim $ breiter abge- 
rundet. Die Fühler sind zehngliedrig und ist der Fächer beim 
cf so lang wie der Stiel und leicht gebogen, beim $ dagegen ist 
er nur so lang wie die 5 vorhergehenden Glieder des Stieles zu- 
sammen. Das Halsschild ist ähnlich gestaltet wie bei clypealis, 
seine Punktierung ist mäfsig dicht. Die Punkte tragen lange 
abstehende gelbliche Haare , die krenulierten Seitenränder , sowie 
der Vorderrand sind kräftig beborstet. Das Schildchen ist weit- 
läufig mit behaarten Punkten bedeckt. Die Flügeldecken lassen 
keine Rippen erkennen und auch eine Nahtrippe ist nicht vor- 
handen. Sie sind ziemlich dicht nadelrissig punktiert und tragen 
die Punkte kurze Haare. Hinter der Basis der Flügeldecken sind 
die Punkte teilweise mit langen abstehenden Haaren besetzt. Das 
Pygidium trägt feine, etwas weitläufig stehende behaarte Punkte. 
Die Brust ist lang gelblich behaart , das Abdomen ist in der 
Mitte weitläufig , an den Seiten etwas enger mit kurz behaarten 
Punkten besetzt. Die Vorderschienen sind dreizähnig , das erste 
Glied der Hintertarsen ist kürzer als das zweite. Von den beiden 
Krallenzähnen ist der Endzahn ein wenig länger als der innere 
Zahn. 

Hily o trog us sericeus n. sp. 

d*. Rufo-flavus, sericeus, capite prothoraceque rufis. Fronte 
irregulariter punctata, punctis flavo-setosis, clypeo dense punctato, 
margine antico reflexo , haud sinuato ; antennis 10 - articulatis, 
flabello 5-articulato , flabelli articulis duobus primis abbreviatis ; 
prothorace transverso , medio rotundato-ampliato , margine antico 
lateribusque setosis, angulis anticis et posticis obtusis, subrotundatis, 
dorso subtiliter punctato ; scutello punctis raris obtecto ; elytris 
sutura et utrinque costis duabus leviter elevatis , costis laxe, 
interstitiis densius punctatis ; pygidio subrugoso. Subtus pectore 
flavo - piloso , abdomine parce subtiliter punctato ; tibiis anticis 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 145 

tridentatis, articulo primo tarsorum posticorum secundo longitudine 
aequali. — Long. 16 mm. 

Hab.: China (Szetschwan). 

Die Art , von der nur ein männliches Exemplar vorliegt, 
unterscheidet sich von den ähnlich gefärbten Arten der Gattung 
durch die Fühlerbildung. Der Fühlerfächer ist beim cf fünf- 
gliedrig und fast so lang wie der Stiel. Die beiden ersten 
Glieder des Fächers sind jedoch verkürzt und zwar ist das erste 
Glied etwas kürzer , das zweite etwas länger als die Hälfte der 
übrigen Fächerglieder. Die Färbung der Art ist gelbbraun, Kopf 
und Halsschild sind dunkler. Die Stirn ist mit ungleich kräf- 
tigen Punkten besetzt , die gelb beborstet sind. Der Clypeus 
trägt eine dichte Punktierung , sein Vorderrand ist aufgebogen, 
nicht ausgebuchtet. Das Halsschild ist mehr als doppelt so breit 
wie lang, seitlich bogenförmig erweitert. Die Vorder- und Hinter- 
ecken sind stumpfwinklig und kurz abgerundet. Die Oberfläche 
ist seicht punktiert , der Vorderrand und die Seitenränder sind 
mit abstehenden Borsten besetzt. Das Schildchen zeigt nur ver- 
einzelte schwache Punkte. Auf den Flügeldecken sind die Naht 
und je zwei Rippen schwach gewölbt und nur sehr weitläufig 
punktiert, während die Zwischenräume eine dichtere Punktierung 
tragen. Das Pygidium ist schwach gerunzelt. Die Brust ist 
gelb behaart , das Abdomen weitläufig und fein punktiert. Die 
Vorderschienen sind dreizähnig , die beiden ersten Glieder der 
Hintertarsen sind von gleicher Länge. Von den beiden Krallen- 
zähnen ist der innere kräftiger und länger als der Endzahn. 
Hily otr o gus setiger n. sp. 

H. setipenni Mos. similis. Rufo - flavus an rufo - brunneus, 
opacus, capite prothoraceque parum obscurioribus. Capite dense 
punctato, frontis punctis validioribus et flavo-pilosis, clypei mar- 
gine antico reflexo , vix subsinuato ; antennis 10-articulatis , fla- 
bello maris 5-articulato , flabelli articulis duobus primis valde 
abbreviatis , flabello feminae 4-articulato , flabelli articulo primo 
brevi ; prothorace longitudine plus duplo latiore, angulis posticis 
et anticis obtusis, illis breviter rotundatis dorso sat dense, post 
marginem anticum parum laxius et fortius punctato ; scutello 
elytrisque mediocriter crebre punctatis , punctis pilos tenues 
ferentibus ; pygidio subrugoso-punctato et breviter piloso. Subtus 
pectore flavo-villoso , abdomine subtiliter punctato ; tibiis anticis 
tridentatis, articulo primo tarsorum posticorum haud abbreviato. — 
Long. 17 mm. 

Hab.: China (Kiukiang, Kiautschou). 

Durch die Behaarung der Oberseite hat die Art Ähnlichkeit 
mit H. setipennis Mos. Sie unterscheidet sich aber sofort durch 



146 Deutsch. £nt. Zeitschr. 1915. 

die Fühlerbildung. Die Fühler sind zehngliedrig, der Fächer ist 
beim <? fünfgliedrig , doch ist das erste Glied der Fächers 
höchstens 1 / 4 , das zweite nur 1 / 3 so lang wie die übrigen Glieder 
des Fächers. Das fünfte Glied des Stieles ist innen gehöckert. 
Beim $ besteht der Fächer aus vier Gliedern , von denen das 
erste nur a / 4 so lang wie die übrigen ist. Das sechste Glied 
des Stieles ist innen gedornt, das fünfte gehöckert. Die Färbung 
ist gelbbraun oder rotbraun. Die Stirn ist grob , etwas runzlig 
punktiert und lang abstehend gelb behaart. Der Clypeus trägt 
eine dichte Punktierung , sein Vorderrand ist aufgebogen und 
kaum merklich ausgebuchtet. Das Halsschild ist mehr als doppelt 
so breit wie lang , seine Seiten sind gerundet , die Vorder- und 
Hinterecken sind stumpfwinklig , erstere sind etwas aufgebogen, 
letztere kurz abgerundet. Die Oberfläche des Halsschildes ist 
ziemlich dicht, vor dem Vorderrande etwas weitläufiger und hier 
auch etwas kräftiger punktiert. Alle Punkte sind abstehend gelb 
behaart. Schildchen und Flügeldecken sind mäfsig dicht punktiert, 
die Punkte tragen feine Härchen. Aufser der Nahtrippe sind 
auf den Flügeldecken noch je zwei Rippen nur sehr schwach be- 
merkbar. Das Pygidium ist etwas runzlig punktiert und kurz 
behaart. Die Brust trägt eine dichte gelbe Behaarung , das Ab- 
domen eine feine Punktierung. Die Vorderschienen sind drei- 
zähnig , die beiden ersten Glieder der Hintertarsen sind von 
gleicher Länge. Von den beiden Krallenzähnen ist der innere 
etwas länger und kräftiger als der Endzahn. 

Met ab olus setifrons n. sp. 

(f. M. impressifronti Fairm. similis, minor. Luridus, nitidus, 
capite, prothorace scutelloque rufo-flavis. Capite, fronte convexa, 
sat remote punctata, punctis setosis, clypeo paulo densius punc- 
tata, antrorsum angustato, margine antico reflexo, vix subsinuato ; 
antennis 9 - articulatis , flabello maris stipiti longitudine aequali, 
stipitis articulo tertio quartoque elongatis ; prothorace transverso, 
antice et postice angustato , lateribus crenulatis , angulis anticis 
et posticis obtusis, margine antico lateribusque flavo-ciliatis, dorso 
mediocriter crebre irregulariter punctato ; scutello punctulato ; 
elytris umbilicato - punctatis , sutura et utrinque costis duabus 
paulo elevatis ; pygidio plicato - rugoso , laxe punctato. Subtus 
pectore flavo-piloso , abdomine remote punctato , punctis setosis ; 
tibiis anticis tridentatis , tarsis posticis articulo primo secundo 
longitudine aequali. — Long. 11 mm. 

Hab. : China (Yunnan). 

Die Art ist dem M. impressifrons Fairm. ähnlich, jedoch etwas 
kleiner und schon durch die Skulptur des Kopfes unterschieden. 
M. tumidifrons Fairm. blieb mir unbekannt , doch pafst die Be- 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 147 

Schreibung, welche Fairmaire gibt, nicht auf die hier beschriebene 
Art. Die Färbung ist ähnlich wie bei impressifrons, die Stirn ist 
jedoch nicht schwärzlich. Letztere ist gewölbt und namentlich 
in der Mitte weitläufig punktiert , die Punkte sind abstehend 
beborstet. Auf dem Clypeus stehen die Punkte ein wenig enger 
und ist der aufgebogene Vorderrand des Clypeus kaum merklich 
ausgebuchtet. Die Fühler sind neungliedrig, der Fächer ist beim 
d* so lang wie der Stiel, das dritte und vierte Glied des Stieles 
sind verlängert. Das Halsschild ist an der Basis doppelt so breit 
wie lang , in der Mitte bogenförmig erweitert. Die Seitenränder 
sind gekerbt , die Vorder- und Hinterecken sind stumpfwinklig. 
Der Vorderrand sowie die Seitenränder sind mit abstehenden 
Borsten besetzt. Die Oberfläche ist mäfsig dicht und unregelmäfsig 
punktiert. Auf dem Schildchen stehen die Punkte ziemlich weit- 
läufig. Die Flügeldecken tragen eine nabelartige Punktierung 
und aufser der Nahtrippe jederseits noch eine breite und eine 
schmale Rippe , welche weitläufiger punktiert sind als der übrige 
Teil der Flügeldecken. Das Pygidium ist etwas längsfaltig und 
zerstreut punktiert. Die Brust ist dünn behaart , das Abdomen 
weitläufig mit kurz beborsteten Punkten besetzt. Die Vorder- 
schienen sind dreizähnig , die beiden ersten Glieder der Hinter- 
tarsen sind von gleicher Länge, der innere Krallenzahn ist länger 
und kräftiger als der Endzahn. 

Metabolits br evicollis n. sp. 

M. impressifronti Fairm. similis. Fulvus, nitidus, capite pro- 
thorace scutelloque rufis. Capite, fronte sat remote irregulariter 
punctata , clypeo densius punctato , margine antico subsinuato ; 
antennis 9-articulatis , flabello maris stipite parum longiore , le- 
viter curvato ; prothorace plus duplo latiore quam longiore , la- 
teribus rotundatis, subcrenulatis, angulis anticis et posticis obtusis, 
margine antico lateribusque flavo-ciliatis, dorso mediocriter crebre 
punctato, ante scutellum leviter impresso ; scutello parce subtiliter 
punctato ; elytris sat crebre punctatis , sutura et utrinque costis 
duabus minus dense punctis obtectis ; pygidio subrugoso, umbilicato- 
punctato. Pectore dense punctato et flavo-piloso, abdomine medio 
parce, juxta latera parum densius punctato, punctis breviter se- 
tosis ; tibiis anticis tridentatis, articulo primo tarsorum posticorum 
secundo longitudine fere aequali. — Long. 14 mm. 

Hab.: China (Chang Yang). 

Die Art ist dem M. impressifrons Fairm., der mir auch vom 
gleichen Fundort vorliegt , in Färbung und Gestalt sehr ähnlich 
und folgendermafsen unterschieden : Die Stirn trägt nicht wie bei 
impressifrons zwei Höcker, sondern ist in der Mitte nur undeutlich 
angeschwollen. Der Clypeus ist nach vorn viel weniger verjüngt, 



148 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

der Fühlerfächer des cf ist etwas länger. Das Halsschild ist 
deutlich kürzer als bei impressifrons und in der Mitte viel weniger 
bogenförmig erweitert. Vor dem Schildchen befindet sich auf 
dem Halsschild ein leichter Eindruck , der Vorderrand des Hals- 
schildes ist abstehend gelb behaart. Die Flügeldecken zeigen 
ebenso wie bei impressifrons aufser der Nahtrippe noch je eine 
breite und eine schmale Rippe. Während diese aber bei impressifrons 
fast unpunktiert sind , sind sie bei dieser Art nur wenig weit- 
läufiger punktiert als die übrigen Teile der Flügeldecken. Das 
erste Glied der Hintertarsen ist fast so lang wie das zweite, 
bei impressifrons dagegen deutlich kürzer. Die beiden Krallenzähne 
sind von gleicher Länge und ist der innere Zahn zwar breiter 
als der Endzahn , aber nicht so verbreitert wie bei den Krallen 
von impressifrons. 

M et ab olus kaschmirensis n. sp. 

cf. M. thibetano Mos. affinis. Rufo - flavus , nitidus , capite, 
prothorace scutelloque rufis. Capite rugoso, flavo setoso, clypeo 
antrorsum minime angustato , margine antico reflexo , subsinuato, 
angulis anticis rotundatis ; antennis 9-articulatis , flabello maris 
elongato ; prothorace longitudine duplo latiore , medio valde ro- 
tundato-ampliato , lateribus levissime crenulatis , angulis posticis 
et anticis obtusis , illis breviter rotundatis , margine antico la- 
teribusque flavo-ciliatis, dorso parce irregulariter punctato, punctis 
raris pilosis ; scutello remote punctulato ; elytris umbilicato- 
punctatis , costa suturali et utrinque costis 4 laevibus ; pygidio 
leviter coriaceo , mediocriter crebre aciculato - punctato , punctis 
setosis. Subtus pectore cinereo - flavido - piloso , abdomine medio 
valde remote, juxta latera densius punctato ; tibiis anticis triden- 
tatis. — Long. 14 mm. 

Hab.: Kaschmir (Goorais Valley). 

Die Art steht dem M. thibeianus Mos. in der Bildung des 
Kopfes, der Krallen und des Forceps nahe und wird wohl später 
mit dieser Art eine neue Gattung zu bilden haben. Vorläufig 
nehme ich von der Aufstellung einer neuen Gattung Abstand, 
bis weitere verwandte Arten bekannt sein werden. Wie vorsichtig 
man mit der Aufstellung neuer Gattungen sein mufs , zeigt die 
Gattung Symmachia Brs. Dieselbe wurde auf einem Exemplar 
von Metabolus impressifrons Fairm. errichtet , bei dem zufällig das 
vierte und fünfte Fühlerglied etwas miteinander verwachsen sind. 

Die Färbung ist gelbbraun, Kopf, Halsschild und Schildchen 
sind rot. Der Kopf ist kräftig gerunzelt , der Clypeus ist nach 
vorn nur sehr wenig verschmälert , der aufgebogene Vorderrand 
ist ganz schwach ausgebuchtet, die Vorderecken sind abgerundet. 
Die Fühler sind neungliedrig, der Fächer ist beim <f nicht ganz 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 149 

so lang wie der Stiel. Das Halsschild ist zwischen den Hinter- 
ecken fast doppelt so breit wie lang und in der Mitte sehr stark 
bogenförmig erweitert. Die Seiten ränder sind nur äufserst schwach 
gekerbt, die Vorder- und Hinterecken sind stumpfwinklig, letztere 
sind kurz abgerundet. Der Vorderrand und die Seitenränder sind 
gelb bewimpert , der Hinterrand ist leicht nach dem Schildchen 
zu gebogen. Die Oberfläche ist ziemlich weitläufig und un- 
regelmäfsig punktiert, ein Teil der Punkte ist abstehend behaart. 
Vor " der Basis befindet sich jederseits ein glatter Querwulst. 
Das Schildchen zeigt nur einige schwache Punkte. Die Flügel- 
decken tragen winzig beborstete Nabelpunkte und lassen aufser 
der Nahtrippe noch je 4 Rippen erkennen. Die Nahtrippe trägt 
vereinzelte Punkte , die übrigen Rippen sind unpunktiert und 
nehmen nach den Seitenrändern zu an Breite ab. Das Pygidium 
zeigt aufser einer äufserst feinen und dichten Punktierung grö- 
bere nadelrissige Punkte , die mäfsig dicht stehen und kurz gelb 
behaart sind. Die Brust ist mit langen gelblichgrauen Haaren 
bedeckt , das Abdomen ist in der Mitte nur vereinzelt , an den 
Seiten weitläufig punktiert, die seitlichen Punkte tragen Borsten- 
haare. Die Vorderschienen sind dreizähnig , die Hintertarsen 
fehlen dem vorliegenden Exemplar. Von den beiden Krallenzähnen 
ist der innere viel kürzer als der Endzahn. 

Schönherria palawana n. sp. 

d*. S. borneensi Brs. similis et affinis. Fusca, nitida. Ca- 
pite rugoso-punctato, flavido-piloso, fronte longitudinaliter carinata, 
clypeo longitudine dimidio latiore , margine antico paulo reflexo, 
haud sinuato , angulis anticis rotundatis ; prothorace subrugoso- 
punctato, punctis flavido-setosis ; elytris costatis, costis laevibus, 
interstitiis aciculato-punctatis , punctis setas flavidas ferentibus ; 
pygidio aciculato et setoso. Subtus medio mediocriter crebre, 
lateribus densius punctata , pectoris punctis flavido - pilosis , ab- 
dominis punctis setosis, segmentorum lateribus macula alba, e setis 
albis composita, ornatis ; abdomine maris medio leviter sulcato. — 
Long. 18 mm. 

Hab.: Palawan (Bimaluan). G. Boettcher leg. IX — X 1913. 

Die Art , von der einige männliche Exemplare vorliegen, 
steht dadurch , dafs das Halsschild nicht mit einer Längsfurche 
versehen ist, der S. borneensis Brs. nahe. Sie ist kleiner als diese 
Art und unterscheidet sich durch einen längeren Clypeus. Der 
Kopf ist runzlig punktiert , die Stirn mit einem Längskiel ver- 
sehen. Der Clypeus ist fast 2 / 3 so lang wie an der Naht breit. 
Das Halsschild ist ähnlich gebildet wie bei borneensis, die Punkte 
auf demselben sind etwas schwächer , stehen aber enger. Die 
Flügeldecken sind in gleicher Weise gerippt , die Punktierung 



150 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

zwischen den glatten Rippen ist dichter, die Borsten der Punkte 
sind ein wenig kräftiger wie bei borneensis. Das Pygidium ist 
enger nadelrissig punktiert. Auf der Unterseite stehen die Punkte 
in der Mitte dichter als bei borneensis, der Brustfortsatz überragt 
gleichfalls nicht die Mittelhüften. Die Vorderschienen sind 
zweizähnig. 

Ectinohoplia auriventris n. sp. 

Nigra, opaca, supra fulvo-signata, nigro-setosa, subtus aureo- 
squanosa. Capite rugoso , clypei margine antico subrotundato ; 
antennis fuscis , flabello piceo ; prothorace longitudine latiore, 
antice et postice angustato, angulis anticis parum productis, an- 
gulis posticis obtusis ; prothoracis lateribus , vitta media longi- 
tudinali et utrinque macula parva , scutelli apice , elytrorum su- 
tura fasciisque duabus transversis fulvis ; propygidio , pygidio, 
pectore abdomineque dense squamis aureis oblectis ; pedibus gra- 
cilibus , femoribus posticis aureo-squamosis , tibiis anticis triden- 
tatis, unguiculis posticis apice integris. — Long. 10 mm. 

Hab.: China (Fokien). 

Von dieser Art wurden mir vom Museum in Hamburg 2 
weibliche Exemplare zugesandt, von denen mir eins gütigst über- 
lassen wurde. Die Art unterscheidet sich von denen mit ähnlich 
gezeichnetem Halsschild durch die goldige Beschuppung der Unter- 
seite. Die Oberfläche ist schwarz, matt, die Zeichnungen werden 
aus runden gelben Schuppen gebildet. Der Kopf ist runzlig und 
abstehend schwarz beborstet , der Clypeus ist nach vorn ver- 
schmälert, sein Vorderrand ist flach abgerundet. Die Fühler sind 
rotbraun , ihr Fächer ist dunkler gefärbt. Das Halsschild ist in 
der Mitte etwas breiter wie lang, nach vorn und hinten verjüngt. 
Die Vorderecken sind etwas vorgezogen , die Hinterecken sind 
stumpfwinklig. Die Oberfläche ist schwarz beborstet. Eine in 
einer Mittelfurche liegende Längsbinde, sowie jederseits derselben 
ein kleiner Fleck sind gelb. Eine schmale gelbe Seitenrandbinde 
erweitert sich an den Vorderecken zu einem Fleck und greift 
hinten nach dem Hinterrande herum, sich hier stark verbreiternd. 
Auf dem Schildchen befindet sich in der hinteren Hälfte ein gelber 
Makel. Auf den Flügeldecken sind die Naht, ein kleiner Seiten- 
randfleck unterhalb der Schulter und 2 Querbinden gelb. Die 
vordere Querbinde befindet sich etwas hinter der Basis, die hintere 
in der Mitte der Flügeldecken. Beide Binden erreichen nicht 
die Seitenränder. Bei dem einen der beiden vorliegenden Exemplare 
ist noch der Ansatz zu einer dritten Querbinde vor dem Hinter- 
rande vorhanden , während sich bei dem anderen Exemplar ein 
kleiner Makel auf dem Diskus zwischen der mittleren Querbinde 
und dem Hinterrande befindet. Auch die Flügeldecken sind mit 



Moser, Beitrag zur Kenntnis der Melolonthiden. 151 

abstehenden kräftigen Borsten besetzt. Diese Borsten sind schwarz, 
bei dem einen der beiden Exemplare sind die an der Naht ste- 
henden Borsten braun gefärbt. Progydium, Pygidium, Brust und 
Abdomen sind dicht mit rundlichen goldigen Schuppen bedeckt. 
Die Beine sind schlank, die Hinterschenkel sind dicht, die Mittel- 
schenkel weitläufiger goldig beschuppt , die Vorderschienen sind 
dreizähnig. An den 4 vorderen Füfsen sind alle Krallen ge- 
spalten, während der Krallenzahn der Hinterfüfse nicht gespalten ist. 

Hoplia thoracica n. sp. 

H. aurantiacae Wat. similis. Fusca , squamis forrugineis et 
argenteo-aureis dense vestito. Capite ferrugineo - squamoso, pro- 
thorace valde convexo , in posteriore parte aureo- , in anteriore 
parte ferrugineo-squamulato, duabus vittis, antice abbreviatis, et 
utrinque macula parva antemediana obscurioribus ; elytris similiter 
signatis ut in aurantiaca, squamis juxtasuturalibus argenteo-aureis, 
squamis lateralibus ferrugineis ; pygidio confertim argenteo- 
squamoso. Corpore infra dense squamis aureis vestito , pedibus 
ferrugineo squamulatis ; tibiis anticis tridentatis ; antennis 10-ar- 
ticulatis. — Long. 6 — 7 mm. 

Hab.: Borneo (Sarawak). 

Die Art hat grofse Ähnlichkeit mit H. aurantiaca Wat., unter- 
scheidet sich aber vor allem durch das viel stärker gewölbte 
Halsschild. Sie ist überall dicht beschuppt. Die Schuppen des 
Kopfes sind hell rötlichbraun, ebenso die auf dem vorderen Teile 
des Halsschildes. In der hinteren Hälfte ist das Halsschild mit 
silbernen , etwas goldig schimmernden Schuppen bedeckt. Die 
Mitte trägt 2 vorn verkürzte dunkle Längsbinden und jeder- 
seits derselben vor der Mitte einen kleinen dunklen Fleck. Kopf 
und Halsschild tragen einige abstehende gelbe Borsten. Die 
Zeichnung auf den Flügeldecken ist ähnlich wie bei aurantiaca. 
Die Schuppen neben der Naht sind goldig und silberfarbig , die 
neben den Seitenrändern sind, ebenso wie die Schuppen der Makel 
auf der hinteren Hälfte der Flügeldecken , hellbraun. Das Py- 
gidium ist dicht mit silbernen Schuppen bedeckt. Brust und 
Abdomen sind goldig beschuppt , die Beine tragen bräunliche 
Schuppen mit etwas Kupferschimmer. Die Vorderschienen sind 
dreizähnig. An den Vorder- und Mittelfüfsen sind beide Krallen 
gespalten, die Kralle der Hinterfüfse ist ungespalten. Die braunen 
Fühler sind zehngliedrig. 



152 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Vom Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge 
und seiner Heimat. 

Von H. Delling. 

Mit 1 Tafel. 

Mit dem Namen „Karwendelgebirge" wird ein den Bayrischen 
Alpen angehörender, ohne Vorberge aus dem Isartale ansteigender 
Kalkalpenstock auf der Grenze von Tirol und Bayern bezeichnet. 
Im Westen durch den Felsenpafs von Scharnitz, jenes alte, viel- 
umstrittene Eingangstor ins Land Tirol , mit der in Trümmern 
liegenden Feste „Porta Claudia" vom Wettersteingebirge getrennt, 
erstreckt sich das Karwendelgebirge östlich fast bis zum Achensee 
und stellt sich in zwei wundersam gezackten , schneegefleckten 
Riesenmauern dar , die durch das Karwendeltal von einander ge- 
schieden sind. Die nördliche Mauer erreicht in der Karwendel- 
spitze eine Höhe von 2530 in. In gleicher Richtung mit dem 
Karwendel streichen in Tirol zwei ähnlich geformte Gebirgsketten, 
deren südlichere den höchsten Gipfel im Gebiete zwischen dem 
Bodensee und der Salzach, den Grofsen Solstein (2970 m), trägt 
und nach dem Inntale zu teils in sanft geneigten Hängen ab- 
dacht , teils in schroffen Abstürzen , so besonders in der durch 
das Abenteuer des Kaisers Maximilian bekannten Martinswand, 
steil abfällt. Diese Südkette ist es bekanntlich, die in Innsbruck 
auf der Maria-Theresien-Strafse durch ihren mauerartig geschlosse- 
nen Aufbau so gewaltigen Eindruck auf den Fremden hervorruft. 
Nach Nordosten senkt sich das Karwendelgebirge zur Rifs, einer 
prachtvollen Hochgebirgslandschaft , auf deren weite Waldgründe 
und grüne Matten die zerrissenen Hochgipfel in schauerlichen 
Felshängen herniederdrohen. Nahe den westlichen Abstürzen des 
Karwendeis, 2 — 3 km östlich vom Tiroler Dorfe Scharnitz münden 
drei aus grofsartigen Waldgefilden und Steinwüsten herabkommende 
Hochtäler : das bereits erwähnte Karwendeltal von Nordosten 
zwischen den beiden Karwendelketten, das Hinterautal vom Osten 
zwischen der südlichen Karwendelkette und dem Speckkargebirge 
und das von Südosten heranziehende, die Solsteinkette im Norden 
begrenzende Gleirschtal. 

Diese drei Täler werden durch die Quellbäche der Isar, 
deren eigentliche Wiege im Hinterautale auf den grünen Matten 
des Hallerangers zu suchen ist , bewässert und sind als lohnende 
Übergänge nach der Hinterrifs , nach dem Achensee und nach 
dem Inntal (Hall) bekannt. In keinem Gebirge um Innsbruck 
kann man bequemer bummeln , als im Karwendel , obschon diese 
Gebirgsgruppe zu den einsamsten und am meisten verlassenen 
Gebieten der nördlichen Kalkalpen gehört. Nur wenige ständig 






Belling, Vom Pamassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge. 153 

bewohnte Siedelungen weist das Gebirge im Innern auf; einfache 
Alphütten waren es, die noch bis vor kurzem dem bescheidenen 
Älpler und dem ermüdeten Wanderer Rast boten. Erst in 
jüngster Zeit ist Wandel geschaffen durch Erbauung von Unter- 
kunftshäusern , die auch hierher bald einen gröfseren Zustrom 
von Fremden leiten werden. Vorbei wird es dann sein mit der 
Einsamkeit des Karwendeis, vielleicht zum grofsen Leidwesen der 
hohen Herren , die dort seit langer Zeit ihre geheiligten Jagd- 
gründe haben und daher ein Interesse daran besitzen, den Besuch 
der Gebiete durch Fremde möglichst einzuschränken. Aber nicht, 
um verborgen zu bleiben , besteht eine Schönheit , wie es der 
Gröfse einer Landschaft keinen Abbruch tut , wenn viele sie be- 
wundern dürfen. 

Zahlreich sind die herrlichen Tagesausflüge , zu denen der 
Karwendel von den um ihn liegenden Sommerfrischen und Stand- 
quartieren aus günstige Gelegenheit bietet , und gern wird sich 
selbst der „Talschleicher" daheim der landschaftlich schönen, so 
mannigfaltigen Bilder erinnern , die er beim Durchstreifen dieser 
Gegend in sich aufgenommen hat. Auch der Sammler von Kerb- 
tieren darf hoffen , hier auf die Kosten zu kommen und seinen 
Sammeleifer belohnt zu sehen. 

Um im besonderen auf den Fang von Schmetterlingen kurz 
einzugehen, so möge erwähnt werden, wie bei der Verschiedenheit 
der Höhenlage der Berge und Täler und der Übergänge von 
900 m bis weit über 2000 m mit der wechselnden Flora auch 
das Vorkommen der verschiedenen Arten von Faltern sich ändert. 
Recht häufig sind in mittleren Lagen die Coliasarten , Lycaenen 
und Zygänen vertreten, weiter die Erebien. Fast gemein ist bei- 
spielsweise E. pronoe Esp. Aber es ist auch keine Seltenheit, 
dafs die prächtige E. nerine Frr. , zumal in der stattlichen Form 
reichlini H. Schaff., die nach Seitz nördlich bis zum Fernpafs und 
dem Scharnitztal geht , eine Beute des Sammlers wird. — Da- 
gegen fand ich in den ersten Jahren meines Besuchs dieser 
Gegenden niemals eine Spur von Parn. apollo L. Das war in- 
sofern wunderbar , als die Futterpflanze der Raupe , das Sedum 
album, keineswegs fehlte. Um so mehr war ich erfreut , als ich 
gelegentlich eines Ausflugs nach dem am Ende des Karwendeltals 
gelegenen Ahornboden (1398 m) Anfang August 1908 an den 
Windungen , die von der Talsohle auf die jenem Boden vor- 
gelagerte Hochalpe (1689 m) führen , 2 Apollofalter fliegen sah, 
die mir leider bei der Schwierigkeit der Wegeverhältnisse ent- 
gingen. Dafür sollte ich im folgenden Jahre reichlich entschädigt 
werden. In der zweiten Hälfte des Juli 1909 hatte ich, wie seit 
Jahren , in dem trauten Mittenwald , dem altehrwürdigen ober- 



154 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

bayerischen Marktflecken und Sitz einer blühenden Geigenmacherei, 
Aufenthalt genommen. Täglich wurden, je nach den Witterungs- 
und sonstigen Verhältnissen, weitere oder kürzere Ausflüge oder 
Spaziergänge unternommen. So war auch , diesmal in gröfserer 
Gesellschaft , für den 24. Juli ein Ausflug ins Gebirge geplant. 
Zu guter Stunde , lange bevor die Sonne über das das Mitten- 
walder Tal im Osten begrenzende Gebirge auf unsere Sommer- 
frische herabschaute , wurde aufgebrochen. Taufrisch lag das 
Scharnitztal , in das wir unsere Schritte lenkten , vor uns. Die 
fernen Berge Nordtirols, die seinen Hintergrund bilden, schimmerten 
in bläulichem Dunst. Die klare Luft, frei von allem Staub, war 
leicht bewegt. Kräftig konnten wir daher ausschreiten und hatten 
bald eine beträchtliche Wegestrecke zurückgelegt. Dem köstlichen 
Morgen folgte ein nicht minder schöner Tag , ein Tag , wie man 
ihn in der leider so kurzen Zeit des Aufenthalts im Gebirge sich 
immer wünscht , an dem vom tiefblauen Firmament die Sonne 
mit ihrer Pracht Berge und Täler erfüllt , so dafs ein Jubeln 
durch die ganze Natur geht. „Festlich heiter glänzte der Himmel 
und farbig die Erde." Wahrlich, für Körper und Seele ein Fest- 
tag, an dem alles, das da lebt, sich der Allmutter, unserer Sonne, 
der Quelle alles Lebens, entgegenstreckt. Solch' Wetter macht 
Stimmung und in fröhlicher Lust ruft man mit dem Dichter aus : 

Nun lafs ich alles Erdenweh, 
Des Alltags bunt' Gewühl, 
Und klimm hinauf zur Bergeshöh', 
Wo Gottes Näh' ich fühl'. 

Der Vormittag hatte mir manchen schönen Falter beschert. 
Die Mittagsstunde war gekommen. Ich wollte weitersammeln ; 
aber meine Wandergenossen wünschten , über meinen Jagdeifer 
ihr leibliches Wohl nicht vernachlässigt zu sehen. Wohl oder 
übel mufste ich mich dem Beschlufs der Mehrheit, der Rast und 
Verpflegung forderte, fügen. Als aber nach eingenommenem Mahle 
meine Wandergefährten sich anschickten, ein Schläfchen sich zu 
gönnen, hielt es mich nicht länger an der gastlichen Stätte. Ich 
nahm Netz und Giftglas zur Hand und machte mich auf den 
Weg zu einer Stelle , wo Apollo fliegen mufste. Und siehe da, 
das Glück war mir hold ! 5 frische farbenprächtige Apollo-Falter 
nannte ich in kurzer Zeit mein eigen und konnte sie meinen 
erstaunten Begleitern, die bei meiner Rückkunft schon am Kaffee- 
tisch safsen, vorzeigen. 

Noch oftmals bin ich seitdem zum Fange von Apollo-Faltern 
nach jener Stelle geeilt und hatte die Freude , weitere schöne 
Tiere zu erbeuten. 



Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel IV. 





Abb. 1. 



Abb. 2. 





Abb. 3. 



Abb. 4. 





Abb. 5. 



Abb. 6. 



Belling : Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge. 



Belling, Vom Parnassius apollo L. aus dem Karwendelgebirge. 155 

Der Apollo scheint im Karwendelgebirge seine Hauptflugzeit 
im Juli und August zu haben , und die Höhen von 1000 bis 
1600 m zu lieben. Mitte Juli traf ich nämlich dort neben 
frischen Stücken bereits stark abgeflogene ; andererseits konnte 
ich noch in der zweiten Hälfte des Monats August ebengeschlüpfte 
Tiere einfangen. 

Der Karwendelapollo wird der Form geminus Stich, anzugliedern 
sein. Er ist durchschnittlich von mittlerer Gröfse. Der d* meist 
kleiner als das ?; jener besitzt im allgemeinen eine Vorderflügel- 
länge von 35 — 39 mm, dieses eine solche von 38 — 43 mm im 
Durchschnitt. 

Die Abbildungen (Tafel IV, Abb. 1 und 2) zeigen einen cf 
und ein $ in gewöhnlicher Verteilung der Zeichnung. Durch 
die ausgedehnten kräftigen Flecke erinnern sie an Stücke vom 
Königssee. Wie überall so ist auch hier die Veränderlichkeit 
der Falter, selbst an nahe bei einander gelegenen Plätzen, grofs. 
Der Schnitt der Flügel unseres Apollo ist vorwiegend rund ; sie 
sind gut beschuppt und zeigen eine schöne weifse Grundfarbe, 
bei frischen Stücken mit einem gelblichen Stich. Die Adern sind 
öfters schwärzlich bestäubt ; ebenso finden sich schwarze Schuppen 
auf der weifsen Grundfarbe zerstreut. Der Vorderflügel weist 
gewöhnlich 5 grofse schwarze Flecke auf; ihre Zeichnung ist 
kräftig und tiefschwarz. Die beiden Zellflecke sind recht grofs 
und veränderlich in ihrer Gestalt. Scharf tritt der Hinterrands- 
fleck hervor und zeigt ebenfalls starke Abweichungen in der 
Form. Der Glasrand ist breit angelegt und zieht, indem er sich 
nach unten verjüngt, bis zur Rippe 2 und selbst darüber. Die 
Submariginalbinde ist gut ausgeprägt und sucht ebenfalls , den 
Innenrand zu erreichen ; ihre halbmondförmigen Kappen streben 
mit ihren Spitzen Vereinigung mit dem Glassaum an. 

Auf den Hinterflügeln ist die Wurzel schwarz bestäubt ; die 
Schwarzfärbung drängt sich hin und wieder bis in die Zelle vor. 
Die Saumbinde des Vorderflügels findet vielfach auf dem Hinter- 
flügel eine Fortsetzung. Der Rand trägt oft eine deutliche, graue 
Zeichnung in Pfeilspitzenform (Abb. 3). Von den Analflecken 
sind bei den d* c? fast stets nur 2 vorhanden. Der obere ist 
von rundlicher Form, der untere strichförmig. Ein dritter Fleck 
tritt häufig bei den $ $ auf. Bei diesen, seltener bei den d* cf, 
füllen sich die Flecke gern rot aus , so dafs die Form decora 
Schultz entsteht. Die roten Augenflecke der Hinterflügel sind von 
eckiger oder runder Gestalt, mittlerer Gröfse und kräftig schwarz 
umrandet; der weifse Kern auf sattem roten Grunde ist nicht sonder- 
lich grofs, verschwindet wohl auch ganz oder ist nur durch ver- 
einzelte weifse Schuppen angedeutet. Die Unterseite der Flügel 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IL 11 



156 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

erscheint glasig. Ihre Zeichnung entspricht der der Oberseite ; 
doch sind die schwarzen Flecke hier kleiner und zeigen , da die 
Zeichnung der Oberseite durchschimmert, eine graue Umrandung. 
Zeichnung an der Flügelwurzel lebhaft rot ausgefüllt , ebenso 
die beiden Analflecke, die oft weifse Kerne tragen. Ist ein dritter 
Fleck vorhanden, so stellt er sich öfters mit rotem Kern dar. 

Die $$ zeigen eine weitgehende Veränderlichkeit in Färbung 
und Zeichnung. Letztere ist breiter und kräftiger ausgeprägt 
als beim d". Selten ist die Grundfarbe der Flügel der $ $ so 
hell und rein , wie die bei dem anderen Geschlecht ; vielmehr 
legen die $ $ gern ein verdunkeltes Kleid an , das sich durch 
reichliche, grobe, schwarze Bestäubung kennzeichnet. 

So konnte ich am 22. Juli 1910 ein $ erjagen , das wegen 
seiner dunklen Färbung schon zur ab nigricans Caradja zählen 
darf. Da bei diesem Stück zwischen dem jenseits der Zelle 
liegenden Costalfleck und dem Hinterrandsfleck sich eine breite 
schwarze Binde gebildet hat , ist es auch der ab fasciata Stich, 
anzureihen. Endlich trägt es bei der reichen roten Füllung 
seiner Analflecke die Merkmale der Form decora Schultz. Noch 
schärfer tritt die dunkle Färbung bei einem andern $ (Abb. 4) 
in die Erscheinung, das ich am 17. August 1913 erbeutete. 
Trefflich ist bei diesem Stück die schwarze Binde zwischen Innen- 
rand- und Costalfleck ausgeprägt und hebt sich kräftig vom 
Grunde ab. 

Die kurze Darstellung möchte ich mit der Vorführung eines 
$ schliefsen, das ich am 6. August 1910 fing. Leider gibt die 
Abbildung (Abb. 5) die kräftige Tönung, die das Tier auszeichnet, 
nur unvollkommen wieder. Sein Kleid ist dunkler gefärbt , als 
das meiner stark verdunkelten $$ von P. discobolus Alph. Der 
Glasrand der Vorderflügel ist fast 6 mm breit. Die Submariginal- 
binde geht ohne Auflichtung bis zur äufseren Grenze der Mittel- 
zelle ; die dunkle Färbung setzt sich am Flügelgrunde bis zum 
Vorderrand fort. Der satten Zeichnung der Vorderflügel steht 
die der Hinterflügel nicht nach. Ihre Zeichnung am Grundteile 
umfafst die Mittelzelle und bedeckt einen grofsen Teil derselben. 
Die Analflecke sind kräftig ausgebildet und tiefschwarz ; der 
äufsere trägt einen kleinen roten Kern. Die Augenspiegel sind 
7 mm lang ; ihre weifsen Kerne sind geteilt (ab graphica Stich.). 

Erwähnt sei noch, dafs die Form graphica auch nicht selten 
bei den $ $ vertreten ist , die dann wohl gleichzeitig rotgekernte 
Analflecke tragen (Abb. 6). 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 157 

Kritische Bemerkungen über die Flatinae 
(Rhynchota Homoptera). 

Von A. Jacobi. 

Die Durchbestimmung und systematische Einordnung der 
Fiatinen unseres Museums gab mir aufser der Beschreibung neuer 
Formen Anlafs, meine seit Jahren zu der Melichar sehen Mono- 
graphie r ) dieser Unterfamilie der Fulgoriden gemachten Anmer- 
kungen und Verbesserungen zusammenzustellen. Dieses Werk ist 
das Zweitälteste einer Reihe von Monographien über die Fulgo- 
riden, mit denen Dr. Ludwig Melichar den darüber arbeitenden 
Entomologen einen hochwertvollen Dienst erwiesen hat und mit 
ihrer Fortsetzung hoffentlich erweisen wird. Voll der rüstigsten 
Schaffenskraft, mit feinem Unterscheidungsvermögen für das Wesent- 
liche begabt und mit freigebiger Anwendung eines geschickten 
Zeichnenstiftes hat der Verfasser allen Fleifs angewandt, um aus 
dem Wust von Synonymen , systematischen Mifsgriffen und ober- 
flächlichsten Beschreibungen, die durch das Treiben des unseligen 
F. Walker die Homopteren zu solch einem undankbaren Arbeits- 
felde machen , einen tatsächlichen Bestand herauszuschälen und 
den Entomologen in brauchbarer Form zu überliefern , die ihm 
dafür grofsen Dank wissen. Wenn einmal von irgendeiner Hand 
genaue und zugleich praktische Verzeichnisse über die Fulgoridae 
ausgearbeitet werden sollen, so müssen Melichars Werke dafür 
unbedingt die Richtlinien und gröfstenteils den Stoff bis in die 
Einzelheiten liefern. 

Diese meine Wertschätzung für Dr. Melichar und seine 
Leistungen auszusprechen , und zwar vor der Öffentlichkeit , ist 
mir ein Bedürfnis , weil ich der Mifsdeutung vorbeugen will , als 
seien viele der nachstehenden Bemerkungen nur Nebensachen, die 
aus kleinlicher Nörgelsucht hervorgezogen würden. Vielmehr habe 
ich manche Schwächen der Flatinenmonographie nicht übergangen, 
weil ich dafür halte , dafs eine spätere Wiederbehandlung des 
Stoffes alle nachweislichen Fehler ausmerzen mufs, und dazu sollte 
jeder Sachkenner die Hand bieten und seine Erfahrungen mitteilen. 
Daher hoffe ich auf das Verständnis unseres Herrn Autors und 
aller engeren Fachgenossen, wenn ich hier und da Flüchtigkeiten 
in der Untersuchung, die ungenügende Behandlung des Vorkommens 
und die mangelhafte äufsere Sorgfalt in der Druckerscheinung 
getadelt habe — diese Einzelheiten setzen den Wert der ganzen 
Leistung nicht entfernt herab ! Betonen möchte ich auch , dafs 



!) '02 in: Ann. Hofmus. Wien v. 16, p. 178—258; v. 17, p. 1—253; 
Tab. 1—9. 

11* 



158 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



dieser Aufsatz keinerlei Vollständigkeit in der Kritik bedeutet, 
sondern eben nur meine bei der Benutzung gelegentlich gemachten 
Beobachtungen wiedergibt , daher ich mich auch in der syste- 
matischen Reihenfolge trotz mancher Bedenken streng an die Unter- 
lage halte. Bei Anführungen von Seitenzahlen aus Bd. 16 habe 
ich diesen nicht genannt. 

Folgende neuen Gattungen und Arten werden be- 
schrieben : 



n. g. 
Semidalis 



n. sp. 
Gyaria bispinosa . 
Phantia rufula 
Mimophantia carinata 
Cryptoflata angulata 
Geisha sauteri 
Semidalis micholitzi 
Salurnis formosanus 
Lawana lilacina . 
Mesophylla alba . 
Melicharia specularis 
Seliza angulifrons 
Atracis mucida 
Atracis formosana 



p. 170 



167 
168 
169 
169 
169 
170 
171 
172 
172 
173 
176 
177 
177 



Alle Typen sind in der hiesigen Sammlung. 
Dresden, Kgl. Zoologisches Museum, März 1915. 



Einleitungsweise möchte ich denjenigen Stoff zur Besprechung 
bringen , der sich unter einige gröfsere Gesichtspunkte bringen 
läfst, nachher die Einzelheiten in genauer Anlehnung an das Werk 
behandeln. Dafs es ebensowenig wie seine geistigen Geschwister 
die Systematik im höheren Sinne behandelt, die morphologischen 
und tiergeographischen Gesichtspunkte für die Gruppenbildung 
ganz beiseite läfst , mufs man um so mehr beklagen , als ein 
Monograph jedenfalls den tiefsten Einblick in jene Verhältnisse 
gewinnt und seine Kenntnis den Fachgenossen , die darüber von 
ihm lernen wollen, nicht vorenthalten sollte. Ich wenigstens würde 
gern die Behandlung der einen oder anderen Familie um einige 
Jahre verspätet sehen , wenn dafür die „Ricaniiden" und „Fla- 
tiden" nach jener Richtung vollständiger verfafst und ihr Text 
in manchem unentbehrlichen Beiwerk sorgfältiger durchgesehen 
worden wären. Doch halten wir uns an das wertvolle Vorhandene l 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die. Flatinae. 159 

Zunächst ist es eine Schwäche der gröfseren Monographien 
Dr. Melichars, dafs sie über die scharfe systematische 
Stellung der behandelten Insekten völlig schweigen, ja es ver- 
raten, dafs der geschätzte Verfasser darüber nicht ernstlich nach- 
gedacht hat , während eine wissenschaftliche Monographie auch 
dies klar ausdrücken soll. Die Einleitung Bd. 16, p. 178 — 181 
spricht von den „Unterfamilien Flatidae" und „Acanaloniidae" , 
während sie als Unterfamilien der Familie Fulgoridae wenigstens 
die wissenschaftlich vorgeschriebene Endung — inae tragen , also 
Flatinae und Acanaloniinae heifsen müssen. Im übrigen verwendet 
der Verfasser den ganz allgemeinen Ausdruck „Gruppe" für sehr 
ungleichwertige Zusammenfassungen, z. B. p. 179 „Gruppe Fla- 
tinae" statt „Tribus Fiatini" ; p. 182 „Gruppe Jssida" und „Gruppe 
Acanaloniidae" . Solcherlei Dinge müssen aber vor allen anderen 
scharf auseinandergehalten und benannt werden , sonst bleiben 
die systematischen Beziehungen, also die Verwandtschaftsverhält- 
nisse, von vornherein unklar. 

Die systematische Gliederung auf p. 179 hätte lauten müssen: 
(Rhynchota Homoptera 
Superfam. Cicadoidea) 
Farn. Fulgoridae 
Subfam. Flatinae 

1. Trib. Fiatini 

2. „ Phalaenomorphini. 

Im Zusammenhang hiermit vermifst man nicht allzu selten 
die Genauigkeit bei der Behandlung der Nomenklatur, wie 
sie schon zur Zeit der Abfassung des Flatinenwerkes geboten 
war. So enthält schon das Schriftenverzeichnis p. 179 f. manche 
störende oder den Benutzer irreführende Fehler, wie : 

Boisduvelle. 

D o n o v a n , Insecta New Holland. 

Erichson, Schombergs Reise. 

Fabricius, Systema Entomologica. 

Guerin, Historia fisica etc. 

Signoret, Description d'hemipteres nouveaux (worin 
überhaupt keine Fiatinen behandelt sind). 

White Adam, u. a. m. 
Einmal gegebene Namen dürfen nicht willkürlich abgeändert 
werden, wie Bd. 17 , p. 143 falliciosa und p. 146 sogar fallicosa 
für fallaciosa Stäl. Auch ist es nicht gebräuchlich, dafs ein Ver- 
fasser schon anderswo veröffentlichte Namen von Gattungen und 
Arten noch einmal als „n. g.", „n. sp. Ä einführt, ohne die Stelle 
der ersten Bekanntmachung zu nennen; so geschieht es Bd. 17, 



160 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 131, 156 u. 157 mit Namen, die schon im Annuaire Musee 
Zool. St.-Petersbourg v. 7 gedruckt waren 1 ). Auch darf man 
ohne Zusammenhang keine blofse Varietät nennen, ohne den Art- 
namen, auf den sie sich bezieht, z. B. auf Bd. 17, p. 44 u. 69. 

Beiläufig bemerkt, steht in der Synonymik vor vielen Namen 
ein geheimnisvolles ! , dessen Bedeutung weder gesagt wird noch 
aus seiner schwankenden Anwendung zu ermitteln ist. Ebenso 
rätselhaft ist der fette Druck mancher Namen im Artenregister. 

Bei den fast durchgängig so genauen Beschreibungen der 
Gattungen und Arten , die das Flatinenwerk ebenso auszeichnen 
wie die anderen Meli char sehen Monographien, ist es schade, dafs 
oftmals eine etwas ungelenke Ausdrucksweise die Benutzung der 
Diagnosen erschwert. Ein damit zusammenhängender Mangel liegt 
darin, dafs der Monograph es unterlassen hat, sich und den Leser 
über den Körperbau der behandelten Insekten in zusammen- 
fassender Vergleichung zu unterrichten 2 ). Daher kommt es, dafs 
der Ausdruck „Scheitel" bei ihm die vage Bedeutung eines grade 
noch von oben her sichtbaren Stückes der Stirn zu haben pflegt, 
während er in Wirklichkeit bei den meisten Gattungen vom Pro- 
notum verdeckt wird. Daher ist es z. B. nicht angebracht , zu 
sagen „Scheitel zur Stirne gerundet" (p. 195, 11 u. anderwärts). 
Die von Fieber übernommenen laienhaften Ausdrücke „Schildchen", 
„Nerv" , „Sektor" und die veraltete Geäderbezeichnung möchten 
bei Fortführung der Fulgoridenstudien einer zeitgemäfseren Raum 
geben. Ferner sind die oft wiederkehrenden Ausdrücke „erweitert" 
für eine Fläche und „konvex" für eine Linie nicht sinngemäfs. 

In der Tabelle p. 195 wäre unter 13 besser gesagt: „Cubitus 
durch eine einzelne, starke Schrägader mit dem inneren Gabelaste 
der Media verbunden" ; und unter 14 „In der Vorderhälfte des 
Clavus, öfters auch usw." 

p. 196 unter 20 statt „gemeinschaftlich" oder „nicht ge- 
meinschaftlich" besser: „stark" und „schwach"; unter 27 besser : 
„Apikairand hinter der Clavusspitze stark gerundet". 

Typen 3 ) von Stäl oder Sign or et kann es nicht geben, 
wenn die Art von Berg, Fabricius oder Walker herrührt 
(p. 187; Bd. 17 p. 71, 81). 

Die Fundortsangaben sind bekanntlich mit die schwächste 
Seite der Melichar sehen Fulgoridenwerke , und das ist um so 



x ) In noch weiterem Umfange leidet die „Monographie der Ricaniiden a 
unter solcher Verschleierung. 

2 ) Diesen Mangel beklagte schon Kirkaldy (The Entomologist 
v. 36 p. 77). 

3 ) Die Einzahl „die Type u ist im Schriftdeutsch nicht zulässig, 
sondern nur „der Typus". 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. K>1 

weniger verständlich , als eine angemessene Behandlung dieses 
Feldes doch etwas ganz Einfaches ist , jedenfalls nicht im ent- 
ferntesten die Verstandesarbeit erfordert wie die Analyse der 
Gattungen und die Artenbeschreibung. Leider beschränkt sich 
jedoch der Verfasser auf ein mechanisches Abschreiben der Her- 
kunftszettel in krausem Gemisch , wie sie ihm gerade durch die 
Finger gingen, und verfährt dabei mit einer Eilfertigkeit, die zu 
ganz drolligen Mifsverständnissen führt. Namen von Sammlern 
werden blindgläubig für Fundorte angesehen, die merkwürdigsten 
geographischen Vereinigungen vorgenommen und auf die Angaben 
der ursprünglichen Beschreiber nicht genug Rücksicht geübt. Auch 
vermifst man bei vielen Einzelnamen die Nennung des gröfseren 
Gebietes, in dem sie liegen. Um die Richtung, in der die Mängel 
dieser Art liegen, anzudeuten, will ich eine kleine Anzahl Stich- 
proben herausgreifen , dabei aber gar nicht erst auf die massen- 
haften Schreib- und Druckfehler eingehen. 

p. 187, Nr. 7 : Texas gehört physisch und biologisch keines- 
falls zu Central amerika. 

das. Nr. 8 : Statt des unbestimmten „Südamerika" hätte 
Bergs Angabe Argentinien und Uruguay Wiederholung verdient. 

p. 188, Nr. 9 : Der zweite Satz ist nicht logisch. 

das. Nr. 10: Guadelupe (!) und Martinique liegen nicht in 
„ Centralamerika " . 

p. 227, Nr. 5: „Borneo, Xantus" ist auf keiner Karte zu 
finden , dürfte aber in der Nähe der berühmten Orte Depiset, 
Doherty und Katona liegen. 

p. 228 u. f. : Die in allen Monographien genannte „Philip- 
pineninsel, Fidschiinsel, Hawaiische Insel" u. a. m. möchte endlich 
einmal ihr Gruppenrecht bekommen. 

p. 240, Nr. 6 vgl. p. 227, 5. 

p. 252 : Das Durcheinander hätte nach Benutzung des Atlas, 
unter Anwendung einfacher typographischer Zeichen, in folgender 
Weise vermieden werden können : Schoa : Gubala, Ghinda ; Kongo : 
Mpala am WTanganjika ; Südafrika : Port Natal, Kap. So auch 
p. 253, 1 und Dutzende von anderen Fällen. 

Bd. 17, p. 11, 2: Da nur Bergs Angabe „Buenos Ayres" 
wiederholt wird, mufs Verf. diese Stadt zu Brasilien zurechnen. 

p. 37, 1 : „Neu-Queensland" ? Jedenfalls stand auf dem Zettel 
„NQueensland", das bedeutet natürlich „Nord-Queensland". 

p. 43, 1 : Die Angabe müfste entweder „Indischer Archipel" 
schlechthin lauten , oder sämtliche Einzelfundorte enthalten ; 
„Borneo" allein gibt ein falsches Bild. 

p. 68 unter 60: „Centralamerika". Dagegen p. 91: „Süd- 
amerika, Venezuela". 



162 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 79 : Cumbase, Faro, Yurimaguas liegen nicht in Central- 
amerika, sondern in Peru. 

p. 85, 46 : vgl. p. 187, 7 und 227, 5 ! 

p. 90 , 60 : Durch den Mangel an Interpunktion und An- 
ordnung fällt u. a. Mexiko und Costa Rica unter Brasilien. 

p. 92, 66: Carolina zu Südamerika!! 

p. 95, 72 u. 112, 8—9: vgl. p. 227, 5. 

p. 126, 7 u. 129, 14: „Gazelle Hibius" und „Gazelle Hibins 8 . 
Auf den Zetteln stand klein, aber deutlich gedruckt „Gazelle 
Hlbins." , d. h. die wohlbekannte Gazelle - Halbinsel auf Neu- 
pommern. 

das. p. 129: „Roon". Für den Leser hätte wenigstens auf 
Neuguinea hingewiesen werden dürfen. 

p. 149, 12: „Botafogo", dagegen p. 242, Zeile 10: „Bota- 
toijo". Was ist richtig und in welchem Erdteile liegt der Punkt? 

p. 151, 15 : „Belmonte". (Liegt in Brasilien, Prov. Minas 
Geräes). 

p. 154, 22: „Villanova". In beiden Fällen wären allgemeinere 
Angaben am Platze. 

p. 190, 21 : Spanien, Albanien, „Andamanien" ! 

Endlich mufs ich eine schwache Seite aufdecken, mit der alle 
Monographien Dr. M e 1 i c h a r s behaftet sind, auch seine neueren 
und sein Erstlingswerk, die „Cicadinen von Mitteleuropa", und 
die der Nutzbarmachung seiner ungemein fleifsigen Gelehrtenarbeit 
einen bedauerlichen Abbruch tun. Die Bestimmungstabellen der 
Gattungen, die das Eindringen in den Stoff doch an erster Stelle 
ermöglichen sollen , sind nämlich überhäuft mit den 
schwersten Widersprüchen, in die sich der Ver- 
fasser — nicht so sehr mit den Tatsachen, über die man sich 
verschieden äufsern könnte , wie vielmehr — mit seinen 
eigenen Worten an derselben Stelle oder hinter- 
her bringt. Diese Widersprüche sind gröfstenteils so augen- 
fällig, dafs man sich stets von neuem fragen mufs, wie sie ihrem 
Urheber selbst entgehen konnten , denn sie hätten ihm bei dem 
einfachen Nachprüfen seiner Entwürfe , ganz ohne Vergleich der 
Gegenstände selber , aufstofsen müssen. Wenn man bei der Be- 
nutzung der Bestimmungsschlüssel immer wieder davor steht, dafs 
ein Satz durch einen ihm unterstellten späteren wieder aufgehoben 
wird , oder umgekehrt das genaue Echo seines Vorgängers ist, 
oder dafs die synthetische Beschreibung das Gegenteil der ana- 
lytischen Tabelle sagt, so nützt kein noch so scharfes Aufsuchen 
der geforderten Merkmale, sondern man fragt sich beständig, ob 
nicht der Wegweiser wieder irreleitet , und man verliert jedes 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 



163 



Vertrauen auf eine überlegene Führung, die bei genauem Befolgen 
ihrer Weisungen zum Ziele führen müfste. Das ist ein so 
grundsätzlicher Mangel in Melichars Schriften , dafs man — ich 
wenigstens — für sein Fernsein lieber auf eine ganze Monographie 
mehr verzichten möchte. 

Zur Bekräftigung meines Vorwurfs weise ich auf eine Reihe 
Stellen aus den „Flatiden" hin, wie sie mir bei der gelegentlichen 
Benutzung aufgefallen sind , ohne dafs ich besonders danach ge- 
sucht hätte ; nebensächliche Wörter lasse ich zur Abkürzung weg 
und bezeichne noch mit einem * die Widersprüche zwischen Tabelle 
und Beschreibung. 



Leitsatz. 

p. 182, 1 oben: „Kopf vorne 
gerade gestutzt". 

p. 184, 3 : „Stirne mit einem 
Mittelkiel". 

p. 195, 3 u. 5 : „Beide Fühler- 
glieder fast gleich lang". 

p. 195, 14 u. p. 196, Geisha: 
„Im Clavus oder auch in der 
Costa lzelle keine Quernerven". 



p. 196, 22 : „Stirne länger als 
breit". 

p. 199, 5: „Der obere Stirnrand 
winkelig ausgeschnitten". 

p. 237, 14. Gen.: „Stirne in der 
Mitte gekielt". 

Bd. 17, p. 44, l(b): „Conus 
spitzig". 

p. 53 , 57. Gen. : „Pronotum 
nach vorne schwach gerundet, 
nicht gekielt". 

dgl. : „Apicalecke scharf recht- 
winklig". 

dgl. : „ Suturalecke scharf spitz- 
winklig". 

p. 64, 63. Gen.: „Stirne so 
lang wie breit oder länger". 

p. 68, 61 : „Suturalecke abge- 
rundet" . 



Gegensatz. 

das. unten: „Kopf vorn grade 
gestutzt". 

*p. 185, 3 : „Stirne nicht ge- 
kielt". 

*p. 204, Z. 1 v. o. : „das zweite 
Glied doppelt so lang wie das 
erste". 

*Bd. 17, p. 26: „Zahlreiche 
Quernerven im Corium und 
im Clavus" , aber 3 Zeilen 
weiter: „Quernerven . . . nicht 
immer sehr zahlreich". 

p. 196, 29: „Stirne so breit wie 
lang oder länger als breit". 

*Bd. 17, p. 132: „Der obere 
Stirnrand gerade". 

p. 240, Nr. 6: „Stirne nicht 
gekielt". 

p. 44, 3: „Conus stumpf". 

p. 54 o. : „Pronotum lappen- 
förmig vorgezogen , in der 
Mitte gekielt". 

p. 53 Tab. (b) : Apicalecke ab- 
gerundet". 

ebend. (a) : „Suturalecke recht- 
winklig". 

p. 66, 27: „Stirne breiter als 
lang". 

*p. 92 Nr. 67: „Suturalecke 
rechtwinklig" (2 mal betont!). 



164 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



p. 133, 2 : „Scheitel länger wie 
breit". 

p. 1 74, 2 : „ Stirnspitze schwielen- 
artig verdickt". 

p. 175, 13 : „Costalrand nicht 
wellenförmig gebuchtet". 

p. 178, 22: „Scheitel so lang 
wie breit". 

p. 179, 30: „vorletzte Subapical- 
linie schief von der Clavus- 
spitze zur letzten ziehend". 

p. 179, 24: „Stirne ohne Längs- 
falten". 



*p. 134: „Scheitel doppelt so 
breit wie in der Mitte lang". 

p. 175, 8: „Stirnspitze nicht 
verdickt". 

p. 176, 20: „Costalrand wellen- 
förmig gebuchtet". 

*p. 219, 34 u. p. 221, 38: 
„Scheitel doppelt so breit wie 
lang". 

*p. 219, 34 : „Bogenlinien par- 
allel zueinander". 

p. 179, 26: „auf der Mitte der 
Stirne zwei Längsfalten". 



usw. 



Im folgenden will ich Bemerkungen und Abänderungen zu 
der Monographie , die sich mir aus ihrer Benutzung ergaben , in 
der Reihenfolge des Textes bringen und dazu eine neue Gattung 
und eine Anzahl neuer Arten an entsprechender Stelle beschreiben. 
Die bereits von Kir k al d y x ), E.Schmidt 2 ), Distant 3 ) und 
gelegentlich von mir gelieferten Verbesserungen setze ich als be- 
kannt voraus. 

p. 179. Die Unterschiede zwischen den beiden Tribus der 
Flatinae („Gruppen Flaiinae und Flatoidinae") sind nicht stichhaltig 
und werden durch viele Gattungen der Phalaenomorphini widerlegt, 
die genau die gleiche Stellung der Deckflügel haben wie die Fiatini. 
Das gesteht auch Verf. selber zu, indem er p. 199, l(b) sagt: 
„Deckflügel mehr oder weniger dachförmig gestellt". Wenn man 
ein Unterscheidungsmerkmal finden will , das einige rmafsen 
durchgreift , so kann es m. E. nur in dem kleinen Höcker ge- 
sucht werden , den das Pronotum der zweiten Tribus hinter den 
Augen trägt , aber auch dieser ist gelegentlich nur schwach an- 
gedeutet. Wenn auch Gattungen wie Phromnia Stäl aus den Fiatini 
und Phalaenomorpha A. u. S. aus den Phalaenomorphini sich habituell 
scharf unterscheiden, so sind sich andere aus beiden Tribus, wie 
gewisse Ormenis und Dascalia , ungemein ähnlich. Es mufs des- 



*) '03 in: Entoinologist v. 36, p. 77—79. 

2 ) '04 in: Ent. Zeit. Stettin v. 65, p. 182—212; p. 354—381. 

3 ) '06 in: Fauna Brit. India, Rhynchota v. 3. 
'10 in: Ann. nat. Hist. (8) v. 5, p. 297—322. 

'10a in: Rec. Ind. Mus. v. 5, p. 313—338. tab. 31—32. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 165 

halb erwogen werden , ob man die Absonderung nicht auf die 
Gattungen, die M. p. 199 unter 2 — 4 zusammenfafst, beschränken 
sollte, also auf Phalaenomorpha A. u. S., Liehena Mel. (und Liche- 
nopsis E. Schmidt), Porophloeus Mel. und Uxantis Stäl. Erst dann 
würde Distants ('06, p. 449) Ausspruch berechtigt sein: „This 
is one of the best-marked and most easily recognised divisions 
of the Flatinae." 

p. 195 , 3. Auf Deutsch heifst der erste Satz : „Das erste 
Fühlerglied doppelt so lang wie das zweite" und der dritte : 
„. . . halb so lang wie das zweite". 

Die Angaben über die Fühlerlänge machen es unmöglich, die 
Gattungen Cerynia Stäl und Phromnia Guer. nach der Tabelle zu 
bestimmen , denn im Widerspruch mit deren Angaben sind bei 
Cerynia die Fühlerglieder fast gleich lang, also gehört diese Gattung 
nicht unter 4, sondern unter 5 ; bei Phromnia ist das zweite Glied 
zum mindesten beträchtlich länger als das erste (p. 204, Z. 1 v. o. : 
„doppelt so lang"). 

Auch Cenestra Stäl steht in der Tabelle p. 194 unter 1 nicht 
am richtigen Platz , wenn man für den Begriff „lang" die Ver- 
hältnisse von Ityraea, Phromnia u. a. als Mafsstab nimmt; viel- 
mehr würde der Anfänger sie unter 9 suchen, wie denn M.'s 
Gattungsbeschreibung p. 222 sie selber dorthin verweist. 

Diese Berichtigungen bekräftigen es wiederum, dafs man sich 
leider auf die Bestimmungsschlüssel Melichars nicht immer ver- 
lassen kann. 

p. 193, 13. Wer nach dem Vorhandensein oder Fehlen eines 
„schiefen Quernerven" (morphologisch ausgedrückt: des gegabelten 
Cubitus) die Gattungen Carthaea Stäl und Carihaeomorpha Mel. be- 
stimmen wollte, müfste sie naturgemäfs unter dem zweiten Satze 
suchen, während M. sie den Tatsachen zuwider dem ersten unter- 
stellt. 

Ebenso fehlerhaft ist die Einreihung von Ormenis Stäl unter 
15 (1) statt unter 15 (2). 

p. 196, 27 (b). Der erste Satz ist im Widerspruch mit den 
Tatsachen und mufs lauten: „Suturalecke scharfwinklig". 

p. 197, 34 (b). In Rücksicht darauf, dafs bei Gryptoflata Mel. 
die Subapicallinien sehr unregelmäfsig sind (vgl. Bd. 17, p. 19), 
mufs der Satz lauten : „Im Deckflügel 1 — 3 Subapicallinien, bis- 
weilen nur undeutlich ausgebildet". 

p. 197, 41. Die beiden ersten Sätze jedes Absatzes sind zu 
streichen , denn Paratella hat den bogenförmigen Querkiel ebenso 
wie Neomelicharia Kirk. (vgl. auch zu Bd. 17, p. 117). 



166 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 198, 46 geht in 47 auf, wo es heifsen mufs : 

Deckflügel hinten abgerundet. Stirne nicht gekielt. 

Mesophantia n. g. 
Deckflügel hinten gestutzt. Stirne in der Mitte gekielt. 
Pronotum und Schildchen abgeflacht. 

Mimophantia M a t s u m . 

p. 198, 54 u. p. 199, 64. Phantia Fieb. gehört unter den 
ersten Satz von 54; ob auch Rhinophantia Mel., kann ich aus 
seiner Beschreibung und beim Fehlen einer Abbildung nicht fest- 
stellen. Wie M. p. 198 und Bd. 17, p. 12 bei Phantia im Corium 
und im Clavus „zahlreiche" Queradern angeben kann, verstehe 
ich nicht. Mafsgebend sind doch die Verhältnisse bei der typischen 
Art Ph. subquadrata H.-Sch. ; diese führt aber im Corium nur ganz 
wenige Queradern und nur in dessen Apicalhälfte, im Clavus aber 
gar keine! Zum Zeugen rufe ich die „Cicadinen von Mittel- 
europa" des Dr. Melichar auf, wo diese Verhältnisse auf Tafel 2, 
Fig. 4 ganz richtig wiedergegeben sind. Aber auch von seiner 
Ph. cylindricornis gibt er p. 15 nur „spärliche Quernerven" an. 
Ferner darf man wohl kaum an der einen Stelle (p. 199) sagen 
„Deckflügel kurz, quadratisch" und an der anderen (Bd. 17, p. 12) 
„länglich dreieckig", sowie in der Tabelle „fast doppelt so lang 
wie breit" ! 

p. 199, 63(2). Ich möchte vorschlagen, im letzten Satze zu 
schreiben : Hinterschienen mit 1 oder 2 Dornen ; vgl. dazu meine 
Bemerkung hinten zu p. 252. 

p. 201, Nr. 1: Ilyraea nibida Mel. Ich kann den Ver- 
dacht nicht loswerden, dafs die Art mit Phromnia rubra (Sign.) 
zusammenfällt. 

p. 203, 2. Gen. Phromnia Stäl. Die Angabe über die 
Stirn begegnet in der Natur sehr schwankenden Verhältnissen. 
Sie pafst zwar auf inornata und deltotensis, wo die Stirn in ihrer 
ganzen Ausdehnung ziemlich gleichmäfsig schmal ist , aber grade 
bei der typischen Art Ph. floccosa (Guer.), sowie bei marginella, 
hilaris und seriosa ist die Basalhälfte deutlich breiter. Bei hamifera 
ist sie nur zwischen den Fühlern verschmälert, basiad und apikad 
jedoch wesentlich verbreitert. Ph. pallida hat schon im ganzen 
eine erheblich breitere Stirn, namentlich aber die madagassischen 
Arten malgacha und rubra, wo der basale Teil schon 2 / 3 so breit 
ist wie der Vorderlappen des Pronotums. 

Die Benutzung des Eigenschaftswortes „schmal" in der Tabelle 
p. 195, 5 ist also zweideutig, und einer Gattungsdiagnose sollten 
immer die Verhältnisse der typischen Art zugrunde gelegt werden, 
uicht die einer beliebigen anderen. 

p. 221, Nr. 6: Cerynia Uneola Mel. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 167 

Statt „China" möchte wohl Tonking stehen. — Ein Ex. des 
Dresdner Museums von Assam, Naga - Gebirge , entspricht der 
Artbeschreibung bis auf die unklaren Angaben über die Färbung 
des Mesonotums, aber die Beine sind ganz schwarz. 

p. 229, Nr. 1: Hansenia glanca (Kirby). 
Hansenia pulverulenta Mel. ib. nee Guer. 
Hansenia Kirbyi Mel. ib. Nr. 2. 

Der Fundort „Campeche" gehört natürlich nicht hierher, 
sondern zu Ormenis pulverulenta (Guer.), Bd. 17, p. 70. 

p. 230, Nr. 1: Adexia erminea (Fowl.) 

Wenn Melichar die Deckflügel „breit dreieckig" nennt, so 
verliert man im Vergleiche mit A. melanoneura Mel. jeden Mafs- 
stab für breit und schmal. 

Hab. — Costarica: Tuis, Cartago 1000 m (Mus. Dresd.). 

p. 237, 14. Gen. Poeciloptera Latr. 

Der Typus generis heifst : Cicada phalaenoides L. 

p. 239, Nr. 4 : Poeciloptera phalaenoides (L.). 

Das Zitat der ersten Beschreibung durch Linne ist ganz un- 
richtig. Erstens müfste es heifsen : Linne, Syst. nat. ed. 12, 
v. 1 , p. 710 (1767), zweitens wurde die Art schon 1758 be- 
schrieben ; es mufs also stehen : 
Cicada phalaenoides Linnaeus Syst. nat. ed. 10, v. 1, p. 438 (1758). 

p. 252, 23. Gen. Gyaria Stäl. 

Die Gattungsdiagnose steht an mehreren Punkten im Wider- 
spruch mit der Beschreibung von G. limbipunetata (Kar seh) p. 253. 
Dort heifst es: „Stirne und Pronotum nicht gekielt", hier: „auf 
der Stirnfläche ein sehr schwacher Mittelkiel" und beim Pronotum 
wird von „Seitenkielen" gesprochen. Mit Rücksicht hierauf und 
auf die nachstehend beschriebene Art möchte ich vorschlagen, 
oben zu sagen: „Stirne nicht oder schwach gekielt", auch die 
Hinterschienen* betreffend abzuändern in : „ ... mit einem 
oder zwei Dornen". Dementsprechend auch p. 199, 63. 

Gyaria bispinosa n. sp. 

Blafs gelblichgrün ; Stirngipfel , Clipeus , Brust , Tarsen und 
Hinterleib ockergelb , die Beindornen schwarz. An der Clavus- 
spitze ein schwarzer Punkt ; Apikairand ohne Punktzeichnung. 

Stirn unterhalb der Ocellen rundlich ausgebuchtet, mit deut- 
lichem , fast bis zum Clipeus durchlaufendem Mittelkiel. Pro- 
und Mesonotum ungekielt. Deckflügel hinten etwas schräg ge- 
stutzt und der Apikairand fast grade , Suturalecke rechtwinklig, 
mit abgestumpfter Ecke. 

Long. c. tegm. 13 mm. 

Hab. — Erythraea : Asmara. Juni (Mus. Dresden 1 $). 



168 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Mit G. limbipunctata (Kar seh) am nächsten verwandt. Trotz 
der zwei Dornen an den Hinterschienen und der deutlich gekielten 
Stirn möchte ich die Art zu Gyaria Stäl rechnen, da sie deren 
übrige Eigenschaften hat. 

p. 255, 25. Gen. Caesonia Stäl. 

Wenn Melichar sagt, dafs sich die Gattung von Phantia Fieb. 
unterscheide durch die gekielte Stirne , so widerspricht er sich 
dem mit Bd. 17, p. 12, wo er von Phantia angibt: „Stirne zu- 
weilen in der Mitte gekielt". Dagegen wäre der Besitz von 
2 Dornen bei Caesonia hervorzuheben. 

Bd. 17. 
p. 4, Nr. 4. PJdebopterum viridis (!!) Mel. , vgl. die 
übrigen Artnamen ! 

p. 9, 36. Gen. Microflata Mel. = MimophanMa Matsum. 
p. 12, 38. Gen. Phantia Fieb. 
Vgl. dazu p. 166 dieser Abhandlung. 

Phantia ruf via n. sp. 

Blafsgelb ; Rücken, Deckflügelbasis, Brustseiten und Hinterleib 
mehr rötlich. Im Corium einige verloschene braune Pünktchen. 
Apikairand zwischen den Adern bräunlich gesäumt. 

Stirnkegel sehr kurzy von oben gesehen mitsamt der Länge 
des Scheitels gleich dessen Breite ; Stirn glänzend , wenig länger 
als breit, schwach gekielt. Deckflügel l^mal so lang wie breit, 
Costalrand mäfsig gebogen , Apikairand abgerundet , Apikaiecke 
stärker abgerundet als die Suturalecke. In der Hinterhälfte der 
Costalzelle einige Queradern. 

Long. c. tegm. 6,5 mm. 

Hab. — Erythraea : Ghinda (1 d"). 

p. 17, 39. Gen. MimophanMa Matsum. 
Microflata Melichar p. 9. 

In der Diagnose sagt M. : „Pronotum den Scheitel bedeckend", 
ein Ausdruck, der im Widerspruche mit dem wirklichen Verhalten, 
mit seiner eigenen Abbildung (Tab. 5, Fig. 5) und mit Matsumuras 
Diagnose steht , der nur sagt l ) : „Pronotum . . . das Occiput 
etwas dachförmig bedeckend". In Melichars Figur ist übrigens 
der Scheitel viel zu abgerundet wiedergegeben ; in Wirklichkeit 
ist er, dem fünfeckigen Umrifs entsprechend, vorn stumpfspitzig. 
Wegen der Einbeziehung von Microflata Mel., die sich in nichts 
weiter als in der inneren Abrundung der Deckflügel von Mimo- 
phantia unterscheidet , mufs in die Diagnose der letzteren unter 
Deckflügel eingefügt werden : „die Suturalecke bald abge- 



i) 1900 Ent. Nachr. v. 26, p. 212. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 169 

rundet, bald in eine kurze, scharfe Spitze nach hinten verlängert". 
Dafür ist im zweiten Absatz der entsprechende Satz („die . . . 
Deckflügel") zu tilgen. 

1. MimopkanMa maritima Matsum. 
Z. 4 der Diagnose: „wie bei Phantia ..." soll wohl heifsen : 
„wie bei Phantia indicatrix" . 

2. Mimophantia carinata n. sp. 

Nur durch die völlig abweichende Stirnbildung von der ersten 
Art zu unterscheiden. Die Stirn ist nicht oval , sondern trape- 
zoidal , die Seiten oberhalb der Fühler gradlinig nach der Basis 
konvergent, Aufsenränder kaum aufgebogen ; Fläche im Querschnitt 
etwas gewinkelt, mit einem scharfen, ganz durchlaufenden Mittel- 
kiele. Stirnfläche wie der Clipeus braun , glänzend. Sonstige 
Färbung genau wie bei M. maritima. 

Long. c. tegm. 5 mm. 

Hab. — Formosa : Takao (Saut er c, 5 Ex.). 

p. 20, Tabelle 7 (b) : „höchstens die Nerven dunkler gefärbt". 
Und der Rand? 

p. 23. Cryptoflata unipunctata (Ol.). 

Z. 2 der Diagnose: Statt „Scheitel" mufs es heifsen „Pro- 
notum". 

Cryptoflata angulata n. sp. 

Stirn an der Basis in einen kurzen Kegel vorspringend. 
Apikaiecke der Deckflügel scharf rechtwinklig (bei F. unipunctata 
abgestumpft rechtwinklig), Suturalecke nicht rechtwinklig, sondern 
spitzig ausgezogen. Deckflügel nicht dunkel gesäumt. Sonst in 
allem wie F. unipunctata (OL). 

Long. c. tegm. 18 — 19 mm, Exp. tegm. 25 — 26 mm. 

Hab. — Deutsch - Ostafrika : Usambara. Brit. - Ostafrika : 
Voi (Mus. Paris: Alluaud et Jeannel). 

Vermutlich gehören alle ostafrikanischen Tiere zu dieser Art, 
die westafrikanischen zu C. unipunctata (OL). 

p. 26, 44. Gen. Geisha Kirk. 

Die Stirn soll nach oben nicht verschmälert sein ? ? Weiterhin 
vgl. meine Bemerkungen p. 163 dieser Abhandlung. 

Geisha saniert n. sp. 

Frische Stücke blafsgrün , Pro- und Mesonotum wie bei 
G. distinctissima (Walk.) gezeichnet; Deckflügel in der Vorderhälfte 
mit gelbem Geäder , der Rand vom Ende der Costalzelle bis zur 
Clavusspitze fein blutrot gesäumt ; bei verblafsten Stücken ist 
dieser Saum bräunlich. 



170 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Der Mittelkiel der Stirn reicht von der Basis bis höchstens 
zur Mitte, unterhalb deren die Stirnfläche ganz glatt. Pronotum 
mit deutlichem Mittelkiel und geschwungenen Seitenkielen. Sutural- 
ecke der Deckflügel etwas spitzwinklig verlängert. Sonst wie die 
Stammart, nur etwas gröfser. 

Long. c. tegm. 11 — 13,5 mm. 

Hab. — Formosa : Hoozan, Koshun, Taihanroku, Chikantoge, 
Alihan (Sauter c. ; 9 Ex.). 

Semidalis n. g. 

Scheitel bis auf die Seitenecken vom Pronotum verdeckt. 
Stirn von vorn gesehen etwas länger als breit , vor dem Clipeus 
viel schmäler als oben ; Seitenränder in der Mitte ausgeschweift 
und aufgebogen ; die als Scheitelteil aufwärts gekehrte Basis 
mehr als doppelt so breit wie lang, nicht angeschwollen. 
Ein von der Basis über die Stirn verlaufender starker Mittelkiel 
verflacht gegen den Clipeus hin. Pronotum fast zweimal so lang 
wie die Stirnbasis , der Mittelteil nach vorn verlängert , glatt, 
nur mit Seitenkielen. Mesonotum dreikielig. Ocellen fehlen 
ganz. Deckflügel schmal; Costalmembran schmäler als die sehr 
lange Costalzelle ; Queradern nur im Apikalteile deut- 
lich hervortretend, im Clavus fehlend; keine Sub- 
apikallinie. Hinterschienen eindornig. Von Geisha Kirk. 
durch die hervorgehobenen Merkmale verschieden. 

Typus : 

Semidalis micJiolitzi n. sp. 

Isabellgelb ; Stirn, Beine und Hinterleib karminrot. 

Deckflügel doppelt so lang wie breit , apikad an Breite zu- 
nehmend ; Costalrand wenig gebogen ; Apikairand schräg abge- 
rundet ; Suturalecke stärker gerundet als die Apikaiecke. Costal- 
zelle schmal, mit wenig verästelten Adern. 

Long. c. tegm. 12 mm. 

Hab. — Philippinen: Mindanao, Davao (Micholitz c, 1 d"). 

Zu Ehren des Herrn Wilhelm Micholitz benannt, der, 
seit Jahrzehnten als Orchideensammler die indoaustralischen Tropen 
bereisend, für deutsche Zoologen wie Simroth, Krieger und 
mich schönes Material von Weich- und Kerbtieren besorgt hat. 

p. 31o. u. p. 33. Carthaea championi Fowl. 

Die von Melichar so hervorgehobenen roten Pünktchen der 
Deckflügel können wohl nicht als Artmerkmal gelten , denn der 
als Artbeschreiber mafsgebende F o w 1 e r erwähnt sie gar nicht, 
und sie fehlen auch in seiner Abbildung. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 171 

Carthaea acuminata Mel. 
Hab. — Colombia: Ostkordillere 500— 750 m (Fafsl c, 1 ?). 

Carthaea emortua (F.). 

Kirkaldy hat den Namen durch folium-ambulans de Geer 
ersetzt , mit Unrecht , weil letzterer Autor keine streng binäre 
Namengebung befolgt. 

p. 36, Nr. 4: „Flata" ! 

p. 37, Nr. 2: Siphanta patruelis (Stäl). 

Hab. — Philippinen: Manila (Stäl) hätte als terra typica 
nicht unterdrückt werden dürfen , zumal dem Verf. der Typus 
vorlag. 

p. 38, 51. Gen. Euplianta rubromarginata E. Schmidt. 

'04 in: Ent. Zeit. Stettin v. 65, p. 360. 

D i s t a n t s Vermutung *) , dafs diese Art mit Colgar peracuta 
(Walk.) zusammenfiele, dürfte unbegründet sein, denn Schmidt 
hebt ausdrücklich hervor , dafs der Scheitel wie bei seiner 
E. luridicosta oben flach sei. 

p. 40, 25. Gen. Salamis Stäl. 
Neosalurnis Distant '10, p. 311. 

Die von Distant als Unterschiede von Salurnis Stäl betonten 
Merkmale im Geäder sind genau so bei letzterer Gattung aus- 
gebildet. 

p. 42 o. Salurnis marginellus (Guer.). 

Die Beschreibung der Kiele auf dem Mesonotum ist verworren 
und nicht zutreffend , vor allem müfste von 5 Kielen die Rede 
sein. Das äufsere Paar ist aber selten deutlich , am wenigsten 
verlaufen sie „bis zum Hinterrande" des Mesonotums. 

Salamis formosanus n. sp. 

Stirn , Unterseite , Beine und Hinterleib braun ; Stirnbasis 
dunkler , ebenso eine davon nach hinten ausgehende und bis zur 
Basis des Mesonotums reichende Längsbinde. Pro- und Mesonotum 
grün, mit 2 mennigroten Längsbinden und auf dem ersteren mit 
einem roten Punkt hinter den Augen. Deckflügel gelbgrün , von 
der Mitte des Costalrandes bis zur Clavusspitze fein rötlich ge- 
säumt und daneben zwischen den Aderenden schwarzbraun gefleckt; 
von der Clavusspitze längs des Suturalrandes bis zur Basis ein 
breiter schwarzbrauner Saum, der bei der ersteren einen kräftigen 
Fleck ins Corium abgibt. 

Stirn glatt, ohne Andeutung von Kielen und nur wenig länger 
als breit; Stirnkegel nur 1 / 3 so lang wie das Pronotum, gradeaus 



') '10, p. 308. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 12 



172 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

gerichtet. Suturalecke der Deckflügel wenig ausgezogen , der 
Costalrand gleichmäfsig gebogen. 

Long. c. tegm. 9 mm. 

Hab. — Formosa : Taihanroku (Saut er c, 1 <?). 

p. 43, 54. Gen. Laivana Dist. 

p. 44 o. Für mein Augenmafs ist die Costalmembran nicht 
„so breit wie die Costalzelle", sondern wesentlich schmäler als sie. 

Typ. gen. : Erstens mufs es heifsen Flata Candida F. und 
zweitens kann ein Genus nur einen Typus haben. 

p. 45, Nr. 1 : Laivana adscendens (F.) 

Z. 5 hinter Schildchenspitze einzufügen : „und die subapikalen 
Queradern". 

p. 49, Nr. 10: „Phyma arguta" Mel. 

Dafs die Art nicht zu Lawana Dist. gehören kann , macht 
auch das abweichende Vorkommen wahrscheinlich. 

p. 51. Laivana unipunctata E. Schmidt. 

Hab. — Pinang. 

Laivana lilacina n. sp. 

Weifs ; Tarsen der Vorder- und Mittelbeine gelblich ; alle 
Queradern lila gefärbt ; vor dem letzten Drittel des Coriums und 
in der Mitte seiner Breite eine braune Schwiele. 

Kopf wie bei L. adscendens (F.) geformt. Pronotum un- 
gekielt. Deckflügel im Umrifs und der Länge des Zipfels ebenso 
wie bei jener Art, aber die stärkste Krümmung des Costalrandes 
liegt erst gegen sein letztes Drittel hin. 

Der auch bei anderen Arten vorkommende dunkle Punkt des 
Coriums hat hier eine mehr nach hinten gerückte Lage. 

Long. c. tegm. 17 mm. 

Hab. — Sumatra: Alahan (Micholitz c, 1 d"). 

Mesophylla alba n. sp. 

Milchweifs. Tarsen gelblich. Costalrand vor der Apikaiecke 
und Suturalrand hinter der Clavusspitze leicht bräunlich getönt. 

Deckflügel hinten grade gestutzt ; Apikaiecke nicht ganz 
rechtwinklig, Suturalecke spitzwinklig ausgezogen. Eine scharfe, 
grade Subapikallinie, von einer zweiten keine Spur. 

Long. c. tegm. 13 — 14 mm. 

Hab. — Philippinen: Luzon , Atimonan (Micholitz c, 
3 Ex.). 

p. 58, 60. Gen. Colgar Kirk. 

In der Diagnose müssen die beiden ersten Sätze lauten : 
„Der Gattung Laivana Dist. sehr ähnlich, indem der Kopf in 
einen mehr oder weniger langen, oben gekielten Kegel verlängert 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 173 

ist. Die Stirn ist länglich , mit 3 Kielen versehen , die an der 
Stirnspitze zusammenstofsen." 

p. 59, Nr. 3: Colgar surrecta Mel. 

Die in der Arttabelle p. 58, 3 hervorgehobene Punktzeichnung 
der Deckflügel wird in der Diagnose selber nicht erwähnt. 

p. 64. Melicharia specnlaris n. sp. 

Kopf und Pronotum orangerot, eine gebogene Querbinde auf 
der Stirn und der Clipeus schwärzlich ; Brust, Hüften und Schenkel 
gelbgrau , schwärzlich überlaufen , Beine sonst schwarz. Hinter- 
leib schwarz mit hellen Segmenträndern. Deckflügel pechbraun, 
glänzend , mit einem grofsen semihyalinen Fleck von querovaler 
Form , der im hinteren Teile des Coriums liegt und hinten von 
der Subapikallinie begrenzt wird. Flügel weifs mit breitem, 
graubraunem Saume. 

Stirn in der Aufsicht etwas länger als breit , längs der 
Seitenkanten tief eingedrückt, der Mittelkiel fast bis zum Clipeus 
reichend. Scheitel ganz versteckt. Pronotum mit einem Mittel- 
kiel. Mesonotum glatt und glänzend, vorn stark gewölbt. Deck- 
flügel vom zweiten Drittel an fast gleich breit, hinten fast gleich- 
mäfsig abgerundet ; Costalrand basal stark gekrümmt ; Subapikal- 
linie weit und gleichmäfsig vom Rande entfernt. 

Long. c. tegm. 10 — 11 mm, Exp. tegm. 22 mm. 

Hab. — WSumatra : Padang Pandjang (5 Ex.). 

In Melichars Tabelle p. 65 unter 16 zu stellen. 

Melicharia niveina Walk. 

1857 J. Linn. Soc. v. 1, p. 92., 
Ormenis deducta Mel. p. 85 nee Walker. 

Hab. — Malacka (Walker); Java , Sumatra , Borneo 
(Melichar). 

p. 64, 63. Gen. Ormenis Stäl. 

In der Gattungsbeschreibung vermifst man ein näheres Ein- 
gehen auf die Aderung des Deckflügels, zumal die Tabelle p. 195 
bis 196 einiges unrichtig darstellt (vgl. p. 163 dieser Abhandlung). 
Zunächst ist die Costalzelle reichlich von Queradern durchzogen. 
Ferner ist das Verhalten des Cubitus bemerkenswert , der sich 
schon früher als die Media gabelt und dessen innerer Ast bald 
frei verläuft , bald durch Queradern mit letzterer verbunden ist. 
Diese Verhältnisse, sowie die Ausdehnung der Queradern innerhalb 
des Coriums geben brauchbare Anhaltspunkte für eine weitere 
Aufteilung der Gattung , wozu ihre übergrofse Artenzahl , sowie 
die ansehnlichen Verschiedenheiten unter den Arten (vgl. 0. albula 
Walk, und debilis Mel.) auffordern. 

12* 



174 Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 

p. 66, 21. Es mufs heifsen „Deckflügel scharf schwarz oder 
leicht braun gesäumt". 

p. 67, 32. „Stirne mit einem Mittelkiel [und zwei Seiten- 
kielen!]" und „Stirne ohne Querkiel" ist doch keine analytische 
Gegenüberstellung. 

Ebd. 47. Hinter „stark" einzuschieben „nach innen". 

p. 81, Nr. 34: Ormenis brasiliensis (Spin.). 

Das Zitat ist irreführend , mufs lauten : Ann. Soc. Ent. Fr. 
VIII, p. 438, 13 (1839). 

p. 88, Nr. 53: Ormenis albata Mel. 

„Stirne so breit wie lang, fast breiter wie lang" (sie). 

p. 88, Nr. 55 u. p. 91, Nr. 65: Eine Ormenis albata Walk, 
gibt es nicht, nur albula Walk, und albata Mel. 

p. 90, Nr. 60: Ormenis albula Walk. 

„Durch die Form der Deckflügel ist diese Art von ähnlichen 
Arten wie brasiliensis . . . deutlich verschieden. Ist der 
0. brasiliensis sehr ähnlich" 1 ). 

p. 94, Nr. 71 : Ormenis antoniae Mel. 

var. colorata. 
Ormenis colorata Mel. ib. p. 95, Nr. 75. 

p. 96, Nr. 77 : Ormenis marginala (L.) nee Brunn. 

Der Name Brunnich kommt für die Artbenennung nicht 
in Betracht. — Vgl. noch Kirkaldy '06 in: Canad. Ent. 
p. 156 2 ). 

p. 104, Nr. 6: Nephesa suffusa (Walk.). 

Bier man '07 in: Notes Leyden Mus. v. 29, Tab. 4, Fig. 7 
(„N. brunnea Mel."). 
Nephesa albopunctalata Mel. p. 104, Nr. 5. 

Mel ich ar gibt von beiden Arten an, dafs die Deckflügel mit 
weifsen Punkten versehen seien und dann wieder , dafs sich die 
eine von der anderen durch den Besitz solcher Pünktchen unter- 
scheide (!). 

Hab. — Sumatra, Java. 

p. 107, 65. Gen. Neomelicharia Kirk. 
Neocromna Distant '10 in: Rec. Ind. Mus. v. 5, p. 329. 

Die Vereinigung in einer Gattung von Arten wie cruentata (F.) 
mit ganz kurzer , oben einen scharfen Querkiel tragender Stirn, 
die ganz wie bei Paratella Mel. gebaut ist und solchen wie bistrigi- 
guttata (Stäl), marginalis (Walk.), furtiva (Mel.) mit regelrechtem 
Stirnkegel scheint mir bedenklich. Und wie soll man letztere 
Arten nach der Tabelle p. 195, 10 unter 11 einreihen und damit 



') Von mir gesperrt. 

2 ) Mir unbekannt geblieben. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 175 

auf 8 Colgar Kirkaldy" (recte Neomelicharia K i r k.) kommen, wenn 
sie handgreiflich unter 48 gehören ? 

Von den Arten jener zweiten Gruppe kann ich Neocromna D i s t. 
auf keine Weise unterscheiden. 

p. 113, Nr. 10: Neomelicharia ocellifera (Walk.). 

Diese Art scheint mir keine stichhaltigen Unterschiede von 
N. cruentata (F.) zu zeigen, auch spricht das Vorkommen in dem- 
selben Gebiete (Amboina) für die Gleichheit. Letztere würde dann 
von Java bis zu den Molucken verbreitet sein. 

Auch über die Artberechtigung von N. guttulata (S täl) = Nr. 11 
und N. iudicata (Mel.) = Nr. 12 hege ich starke Zweifel zugunsten 
von N. cruentata (F.) 

p. 115, Nr. 16: Neomelicharia bistrigigiittata (Stäl). 
Neocromna bistrigiguttata Distant '10a, p. 330. 

Die von Melichar benutzten Exemplare des Dresdner Museums 
hat er als „tripunctata n sp." bezettelt, in Wirklichkeit aber 
unter obiger Art aufgeführt, wie die — allerdings unrichtig ab- 
geschriebene — Fundortsangabe daselbst beweist: „Wilhelmland, 
Bonga". Sie mufs lauten: Kaiser Wilhelmsland: Bongu. 

p. 115, Nr. 17: Neomelicharia furtiva (Mel.). 
? Phymoides airomaculatus Distant '10a, p. 327. 

p. 116, Nr. 21: Neomelicharia tripuuctata (Mel.). 
? Phymoides rubromacidatus Distant '10a, p. 326, Tab. 22, Fig. 2. 

Von allen Merkmalen, die Distant für seine Gattung Phymoides 
angibt, will mir höchstens das mit 3 Kielen versehene Pronotum 
als Abweichung von Neomelicharia erscheinen, obwohl Andeutungen 
davon sich auch bei manchen Arten letzterer Gattung finden. 
Andere Unterschiede zwischen Neomelicharia und Phymoides sind 
nicht beständig. Die Bezugnahme auf Lawana Dist. war m. E. 
entbehrlich. 

p. 115, Nr. 17: Neomelicharia furtiva (Mel.). 
Colgar quadriguttata Mel. nee Walk. p. 115, Nr. 18. 

Melichar schreibt p. 116 o. von der vermeintlichen Walk er- 
sehen Art: „Deckflügel . . . hinten gerade gestutzt, mit . . . scharf 
spitzwinklig vorgezogener Suturalecke". Bei seinem Versuche, 
jene zu bestimmen , konnte er sich auf Angaben Walkers über 
den Bau der Deckflügel nicht stützen. Aus der inzwischen von 
Distant 1 ) gelieferten Abbildung der echten (Neodaksha) quadriguttata 
Walk, ergibt sich aber die ganz abweichende Flügelform und 
damit, dafs M. in einem durchaus verzeihlichen Irrtum war. 



*) '10 a Tab. 2, Fig. 9. 



176 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 117, 66. Gen. Paratella Mel. 

In der Diagnose läfst M. den hufeisenförmigen Querkiel der 
Stirn unerwähnt, und in der Tabelle p. 197, 41 wird sein Vor- 
handensein durch Gegenüberstellung mit Neomelicharia gradezu ge- 
leugnet. Dabei ist er bei Paratella ebensogut ausgeprägt wie bei 
jener Gattung, wenigstens bei P. miniata Mel., discoidalis Mel. und 
variegata E. Schmidt, ja bei mehreren Arten (Nr. 3, 4, 8) hebt 
M. sogar selber den Bogenkiel hervor. Demnach ist p. 197, 41 
der erste Satz in jedem Absätze zu streichen. 

p. 121, Nr 8. Paratella subcincta Dist. 

„Länge des Kopfes 19 mm"?. 

p. 123, 67. Gen. Sephena Mel. 

Z. 12 v. o. Die Bemerkung über den bogenförmigen Ver- 
lauf des Cubitus findet bei S. rubrovenosa Mel. keine Bestätigung. 
Wenn M. p. 126 zufolge im Clavus die Queradern fehlen, wie 
soll man sie dann nach p. 197, 14 (b) als Sephena bestimmen? 

p. 136. Seliza angulifrons n. sp. 

Lederbraun; Knie und Apices der Hinterschienen etwas heller; 
Scheitel, Scheibe des Mesonotums und die Längsadern der Deck- 
flügel schwärzlich ; Flügel graubraun mit dunklerem Geäder. 

Stirn erheblich länger als breit, an der Basis 1 / 2 mal breiter 
als am Clipeus, die Seitenkanten bei den Fühlern ausgeschweift; 
Fläche durch einen gewinkelten Querkiel im obersten Drittel ge- 
brochen , wobei das hierdurch abgeteilte Basaldrittel schief nach 
oben gekehrt ist ; jener Querkiel nach aufsen verkürzt, unterhalb 
von ihm ein flacherer Mittelkiel. Pronotum vorn grade gestutzt, 
hinten flachwinklig ausgeschnitten , mit 2 scharfen Seitenkielen. 
Mesonotum vorn mit 3 Schwielen als Resten der Kiele, die Scheibe 
abgeplattet und vor der Spitze stark vertieft. Deckflügel ungefähr 
vom Umrisse der S. partita Mel., aber der Apikairand nicht ge- 
buchtet ; die Clavusbasis wie bei dieser stark kielförmig und körner- 
reich ; Costalmembran vorn und hinten breiter als die Costalzelle, 
in der Mitte so breit wie sie ; Radius scharf hervortretend ; die 
Längsadern im Apikaldrittel wie plattgedrückt. 

Long. c. tegm. 8 — 9 mm. 

Hab. — Formosa : Koshun, Kosempo ('S auter c, d* ?). 

Mit S. ferruginea Walk, und partita Mel. verwandt, aber durch 
die Stirnbildung und den Deckflügelumrifs unterschieden. 

p. 145, Nr. 2: Dascalia fuscoconspersa (Stil). 

Z. 9 v. u. Statt „Scheitelspitze" lies „Schildchenspitze". 

p. 173, 85. Gen. Phalaenomorpha Am. & S e r v. 

Die auch in den Zitaten fehlerhafte Synonymie mufs nach 
den jetzt feststehenden Daten folgendermafsen berichtigt werden : 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 177 

Phalaenomorpha Amyot & Serville, Hist. Hern. p. 525 
(1843). 

Flatoides Guerin-Meneville, Iconogr. Regne an., v. 3, 
p. 362 (1844). 

FMdiptera Walker List. Hom. Brit. Mus. v. 2, p. 328 pari. 
(1851) nee Spinola 1839. Rev. Zool. v. 2, p. 202 (1839). 

Cerfennia Stäl nee Cerfenia Mel. 

p. 186, Nr. 13: Atracis gibbosus (!) Mel. 

Dagegen p. 175, 14 steht richtig gibbosa. 

Atracis maeida n. sp. 

Gelbbraun, auf Ober- und Unterseite der Deckflügel und Flügel 
mit Wachs bereift , aufserdem mit zahlreichen , unregelmäfsigen, 
schwarzen Flecken und Stricheln auf den Deckflügeln. Diese ver- 
dichten sich zu einem gröfseren Fleck nahe der Wurzel des Radius 
und zu einer Wellenlinie auf dem äufseren Aste der Clavusader. 
Flügel graubraun mit dunkleren Adern. Wangen und Pronotum- 
seiten mit schwarzen Pünktchen , eine Reihe solcher auch längs 
der Stirnseiten bis gegen die Mitte hin ; Stirnbasis hell. Auf 
dem Mesonotum eine scharfe schwarze Zeichnung von ^^-Form. 

Scheitel bis zu den Wangenecken etwas weniger lang als 
breit , aber etwas länger als das Pronotum , davor parabolisch 
vorspringend. Wangenkanten apikad fast spitzwinklig vereinigt. 
Stirn basad stark verschmälert , Seiten unter der Mitte ausge- 
schweift , über ihr etwas wellig begrenzt. Basis mit schwachem 
Mittelkiel, die sonstige Fläche ohne Kiel oder Furche. Deckflügel 
2 1 / 2 mal so lang wie breit, sehr uneben, besonders im Apikalteile, 
Radius kielförmig erhaben mit einem starken Buckel nahe der 
Wurzel ; Costalzelle senkrecht nach unten geknickt ; äufsere 
Clavusader etwas gewunden , innere nahe der Basis mäfsig er- 
haben, zwischen den beiden Gabeladern hinten 3 Höcker. Costal- 
rand etwas wellenförmig gebuchtet , Apikairand scharf krausen- 
artig gefaltet. Costalmembran mehr als doppelt so breit wie die 
Costalzelle, welche weit nach hinten reicht. 2 Subapikallinien. 

Long. c. tegm. 17 mm. 

$ : Scheidenklappen lang und schmal zungenförmig, von der 
Legescheide beträchtlich abstehend , hinter der Mitte mit Zähnen 
von zunehmender Gröfse besetzt, die weit voneinander abstehen. 

Hab. — Formosa : Alihang (Saut er c, 1 $). 

Mit der javanischen A. carinata Mel. verwandt. 

Atracis formosana n. sp. 

Lederbraun ; Wachsüberzug nur noch spurenweise. Scheitel, 
Wangen, Pro- und Mesonotum fein schwarz gesprenkelt, Stirn an 



178 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

der Basis und gelegentlich auch in einem Mittelstreifen schwarz 
überlaufen. Sämtliche Adern der Deckflügel mit feinen schwarzen 
Punkten dicht gezeichnet , der innere Gabelast des Cubitus im 
ganzen dunkler ; in der Costalmembran und im Corium vom 
zweiten Viertel an viele glatte Schwielen auf und neben den 
Längsadern, die von einem schwarzen Hofe eingefafst sind; aufsen 
neben dem inneren Gabelast der Clavusader 4 — 5 solcher Schwielen 
etwas gröfser. Flügel rauchgrau mit dunkleren Adern. 

Scheitel bis zu den Schläfenecken nahezu quadratisch , der 
Vorsprung etwa halbkreisförmig begrenzt, beide zusammen um 1 j i 
länger als das Pronotum. Schläfenkanten rechtwinklig vereinigt. 
Stirn basan wenig schmäler als am Clipeus , Seiten in der Mitte 
stark ausgeschweift , Basis stark gewölbt , mit Andeutung eines 
Mittelkiels. Pronotum vorn grade gestutzt. Deckflügel nach 
hinten mäfsig verschmälert; Costalrand kaum gewellt, Apikairand 
nicht gefaltet. Schulterhöcker sehr stark ausgebildet, Radius und 
innere Clavusader wenig erhaben. Costalmembram nach hinten 
stark verschmälert, 2 — 3mal so breit wie die vollständige Costal- 
zelle. Eine deutliche und eine zweite, nur in der Innenhälfte des 
Coriums angedeutete Subapikallinie. 

Long. c. tegm. 12 — 14 mm. 

$ : Scheidenklappen kurz, breit zungenförmig, der Legescheide 
nur hinten anliegend und dort mit kräftigen Zähnen besetzt. 

Hab. — Formosa : Takao, Fuhosho (Saut er c, 2 $$). 

Aus Mangel an Vergleichsmaterial kann ich die Art nicht 
recht in die Bestimmungstabelle p. 174 f. einreihen, doch scheint 
sie mir entweder mit A. javana Mel. verwandt zu sein, oder hinter 
15 gesucht werden zu müssen. 

p. 216, Nr. 30: Phalaenomorpha delegata (Mel.). 

Hab. — „Bolivien, Congo". Congo hat sicher nicht auf 
dem Fundortzettel gestanden, sondern Coroico. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 179 

Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 

Von Dr. Max Bernhauer, Hörn, N.-Ö. 

Das zoologische Museum der Kgl. Friedrich -Wilhelms -Uni- 
versität zu Berlin hatte die Freundlichkeit, mir die Staphyliniden- 
Ausbeute Dahls aus Neu-Britannien zur Bearbeitung zu übergeben 
und veröffentliche ich nunmehr die Ergebnisse meines Studiums. 

Ich bemerke vorerst, dafs sämtliche im folgenden genannten 
und neubeschriebenen Arten , insoweit bei den einzelnen Arten 
nichts anderes festgestellt erscheint , in Neu-Britannien in der 
Umgebung von Ralum in der Zeit vom Mai 1896 bis Februar 
1897 gesammelt worden sind. 

Die Typen befinden sich, wenn nichts anderes erwähnt ist, 
in der Sammlung des genannten Museums und in meiner eigenen. 

Ich habe diese Gelegenheit benützt, um einige wenige Arten 
aus Neu-Guinea, die sich in meiner Sammlung befanden, ebenfalls 
zu beschreiben. 

Tribus : Plesüni. 

Priochirus Sharp. 

(Syncampsochirus.) 

1. Priochirus Novae-Guineae nov. spec. 

Mit Priochirus propinquus Beruh . nahe verwandt , von der- 
selben Gestalt, Gröfse und Farbe, jedoch in nachfolgenden Punkten 
verschieden : 

Die Stirnzapfen sind viel kürzer, nicht geschweift, der nieder- 
gedrückte Zwischenraum zwischen denselben viel breiter, der Vorder- 
rand des Eindruckes in der Mitte mit 2 winzig kleinen, einander 
genäherten Zähnchen. Neben dem Stirnzapfen ist seitlich der 
dem propinquus eigentümliche scharfe kleine Zahn nicht vorhanden, 
dagegen befindet sich am Unterrande des Zapfens ein kurzer, 
kräftiger Zahn, der nur bei seitlicher Betrachtung sichtbar ist. 

Der Halsschild ist weniger flach , im Verhältnisse zu den 
Flügeldecken schmäler, am Seitenrande vollständig unpunktiert. 

Endlich ist der Hinterleib an der Basis der einzelnen Tergite 
viel dichter punktiert. 

Länge 8 mm. 

Von Priochirus simplex Fauv. , der der neuen Art etwas ähn- 
lich zu sein scheint , mufs sich die Art schon durch das Fehlen 
der Punkte am Seitenrande des Halsschildes unterscheiden. Über- 
dies fehlt in der Fauvelschen Beschreibung jeder Hinweis auf den 
auf der Unterseite des Stirnhorns vorhandenen Zahn. 

Deutsch-Neu-Guinea : Sepik, Berg 1570 m, November 1910 
(L. Schultz e). 



180 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

2. Priochirus propinquus Bernh. 

Vom selben Fundorte. Die beiden vorliegenden Stücke unter- 
scheiden sich von dem typischen propinquus etwas dadurch , dafs 
das erste Fühlerglied mehr oder minder gefurcht und die Flügel- 
decken hinter der Mitte neben dem daselbst stumpfkantig ab- 
gesetzten Seitenrande der Länge nach eingedrückt erscheinen. 

Da jedoch die Bildung des Kopfes genau die gleiche ist, 
glaube ich kaum , dafs wir es hier mit einer selbständigen Art 
zu tun haben. 

3. Priochirus samoensis Blanch. 
Unter der Rinde von Bäumen. 

Polynesien. 

4. Priochirus spinosulus Fauv. 
Deutsch-Neu-Guinea : Sepik, Berg 1570 m, November 1910 

(L. Schultze). 

5. Priochirus quadrifidus Fauv. 
Vom selben Fundorte. 
Molukken. 

6 . Priochirus cav if r ons Fauv. 
Vom selben Fundorte. 
Inseln Key, Engano, Sumatra, Java. 

7 . Priochirus conicicollis Fauv. 
Deutsch-Neu-Guinea : Sepik. 

8. Priochirus Novae- Britanniae nov. spec. 
Dem Priochirus Beccarii Fauv. äufserst nahe verwandt und 
von demselben nur durch viel schmäleren und längeren Stirn- 
eindruck, mehr nach einwärts geschwungene Seitenränder desselben, 
gröfseren, spitzigeren vom Innenzahn weiter getrennten Nebenzahn 
und weitläufigere , nicht in die Scheibe eintretende Punktierung 
der Halsschildbasis verschieden. 

Bei Beccarii Fauv. befindet sich eine unregelmäfsige Quer- 
reihe borstentragender Punkte in ziemlicher Entfernung von der 
Basisrandlinie schon auf der oberen Fläche des Halsschildes. 
Länge: 12 — 13 mm. 

Unter der Rinde eines vertrockneten Baumstammes , ein 
Exemplar im Korallensande. 

9. Priochirus Beccarii Fauv. 
Deutsch-Neu-Guinea : Sepik (Schultze). 

Idspinus Er. 

1. Lispinus impressicollis Motsch. 
Diese weitverbreitete und recht variable Art ist wohl in der 
ganzen indo-malaiischen Region einheimisch. Aufserdem kommt 






Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 181 

sie in Japan , auf Madagaskar , den Comoren , Seychellen und in 
Deutsch-Ostafrika, endlich in Madeira und auf den Hawai-Inseln vor. 

2. Lispinus rufosplendens nov. spec. 

Eine durch die Färbung, die ziemlich kurze Gestalt, kurze 
Flügeldecken und die erloschene Punktierung gut charakteri- 
sierte Art. 

Glänzend bräunlichrot, die Beine heller. 

Kopf halb so breit als der Halsschild, gleichmäfsig gewölbt, 
mit einigen äufserst zarten, kaum sichtbaren Pünktchen. Fühler 
gegen die Spitze ziemlich verdickt, die vorletzten Glieder stark quer. 

Halsschild so breit als die Flügeldecken, quer, mehr als um 
ein Drittel breiter als lang, fast viereckig, nach rückwärts kaum, 
nach vorn schwach verengt , mit sehr schwach gerundeten Seiten 
und scharfen rechtwinkligen Hinterecken , innerhalb der letzteren 
mit einem breiten, ziemlich tiefen aber doch flachen glatten Ein- 
druck , vor dem Schildchen kaum mit einer Andeutung einer 
Mittelfurche, äufserst zart, schwer sichtbar und spärlich punktiert. 

Flügeldecken kaum länger als der Halsschild, glänzend glatt, 
ohne sichtbare Punktierung. 

Hinterleib ziemlich flach gewölbt , unpunktiert , jedoch mit 
einigen wenigen schrägen Strichen auf den einzelnen Tergiten. 

Länge: 2 1 / 4 — 2 3 / 4 mm. 

Auf Neu-Lauenburg am Rande einer Quelle. 

Tribus : Omaliini. 
Phloeonomus Heer. 

1 . Phloeonomus chlor iz ans Fauv. 

An faulen Bananen im Grasland und an toten Vögeln ili 
einer schattigen Waldschlucht bei Ralum. 

Sumatra. 

2 . Phloeonomus sp ecularis nov. spec. 

In der Gestalt und Gröfse mit chlorizans Fauv. überein- 
stimmend, durch die Färbung und den Mangel der Halsschild- 
gruben, sowie durch die erloschene Punktierung sehr ausgezeichnet 
und von der genannten Art leicht zu unterscheiden. 

Hellgelb , glänzend , die Flügeldecken vor dem Spitzenrand 
unbestimmt dunkler, die Apikaihälfte der Fühler bräunlich. 

Kopf nur vor dem Vorderrande mit 2 Grübchen und rück- 
wärts vor der scharfen Querabschnürung ebenfalls mit 2 Punkt- 
grübchen , sehr undeutlich und spärlich punktiert. Fühler bis 
zum fünften Gliede dünn , das sechste plötzlich erweitert , stark 
quer , mit den folgenden , allmählich an Breite zunehmenden 
Gliedern eine gut abgesetzte sechsgliedrige Keule bildend. 



182 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken , stark quer, 
um die Hälfte breiter als lang, nach rückwärts nicht, nach vorn 
ziemlich stark verengt , gleichmäfsig gewölbt , ohne sichtbare 
Punktierung , vor den Hinterecken unmerklich schräg nieder- 
gedrückt. 

Flügeldecken mehr als doppelt so lang als der Halsschild, 
äufserst fein und weitläufig punktiert. 

Hinterleib gleich dem übrigen Körper glänzend und äufserst 
fein und weitläufig punktiert. 

Länge: l*/ 4 — 1 1 / 2 mm. 

In Gesellschaft des Phloeonomus chlorizans Fauv. gefangen. 

Tribus : Oxytelini. 
Trogophloeiis Mannh. 

1. Trogophloeus papuensis Fauv. 
Deutsch-Neu-Guinea : Tamimündung (S c h u 1 1 z e). 

2. Trogophloeus exiguus Er. (minimus Kr.). 
Kosmopolitisch. 

Oxytelus Grav. 

1. Oxytelus nig ricep s Kr. 
An Menschenkot im Bananengarten bei Ralum. 
Ost-Indien, Ceylon, Sanda-Inseln. 

2. xy telus fallax Fauv. 
An toten Vögeln. 
Molukken. 

3. xy telus scabripennis Fauv. 
Molukken. 

4. Oxytelus clavicornis Fauv. 
Neu-Guinea. 

5. Oxytelus opaci collis Fauv. 

An toten Vögeln zahlreich gesammelt. 

Neu-Guinea. 

Das cf unterscheidet sich vom $ durch viel gröfseren, brei- 
teren vorn geglätteten Kopf. Die Unterseite des Abdomens zeigt 
keine besondere Auszeichnung. 

6. Oxytelus latiusculus Kr. 

An Menschenkot. 

Über die indo-malaiische Region weit verbreitet, Madagaskar, 
Deutsch-Ostafrika, Gabun , Senegal , Südafrika , Ägypten , Syrien, 
Australien. 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 183 

Tribus : Osoriini. 
Osorius Latr. 

1 . Osorius hatamensis Fauv. 

Deutsch Neu-Guinea : Sepik, Berg 1570 m, November 1910 
(Schultze). 

2. Osorius carinellus Fauv. 
Neu-Guinea. 

Atopocnemius Bernh. 
1. Moultoni Bernh. 



Sarawak. 



Neu-Guinea. 



Neu-Guinea. 



Tribus : Stenini. 
Stenus Latr. 

1. Stenus coeles tis Fauv. 

Tribus : Paeder ini. 
Astenus Steph. 

1. Astenus rufus Fauv. 



Stilieus Latr. 

1. Stilieus Kolbei nov. spec. 

Dem Stilieus ceylanensis Kr. sehr nahe verwandt und dem- 
selben sehr ähnlich , von allen Formen dieser etwas variabeln 
Art jedoch durch den nach hinten stärker und ganz gerad- 
linig verengten Halsschild und viel feinere und viel dichtere 
Punktierung des Körpers und namentlich des Halsschildes und 
der Flügeldecken , welche infolgedessen auch matter erscheinen, 
verschieden. 

Die Färbung ist im allgemeinen etwas dunkler, insbesondere 
sind die Flügeldecken viel dunkler, von dem übrigen Körper nur 
wenig abstechend. 

Länge : 4 — 4 x / 4 mm. 

An toten Vögeln im Walde. 

JPaederus F. 

Paederus tristis nov. spec. 

Eine sehr schmale, braehyptere, einfarbig mattschwarze Art, 
die habituell fast an gewisse Stabheuschrecken erinnert. 

Der ganze Körper ist düster schwarz , der Halsschild und 
der Hinterleib wenig glänzend , die Beine und Taster sind pech- 
schwarz, die Tarsen und die Wurzel der Fühler rötlichgelb , die 
Apikaihälfte des achten und die ganzen letzten 3 Fühlerglieder 
hell weifsgelb. 



184 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Kopf sehr schmal und lang , zwischen den Augen etwas 
breiter als der Halsschild , mindestens um die Hälfte länger als 
breit , hinter den vor der Mitte befindlichen Augen vollständig 
geradlinig und sehr stark verengt, der Basalteil kaum ein Drittel 
so breit als zwischen den Augen , vorn mit 2 langen, flachen 
Längsfurchen, matt chagriniert und überdies mit einigen wenigen 
Punkten besetzt. Fühler aufsergewöhnlich lang und dünn , alle 
Glieder mit Ausnahme des zweiten gut viermal so lang als breit. 

Halsschild in der Mitte so breit als die Flügeldecken am 
Hinterrande , um die Hälfte länger als breit, elyptisch , seitlich 
gleichmäfsig aber nur mäfsig gerundet, oben mäfsig gewölbt, matt 
chagriniert, die Chagrinierung grob hervortretend, zwischen der- 
selben mit einigen wenigen meist undeutlichen Punkten. 

Flügeldecken sehr schmal , nach rückwärts erweitert , ein 
wenig kürzer als der Halsschild, matt chagriniert und undeutlich 
gerunzelt. 

Hinterleib fein und weitläufig punktiert. 

Länge: 7 x / 2 — Q 1 ^ mm. 

Deutsch-Neuguinea: Hunsteinspitze (1350 m. , März 1913, 
Kais. Augustafl. Exp., Bürgers). 

Thinocharis Kr. 

1 . Thino charis brevicornis Fauv. 
In gröfserer Zahl an verschiedenen Orten gefangen, nament- 
lich an Vogelleichen. 
Neu-Guinea. 

Medon Steph. 
1 . Medon cur tu s Kr. 
Ceylon. 

2 . Medon parvi colli s Fauv. 
Neu-Guinea. 

3. Medon rugoso-opacus nov. spec. 
Durch den äufserst dicht und rauh gerunzelten , glanzlosen 
Kopf und Halsschild sehr ausgezeichnet und von den übrigen 
Arten des Faunengebietes dadurch leicht zu unterscheiden. 

Ziemlich von der Gestalt der Arten der fusculus - Gruppe, 
dunkel rostrot, die Beine rötlichgelb. 

Kopf fast so breit als der Halsschild, etwas breiter als lang, 
nach rückwärts sehr schwach erweitert , überall gleichmäfsig, 
äufserst dicht rauhrunzlig punktiert , vollständig matt. Fühler 
ziemlich dick, schnurförmig, die vorletzten Glieder quer. 

Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken, etwas breiter 
als lang, an den Seiten gleich dem Kopf mit zahlreichen langen, 
schwarzen Borstenhaaren besetzt, nach rückwärts schwach verengt, 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 185 

seitlich wenig gerundet mit stumpf verrundeten Hinterecken, auf 
der Oberseite wie der Kopf punktiert , glanzlos , mit äufserst 
schwach angedeuteter Mittellinie. 

Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild, parallel- 
seitig , sehr dicht , mäfsig fein und etwas rauhrunzlig punktiert, 
weniger matt als der Vorderkörper. 

Hinterleib sehr fein und sehr dicht punktiert, seidig pubescent. 

Länge : 3 — 4 mm. 

4. Med on Novae-Britanniae nov. spec. 

Diese Art ist in die Nähe des Medon fortepunctatus Bernh. zu 
stellen , mit dem sie den kräftig punktierten Halsschild gemein- 
sam hat, ist jedoch im übrigen von demselben sehr verschieden. 
Ziemlich kurz gewölbt , rötlich schwärzlichbraun , glänzend , die 
Fühler und Taster rostrot, die Beine dunkel rötlichgelb. 

Kopf so breit als der Halsschild , breiter als lang , hinter 
den Augen parallelseitig , kräftig und verhältnismäfsig weitläufig 
punktiert, glänzend, in der Mitte mit einem kleinen Spiegelfleck. 
Fühler kurz, die vorletzten Glieder stark quer. 

Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, stark quer, fast 
um die Hälfte breiter als lang, nach rückwärts sanft verengt mit 
stumpf verrundeten Hinterecken , mit spiegelblanker Mittellinie, 
sonst ebenso kräftig und ebenso weitläufig wie der Kopf punktiert, 
stark glänzend. 

Flügeldecken nur sehr wenig länger als der Halsschild, viel 
feiner und dichter als dieser punktiert. 

Hinterleib sehr fein und sehr dicht punktiert, seidig behaart. 

Länge: 3 x / 4 — 4 mm. 

Eines der vorliegenden 2 Stücke wurde aus Laub gesiebt, 
das andere in einer Waldschlucht an einer Vogelleiche erbeutet. 

Cryptobium Mannerh. 

Cryptobium neoguineense nov. spec. 

Habituell dem Cryptobium semirufum Bernh. aus Ceylon sehr 
ähnlich und systematisch neben dasselbe zu stellen , jedoch mehr 
als doppelt so grofs, anders gefärbt, viel dichter punktiert und 
daher leicht von ihm zu unterscheiden. 

Gleichbreit, wenig glänzend, schwarz mit pechfarbenen Fühlern, 
Tastern und Beinen, unreifere Stücke mehr oder minder rotbraun. 

Kopf so breit als der Halsschild , um ein Drittel länger als 
breit, nach rückwärts unmerklich erweitert, ziemlich kräftig und 
äufserst dicht rauhrunzlig, fast gleichmäfsig punktiert, die Punk- 
tierung vorn etwas weniger dicht, die Fühlerhöcker spiegelblank. 
Fühler mäfsig lang, die vorletzten Glieder oblong. 



186 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Halsschild um ein Stück schmäler als die Flügeldecken, fast 
um ein Drittel länger als breit , fast parallelseitig , nur hinten 
unmerklich verengt , kräftiger , aber etwas weniger dicht als der 
Kopf punktiert mit spiegelglatter breiter Mittellinie. 

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild , parallelseitig, 
weniger stark als der letztere, sehr dicht rauhrunzlig punktiert. 

Hinterleib mäfsig kräftig und dicht punktiert. 

Länge: lO 1 /^ — 11 mm. 

Deutsch-Neuguinea : Dampfer- Ankunftsplatz (Kais. Augustafl. 
Exp., Bürgers). 

Tribus : Xantholinini. 
Thyreocejrfialus Guer. 

1. Thyreocephalus gigantulus nov. spec. 

Durch die abnorme Gröfse ebensosehr wie durch die Färbung 
ausgezeichnet. 

Schwarz , die Flügeldecken lebhaft violett , der Kopf und 
Halsschild mit schwächerem violetten Glänze , die Fühler aufser 
dem pechschwarzen ersten Gliede , die Taster , die Schienen und 
Tarsen dunkel rostfarben. 

Kopf sehr wenig breiter als der Halsschild , viel länger als 
breit, nach rückwärts schwach verengt, verkehrt eiförmig, ein 
breiter, mehr als ein Drittel der Kopfbreite einnehmender gleich- 
breiter Spiegelfleck , der sich vom Vorderrande bis knapp vor 
den punktierten Hinterrand hinzieht, unpunktiert, sonst mit einer 
gröfseren Zahl ungleicher und ungleichmäfsig verteilter vor dem 
Hinterrande dicht stehender Augenpunkte besetzt ; der Raum un- 
mittelbar hinter den Augen ist unpunktiert. Fühler mäfsig kurz, 
das zweite Glied doppelt so lang als breit, das dritte sehr gestreckt, 
mehr als doppelt so lang als das zweite, die folgenden gleichbreit, 
die ersteren etwas länger, die vorletzten kaum so lang als breit. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, um ein Drittel 
breiter als lang , nach rückwärts schwach verengt , hinter der 
Mitte ausgebuchtet, mit stumpf verrundeten Hinterecken, auf der 
Scheibe spiegelblank, unpunktiert, an den Seiten mit einer gröfseren 
Anzahl von kräftigen Augenpunkten. 

Flügeldecken wenig länger als der Halsschild , grob und 
dicht, fast regel mäfsig punktiert, ohne Punktreihen. 

Hinterleib vorn mäfsig stark und ziemlich dicht , auf der 
hinteren Hälfte (vom sechsten Tergit an) grob und etwas weniger 
dicht punktiert. 

Länge: 18 — 20 l / 2 mm. 

Deutsch-Neuguinea: Lordberg (10. XII. 12, Kais. Augustafl. 
Exp., Bürgers). 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 187 

2. Thyreocephalus papuensis nov. spec. 

Eine dunkle, ziemlich unscheinbare Art, die durch die Farbe 
und die ziemlich feine und dichte gleichmäfsige Punktierung der 
Flügeldecken von den übrigen Arten leicht zu trennen ist. 

Pechschwarz , die Flügeldecken etwas weniger dunkel , die 
Fühler , Taster und Beine mehr oder minder pechschwarz bis 
rötlich. 

Kopf nicht oder kaum so breit als der Halsschild , länger 
als breit , durch diese Form des Kopfes mit dem vorigen am 
nächsten verwandt und mit diesem eine kleine gesonderte Gruppe 
bildend , die mehr den Habitus der Gattung Xantholinus besitzt, 
aber infolge der Kiefer- und Oberlippenbildung zu Thyreocephalus 
zu stellen ist. 

Die Punktierung ist ähnlich wie bei gigantulus m., nur ist 
der Spiegelfleck nach rückwärts dreieckig verschmälert und weniger 
nahe dem Hinterrande erloschen, die Augenpunkte sind viel dichter, 
überdies tritt eine überaus feine und weitläufige Punktierung auf 
der ganzen Oberfläche bei scharfer Lupenvergröfserung deutlich 
hervor. Die Fühler sind viel kürzer, die mittleren und vorletzten 
deutlich quer. 

Der Halsschild ist etwas weniger schmal, weniger lang , die 
seitliche Punktierung tritt weiter auf die Oberseite über. 

Die Flügeldecken sind ähnlich wie bei gigantulus, aber feiner 
und dichter punktiert. 

Der Hinterleib ist gleichmäfsiger und etwas dichter, ziemlich 
stark punktiert. 

Länge : 12 — 14 mm. 

Deutsch - Neuguinea : Pionnierlager und Dampfer-Ankerplatz 
(Mai, Juni 1912, Kais. Augustafl. Exp., Bürgers). 

3. Thyreocephalus aureus nov. spec. 

Eine durch die Färbung von sämtlichen übrigen Arten sofort 
zu unterscheidende prächtige Art. 

Kopf und Halsschild mehr oder minder kupferglänzend , oft 
stellenweise mit grünlichem, goldigen oder violettrötlichem Schimmer, 
die Flügeldecken lebhaft rotgolden , der Hinterleib schwarz mit 
grünlichem Erzschimmer , die Beine , Taster , Kiefer und Fühler 
mehr oder minder rötlich pechfarben , die letzteren mit 3 weifs- 
gelben Endgliedern. 

Kopf beim cf breiter , beim ? so breit als der Halsschild, 
beim <? breiter , beim $ so breit als lang , rundlich , glänzend 
glatt , in der Bildung der Augen , der Fühler , der Stirnfurchen 
und Punktierung mit Alberiisi Fauv. , dem die neue Art wohl am 
nächsten steht, ziemlich übereinstimmend. 

Denutsche Etomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 13 



188 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Auch der Halsschild ist fast gleichgebildet. 

Dagegen ist die Punktierung auf den Flügeldecken wohl drei- 
mal feiner und doppelt weitläufiger , die Flügeldecken zugleich 
etwas länger. 

In der Bildung und Punktierung des Hinterleibes ist ein 
greifbarer Unterschied nicht festzustellen. 

Länge: 9 — 13 mm (je nach Präparierung). 

Die neue Art wurde in einer grösseren Anzahl von Stücken 
in der Umgebung Ralums an Vogelleichen und faulenden Bananen 
aufgefunden (Mai, Juni 1896). 

4. Thyreocephalus taitiensis Boh. 
(holomelas Perroud).- 

Tahiti , Neu-Kaledonien , Neue Hebriden , Australien , Neu- 
Guinea, Samoa. 

Tribus : Staphylinini. 

JPhilonthus Curtis. 

1. Philonthus th er mar um Aub. 
An toten Vögeln. 

Kosmopolitisch. 

2 . Philonthus o ccipitalis Fauv. 

In Waldschluchten an toten Vögeln und in modernden Baum- 
stämmen. 

Neu-Guinea. 

3. Philonthus sericeicollis Fauv. 
An gleichen Stellen wie der Vorige. 
Neu-Guinea, Borneo. 

4. Philonthus humer alis Fauv. 
In Waldschluchten, an faulen Bananen und toten Vögeln. 
Neu-Guinea. 

5 . Philonthus v entr alis Grav. 
Kosmopolitisch. 

6 . Philonthus dis c oideus Grav. 
Kosmopolitisch. 

7 . Philonthus r alumensis nov. spec. 
Dem Phil, rectangulus Sharp, sehr nahe stehend, aber kleiner 
und aufserdem in nachfolgenden Punkten verschieden. 

Der Kopf ist viel kürzer , in der vorderen Hälfte gefurcht ; 
dieser Unterschied tritt besonders beim d* sehr scharf hervor. 
Bei diesem ist der Kopf stark quer , die Mittelfurche tief und 
aufserdem daselbst die Oberfläche stark eingedrückt. Die Hinter- 
ecken des Kopfes sind viel mehr verrundet , die Punkte überall 
zahlreicher. Der Halsschild hat oft in den Dorsalreihen je 6 Punkte. 






Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 189 

Die Flügeldecken sind entschieden dichter punktiert und 
zeigen kaum einen Erzglanz. 

Endlich ist auch der Hinterleib doppelt so dicht punktiert. 

Länge: 6 1 / 2 — 7 1 / 2 mm. 

Besonders auffallend ist die Geschlechtsauszeichnung des (f. 

Das vierte Sternit ist am ganzen Hinterrande flach aber 
stark ausgeschnitten , in der Mitte des Hinterrandes mit dicht- 
stehenden schwarzen , langen Haaren besetzt , die Seiten nach 
rückwärts in dreieckige grofse Fortsätze ausgezogen ; das fünfte 
Sternit besitzt an der äufsersten Basis ein kleines, dicht schwarz 
behaartes Querkörnchen, der Hinterrand ist breit dreieckig, stark 
nach rückwärts vorgezogen und überall dicht mit langen schwarzen 
Haaren besetzt ; das sechste Sternit endlich ist nach rückwärts 
verjüngt und rückwärts flach ausgerandet. 

In der Bildung des fünften Sternites erinnert die neue Art 
etwas an die Geschlechtsauszeichnung mancher Cryptobium-Arten. 

In der Umgebung Ralums an toten Vögeln aufgefunden. 

8. Philo nthus mi n ntus Boh. (longiceps Fauv.). 
Afrika, Südeuropa, Südl. Asien, Japan, Sunda-Inseln , Neu- 
Guinea. 

Hesperus Fauv. 

1. Hesperus purpuripennis nov. spec. 

Durch die prächtige Färbung leicht kenntlich. 

Spiegelglänzend, tief schwarz , wie lackiert , die Flügeldecken 
lebhaft purpurgoldig, mit hellgrünen Rändern , die Taster , Man- 
dibeln und die ersten 3 oder 4 Fühlerglieder rostrot, die folgen- 
den Fühlerglieder schwarz , die beiden letzten hell gelbweifs , die 
Beine hell rötlichgelb. 

Kopf etwas schmäler als der Halsschild , ohne Oberlippe 
und Kiefer um ein gutes Stück breiter als lang , vorn gerade 
abgestutzt, rückwärts fast halbkreisförmig gerundet, vorn längs 
der Mitte mit sehr schwacher Andeutung einer Mittelfurche, aufser 
den Augenrandpunkten nur hinter den Augen und am Hinter- 
rande mit einigen borstentragenden Punkten. 

Fühler lang und schlank , das dritte Glied länger als das 
zweite , die folgenden oblong , die vorletzten so lang als breit, 
das Endglied etwas länger als das zehnte , einseitig ausgerandet. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken , länger als 
breit , an den Seiten hinter der Mitte etwas eingebuchtet , nach 
rückwärts kaum , nach vorn schwach verengt , mit scharfen 
Vorderecken , vorn gerade abgestutzt , in den Dorsalreihen mit 
je 4 mäfsig starken Punkten, seitwärts mit 2 in einer zur Dorsal- 
reihe parallelen Linie stehenden Punkten. 

13* 



190 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Flügeldecken kürzer als der Halsschild, quer viereckig, seit- 
lich etwas gerundet , fein und sehr spärlich punktiert , hinten 
geglättet. 

Schildchen schwarz, fein und dicht punktiert. 

Hinterleib kräftig, jedoch seicht, an der Wurzel der Tergite 
dicht, sonst sehr spärlich punktiert, stellenweise ganz unpunktiert. 

Länge: S 1 ^ — IOV2 mm. 

Beim d* ist das sechste Sternit breit und tief dreieckig 
ausgeschnitten. 

Die schöne Art wurde in der Umgebung Ralums an Vogel- 
leichen öfter aufgefunden. 

2. Hesperus divinus nov. spec. 

Eine farbenprächtige, leicht kenntliche Art. 

Spiegelglänzend , schwarz , der Halsschild leuchtend gelbrot, 
die Flügeldecken lebhaft violett, das erste Glied und die schmale 
Basis des zweiten und dritten Gliedes dunkel rötlichgelb , diese 

2 Fühlerglieder im übrigen und die nächsten 5 schwarz , die 

3 letzten weifsgelb, die Taster pechschwarz, das letzte Glied der 
Kiefertaster rostrot , die Beine hell rötlichgelb , die Spitze der 
Schenkel und der Schienen und die ganzen Tarsen schwärzlich. 

Kopf fast kreisrund , etwas schmäler als der Halsschild, 
neben und hinter den Augen mit einigen wenigen Punkten. 
Fühler sehr lang und dünn , die vorletzten Glieder mindestens 
um die Hälfte länger als breit. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, oblong, ziem- 
lich gleichbreit , hinter der Mitte etwas ausgebuchtet , in den 
Dorsalreihen mit je 4 starken Punkten , seitwärts mit weiteren 
5 Punkten. 

Flügeldecken ungefähr so lang als der Halsschild, quadratisch, 
mit vorstehenden Schultern, fein und spärlich punktiert. 

Hinterleib spiegelglänzend , fast unpunktiert , nur an der 
Basis der einzelnen Tergite mit je einer , am siebenten Tergite 
mit 2 Querreihen von borstentragenden Punkten. 

Länge: 9 J / 2 — 10 x / 2 mm. 

Deutsch-Neuguinea : Lordberg (Nov.— Dez. 1912, Kais. Augustafl. 
Exp., Bürgers). 

Scelotrichus nov. gen. 

Die bisher einzige Art des neuen Genus ist im Habitus den 
gewölbten Hesperus- Arten sehr ähnlich. 

Die Gattung ist auch systematisch neben Hesperus zu stellen, 
unterscheidet sich aber von demselben durch den hinten aufser- 
ordentlich breiten und am Hinterrande scharf ausgerandeten Mittel- 
brustfortsatz, dessen Ecken scharfwinklig nach hinten vorgezogen 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 191 

•und seitlich aufgebogen erscheinen , durch die ähnlich wie bei 
Diplostictus , wenn auch viel schwächer verbreiterten und flach- 
gedrückten Tarsen, die mit langen, schmalen und gleichbreiten 
Dorne bewehrten Schienen und auf den ersten Blick besonders durch 
die auffallend lange und ziemlich dichte und ungleiche schwarze 
Behaarung des ganzen Körpers, welche sich auffälligerweise selbst 
auf den Schenkeln und Schienen findet. Diese ungleich langen, 
schwarzen , sehr dünnen und hinfälligen Haare erreichen stellen- 
weise die Breite des Hinterleibes. 

Durch diese Merkmale unterscheidet sich die neue Gattung 
auch von sämtlichen übrigen verwandten Gattungen. 

Die Taster sind langgestreckt, das zweite Glied der Lippen- 
taster kürzer als das Endglied. 

Das erste Glied der Hintertarsen ist um die Hälfte länger 
als das letzte. 

Die Gattung ist bisher durch die folgende Art aus Neu- 
Guinea vertreten. 

1. Scelotrichus e leg ans nov. spec. 

Tiefschwarz , glänzend , die Flügeldecken goldig-purpurn bis 
grüngolden, die 3 letzten Fühlerglieder weifsgelb. 

Kopf beim cf breiter, beim $ etwas schmäler als der Hals- 
schild, breiter als lang , ziemlich gleichbreit mit kleinen Augen 
und sehr langen Schläfen, im Grunde äufserst fein und weitläufig 
punktiert, neben und hinter den Augen mit einer grofsen Anzahl 
von ziemlich kräftigen, ungleichen Punkten, die auf den Schläfen 
noch zahlreicher stehen. Die innere Begrenzung des kräftig 
punktierten Kopfteiles ist hinter den Augen schief nach innen 
gegen den Hals zu gerichtet. Fühler gestreckt, das dritte Glied 
länger als das zweite , von den folgenden die ersten doppelt so 
lang als breit, allmählich kürzer werdend, die vorletzten nicht quer. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken , wenig länger 
als breit, gewölbt , mit stark herabgebogenen Vorderecken , nach 
rückwärts deutlich verengt und etwas ausgebuchtet, mit ähnlicher 
Grundskulptur wie der Kopf, überdies mit 2 aus 4 mäfsig 
kräftigen Punkten bestehenden Dorsalreihen , beiderseits mäfsig 
fein , ungleichmäfsig , aber verhältnismäfsig dicht punktiert. Die 
Punkte in den Dorsalreihen sind oft ganz oder teilweise erloschen 

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild , quadratisch* 
fein und weitläufig punktiert. 

Hinterleib an der Basis der Tergite kräftig und dicht, sonst 
fein und weitläufig punktiert. 

Länge: 11 — 15 mm. 

Deutsch-Neuguinea: Schraderberg (2100 m, 22.— 31. V. 13, 
Kais. Augustafl. Exp., Bürgers). 



192 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Diplostietus Fauv. 

Diplosticus B ür g er si nov. spec. 

Wiewohl ich den bisher einzigen Vertreter der Gattung 
Diplostietus : Chenui Perroud nicht kenne , nehme ich doch keinen 
Anstand , das mir vorliegende Tier mit dieser Gattung zu ver- 
einigen , da dasselbe dieselbe eigentümliche Bildung der Tarsen 
besitzt, indem dieselben kurz, breit und niedergedrückt sind. 

Von Chenui mufs sich die neue Art allein durch die Färbung 
und Skulptur genügend unterscheiden. 

Tiefschwarz, der Kopf und Halsschild hellgrün , die Flügel- 
decken lebhaft kornblumenblau, die drei ersten Fühlerglieder, die 
Taster, Schienen und Tarsen rötlichgelb , das vierte bis siebente 
Fühlerglied schwarz , die letzten 4 Glieder weifsgelb , der ganze 
Körper stark glänzend. 

Kopf so breit als der Halsschild , breiter als lang , hinter 
den Augen schwach verengt , mit langen hinten verrundeten 
Schläfen, äufserst fein und weitläufig , hinter den Augen stärker 
und dicht punktiert, daselbst und am Hinterrande dicht schwarz 
behaart, zwischen den Augen quer, flach eingedrückt, mit einigen 
wenigen grofsen Augenpunkten am inneren Rande der Augen und 
hinter den letzteren. Die Fühler ziemlich gestreckt , das dritte 
Glied viel länger als das zweite, die folgenden länger, die vor- 
letzten kaum so lang als breit. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken , länger als 
breit , gewölbt , nach rückwärts stark , etwas ausgeschweift ver- 
engt, ebenso fein und weitläufig als der Kopf, seitlich und nament- 
lich gegen die Vorderecken zu, stärker und dichter punktiert und 
daselbst schwarz behaart , in der vorderen Hälfte jederseits mit 
4 in einer gebogenen Längsreihe stehenden Augenpunkten, welche 
sich an der Abgrenzung zwischen dem weitläufig und dem dicht 
punktierten Oberflächenteile, also ziemlich seitlich befinden. 

Flügeldecken quadratisch , etwas länger als der Halsschild, 
fein und ziemlich dicht punktiert. 

Hinterleib an der Basis des dritten bis sechsten Tergites 
tief und breit quergefurcht, die Furchen in der Mitte des vierten 
bis sechsten Tergites fast kielförmig wulstig erhoben , in den 
Vertiefungen grob und dicht, sonst fein und mäfsig dicht punk- 
tiert, seitlich und hinten dicht und lang schwarz behaart. 

Länge: 12 1 / 2 — 14 mm. 

Deutsch-Neuguinea : Hunsteinspitze (4. III. 13, Kais. Augustafl. 
Exp., Bürgers). 

Belonuchus Nordin. 
1. Belonuchus lividipes Fauv. 

Neu-Guinea. 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 193 

Leucitus Fauv. 

1. Leucitus amicus nov. spec. 

Dem Leucitus argyreus Fauv. an Gröfse, Färbung und Gestalt 
sehr ähnlich , jedoch auffallend schon durch die Färbung der 
Fühler verschieden. Diese sind nämlich bräunlich mit mehr oder 
minder dunkel rötlichgelben 4 ersten Fühlergliedern, während bei 
argyreus Fauv. die letzten 6 Glieder scharf abstechend gelblich- 
weifs, das erste Glied gelb mit rötlicher Spitze und die Glieder 
2 — 5 tiefschwarz sind. 

Die Punktierung des Kopfes ist ähnlich , wie bei argyreus 
Fauv. , jedoch überall deutlich weitläufiger , ungefähr die Mitte 
haltend zu der folgenden Art. 

Die Punktierung des Halsschildes ist die gleiche wie die 
der folgenden Art, also viel feiner und dreimal weitläufiger, die 
Dorsalreihen nur mit 4 Punkten. 

Die Beine sind mehr einfarbig rötlichgelb , ohne die bei 
argyreus scharf abgegrenzten Linien zwischen der hellgelben und 
schwarzen Färbung. 

Die Geschlechtsauszeichnung des d* ist kaum von argyreus 
verschieden. 

Länge : 12% mm. 

Ich erhielt von dieser Art bisher nur ein einziges, in etwas 
schlechtem Zustande befindliches Stück von Herrn Bang -Haas 
mit dem Fundorte: Neu-Guinea, Sekar, gesammelt von Kühn 1897. 

2 . Leucitus quadripunctatus nov. spec. 

Dem Leucitus argyreus Fauv. in der Gestalt und Färbung 
ebenfalls sehr ähnlich, jedoch sind an den Fühlern nur die letzten 
4 Glieder weifsgelb. Aufserdem ist das erste Glied nur an der 
Basis gelb, und die Silberbehaarung der Flügeldecken ausgedehnter. 

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind jedoch die 
Punktierung des Kopfes und des Halsschildes. 

Die Punktierung des Kopfes ist nämlich viel weitläufiger, 
was namentlich hinten sehr scharf hervortritt. 

In den Dorsalreihen des Halsschildes befinden sich nur je 
4 Punkte und die feinen Punkte sind noch viel feiner als bei 
argyreus und dreimal weitläufiger. 

Die Fühler sind kürzer als bei der vorigen Art und bei 
argyreus, die vorletzten Glieder nicht länger als breit. 

Sonstige Unterschiede habe ich vorläufig nicht feststellen 
können. 

Länge : 14 mm. 

Mir liegt nur ein einziges Stück . (?) aus Neu-Guinea (Sattel- 
berg) vor, das ich der Güte des Herrn Bang-Haas verdanke. 



194 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Hierher scheinen mir auch 2 von Moczkowski auf Neu- 
Guinea (Samberi) gesammelte , leider in recht schlechter Weise 
erhaltene Stücke aus dem vom Kgl. zool. Museum in Berlin mit- 
geteilten Material zu gehören. 

Tropiopterius nov. gen. 

In die Nähe von Mysolius Fauv. zu stellen, jedoch durch die 
gekielten Flügeldecken sofort zu unterscheiden, durch dieses Merk- 
mal auch von allen übrigen verwandten Gattungen scharf zu 
trennen : 

Kopf grofs , quer , die Schläfen unten nur ganz vorn unter 
den mäfsig grofsen Augen gerandet. An den Fühlern das erste 
Glied langgestreckt, fast so lang als die 4 folgenden zusammen- 
genommen , stark gebogen und gegen die Spitze erweitert , das 
zweite so lang als das vierte , weniger als halb so lang als das 
dritte , die vorletzten quer , das Endglied gröfser , einseitig aus- 
gerandet, zugespitzt. 

Mandibeln sehr lang, schlank, sichelförmig, mehr als doppelt 
so lang als der Kopf, im ersten Drittel mit einem Zahn. 

Die Maxillartaster sehr langgestreckt , die einzelnen Glieder 
an Länge und Dicke abnehmend , das Endglied etwas mehr als 
halb so lang als das dritte Glied, sehr schmal. Die Lippentaster 
sehr schmal und lang, fast gleichbreit, das Endglied ungefähr so 
lang als das vorletzte. Die Zunge gespalten. 

Halsschild breiter als lang, gewölbt, die obere Seitenrand- 
linie ist stark nach abwärts geschwungen und vereinigt sich vor 
den Vorderecken mit der unteren. 

Die Flügeldecken sind vor dem abschüssigen Seitenteile oben 
scharf gekielt , der Kiel ist etwas gebogen und endigt vor der 
Schulterbeule und hinten vor dem Hinterrande. 

Die Mittelhüften sind ziemlich weit voneinander getrennt, 
der Fortsatz der Mittelbrust setzt sich rückwärts bis fast zum 
ersten Viertel der Mittelhüften fort und ist nach hinten ver- 
schmälert , an der Spitze dreieckig ausgeschnitten und seitlich 
von der Hüfthohle durch keine Naht getrennt. 

Das erste Glied der Hintertarsen ist wenig länger als das 
Endglied. 

Tropiopterius purpuripennis n. sp. 

Tiefschwarz glänzend, die Flügeldecken lebhaft purpur-goldig, 
die Schultern, der breite herabgebogene Seitenrand und der schmale 
Spitzenrand metallischgrün, das erste Fühlerglied und die Beine 
mit Ausnahme der dunkeln Hüften hellgelb, das zweite bis vierte 
Fühlerglied, die Mandibeln und die Taster rostrot, die 3 letzten 
Fühlerglieder weifslichgelb. 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 195 

Kopf etwas breiter als der Halsschild , fast um die Hälfte 
breiter als bis zum Klypeus lang , zwischen den Fühlern mit 
kurzer Längsfurche, oberhalb der Fühlerwurzel je mit einem breiten, 
ziemlich tiefen Eindruck , welcher hinten durch eine fast halb- 
kreisförmige Naht begrenzt ist, neben und hinter den Augen mit 
einer Anzahl kräftig eingestochener Punkte, auf der Scheibe mit 
2 Querpunkten zwischen den Augen , überdies mit sehr feinen 
Pünktchen spärlich besetzt , im Grunde äufserst fein gestrichelt, 
wodurch jedoch der Glanz nicht beeinträchtigt wird. 

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, um ein gutes 
Stück breiter als lang, an den Seiten ziemlich gerade, nach rück- 
wärts deutlich verengt , mit verrundeten Hinterecken , auf der 
Scheibe mit 2 Dorsalreihen von 7 — 8 kräftigen Punkten, seitlich 
aufser den Randpunkten noch mit einer geringen Anzahl kräftiger 
Punkte. Schildchen grofs, tief und dicht punktiert, schwarz. 

Flügeldecken viel länger als der Halsschild , ziemlich fein 
und dicht runzlig punktiert und gelblich behaart. 

Hinterleib ziemlich stark und wenig dicht, längs der Mitte 
spärlich punktiert. 

Länge: 15 mm (ohne Kiefer). 

Ich besitze von dieser schönen Art nur 1 cf von Kapaur 
(Neu-Guinea , gesammelt von Fruhstorfer) , dessen fünftes Sternit 
seicht und dessen sechstes Sternit tief bogig ausgeschnitten er- 
scheint. 

Tribus : Tachyporini. 
üoproporus Kr. 

1. Co prop orus insularis nov. spec. 

Nach der Fauvelschen Bestimmungstabelle würde man auf 
die Art speculum Fauv. kommen. 

Von dieser mir unbekannten Art mufs sich die neue jedoch 
durch viel kleinere und breitere Gestalt und andere Färbung 
zweifellos unterscheiden. 

Hell pechbräunlich bis schmutzig gelbbraun, der Halsschild 
an den Seiten breit , am Vorder- und Hinderrande schmal gelb 
gesäumt, die Flügeldecken mit einer gemeinschaftlichen, die ganze 
Basis einnehmenden und sodann schief zur Naht streichenden 
grofsen dreieckigen gelblichen Partie , die bei den vorhandenen, 
vermutlich etwas unreifen 2 Exemplaren nicht scharf hervortritt. 

Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind glänzend glatt, ohne 
sichtbare Punktierung, letztere längs dem Seitenrande gleichmäfsig 
gewölbt, weder eingedrückt noch gefurcht. 

Hinterleib sehr fein , aber deutlich , und nur weitläufig 
punktiert. 



196 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Die Fühler sind gegen die Spitze verdickt , die vorletzten 
Glieder ziemlich quer. 
Länge: 2 x / 2 mm. 

2. Co p r o p o tu s Kuntzeni nov. spec. 

Durch die kräftige und dabei weitläufige Punktierung der 
Flügeldecken von allen übrigen bisher beschriebenen Coproporus- 
Arten aus Neu-Guinea sofort zu unterscheiden. 

Am nächsten ist die neue Art mit Copr. brunicollis Motsch. 
verwandt , unterscheidet sich aber auch von diesem leicht durch 
halb so kleine, nach vorn schwach verjüngte Gestalt und weniger 
weitläufige und viel feinere Punktierung der Flügeldecken hin- 
länglich. 

Der Käfer ist pechschwarz, die Ränder des Halsschildes und 
namentlich die Hinterecken, die Flügeldecken mit Ausnahme einer 
grofsen, dreieckigen Partie gegen die Seite zu , deren innere Be- 
grenzungslinie von dem Schulterwinkel bis in die Nähe des Naht- 
winkels reicht und die den Hinterrand freiläfst , endlich die 
Hinterleibssegmente am Hinterrande rötlich , die Beine , Taster 
und Fühler hell rötlichgelb. 

Kopf und Halsschild ist ganz unpunktiert, spiegelblank, die 
Flügeldecken längs der Seiten ohne Eindruck oder Furche. 

Länge: 2 x / 2 mm - 

3 . C opr o p orus clavicornis Fauv. 
Neu-Guinea. 

4 . Copr o p o r us dimidiatus Fauv. 
In einer Waldschlucht an einer Vogelleiche. 
Neu-Guinea. 

Tachinoäerus Motsch. 

1 . T a ch in o der us cy anip ennis Bernh. 
Madagaskar. 

Tribus : Bolitocharini. 
Stichostigma nov. gen. 

In die Tribus Bolitocharini gehörig und hier infolge der von- 
einander weit getrennten Mittelhüften, sowie den hinten breit 
abgestutzten Mittelbrustfortsatz in die Nähe von Brachida und 
Gyrophaena zu stellen , im Habitus mehr einer winzigen Silusa 
ähnlich, mit denen die neue Gattung auch die Bildung der Lippen- 
taster gemeinsam hat. 

Körper viel gestreckter als bei Brachida, ziemlich gewölbt. 

Kopf schmäler als der Halsschild, hinten nicht eingeschnürt, 
die Augen ziemlich grofs , die Schläfen unten scharf und voll- 
ständig gerandet , der Zwischenraum zwischen der Schläfenlinie 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 197 

und den Augen ziemlich schmalwulstig erhoben. Die Fühler 
ziemlich kurz, gegen die Spitze verdickt, das dritte Glied schmäler 
und kürzer als das zweite, das vierte Glied mäfsig, die folgenden 
allmählich stärker quer , die vorletzten fast doppelt so breit als 
lang , das Endglied länger als die 2 vorhergehenden zusammen- 
genommen. Die Oberlippe quer , vorn abgestutzt , seitlich ver- 
rundet. Die Kiefer kurz, ungezähnt. Die Innenlade der Maxillen 
ganz hornig , schmal und nur wenig dicht mit kurzen stachligen 
Zähnen gegen die Spitze und einigen wenigen Stacheln gegen die 
Mitte besetzt ; die Aufsenlade ebenfalls ziemlich schmal mit 
häutiger, dicht behaarter Spitze. Die Kiefertaster mäfsig schlank, 
das zweite Glied gegen die Spitze verdickt , das dritte Glied 
wenig länger und kaum dicker als das zweite , das schmale, 
pfriemenförmige Endglied mehr als halb so lang als das dritte 
Glied. Das Kinn ist trapezförmig , am Vorderrand stark bogig 
ausgeschnitten. Die Lippentaster sind weit vorgestreckt, undeut- 
lich zweigliedrig, borst enförmig, fast wie bei Silusa, die 2 Glieder 
ziemlich gleichlang , gegen die Spitze etwas verschmälert und 
schmal geschweift. 

Halsschild sehr kurz , die Epipleuren bei seitlicher Ansicht 
deutlich sichtbar, oben vor dem Hinterrande fast der ganzen Breite 
nach mit einer scharf eingegrabenen, und grob und tief punktierten 
Querfurche, in welche in der Mitte eine kurze, in der Halsschild- 
mitte erloschene Mittelfurche einmündet. 

Flügeldecken am Hinterrande innerhalb der Hinterecken sanft 
ausgerandet. 

Hinterleib nach rückwärts schwach verengt. 

Der Fortsatz der Mittelbrust ist breit , hinten breit abge- 
stutzt, die Mittelhüften voneinander weit getrennt. 

Die Vorder- und Mitteltarsen viergliedrig , die Hintertarsen 
fünfgliedrig . das erste Glied der Hintertarsen nur wenig länger 
als das zweite. 

Die einzige bisher bekannte Art der Gattung wurde unter 
abgefallenem Laube und an einer Vogelleiche aufgefunden. 

S tick ostig ma D ahli nov. spec. 

Rötlichgelb, ziemlich glänzend , ziemlich dicht gelb behaart, 
die Beine hellgelb. 

Kopf viel schmäler als der Halsschild , quer sehr fein , un- 
deutlich und spärlich punktiert, die Schläfen kurz. 

Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken , mehr als 
doppelt so breit als lang , nach vorn ziemlich , nach rückwärts 
kaum verengt, mit scharfen, fast rechtwinkligen Hinterecken, sehr 
fein, undeutlich und weitläufig punktiert. 



198 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Flügeldecken deutlich länger als der Halsschild , im Grunde 
äufserst fein , kaum wahrnehmbar punktiert , überdies mit einer 
gröfseren Anzahl grober , tiefer unregelmäfsig zerstreuter Punkte 
besetzt. 

Hinterleib an der Basis der 4 ersten freiliegenden Tergite 
quer gefurcht, vor der Furche mit einer scharfen, an den Seiten 
zurückgebogenen Querkiellinie. 

Länge: l 1 ^ — 1 3 / 4 mm. 

Beim o* ist der Hinterrand des achten Tergites schwach 
gekerbt. 

Homalota Mannh. 

1. Homalota er ihr um Fauv. 

So weit mir Aufzeichnungen Dahls vorliegen , wurde diese 
Art, die ziemlich häufig zu sein scheint, in waldigen Schluchten 
an ausgelegten Vogelleichen und faulen Bananen erbeutet. 

Neu-Guinea. 

2. Homalota pectinalis Fauv. 

Neu-Guinea. 

Diestota ßey. 
1. Diestota foliorum nov. spec. 

In der Gestalt der Diestota testacea Kr. ziemlich ähnlich, jedoch 
nur halb so grofs , mit viel schmälerem Vorderkörper. Durch 
mikroskopische Untersuchung der Mundteile und Tarsenzahl habe 
ich mich von der Zugehörigkeit der Art zu dem Genus: Diestota, 
in welches sehr viele fremde Elemente aufgenommen worden sind, 
überzeugt. 

Einfarbig gelb, wenig glänzend, gelb behaart. 

Kopf viel schmäler als der Halsschild , quer , äufserst fein 
und ziemlich dicht punktiert , mit ziemlich kleinen Augen , die 
Schläfen hinter denselben wohl entwickelt , fast so lang als der 
Längsdurchmesser der Augen, parallelseitig, unten nicht gerandet. 
Fühler gegen die Spitze stark verdickt, das dritte Glied schmäler 
und kürzer als das zweite , das vierte schwach , die folgenden 
allmählich stärker quer , die vorletzten fast doppelt so breit als 
lang, das Endglied so lang als die 2 vorhergehenden zusammen. 

Halsschild um ein gutes Stück schmäler als die Flügeldecken, 
kürz , doppelt so breit als lang , vor der Mitte am breitesten, 
nach rückwärts ziemlich geradlinig verengt, mit stumpfwinkligen 
Hinterecken, vor dem Schildchen mit einem kleinen Quergrübchen, 
nicht allzu fein und dicht punktiert. 

Flügeldecken länger als der Halsschild , am Hinterrande 
innerhalb der äufseren Ecken stark ausgerandet, ähnlich wie der 
Halsschild punktiert. 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 199 

Hinterleib nach rückwärts meist etwas erweitert , fein und 
weitläufig punktiert, glänzender als der Vorderkörper. 
Länge: l 1 ^ — 2 mm. 
Aus Waldlaub gesiebt in der Umgebung Ralum (August 1896). 

2. Diestota testacea Kr. 
Weit verbreitet. Ost-Indien, Java, Philippinen, Seychellen, 
Südfrankreich. 

Tribus : Myrmedonüni. 
Tachy-usa Er. 
1. T achyus a divisa Fauv. 
Neu-Guinea, Celebes. 

Thamiaraea Thoms. 

1. Thamiaraea insigniventris Fauv. 

Wie es scheint , eine häufige Art , welche u. a. an faulen 
Bananen und toten Vögeln in waldigen Gegenden stellenweise 
zahlreich aufgefunden wurde. 

Neu-Guinea, Celebes. 

2. Thamiaraea cavicola Fauv. 
Neu-Guinea. 

Atlieta Thoms. 

1 . Atheta b as alis Fauv. 
An faulen Bananen und toten Vögeln in schattigen Wald- 
schluchten öfter gefangen. 
Neu-Guinea. 

2. Atheta lacrimalis Fauv. 

An gleichen Orten, ebenfalls stellenweise zahlreich. 
Neu-Guinea. 

Vielleicht nur eine grofse , gröber skulptierte Form der 
vorigen. 

3. Atheta (Philhij gr a) sulcatula nov. spec. 

Von Atheta unituberculata m. , mit welcher sie die Gröfse und 
den Habitus ziemlich gleich hat , durch das Fehlen des Metall- 
glanzes und die gut hervortretende Mittelfurche am Halsschilde 
sofort zu unterscheiden. 

Aufserdem sind die Fühler weniger kurz und weniger gegen 
die Spitze verdickt, die vorletzten Glieder weniger quer, die 
Punktierung mehr als doppelt so dicht , der Halsschild und die 
Flügeldecken daher viel matter. 

Die Punktierung namentlich auf letzteren ist so fein und so 
dicht, dafs sie fast chagrinartig aussieht. 



200 Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1915. 

Beim d* fehlt das Tuberkelchen am siebenten Tergit , das 
achte Sternit ist nach rückwärts vorgezogen und rückwärts stark 
verschmälert. 

Die Färbung ist beiläufig die der europäischen vaga Heer 
(melanocera Thoms.). — 

Länge : l 1 / 2 mm. 

Deutsch-Neuguinea (Kais. Augustafl. Exp., Juli 1912, Bürgers). 

4. Atheta (Philhygra) unitub er cu lata nov. spec. 

In der Gestalt der Atheta palustris Kiesw., in dessen nächste 
Nähe die neue Art zu stellen ist. sehr ähnlich , jedoch kleiner, 
durch den kupfrigen Glanz des Vorderkörpers und die Geschlechts- 
auszeichnung des o* sofort zu erkennen. 

Pechschwarz, der Vorderkörper mit schwarzem, aber immer- 
hin deutlich sichtbarem Kupferglanz, die Wurzel der bräunlichen 
Fühler, die Taster und Beine gelb. Bei unausgefärbteren Stücken 
ist der Körper mehr oder minder heller, bei solchen Stücken ist 
der Kupferglanz nicht mehr deutlich wahrzunehmen. 

Kopf mäfsig schmäler als der Halsschild , äufserst fein und 
weitläufig, schwer wahrnehmbar punktiert, glänzend; die Augen 
grofs , die Schläfen deutlich entwickelt und unten rückwärts ge- 
randet. Fühler gegen die Spitze verdickt, das dritte Glied etwas 
schmäler und kürzer als das zweite, das vierte quer, die folgenden 
allmählich an Breite zunehmend , die vorletzten um die Hälfte 
breiter als lang, das Endglied so lang als die 2 vorhergehenden 
zusammengenommen. 

Halsschild um ein gutes Stück schmäler als die Flügeldecken, 
etwa um ein Drittel breiter als lang , an den Seiten ziemlich 
gleichmäfsig gerundet , in der Mitte meist mit einem schwachen 
Eindruck , äufserst fein und weniger weitläufig als der Kopf 
punktiert, glänzend. 

Flügeldecken kaum um ein Viertel länger als der Halsschild, 
sehr fein und ziemlich dicht punktiert, ziemlich glänzend. 

Hinterleib ziemlich gleichbreit , an der Wurzel der ersten 
3 freiliegenden Tergite quer gefurcht, sehr fein und wenig dicht, 
hinten spärlich punktiert. 

Länge: l 1 /^ — l x / 2 mm. 

Beim <? besitzt das siebente Tergit vor dem Hinterrande in 
der Mitte ein kräftiges Höckerchen , das achte ist hinten ab- 
gesteckt, das sechste Sternit nicht vorgezogen. 

Zahlreich gesammelt. An faulen Bananen und toten Vögeln. 

5. Atheta (Philhygra) aerea nov. spec. 
Der vorigen Art systematisch sehr nahestehend und von 



Bernhauer, Beitrag zur Staphylinidenfauna von Neu-Guinea. 201 

derselben nur durch mehr als doppelt so grofse, robustere Gestalt 
und etwas andere Bildung der Fühler und der Geschlechtsaus- 
zeichnung des (f verschieden. 

Die Farbe ist ungemein ähnlich und zeigt ebenfalls den 
leichten Kupferglanz des Vorderkörpers wie die vorige Art. 

Die Fühler sind etwas länger, das dritte Glied kaum kürzer 
und kaum schmäler als das zweite, der Kopf ist dichter punktiert, 
weniger glänzend, die Flügeldecken fast etwas kürzer. 

Beim cf ist das Höckerchen am siebenten Tergit viel kleiner 
und weiter vom Hinterrande abgerückt, das sechste Sternit ist 
nach rückwärts dreieckig verjüngt und etwas vorgezogen. 

Länge : l 3 / 4 — 2 mm. 

Trotz der verhältnismäfsig wenigen Unterscheidungsmerkmale 
halte ich den Käfer mit Rücksicht auf die Gröfsenunterschiede 
für spezifisch verschieden von unituberculata , zumal die beiden 
Arten am selben Fundorte gefangen wurden, ohne dafs Übergänge 
vorhanden sind. 

6. Atheta (Ceritaxa) Dahli nov. sp. 

Durch die Bildung der Fühler, die Färbung und die Geschlechts- 
auszeichnung des ö* leicht kenntlich. 

Rötlichgelb , wenig glänzend , der Kopf und ein Gürtel vor 
der Hinterleibsspitze schwärzlich , die Fühler bis auf die gelbe 
Basis bräunlich. 

Kopf schmäler als der Halsschild, sehr fein und wenig dicht 
punktiert, glänzend, die Augen ziemlich grofs , die Schläfen viel 
kürzer als deren Längsdurchmesser, unten gerandet. 

Fühler dick , das dritte Glied wenig kürzer als das zweite, 
das vierte bereits stark quer, die folgenden bis zum zehnten fast 
gleichgebildet, mehr als um die Hälfte breiter als lang, das End- 
glied so lang als die 2 vorhergehenden zusammengenommen. 

Halsschild fast so breit als die Flügeldecken , stark quer, 
fast doppelt so breit als lang, an den Seiten sanft , fast gleich- 
mäfsig gerundet, sehr fein und dicht punktiert, ziemlich matt. 

Flügeldecken wenig länger als der Halsschild , ähnlich wie 
dieser skulptiert. 

Hinterleib gleichbreit, glänzender als der Vorderkörper, fein 
und mäfsig dicht, hinten weitläufig punktiert. 

Länge: l 1 / 2 mm. 

Beim <? ist das achte Tergit hinten abgestutzt , sehr fein 
gezähnelt und seitwärts in einen dünnen Dorn ausgezogen. 

7. Atheta mg atipenn is Kr. 
An faulen Bananen und toten Vögeln in waldigen Schluchten. 
Ceylon. 



202 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Aleochara Grav. 

1. Aleochara puberula Klug. 
Eine kosmopolitische, über alle Weltteile verbreitete Art. 

2. Aleochara rutilipennis Kr. 

Ceylon. 

3. Aleochara ex c e Ileus nov. spec. 

Im Habitus mit Aleochara curtula Goeze übereinstimmend, 
und auch sonst sehr nahe mit ihr verwandt, meist etwas kleiner 
und durch die Färbung sehr leicht kenntlich. 

Schwarz , glänzend , die Flügeldecken rot , eine sehr breite, 
fast mehr als die Hälfte der Oberfläche einnehmende Längspartie 
an der Naht , welche sich gegen die Basis zu , noch etwas er- 
weitert, schwarz, die Seiten des Halsschildes namentlich vorn und 
die Hinterleibspitze rötlich , die Fühler und Taster rostrot , die 
Beine lebhaft rötlichgelb. 

Kopf halb so breit als der Halsschild , grob und weitläufig 
punktiert, mit grofsen Augen , die rückwärts nur kurze Schläfen 
freilassen. Fühler keulig verdickt , die vorletzten Glieder mehr 
als doppelt so breit als lang. 

Halsschild fast so breit als die Flügeldecken am Hinterrande, 
um ein Drittel breiter als lang , viel weniger kräftig aber viel 
dichter als der Kopf und stellenweise runzlig punktiert, auf der 
Scheibe mit 4 mäfsig gröfseren in einem Rechteck angeordneten 
Punkten. 

Flügeldecken kürzer als der Haischild , kaum stärker , aber 
viel dichter als der Halsschild, rauh punktiert. 

Hinterleib gegen die Spitze verjüngt, grob und mäfsig dicht, 
fast gleichmäfsig punktiert. 

Länge : 5 — 9 mm. 

An Vogelkadavern im Hochwald bei Kabakaub (August 1896), 
Umgebung Ralum. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 203 

Sitzungsberichte. 

Sitzung vom 18. I. 15. — - Diester weg, Fässig, 
Hanne mann und Heinrich legen die Lygris populata L. ihrer 
Sammlung vor mit der f. musauaria. Letztere ist in mehreren 
Exemplaren vertreten , die noch einfarbiger sind als Marschners 
„f. binden". Ein kleines von Hanne mann aus einer im Ober- 
harz gefundenen Raupe gezogenes $ ist auf Vorder- und Hinter- 
flügeln fast einfarbig schwarzbraun. Im allgemeinen seien die 
Tiere in tiefer gelegenen Gegenden gröfser und heller als die im 
Gebirge, was man z. B. im Harz gut beobachten könne. F. mu- 
sauaria sei relativ selten. Ein Berliner Stück der Form liegt 
nicht vor, trotzdem sie Bartel und Herz für das Gebiet angeben. 
F ä s s i g hat auf Bornholm und Petersdorff bei M i s - 
d r o y die Art auf ganz dürrem Grasboden gefangen. Heinrich 
hat Larentia salicata Hb. aus seiner Sammlung mitgebracht. Ver- 
treten sind und werden vorgezeigt die Nominatform aus A i r o 1 o , 
dem oberen E n g a d i n und dem Brenner, die f. ferraria H. S. 
vom Brenner, die namentlich in Gossensafs in schönen 
Stücken erbeutet wurde, ferner die Subspezies ablutaria B., welche 
in D i g n e die herrschende Form darstellt. Daneben fliegt dort 
nur noch die f. probaria H. S., jedoch nur vereinzelt. Es wurde 
davon bei mehreren Besuchen in 5 verschiedenen Jahren nur 
1 Stück erbeutet , während die Nominatform daselbst gar nicht 
beobachtet wurde. Der Falter ist an den Orten seines Vor- 
kommens sehr häufig und besucht gern das Licht , kann aber 
auch am Tage bequem an Felsen sitzend gefangen werden. 
P. Schulze macht auf einen Unterschied im Bau der d* c? Fühler 
bei Larentia salicata Hb. und ihrer Subspezies ablutaria B. 
aufmerksam. Er hat 5 salicata und 6 ablutaria cfcf, die ihm von 
Heinrich zu diesem Zwecke übergeben wurden, auf anatomische 
Unterschiede hin untersucht. Der Genitalapparat stimmt bei beiden 
überein, weist aber geringe individuelle Verschiedenheiten auf. 
Dagegen fand sich ein sehr deutlich schon mit blofsem Auge wahr- 
nehmbarer Unterschied im Bau der Fühler. Diejenigen von ablutaria 
sind — und zwar bei den untersuchten Tieren konstant — weit 
stärker gefiedert als die salicata-Fühler (s. Abb. p. 204). Genaue bio- 
logische Untersuchungen müfsten lehren, worin dieses bei Unterarten 
von Schmetterlingen ungewöhnliche Verhalten seinen Grund hat. An 
den weiblichen Fühlern liefsen sich keine Unterschiede feststellen. 
Blume legt ein Pärchen von Chrysophanus dispar rutilus Werneb. 
aus der Duberow vor, das in der Grundfärbung weit heller ist 
als Exemplare aus Finkenkrug, und die weifsliche, bei uns seltene 
Nominatform von Drymonia trimacula Esp. nebst der häufigeren f. do- 

Deuteche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft II. 14 



204 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



clonaea Hb. , beide aus Finkenkrug. Petersdorff bemerkt , dafs er 
vor Jahren im August an letzterem Fundort Ch. rutilus in einer 
kleinen und helleren Form als im Mai angetroffen habe ; offenbar 
handelte es sich um Stücke einer teilweisen zweiten Generation, 
die ja von Berliner Sammlern in der Gefangenschaft öfter erzielt 
werde. Bischoff zeigt ein Pärchen des mehr westdeutschen 
Trichius zonatus galltcus Heer vor, das er Anfang Juni 1899 
an blühendem Rhabarber bei Wiesenburg i. M. gefangen habe. 
Die Art ist neu für Brandenburg-. Ferner gibt er eine neue 
deutsche Art der Ichneumonidengattung Coleocentrus herum, die er 
in unserer Zeitschrift beschreiben wird (s. D. E. Z. 1915 p. 75). 





o* Fühler bei 8facher Vergröfserung 
a) von Larentia ablutaria B. b) von Larentia salicata Hb. 



Er richtet die dringende Bitte an die Mitglieder, gezogene Ichneu- 
moniden nicht fortzuwerfen, sondern ihm mit Angabe des Wirtes 
zuzustellen. Seiner Bitte schliefst sich Grünberg für die 
Schmarotzerfliegen an. P. Schulze macht auf eine Flüssigkeit auf- 
merksam, die sich zum Konservieren von Gallen, von an Pflanzen- 
teilen sitzenden Scliildläusen usw. sehr gut bewährt hat. Sie besteht 
aus einer Mischung von 200 ccm Glyzerin, 200 ccm destilliertem 
Wasser und 1 g kristallisierter Karbolsäure. Gegenüber Alkohol 
und Formol hat sie grofse Vorteile. Die Objekte werden nicht 
im geringsten brüchig, das Chlorophyll wird nur schwach ausge- 
laugt und die Lösung verdunstet sehr schwer. Er legt einen auf 
diese Weise trefflich erhaltenen Stengel von Hieraciwn umbellatum L. 
mit einer Galle von Aulacidea Meracii Htg. vor, die im Juli 1908 am 
Bogensee (Niederbarnim) gefunden wurde. Es empfiehlt sich, die 
Flüssigkeit einige Zeit nach der Konservierung zu wechseln. Auch 



Sitzungsberichte. 205 

zur Konservierung von Larven, die man später zergliedern will, leistet 
sie hervorragende Dienste und ist besonders auch in den Tropen 
zu empfehlen. Gröfsere Objekte sind dabei etwas anzustechen, 
um ein besseres Eindringen der Lösung zu ermöglichen. h a u s 
berichtet über die schlechten Erfahrungen , die er mit Formol in 
Südamerika gemacht hat. Aufser dem unangenehmen Arbeiten 
damit und der Sprödigkeit, die es den Objekten verleiht, zersetze 
es sich sehr leicht und die entstehende Ameisensäure löse den 
Kalk in den Objekten, z. B. in Schneckenschalen und in manchen 
Schildläusen, auf. Heinrich hat bei D i g n e in Südfrankreich 
die braune Form von Mantis religiosa L. in grofser Zahl neben 
der grünen angetroffen , im Gegensatz zu Hedicke, der bei 
G renoble nur die grüne fand (cf. Ramme, Berl. Ent. Zeitschr. 
58, 1913 p. 11). P. Schulze berichtet zum Schlufs kurz über 
seine Arbeit : Studien über tierische Körper der 
Carotin-Xanthophyllgruppe II (Sitzungsberichte Ges. 
naturf. Freunde Berlin 8/9 1914, über den ersten Teil cf. Ref. 
in D. E. Z. 1913 p. 584 — 86). Er hat bei einer Nachuntersuchung 
seine früheren Resultate über die Bildung des eigentümlichen 
Carotingewebes in den Flügeldecken der Chrysomeliden bestätigt 
gefunden : Nach dem Schlüpfen der Tiere Einwandern freier Zellen, 
lebhafte Vermehrung derselben, Bildung eines besonderen Gewebes, 
in dem an Fett gebunden oder nicht, ein Körper aus der gelben 
Componente des Blattgrüns, ein Carotinoid, gespeichert wird und 
fettige Degeneration des Gewebes in der Geschlechtsperiode. Neu 
fand er , dafs die Zellen von feinsten spiralfaltenlosen Tracheen- 
kapillaren , die auch in die Zellen , ja sogar in die Kerne ein- 
dringen, in so starkem Mafse von allen Seiten umgeben sind, wie 
wir es sonst kaum in einem zweiten Falle kennen. Durch chemische 
Untersuchungen steht fest , dafs die Carotinoide ca. 40°/ ihres 
Volumens an Sauerstoff aus der Luft aufnehmen können ; es ist 
daher sehr wahrscheinlich , dafs dies auch in dem Gewebe statt- 
findet und dafs die feinsten Tracheenröhrchen der Zuführung von 
Luft dienen , aus der dann der Sauerstoff aufgenommen und dem 
Stoffwechselprozefs nutzbar gemacht wird. Unentschieden sei noch, 
ob es sich um mit der Nahrung aufgenommene, in den Zellen nur 
wieder ausgeschiedene oder von den Tieren, wenn auch vielleicht 
auf Grund aufgenommenen Materials, neugebildete Carotine handle. 
Schumacher weist auf von ihm bei Hemipteren , z. B. bei 
Piezodorus lituratus F. , gemachte Beobachtungen hin , die mit den 
geschilderten Vorgängen in gewisser Beziehung stehen könnten (cf. 
Abh. Ver. naturw. Unterhalt. Hamburg 1914 p. 222). Die Grund- 
farbe der Art ist grün und beruht vielleicht auf einem Chlorophyll- 
derivat. Mit fortschreitender Jahreszeit werden allmählich die 

14* 



206 Deutsch. Ent. Zeilschr. 1915. 

Tiere braun , um in diesem Zustande zu überwintern. Im Früh- 
jahr findet eine Rückfärbung nach grün statt. Hier scheint es 
demnach so , als ob der grüne Farbstoff direkt von der Pflanze 
übernommen würde. P. Schulze erwidert darauf , dafs diese 
Beobachtung noch nicht ausschlaggebend sei. Wenn der betreffende 
Stoff ähnlich wie die Carotinoide als Speicherstoff dienen sollte, 
so könnte er im Herbst verbraucht werden und dabei die Um- 
färbung erleiden , so würde z. B. das in den Entodermzellen bei 
manchen Süfswasserpolypen gespeicherte Carotinoid bei Nahrungs- 
mangel braun, da es von den Tieren abgebaut würde. — Nach der 
Futteraufnahme im Frühjahr könnte dann der grüne Stoff wieder 
neu gebildet und gespeichert werden. Bei ähnlichen Umfärbungen 
seien natürlich als nicht hierher gehörig diejenigen Fälle auszu- 
schalten , wo der Farbwechsel durch gegenseitige Überlagerung, 
Wanderung usw. der in der Epidermis liegenden Pigmentkörner 
hervorgerufen würde. h a u s weist darauf hin, dafs die in den 
südamerikanischen Anden nördlich der chilenischen Wüste in 
Höhen bis nahezu 3000 m lebenden Arten der Gattung Platycoelia 
kräftig entwickelte Kauwerkzeuge und eine grüne Färbung be- 
sitzen mit gelben Rändern und Rippenstreifen , ähnlich wie ganz 
frische Eicheln, die Arten der zunächst verwandten Gattung 
Leucopelaea dagegen, die in Ecuador und Peru nahe der Vegetations- 
grenze , 3500 — 4500 m, vorkommen, verkümmerte Kauwerkzeuge 
und eine schale, bräunlichgelbe Färbung, wie trockne 
Eicheln. Hanne mann endlich erinnert an die Raupe von 
Apatura ilia Schiff. , die bei der Überwinterung braun , im Früh- 
jahr wieder grün werde; B i s c h o f f an die winterliche Verfärbung 
mancher Exemplare von Chrysopa, die, wie P. Schulze bemerkt, 
sämtlich der allein überwinternden Art Chrysopa vulgaris Schneid, 
angehören. 

Sitzung vom 1. II. 15. Wauach legt die farbenprächtige 
Tortricide Argyroploce siderana Tr. vor, die er am 26. VI. 09 

bei Potsdam erbeutet hat. Die Art ist neu für Brandenburg ; 
er teilt ferner mit , dafs er das bisher nur in zwei weiblichen 
Exemplaren aus der Mark bekannt gewordene Sympetrum striolatum 
(Charp.) (Zechlinerhütte 28. VII. Le Roi B. E. Z. 56, 1911 p. 106) 
in einem Pärchen am 25. IX. 10 ebenfalls bei Potsdam ge- 
fangen habe. Grein er demonstriert einen Carabus septemcarinatus 
Motsch. , im Juli 1914 in Grofs - Belitz bei Nauen gefangen. 
Das Exemplar ist etwas kleiner als asiatische Stücke. Wahr- 
scheinlich ist es mit importierten Pflanzen eingeschleppt worden. 
Im Anschlufs hieran machen weitere Mitteilungen über einge- 
schleppte Coleopteren K u n t z e n , dem ein Carabus monilis scheidleri 



Sitzungsberichte. 207 

Panz. typ. aus dem Treptower Park, und Ulrich, dem 
ein C. splendens Oliv, aus Neustrelitz vorgelegen hat, der in 
der Nähe eines forstlichen Versuchsgartens gefangen wurde. 
W u n d s c h weist auf die Flöfserei als einer Gelegenheit zur 
Verschleppung aller möglichen Tiere hin. Rangrnow hat im vorigen 
Jahr bei Reinickendorf 3 ihm unbekannte Raupen gefunden. 
Die Puppen ergaben die südeuropäische Leucanitis stolida F., 
die bei Berlin bisher nie beobachtet, dagegen schon in Budapest 
und in England als Zugtier gefangen wurde. K u n t z e n be- 
merkt, dafs in manchen Fällen auch ein Aussetzen durch hiesige 
Sammler anzunehmen sei , so sei z. B. Papilio podaürms L. bei 
Rüdersdorf vor Jahren von Präparator Heyn ausgesetzt worden 
und in letzter Zeit ist dies, wie Blume hervorhebt, von anderer 
Seite wiederum geschehen. P. Schulze weist auf die Syntomis 
phegea L. in Finkenkrug hin, die erst von Streckfufs dort 
ausgesetzt sein soll. Kuntzen legt dann eine Reihe von Käfern 
mit eigentümlichen Fühlerbildungen vor. Die seltenen Fälle, wo 
eine sehr grofse Anzahl von Fühlergliedern vorhanden sind , de- 
monstriert er anPrioniden (Brachyprionas , Polyarthron) und 
Lampyriden (Amydetes). Die wunderlichsten Fühlerbildungen 
bei Käfern dürften die der amerikanischen Malacodermen- 
Gattung Phengodes sein ; bei ihr sind die Enden der Fühlerglieder 
beiderseits zu langen Fortsätzen erweitert , die am Ende etwas 
einwärts gerollt sind. B e 1 1 i n g spricht über den Karwendel- 
Apollo. Sein Vortrag wird gesondert in unserer Zeitschrift 
erscheinen. Heyne demonstriert das interessante Homopteron 
Pterodictya ephemera Burm. aus Costa Rica mit starken faden- 
förmigen Wachsausscheidungen am Hinterleib. Er legt ferner 
neben anderer entomologischer Literatur die neuesten Lieferungen 
des S e i t z sehen Werkes vor , das trotz des Krieges ziemlich 
regelmäfsig weiter erscheint. P. Schulze legt 2 seltene mär- 
kische Goldwespen vor: 1. Cleptes semiaurata L. schmarotzt bei 
Nematus-Arten und tritt gewöhnlich nur vereinzelt auf; am 25. VII. 
1914 war die Art dagegen am Lanker See bei Bernau auf 
Erlen und Schilf sehr zahlreich. 2. Hedychrum coeruleum Shuck. 
sehr selten , Wirt anscheinend unbekannt , wahrscheinlich wohl 
Grabronide, auf ödem Sandterrain am 31. VII. 10 bei Straus- 
berg gefangen. P. Schulze spricht dann über Stenolophiis mioctus 
Herbst und St, intermedius Fiori. In der Riv. Col. Ital. XII 
1914 p. 177 beschreibt Fiori einen neuen italienischen Stenolophus 
als St. intermedius. Er soll dem St. mixtus Herbst nahe stehen, sich 
aber nach dem Autor von diesem durch das Halsschild unter- 
scheiden. Während es bei mivtus deutlich länger als breit und 
schmäler als die Elytren sei , ist es bei intermedius quadratisch 




208 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

und von der Breite der Flügeldecken. In der Färbung entspreche 
die neue Art der f. Ziegleri von St. mivtus. Möglicherweise sei 
der echte Carabus Ziegleri Panz., dessen Originalbeschreibung ihm 
nicht zugänglich sei, identisch mit seiner n. sp. und verschieden 

von der Ziegleri genannten Varietät 
der Autoren. Wie aus beistehender 
vergröfserter Original - Abbildung 
und der Diagnose Panzers (Fauna 
Germ. 118, 8) hervorgeht, ist C. 
Ziegleri bisher richtig gedeutet 
worden , der neue intermedius also 
nicht identisch mit ihm: „Carabus 
Ziegleri. Der Zieglersche Laufkäfer. 
Oblongus ater thorace quadrato, 
thoracis coleoptrorumque limbo, pe- 
dibusque flavis. Habitat in Austria. 
Caput atrum nitidum: antennarum 
basi palpisque pallidis. Antennae 
nigrae. Thorax ater nitidus, 
margine utrinque laterali flavo : 
/ Elytra atra nitida striata ; striis 

laevibus : margine utrinque late- 
rali fusco. Pedes pallidi. Corpus 
subtus atrum." Die von Fiori mivtus genannte italienische Art 
ist aber offenbar nicht mivtus Herbst , denn bei unseren Stücken 
ist das Halsschild quadratisch, eher breiter als lang und keines- 
Avegs „evidemente piü lungo che largo". Die Breite der Elytren 
erreicht es dagegen nicht. Ferner legt P. Schulze Saperda scalaris L. 
aus der Jungfernheide vor , wo sie auf den Gatterzäunen nicht 
selten ist, und die blaugraue S. sc. hieroglyphica Pallas aus Nord- 
1 a p p 1 a n d. Nach den Angaben Rangnows kommt diese Form 
dort allein vor , stellt also eine Unterart dar ; sie lebt in Betida 
odorata Bechst. Die Pallassehen Stücke aus Sibirien im 
Königl. Museum stimmen mit den von Rangnow gesammelten 
überein. Zum Schlufs bemerkt er , dafs sich unter den in der 
Sitzung vom 7. XII. 14 vorgelegten Melasoma XX-punctatum Scop. 
f. IV-punctata P. Seh. aufser den bisher bekannten 3 ?$ (1911) 
1 im Juni 1914 ebenfalls in Finkenkrug gefangenes d* be- 
funden habe. Er halte es aus dem Grunde für wichtig , dies 
nachzutragen, da es bei neuaufgetretenen Formen oft von grofsem 
Wert sei , das Geschlecht der zuerst beobachteten Exemplare zu 
kennen , ob sie zunächst etwa nur in einem — dann gewöhnlich 
dem männlichen — oder sogleich in beiden auf der Bildfläche 
erschienen seien. 



Sitzungsberichte. . 209 

Sitzung vom 15. IL 15. — Flach (Aschaffenburg) berichtet 
über ein erfolgreiches Verfahren zum Fang winziger Bliudstaphyli- 
niden , das er am Monte Maggiore in I s t r i e n erprobt 
habe. In den dortigen D o 1 i n e n , jenen kleinen mit Steinen 
eingehegten Stellen bebaubaren Bodens in dem sonst unfrucht- 
baren Karst , sammelt sich eine tiefe Schicht wie Schnupftabak 
aussehender Humus , entstanden durch Verwesung von Blättern, 
die von einzelnen krüppligen Buchen dort hineinfallen. Diese 
braune Masse wurde durchgesiebt, der im Sieb verbliebene Rück- 
stand in Beuteln mitgenommen und später auf Wasser geschüttet. 
Die schweren Partikelchen sinken zu Boden, während die Käferchen 
mit dem feinsten Staub zusammen auf der Oberfläche schwimmen. 
Man fischt darauf den Wasserspiegel mit einem feinen Plankton- 
netz ab und trocknet ihn auf Porzellantellern in der Sonne. Sehr 
bald sieht man dann die Tierchen herumkriechen. Besonders fällt 
ein gelbes larvenähnliches Tier auf, Leptotyphlus. Schumacher 
bemerkt, dafs er beim Aussieben von Dolinen in Montenegro 
und Albanien ebenfalls sehr gute Erfolge erzielt habe. Bischoff 
erwähnt, dafs man bei Berlin, z. B. bei Picheisberge, den 
seltenen Staphyliniden Euaesthetas ruficapillus Boisd. sehr häufig 
unter Erlen- und Weidenlaub sieben könne. Beiring hat in Berlin 
eine zweite Generation von Syntomis pJiegea L. aus Südtirol 
erzogen. Dort sind die Falter im Juni und Anfang Juli in grofser 
Zahl anzutreffen, verschwinden aber sehr schnell im ersten Drittel 
des Juli , ihre Stelle nimmt dann Anthrocera ephialtes f. trigonellae 
Esp. ein. S. phegea legt die halbkugligen fein getüpfelten gelblichen 
Eier sehr leicht ab, und zwar in Häufchen. Die Raupen schlüpften 
Ende Juli. Als Futter erhielten sie Löwenzahn , Wegerich und 
Nessel. Ende September waren sie noch nicht halb erwachsen. 
Von da an wurden sie am warmen Ofen weiter gezogen. Ende 
Oktober waren sie 1,5 — 2 cm lang; da sie kein Futter mehr 
annahmen , wurden sie zum Überwintern ins Freie gestellt. Ein 
Exemplar hat sich noch im Herbst verpuppt. Die Verpuppung 
erfolgte in einem lockeren mit Haaren untermischten Gespinst. 
Der Falter schlüpfte am 5. November. Die übrigen 
überwintern. Ferner zeigt B e 1 1 i n g ein sehr interessantes Exem- 
plar von Anthrocera lonicerae Scheven mit nur je einem Fleck am 
Apex der Vorderflügel , das er in der D. E. Z. abbilden wird. 
Blume legt 2 Kästen paläarkti scher Satyr iden aus seiner 
nach biologischen Gesichtspunkten angelegten Sammlung vor. Neben 
den Faltern sind alle Entwicklungsstadien und die Futterpflanzen 
in vorzüglicher Präparation vertreten. M i n c k zeigt die in Heft I 
der D. E. Z. beschriebenen Oryctes-Formen vor, Bischoff spricht 
unter Vorlage sehr interessanter Vertreter aus S i k k i m über 



210 . Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

regionale Konvergenz bei Hummeln, Schumacher läfst herum- 
gehen : Frisch, Beschreibung von allerley Insekten in 
Teutsch-Land usw. , 1720, und Fuefslis Archiv für In- 
sektengeschichte. Beide Werke sind bei der von der Ge- 
sellschaft bearbeiteten Fauna Marchica zu berücksichtigen , da 
ersterer Berliner Fundorte enthalte und in letzterem die erste 
Käfer- und Orthopterenfauna Brandenburgs erschienen sei. Brauns 
(Willowmore, C a p 1 a n d) läfst durch h a u s folgendes zur 
Biologie von Omophron limbatum L. mitteilen. Er hat die Art 
in Deutschland Ende Mai — Juni zu Hunderten angetroffen , und 
zwar : in den Salzlachen in den Dünen bei Wamemünde, an 
den Mecklenburgischen Seen, an den Bächen um Göt- 
tingen, Duderstadt, im Harz und in Thüringen, an 
der Aller, der Leine und der Innerste. Das Tier lebt am 
Tage im Sande vergraben , und zwar in recht feuchtem Sande, 
etwa 1 — 2 Schritt vom Wasserrande, wo ein wenig Ufervegetation 
steht. Um es zu entdecken, ist nur nötig, in diesem Bereich das 
Ufer mit Wasser tüchtig zu durchnässen ; dies geschieht am ein- 
fachsten , wenn man mit der hohlen Hand das Wasser ausgiebig 
über den Uferrand schleudert. Nach kurzer Zeit wird man den 
Käfer laufen sehen. Der Erfolg wird an geeigneten Örtlichkeiten 
niemals fehlen. In Willowmore kommen 2 Omophron - Arten 
vor (0. suturalis Guer. und picturatus Boh.) , die genau so leben 
wie das einheimische. Während suturalis aber bewachsenen Strand 
vorzieht , lebt picturatus im kahlen , am liebsten feuchten Trieb- 
sand. In den Dünen des Indischen Ozeans bei Port Elizabeth 
lebt noch eine dritte Spezies (ganz fahlgelb, ein echtes Dünentier). 
Brauns hat sie als 0. o'neili i. 1. an Peringuey zur Beschreibung 
geschickt. Bezugnehmend auf eine Notiz in D. E. Z. 1912 p. 604 
über das Vorkommen des seltenen Wasserrüfslers JHcranthus 
elegans F. im Müggelsee bei Berlin teilt er noch mit, 
dafs die Art sehr häufig bei Rostock sei. Sie findet sich dort 
in der W a r n o w , und zwar am rechten Ufer bei dem Wirtshaus 
„Gehlsdorfer Fähre" dicht bei der Stadt. Wenn man die 
Warnow von der Stadtseite her kreuzt , untersucht man das Ge- 
biet stromaufwärts an der rechten Uferseite, wo Arundo in ziemlich 
flachem Wasser massenhaft steht. Im Juni und Juli wird man 
dort den Käfer in den unter Wasser befindlichen Internodien nicht 
vergebens suchen und auch die Larve finden. Von den anwesenden 
Mitgliedern wird die Häufigkeit von Omophron limbatum für Branden- 
burg bestätigt. Als Fundorte werden u. a. aufgeführt: Plagesee 
und Wesensee bei Brodowin, Bauernsee bei Kagel, 
Müggelsee, Krampnitz-See, Lehnitz-See, Werlsee, 
Tabberts Waldschlö fschen. Kuntzen hat ihnbeiSadowa 



Sitzungsberichte. 211 

in Wasserlachen leicht erbeutet , wenn er Sand auf die Wasser- 
oberfläche warf, wodurch die Tiere aus ihren Verstecken hervor- 
gelockt wurden. P. Schulze hat die Art in Copula unter 
treibendem Holz im T e g 1 e r See gefunden. 



Sitzung vom 1. III. 15. — Fässig berichtet über eine 
sechs wöchentliche Norwegenreise im Juli vorigen Jahres. 
Trotz angestrengten Sammeins bei warmem Wetter in verschiedenen 
Gegenden sei die Falterausbeute fast gleich Null gewesen. Nur 
in S t a 1 h e i m ist das Ergebnis an sonnigen Hängen etwas besser 
gewesen , besonders wurde am 18. Juli Chrysophanus hippothoe L. 
in einer Anzahl Exemplaren in beiden Geschlechtern erbeutet. 
Die (f (f sind nur etwa halb so grofs wie Berliner Stücke 
(24 mm Flügelspannung) , die Grundfarbe geht mehr ins Gelbe, 
der Schiller ist schwach. Die Mittelpunkte auf den Flügeln, 
besonders auf den Hinterflügeln, sind stark reduziert, die Punkte 
unterseits weit kleiner als bei unseren Tieren. Die $ $ sind 
auf den Vorderflügeln ganz gelb aufgehellt. Die Punktierung 
der Unterseite wie bei den tf <? . Flügelspannung ca. 30 mm. 
Ferner wurde am 9. Juli ein Exemplar von Agrotis orbona Hufn. 
erbeutet, das sich durch graue Vorderflügel mit schwarzen Makeln 
auszeichnet. Heyne teilt ähnliche schlechte Erfahrungen aus 
Tölz am Nordabhang der bayrischen Alpen mit. In 3 verschiedenen 
Jahren im Juni , Juli und August war die Ausbeute selbst an 
häufigen Arten eine ganz unverhältnismäfsig geringe. Wahr- 
scheinlich sei der dort sehr lange anhaltende Winter für den 
Insektenmangel verantwortlich zu machen. Heinrich bemerkt 
dazu , dafs besonders in Gegenden , wo viel Graskultur getrieben 
werde , das Fangergebnis gewöhnlich ein schlechtes sei. In den 
Bayrischen Alpen könne er Reichenhall und Berchtesgaden sehr 
empfehlen, so sei z. B. dort Plusia ain Hochenw., chnjsou Esp. und 
bractea S. V. recht häufig , besonders sei der Blütenfang sehr er- 
giebig. Ebenso ist Obersdorf im Allgäu ein günstiges Gebiet, 
dort habe er allein an einem Abend 140 Eulen geleuchtet ; die 
begehrte Plusia aemula S. V. sei als Raupe in den Arnicablüten 
nicht selten anzutreffen. Rangnow berichtet über seine Sammel- 
erfahrungen in Schwedisch Lappland. Der beste Fang ist 
frühmorgens oder nachts, bei warmem Wetter fliege nichts. Die 
Erscheinungszeiten der einzelnen Arten seien in den verschiedenen 
Jahren grofsen Schwankungen unterworfen , wirklich gute Fang- 
plätze seien sehr lokal beschränkt. Köderfang sei ganz aussichtslos. 
Mit dem Fang im vorigen Jahre sei er sehr zufrieden gewesen. 
Dianthoecia cucubali S. V. und nebeneinander und in Gopula an- 



212 Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1915. 

zutreffen Selenephera lunigera Esp. mit f. lobuliua Esp. habe er 
als neu für Lappland feststellen können. Belling; legt einige Exem- 
plare von Spilosoma vor, mit denen es folgende Bewandnis hat. Die 
Tiere wurden als Raupen auf einem Raum von 3 qm am 28. VII. 14 
kurz vor Karthaus im Schnalstal , einem Seitental des Etschtals, 
in 1323 m Höhe gefunden. Sie waren tief dunkelbraun bis schwarz- 
braun behaart mit rotgelben Rückenstreifen. Als Futter bekamen 
sie Löwenzahn. Im Oktober — November verpuppten sie sich. Vom 
3. bis 20. Dezember schlüpften 5 Falter. 1 ausgesprochenes 
Sp. lubricepedum L. (menthastri Esp.), dessen Apex und Vorderflügel 
die Punktzeichnungen von Sp. luteum Hufn. (= lubricipedum Esp. 
nee L.) aufweisen ; 1 Exemplar Sp. lubricepedum f. paueipuneta Fuchs ; 
1 Stück, im Aussehen fast wie Sp. urticae Esp., und endlich 2 gelb- 
liche Exemplare mit einer Binde wie Sp. luteum. Vortragender ist 
geneigt, die Tiere für Bastarde von Spilosoma lubricipedum L. 
und luteum Hufn. anzusehen. Kuntzen demonstriert einige be- 
kannte Beispiele von Mimikry: 1. Pachyrrliynchus-, Aleides- (Rüssel- 
käfer-) und Aprophata- (Lamiinen-) Arten, Philippinenbewohner, die 
in gegenseitigen bioeönotischen Beziehungen stehen, 2. Compsosoma 
mutillaria Klug (Lamiine) und Cyphus myrmosarius Perty (Rüssel- 
käfer) , die sich im ersten Moment äufserst ähnlich sind und als 
Mutillidennach ahmer gelten, und 3. Nachahmungen von südameri- 
kanischen Erotylus - Arten durch Cerambyciden (Poecilopeplus- Arten) 
und Tenebrioniden (Spheniscus- Arten). 



Vereinsangelegenheiten. 

Die nachfolgenden Herren sind mit der Bearbeitung der an- 
gegebenen Gruppen für die von der D. E. G. herauszugebenden 
Fauna Marchica beschäftigt ; an alle Entomologen Brandenburgs 
ergeht die herzliche Bitte , zweckdienliche Mitteilungen und An- 
fragen an die betreffenden Herren gelangen zu lassen. Die Namen 
weiterer Spezialisten werden später bekanntgegeben werden : 

Herr Dr. G. Quiel, Apterygogenea, 
,, Dr. W. Ramme, Orthoptera, 
„ Dr. R. Stobbe, Mcülophaga, 
,, F. Schumacher, Hemiptera, 
.. Schirmer, Hymenoptera aculeata, 
., Prof. Wanach, Formicidae, 
.. Dr. Grünberg, Diptera, 
Dr. Kuntzen, Carabidae, 



Aus der entomologisehen Welt. 213 

Herr Wendeler, Staphylinidae, 

,, Greiner, Malacodermata, 

„ Reineck, Chrysomeliden, Coccinelliden, Cerambyciden, 

„ Dr. Ohaus, Lamellicornier . 



Laut Beschlufs der Gesellschaft finden jetzt die Sitzungen 
wieder an jedem Montag statt. 



Aus der entomologischen Welt. 

Nachrichten aus unserem Leserkreise, besonders vom Ausland, sind jederzeit willkommen. 

Dr. med. Julius Max Hagedorn, der erfolgreiche 
Borkenkäferforscher, ist am 15. XII. 14 in Hamburg entschlafen. 
Geboren am 28. XL 1852 in Ratstal bei Gerdauen (Ostpreufsen) 
als Gutsbesitzerssohn , besuchte er das Gymnasium und die Uni- 
versität in Königsberg , worauf er sich als praktischer Arzt in 
Mohrungen niederliefs. Nach Hamburg übergesiedelt, übte er dort 
seit 1888 zuerst die allgemeine, bald aber und bis an sein allzu 
frühes Ende die Spezialpraxis für Hals-, Ohren- und Nasenleiden 
aus. Hagedorns erst spät begonnene entomologische Beschäftigung 
trug reiche wissenschaftliche Früchte, als deren bedeutendste her- 
vorzuheben sind die 1910 erschienenen Bearbeitungen der Ipidae 
für den „Coleopterorum Catalogus" und die „Genera Insectorum". 
Seine Sammlung überwies der verdiente selbstlose Forscher als 
Geschenk dem Naturhistorischen Museum zu Hamburg. 

Kurz darauf, am 25. XII. 14, verstarb Wilhelm Koltze 
in Hamburg, wo er am 21. X. 1839 geboren wurde und ständig 
als Kaufmann lebte. Ein eifriger Sammler der paläarktischen 
und im besonderen der heimischen Coleopteren , verfafste er das 
1901 erschienene „Verzeichnis der in der Umgegend von Hamburg 
gefundenen Käfer". Koltzes äufserst umfangreiche Sammlung, die 
er bis zuletzt sorgfältigst pflegte , ist — einstiger Zusicherung 
gemäfs — als Vermächtnis an das „Deutsche Entomologische 
Museum" in Berlin-Dahlem übergegangen. 



214 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Rezensionen und Referate. 

Au dieser Stelle finden im allgemeinen die Besprechungen von Büchern Aufnahme, die der 

Schriftleitung zur Besprechung in dieser Zeitschrift eingesandt wurden und von welchen der 

Bücherei der Gesellschaft ein Exemplar für die Besprechung überwiesen wird. 

Entomologisches Jahrbuch. 24. Jahrgang. Kalender für 
alle Insekten-Sammler auf das Jahr 1915. Herausgegeben unter 
gütiger Mitwirkung hervorragender Entomologen von Dr. Oskar 
Krancher, Leipzig. Mit vielen Original -Abbildungen und 
einem Inseraten -Anhange. Leipzig. Frankenstein & Wagner. 
1915. Preis Mk. 1.60. 

Wie die früheren Jahrgänge, so enthält auch der vorliegende 
eine grofse Anzahl interessanter Artikel. Meixner fährt mit 
seinen höchst erwünschten Sammelanweisungen für die sogenannten 
Microlepidopteren fort ; er behandelt die Tineiden, 
Eriocephaliden, Micropterygiden und Hepialiden. 
Daehne liefert einen beherzigenswerten Beitrag : „Fau- 
nistische Forderungen"; dafs seine auf p. 87 gegen die 
D. E. G. gemachten Ausfälle nicht zutreffen , kann er aus den 
Sitzungsberichten entnehmen. Hoffmann berichtet über einen 
Massenflug der d*cf von Rebelia majorella Rbl. in Steiermark. 
Haupt gibt eine schöne Abbildung des flügellosen Neuro pterons 
Boreus Mentalis Latr., das nicht so unbekannt ist, wie er glaubt, 
und bei Berlin gar nicht so selten vorkommt. Dalla Tor res 
Systematisches Verzeichnis der Wanzen Tirols 
ist ein wertvoller Beitrag zur europäischen Hemipteren künde, 
leider fehlen die genauen Fundorte und sonstige biologische Notizen. 
Noch eine ganze Anzahl lesenswerter Mitteilungen sind in dem 
kleinen Werk enthalten, so dafs man es zur Anschaffung empfehlen 
kann. P. Schulze. 



Die Insekten Mitteleuropas insbesondere Deutsch- 
lands herausgegeben von Prof. Dr. Chr. Schröder, Berlin, 
Band III. Hymenopteren (Dritter Teil), Stuttgart, 
Franckh'sche Verlagsbuchhandlung. Preis geh. Mk. 7.20; geb. 
Mk. 8.—. 

Der vorliegende , über 200 Seiten starke Band enthält die 
Bearbeitung der Gallwespen durch Kieffer und die der Blatt- und 
Holzwespen durch Enslin. Die Namen der beiden Spezialforscher 
bürgen für die Gediegenheit des Inhaltes. — Das Ziel des Gesamt- 
werkes, dessen erste Bände nun vorliegen, wird in diesem Doppel- 
heft, wie wohl von allen Seiten zugegeben werden kann, voll und 
ganz erreicht ; denn sowohl die allgemeinen, wie auch die speziellen 
Teile werden einen jeden, der sich hiernach mit den betreffenden 



Rezensionen und Referate. 215 

Hymenopterenfamilien beschäftigt , zu biologischer Beobachtung 
anregen und ihm auch einen Einblick in die Systematik der be- 
treffenden Gruppe verschaffen. Durch die einheitliche Disposition 
in den einzelnen Bänden wird die Übersichtlichkeit des Werkes 
sicherlich erhöht. — Gleichmäfsig werden in der Bearbeitung der 
Cynipiden sowohl, wie auch der Tenthredinoiden nach einer kurzen, 
allgemeinen Charakteristik der betreffenden Gruppen und einigen 
historischen Angaben Morphologie und Anatomie, postembryonale 
Entwicklung und Metamorphose, sowie Biologie und geographische 
Verbreitung, die Bedeutung der betreffenden Formen im Haushalt 
der Natur und der Menschen besprochen. Weiter wird auf noch 
offene , der Lösung harrende Fragen hingewiesen , deren Auf- 
klärung für die Wissenschaft von Wert ist. Anleitungen zum 
Sammeln , Präparieren und Aufstellen nach systematischen und 
biologischen Gesichtspunkten , sowie für Aufzucht und Pflege 
werden bei der namentlich wegen vieler biologischen Tatsachen 
so interessanten Hymenopterenkunde sicherlich für den Anfänger 
von gröfstem Nutzen sein. Was nun die speziellen Teile an- 
belangt , so finden bei den Cynipiden die phytophagen Formen, 
sowohl die als Cynipariae bezeichneten, echten Gallenerzeuger, wie 
auch deren Einmieter , die Synergariae , eine ausführliche Behand- 
lung, während leider die zoophagen nur gattungsweise behandelt 
werden konnten. Die Biologie der phytophagen Cynipiden bringt 
es mit sich , dafs im allgemeinen Teile hier noch besonders auf 
die Gallen selbst, ihre Entstehungsweise sowie verschiedene Theorien 
über dieselbe und den histologischen Bau der Gallen eingegangen 
wird. Besondere Tabellen zum Bestimmen von Gallen nach ihren 
Nährpflanzen sind ebenfalls beigefügt und dürften mit gutem Er- 
folge Verwendung finden. — Was die Bestimmungstabellen der 
Tenthredinoiden anbelangt , so mögen diese für eine allgemeine 
Orientierung recht von Nutzen sein. Eine Behandlung sämtlicher 
einheimischen Arten, wie sie vom Herrn Herausgeber in der Ein- 
leitung in Aussicht gestellt ist, findet zwar nicht statt. Vielfach 
werden auch hier nur die Gattungen besprochen unter Hinweisen 
auf die häufigeren Arten derselben. Über diesen geringen Übel- 
stand wird freilich die Monographie der mitteleuropäischen 
Tenthredinoiden , ebenfalls von Enslin , die in den Beiheften der 
Deutschen entomologischen Zeitschrift gegenwärtig erscheint (bis- 
her 3 Hefte), hinweghelfen, doch ist eine Orientierung recht gut 
möglich , und namentlich der allgemeine Teil enthält eine Fülle 
von interessanten , wertvollen Angaben , die wohl geeignet sind, 
der Hymenopterenkunde manchen Freund zu gewinnen. Umfang- 
reiche Literaturnachweise, die beiden Teilen der vorliegenden Arbeit 
beigefügt sind, werden ein eingehenderes Spezialstudium erleichtern 



216 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

helfen. — Noch einige Bemerkungen zu den Abbildungen. Die 
Textbilder geben zahlreiche morphologische Einzelheiten wieder 
und sind als gute Hilfsmittel für die Bestimmung zu verwerten. 
Die farbigen Tafeln freilich (4 für Cynipiden und 4 für Tenthre- 
dinoiden) lassen manches zu wünschen übrig. Besonders scheint 
das Treffen der richtigen Farbtöne und auch z. B. der Versuch, 
das Irisieren der Flügel wiederzugeben , auf Schwierigkeiten ge- 
stofsen zu sein. 

Abgesehen von diesem kleinen Mangel kann aber das neue 
Werk jedem , der für die Hymenopterenkunde speziell und die 
Entomologie im allgemeinen Interesse hat , aufs beste empfohlen 
werden. Dr. H. B i s c h o f f , Berlin. 



Vorgeschlagene Mitglieder. 

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durch Herrn Schenkung und Herrn Dr. Hörn: 

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durch Herrn Prof. Wanacli: 

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Adressenänderungen . 

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Juii 1915. 



Inhalt von Heft III. 

Seite 

Sitzungsberichte 318 

Rezensionen und Referate 334 

Felix Schultz f 217 

Karl Ahlwarth f ,222 

Bänninger, M., Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 

(Paläarktische Arten) 225 

Belling, H., Eine seltene Beute. Mit 1 Abbildung 317 

Benick, Ludwig, Mikroskopische Studien über die Gattung 

Stenus Latr. (Col. Staphyl.). Mit 8 Abbildungen 235 

Friese, Dr. H. , Zur Bienenfauna von Abessinien. (Hym.) . . . 265 
Jacobi, Prof. A., Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae 

(Rhynchota Homoptera). Mit 3 Abbildungen 299 

Kolbe, Prof. H., Eine neue isolierte Tenebrionidengattung von 

den Philippineninseln. Mit 1 Abbildung 261 

h a u s , D r. F. , XVI. Beitrag zur Kenntnis der Ruteliden. (Col. lamell.) 256 

Ramme, Dr. W., Ein für die Mark neuer Ohrwurm. (Dermapt.) 224 

— , Merkwürdige Eiablage einer Laubheuschrecke. Mit 1 Tafel . 315 
Schulze, Dr. Paul, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela- 

hybrida- Rassen. Mit 1 Tafel und 2 Textabbildungen . . . 247 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



217 



Felix Schultz f. 

Des Seemanns Grab ist groJ's und hehr, 
Es ist das blaue kristallne Meer; 
Er mag nicht schlafen bei Wurm und Stein, 
Das Meer, das Meer ist sein Grab allein. 
J. N. Vogl. 

In der 412. Ausgabe der deutschen Verlustliste vom 22. März 
1915 finden wir von Seite 5427 ab die 22. Verlustliste der 




Kaiserlichen Marine, welche laut Überschrift nur Angehörige der 
Besatzung S. M. S. „Scharnhorst" enthält. Zwischen 

Schulmeistrat, Franz, Matr., Baltupönen, verm. * und 

Schulz, Erich, Ing. Appl., Berlin, verm.* steht 

Schultz, Felix, Kpt. z. S., Labiau (Ostpr.), verm.* 

Das * hinter verm. bedeutet nach der gegebenen Erläuterung, 

dafs das Ableben mit grofser Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. 

Diese vorsichtige Ausdrucksweise mag bei dem Umstände , dafs 

die Nachricht vom Untergang des „Scharnhorst" mit der ganzen 

Besatzung lediglich auf englischen Zeitungsberichten beruht , mit 

Rücksicht auf den amtlichen Charakter der Verlustliste geboten 



Deutsche Entomo]. Zeitschrift 1915. Heft III. 



15 



218 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

sein. Doch zweifelt auch in Deutschland niemand daran , dafs 
diese englische Nachricht der Wahrheit entspricht. 

Die Marine ist der einzige Truppenteil , der seine Verluste 
in alphabetischer Reihenfolge und ohne jede Rücksicht auf die 
Verschiedenheiten aufführt, welche nach Rang, Dienststellung usw. 
zwischen den nebeneinander gereihten Marine- Angehörigen bestehen. 
Vom Zweckmäfsigkeitsstandpunkte aus kann man gegen diese Form 
der Verlustlisten berechtigte und gewichtige Bedenken geltend 
machen, aber der leitende Gedanke, der tiefere Sinn, der in dieser 
Anordnung zum Ausdruck kommt, ist ein so erhabener und vor- 
nehmer, dafs dagegen alle Unbequemlichkeiten, die das Verfahren 
für die Durchsicht der Listen mit sich bringt, als nicht ausschlag- 
gebend gern hingenommen werden. Nicht schöner und treffender 
läfst sich der Gedanke zum Ausdruck bringen, dafs das Verdienst 
und die Pflichterfüllung aller , die ihr Leben für das Vaterland 
dahingegeben haben , gleichwertig ist , dafs ein jeder an seinem 
Platze in dem grofsen Organismus, den ein Kriegsschiff darstellt, 
die gleiche Wichtigkeit hat für das Ganze und dafs schliefslich 
angesichts des gröfsten Opfers, das ein Soldat getreu seinem Eide 
bringen kann, seinem Leben, es unwesentlich ist, an welcher Stelle 
er seine Pflicht bis zur äufsersten Möglichkeit erfüllt hat. 

Ich mufs dahingestellt sein lassen , ob diese meine Deutung 
in jeder Hinsicht mit den Beweggründen der für die Veröffent- 
lichung der Marine- Verlustlisten mafsgebenden Behörden überein- 
stimmt , aber dafür kann ich einstehen , dafs sie völlig mit der 
Denkweise und Auffassung unseres lieben leider zu früh dahin- 
geschiedenen Mitgliedes Schultz übereinstimmt. Wer wie ich und 
manches andere unserer Mitglieder dem Verstorbenen nahe ge- 
standen , hat immer festzustellen und zu bewundern Gelegenheit 
gehabt , wie er stets sich als Kamerad unter Kameraden fühlte 
und gab , wie er nie und nimmer sich vordrängte oder für sich 
etwas Besonderes in Anspruch nahm. 

Dieser seiner Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit ist es 
auch zuzuschreiben, wenn ich über seinen Lebenslauf aus eigener 
Wissenschaft nur sehr wenig berichten kann. Wenngleich wir 
manchen Sammelausflug in Gesellschaft unseres jetzt infolge der 
von seinen eigenen Landsleuten herbeigeführten harten Kriegs- 
notwendigkeit im Konzentrationslager für die Engländer inter- 
nierten Mitgliedes Dadd gemeinsam vollführt haben , kann ich 
mich nicht entsinnen, dafs Schultz jemals über seine persönlichen 
Verhältnisse gesprochen hätte. Ich wiederhole daher hier eine 
mir von der Familie zur Verfügung gestellte Darstellung in Nr. 15 
der „Königsberger Woche" vom 7. Januar d. J., welche wörtlich 
wie folgt lautet : 

„Der Kommandant S. M. S. „ S c h a r n h o r s t " , 



Felix Schultz f. 219 

Kapitän z. S. Felix Schultz, entstammt einer altange- 
sessenen ostpreufsischen Familie und ist der jüngste Sohn des 
1894 verstorbenen Rittergutsbesitzers Schultz auf Lindicken, 
Kreis Pillkallen. Er trat 1889 in die Marine ein und wurde 
1892 Offizier. Nach Besuch der Marineschule tat er Dienst auf 
den Schiffen „Friedrich der Grofse", „Brandenburg", „Stein" 
und „Jagd". 1895 zum Oberleutnant befördert, war er zu- 
nächst Adjutant bei der 2. Marinedivision , besuchte dann die 
Militärturnanstalt und war von 1897 bis 1899 Wachoffizier 
auf dem Schulschiff „Nixe". In den folgenden Jahren war er 
Adjutant bei der 2. Matrosen-Artillerieabteilung, hierauf Wach- 
offizier auf dem kleinen Kreuzer „Gazelle" und rückte 1901 
zum Kapitänleutnant auf. Von 1902 bis 1904 war Schultz 
Navigationsoffizier des in den amerikanischen Gewässern statio- 
nierten grofsen Kreuzers „Vineta" und nach Rückkehr in die 
Heimat bis 1906 Adjutant bei der Kommandantur in Wilhelms- 
haven. 1906/07 tat er Dienst als Navigationsoffizier des Linien- 
schiffes „Mecklenburg" und nach seiner 1907 erfolgten Be- 
förderung zum Korvetten-Kapitän als erster Offizier des Linien- 
schiffes „Kurfürst Friedrich Wilhelm". 1909 bis April 1913 
war er Dezernent in der Seetransport -Abteilung des Reichs- 
marineamts, wurde 1911 zum Admiralstab kommandiert und 
übernahm dann , nachdem er zum Kapitän zur See befördert 
war, das Kommando S. M. S. „Scharnhorst". Der ältere Bruder 
ist Besitzer des alten Familiengutes Lindicken , das gleich bei 
dem ersten Einfall der Russen im August 1914 stark geplündert 
und niedergebrannt wurde." 

Nur wenig habe ich dieser militärisch knappen Schilderung 
hinzuzufügen. Die Heldentaten des „Scharnhorst" sind in aller 
Gedächtnis. An dem herrlichen Sieg, den das deutsche Geschwader 
unter dem Grafen von Spee über die Engländer am 1. November 
1914 bei der Insel Santa Maria an der chilenischen Küste er- 
rang , nahm der „Scharnhorst" unter Führung unseres Schultz 
hervorragenden Anteil. Ganz Deutschland zollte begeisterte An- 
erkennung dieser hervorragenden Heldentat unserer jungen Flotte, 
die um so gröfser war , als unsere Schiffe seit Monaten ohne 
Fühlung mit der Heimat , ohne einen deutschen Stützpunkt im 
Auslande von einem übermächtigen Feinde gejagt wurden , ohne 
dafs es möglich war , Schiffe und Mannschaft inzwischen einmal 
die so nötige und wohlverdiente Ruhe und Stärkung eines 
einigermafsen ausreichend langen Hafenaufenthaltes geniefsen zu 
lassen. Als dann wenige Wochen später sich die Kunde ver- 
breitete , dafs das deutsche Geschwader bei den Falklands -Inseln 
erneut den Kampf mit dem gewaltig überlegenen Feinde mutig 
aufgenommen habe , aber der Übermacht unterlegen sei , als man 

15* 



220 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

las, dafs kein Schiff sich ergeben habe, sondern dafs „Scharn- 
horst" am 10. Dezember 1914 mannhaft gekämpft bis zum Unter- 
gange in den Fluten und dafs von diesem Schiff kein Mann ge- 
rettet sei , da ging tiefe Trauer durch alle deutschen Herzen im 
In- und Auslande , aber gepaart mit gerechtem Stolze auf diese 
höchste Pflichterfüllung der deutschen Seehelden. Wahrlich unsere 
Marine kann mit voller Berechtigung das Dichterwort auf sich 
anwenden: „Exegi monumentum aere perennius". 

Über den Anteil , den unser Schultz an diesen Hochtaten 
deutschen Heldenmutes hat , kann ich nicht schöner berichten 
als mit den Worten seiner Gattin, welche lauten: „Eins 
weifs ich gewifs , einen schöneren Tod , als so ganz in der Er- 
füllung seiner Pflicht , gab es für meinen Mann nicht. Nie hat 
er glücklichere Briefe geschrieben wie nach dem herrlichen Siege 
über die Engländer bei Santa Maria. Er liebte seinen Beruf 
über alles , und dafs er dem Vaterlande diesen Dienst erweisen 
durfte , machte ihn stolz und glücklich. Es war der Höhepunkt 
seines Lebens. Er hatte eine prächtige Art , mit seinen Unter- 
gebenen umzugehen, und hauptsächlich seine Mannschaften gingen 
für ihn durchs Feuer. Streng, aber gerecht fafste er sie an und 
verlangte von ihnen , wenn es darauf ankam , dafs sie sich ein- 
setzten bis zum letzten Mann. Dafs jeder einzelne dies getan hat 
bis zum allerletzten Augenblick, das weifs ich aus allen Berichten 
und das war gewifs noch für meinen Mann seine letzte Freude." 

Diesem von der liebenden Gattin mit edler Zurückhaltung 
streng sachlich gezeichneten Charakterbilde , das mit meinen 
eigenen Beobachtungen aufs genaueste übereinstimmt , fühle ich 
mich verpflichtet, noch einige Züge zur Ergänzung hinzuzufügen : 
Wenn Schultz von anderen strengste Pflichterfüllung forderte, so 
war dabei für ihn selbstverständlich, dafs er hinter keinem seiner 
Untergebenen in der gewissenhaftesten Auffassung und Erfüllung 
seiner eigenen Pflichten zurückstand, sondern dafs er ihnen allen 
darin mit dem eigenen Beispiel voranzugehen habe. Ferner würde 
an dem Bilde ein wesentlicher Charakterzug fehlen , wenn uner- 
wähnt bliebe die Liebe und das Wohlwollen, die er als Vorgesetzter 
für jeden, auch den geringsten Untergebenen, empfand. Nur die 
mit Güte gepaarte Strenge erzeugt , wie jeder Kenner des guten 
Geistes , der in unserem Heer und in unserer Flotte lebt , weifs, 
jenes ideale Verhältnis zwischen Führer und Geführten, das solche 
Grofstaten der Vaterlandsliebe und der Pflichterfüllung gebiert, 
wie sie als Kampf und Untergang des „Scharnhorst" in den Tafeln 
der Geschichte verewigt sind. 

Es bleibt noch übrig, einige Worte über Schultz als Entomologen 
zu sagen. Schultz hatte das grofse Glück, das nur ein in gleicher 
Lage Befindlicher voll zu würdigen und zu schätzen weifs , auf 



Felix Schultz f. 221 

dem Lande grofs geworden zu sein. Ein armes Stadtkind kann 
ja die Natur nicht so kennen und lieben lernen, wie ein Spröfs- 
ling der ländlichen Scholle, ihm ist ja der Wald, die Wiese, das 
Ährenfeld etwas so selten Geschautes , dafs es nie und nimmer 
in seinem Leben die Vertrautheit mit den Erscheinungen und 
Wundern der sich ewig erneuernden Natur erreicht , die einem 
Landkinde ein gütiges Geschick als Patengeschenk beschert. So 
war ihm Wald, Heide und Wiese vertraut und die Beschäftigung 
mit der Entomologie ein hoher Genufs. Er fühlte sich glücklich, 
wenn er mit ein paar gleichgesinnten Sammelfreunden bei Tag 
oder Nacht unsere Berliner Sammelgründe durchstreifen konnte. 
Bei seinem liebenswürdigen Wesen war er ungemein dankbar, 
wenn man ihn bei gemeinsamen Ausflügen auf dies und jenes 
aufmerksam machte. Er freute sich herzlich über jeden Erfolg, 
war aber auch nie verdrossen , wenn etwa einmal die Beute 
nicht so ganz den Erwartungen entsprach. Dabei fühlte er sich 
in seiner Bescheidenheit durchaus nicht als ein fertiger, sondern 
stets als ein werdender Entomologe , dem es nicht unter seiner 
Würde schien , von anderen Entomologen und selbst vom ein- 
fachsten Mann , der an allgemeiner Bildung nicht über das 
Niveau der Volksschule gekommen war , in entomologischen 
Dingen zu lernen und Belehrung zu erbitten. Nie kam er in 
Meinungsstreit und die bei so vielen Entomologen stark ent- 
wickelte Sucht , auf der eigenen Meinung rechthaberisch zu 
bestehen , war ihm völlig fremd. So war er im Berliner 
Entomologischen Verein, dem er im Jahre 1912 beitrat, 
allgemein beliebt, und unsere besten Wünsche begleiteten ihn, als 
er im April 1913 aus unserer Mitte schied, um das Kommando 
des in Ostasien stationierten „Scharnhorst" zu übernehmen. Wie 
seine Gattin mitteilt , hat er während der Friedenszeit jede sich 
ihm bietende Gelegenheit benutzt , um der ihm liebgewordenen 
Falterjagd obzuliegen. Wie er mit grofser Freude nach Hause 
berichtete , hat er in China , Japan und Borneo manches schöne 
Stück erbeutet , das er nach glücklicher Heimkehr seiner bisher 
nur aus Mitteleuropäern bestehenden Sammlung einverleiben wollte. 
Es sollte ihm nicht beschieden sein. Die neu erbeuteten Schätze 
ruhen mit ihm auf dem Meeresboden der Falklands-Inseln. 

Wir aber , die wir noch uns erfreuen dürfen des rosigen 
Lichtes, wir wollen dem teuren, dem edlen Freunde, der als ein 
bescheidener , anspruchsloser Kamerad unter uns gelebt hat und 
als ein Held gestorben ist , ein treues Andenken bewahren , ihm, 
auf den wie selten auf jemanden die Worte des Horaz passen : 
Multis ille bonis flebilis occidit ! 
Charlottenburg, 12. April 1915. 

Rudolf Heinrich. 



222 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Karl Ahlwardt f. 



Am 7. März 1915 fiel (bei einem Sturmangriff vor Dobrin 
in Südpolen) auf dem Felde der Ehre Karl Ahlwardt, Unter- 
offizier d. L. im 2. Garde -Res. -Reg., an seinem Geburtstage, an 
dem er sein 42. Lebensjahr vollendete. 




Karl Ahlwardt wurde am 7. März 1873 zu Kolberg geboren. 
Als Knabe besuchte er das Gymnasium zu Friedland. Oft hörten 
wir ihn mit Liebe seiner Lehrer gedenken , die den Grund zur 
Natur- und Heimatliebe in ihn legten und ihn bereits frühzeitig 
zu entomologischer Beschäftigung anregten. Von 1891 bis 1894 
war er Seminarist in Pölitz i. P. , wo er sich auf den Lehrer- 
beruf vorbereitete und seine Freizeit wieder eifrig mit natur- 
wissenschaftlichen Studien ausfüllte. Reichliche Gelegenheit dazu 
bot sich auch später, nachdem er in Gantzkow, darauf in Beigard 
angestellt worden war , doch begann seine eigentliche wissen- 
schaftliche Arbeit erst im Jahre 1899. Dieses Jahr bildete den 
Markstein seines Lebens ; denn Ahlwardt siedelte nach dem lang- 



Karl Ahlwardt f. 223 

ersehnten Berlin über, das ihm längst als der Mittelpunkt wissen- 
schaftlichen Lebens erschien und in der Tat für ihn den geeigneten 
Boden bildete. Bald hatte er hier Fühlung gewonnen, und durch 
einige Freunde wurde er in unsere Gesellschaft eingeführt. In 
den Sitzungen war er ein ständiger Gast und beteiligte sich mit 
Rat und Tat an den Unternehmungen unserer Gesellschaft. Immer 
mehr trat seine Neigung für die Ordnung der Koleopteren hervor, 
und ganz besonders interessierten ihn die Wasserkäfer , über die 
er eine Anzahl Arbeiten veröffentlichte. Mit grofsem Eifer wurden 
von ihm Ausflüge unternommen, Tümpel, Gräben, Flufsläufe und 
Seeufer nach Wasserkäfern abgefischt, und manche halb verschollene 
Art konnte von ihm neu festgestellt werden. Von ganz besonders 
grofser Bedeutung war es auch für Ahlwardt, dafs er Beziehungen 
zum Königl. Zoolog. Museum in Berlin anknüpfen konnte , und 
ihm so die reichen Sammlungen desselben zur Verfügung standen. 
Immer mehr bildete sich Ahlwardt zum Spezialisten aus. Doch 
ehe er an gröfsere Unternehmungen ging , war es nötig , dafs er 
sich mit der umfangreichen Literatur der Wasserkäfer vertraut 
machte. Als Ergebnis dieser Tätigkeit erschien von ihm ein 
Verzeichnis der Gyriniden als Teil des Coleopterorum Catalogus. 
Nachdem das Interesse auch für Exoten erwacht war , ging Ahl- 
wardt daran , die Ausbeuten von Reisen und Expeditionen zu 
bearbeiten , so der Ausbeute des Herzogs Adolf Friedrich aus 
Zentralafrika (liegt im Manuskript vor), der Expedition von Geh. 
Prof. L. Schultze aus Südafrika , mehrerer Ausbeuten vom Kili- 
mandjaro usw. Zur Bearbeitung wurden ihm auch die Gyriniden 
des Museums zu Calcutta übersandt. Alle diese Unternehmungen 
sind aber nicht mehr zum Abschlufs gekommen. Wie ernst Ahl- 
wardt seine wissenschaftliche Tätigkeit auffafste , erkennen wir 
daran, dafs er seine Ferienzeit 1913 dazu verwendete, nach Paris 
zu gehen , um hier Typen Regimbarts zu vergleichen und neue 
Beziehungen zu Bouvier, Alluaud, Jeannel usw. anzuknüpfen. 

Bei all dieser Beschäftigung aber ist Ahlwardt nie einseitig 
geworden. Nie hat er den Überblick über das Ganze verloren. 
Immer war er eifrig bemüht , neue Kräfte der Naturwissenschaft 
zuzuführen. Mit besonderer Ausdauer war er in Lehrervereinen 
für unsere Sache tätig, und auch hier blühte ihm reicher Erfolg. 
Besonders trat er für die biologische Betrachtungsweise im Schul- 
unterricht und die biologischen Schülerübungen ein. Dankbar er- 
kannte die Lehrerschaft seine Tätigkeit an, was darin seinen Ausdruck 
fand, dafs Ahlwardt zum Vorsitzenden des Deutschen Lehrervereins 
für Naturkunde Zweigverein Grofs- Berlin ernannt wurde. Lange 
Jahre leitete er den Verein mit grofser Hingebung und Freude. 
Dankbar erkennen auch wir an, dafs es ihm trotz grofser Schwierig- 



224 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

keiten gelang, Reitters grofses Käferwerk zur Veröffentlichung zu 
bringen. Die Zeitschrift „Aus der Heimat" nahm unter seiner 
Leitung einen bedeutenden Aufschwung. 

In den letzten Jahren hatte Ahlwardt noch grofse Pläne 
entworfen und sie unserer Gesellschaft vorgelegt. Dieselben sind 
ein teures Vermächtnis, dessen Vollführung wir dem Verstorbenen 
wohl schuldig sind. Es handelt sich um die planmäfsige Er- 
forschung der Insektenwelt der Mark, um eine Zusammenstellung 
aller hierselbst vorkommenden Insektenarten und um eine Zu- 
sammenfassung der Ergebnisse auf biosynöcischer Grundlage. 

Bei aller Arbeit, die auf Ahlwardt lastete, war er ein Mensch, 
der stets noch Zeit und Sinn für Geselligkeit hatte. Ein grofser 
Freundes- und Bekanntenkreis umgab ihn. Wir bewundern an 
ihm seine fesselnde Unterhaltungsgabe, seinen Humor, seine Ehr- 
lichkeit , seine treue Pflichterfüllung im Beruf und als Soldat. 
Sein Sommerheim in Dameswalde war der Treffpunkt vieler Ento- 
mologen ; jedem stand es gastfrei offen , und mancher wird wohl 
der Stunden gedenken, die er hier draufsen verlebt hat. 

Wir haben wahrlich an Ahlwardt viel verloren , aber wir 
wissen seine Arbeit zu schätzen und werden dem ehrenvoll Ge- 
fallenen das treuste Andenken bewahren ! 

F. Schumacher. 



Ein für die Mark neuer Ohrwurm (Dermapt.). 
Von Dr. W. Ramme (Kgl. Zoolog. Mus.). 

Auf der ersten diesjährigen Deegener - Exkursion , die nach 
B rieselang führte , brachte mir eine Teilnehmerin , Fräulein 
cand. phil. Käte Pariser, das tadellos erhaltene Abdomen eines 
Dermapters, das nach der Gestalt der Zangen und der Form der 
Subanalplatte ganz unzweifelhaft einem cf von Chelidara acanthopygia 
Gene angehörte. Somit kann der Dermapteren- Fauna Branden- 
burgs diese Art neu hinzugefügt werden , deren Vorkommen in 
unserem Gebiet nach ihrer allgemeinen Verbreitung zu erwarten, 
aber bislang noch nicht festzustellen war. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 225 

Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 

(Paläarktische Arten.) 

Von M. Bänninger. 

I. 

Das so weit verbreitete und allgemein bekannte Omophron 
limbatum F. ist aufserordentlich abänderungsfähig und selbst jene 
augenfälligen Merkmale , wie Punktierung des Kopfes , des Hals- 
schildes, der Unterseite, Form des Seitenrandes des Halsschildes, 
Zeichnung, Streifenzahl und Grundskulptur der Flügeldecken und 
Körperumrifs , auf denen sonst die Charakteristik von Arten auf- 
gebaut ist, sind bedeutenden Schwankungen unterworfen. Sie sind 
zum Teil gar nicht oder nur wenig scharf nach geographischen 
Gebieten geschieden, können vielmehr bei Individuen, die an der- 
selben Stelle und zur gleichen Zeit gefunden wurden, auftreten. 
Man wird leicht geneigt sein, die Ursachen hierfür in der grofsen 
Veränderlichkeit des Bodens zu suchen , in dem der Käfer seine 
Entwicklung durchmacht , denn jedes Hochwasser kann die Zu- 
sammensetzung an Sand, Humus, Lehm, Fäulnisstoffen und damit 
auch seine Durchlässigkeit für Luft und Feuchtigkeit verändern. 
Auch Sonnen- oder Schattenlage wird von Einflufs sein können. 
Die Grundursache mufs jedoch in einer aufserordentlichen Reiz- 
barkeit der Konstitution liegen, auf solche oder andere nicht auf- 
geführte und wohl auch weitere noch nicht erkannte Einflüsse 
zu reagieren. Es ist naheliegend, dafs je nachdem lokal die eine 
oder andere Abänderung häufiger vorkommen , oder auch ein 
jahrgangweises Auftreten nachgewiesen werden kann. Noch aus 
andern Gründen darf man aber mit der Schlufsfolgerung, dafs eine 
Abänderung nach dem vorliegenden Material an einem bestimmten 
Ort besonders häufig vorkommen und dort die normale Form 
vertreten müsse , nicht vorsichtig genug sein. Denn gerade bei 
0. limbatum und auch einigen amerikanischen Arten mit ihrer 
auffallenden Variabilität ist bei eingetauschten Tieren nur zu oft 
mit der Möglichkeit zu rechnen , dafs beim Sammeln irgendeine 
Liebhaberei für eine bestimmte Abänderungsrichtung mitgespielt 
habe. Wird doch in einer der interessanten Abhandlungen , die 
vor einigen Jahren in den Entomologischen Blättern über das 
Auffinden von Omophron erschienen , ausdrücklich erwähnt , dafs 
sich der Sammler „mit etwa zwei Dutzend besonders grofser oder 
kleiner oder apart gezeichneter Exemplare begnügte". 

Diese Veränderlichkeit gab die Veranlassung, an Hand eines 
ziemlich umfangreichen Materiales (etwa 750 Stück) Vergleiche 
von 0. limbatum F. aus Europa und Kleinasien anzustellen. Rufsland 



226 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

konnte leider nicht einbezogen werden , da von dort zu wenig 
Fundorte vertreten waren. 

Die Mikroskulptur der Flügeldecken wurde ebenfalls in 
Berücksichtigung gezogen. Es seien daher einige Bemerkungen 
vorausgeschickt. Bei Carabiden ist die Intensität der Mikro- 
skulptur oft als sekundäres Geschlechtsmerkmal ausgeprägt und 
bei unseren mitteleuropäischen Arten sicher viel weiter verbreitet, 
als allgemein angenommen und erkannt. Meines Wissens sind 
hier die o* stets glänzender als die $. Der Unterschied ist 
gewöhnlich nur relativ. Wenn die Flügeldecken des o* mit den- 
jenigen des $ bei entsprechender Vergrößerung verglichen werden, 
so kann man auch bei dem als glänzend bezeichneten cf nur in 
weniger ausgeprägter Form wie beim $ jene Grundskulptur vor- 
finden, die hier der Oberseite den matten seidenartigen Schimmer 
verleiht. Auch bei 0. limbatum lassen sich die Geschlechter, 
vorausgesetzt dafs sie aus derselben Gegend stammen, durch den 
Grad der Mikroskulptur und ihre Ausdehnung fast stets sofort 
unterscheiden. — Je nach dem Bild, das sie bei entsprechender 
Vergröfserung gibt , können 3 Stufen unterschieden werden , die 
naturgemäfs vollständig ineinander übergehen : 

1. Es zeigt sich eine zerstreute, mehr oder weniger nadel- 
rissige Punktierung. Die Punkte fliefsen nicht oder nur 
sehr vereinzelt zusammen. 

2. Die dichter stehenden Punkte fliefsen durch gebogene 
Rifschen seitlich schuppenförmig zusammen. 

3. Durch weitere und vor allem nach allen Seiten gleich- 
mäfsige Vertiefung der Rifschen entsteht eine mehr flach 
gekörnte Oberfläche. 

Die Mikroskulptur tritt bei 0. limbatum zuerst an der Spitze 
der Flügeldecken auf und verbreitet sich , am Seitenrande vor- 
greifend, nach vorn, so dafs die Schildchengegend zuletzt von ihr 
ergriffen wird. Die Naht steht oft aufserhalb dieser Reihenfolge, 
da die Skulptur dort schon weiter vorgeschritten ist wie auf den 
angrenzenden Zwischenräumen. Die Anfangsstadien der Mikro- 
skulptur beeinflussen den Glanz nicht und demgemäfs ist auch ein 
Unterschied bei den Geschlechtern unserer Art kaum wahrnehmbar. 

O. limbatum F. ist von Kiel beschrieben. Irgendwelche 
Anhaltspunkte über diejenigen Unterschiede, denen hier besondere 
Aufmerksamkeit gewidmet werden soll , sind mit Ausnahme der 
Flügeldeckenzeichnung in der Originalbeschreibung nicht vor- 
handen. Wir können uns daher an das aus Holstein vorliegende 
Material (ohne genauen Fundort) , sowie an das reichlichere von 
Hamburg und Altona halten. 



Bänninger, Zur Kenntnis der Qm fcung Omophron Latr. 227 

Die Punktierung des Kopfes schwankt sehr. Bald ist der 
ganze grüne Teil dicht und grob , bisweilen etwas zusammen- 
fliefsend punktiert, bald finden sich nur hinten neben den Augen 
einige Punkte, so dafs eine mehr oder weniger breite glatte 
Mittellinie vorhanden ist. Im übrigen Gebiet ist die Punktierung 
ebensowenig konstant. 

Die Skulptur des Halsschildes schwankt in ähnlicher Weise, 
wobei noch bedeutende Unterschiede in der Gröfse der Punkte 
vorkommen. Die Mitte der Scheibe kann mit sehr zerstreuten 
Punkten besetzt sein, während in andern Fällen die ganze Ober- 
seite ziemlich dicht und bisweilen ebenfalls etwas runzlig zu- 
sammenfliefsend punktiert ist. Bei Tieren mit stark ausgeprägter 
Mikroskulptur der Flügeldecken greift sie häufig auf das Hals- 
schild und den Kopf über. 

Besonders erwähnenswert sind die Abänderungen in der Form 
des Seitenrandes. Normalerweise ist er ziemlich gleichmäfsig 
gerundet nach vorn verengt oder vor den Hinterecken mehr 
geradlinig. Neben Käfern mit etwas stärker gerundetem Seiten- 
rand kommen solche vor, bei denen er bis zu den abgebogenen 
Vorderecken eine gerade Linie bildet. Diese Halsschildform liefs 
sich im ganzen Gebiet feststellen und findet sich auffallenderweise 
beim $ viel häufiger wie beim cf- Da auch die Länge der 
Vorderecken Schwankungen unterworfen ist , so gibt es Tiere, 
deren Halsschildform sich nicht von derjenigen unterscheidet, die 
nach Bates *) für 0. aequalis Mor. charakteristisch und die auch 
bei den vorliegenden vier Tieren von Tsingtau und Japan zum 
Teil stark ausgeprägt ist. 

Bezüglich der Veränderlichkeit der Flügeldeckenzeichnung 
begnüge ich mich, auf die ausführliche Aufstellung hinzuweisen, 
die Professor J. Roubal 2 ) auf Grund eines bedeutenden Materials 
aus dem Wiener Wald gab. Die dort unterschiedenen Zeichnungs- 
aberrationen lassen sich wohl alle im ganzen Verbreitungsgebiet 
bei genügendem aus verschiedenen Jahrgängen stammenden 
Material nachweisen. Die Zeichnung des Sokolari Roub. liegt 
z. B. aufser von Wien noch von Cuenca in Spanien vor. Im 
südwestlichen Europa ist die Zeichnung noch viel gröfseren 
Schwankungen unterworfen , wie im mittleren und östlichen. 
Neben der dort weit verbreiteten Zeichnung des maculatipennis Pic 
mit in Flecken aufgelösten dunklen Binden kommt besonders im 
südlichen Frankreich und in Spanien eine Form mit stark redu- 
zierter gelber Zeichnung vor. Sie ist am besten dadurch gekenn- 



*) Trans. Ent. Soc. 1873 p. 229 und 1883 p. 216. 
») Verh. k. k. zool. bot. Ges. Wien 1909/10 p. 373. 



228 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

zeichnet , dafs die dunkle Basalmakel in zwei Ästen mit der 
mittleren Binde zusammenfliefst. Es bleibt dementsprechend ein 
kleiner gelber Fleck an der Basis etwa auf dem dritten bis 
sechsten Zwischenraum und je nachdem noch ein zweiter weiter 
rückwärts auf dem achten stehen. Im extremen Fall besteht die 
helle Zeichnung nur noch aus einem dunkelrot durchscheinenden 
Basalfleck auf dem vierten bis sechsten Zwischenraum , dem 
schmalen Seitenrand , der vorn den dreizehnten und hinter der 
Mitte den elften Zwischenraum nicht überschreitet und der Spitze. 
Die mittlere dunkle Binde erreicht den Seitenrand , während die 
hintere am dreizehnten Streifen erlischt. Die letzte Abänderung 
ist mir bisher nur von Pau bekannt geworden. Da in Südfrank- 
reich und Spanien auffallend dunkle Tiere ziemlich häufig sind, 
so dürfte sie dort noch anderwärts festzustellen sein. — Wie sehr 
Färbungsaberrationen lokale Einflüsse zur Ursache haben müssen, 
geht am besten daraus hervor, dafs O. limbatum mit fast ganz 
gelben Flügeldecken in derselben Gegend vorkommt , wie der so 
seltene Albino von Cicindela trisignata. 

Normalerweise finden sich auf den Flügeldecken 15 Streifen 
und dementsprechend mit der Naht 15 Zwischenräume. Einseitige 
oder auch beidseitige Unterbrechungen, Verkürzungen nach vorn 
oder nach hinten, Verschmelzungen oder mehr oder weniger voll- 
kommene Einschaltungen von neuen Streifen sind teilweise sehr 
häufig. Es ist auffallend , dafs trotz dieser Unbeständigkeit die 
Unregelmäfsigkeiten bei näherem Vergleich auf bestimmte Streifen 
und Intervalle beschränkt bleiben, wie die folgende Tabelle zeigt. 
Sie spiegeln zweifellos ein Stück Entwicklungsgeschichte wider 
und geben gleichzeitig Fingerzeige für die Zukunft. 

1. Der elfte und zwölfte Zwischenraum verschmelzen teilweise, 
besonders an der Basis. Bei weitem die häufigste Abnormität. 

2. Der achte Zwischenraum kann nach vorn oder nach hinten 
verkürzt sein. Ebenfalls häufig und oft mit dem vorigen. 
In seltenen Fällen ist er nur noch rudimentär in Form einer 
mehr oder weniger unterbrochenen Körnerreihe vorhanden. 

3. Für den dreizehnten, vierzehnten und fünfzehnten Zwischen- 
raum besteht die Tendenz, untereinander zusammenzufliefsen. 
Der vierzehnte kann nach vorn verkürzt sein. Selten. 

4. Dasselbe gilt für den zweiten, dritten und vierten Zwischen- 
raum. Selten. 

Streifenvermehrung kommt gegenüber den bis jetzt erwähnten 
Reduktionserscheinungen bedeutend weniger häufig vor. Es kann 
auch beides bei demselben Individuum auftreten. 

1. Auf dem in solchen Fällen oft etwas verbreiteten achten 
Zwischenraum erscheinen gewöhnlich in der Mitte der 



Bänmnger, Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 229 

Flügeldecken ein oder mehrere Punkte. Es handelt sich 
um die Anfänge eines weiteren Streifens , doch war eine 
völlige Trennung bisher nicht festzustellen. Nicht selten. 
Der achte Zwischenraum weist demnach sowohl Reduktions- 
ais auch Progressionserscheinungen auf. 

2. Ähnliche Punkte oder Punktstreifen können auch auf dem 
fünften Zwischenraum auftreten. Selten (häufiger bei 
rotundatum). In einem Falle war einseitig ein vollständiges 
und nur nach vorn etwas verkürztes Intervall eingeschaltet. 

3. Im elften Streifen finden sich, gewöhnlich etwas hinter der 
Basis, vollständig isolierte, mehr oder weniger in die Länge 
gezogene Körner oder kurze Intervallteile. Ziemlich selten. 
(Häufig bei rotundatum.) Vereinzelt sind vollständige aber 
nach vorn verkürzte Zwischenräume ausgebildet. 

Bei 0. limbatum aus Holstein und Hamburg-Altona finden 
sich auf den Episternen der Hinterbrust normalerweise etwa 
2 — 6 Punkte, während die Seiten der ersten Sternite gewöhnlich 
4 — 10 Punkte aufweisen. Die Punktierung ist auf beiden Teilen 
bedeutenden Schwankungen unterworfen, indem sie sowohl fast 
als auch ganz verschwinden kann. In andern Fällen gewinnt sie 
besonders an den Seiten des Abdomens an Ausdehnung, geht 
jedoch in Deutschland , Österreich-Ungarn und nach dem etwas 
geringeren Material auch auf der Balkanhalbinsel über gewisse 
Grenzen nicht hinaus. Tiere mit 18 — 20 Punkten auf einer 
Seite des Abdomens (ohne die Punktgruppe , die sich oft hinter 
den Hinterhüften findet) sind in diesem Gebiet sehr selten. Doch 
ist eine bei gröfserem Material gut erkennbare geographische 
Sonderung in der Richtung nachzuweisen , dafs nach Osten und 
Südosten (Italien siehe später) die Ausdehnung der Punktierung 
im grofsen und ganzen abnimmt. Die Ausnahmen können sowohl 
vereinzelt vorkommen , als auch lokal stärker vertreten sein. — 
Auf etwas heller gefärbte Tiere , mit längeren Hinterbeinen , mit 
fast oder ganz glatten Seiten des Abdomens und der Episternen 
der Hinterbrust, ist var. corcyreum Salt Ib. von Korfu aufgestellt. 
Es liegen mir acht Exemplare vor. Sie stammen aus vier ver- 
schiedenen Quellen ; sechs weisen den typischen Fundort, nämlich 
die Ufer des Potamos auf, und alle gingen unter obigem Namen. 
Die Seiten des Abdomens und der Hinterbrust sind bei keinem 
vollständig glatt. Die letzteren sind etwas glatter wie bei nord- 
deutschen Tieren , während am Abdomen der Unterschied nur 
gering ist. Die hellere Oberseite und die etwas längeren Hinter- 
beine sind bei einem Teil der Exemplare vorhanden, doch sind 
beide Merkmale im übrigen Gebiet ähnlichen Schwankungen unter- 
worfen. Ein aus dem Deutschen Entomologischen Museum, Dahlem, 



230 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

vorliegendes $ entspricht auf den ersten Blick noch am besten 
der Beschreibung ; die Episternen weisen aber 3 und 5 und die 
Seiten des Abdomens etwa 5 und 8 Punkte auf. (Asymmetrien 
sind allgemein häufig.) Auch ein gröfseres Material von Korfu 
dürfte gewifs die Annahme bestätigen, dafs die var. corcyreum nur 
die in der Reduzierung der Punktierung extreme Form darstellt, 
die in der Originalausbeute zufälligerweise besonders stark ver- 
treten war. Auch bei norddeutschem Material sind vereinzelt die 
Seiten des Abdomens und die Episternen der Hinterbrust ganz 
glatt, oder sie ist auf ein bis zwei Punkte beschränkt, wie dies 
im Osten nach Material von St. Paul in Kärnten (Wradatsch), 
Graz (Netolitzky) , Wien , Berladtal in der Moldau (Montandon) 
und andern Lokalitäten häufiger der Fall ist. 

Eine für 0. limbatum verhältnismäfsig scharf ausgeprägte 
geographische Rasse findet sich in Spanien und dem mittleren 
und südlichen Frankreich. Die Tiere sind durch die durch- 
schnittlich viel dichtere und ausgedehntere Punktierung der 
Unterseite , in erster Linie des Abdomens , ausgezeichnet. Doch 
kommen vereinzelt Individuen vor, bei denen sie auf jenes Mafs 
beschränkt ist, wie es im mittleren Europa die Regel bildet (also 
4 — 10 Punkte). Schwächer punktierte oder ganz glatte Tiere 
liefsen sich bis jetzt noch nicht nachweisen, während die Punktie- 
rung andererseits oft eine Ausdehnung erreicht, wie sie dort nie 
festgestellt wurde. Nach dem geringen aus Nordfrankreich vor- 
liegenden Material scheint sich der Unterschied gegen Norden zu 
verflachen. 

Der später noch zu erwähnende Unterschied in der Mikro- 
skulptur der Flügeldecken zwischen 0. limbatum und rotundatum 
gab die Veranlassung, das erste aus dem ganzen Gebiet auch in 
dieser Beziehung näher zu vergleichen. Sie erwies sich als sehr 
veränderlich , doch liefs sich auch hier wie bei der Punktierung 
der Seiten des Abdomens eine west-östliche Sonderung erkennen. 
Bei den d* aus Spanien und Frankreich , sowie dem westlichen 
Deutschland ist sie häufig nur vor der Spitze der Flügeldecken 
in Form einer nadelrissigen oder schuppenförmigen Punktierung 
vorhanden. Seltener in Westeuropa , regelmäfsiger im mittleren 
und östlichen Deutschland tritt sie auch auf den Seitenrand über. 
In seltenen Fällen , besonders Ostdeutschland , erscheint sie als 
nadelrissige oder schuppenförmige Skulptur auch auf der vorderen 
Hälfte der Flügeldecken innerhalb des sechsten Streifens. Im 
nordwestlichen Ungarn (Waag- und Nitra-Ufer) , Neusiedlersee, 
Umgebung Wien und Salzburg , Kärnten (St. Paul) , Steiermark 
(Graz), Korfu, wird die letztgenannte Form häufiger und ist etwa 
zur Hälfte vertreten , ohne aber weiter nach Osten gegen das 



Bäiminger, Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 231 

Schwarze Meer (Berladtal) noch stark überhandzunehmen. — 
Beim $ ist die Mikroskulptur stärker ausgebildet , doch liegen 
im übrigen die Verhältnisse ähnlich. Bei Tieren aus dem Westen 
ist der Seitenrand und die Spitze der Flügeldecken fast stets 
kräftig geschuppt und die Scheibe nadelrissig punktiert oder 
schwach geschuppt , seltener fast oder ganz glatt. Sehr selten 
ist die Skulptur auf den schwach nadelrissig punktierten Seiten- 
rand oder auf die Spitze beschränkt. Im östlichen Gebiet (Buda- 
pest, Philippopel) treten Tiere auf, die auf der Scheibe flach ge- 
körnt sind und darin mit rotundatum übereinstimmen. 

Im nachstehenden noch einige Bemerkungen über die Ver- 
hältnisse im mittleren und östlichen Mittelmeergebiet. Die 
wenigen aus Italien vorliegenden Tiere lassen keine allgemeinen 
Angaben zu. Die 5 Stück von Carcare bei Savona und Prato 
Magno bei Florenz sind in bezug auf Punktierung des Abdomens 
normal , während sie die sehr stark ausgeprägte Mikroskulptur 
dem limbatam aus dem Osten zuweist. Ein Pärchen von Syrakus 
auf Sizilien stimmt dagegen im letztgenannten Merkmal und das 
? auch in der ausgedehnten Punktierung des Abdomens mit den 
westeuropäischen Tieren überein. Bei 0. limbatum aus den 
westlichen Gebieten der Balkanhalbinsel , Albanien , Montenegro, 
Herzegowina , Griechenland , Wardarebene und Kreta (Deutsches 
Entomologisches Museum, Dahlem) treten die Merkmale der Ostform 
im allgemeinen wenig stark ausgeprägt auf. 

0. limbatum aus Kleinasien (Tschakittal , Bulghar - Dagh, 
Bulghar-Maaden, Konia, coli. v. Bodemeyer) steht insofern etwas 
isoliert, als neben Tieren mit fast ganz glattem Abdomen, solche 
mit sehr ausgedehnter Punktierung vorkommen , wie sie in Süd- 
westeuropa die Regel bilden. Sie ist jedoch im Durchschnitt 
kräftiger. Beim cf ist die Scheibe der Flügeldecken fast oder 
ganz glatt, während der Seitenrand mehr oder weniger geschuppt 
oder nadelrissig ist. Auch beim $ finden sich häufig Exemplare 
mit glatter Scheibe, doch ist der Seitenrand stets geschuppt. 

Die Körpergröfse des 0. limbatum schwankt individuell von 
5 — 7 mm. Im allgemeinen ist das $ gröfser , kräftiger und 
breiter gebaut als das cf, doch kommen auch o* mit ausgesprochen 
weiblichem Habitus vor und umgekehrt. 

Die Vergleichung des Penis am gesamten Material ergab 
eine auffallende Gleichmäfsigkeit in der Form. Es fand sich kein 
Unterschied, ob die Tiere von Bornholm oder Sizilien, von Spanien 
oder aus Kleinasien stammen. Nur die Spitze ist individuell in 
der Abrundung unbedeutenden Schwankungen unterworfen. 

Die ziemlich umfangreich gewordenen Ausführungen sollten 
in erster Linie zeigen , ob sich bei der grofsen Veränderlichkeit 



232 Deutsch. Ent. Zeiischr. 1915. 

des 0. limbatum eine geographische Sonderung nachweisen läfst. 
Wie daraus hervorgeht , nimmt im grofsen und ganzen die 
Punktierung der Seiten des Abdomens von West nach Ost ab, 
während umgekehrt die Mikroskulptur der Flügeldecken überhand- 
nimmt. Die Tiere vom Originalfundort stehen durch die geo- 
graphische Lage desselben ungefähr in der Mitte. Diese Mittelform 
kommt neben den Abänderungen mehr oder weniger häufig im 
ganzen Gebiet vor. Welcher Wert jenen Unterschieden zukommt, 
mufs an Hand eines weiteren Materials vor allem aus dem mitt- 
leren und östlichen Mittelmeergebiet und dem ganzen Russischen 
Reich bis nach Ostasien nachgewiesen werden. Das erstere wird 
gleichzeitig zeigen , ob dort vielleicht die Westform weiter nach 
Osten verbreitet ist. Bezüglich des 0. aequalis sei erwähnt, dafs 
die beiden von Tokio und Tsingtau vorliegenden <? auch auf der 
Scheibe der Flügeldecken die flachgekörnte Mikroskulptur auf- 
weisen. Die Seiten des Abdomens sind ausgedehnt punktiert. 
Der Penis stimmt fast vollkommen mit limbatum überein ; er ist 
nur etwas kräftiger und in einer schärferen Spitze endigend, 
während sie bei unserer Form fast stets abgerundeter ist. 

O, rotundatam Chd. Nach einigem Zögern trennt es der 
Autor von 0. limbatum infolge seiner breiteren Körperform , des 
hinten breiteren Halsschildes , stärker vorspringenden Augen und 
der Zeichnung der Flügeldecken, die vor allem durch das Fehlen 
des metallischen Fleckes an der Basis (also wie bei var. Sok-olari) 
und auch im übrigen durch die stärkere Ausbreitung der gelben 
Farbe gekennzeichnet ist. Aus dem typischen Verbreitungs- 
gebiet konnten nur 2 $ vom Euphrat (Deutsches Entomologisches 
Museum, coli. Schaum) verglichen werden. Das aus der Buchara, 
besonders von Hissar vorliegende Material stimmt zum gröfsten 
Teil mit ihnen und der Originalbeschreibung so vollkommen 
überein , dafs es ohne weiteres als Basis für die folgenden Ver- 
gleiche genommen werden konnte. Die Ventralstrigae, bei limbatum 
sehr oft undeutlich, sind hier fast stets kräftig ausgebildet. Der 
vordere Teil des Prosternums steigt in der Regel weniger steil 
gegen die Kehle auf. Die Seiten des Abdomens sind schwach 
punktiert und nicht selten ganz glatt. Die Flügeldecken weisen 
auch beim cf vorn die stark ausgeprägte Mikroskulptur auf und 
erscheinen kräftig geschuppt oder gekörnt. Sehr charakteristisch 
ist die Form des Penis. Die Anlage ist dieselbe wie bei limbatum, 
doch ist die Spitze sehr lang als gleichmäfsig dünne Lamelle 
ausgezogen. Das Ende ist stärker abgerundet. 

Die Zeichnung ist einigen Schwankungen unterworfen. Der 
Basalfleck kann ziemlich stark ausgeprägt sein , trotzdem die 
andern Merkmale vollkommen mit rotundatum übereinstimmen. 



Bänninger, Zur Kenntnis der Gattung Omophron Latr. 233 

Besonderes Interesse beanspruchen 2 <? von Hissar. Der Basal- 
tleck, der schmalere Körperumrifs , Form des vorderen Teiles des 
Prosternums und Penis stimmen mit limbatum überein 1 ). Die Mikro- 
skulptur der Flügeldecken, die braune, wenig metallische aufser 
dem Basalfleck ebenfalls reduzierte dunkle Flügeldeckenzeichnung 
und die kräftigen Ventralstrigae sind dagegen wie bei rotundatum. 
Die Halsschildform steht in der Mitte. In noch viel ausgeprägterer 
Weise verwischen sich die Unterschiede der beiden Formen weiter 
im Westen diesseits des Kaspischen Meeres. Es handelt sich um 
eine Ausbeute von etwa 50 Exemplaren von Elisabetpol. Der 
Basalfleck fehlt nur etwa beim zehnten Teil. Ungefähr bei jeder 
Hälfte des Restes ist er auf den zweiten bis dritten und zweiten 
bis fünften Zwischenraum ausgedehnt. Die mittlere dunkle Binde 
ist bei der Mehrzahl gar nicht oder nur unvollkommen unter- 
brochen , wie auch im allgemeinen die dunkle Zeichnung weniger 
reduziert ist als bei den Tieren aus der Buchara. Die Form des 
Prosternums steht ungefähr in der Mitte, während die Ventralstrigae 
in ähnlicher Weise wie bei limbatum schwanken. Der Penis stimmt 
fast vollständig mit rotudantum überein , ist jedoch stets etwas 
kürzer und bei schwächer abgerundeter Spitze nach vorn mehr 
verengt. Die Flügeldecken des cf weisen auch auf der vorderen 
Hälfte eine schuppenförmige oder flachgekörnte Mikroskulptur auf, 
die im Durchschnitt nur sehr wenig schwächer ist wie bei rotundatum 
aus der Buchara. Auf kein Exemplar waren alle Merkmale des 
rotundatum der Buchara vereinigt. Ähnlich liegen die Verhältnisse 
bei einigen Käfern von Geok-Tapa und einem einzelnen cf von Beirut. 
Eine oberflächliche Beurteilung weist das fragliche Material 
infolge seiner auch beim $ fast stets mit limbatum übereinstim- 
menden schmaleren Körperform, dem häufigen Vorhandensein eines 
sehr stark ausgeprägten Basalfleckes und der allgemein stärkeren 

I Ausdehnung der dunklen Stellen der Flügeldecken in die nächste 
Verwandtschaft unserer mitteleuropäischen Art. Nach den feineren 
aber sicher nicht minder wichtigen Geschlechtsunterschieden in 
der Mikroskulptur der Flügeldecken und vor allem in der Form 
des Penis stehen die Tiere dem rotundatum äufserst nahe. 
O. sardoum, Reitter wurde vom Autor als Varietät zum 
ägyptischen tesselatum Dej. gezogen. Aufser einem aus dem 
Deutschen Entomologischen Museum, Dahlem, stammenden Cotypus 
liegt mir ein gröfseres von Dr. A. H. Kraufse gesammeltes 
Material vor 2 ). Nur die in der Ausdehnung mit tesselatum Dej. 



*) Während des Druckes erhielt ich noch 2 gleiche o* von Wernyi. 
Die Basalmakel ist aber auf 1 — 2 Zwischenräume beschränkt. 

2 ) 0. sardoum fliegt nach seiner Mitteilung nach Cieindelen- Art! 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 16 



234 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

in der Regel übereinstimmende Flügeldeckenzeichnung konnte den 
Autor veranlassen, die sardischen Tiere zu dieser Art zu ziehen, 
während alle andern Artmerkmale auf das spanische variegatum Ol. 
hinweisen. Die Zusammengehörigkeit geht am besten aus einer 
Gegenüberstellung der allgemein bekannten (aufser der Zeichnung) 
und einiger neuer Unterschiede der beiden Arten hervor , wobei 
das für variegatum Gesagte auch für tesselatum volle Anwendung 
findet : Der an der Basis des Halsschildes befindliche Quereindruck 
ist bei tesselatum viel stärker ausgeprägt, dichter und ausgedehnter 
runzlig punktiert. Die Zwischenräume der Flügeldecken sind ge- 
wölbter und die Streifen ebenfalls stärker punktiert. Das letzte 
Glied der Kiefertaster ist bei der ägyptischen Art kürzer als bei 
variegatum und vor der Basis stärker verdickt. Die bei variegatum 
auf der Oberseite vor der Basis befindliche Abflachung ist bei 
tesselatum stärker ausgeprägt, so dafs das Glied besonders beim b* 
oft ausgehöhlt erscheint. Beim $ von 0. variegatum fehlt von 
den zwei Borstenpunkten auf den Hinterhüften häufig der vordere, 
während beim $ des tesselatum stets nur der hintere ausgebildet 
ist. Die Mikroskulptur des variegatum ist gleichmäfsig flach 
gekörnt ; bei tesselatum ist sie etwas feiner, fliefst quer zusammen 
und erscheint dadurch wellenförmig geschuppt. Das Ende des 
Penis ist bei tesselatum halbkreisförmig abgerundet, bei variegatum 
dagegen etwas winklig ausgezogen. 

0. sardoum ist demnach als eine östliche Rasse des spanischen 
variegatum aufzufassen, bei der die Flügeldeckenzeichnung eine 
stärkere Ausdehnung aufweist. Extremhelle Tiere aus Sardinien 
unterscheiden sich nicht von extrem dunklen variegatum. aus 
Spanien. Das Halsschild ist im allgemeinen wie bei variegatum 
gezeichnet , doch fliefsen die drei Flecken bisweilen zusammen. 
Der stark ausgeprägte grüne Schimmer der Zeichnung stimmt 
ebenfalls mit der spanischen Art überein. — Das in der „Käfer- 
fauna der Balkanhalbinsel" von „Daphno, Griechenland" erwähnte 
variegatum mit stärkerer Ausdehnung der Flügeldeckenzeichnung 
dürfte wahrscheinlich hierher gehören. Nach brieflicher Mitteilung 
von Herrn Kustos Apfelbeck in Sarajevo befindet sich jetzt das 
einzige Exemplar im dortigen Museum. Nach seiner Ansicht 
„stammt das Tier wahrscheinlich von Daphnes bei Megalokastron 
auf der Insel Kreta , wo Frivaldsky vor vielen Jahren sammeln 
liefs". Es wäre sehr wünschenswert, neues Material mit sichern 
Fundorten zu erhalten , um die so interessante Verbreitung im 
Mittelmeergebiet feststellen zu können. 






Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 235 

Mikroskopische Studien über die Gattung Stenus Latr. 
(Col., Staphyl.) 

Von Ludwig Benick, Lübeck. 

Vorbemerkungen. Es ist wiederholt Klage darüber ge- 
führt worden, dafs die Entomologen in ihren Arbeitsmethoden zu 
sehr am Althergebrachten kleben, so auch bezüglich der Verwen- 
dung des Mikroskops bei systematischen Studien. Abgesehen von 
solchen Fällen, in denen die geringe Gröfse der Objekte gebiete- 
risch eine Anwendung stärkerer Vergröfserungen fordert, gilt noch 
heute tatsächlich die Lupe als das Universalinstrument des be- 
schreibenden Systematikers. Es soll hier selbstredend nicht der 
Standpunkt vertreten werden, als ob dieses verhältnismäfsig leicht 
zu handhabende Hilfsmittel entbehrt werden könne — im Gegen- 
teil : die Lupe ist für mittelgrofse und kleine Insekten dasjenige 
Instrument, dessen Verwendung zur klaren Auffassung der Form- 
und Gröfsenverhältnisse unerläfslich ist. Auch ist in vielen Fällen 
für die Erkennung der Punktur, der Gröfsenverhältnisse der Fühler- 
und Tarsenglieder und der Färbung der Gebrauch der Lupe aus- 
reichend. Und doch ist man in letzter Zeit mehr und mehr zu 
der Ansicht gekommen, dafs zur scharfen Charakterisierung einer 
Art sämtliche verfügbaren Merkmale herangezogen werden 
müssen, also auch diejenigen, die durch Verwendung des Mikro- 
skops erst erschlossen werden. Dahin gehören : die feinere Struktur 
der Körperoberfläche, das Vorhandensein oder Fehlen von Spitzen, 
Dornen oder Zacken, die bei Lupenvergröfserung überhaupt nicht 
sichtbar oder übersehen werden könnten , das Gröfsenverhältnis 
der Fühler- und Fufsglieder und endlich anatomische Merkmale. 

Es soll zugegeben werden , dafs in derartigen Forderungen 
gewisse Gefahren liegen. Die gröfste scheint mir zu sein , die 
einseitige Betonung des Wertes mikroskopischer Beobachtung für 
die Artbestimmung 1 ). Darüber gebe man sich keinen Illusionen 
hin : in den seltensten Fällen wird die mikroskopische Unter- 
suchung das einzige Mittel zur Arttrennung bei Insekten an die 
Hand geben , in wenigen Fällen werden die durch stärkere Ver- 
gröfserung gewonnenen Ergebnisse entscheidende Bedeutung für 
den Artbegriff gewinnen, und in den weitaus meisten Fällen wird 
mit Hilfe des Mikroskops nur eine schärfere Präzisierung der Art 
möglich sein. Dieses „Nur" genügt aber vollständig, um die Ver- 
wertung mikroskopischer Merkmale zu rechtfertigen ; denn bei der 
grofsen Variabilität fast aller Arten bezüglich der „ Lupenmerk - 



x ) Vgl.: Dr. Fritz Netolitzky, Über die Mikro-(Grund-)Skulptur bei 
der Gattung Bembidium Latr. Wiener Entomologische Zeitung 1909, p. 1. 

16* 



236 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

male", sowie bei der Relativität der meisten angegebenen Art- 
kennzeichen wird man froh sein müssen , neue Anhaltspunkte zu 
gewinnen. — Die zweite oft angeführte Gefahr, dafs gerade bei 
diesen subtilen Arbeiten für Artmerkmal angesehen werden könne, 
was nur Gattungen charakterisiere, dürfte nur für den bestehen, 
der ungenügend Vergleichsmerkmal benutzte oder in allgemeinen 
systematischen Studien nicht genug bewandert ist. Darin liegt 
also ein Vorwurf, der mit der Sache selbst nichts zu tun hat. — 
Und wenn endlich gesagt wird , dafs manche sich durch solche 
Forderungen von systematischen Studien überhaupt abschrecken 
lassen möchten, so ist demgegenüber zu betonen, dafs gründliche 
Arbeit um so ergebnisreicher ist und daher auch keinen ernsthaft 
Wollenden abschrecken kann. 

Was die Verwendung des Mikroskops anbetrifft, so verweise 
ich auf die schon angeführte Arbeit von Prof. Dr. Netolitzky, 
möchte jedoch bemerken, dafs ich eine etwa 100 fache Vergröfse- 
rung anwandte, die mir ausreichend erscheint. — Ich habe mich 
bei den Untersuchungen im allgemeinen auf europäische Arten 
beschränkt, da mir nur von diesen ausreichendes Material zur 
Verfügung stand. 

I. Die Grundskulptur der Körperoberfläche. 

Mit 8 Abbildungen. 

Die Körperoberfläche der europäischen Stenus- Arten ist mehr 
oder weniger grob und tief punktiert und in den meisten Fällen 
auch behaart. Diese beiden Faktoren bedingen zwar im wesent- 
lichen das Aussehen der Tiere , doch kommt daneben noch eine 
Erscheinung in Frage , die makroskopisch nur in der Gesamt- 
wirkung zur Geltung gelangt, nämlich der Glanz. Derselbe ist, 
physikalisch betrachtet, dann am stärksten, wenn die vollkommen 
glatte Oberfläche wie ein Spiegel wirkt. Das kommt auch bei 
den zu besprechenden Arten gelegentlich vor. In den weitaus 
meisten Fällen ist aber ein System von mehr oder weniger tief 
und scharf eingeritzten Linien vorhanden, das die Körperhaut bei 
schwacher Vergröfserung lederartig gewirkt erscheinen läfst. Diese 
Linien laufen oft nahezu parallel, oder sie sind bogig verbunden, 
oder sie fügen sich zu Feldern zusammen, welche aufserordentlich 
mannigfaltige Form haben können und auch in ihren Gröfsen- 
verhältnissen Änderungen unterworfen sind. In ihrer Gesamtheit 
bezeichnet man sie als Chagrin. 

Vor der Untersuchung müssen die Tiere einer gründlichen 
Reinigung unterzogen werden , da sie meist mit einem dünnen 
Fettbelag überzogen sind. Ich habe diese Reinigung mit reinem 



» 



Benick, Mikroskopische Studien über die Gattung Stenus Latr. 237 

Schwefeläther bewerkstelligt ; mit Hilfe eines weichen Pinsels sind 
selbst festgeklebte Schmutzpartikel in kurzer Zeit zu entfernen. 
Folgende Arten sind untersucht worden 1 ) : Stenus biguttatus L., 
bipunctatus Er., longipes Heer, guttula Müll., maculiger Ws., laevigatus 
Muls. , bosnicus Bernh. (1 o") , posticalis Epp. , bimaculatus Gyll., 
stigmida Er., Juno F., ater Mnnh., intricatus Er., longitarsis Thoms., 
fasciculatus J. Sahlbg., calcaratus Scr., excellens Epp. (1 $) , latus 
Benick, providus Er., 2%m Kr., clavicornis Scop. , scrutator Er. 
(1 ?), Deubeli Benick (1 cf ), Silvester Er., excubitor Er., lustrator Er., 
proditor Er., hyperboreus J. Sahlbg. (1 ?) asphaltinus Er., Guynemeri 
Duv. , aterrimus Er. , fossidatus Er. , gracilipes Kr. , alpicola Fauv., 
palposus Zett., nivalis Er., buphthahnus Grav., umbricus Baudi (1 cf , 
1 $), incrassatus Er., canaliculatus Gyll., m'te«.? Steph., mono Grav., 
neglectus Gerh., melanarius Steph., atratulus Er., subdepressus Muls., 
melanopus Marsh., capitatus Epp., mendicus Er., incanus Er., ampli- 
ventris J. Sahlbg. (1 ?), Zafo'fe Er., confusus J. Sahlbg. (nur $$), 
pokm Münst. (1 d% 1 $), pusillus Steph., strigosus Fauv. (1 cf), 
??am«s Steph., circidaris Grav., pumilio Er., cautus Er., vafellus Er., 
fuscipes Grav., kongsbergensis Münst. (1 o"), -4^w« Grav., humilis Er., 
phyllobates Pen., carbonarius Gyll., eumerus Kiesw. , scabriculus J. 
Sahlbg. (nur cfo*), opticus Grav., crassus Steph. , formicetorum Mnnh., 
salumandra Bondr., nigritulus Gyll., brunnipes Steph. ; latifrons Er., 
fulvicornis Steph. , tarsalis Lj. , fftmtfö Hbst. , cicindeloides Schall., 
Kiesenwetteri Rosenh., solutus Er., fornicatus Steph., canescens Rosenh., 
pubescens Steph., salinus Bris., binotatus Lj., pallitarsis Steph., niveus 
Fauv., Leprieuri Cuss. (nur $$), picipes Steph., monachus Bernh., fovei- 
collis Kr., bifoveolatus Gyll., paludicola Kiesw., picipemiis Er., languidus 
Er., nitidiuscidus Steph., Ganglbaueri Bernh. , ßavipes Steph.; cordatus 
Grav. , hospes Er. , cribratus Kiesw. , cyaneus Baudi , glacialis Heer, 
subaeneus Er. , aceris Steph. , impressus Germ. , palustris Er. , ossium 
Steph., geniculatus Grav. 2 ), transsilvanicus Bernh., obscwHpes Gnglb., 
scaber Fauv., fuscicornis Er., sparsus Fauv. (1 d"), elegans Rosenh., 
Erichsoni Rye , suramensis Epp. , coarcticollis Epp. , montivagus var. 
carpathicus Gnglb. 3 ), pallipes Grav., Kolbei Gerh., Reitteri Ws. (2 $$), 
lineola Epp. (2 cfcf), Hopffgarteni Epp., grossepunctatus Reitter. 

*) Dafs ich in der Lage war, Objekte aus fast allen Gebieten Europas 
zu untersuchen, danke ich in der Hauptsache Herrn Otto Leonhard- 
Dresden-Blasewitz, dessen äulserst sorgfältig bezetteltes Material — ins- 
besondere aus Südeuropa — mir zum grofsen Teil zur Verfügung stand. 

2 ) Über ßavijjalpis Thoms. sind mir Zweifel, betr. das Artrecht, 
aufgestofsen, so dafs ich vor Untersuchung weiteren Materials kein end- 
gültiges Urteil abgeben möchte. 

3 ) Von der Art, die sich durch sehr kurze Flügeldecken auszeichnet 
und deren Verbreitung wahrscheinlich auf die Alpen und Nachbargebiete 
beschränkt ist, besitze ich nur 1 scheinbar abnorm gebautes $ aus den 
Vogesen (Deville). 



238 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 




Abb. 1. 



Als Typus einer stark chagrinierten Art möge St. bimaculatus 
(nach Stücken aus der Umgebung Lübecks) ausführlich besprochen 
werden. 

Die ganze Oberseite ist chagriniert. Am Kopf läfst die 
Oberlippe zwischen der Punktur ziemlich feine polygonale Felder 
erkennen, die aber nur flach eingeritzt sind. Die Stirn zeigt ein 
ebenso feines aber deutlich tieferes Chagrin, ganz vorn stehen die 
Punkte so eng, dafs die Risse auf den schmalen Zwischenräumen 
kaum erkennbar sind. Um so deutlicher, gröber und tiefer ist 
die Felderung auf der gewöhnlich verdeckten Halspartie des Kopfes, 

auf der nur vorn eine Punktierung- 
vorhanden ist. Der Halsschild zeigt 
zwischen den sehr tief eingestochenen 
Punkten ein aufserordentlich scharf 
eingeschnittenes Netz von unregel- 
mäfsigen Polygonen (Abb. 1), ebenso 
die Flügeldecken, deren Maschen etwas 
gröber sind. Überall kommen die 
Linien aus den Punkten etwas tiefer 
eingeritzt heraus und werden nach 
der Mitte des Feldes zu feiner. Das 
tief und versteckt eingebettete Schild- 
chen (des Mesothorax) ist überall grob- 
schuppig chagriniert , an der Spitze 
/ t^^S^J$^^^J^^ grubig punktiert. Auf den Flügel- 
decken heben sich zwei Partien be- 
sonders ab : der vordere verengte 
Halsabschnitt und der schmale Naht- 
saum. Ersterer ist nicht polygonal 
genetzt, sondern indem die vordere 
Seite jeder Masche sich schwach wölbt 
und zugleich abrundet , entsteht eine 
ziemlich grobschuppige Struktur. Der 
unpunktierte Nahtsaum trägt ein aufser- 
ordentlich feines, längsmaschiges Ge- 
webe, das nur bei günstigem Lichtfall 
deutlich wird. Das unter den Decken 
liegende Schildchen des Metathorax 
hat an den Seiten die feinste Netzung 
fast regelmäfsiger fünfeckiger Felder, 
während nach der Mitte zu die 
Maschen allmählich gröfser werden und sich in der Längs- 
richtung etwas strecken ; die hintere Spitze ist fast glatt. Das 
Abdomen zeigt bei eingezogenen Tergiten zwischen den Punkten 




Abb. 2. 



J 



Benick, Mikroskopische Studien über die Gattung Stenus Latr. 239 

überall ein ziemlich grobes Netzwerk (Abb. 2 a) , das jedoch vom 
vierten und besonders vom fünften Segment ab bedeutend tiefer 
und auch etwas feinmaschiger wird. Bei ausgezogenen Segmenten 
gewahrt man vorn einen Abschnitt, der fast ebenso lang wie der 
freiliegende Teil ist und zwei scharf getrennte Chagrinformen 
erkennen läfst. Vorn , an der Grenze gegen das voraufgehende 
Segment , finden sich sehr tief eingeschnittene ziegelartig ge- 
ordnete rechteckige Felderchen (Abb. 2 c), die nach hinten durch 
eine schmale glatte Linie von einer etwas breiteren Fläche mit 
schuppiger Struktur getrennt sind. Die Schuppen werden hinten 
gröber und flacher und gehen stellenweise in Wellenlinien über 
(Abb. 2 b). 

Auf der Unterseite ist die Wangenpartie des Kopfes 
zwischen den groben Punkten ziemlich tief chagriniert, ebenso das 
Kinn mit dem Zahn, das sehr feine Maschen trägt. Abweichend 
ist. besonders der Teil zwischen den Kehlnähten skulptiert. Die 
hintere erweiterte Partie ist mäfsig grob schuppig chagriniert, 
nach vorn werden die Schuppen gröber und flacher. Es folgt eine 
flache Erhöhung, vor der nun querwellige Wülste, deren Furchen 
nicht scharf eingeschnitten sind, das Chagrin vertreten. Diese 
Wellen werden vorn immer flacher und gehen schliefslich in scharf 
aber flach eingeschnittene quergestreckte Felder über. — Das 
Prosternum hat zwischen den grofsen Punkten eine mäfsig grobe 
Felderung , der zwischen den Hüften liegende Teil ist dichter 
quermaschig chagriniert. Die viel feiner und weitläufiger punk- 
tierten Epineren der Vorderbrust sind dicht flach quermaschig, 
fast geschuppt. Meso- und Metasternum tragen ziemlich enge 
und tiefe Polygone, die beim letzteren hinten weitmaschiger und 
tiefer sind, bis auf einen halbringförmigen Teil vor den Hüften, 
der punktfrei und fein längsmaschig chagriniert ist. Eine kleine 
längliche Partie kurz vor dem hinteren Ausschnitt des Meta- 
sternums ist glatt. Episternen und Epimeren des Meso- und 
Metathorax sind weitmaschig und tief chagriniert. — Das Ab- 
domen zeigt am ersten Ventralsegment auf einem schmalen, wulstig 
abgesonderten Saum (Gleitfläche an der Hinterbrust) zwischen der 
feinen und weitläufigen Punktur enges und tiefes Chagrin. Da- 
hinter befindet sich jederseits eine breite flache Vertiefung (für 
die Bewegung der Hinterschenkel), die vorn dichter punktiert und 
tiefer gefeldert , hinten sehr sparsam punktiert und grobmaschig 
chagriniert ist. Die übrige Partie ist mäfsig tief, im hintern Teil 
flach geritzt. Der fast bis an den Hinterrand reichende Mittel- 
kiel ist fein längsmaschig liniert. Die folgenden beiden Segmente 
zeigen dasselbe Bild: vorn ist das Chagrin tiefer als hinten. Beim $ 
sind die Felder vom fünften Segmente an überall gleichmäfsig und 



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Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



etwas tiefer und kleiner, die vorderen Segmente so wie beim o*. 
Die eingezogenen Partien tragen Ziegel- und Schuppenchagrin wie 
oben. Beim d* beginnt auf dem vierten Segment die Geschlechts- 
auszeichnung. Auf dem 
flachen Eindruck ist das 
Chagrin vorn feldrig und 
geht hinten allmählich in 
das wellig -linige über. 
Ahnlich ist es auf dem 
fünften Segment (Abb. 3), 
nur ist auf dem äufsersten 
Hinterrand das Chagrin 
unterdrückt. Das sechste 
Segment ist vorn tief 
und rauh chagriniert, 
hinten flacher und mehr 
wellig; das siebente Seg- 
ment ist vorn , wo es 
unter dem vorigen liegt, 
fast glatt, hinten längs- 
maschig, das achte über- 
all tief und eng gefeldert. Die auf dem vierten bis sechsten 
Segment auftretenden Kiele sind auf dem Grat glatt , an den 
Seiten längsmaschig flach geritzt. 

An den Beinen haben die Schenkel zwischen den schief 
eingestochenen Punkten ein grobmaschiges, mäfsig tiefes Chagrin 
(Abb. 4), während die Schienen (Abb. 5) längliche schmale Felder 




Abb. 3. 





Abb. 4. 



Abb. 5. 



tragen. Die Trochanteren sind fein und flach chagriniert , die 
Hüften dagegen ziemlich tief und enger. Wo an Tastern, Füh- 
lern und Tarsen wegen der dichten Behaarung ein Chagrin 
erkennbar ist, sind es schwache Längslinien, nur die Fühlerkeule 
hat deutliche Querrisse. Auf der Basalpartie der Mandibeln ist 
eine feine Felderung erkennbar. 

Der eben besprochenen Art gegenüber können St. similis (Ex. 
von Sardinien, Sorgono ; leg. Dr. Kraufse^ und St cordatus (Ex. von 



Benick, Mikroskopische Studien über die Gattung Stenus Latr. 241 

Bulgarien , Magiige ; leg. M. Hilf) als glatt bezeichnet werden. 
Doch sind bei St. similis die Oberlippe, Halspartie und Kehlnaht- 
zwischenraum des Kopfes, Unterseite und Seitenteile der Vorder- 
brust , Gleitsaum der Mittelbrust , Halspartie und Schultern der 
Flügeldecken , Schildchen , Episternen und Epimeren der Hinter- 
brust, die eingezogenen Partien des Abdomens, die vertieften Teile 
des vierten und fünften Ventralsegments beim d", das fünfte Ven- 
tralsegment am Hinterrand beim $ , Schenkel und Schienen ent- 
sprechend wie bei St. bimaculatus chagriniert, die grofsen Flächen 
der Oberseite wie der Unterseite dagegen glatt. Bei St. cordatus 
sind der Kopf an der Unterseite schwach, der Kehlzwischenraum 
und die Halspartie tief, die Epimeren der Vorderbrust, das Schild- 
chen , der Gleitsaum der Mittelbrust , Episternen und Epimeren 
der Hinterbrust, die Halspartie der Flügeldecken, die eingezogenen 
Segmentstücke und die Schenkel und Schienen chagriniert. Die Glätte 
ist bei St. similis etwas anders geartet als bei St. cordatus ; bei 
ersterem sind die Punkte tief eingestochen, und die Punktränder 
gehen im Bogen in die Oberfläche über (Abb. 6, schematisch), bei 
letzterem macht es den Eindruck , als ob , nachdem die Punkte 
eingestochen waren, die Oberfläche abgehobelt wurde; dadurch er- 
scheinen die Punktränder schärfer, die Punkte selbst aber weniger 
tief (Abb. 7, schematisch). 





Abb. 6. Abb. 7. 

Zwischen den beiden Extremen — St. bimaculatus einerseits, 
St. similis und cordatus andererseits — ist die Oberflächenskulptur 
der europäischen Steninen ausgebildet, und zwar derart, dafs so- 
wohl die Tiefe der eingeritzten Linien Abweichungen unterworfen, 
wie auch die Ausdehnung der skulptierten Partien eine gröfsere 
oder geringere ist. Im allgemeinen lassen sich folgende Cha- 
gr informen unterscheiden : 

1. Das Netzchagrin. Die Grundform ist das Polygon. 
Dasselbe kann regelmäfsig sein, meist fünfeckig, weicht jedoch in 



242 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

den zahlreichsten Fällen von der regulären Form ab. In extremen 
Fällen (Schienen bei St. cordatus ; vergl. Abb. 5) sind die Maschen 
so in die Länge gezogen, dafs bei schwach abgerundeten stumpfen 
Winkeln fast wellenförmige Bildungen vorzuliegen scheinen. Die 
Tiefe der eingeschnittenen Fazettenlinien ist in vielen Fällen 
durchaus gleichmäfsig, ebenso oft ist die Tiefe der Linien an den 
Stellen, wo sie in die Punkte einmünden, jedoch gröfser, so dafs 
dann gewissermafsen die Furchen aus den Punkten herauszutreten 
scheinen und desto mehr abflachen, je weiter sie von den Punkten 
fortlaufen. Wenn nun die Tendenz der Chagrinunterdrückung ein- 
setzt ( — das Bild der Abhobelung würde das Verständnis er- 
leichtern — ) , verschwinden die eigentlichen Netzlinien , die aus 
den Punkten heraustretenden Risse aber bleiben , so z.B. bei 
manchen Stücken des im allgemeinen glatten St. Eriehsoni. Das. 
Facettenfeld selbst kann eben oder gewölbt sein (Abb. 8 a u. b ' 
schematisch). Verbinden sich vollkommen ebene Felder mit gleich 

a 



Abb. 8. 

mäfsig eingeschnittenen Chagrinlinien, so zeigt die Oberfläche den 
sogenannten Fettglanz (St, bifoveolatus , nitidiusculus , ßavipes). Bei 
gewölbten Feldern hängt die Intensität des Glanzes von der Höhe 
der Wölbung wie von der Gröfse der Maschen ab : je gröfser die 
Maschen und je flacher die Wölbung , desto stärker der Glanz. 
Die Oberfläche erscheint matt, wenn die Felder so klein werden — 
bei gleichzeitiger Maschenwölbung — , dafs eine regelmäfsige 
Lichtreflektion nicht mehr stattfinden kann. — Das Netzchagrin 
oder die Felderung tritt hauptsächlich an der freien Körperober- 
fläche auf, wird jedoch auch an den letzten Abdominalsegmenten 
auf untergeschobenen Partien beobachtet. 

2. Das Schuppenchagrin. Man kann sich diese Form 
aus der vorigen dadurch entstanden denken , dafs die Feldchen 
nach einer Richtung etwas gehoben und zugleich abgerundet sind. 
Diese Vorstellung ist um so mehr berechtigt , da solche Über- 
gänge gelegentlich auftreten (z. B. zwischen Wölbung und Hals- 
partie der Flügeldecken). — Das schuppige Chagrin kommt auf 
den Gleit-Flächen und -Säumen der Segmente, der Brust und des 
Kopfes vor. 



Benick, Mikroskopische Studien über die Gattung Stemm Latr. 243 

3. Das We 1 1 en chagr in. Es geht hauptsächlich aus der 
vorigen Form hervor, indem die herabgebogenen Seiten der Schuppen 
flachbogig ineinander übergehen, es kann aber auch aus der Fel- 
derung entstehen , indem die Linien in einer Richtung stehen 
bleiben und dann leicht gekrümmt und oft unterbrochen sind *). 
Wenn die Einschnittlinien , besonders wo sie aus der Schuppen- 
bildung hervorgehen, weiter auseinanderrücken und nun sich am 
Grunde breit abrunden, entstehen Skulpturformen, die als Wülste 
zu bezeichnen und nicht mehr zum Chagrin zu stellen sind. — 
Das Wellenchagrin tritt bei den Steninen deutlich meist nur dort 
auf, wo das Mutterchagrin (Schuppenbildung oder Felderung) zu 
erlöschen im Begriff ist oder in andere Formen übergeht, z. B. 
Zwischenraum der Kehlnähte und männliche Auszeichnung auf 
den Ventralsegmenten. 

4. Das Ziegelchagrin. Es besteht aus meist recht- 
eckigen Feldern , deren Grenzlinien sehr tief eingeritzt sind. 
Schwankungen im Verhältnis der Feldlänge zur Breite treten bei 
verschiedenen Arten auf, doch geht die Länge nie über die 
doppelte Breite hinaus. Hin und wieder kommt es vor , dafs 
sich die scharfen Ecken verwischen, doch bleibt die Zugehörigkeit 
zu dieser Form trotzdem erkennbar an der stets gleichmäfsig 
tiefen Einmeifselung. Die Felder selbst sind stark erhoben. — 
Das Vorkommen dieser Chagrinform ist auf die vordersten unter- 
geschobenenen Partien des zweiten bis siebenten Segments be- 
schränkt (Abb. 2 c). 

Übersieht man das Vorkommen der verschiedenen Formen der 
Grundskulptur bezüglich der Verteilung auf der Körperoberfläche, 
so ergibt sich folgender Gegensatz : 

1 Vorwiegend auf der freien Körperfläche . Netzchagrin ; 
l" meist auf eingezogenen, bezw. verdeckt 

liegenden Teilen des Körpers, 
2' nur auf den vordersten Partien der ein- 
gezogenen Abdominalsegmente . . . Ziegelchagrin ; 
2" auch an den Gleitflächen des Vorder- 
körpers Schuppenchagrin ; 

2'" nur als Übergangsform Wellenchagrin. 

Die gröfste Konstanz hat das Ziegelchagrin; es kommt bei 
sämtlichen Arten , unabhängig von der Oberflächenskulptur , vor. 
Fast ebenso konstant ist die Schuppenbildung, die an den in der 



] ) Das leichtwellige Linienchagrin, das sich z. B. bei Leptacinus 
batychrus Gyll. auf dem Vorderkörper findet, ist von dem eben besprochenen 
Wellenchagrin wesentlich verschieden und stellt wohl eine besondere 
Form der Oberflächenskulptur dar. 



244 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Abb. 2b bezeichneten Orten ebenfalls bei sämtlichen Arten auf- 
tritt ; an den Gleitflächen des Vorderkörpers kann sie gelegent- 
lich durch stark eingeschnittene Felder ersetzt sein. Das Wellen- 
chagrin tritt nur konstant am Kehlnahtzwischenraum auf, sonst 
kann es fehlen. Die gröfste Mannigfaltigkeit zeigt das Netz- 
chagrin , was Vorkommen oder Fehlen , Gröfse , Form und Tiefe 
der Maschen und Verteilung auf dem Körper anbetrifft. Solche 
Abweichungen zeigen sich jedoch nur bei verschiedenen Arten ; 
innerhalb derselben Spezies sind die Schwankungen im allgemeinen 
sehr gering. Diese Tatsache läfst dem Netzchagrin allein als Art- 
merkmal eine gewisse Bedeutung zukommen. Fast kann man 
sagen, dafs die Fazettierung der Körperoberfläche bei den Steninen 
für jede Art, die überhaupt chagriniert ist, ein typisches Merkmal 
darstellt. Trotzdem ergeben sich , will man diese Unterschiede 
schriftlich fixieren , Schwierigkeiten , da die Differenzen mehr re- 
lativer Natur und oft so fein sind, dafs sicheres Verständnis nicht 
zu erzielen sein dürfte. Bei einzelnen Arten allerdings bietet 
gerade das Chagrin ein vorzügliches Hilfsmittel der Artabtrennung. 

Bei der Mehrzahl der Arten entspricht das Netzchagrin der 
Unterseite demjenigen der Dorsalfläche. Da zudem die gebräuch- 
liche Präparation die Unterseite verdeckt , so werde ich im fol- 
genden die Skulpturverhältnisse der Ventralseite aufser Betracht 
lassen. 

Für die Verteilung der Felderung auf der Oberseite läfst sich 
allgemein sagen, dafs der Halsschild und die letzten Abdominal- 
segmente, vom fünften an, am tiefsten und feinmaschigsten cha- 
griniert sind , dann folgen die Flügeldecken , die meist etwas 
flachere und gröbere Maschen tragen , und endlich der Kopf und 
die vorderen Segmente. Diese Abstufungen gelten für die meisten 
Arten und können auch derart in die Erscheinung treten , dafs 
bei flacher Netzung des Halsschildes auf dem Kopf und den ersten 
Segmenten das Chagrin vollkommen unterdrückt wird. — Ge- 
schlechtliche Unterschiede sind im allgemeinen nicht festzustellen. 

Untergattung Stenns Rey. Sämtliche gefleckte Arten 
sind auf der ganzen Oberseite chagriniert. Infolge der meist 
dichten Punktur treten an die Stelle der vollen Chagrinfelder oft 
nur Linien zwischen den Punkten auf, besonders deutlich wird 
auf dem Vorderkörper die volle Maschenbildung , die auf dem 
Abdomen stets besteht, auf den Halsschildschwielen bei St guttula 
und Verwandten, sowie bei sämtlichen Arten auf den roten Flecken, 
auf denen die Punkte immer feiner und weitläufiger stehen , das 
Netzwerk aber etwas feinmaschiger ist. — St, Juno und seine 
Verwandten sind ziemlich grob und tief chagriniert , bei einigen 
cfcf des St ater sind aber die Linien, besonders auf den Vorder- 



Benick, Mikroskopische Studien über die Gattung Sterins Latr. 245 

Segmenten, beträchtlich verflacht, so dafs Stücke vorkommen, bei 
denen aus den Punkten nur Risse heraustreten : bei St. fasciculatus 
sind die ersten Segmente sogar regelmäfsig in der Mitte glatt. 
St. calcaratus zeichnet sich durch über den ganzen Körper gleich- 
mäfsiges und tiefes Netzchagrin aus. — In der Verwandtschaft 
des St. clavicornis sind alle Arten grobmaschig und mäfsig tief 
fazettiert , am flachsten lustrator auf den Vorderringen und ex- 
cubitor, der gleichzeitig mit sehr groben Feldern ausgestattet ist. — 
Unter den übrigen Arten zeichnet sich St. asphaltinus durch 
glattes Abdomen und flach gefelderten Vorderkörper aus, während 
St. aterrimus das engste Chagrin in der ganzen Untergattung trägt ; 
hier kehrt sich auch das allgemein gültige Gröfsenverhältnis der 
Maschen um : der Halsschild hat gröbere Felderung als der übrige 
Körper. 

Untergattung Nestus Rey. Bei St pulposus und ruralis 
ist das dichte und tiefe Chagrin auf dem Vorderkörper in Längs- 
Polygone ausgezogen. Über den ganzen Körper dicht und ziemlich 
tief chagriniert sind auch St. buphthalmus und seine Verwandten, 
sowie morio , neglectus , subdepressus , pusülus , polaris , longsbergensis 
und Argus; ebenso humilis und Verwandte, die sich jedoch durch 
die dichte und grobe Punktur auszeichnen , welche meist ein 
deutliches Netzwerk gar nicht entstehen läfst, mit Ausnahme des 
Abdomens, auf dem die Punkte weitläufiger stehen. St, canaliculatus 
und confusus haben flache Maschen, während bei nitens und labilis 
der Vorderkörper glatt ist. St. melanarius fällt auf durch das 
enge und tiefe Maschenwerk, während atratulus mit Ausnahme der 
letzten Segmente, die schwache Liniatur tragen, glatt ist. Voll- 
kommen unterdrückt ist das Chagrin bei St, melanopus und capitatus. 
St. mendicus ist fein und dicht, incanus viel flacher chagriniert, oft 
fast glatt. Bei St. circularis ist das Netz zwischen den dichten 
und groben Punkten des Vorderkörpers hin und wieder auf Linien- 
risse zurückgebildet, ebenso bei pumilio , der sich jedoch durch 
glattes Abdomen auszeichnet. Leicht kenntlich sind St. vafellus 
und cantus an dem glatten Vorderkörper ; bei fuscipes sind nur die 
ersten Abdominalsegmente frei von Chagrin. 

Untergattung Tesnus Rey. Die Arten dieser Unter- 
gattung sind dicht und mäfsig tief chagriniert, am wenigsten tief 
St. crassus und formicetorum, bei denen die Vordersegmente oft fast 
glatt sind. 

Untergattung Hypostemis Rey. St. latifrons trägt dichtes 
und mäfsig tiefes Chagrin über den ganzen Körper, während der 
nächste Verwandte, fulvkornis, nur auf dem sechsten und siebenten 
Segment chagriniert, sonst glatt ist. Auch bei St. tarsalis , der 
grob und sehr flach gefeldert ist, fehlen auf den Grundsegmenten 



246 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

manchmal jegliche Linien. St. similis, cicindeloides und Kiesenwetteri 
sind vollkommen glatt, fornicatus bis auf die Spitze des Abdomens 
(vom fünften Segment an), während solutus überall ziemlich dicht 
und tief chagriniert ist. 

Untergattung Hemistenns Miils. et Hey. Das tiefste 
Chagrin tragen St. pallitarsis und niveus, dann folgen canescens und 
pubescens, die an Kopf und Basalsegmenten viel flacher eingeritzte 
Linien zeigen ; ebenso St. picipes und seine Verwandten , sowie 
languidus. St. salinus , binotatus und paludicola und Leprieuri haben 
bei flach chagriniertem Vorderkörper glatte erste Abdominal- 
segmente , picipennis ist fast ganz glatt, nur hin und wieder sind 
Risse deutlich. Herausgehoben erscheinen St bifoveolatus , nitidius- 
culus, Gangibauen und ßavipes , bei denen die von den Linien um- 
schlossenen Felder flach sind ; sie tragen Bleiglanz. 

Untergattung Mesostemis Key. St cordatus , Jiospes, 
cribratus, cyaneus und glacialis sind glatt, lackglänzend, ebenso sub- 
aeneus, dessen sechstes Segment jedoch manchmal flach chagriniert 
ist ; auch St aceris zeigt nur einige Risse auf dem Vorderkörper, 
während die Basalsegmente fast vollkommen chagrinfrei sind. 
Dagegen ist St. impressus überall deutlich , stellenweise ziemlich 
tief, polygonal geritzt, ebenso St. ossium, dessen Varietät insularis 
Joy flacher gefeldert, vorn auf dem Abdomen sogar fast glatt ist. 
St. palustris, geniculatus , transsilvanicus , obscuripes, coarcticollis , monti- 
vagus v. carpathicus , clavulus , pallipes , Kolbei und Hopffgarteni sind 
ziemlich dicht und tief chagriniert ; bei letztgenannter Art sind 
allerdings wegen dichter und grober Punktur Felder oft nicht 
deutlich umgrenzt. St fuscicornis ist am Kopf, an den Flügel- 
decken und den Basalsegmenten fast glatt , scaber hat nur ein 
fast chagrinfreies Abdomen, während Erichsoni, suramensis und elegans 
in der Regel vollkommen glatt sind. St Erichsoni ist allerdings 
aufserordentlich variabel ; die Extreme sind einerseits vollkommene 
Glätte, andererseits Flachchagrin oder Risse aus den Punkten bis 
auf die 4 vorderen Abdominalsegmente , die stets glatt bleiben. 
Durch dieses Merkmal ist die Art leicht von St. coarcticollis zu 
unterscheiden. St lineola und Reitteri sind auf dem Abdomen sehr 
fein quermaschig chagriniert. 

Es sind demnach durch Ausbildung der Grundskulptur folgende 
Arten gut charakterisiert , bezw. von anderen Arten getrennt : 
(In der Vorderreihe stehen die durch glatten oder weniger chagri- 
nierten Körper ausgezeichneten Arten.) 
Sterins asphaltinus ; 

,, nitens von canaliculatus, 

r atratulus „ melanarius, 

,, pumilio „ circularis, 



J 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 247 

Stenus cautus u. vafellus . . von fusäpes u. Argus, 

B fuscipes . . . .* . „ Argus, 

„ fulvicomis ...... latifroi/s, 

n similis „ solutus, 

M salinus u. binotatus . ,. pubesceus, 

B pkipennis „ niiidiusculus , 

„ «cern „ impressus, 

„ fuscicornis „ palustris, 

Eriehsoni u. surameims „ coarcticollis. 



Die Flügeldecken skulptur der Cicindcla hybrida-R&ssen. 

Von Paul Schulze, Berlin. 
Mit 1 Tafel. 

Wie ich schon an anderer Stelle (1) gezeigt habe, bestehen die 
Flügeldecken vieler Coleopteren nicht völlig aus Chitin , sondern 
weisen auf ihrer Oberfläche eine mehr oder weniger starke Lage 
einer in Kalilauge löslichen Substanz auf. Diese Schicht 
ist dann Trägerin der für die Systematik wichtigen Oberflächen- 
skulpturen ; kommen Metallfarben bei Käfern vor , so ist 
nicht das Chitin , sondern nur diese Schicht die Trägerin der- 
selben. Diese oberflächliche Schicht stellt anscheinend ein erst 
nach dem Schlüpfen des Tieres über die Decke ergossenes und 
erstarrtes Sekret dar ; sehr charakteristisch ist die hauptsächliche 
Zusammensetzung desselben aus oben offenen polygonalen , meist 
seckseckigen Kästchen. 

Als ein besonders schönes Objekt zum Studium dieser Bil- 
dungen erwiesen sich die Elytren der Gattung Cicindela. Ich will 
daher hier noch einmal im Zusammenhang den Bau einer Cicindela- 
Flügeldecke schildern und an einem Beispiel, den Unterarten von 
C. hybrida L., die Brauchbarkeit des „Sekretreliefs" für das 
Studium von Rassenf ragen erläutern. Natürlich soll damit nicht 
gesagt werden, dafs man diese Merkmale alltäglich zur Bestimmung 
der einzelnen Unterarten verwerten soll, dafür ist die Untersuchung 
zu schwierig gegenüber den leicht wahrnehmbaren, grob anatomi- 
schen Unterschieden, wie Körperform, Behaarung usw., wohl aber 
können uns diese Skulpturen in Zweifelsfällen , wo die anderen 
Merkmale versagen , wichtige Aufschlüsse geben , und bei ihrer 
Konstanz innerhalb der einzelnen Lokalformen sind von ihrem 
Studium sicher noch wichtige Aufschlüsse über tiergeographische 
Probleme zu erwarten , auch wird auf diesem Wege wohl zu er- 
mitteln sein, ob und wie weit bestimmte lokale Einflüsse das 



248 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Zustandekommen bestimmter Skulptureigentümlichkeiten be- 
dingen. Einige wichtige Ergebnisse hat jedenfalls die genaue 
Untersuchung der Flügeldecken schon gezeitigt , den Nachweis, 
dafs oft ein grofser Teil derselben nicht aus Chitin besteht, und 
ferner hat sie uns einen tieferen Einblick in den Bau der Elytren 
verschafft und die wahre Natur der bei Lupenvergröfserung als 
„Körnchen" und „Grübchen" erscheinenden Gebilde. 

Wie bei allen anderen Käfern besteht auch hier die Elytre 
aus 2 Chitinplatten, einer oberen (dorsalen) stärkeren und einer 
unteren (ventralen) dünneren , die beide durch zahlreiche Chitin- 
säulen (Columnae) miteinander verbunden sind. Da diese Säulen 
aus 2 — wenigstens in der Mehrzahl der Fälle , eine Ausnahme 
scheinen die Lamellicornier zu bilden — später in Verbindung 
tretenden Einfaltungen der oberen und unteren Decke entstanden 
sind , so finden sich an ihren Ausgangsstellen von den beiden 
Chitinplatten grübchenartige Einsenkungen , besonders an der 
oberen (Patinae). Von den Systematikern werden diese Ge- 
bilde teils als „Grübchen", z. B. bei den Cicindelen, teils als 
„Punkte", z. B. bei den Chrysomeliden, bezeichnet. Die Co- 
lumnae dienen gewissermafsen als T-Träger zum Stützen der 
oberen Deckenplatte ; ist diese sehr kräftig entwickelt oder die 
Decke relativ grofs , so sind die Säulen zahlreicher und von 
gröfserem Durchmesser, was wiederum in den gröfseren Patinae 
in die Erscheinung tritt. So sind z. B. bei Geotrupes gegen- 
über den Canthariden die Strebepfeiler dicker und zahlreicher, 
und bei den Chrysomeliden bei den gegenüber den cf cf 
gröfseren $ $ auch die Patinae gröfser (cf. W. Hafs). 

Bei Cicindela zieht nun über die ganze obere Elytrenplatte 
ein mächtig entwickeltes Sekretrelief mit seinen eigentümlichen 
Skulpturen hinweg. Es besteht, wie gewöhnlich, aus offenen, meist 
sechseckigen Kästchen (die „Cha g r i ni e r ung" der Autoren), 
daneben kommen aber noch andere wichtige Bildungen vor. Auf 
den pigmentierten Teilen der Decke, und zwar nur hier, zeigen 
die Polygonreihen an gewissen Stellen eine eigentümlich unregel- 
mäfsig spiralige Anordnung um einen dunkler gefärbten Punkt 
herum. Dieser stellt jedesmal den Mittelpunkt einer der die 
beiden Elytrenplatten verbindenden Säulen dar. Oberhalb dieses 
„Kur venanfangspunktes" (K auf den Abbildungen) gegen 
die Basis der Elytren hin rindet sich an der Peripherie der bis- 
weilen durch das Sekretrelief durchschimmernden Columna 
(s. Abb. 1 ; zwischen den beiden mit col. bezeichneten Stellen 
liegt die Säule) ein höcker- oder schuppenartiges Gebilde (C auf 
den Abbildungen), für das ich den Namen Cyrtom vorgeschlagen 
habe („Körnchen", „Tuberkel" der Autoren). 



Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel V. 




I 





Schulze, Die Flügeldeckenskulptur der 
Cicindela hybrida - Rassen . 




Schulze, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela hybrida-U&ssen. 249 




Abb. 1. Flügeldeckenskulptur von C. hybr. riparia Dej. ca. 225:1. 

C. Cyrtom, K. Kurvenanfangspunkt. Zwischen Col. schimmert eine 

Columna hindurch. 




Abb. 2. Flügeldeckenskulptur von C. silvatica L. ca. 110:1. 
C. Cyrtom, K. Kurvenanfangspunkt. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 17 



250 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Unter den Cyrtomen finden sich die normalen Polygone, 
aufserdem 3 — 4 Poren, die man bei Behandlung mit etwas Kali- 
lauge sichtbar machen kann ; offenbar ist an diesen Stellen das 
Sekret ausgeflossen ; der letzte Sekret staute sich an den Poren, 
verschmierte sie und die umgebenden Sechsecke und bildete so 
das C y r t o m. Letztere fehlen bei Cicindela auf den weifsen 
Teilen der Decke merkwürdigerweise vollkommen, ebenso auf der 
schwarzen Umrandung des weifsen Mittelpunktes der $ $ von 
C. campestris L. , dagegen sind z. B. bei Phaeoxantha Klugi Chd. 
auch an den unpigmentierten Partien C y r t o m e vorhanden. Bei 
C. silvatica L. ist es noch nicht zur Bildung dieser Elemente ge- 
kommen, an ihrer Statt finden sich keine deutlichen Erhebungen, 
sondern nur Stellen , an denen einige Sechsecke verschmiert sind 
(Abb. 2 c). Die grofsen mit einem gewulsteten Rand versehenen 
Poren der Elytren sind am besten als Cyrtomporen zu be- 
zeichnen, da sie, die in der Lage etwa einem Kurvenanfangs- 
punkt entsprechen würden, stets von einem Cyrtom begleitet 
sind. Diese Poren finden sich ebenso wie die C y r t o m e selbst 
nur auf den braunen Elytrenteilen. Tritt einer scheinbar in der 
weifsen Zeichnung auf , so liegt er in einer Ausbuchtung der 
pigmentierten Partie , oder wenn er wirklich einmal im Weifs 
isoliert ist , so ist er von einem breiten braunen Hof umgeben. 
Es scheinen also eigentümliche , bisher ungeklärte Wechsel- 
beziehungen zwischen Cyrtom und Pigmentierung zu be- 
stehen. Cyrtome und Cyrtomporen sind , wie ich gleich hier 
hervorheben möchte , für das Studium der verwandtschaftlichen 
Beziehungen der Carabiden von gröfster Bedeutung. 

Die Costae der Gattung Carabus und die Cyr- 
tome von Cicindela sind homologe Gebilde. Die 
Rippen stellen stark vergröfserte Cyrtome dar oder , was 
ebenfalls möglich wäre, die Cyrtome reduzierte Costae. 

Bei der Verwertung der Skulptur für die Rassenkunde kommt 
es auf folgende Punkte an : Erstens auf die relative Anzahl der 
Cyrtome und ihre mehr oder weniger starke Entwicklung , in 
zweiter Linie auf ihre Form und drittens auf die ungefähre Zahl 
der zwischen Kurvenanfangspunkt und Cyrtom befind- 
lichen Sechseckreihen. Wichtig ist ferner , dafs man der Unter- 
suchung ein und dieselbe Stelle der Flügeldecke zugrunde legt — 
da bei Cicindela z. B. gegen die Flügelbasis hin die Cyrtome 
kräftiger ausgeprägt sind und dichter stehen als auf der übrigen 
Elytre — und dafs man die Untersuchung bei ein und derselben 
Vergröfserung vornimmt, da die Verhältnisse der einzelnen Elemente 
bei verschiedenen Vergröfserungen stets anders erscheinen. Die 
folgenden Untersuchungen wurden bei lOOfacher Vergröfserung an 



Schulze, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela hybrida-U&ssen. 251 

dem braunen Teil der Flügeldecke dicht unterhalb der Mittelbinde 
vorgenommen. Die den Abbildungen zugrunde liegenden Exem- 
plare stammten von folgenden Fundorten : C. hybr. hybrida L. aus 
Finkenkrug bei Berlin, C. hybr. magyarica Roeschke aus 
„Süd-Ungarn", C. hybr. maritima Dej. aus Steegen inWest- 
preufsen, C. hybr. semihumeralis Benthin aus Falzfeinowo am 
Dniepr, G. hybr. sahlbergi Fisch, aus „Süd-Rufsland" und 
C. hybr. riparia Dej. aus Mendel in Tirol. Eine Betrachtung 
der Elytren der Rassen von C. hybrida L. unter diesen Gesichts- 
punkten zeigt , dafs auch deren Skulpturen die von den Syste- 
matikern aus anderem Grunde angenommenen Verwandtschafts- 
beziehungen sehr schön zur Anschanung bringen (cf. Hörn und 
Roeschke). 

C. hybrida typ. und hybr. magyarica Roeschke stimmen im 
Sekretrelief ziemlich überein ; bei hybr. hybrida (Taf. V Abb. 1) 
sind die Cyrtome unregelmäfsig buckeiförmig, nicht sonderlich 
zahlreich, der Kurvenanfangspunkt (K) vom C y r t o m (C) 
gewöhnlich 2 Sechseckreihen entfernt. Bei hybr. magyarica (Taf. V 
Abb. 2) finden wir dasselbe Bild; die Cyrtome erheben sich 
aber kaum aus der Ebene des Sechseckreliefs und lassen die unter 
ihnen liegenden Polygone gewöhnlich deutlich erkennen, die Kanten 
der einzelnen Sechseckkästchen dagegen sind unregelmäfsiger, mehr 
abgerundet, ihr Lumen offenbar durch stärkere Sekretabscheidung 
mehr ausgefüllt, so dafs sie hier etwas kleiner erscheinen. 

Ganz ähnlich wie die eben besprochenen Flügeldecken ver- 
halten sich die eines anderen Paares zueinander : C. hybr. maritima 
Dej. und C. hybr. semihumeralis Benthin, die „südrussische maritima" , 
die eine eigene Rasse darstellt. 

Die Cyrtome sind bei maritima (Taf. V Abb. 3) im Ver- 
gleich mit denen der Nominatform zahlreicher, gröfser und scharf 
abgesetzt kuppenförmig. C und K sind gewöhnlich durch l x / 2 
Sechseckreihen getrennt. 

Bei C. hybr. semihumeralis (Taf. V Abb. 4) stimmen die Cyr- 
tome in Zahl und Gröfse mit denen von maritima überein ; genau 
wie bei magyarica sind sie aber flacher, wenig erhaben und gegen 
ihre Peripherie hin wenig scharf umgrenzt , so dafs ihr äufserer 
Rand gewöhnlich durch nur unregelmäfsig mit Sekret ausgefüllte 
Sechsecke gebildet wird, infolgedessen zählt man zwischen C und K 
meistens 2 Kästchenreihen. Die Kanten der Polygone sind auch 
hier mehr gerundet. 

C. hybrida sahlbergi Fisch. (Taf. V Abb. 5) zeigt eine sehr 
unregelmäfsige Skulptur auf den Flügeldecken. Die einzelnen 
Sechsecke sind grofs und ungleich. Trotzdem die Cyrtome zahl- 



252 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

reich sind , treten sie wenig in die Erscheinung , da sie nur 
schwache schuppenförmige Gebilde darstellen („fein oder fast gar 
nicht gekörnt"! Roeschke p. 37). Der Kur venanfangspunkt 
liegt abweichend von allen anderen Rassen dem Cyrtom eng an. 
Die einzelnen Kurven sind demzufolge nur sehr unregelmäfsig aus- 
gebildet. 

Bei C. hybr. riparia Dej. (Taf. V Abb. 6) sind die Cyrtome 
ähnlich gebaut wie bei sahlbergi, aber weniger zahlreich und gröfser. 
Der Kurvenanfangspunkt liegt 4 — 5 Reihen von C entfernt, 
die Kurven sind infolgedessen bei dieser Rasse am besten zu er- 
kennen. 

Die Verschiedenheiten in den Elytren der einzelnen Subspezies 
haben eine andere interessante Erscheinung im Gefolge. Betrachtet 
man bei starkem, auffallendem Licht bei ca. lOOfacher Ver- 
größerung eine in Canadabalsam eingeschlossene Decke unter dem 
Mikroskop , so erstrahlt sie in einem eigentümlichen , kontrast- 
reichen Farbenmuster , das dadurch bedingt wird , dafs sich von 
dem Grund der Elytre die infolge ihres abweichenden Baues anders 
gefärbten P a t i n a e und die Cyrtome abheben. Im einzelnen 
ergibt sich für die einzelnen Rassen folgende Färbung : 

C. hybrida typ. Grund gelblichgrün. P a t i n a e blau, 
bläulichgrün umringt, Cyrtome goldfarben. 

C. hybr. magyarica. Grund wenig leuchtend, ins Bräunliche 
spielend. Patinae blau, schwach grün umringt. Cyrtome 
wenig abgesetzt, fahl weifslichrot. 

C. hybr. maritima. Grund kupferrot. Patinae blau, grün 
umsäumt. Cyrtome leuchtend tiefrot. 

C. hybr. semihumeralis wie maritima. Grund der Decke aber 
mehr gelbrot. Cyrtome unscharf gegen die übrige Decke ab- 
gesetzt und nur wenig dunkler als diese. 

C. hybr. sahlbergi. Grund grünlich. Patinae tief schwarz- 
blau , nur schmal und unregelmäfsig grün umringt. Cyrtome 
hell bräunlichrot. 

C. hybr. riparia. Patinae wegen der kräftigen Decken hier 
am gröfsten von allen Rassen , braun , umringt von Grün , das 
allmählich in den gelbgrünen Grund übergeht. Cyrtome 
gelbrot. — 

Ich will hier noch auf weitere Unterschiede in den Flügel- 
verhältnissen bei den einzelnen Lokal Varietäten hinweisen, während 
ich in bezug auf die übrigen unterscheidenden Merkmale auf die 
ganz vorzügliche Monographie von Hörn und Roeschke ver- 
weise. 



Schulze, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela hybrida-U&ssen. 253 

Die Flügeldecke von C. hybr. riparia Dej. ist am kräftigsten, 
die von hybr. maritima Dej. und sahlbergi Fisch, am hinfälligsten, 
die übrigen stehen in der Stärke zwischen ihnen. An den Hinter- 
flügeln ergeben sich folgende Verschiedenheiten : 

C. hybr. typ. Adern kräftig entwickelt und deutlich , be- 
sonders auch die Cubitaladern , die am Costalrand verlaufenden 
Adern sind gegen die Flügelbasis hin schwächer pigmentiert. Der 
umgeschlagene Anallappen von gleicher Beschaffenheit wie der 
übrige Flügel. 

C. hybr. magyarica wie hybrida typ. 

C. hybr. maritima. Costalrandadern gegen die Flügelbasis 
schwächer pigmentiert. Cubitaladern schwach , durchscheinend. 
Besonders der Anallappen milchig getrübt. 

C. hybr. semihumeralis . Hinterflügel wie bei maritima. Elytren 
auf der Unterseite tief schwarz pigmentiert, daher auch in durch- 
fallendem Licht schwarz erscheinend. Diese dunkle Unterseiten- 
färbung fand ich bei keiner anderen Rasse wieder, bei den übrigen 
ist sie ein mehr oder weniger dunkles Braun. 

C. hybr. sahlbergi. Sämtliche Adern sehr schwach aus- 
gebildet, hell gelblichbraun, Analteil des Flügels milchig getrübt. 
Elytren im durchfallenden Licht hellbräunlich, am hellsten unter 
den hyb?'ida-R.3LSsen erscheinend. 

C. hybr. riparia. Sämtliche Adern dunkel pigmentiert, die 
am Costalrand bis zur Flügelbasis braun. Anallappen nicht 
milchig getrübt. — Die eigentümliche Trübung des Anallappens, 
die Hinfälligkeit des Flügels und die durchscheinenden Adern 
hängen möglicherweise mit dem Salzgehalt des Bodens , auf dem 
die Tiere leben, zusammen (maritima, semihumeralis, sahlbergi); wir 
finden diese Trübung aber über den ganzen Flügel vorgeschritten 
auch bei der südafrikanischen Strandform Eurymorpha cyanipes Hope, 
wo sie um so mehr auffällt , als die Elytren sehr kräftig und 
dick sind. — 

Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen C. hybrida typ. und 
C. hybrida maritima, welches neuerdings von Edwards für englische 
Tiere angegeben wurde , habe ich an meinem Material nicht be- 
stätigen können. Nach ihm ist die Stirn bei hybrida „regularly 
longitudinally striate throughout, like a sheet of corrugated iron" 
und bei maritima „regularly longitudinally striate at each side, 
but in the middle the Striae form a net-work". Ich habe in den 
Stirnskulpturen der beiden Formen bei deutschen Stücken keine 
kennzeichnenden Verschiedenheiten auffinden können. 



254: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Abweichend von dem bisherigen Gebrauch habe ich die süd- 
russische „maritima" als eigene Lokalform aufgeführt und auf sie 
einen für sie gegebenen B e n t h i n sehen Aberrationsnamen an- 
gewendet. Schon 1891 hat Roeschke die Tiere aufs trefflichste 
charakterisiert: „In Südrufsland vorzüglich auf den sandigen Inseln 
der Wolga und des Dnjepr, und in der südlichen Kirgisensteppe 
gibt es eine kleine Form, bei welcher die Rassenkennzeichen der 
maritima scharf hervortreten ; so sind namentlich die Hintertarsen 
äufserst verkümmert und die Flügeldecken beim d* scharf zu- 
gespitzt. Die ganze Zeichnung ist stark verbreitert und wird so 
der sahlbergi täuschend ähnlich ; auch die Mittelbinde ist weit 
gerandet , so dafs die sefl. F. für die Hmmakel und die voll- 
ständige cfl. F. vorkommt" (p. 45). Unzweifelhaft steht die Form 
der maritima sehr nahe und ist von ihr nicht so weit entfernt 
wie die anderen Rassen voneinander, sie hat aber schon so kon- 
stante Unterschiede, neben der Skulptur, der schwarzen Pigmen- 
tierung der Elytrenunterseite , die Zierlichkeit , die ganz andere 
Zeichnung usw. (cf. Taf. V Abb. 7) , dafs sie mit gutem Recht 
als besondere Lokalform aufzufassen ist. Eine genaue Untersuchung 
der weiteren in Südrufsland und in Asien vorkommenden 
hierher gehörigen Formen, deren genaue systematische Rubrizierung 
zweifelhaft ist , wäre von höchstem Interesse ; vor allem auch in 
bezug auf die Frage, in welchem etwaigen genetischen Zusammen- 
hang sie mit der nordischen Küstenform stehen , ob es sich um 
Relikt- oder Konvergenzformen handelt usw. ; ferner wäre es 
wünschenswert , Genaueres darüber zu erfahren , ob semihumeralis 
und sahlbergi nebeneinander und unter denselben ökologischen Be- 
dingungen vorkommen oder nicht usw. usw. 

Zum Schlufs ist es mir eine angenehme Pflicht , denjenigen 
Herren , die mich mit Untersuchungsmaterial unterstützt haben, 
meinen herzlichen Dank auszusprechen ; es sind dies die Herren 
Prof. Kolbe, Dr. W. H o r n , Dr. H. Kuntzen und Dr. W. 
Ramme. 

Literaturverzeichnis. 

B ent hin, H., Über Varietäten paläarktischer Cicindelen. Ento- 
mologische Nachrichten 19, 1893. 

Edwards, J., On Cicindela hybrida L. and maritima Dej. The 
Entomologist's Monthly Magazine 1913. 

Hafs, W. , Melasoraa XX - punetatum costellum (Mars.) P. Seh. 
Berl. Ent. Zeitschr. 58, 1913. 

Hörn, W. u. Roeschke, H., Monographie der paläarktischen 
Cicindelen. Berlin 1891. 



Schulze, Die Flügeldeckenskulptur der Cicindela hybrida-U&ssen. 255 

Lenge rken, H. von, Cicindela hybrida L. und C. maritima Latr. 

Berl. Ent. Zeitschr. 57 (1912). 
Schulze, P. , 1. Chitin- und andere Cuticularstrukturen bei 

Insekten. Verhandl. Deutsch. Zool. Ges. 23, 1913. 
— 2. Zur Flügeldeckensculptur der Cicindelen. Berl. Ent. Zeitschr. 

58, 1913. 

Eine bemerkenswerte Form von Cicindela silvatica L. mit ver- 
breiterter Mittelbinde von Paul Schulze (Taf. V Abb. 8). 

In der Sammlung des verstorbenen Herrn Baumeister Stüler 
befand sich ein sehr interessantes Exemplar von Cicindela silvatica L., 
von dem ich vor einigen Jahren eine vergröfserte Photographie 
anfertigte. Das Exemplar , ich glaube es war ein $ , zeichnete 
sich durch eine extreme Verbreiterung der Mittelbinde aus , war 
aber sonst durchaus wohlgebildet , während sonst mit derartigen 
Verbreiterungen oft Mifsbildungen Hand in Hand gehen. Das 
Tier wurde im Juni 1909 in Mahlendorf bei Lychen ge- 
fangen. 



Tafelerklärung. 



Abb. 1 — 6. Flügeldeckenskulpturen (brauner Flügelteil dicht unterhalb 
der Mittelbinde) bei lOOfacher Vergröfserung. 

C. Cyrtom, K. Kurvenanfangspunkt. 

Abb. 1. C. hybr. hybrida L. Abb. 7. C. hybr. semihumeralis Ben- 

„ 2. C. hybr. mag yaricaUoeschke thin. Falzfeinowaa.Dniepr. 

„ 3. C. hybr. maritima Dej. Mai/Juni 1914. W. Ramme 

„ 4. C. hybr. semihumeralis Ben- leg. 

thin. „ 8. C. silvatica L. ab. Mahlen- 

„ 5. C. hybr. sahlbergi Fisch. dorf b. Lychen. Juni 1909. 

„ 6. C. hybr. riparia Dej. Stüler leg. 



256 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

XVI. Beitrag zur Kenntnis der Ruteliden. (Col. lamell.) 

Von Dr. F. Ohaus, Berlin-Steglitz. 
Meine Bearbeitung der Tribus Rutelini , der sogenannten 
„echten Ruteliden" der Unterfamilie Rutelinae für die Genera In- 
sectorum von Wytsman ist schon seit längerer Zeit abgeschlossen, 
ihre Veröffentlichung hat sich aber bisher verzögert und wird 
auch erst nach einiger Zeit stattfinden. Ich gebe daher im 
folgenden die Beschreibung einiger neuer Gattungen und Unter- 
gattungen bekannt, die ich in dieser Bearbeitung aufgestellt und 
ausführlich beschrieben habe. 

Cotalpa, Burm. Handb. Ent. IV 1 p. 423, 1844. 
Die scharfe Grenze zwischen den beiden Burmeisterschen 
Gattungen Cotalpa und Byrsopolis ist durch die seit ihrer Aufstellung 
bekanntgewordenen neuen Arten verwischt worden , so dafs ich 
Byrsopolis höchstens noch als Untergattung von Cotalpa betrachten 
kann; eine Zwischenstufe zwischen beiden nehmen einige zentral- 
amerikanische bisher zu Byrsopolis gestellte Arten ein, die eben- 
falls eine eigene Untergattung beanspruchen. Sodann zerfallen 
auch die nordamerikanischen Arten der Gattung nach der Form 
des Kopfschildes und nach der Behaarung in 2 verschiedene Unter- 
gattungen; diese 4 Untergattungen lassen sich in folgender Weise 
unterscheiden : 

I. Kopf schild viereckig, die Ecken wenig oder gar nicht gerundet. 

1. Maxillen mit 6 kräftigen Zähnen in der Reihenfolge 1, 2, 
3; beim $ alle Klauen einfach, beim <f an den vorderen 
oder mittleren oder an allen Füfsen die gröfsere Klaue 
eingeschnitten. Oberseite kahl. 

Subgen. Cotalpa Burm. sens. strict. 

2. Maxillen mit einigen unregelmäfsigen Zähnchen an der 
äufseren Lade; beim d* und $ alle Klauen einfach l ). 

Subgen. Byrsopolis Burm. 

II. Kopfschild halbkreisförmig ; Maxillen mit 6 kräftigen regel- 
mäfsigen Zähnen; beim d* und £ alle Klauen einfach. Ober- 
seite lang behaart . . . Subgen. nov. Paracotalpa m. 

III. Kopfschild vor der Stirnnaht verbreitert und stark bogig 
gerundet, oder verlängert, die Seiten nach innen geschwungen, 
der Vorderrand gerade abgestutzt; Maxillen mit einigen wenigen 
verkümmerten Zähnchen; beim ? alle Klauen einfach, beim <? 
an allen Füfsen die gröfsere Klaue eingeschnitten. Oben nur die 
Thoraxränder lang behaart. Subgen. nov. Parabyrsopolis m. 



l ) Nur bei B. crassa d* die gröfsere Klaue der Vorderfüfse ein- 
geschnitten. 



Ohaus, XVI. Beitrag zur Kenntnis der Ruteliden. 257 

Da in einer Gattung nicht 2 Arten mit dem gleichen Namen 
sein dürfen, ändere ich die lanigera H. Bates um in Batesi m. 
nom. nov. 

Typus generis für Cotalpa ist lanigera L., für Byrsopolis castanea 
Burm., für Paracotalpa ursina G. Hörn, für Parabyrsopolis Batesi Ohs. 

Hoplog nathus W. S. Mac Leay, Hör. Ent. I 1819, p. 159. 
Bei dem Typus generis, H. Kirbyi, ist die Stirnnaht vollständig, 
in der Mitte nicht unterbrochen. Bei den in diese Gattung ge- 
stellten Arten maculatus Gory, limbatipennis Ohs., parvulus Ohs. und 
mexicanus Ohs. ist sie in der Mitte unterbrochen. Diese 3 Arten 
gehören daher nicht in die Gattung Hoplognathus, auch nicht in die 
Subtribus Areodina ; ich errichte für sie die neue Gattung Par- 
hoplognathus m. mit der Gattungstype maculatus Gory , die wegen 
der unterbrochenen Stirnnaht zur Subtribus Pelidnotina gehört. 

Ectinoplectron, gen. nov. m Pelidnotinorum. 
In der Ent. Zeit. Stettin 1905 p. 314 habe ich einen Homonyx 
oryctöides m. aus Mexico beschrieben, der von den argentinischen 
Arten dieser Gattung u. a. durch die Form des Kopfschildes und 
der Sporen der Hinterschienen so stark abweicht , dafs ich für 
ihn eine besondere Gattung unter obigem Namen errichte. 

P elidnotopsis , gen. nov. m. Pelidnotinorum. 
In der Ent. Zeit. Stettin 1912 , p. 304 habe ich die Art 
plusiotina aus Mexico beschrieben und vorläufig in die Gattung 
Pelidnota gestellt ; sie weicht aber von den Arten dieser Gattung 
in einer Anzahl wesentlicher Merkmale, u. a. durch den Bau des 
Mesosternums und des Kopfes so erheblich ab, dafs ich auch für 
sie eine besondere Gattung unter obigem Namen errichte. 

Homonyx Guerin. 
Die Arten dieser Gattung, als deren Type H. cupreus Guerin 
gilt, haben metallische Färbung, ein Kopfschild, das ebenso lang 
oder fast ebenso lang als breit ist, beim c? mit deutlichen Seiten- 
ecken , die Basis ihrer Deckflügel trägt zwischen Schildchen und 
Schultern eine scharf abgegrenzte Furche parallel zum Vorderrand, 
der Spitzenrand ihrer Hinterschienen ist mit 2 grofsen Zähnen ver- 
versehen , neben denen nur 2 kurze gerundete Wimperborsten 
stehen. In diese Gattung stellte ich unter dem Namen H.fuscoaeneus 
m. aus dem nördl. Argentinien eine Art, die in allen 'genannten 
Punkten von den übrigen Arten der Gattung abweicht , so dafs 
ich für sie jetzt die besondere Gattung 

Parhomonyoc gen. nov. m. 
errichte. Ihre Färbung ist dunkelbraun mit schwachem Erzschimmer. 
Das Kopfschild ist stark verkürzt, mehr als dreimal so breit wie 



258 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

lang, sein Vorderrand nach oben zurückgebogen, so dafs die Mund- 
teile, besonders Oberlippe und Oberkiefer weniger bedeckt werden 
und freier hervortreten. Die basale Querfurche auf den Deck- 
flügeln zwischen Schildchen und Schultern fehlt. Der Spitzenrand 
der Hinterschienen ist gerade, ohne Zähne, gleichmäfsig und dicht 
mit Wimperborsten besetzt. Die Mundteile , die bei Homonyx 
kräftig gebaut sind, werden hier schwächer, insbesondere ist der 
Seitenzahn der Mandibeln beim cf im Verschwinden begriffen. Par- 
homonyx ist gewissermafsen eine Zwischenstufe der Entwicklung, 
die von Homonyx zur Gattung 

Pseudogeniates Ohs. 
führte. Hier ist die metallische Färbung ganz geschwunden. Das 
Kopfschild ist noch stärker verkürzt, gleichsam nach hinten zu- 
rück gerollt , so dafs Oberlippe und Oberkiefer ganz unbedeckt 
sind und weit hervorragen; die letzteren sind ganz ungezähnt an 
den Seiten und an der Schneide schmal lanzettlich ; die Maxillen 
zahnlos. Die Basalfurche der Deckflügel fehlt ebenfalls; die Hinter- 
schienen haben einen verbreiterten geraden , dicht gewimperten 
Spitzenrand. Die Fühler werden , wenigstens beim $ , zuweilen 
neungliedrig mit verkürzter Keule. 

Die genannten 3 Gattungen geben ein recht gutes Beispiel 
dafür, wie eine Änderung der Lebensweise, der Übergang aus einem 
Gebiet mit einer an häufige Niederschläge gebundenen reicheren 
Vegetation in ein regenarmes Steppengebiet auf die morphologischen 
Merkmale einwirkt. Es sind mehr oder weniger alle Organe, am 
auffälligsten aber der Kopf als Träger der Kauwerkzeuge und 
wichtigsten Sinnesorgane, die Deckflügel und die Beine, die durch 
eine solche Änderung der Lebensweise infolge Änderung der klima- 
tischen Verhältnisse in charakteristischer Weise umgeändert werden 
und gerade Argentinien mit seinen ausgedehnten regenarmen Ge- 
bieten bietet hierfür eine reiche Anzahl vorzüglicher Beispiele, 
zumal aus der Familie der Lamellicornier, die ja wohl durch eine 
solche Anpassung an ärmliche Lebensverhältnisse in regenarmen 
Gebieten erst zu „Blatthornkäfern" geworden sind. 

Chalcop lethis Burm. und Epichalcoplethis F. Bts. 
lassen sich als selbständige Gattungen nicht aufrechterhalten. Sie 
wurden von Pelidnota unterschieden durch ihren sexuellen Dimor- 
phismus ; allein der ist in dieser Gattung so weit verbreitet und 
so verschiedenartig, dafs man logischerweise jede Art oder Arten- 
gruppe, die sich durch besondere sexuelle Merkmale auszeichnet, 
zu einer eigenen Gattung machen müfste. Dagegen haben Chalco- 
plethis resp. Epichalcoplethis und ihre nächsten Verwandten ein bis- 
her wenig beachtetes Merkmal, durch das sie sich von den typischen 



Ohaus, XVI. Beitrag zur Kenntnis der Ruteliden. 259 

Pelidnota- Arten unterscheiden , so dafs man sie als grofse Unter- 
gattung wohl erhalten kann. Bei den Arten der Untergattung 
Pelidnota ist die Oberseite , abgesehen von einzelnen Borsten an 
den Rändern, vollständig kahl. Bei den Arten der Untergattung 
Chalcoplethis im neuen Sinne dagegen finden sich auf der Oberseite 
auf Kopf, Thorax und Schildchen, zumal auf den Deckflügeln Haare. 
Die Zahl , Länge und Form dieser Haare ist bei den einzelnen 
Arten resp. Artengruppen verschieden. Sie entspringen bei den 
Arten mit grob gerunzelter, wenig glänzender Oberseite, bei denen 
sie zahlreich, ziemlich lang, zuweilen selbst gefiedert sind, aus 
feinen umwallten Punkten, die zwischen den Runzeln stehen. Bei 
den Arten mit rückgebildeter Skulptur, die in der Mitte glatt und 
glänzend, an den Seiten gerunzelt und dicht punktiert sind, so 
bei Ch. Kirbyi, sind sie sehr klein und spärlich, zuweilen auf be- 
sondere Stellen an den Seiten hinter den Schultern und bei den 
Spitzenbuckeln beschränkt; sie entspringen hier aus kleinen Pünkt- 
chen, die nach hinten in eine Furche übergehen, in die sich das 
Härchen legt, wenn der Käfer in der Erde oder im Mulm herumwühlt. 
Die Untergattung Pelidnota MacLeay zerfällt, wie dies schon 
Burmeister in seinem Handbuch auseinandergesetzt hat , in 2 
Abteilungen. In der ersten ist das Kopfschild am Vorderrand 
beim $ stets einfach, nicht eingekerbt oder ausgerandet; beim d* 
ist es zumeist trapezförmig mit gerundeten Ecken , breiter und 
kürzer als beim $, sein Vorderrand mehr oder weniger eingekerbt 
oder ausgerandet. In der zweiten Abteilung ist das Kopfschild 
beim $ am Vorderrand stets gekerbt oder tiefer ausgerandet, die 
beiden Ecken oder Zacken zurückgebogen. Beim o* ist das Kopf- 
schild zumeist etwas kürzer und am Vorderrand breiter , in der 
Mitte flacher ausgerandet oder weniger tief gekerbt , die Ecken 
weniger zurückgebogen. Da die Arten der beiden Abteilungen 
auch in ihrer Lebensweise verschieden sind, so fasse ich sie auch 
als Untergattungen auf; die erstere behält den Namen Subgen. 
Pelidnota L. im engeren Sinne , der zweiten gebe ich wegen des 
lackartigen Glanzes der Oberseite den Namen Subgen. Ganonota m. 
Beide zerfallen in eine Anzahl von Artengruppen , zumeist nach 
der Art der sekundären sexuellen Merkmale. 
Microrutela F. Bates 
läfst sich als selbständige Gattung gegenüber Rutela nicht auf- 
recht erhalten. Das Verhältnis von Länge zur Breite des Schild- 
chens, worauf die Gattung begründet ist, schwankt bei den ein- 
zelnen Artengruppen in dieser Gattung. Es ist breiter als lang 
in der coerulea-Gm^e (dem Typus generis Microrutela), so breit 
als lang in der feo/a- Gruppe, und länger als breit in der striata- 
Gruppe. 



260 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Thyriochlorota m. gen. nov. Antichirinorum. 

Von Chlorota unterschieden durch den langen Mesosternal- 
fortsatz, der zuerst nach unten gesenkt und dann nach oben um- 
gebogen ist und dessen kolbig verdickte Spitze bis zwischen die 
Vorderhüften ragt. Von Thyridium unterschieden durch die am 
Aufsenrand gekerbten Mandibeln; von Antichira durch ein Scutellum, 
das an der Basis breiter als in der Mitte lang ist. Typus generis 
ist Jordani Ohs. 

Para thyridium m. gen. nov. Antichirinorum. 

Von Thyridium, mit dem sie die Körperform, den langen Meso- 
sternalfortsatz und den nach hinten lappenartig vorgezogenen 
Hinterrand des Thorax gemeinsam hat , unterschieden durch die 
am Aufsenrand tief gekerbten Mandibeln und die tief gefurchten 
Deckflügel, deren Rippen und Interstitien gleich hoch gewölbt sind. 
Dies letztere Merkmal trennt die Gattung auch von Thyriochlorota 
und Chlorota, der lange Mesosternalfortsatz von Diabasis. Typus 
generis ist microcephalo'ides Ohs. 

Paramacraspis m. gen. nov. Antichirinorum. 
Von Macraspis, in welche Gattung die einzige hierzu gehörige 
Art, hemichlora Lap., zuerst gestellt wurde, verschieden durch das 
Fehlen eines Schrillapparates, den alle Macraspis-Arten ohne Aus- 
nahme besitzen. Von Antichira verschieden durch die aufsen ge- 
rundeten Mandibeln. Von Chlorota, Thyridium und Ptenomela ver- 
schieden durch ein Schildchen , das in der Mitte länger als an 
der Basis breit ist; von Calomacraspis, der die Gattung am nächsten 
steht , verschieden durch die am Spitzenrand ausgeschnittenen 
Hinterschienen. 

Vayana m. gen. nov. Antichirinorum. 
Typ. generis ist bicolor Oliv, von Guayana. Der Gattung 
Antichira zunächst stehend , aber von allen Arten dieser Gattung 
abweichend durch die tief gefurchten Deckflügel , deren Rippen 
und Interstitien gleich hoch gewölbt sind. Schildchen an der Basis 
so breit, als in der Mitte lang. 

Par atelaugis m. gen. nov. Antichirinorum. 
Diese Gattung errichte ich für die als Antichira beschriebene 
robusta Kirsch , eine stark abweichende Form , die in keine der 
vielen Gattungen der Antichirinen so recht hineinpafst. Mit Telaugis 
hat sie gemeinsam die starke Verbreiterung der Deckflügel hinter 
den Schultern beim $, sie unterscheidet sich aber von ihr durch 
die glatten, nicht gefurchten Deckflügel, die Form des Kopfschildes 
und der Oberlippe, u. a. m. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 261 

Eine neue isolierte Tenebrionidengattung von den 
Philippineninseln . 

Von Professor H. Kolbe. 
Mit 1 Abbildung. 

Es gibt viele faunistisch und systematisch isolierte Tierarten, 
die in manchen Fällen auch generisch eine abgesonderte Stellung 
einnehmen, also selbständige, entweder monotypische oder oligo- 
typische, d. h. nur eine oder wenige Arten umfassende Gattungen 
bilden. Solche isolierte Gattungen sind besonders vielen Inseln 
eigen, wo sie vermutlich durch die Wirkung der Isolierung während 
einer langen Zeitdauer die morphologische Spezialisierung erfahren 
haben. 

Die hier zu behandelnde Tenebrionidenart fällt unter die 
vorstehende Betrachtung ; sie gehört zu der weit verbreiteten 
Gruppe der Opatrinen. Ich empfing sie in 2 Exemplaren von 
Herrn Dr. F. h a u s , im Auftrage des Herrn W. Schultze 
vom Bureau of Science in Manila , zur Untersuchung und Fest- 
stellung ihres systematischen Verhältnisses. 

Auf Grund des G e b i e n sehen Kataloges der Tenebrioniden 
bin ich zu der Überzeugung gekommen, dafs diese Art eine neue 
Gattung bildet, die ich N es o caedius nenne. 

Diese neue Gattung sieht der paläarktischen Gattung Microzoum 
Redtb., die jetzt Melanimon Stev. heifsen soll und gleichfalls zu den 
Opatrinen gehört, sehr ähnlich, sie weicht aber von dieser durch 
das unsichtbare Scutellum und die am Ende schmäleren Epipleuren 
der Elytren ab. Nesocaedius steht der Gattung Melanimon durch 
die Bildung der Antennen, des Prothorax, der Vordertibien und 
Epipleuren näher als der Gattung Opatrum. Auch der Gattung 
Anemia der Osthemisphäre ist sie recht ähnlich. 

Eine ebenfalls nahe verwandte Gattung ist Caedius. In dieser 
Gattung sind die Antennen aber etwas länger als bei Nesocaedius 
und in der apikalen Hälfte weniger verdickt; die Hinterecken des 
Prothorax sind scharf gewinkelt, und das Scutellum ist deutlich 
ausgebildet. Ferner verbinden sich die beiden Ränder der Epipleuren 
vor dem Nahtwinkel deutlich miteinander, was bei Nesocaedius 
nicht der Fall ist. Ferner ist der interkoxale Fortsatz des ersten 
Abdominalsternits bei Caedius schmäler und spitzer als bei Nesocaedius. 
Caedius ist nach dem G e b i e n sehen Kataloge in Senegambien, 
Ägypten, Ile de France, Madagaskar, Indien, Thibet, Japan, Neu- 
holland und Neukaledonien zu Hause. 

Von Pocadiopsis Fairm. Indiens ist die neue Gattung sehr ver- 
schieden, und zwar durch die Bildung der Augen, der Antennen, 
des Scutellums und der Vordertibien. 



2ß2 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Eine andere insulare Gattung aus dieser Verwandtschaft ist 
die von mir aufgestellte Gattung Epeurycaulus (mit den Arten 
aldabricus m. von den Aldabra- Inseln und burbonicus m. von der 
Insel Bourbon). Diese unterscheidet sich von der neuen Gattung 
durch das Vorhandensein eines zwar kleinen aber deutlichen 
Scutellums , die weniger stark keulenförmig verdickten Antennen 
und die vor dem Nahtwinkel abgekürzten Epipl euren. Nesocaedius 
und Epeurycaulus sind indes in der Bildung der Vordertibien, des 
interkoxalen Fortsatzes des ersten Abdominalsternits und auch 
im ganzen Habitus einander sehr ähnlich und wahrscheinlich mit- 
einander nahe verwandt. 

Die Trennung dieser und der verwandten Gattungen auf Grund 
der Bildung der Epipleuren und deren Auffassung als Grundlage 
für die Aufstellung verschiedener Subtribus, wie das in den Reitter- 
schen Bestimmungstabellen geschehen ist, dürfte nicht zuzulassen 
sein. Ein belehrendes Beispiel ist hierfür die Tenebrionidengattung 
Pachypterus, welche zu der Gruppe der Pedininen gehört. In dieser 
nur aus wenigen Arten bestehenden Gattung kommen beide Bildungen 
der Epipleuren vor. R e i 1 1 e r wurde deswegen veranlafst , die 
Gattung zu teilen (Pachypterus i. sp. und Trachymetus Reitt., vergl. 
Bestimmungstabelle LIII. 1904 p. 76). Gebien aber vereinigt 
wieder alle Arten zu der einen Gattung Pachypterus (Kat. d. Tenebr. 
p. 295), erkennt also ebenfalls, wie ich, die besondere Wichtigkeit 
der Epipl eurenbildung für die Systematik der genannten Tene- 
brionidengruppen nicht an. 

Es liegt mir fern , auf die Systematik der Opatrinen hier 
näher einzugehen. Ich habe es hier nur mit der neuen insularen 
Gattung zu tun. Diese ist ein spezialisierter Gattungstyp in der 
Gruppe der Opatrinen , dessen Bildung wahrscheinlich mit der 
insularen Isolierung in Beziehung steht. W. Schultze hält indes 
die Art für eingeschleppt, vielleicht von einer anderen Insel der 
Philippinen. Die insulare Natur dieser Gattung würde alsdann 
nicht beeinträchtigt sein. Die neue Gattung Nesocaedius erscheint 
als verbindendes Übergangsglied zwischen den beiden Epipleural- 
bildungen , da eine weitere Verschmälerung der Epipleuren nahe 
der Elytrenspitze wahrscheinlich die anteapikale Verschmelzung 
der Epipleurenränder im Gefolge haben müfste. 

Ich lasse nun die systematische Kennzeichnung der neuen 
Gattung folgen. 

Charakteristik von Nesocaedius n. g.: Antennae longitudine 
reductae capiteque breviores, claviformes, inde ab articulo tertio 
sensim incrassatae , articulis 7. — 10. praecedentibus latioribus, 
transversis, articulo ultimo (11.) paenultimo angustiore. C 1 y p e u s 
sat profunde triangulariter excisus. c u 1 i reniformes convexi, cantho 



Kolbe, E. neue isolierte Tenebrionidengattung v. d. Philippineninseln. 263 

brevi. Palporum maxillarium articulus ultimus securiformis, 
sat magnus. Prothorax elytraque setis rigidis sat longis 
ciliata, supra brevius setosa, ille fere duplo latior quam longior, 
antice paulo rotundate angustatus, angulis posticis obtusangulis. 
Scutellum occultum. E 1 y t r a prothorace minime latiora, in 
basi truncata, inde a medio apicem versus attenuata; epipleurum 
ad apicem versus sensim attenuatum, denique prope angulum apicalem 
angustissimum, fere nulluni. Postpectus breve. Coxae posticae 
conspicue inter se separatae. P e d e s mediocres , femora parum 
incrassata ; tibiae primi paris praesertim apicem versus latae, 
extus bidentatae et crenulatae, dente anteriore majore, dentibus 
ambobus apice rotundatis; tibiae secundi et tertii parium graciles, 
tenues, rectae, extus setulose pluridentatae. Abdominis lamina 
sterniti primi intercoxalis lata, apice late rotundata. 

Die neue Gattung hat die meisten Merkmale teilweise mit 
den nächstverwandten Gattungen gemein. Die Antennen sind indes 
recht spezialisiert , sie sind auf abgesondertem Wege der Form- 
bildung kolbenförmig geworden; sie sind recht kurz, kürzer als der 
Kopf, am Grunde dünn, vom dritten Gliede an allmählich dicker, 
keulenförmig ; an der Spitze tritt eine leichte Verdünnung ein, 
das letzte Glied ist etwas schmäler als das vorletzte. Auch an 
den Palpen ist die terminale Ausbildung des letzten Gliedes be- 
merkenswert ; das letzte Glied der Maxillarpalpen ist ziemlich 
grofs und beilförmig. Am Prothorax ist noch auf den Hinterrand 
aufmerksam zu machen , der beiderseits des nach, hinten vor- 
springenden Medianlobus breit und schwach gebuchtet ist. Die 
Hinterbrust ist kurz, was mit der Flügellosigkeit zusammenhängt. 
Auf den Elytren bemerkt man mehrere Längsreihen aufstehender 
Borstenhaare , im übrigen ist die Fläche glatt granuliert , aber 
nicht gestreift. Am Grunde sind die Elytren so breit wie der 
Prothorax an der Basis ; ihre Epipleuren verschmälern sich nach 
hinten ganz allmählich , werden vor der Spitze äufserst schmal 
und endigen erst unmittelbar vor dem Nahtwinkel. Die Tibien 
des ersten Beinpaares sind wie bei vielen anderen Opatrinen ge- 
bildet , z. B. wie bei Melanimon (Microzoum) , Melanesthes , Caedius 
usw., nämlich von breiter Form und am Aufsenrande zweizähnig, 
in der Weise, dafs der gröfsere stumpfe Zahn am äufseren Ende 
der breiten Spitze, der kleinere, ebenfalls stumpfe Zahn weiter 
hinten am Aufsenrande steht. Die Krallen aller Tarsen sind 
klein, zart und deutlich gebogen. Der interkoxale Teil des ersten 
Sternits des Abdomens ist vorn breit abgerundet. 

Die der vorstehenden Beschreibung des neuen Genus zugrunde 
liegende Spezies heifst 

Nesocaedius Schultzei n. sp. 



264 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 




Nesocaedius Sckultzei n. sp. 

(12fach vergröfsert.) 



Charakteristik derselben : Ovatus, leviter convexus, niger vel 
brunneus, fere opacus, parum subnitidus, pallide sparsim ciliatus 
et laxe setulosus, antennis palpisque rufobrunneis, pedibus brunneo- 
fuscis; capite, pronoto elytrisque granis sat conspicuis, confertis, 

. densatis , partim subdepressis, 
partim scabris , in dorso pronoti 
sublaevibus, large exstructis ; pro- 
thorace transverso duplo latiore 
quam longiore, angulis anterioribus 
rotundate obtusis , posterioribus 
obtusatis, margine laterum parum 
rotundato ; e 1 y t r i s autem e medio 
retrorsum subattenuatis seriebus- 
que 8 vel 9 setarum flavidarum 
vestitis, setis necnon longioribus 
in margine laterali , similiter ac 
prothorace , modo ciliorum ex- 
structis ; processu proster- 
nali intercoxali postice fere acute 
angulato ; pectore abdomine- 
que scabre granulatis , sparsim 
flavo-setosis ; pedibus plus minusve nitidis, parce flavido setosis; 
tibiis omnium pedum extus scabris, posterioribus in margine extero 
spinosis apiceque aequaliter setosis. — Long. corp. 3,5 — 4 mm. 
Es lagen mir die beiden von Herrn W. Schultze (Assist. 
Entomologe des Bureau of Science in Manila, Philippinen) auf der 
Insel Tubbataha (Tub Bataha) gefundenen Exemplare vor. Diese 
Insel liegt inmitten der Sulu-See (im Philippinen-Archipel) und 
ist nach Schultzes Angabe von den nächsten Inseln Arena und 
Caville 110 km, von Palawan 165 km entfernt usw. Sie ist aber 
nur eine sehr flache Sandbank, fast pflanzenleer, etwa 350 m lang 
und 100 m breit; sie ragt nur bis 3 / 4 m über den Meeresspiegel empor. 
Tausende von Seevögeln brüten hier. Die Menge der Exkremente 
war trotzdem gering, was vermuten läfst, dafs die Insel vom Meere 
zuweilen überwaschen wird ; viel Treibholz ist angeschwemmt. 

Die Käfer und eine Forficulide fanden sich nur einmal an 
trocknen Fragmenten eines Möwenkadavers. Jene gehören zu einem 
Dermestes (cadaverinus F.), einer Histeridenspezies und dem aphodien- 
ähnlichen Tenebrioniden Nesocaedius Schultzei. Von den 2 Exemplaren 
hat Herr Schultze mir eins überlassen ; es befindet sich in 
der Sammlung des Königl. Zoologischen Museums in Berlin. 

Für die Herstellung der Abbildung danke ich Herrn Prä- 
parator A. Spaney hier. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 265 

Zur Bienenfauna von Abessinien. (Hym.) 

Von Dr. H. Friese, Schwerin i. Mecklenburg. 

Im nachfolgenden bringe ich die erste Zusammenstellung der 
Bienen (Apidae) von Abessinien, und zwar besonders der Formen 
aus dem Hochlande bei Harrar (Südost-Abessinien) , von woher 
ich eine reiche Sammlung an Apiden dem Herrn G u n n a r 
Kristensen verdanke , der während einer Reihe von Jahren 
Nord- und Süd-Abessinien erfolgreich durchforschte. Die ersten 
Sendungen erhielt ich vor längerer Zeit über Dänemark durch 
Herrn Jensen-Haarup in Silkeborg aus Nord - Abessinien 
(Eritrea) von Keren , Ghinda , Asmara und Adua , später direkt 
von Harrar (Harar) J ) in Südost - Abessinien. Weiter füge ich 
noch mehrere Arten aus der Umgebung von Abessinien bei , wie 
z. ß. von Somali-Land und dem Sudan , um das Bild zu ver- 
vollständigen. 

Der geographischen Lage entsprechend finden wir in Abessi- 
nien sowohl die tropischen Bienenarten wie auch die letzten 
Ausläufer der paläarktischen Formen , die offenbar im Hochlande 
des gebirgigen Abessiniens noch die ihnen zusagenden Bedingungen 
für ihre Existenz finden. So scheint z. B. noch Halictus virescens 
Lep., diese häufige und weitverbreitete paläarktische Art, nicht 
selten vorzukommen, um weiter südlich durch den engverwandten 
Halictus jucundus Sm. abgelöst zu werden , der dann Afrika bis 
zum Kapland bewohnt. Ebenso zeigt sich auch der Nomioides 
pulchelius, diese fast kleinste und sicher zierlichste Bienenart noch 
häufig in Abessinien, um im Kapland ihre südlichste Verbreitung 
zu finden. Auch Anthophora bimaculata und Eriades truncorum, sowie 
die fast ganz Europa, Asien und Afrika bewohnende Schmarotzer- 
biene Coelioxys afra Lep. finden sich häufig genug. Neben diesen 
durchweg gleichgebildeten Formen finden sich aber auch solche, 
die wohl im Habitus und in der Form den weitverbreiteten palä- 
arktischen Arten gleichen , aber kleinere morphologische Ab- 
weichungen aufweisen (vikariierende Arten), wie 

Andrena somalica Fr. (für die weitverbreitete A. morio in Südeuropa), 

Megachile minutissima Rad. (für M. rotundata F.), 

Epeolus kristenseni Fr. (für E. tristis Sm.), 

Andrena africana F. (für A. varians K.), 

Andrena meneliki Fr. (für A. ßoricola Ev.), 

Andrena kristenseni Fr. (für A. korleviciana Fries.), 

Halictus meneliki Fr. (für H. smeathmanellus K.), 



*) Der Poststempel der Sendungen lautet sowohl Harrar wie Harar, 
so dafs wohl beide Schreibweisen berechtigt sind. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 18 



266 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Colletes latipes Fr. (für C. rossicus D. T.), 
Colletes abessinicus Fr. (für C fodiens Fourc), 
Tetralonia femorata Fr. (für T. dentata Klg.), 
Anthophora ampliceps Fr. (für A. albigena Lep.) und 
Crocisa histrio F. (für Cr. major Mor.). 

Als rein tropische Formen wären dann die Nomia-, Scrapter-, 
Ceratina- und Xylocopa- Arten zu erwähnen, ferner fast alle Antho- 
phora- und Crocisa - Arten ; von den Bauchsammlern sind die 
meisten Megachile - Arten aufzuführen , und hier besonders die 
grofsen wie M. maculosa und meneliki, M. antinorii und bilobata, 
combusta und janthoptera wie alle Anthidiwm - Arten und die bei 
ersteren schmarotzenden Coelioxys- Formen. — 

Die Zahl der neuen Arten , die uns alljährlich aus dem 
dunklen Erdteil zufliefsen , erdrückt uns fast, die Beschreibungen 
der nova species nehmen kein Ende und lassen auch keins er- 
hoffen. Dabei erhalten wir fast alle Formen in nur wenigen 
Exemplaren, weil meist keine Spezialisten und Kenner die Sammler 
sind — und alle Objekte gelangen fast ohne klärende Notizen 
über die Umgebung und die natürlichen Verhältnisse, wie Blumen- 
besuch, Flugzeit, Nestbau usw. in unsern Besitz. 

Die früheren Bearbeiter und Autoren hatten keine Ahnung 
von dem unendlichen Formenreichtum , der uns heute entgegen- 
tritt und uns fast zu erdrücken scheint, sie waren oft zu spar- 
sam mit den Angaben der wichtigsten Unterscheidungs-Merkmale, 
sowie der näheren Verwandtschaft zu bekannten Formen. Anderer- 
seits mufs auf manche neuere Arbeiten hingewiesen werden , die 
durch zu grofse Haarspalterei beim Sichten und Unterbringen der 
Formen — oft sogar noch ohne Angabe der nächststehenden ver- 
wandten Spezies — ein Chaos von sogenannten Arten produzieren, 
deren ungleiche Wertgröfsen als Art das Herausarbeiten des natür- 
lichen Systems ungemein erschweren , wenn nicht unmöglich 
machen. 

Die systematische Spezies umfafst einen Kreis von 
Formen , die durch ein Hauptmerkmal verbunden sind und zu- 
sammengelassen werden müssen , wie wir es bei den hochent- 
wickelten Genera der Bienen, z. B. bei Antophora , Osmia , Mega- 
chile und Anthidium so schön ausgeprägt finden. Die Speziesgröfse 
hat daher innerhalb einer Gattung oder Untergattung annähernd 
gleichwertig zu sein , so dafs die Formen mit kleineren Ab- 
weichungen als Varietäten und Subspezies unterzubringen sind. 

Bei einer allgemeinen Betrachtung der Bienen Abessiniens 
fällt die schwache Vertretung der Urbienen , besonders der Pro- 
sopis-Arteii auf, die z. B. in Süd-Afrika und auch in Ägypten 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 267 

noch viel zahlreicher sind. Ferner fehlen die Vertreter der 
Panurginae und Melittinae bisher noch ganz , die aus Ägypten und 
vom Kapland schon genügend bekannt sind. Der Mangel an 
Osmia-Avten dürfte wohl noch bei genauerer Durchforschung be- 
hoben werden , da Ägypten und Kapland zahlreiche Vertreter 
davon haben , aber das Fehlen der Hummeln (Bombus) trotz des 
Gebirgslandes mit Höhen bis zu 4600 m wird wohl bestehen 
bleiben , da Ägypten , Kilimandjaro und das Kapland auch keine 
Bombus- Arten aufweisen. Das südlichste Vorkommen von Bombus 
dürfte Algerien und Marokko (Atlas) , Canaren , Sizilien und der 
Libanon liefern. 

Bemerkenswert ist auch noch das Fehler der Schmarotzer- 
bienengattung Nomada, trotz des Vorhandenseins der Wirtbiene 
Andrena und das nicht seltene Vorkommen der Omachtes- Arten, 
die offenbar bei Tetralonia oder Anthophora schmarotzen dürften 
und bisher zu den seltensten Bienen zählten. 

Bei den sozialen Bienen ist das Auftreten der Trigona beccarii 
bei Keren in Eritrea als nördlichster Fundort (= 16° nördl. Br.) 
erwähnenswert mit dem Hinzufügen , dafs der bisher südlichste 
Fundort für Trigona in Afrika bei Kooa in der Kalkpfanne 
(= 25° südl. Br.) liegt (für Trigona clypeata Fr.). 

Die Zahl der Bienenarten in Abessinien beläuft sich laut 
Vorliegendem auf 148 Namen, bei einem bisherigen Bestände von 
über 800 Bienenarten in Afrika südlich der Sahara. Wir haben 
also wohl kaum die Hälfte der wirklich im abessinischen Gebiete 
lebenden Arten aufzählen können. 

Hoffentlich gestatten uns bald weitere und reichere Sen- 
dungen ein tieferes Eindringen in die Fauna und Flora dieses 
hochinteressanten Gebirgslandes mit seinen ausgedehnten Hoch- 
ebenen in Höhen von 2000 m unter dem Tropengürtel in 5 — 15° 
nördl. Br. 

Schwerin, den 1. Februar 1915. 

A. Proapidae — UrMenen. 

1. Sphecodes abessinicus n. sp. — lcf von Harrar J ) im November, 
Kristensen leg., im Hochland. (Vergl. im Anhang p. 277.) 
Kleine ganz schwarze Art. 

2. Sphecodes eritrinus n. sp. — 1 $ von Asmara in Eritrea, 
Kristensen leg. — Wie Sph. gibbus , aber weifs behaart, 
vergl. im Anhang p. 277. 



*) Die Stadt Harär oder Harrar = eine Handels-Stadt mit fast 
50000 Einwohnern im Lande der Galla. Schreibart auf zweierlei Art, 
auch der Poststempel lautet bald Harar oder Harrar! 

18* 



268 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

3. Prosopis gigas Friese (1911). — 1 $ von Ghinda in Eritrea, 
im Juni fliegend. 

4. Prosopis magrettii Vach. — $ mehrfach von Keren und Ghinda 
in Eritrea, im Juni fliegend. 

B. Podilegidae — Beinsammler. 

5. Colletes latipes n. sp. — <? $ mehrfach von Harrar , im No- 
vember, Kristensen leg., im Hochland. (Vergl. im Anhang 
p. 277.) Grofse Art. 

6. Colletes abessinicus n. sp. — q* zahlreich bei Harrar im November, 
Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 278.) Mittelgrofse 
Art wie C. jodiens K. 

7. Colletes sp. ? — 1 $ von Asmara im Juni. 

8. Halictus weist n. sp. — <f $ mehrfach von Harrar im November, 
Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 279.) Gröfsere Art 
mit weifsgefärbten Segmentbinden. 

9. Halictus kristenseni n. sp. — o* ? zahlreich von Harrar im 
November, Kristensen leg. , <f mehrfach von Ruanda im 
September in 2700 m Höhe (Deutsch-Ostafrika). Meyer leg. 
(Vergl. im Anhang p. 279.) 

10. Halictus abessinicus n. sp. — ö* ? mehrfach von Harrar , im 
November fliegend, Kristensen leg., im Hochland. (Vergl. 
im Anhang p. 280.) Eine Art mit teilweise rotem Abdomen. 

11. Halictus ßavofasciatus n. sp. — $ von Asmara, im Juni fliegend, 
Eritrea. An den gelbgefärbten Randbinden von Segm. 1 — 3 
zu erkennen. (Vergl. im Anhang p. 280.) 

12. Halictus meneliki n. sp. — 2 o* von Harrar, im November, 
Kristensen leg., im Hochland bei 1200 m. (Vergl. im 
Anhang p. 281.) Kleine grüne Art. 

13. Halictus virescens Lep. — 2 $ von Asmara, im Juni fliegend, 
Eritrea. 

14. Halictus jucundus Sm. — cf $ von Harrar , im November 
fliegend, Kr i s t e n sen leg., im Hochland bei 1000 — 1200 m. 

15. Halictus (Nomioides) pulchellus Schenck. — Einige $ von Asmara, 
Eritrea. — Kommt auch noch im Kapland bei Willowmore 
(Brauns) vor, am 5. IL 02 beobachtet. 

16. Halictus sp. ? — ca. 3 — 4 kleinere Halictus-kvten wurden eben- 
falls von Kristensen gesammelt. 

17. Andrem africana Friese (1908). — o* $ mehrfach von Harrar, 
im November fliegend im Hochland, Kristensen leg. (Vergl. 
im Anhang p. 281.) 

18. Andrena kristenseni n. sp. — cf ? einzeln bei Harrar, im No- 
vember im Hochland fliegend , Kristensen leg. (Vergl. 
im Anhang p. 282.) 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 269 

19. Andrena meneliki n. sp. — $ einzeln bei Harrar, im November 
im Hochland fliegend, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang 
p. 282.) Eine kleine Art aus der Verwandtschaft von A. 
ßoricola Ev. 

20. Andrena somalka n. sp. — ' 1 ? vom Somali-Lande, im Mai 
fliegend. (Vergl. im Anhang p. 283.) Eine grofse, schwarze 
Art wie A. morio. 

21. Nomia parca Kohl (1906). — cf ? zahlreich von Harrar, im 
November fliegend , Kristensen leg. Eine kleine , im <? 
aufserordentlich schmale Art, die von Süd-Arabien beschrieben 
wurde. 

22. Nomia braunsiana Friese (1908). — <? $ zahlreich von Harrar, 
im November gefangen , Kristensen leg. Eine kleinere 
Art mit weifsen Segmentbinden (2 — 5). 

23. Nomia gratiosa Friese (1914). — cf einzeln von Harrar, im 
November, Kristensen leg. Eine kleine, glänzend schwarze 
Art , deren Abdominalsegmente vor dem glatten Endrande 
lang, aber unregelmäfsig weifslich gefranst sind. 

24. Nomia magniventris Friese (1914). — cf ? mehrfach von Harrar, 
im November fliegend, Kristensen leg. Eine mittelgrofse 
Art mit breiten, blafsgefärbten Segmenträndern und beim o* 
mit stark bewehrten Beinen III. 

25. Nomia vulpina Gerst. — 2 cf von Harrar, im November ge- 
fangen, Kristensen leg. Eine weitverbreitete Art, die bis 
zum Kapland nach Süden geht und am Ukerewe-See massen- 
haft auftritt. 

26. Nomia tridentata Sm. — Einige o* in der Form var. orientalis 
Fries, bei Harrar im November gefangen ; Kristensen leg. 
Weitverbreitete Art , die im Osten , Westen und Süden von 
Afrika vorkommt. 

27. Nomia patellifera Westw. — Einige cf von Harrar, im No- 
vember fliegend, Kristensen leg. — Teilt die weite Ver- 
breitung mit N. tridentata Sm. Das bisher unbekannte ? dieser 
Art vermute ich in der i\ r . rotkirchi Friese (1914). 

28. Nomia speciosa Friese (1908). — 1 o* von Harrar, im No- 
vember fliegend, Kristensen leg. , und 3 o* von Asmara, 
im Juli fliegend. — Eine der gröfsten Nomia-Avten und wohl 
auf Ost-Afrika beschränkt. 

29. Nomia somalka Friese (1908). — Einige $ von Somali-Land. 
Eine mittelgrofse Nomia mit rotgelber Abdomenbasis. 

30. Nomia friesei Magr. — cf bei Fra Dirne e il Bass Narok, im 
August — September fliegend; Eritrea (nach Magretti). 

31. Nomia patellata Magr. — cf von Eritrea (nach Magretti). 



270 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

32. Nomia picardii Grib. — d* von Saganeiti in Eritrea. Grofse 
Art von 15 mm L. (nach Gribodo). 

33. (?) Nomia quartinae Grib. — <? von Let-Marefiä (Ost- Afrika), 

— dürfte wohl im Somali-Lande liegen (?). 

34. Nomia theriji Grib. — cf von Saganeiti in Eritrea. Grofse 
Art von 14 mm L. (nach Gribodo). 

35. Nomia eritrina n. sp. — cf von Asmara in Eritrea, Kristen- 
s e n leg. (Vergl. im Anhang p. 284.) Eine gröfsere Art aus 
der Verwandtschaft der N. calida Westw. 

36. Nomia brevipennis n. sp. — d* von Harrar , im November, 
Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 285.) Eine kleine 
schwarze Art mit blassen Segmenträndern. 

37. Scrapter abessinicus n. sp. — 1 d* von Harrar, im Dezember 
gefangen, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 285.) — 
Kleinere, schwarze Art, dem Scr. armatus verwandt. 

38. Scrapter nigrotestaceus Magr. — 1 <f von Arussi-Galla. Vergl. 
Magretti 1895. 

39. Scrapter armatus Magr. — cf ? von Arussi-Galla (Gamal e 
Gudda) — 3. Mai 1893, Bottego leg. (vergl. Magre tti 
1895.) 

40. Scrapter antinorii Grib. — 1 $ von Let-Marefiä (vergl. Gri- 
bodo 1884). — cf $ mehrfach von Uganda (Britisch-Ost- 
afrika). 

41. Ceratina nasalis Friese (1905). — d* $ von Harrar, im No- 
vember , Kristensen leg. — Weitverbreitete Art in ganz 
Ost-Afrika bis zum Kapland, an der blauen Körperfarbe kenntlich. 

42. Ceratina lunata Friese (1905). — cf $ mehrfach von Harrar, 
im November fliegend, Kristensen leg. In Ost-Afrika bis 
zum Nord-Transvaal nicht seltene Art. 

43. Allodape Candida Sm. — 2 $ von Harrar , im November ge- 
fangen , Kristensen leg. — Scheint in ganz Ost-Afrika 
bis zur Delagoa-Bai vorzukommen. 1 $ von Keren (Eritrea), 
Magretti leg. Häufig am Kilimandjaro im April — Mai, 
auch auf Marienhof (Insel im Ukerewe-See) häufig, Conrads 
leg. Von Marienhof erhielt ich auch ein <? , das durch seine 
ganz abweichende Form (Meliturga-ähiiMch) auffällt. (Vergl. 
im Anhang p. 285.) 

44. Allodape foveata Sm. — d* $ von Harrar , nicht selten im 
November fliegend , Kristensen leg. — Weitverbreitete 
Art in West- und Ost-Afrika, (o* vergl. im Anhang p. 286.) 

45. Xylocopa tarsata Sm. — d 1 $ mehrfach von Abessinien (Eri- 
trea), 2 d* $ von Harrar, im November , Kristensen leg. 

— Die weitverbreitete Art erhielt ich von Ukami, Kigonsera, 
Madibira, Dar-es-Salaam, Bukoba. 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 271 

46. Xylocopa angolensis Sm. — 2 $ von Eritrea, sonst von Angola 
und Namaqua-Land (Kap) bekannt geworden ; wohl nur eine 
Form der X. tarsata Sm. 

47. Xylocopa gaullei Vach. — 1 cf von Abessinien. 

48. Xylocopa villosa Friese (1909). — 2 cf von Abessinien ohne 
nähere Fundortsangabe ; langpelzig behaarte Art. 

49. Xylocopa gribodoi Magr. — cf $ vom Somali-Land , wo von 
März— Mai fliegen, ferner von Sheikh Husein , 10. X., von 
Meo vom 25. X., auch von Usambara, Ikutha und Delalani. 

50. Xylocopa erythrina Grib. — Bisher nur cf bekannt, von Saga- 
neiti (Eritrea) , von Harrar , im November fliegend und auch 
3 cf von Kigonsera (Deutsch-Ostafrika). 

51. Xylocopa longespinosa Enderl. — 1 cf von Boran Gallan (Süd- 
Galla), am 2. IV. Ol gefangen. 

52. Xylocopa frandulenta Grib. — Mit X. carinata die häufigste 
Holzbiene in Abessinien , im April und Mai fliegend. Auch 
in Somali-Land und Ost-Afrika bis zum Nyassa-See vor- 
kommend. 

53. Xylocopa carinata Sm. — cf $ von Harrar , im November 
fliegend, Kristensen leg. — Eine weitverbreitete und nicht 
seltene Art ; von Abessinien über Ost- Afrika bis Salisbury in 
Mashona-Land, in Natal, Kapland, ferner in West-Afrika von 
Angola bis Kamerun und Togo. Die Art ändert in Gröfse 
und Färbung des Haarkleides ab und wurde unter 10 ver- 
schiedenen Namen beschrieben. 

54. Xylocopa fenestrata F. — cf ? von Obock (Nordost- Afrika), 
sehr häufig auf der Insel Reunion , wo sie im Januar fliegt. 

55. Xylocopa hottentotta Sm. — cf $ von Eritrea, Abessinien, Aden, 
auch von Jericho (Jordantal) im April, auch in Ägypten. 

56. Xylocopa ßavorufa Deg. — cf $ von Eritrea und Somali-Land, 
sonst auch im ganzen tropischen Afrika nicht selten , auch 
in Nord-Transvaal noch. 

57. Xylocopa ßavorufa var. combusta Sm. — cf $ häufig in Abes- 
sinien, so bei Gheleb, Agama, Asmara (Eritrea) im Juni und 
September fliegend. Sonst in West-Afrika häufiger (Sierra 
Leone, Kongo, Angola). 

58. Xylocopa ßavorufa var. kristenseni Friese (1911). — cf ? nicht 
selten bei Harrar (1800 — 1900 m hoch), im November fliegend, 
Kristensen leg. 

59. Xylocopa nigrita Fr. — cf $ einzeln von Somali-Land , sonst 
wohl die häufigste Xylocopa-kxt in Afrika und überall süd- 
lich der Sahara bis Delagoa-Bai und N'Gami im Süden. 

60. Xylocopa aestuans L. — cf $ dieser weit verbreiteten Art 
(Afrika und Süd- Asien) auch bei Keren- Asmara in Eritrea 



272 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

im September fliegend , auch auf Aden , und im Jordantal 
(Morice, Schmiedeknecht). 

61. Xylocopa erlangen Enderl. — Einige $ von den Galla- und 
Somali-Ländern im Mai und Juli fliegend. 

62. Xylocopa seioensis Grib. — 1 $ von Ambo-Karra (? Somali- 
Land ?) ; (f $ nach Ender lein häufig in Ost- Afrika bis 
Mosambique und nach Brauns noch bei Willowmore (Kap- 
land) im September. 

63. Xylocopa somalica Magr. — o"? aus den Galla- und Somali- 
Ländern, im März fliegend. 

64. Xylocopa divisa Klug. — Einige $ von Abessinien nach Vachal. 

65. Xylocopa inconstans Sm. — d* ? nicht selten im Süden von 
Abessinien , ferner im Sudan und am oberen Nil. Die Var. 
ßavocincta Friese (1909) auch von Keren in Eritrea. 

66. Xylocopa schoana Enderl. — $ aus Schoa , im Oktober und 
September fliegend ; 1 $ von Abessinien. 

67. Xylocopa taczonovskyi Rad. — sp. ? — <f $ aus Abessinien 
(Raffray leg.). 

68. Xylocopa nigripes n. sp. — d" ? nicht selten bei Harrar , im 
November fliegend , Kristensen leg. (Vergl. im Anhang 
p. 286.) Kleine, aber auffallend gefärbte Art. 

69. Tetralonia fulvicornis Friese (1909). — cf von Gheleb im 
September (Eritrea). 

70. Tetralonia abessinica n. sp. — o* ? mehrfach von Harrar , im 
November fliegend , Kristensen leg. (Vergl. im Anhang 
p. 287.) 

71. Tetralonia femor ata n. sp. — cf von Harrar, im Oktober, 
Kristensen leg. — Durch bezahnten Femur III auffallend. 
(Vergl. im Anhang p. 288.) 

72. Anthophora armata Friese (1905). — c? $ von Eritrea; der 
A. semirufa und basalis sehr ähnliche Art und zu den gröfsten 
Formen der Gattung gehörend. 

73. Anthophora armatipes Friese (1911). — o* ? einzeln von Somali- 
Land, im Mai fliegend, grofse Art. 

74. Anthophora abessinica Friese (1913) ; olim A. aethiopica. (1911). — 
2 $ von Keren (Eritrea) , sonst auch in Ost- Afrika bis zum 
Ukerewe-See verbreitet. 

75. Anthophora acraensis F. — cf ? einzeln von Keren, im No- 
vember fliegend. 

76. Antophora nubica var. somalica Magr. — $ von Somali-Land 
und Kongo. 

77. Anthophora plumipes F. — Diese fast über ganz Afrika ver- 
breitete Art , kommt auch in Eritrea vor , wo 2 $ bei Mei 
Hadega, 5. II. gefangen wurden, Magretti leg. 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 273 

78. Anthophora circulata F. — 1 $ von Eritrea, sonst weit ver- 
breitete und häufige Art, besonders im Kapland. 

79. Anthophora ampliceps var. kristenseni n. var. — Einige cf von 
Harrar , im November fliegend , Kristensen leg. (Vergl. 
im Anhang p. 288.) 

80. Anthophora eritrina n. sp. — cf ? mehrfach von Asmara , im 
Juni fliegend ; 1 $ von Mulango (Brit.-Ostafrika) und 2 cf 
1 $ von Zungarn (N. -Nigeria), im November 1910, im Mus. 
London. (Vergl. im Anhang p. 289.) 

81. Anthophora flaviventris n. sp. — 2 cf von Asmara (Eritrea), 
im August fliegend. (Vergl. im Anhang p. 289.) 

82. Anthophora capensis Friese (1905). — 1 $ von Asmara (Eri- 
trea), im Juli fliegend. 

83. Anthophora nigrifaceis Friese (1905). — 1 cf von Eritrea. 

84. Anthophora caerulea Friese (1905). — cf $ nicht selten bei 
Harrar , im November fliegend , Kristensen leg. (Vergl. 
im Anhang p. 290.) Auch bei Gheleb in Eritrea, im Sep- 
tember. Sonst im ganzen tropischen Afrika bis Natal (1 $ 
im Kap-Museum). 

85. Anthophora cinerascens Lep. — $ aus Nubien. 

86. Anthophora senescens Lep. — $ Süd-Europa und Ägypten, 1 $ 
von Eritrea (Asmara). 

87. Anthophora crocea Klug. — 1 $ aus Sokotra ; sonst aus Ägypten 
bekannt. 

88. Anthophora bimaculata Panz. — cf aus Eritrea, sonst nur im 
paläarktischen Gebiet. 

89. Anthophora byssina Klug. — 1 $ von Eritrea, sonst in Ägypten 
heimisch. 

90. Anthophora rufipes Lep. — $ aus Kaffernland, cf aus Abessi- 
nien (vergl. D o u r s), nach Dours = Anthoph. rufa Savig. Lep. 

91. Anthophora tuberculilabris Dours. — 2 $ von Abessinien nach 
Dours. 

C. 1. Schmarotzerbienen : Melectinae. 

92. Grocisa calceata V ach. — cf $ häufig bei Harrar, im November, 
Kristensen leg. Die Zeichnungen sind fast weifs mit 
bläulichem Schein. 

93. Crocisa meripes Vach. — 1 $ von Gheleb in Eritrea; auch 
bei diesem Exemplar sind die hellen Zeichnungen fast weifs, 
statt bläulich. 

94. Crocisa histrio F. — cf ? von Nubien und Eritrea , im No- 
vember fliegend ; 1 $ von Keren , im Februar durch M a - 
g r e 1 1 i beobachtet ; 1 $ von Ghinda, im Mai. 



274 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

95. Crocisa hyalinata Vach. — 1 cf von Asmara (Eritrea) , im 
Juni gefangen. 

96. Crocisa abyssinica Rad. — $ von Ägypten und Abessinien, 
Spezies? und unsicher. 

97. Crocisa forbesii Kirby. — cf ? von Sokotra , nach Kohl = 
eine Nomia scutellaris var. 

98. Crocisa uniformis Kirby. — ? von Sokotra; nach Kohl der 
Cr. ramosa verwandt , aber gröfser und ganz dunkel , fast 
einfarbig. 

99. Epeolus kristenseni n. sp. — cf $ mehrfach von Harrar, im No- 
vember fliegend, Kristensen leg. Schmarotzt wahrscheinlich 
bei Colletes abessinicus Friese. (Vergl. im Anhang p. 290.) 

D. Gastrilegidae — Bauchsammler. 

100. Eriades argentatus Gerst. — d* von Ghinda in Eritrea , im 
Juni fliegend. 

101. Eriades filicornis n. sp. — 2 cf von Harrar, im November 
fliegend, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 291.) 

102. Eriades abessinicus n. sp. — 2 cf von Harrar, im November 
gefangen, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 292.) 

103. Eriades truncorum L. — 3 cf von Harrar , im November 
fliegend, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang p. 292.) 

104. Megachile maculosa Guer. — cf $ vom Webi-Tal (Somali- 
Land) , von Kartum (Sudan) , Abessinien ; fliegt an Acacia 
horrida. 

105. Megachile bicornuta Friese (1903). — $ von Kartum (Sudan). 

106. Megachile mephistophelica Grib. — $ von Kassala (Nubien). 

107. Megachile sokolrana Friese (1903). — 5 von Sokotra, im 
Januar fliegend. 

108. Megachile simonyi Friese (1903). — cf ? von Keren (Eritrea), 
im Februar fliegend, Magretti leg. 

109. Megachile rußventris Guer. — cf $ von Eritrea. 

110. Megachile grandiceps Friese. — $ von Keren (Eritrea). 

111. Megachile antinorii Grib. — cf $ nicht selten in Abessinien 
und im Sudan ; grofse Art mit rotfilzigem Abdomen. 

112. Megachile bilobata n. sp. — Einige cf ? von Harrar, im 
November fliegend, Kristensen leg. (Vergl. im Anhang 
p. 292.) 

113. Megachile meneliki n. sp. — 2 $ von Süd-Abessinien. Gröfste 
Megachile- Art von Afrika (L. 24—25 mm, Br. 8 mm). (Vergl. 
im Anhang p. 293.) 

114. Megachile quadrispinosa Friese (1904). — 2 cf von Nubien. 

115. Megachile kerenensis Friese (1904). — 2 $ von Keren (Eritrea), 
im Februar fliegend, Magretti leg., 4 $ von Eritrea. 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 275 

116. Megachile combusta Sm. — cf ? von Eritrea und 1 $ von 
Harrar, im November fliegend, Kristensen leg. 

117. Megachile janthoptera Sm. — 1 cf von Harrar, im November 
gefangen, Kristensen leg., sonst im Süden eine häufige 
Biene. 

118. Megachile cognata Sm. — Einige $ von Eritrea, ohne be- 
sondere Fundortsangabe. 

119. Megachile abessinica n. sp. — cf ? mehrfach von Harrar, 
im November fliegend , Kristensen leg. (Vergl. im An- 
hang p. 293.) 

120. Megachile harrarensis n. sp. — 2 cf von Harrar, im No- 
vember fliegend , Kristensen leg. (Vergl. im Anhang 
p. 294.) 

121. Megachile fülleborni Friese (1903). — cf ? einzeln in Abessinien, 
die Art dürfte identisch mit M. sudanica Magr. (1899) sein. 

122. Megachile patellimana Spin. — cf ? aus Ägypten , cf auch 
von Harkeko (am Roten Meer). 

123. Megachile albocincta Rad. — cf $ von Ägypten, Luxor-Kartum, 
auch im Sudan. 

124. Megachile aduaensis Friese (1909). — $ von Eritrea, 
Kristensen leg. 

125. Megachile chelostomo'ides Grib. — cf von Saganeiti in Eritrea. 

126. Megachile colorata Fox. — 2 $ aus Somali-Land. 

127. Megachile crenulata Fox. — cf von Sheik Husein , im Sep- 
tember, Somali-Land. 

128. Megachile galactogagates Grib. — $ von Saganeiti in Eritrea. 

129. Megachile saganeitana Grib. — cf von Saganeiti in Eritrea. 

130. Megachile marchalli Friese (1904). — $ von Eritrea, im No- 
vember fliegend. 

131. Megachile minutissima Rad. — cf $ von Keren in Eritrea; 
sonst in Ägypten häufiger. 

132. Anthidium cordatum var. rufescens n. var. — cf $ von Harrar, 
im November gefangen, Kristensen leg. (Vergl. im An- 
hang p. 294.) 

133. Anthidium eritrinum n. sp. — 1 $ von Gheleb im September, 
Kristensen leg., Eritrea. (Vergl. im Anhang p. 295.) 

134. Anthidium sjöstedti Friese (1908). — 2 cf von Harrar, im 
November fliegend, Kristensen leg. — Die Art wurde 
von Prof. Sjöstedt am Kilimandjaro entdeckt, darauf auch 
von Deutsch-Ostafrika nachgewiesen (Lukuledi) und nun auch 
von Südost - Abessinien. A. sjöstedti fehlt in meinem zu- 
sammenfassenden Werk „Die Bienen Afrikas" (Jena 1909), 
sie wurde versehentlich fortgelassen und ist hier p. 406 
hinter A. truncatum Sm. einzuschalten. 



276 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

135. Anthidium junodi Friese (1904). — 1 9 von Harrar, im No- 
vember fliegend, Kristensen leg. Die Art wurde bisher 
nur von Süd- Afrika nachgewiesen , so von Transvaal , Port 
Elizabet, Willowmore, Kapstadt und hier vom Dezember bis 
April fliegend. 

C. 2. Schmarotzerbienen : Coelioxynae. 

136. Coelioxys scioensis Grib. (1879). — o*9 mehrfach von Harrar, 
im November gefangen , Kristensen leg. — Auch von 
Eritrea und dem Sudan , ferner von Guinea , Nyassa und 
Usambara vorliegend. 

Dürfte bei Megachile antinorii schmarotzen. 

137. Coelioxys decipiens Spin. — Weitverbreitete Art von Ägypten 
und Abessinien nicht selten erhalten , auch in Süd - Europa 
— Mittelasien und Ost-Afrika bis Transvaal verbreitet. 

138. Coelioxys cherenensis Friese (1913). — (f 9 mehrfach von 
Cheren (Keren) in Eritrea, 1 sehr grofses 9 aus dem Sudan. 

139. Coelioxys somalina Magretti — <f von Galla-Ländern. 

140. Coelioxys magrettii n. n. (= obtusata Magretti) — d* von 
Ganale Gudda (Galla- Länder). Da C. obtusata bereits von 
Sehen ck (1855) vergeben wurde, so ist hier die Namens- 
änderung notwendig. 

141. Coelioxys afra Lep. — 1 cf von Harrar, im November, 
Kristensen leg. — Weitverbreitete Art. - — Europa — 
Afrika — Asien. 

142. Omachtes nigripes n. sp. — Einige o* 9 von Eritrea, auch 
1 9 von Usambara. (Vergl. im Anhang p. 296.) 

143. Omachtes abessinicus n. sp. — 1 $ von Eritrea. (Vergl. im 
Anhang p. 297.) 

E. Soziale Apiden. 

144. Trigona beccarii Grib. — 9 von Keren in Eritrea, beschrieben, 
mir liegen auch nur 9 aus Eritrea vor. 

145. Trigona armata Magr. — cf von Arussi-Galla (Ganale Gudda). 

146. Trigona bottegoi Magr. — Bisher im 9 von Arussi-Galla und 
Ganale Gudda vorliegend, 1 9 auch von Bulawayo, 5. X. 13, 
Arnold leg. 

147. Trigona ruspolii Magr. — 9 zahlreich von ,,Dana el l'Uebi, 
qualcuno a Dolo" (? Galla-Länder). 

148. Apis mellißca var. adansonii Latr. — Einzelne 9 von Harrar, 
im November gefangen , Kristensen leg. , sonst vom 
Somali-Lande und Galla-Lande bekannt geworden , wie im 
tropischen Afrika. 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 277 

Anhang. 

Zu Nr. 1. Sphecodes ab essinicus n. sp. cf. 

Sph. abessinicus fällt durch die schwarze Farbe seines ganzen 
Körpers auf. 

d*. Schwarz, stellenweise kurz weifs behaart, Kopf und Thorax 
sehr grob runzlig punktiert, glänzend, Kopf, Ränder des Mesono- 
tums und Tegulae schwach weifs behaart ; Antenne dick , knotig 
und ganz schwarz, Scutellum wulstig erhaben ; Area grob längs- 
runzlig, scharf kielig gerandet , Umgebung grob und höckrig ge- 
runzelt. Abdomen fast glatt, stark glänzend, nur Segment 6 — 7 
mit einzelnen weifsen Haaren. Ventralsegmente mit braunen End- 
rändern , kahl. Beine schwarz , mit einzelnen weifsen Haaren, 
Calcar schwarz. Flügel hyalin , mit dunkler Endhälfte , Adern 
dunkelbraun, Tegulae schwarz. L. 5 1 / 2 mm, Br. l*/ 2 mm. 

1 d* von Harrar , im November , Kristensen leg. im 
Hochland. 

Südost-Abessinien. 

Zu Nr. 2. Sphecodes eritrinus n. sp. $. 

Wie Sph. gibbus, aber ziemlich dicht weifs behaart , Segment 
1 — 3 rot, 4-6 schwarz. 

$. Schwarz, lang behaart , Kopf und Thorax dicht runzlig 
punktiert , wenig glänzend , Clypeus grob punktiert , Mandibel 
fast rot, Gesicht dicht weifs behaart, glänzend, Antenne sehr 
kurz, schwarz, 2. Geifselglied = 3. Mesonotum und Scu- 
tellum grob punktiert , etwas glänzend ; Thoraxseiten , Meta- 
notum und Tegulae dicht weifsfilzig, Area sehr grob und 
höckrig gerunzelt, glänzend. Abdomen punktiert, mit glatten 
Segmenträndern. Segment 1 — 3 rot, Segmentrand von 1 auch 
punktiert, 4 — 6 schwarz, unregelmäfsig punktiert, Segment 1 und 
Seiten von 2 — 5 mit weifsen Haaren, 5 mitten und 6 ganz schwarz- 
braun behaart. Ventralsegment 1 — 4 rotgelb , weifslich behaart, 
5 — 6 schwarzbraun, 5 weifs behaart und 6 schwarzbraun behaart. 
Beine schwarz , Tibie I und Tarsen braun , alles weifs behaart, 
Scopa rein weifs, Calcar rotgelb. Flügel fast hyalin, mit schmalem, 
braunem Rande, Adern und Tegulae hellgelb. L. 10 mm, Br. 3 mm. 

1 $ von Asmara in Eritrea, 1908, Kristensen leg. 

Sph. eritrinus fällt vor allem durch die weifse Behaarung auf, 
wie sie bisher bei Sphecodes $ nur bei der Steppenform Sph. rufi- 
thorax Mor. aus Turkestan beobachtet wurde, die aber roten Thorax 
und rote Beine hat. 

5. Coli et es latipes n. sp. o* $• 
Wie C. rossicus. D. T. (= fasciatus Rad., grandis Friese) aus 



278 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Ägypten, aber Abdomen infolge feinster Runzelung ganz matt, Area 
grob gerunzelt, $ Beine schwarz. 

$. Schwarz, lang gelbbraun behaart, Kopf und Thorax fein 
punktiert , etwas glänzend , Clypeus verlängert , längsrunzlig, 
glänzend ; Wangen lang, fast quadratisch , meist glatt ; Antenne 
schwarz , 2. Geifselglied = 3. -f- 4. Mesonotum ziemlich grob, 
aber flach punktiert , glänzend , mit fast glatter Scheibe , Area 
grob gerunzelt , glänzend und stark gegen die äufserst fein ge- 
runzelte und matte Umgebung abstechend. Abdomen schwarz, 
mit gelblichen Segmenträndern, äufserst fein gerunzelt, matt, nur 
auf Segment 1 mit feinen erkennbaren Punkten , Segment 1 — 2 
nur seitlich mit breiten Filzbinden, 3 — 5 mit ganzen, aber zarten 
Filzbinden am Endrande , 6 schwarz behaart. Ventralsegmente 
fein und undeutlich punktiert, glänzend, dabei fein quergerunzelt, 
gelblich gefranst. Beine schwarz, gelblich behaart , Scopa dünn 
und Calcar gelblich, Metatarsus nur wenig schmaler als die Tibie, 
2. Tarsenglied so breit wie 1. Flügel gelblich getrübt, Adern 
rotgelb, Tegulae gelbbraun. L. 14 — 15 mm, Br. 4*/ 2 mm. 

<? wie ?, aber Kopf verlängert , Wangen länger als breit, 
Antenne länger, erreicht das Thoraxende, 2. Geifselglied = 3. ; 
Segment 1 — 2 so lang und dicht gelbbraun wie der Thorax be- 
haart, Segment 2 — 5 mit dünnen, weifslichen Filzbinden, 6 — 7 
dunkel. Ventralsegmente flach , fast eingedrückt , kahl , 6 mit 
breitem , rotem Endrand , der mitten vorgezogen ist , Basis mit 
kleinem , kurzborstigem Felde. Beine kurz und stark verdickt, 
Femur keulenförmig , Tibie verdickt mit scharfer Aufsenkante, 
Tarsen verkürzt und sehr breit, Metatarsus (III) von Tibienbreite 
und quadratisch, Glied 2 — 4 nach hinten lappig erweitert, auch 
bei den Beinpaaren I und II, aber in geringerem Mafse. L. 13 mm, 
Br. 4 mm. 

cf $ mehrfach von Harrar, im November, Kristensen leg. 
Ost-Abessinien — Hochland. 

6. Coli et es ab es sinicus n. sp. (f. 

Dem C. rufitarsis Fr. von Ost- Afrika sehr nahestehend, aber 
kräftiger gebaut , Abdomen grob und gestochen punktiert und 
Beine schwarz. 

d*. Schwarz, dicht und lang gelbbraun behaart, Kopf und 
Thorax grob und runzlig punktiert , glänzend , Wangen wie bei 
C. rufitarsis, Antenne schwarz, 2. Geifselglied viel kürzer als 3., 
das 3. = 4. Mesonotum-Scheibe einzeln und sehr grob punktiert, 
Area wie bei G rufitarsis gerunzelt, etwas gröber und stark 
glänzend, Abdomen grob punktiert, glänzend. Segment 1 — 2 aber 
nicht gröber, Segmentränder schwarz, fast glatt, 1 mit schmaler, 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 279 

2 — 5 mit breiter gelblichweifser Filzbinde, 6 — 7 dunkel behaart. 
Ventralsegmente flacher punktiert, glänzend, lang gelblich gefranst. 
Beine schwarz, nur Klauenglied rotgelb, Calcar gelbbraun , sonst 
sparsam weifslich behaart. Flügel getrübt , Adern und Tegulae 
rotgelb. L. 10 mm, Br. 3^2 — 4 mm - 

d* zahlreich bei Harrar im November , Kristensen leg. 

Ost-Abessinien. 

8. Halictus weisi n. sp. o* $. 

H. weisi fällt durch die grünlich weifsen Randbinden von 
Segment 1 — 4 ( — 5) auf, wie sie bei iVbm?a-Arten vorkommen, und 
gehört in die Verwandtschaft des H. albofasciatus Sm. und H. no- 
mioides Fries. 

$. Schwach gelblich behaart, Kopf und Thorax dicht runzlig 
punktiert , matt ; Gesicht fein längsrissig , Clypeus vorgezogen, 
mit einzelnen grofsen Punkten, am Endrand gewulstet mit gröberen 
und dichtstehenden Punkten ; Antenne braun , 2. Geifselglied so 
lang wie das 3. Mesonotumscheibe mit einzelnen flachen Punkten, 
seitlich dichter und grob runzlich punktiert, Area fast horizontal 
liegend, scharfkantig umrandet, hinten mit 2 stumpfen Ecken und 
längsrunzlig. Abdomen äufserst fein skulpturiert, Segment 1 — 4 
mit grünlich- bis bläulichweifs gefärbten, ziemlich breiten Segment- 
binden am Endrande, 5 — 6 schwarzbraun behaart. Ventral- 
segmente ganz matt, fein gerunzelt. Beine schwarz, Tarsen braun, 
schwarzbraun behaart , Scopa fast schwarz. Flügel gelblich ge- 
trübt , Adern und Tegulae schwarzbraun. L. 9 1 / 2 — 10 mm, 
Br. 3 mm. 

d* wie 5, aber Clypeusendrand und Labram gelb , Segment 
1 — 5 mit fast weifsen Segmentbinden, 6 — 7 schwarzbraun ; Ven- 
tralsegmente 3 — 4 breit ausgerandet. L. 9 mm, Br. 2 x / 4 mm. 

o* ? mehrfach von Harrar, im November fliegend, Kristen- 
sen leg. 

Südost- Abessinien. 

9. Halictus kristenseni n. sp. d* ?• 
H. kristenseni ist dem H. weisi täuschend ähnlich , aber viel 
kleiner, Kopf und Thorax gleichmäfsig gerunzelt und matt, o* mit 
schwarzem Clypeus und Labrum. 

$. Schwarz, gelblich behaart, Kopf und Thorax dicht runzlig 
punktiert, matt, wie H. weisi, aber Mesonotum ohne einzelne, gröfsere 
Punkte, Abdomen punktiert, Segmentendhälfte feiner, Randbinden 
sehr schmal , Segment 5 — 6 schwarzbraun behaart. Ventral- 
segmente mit glatter, glänzender Basis. Beine schwarzbraun be- 
haart, Tibie III am Ende und unten, sowie die Basis des Meta- 



280 Deutsch. Eni. Zeitschr. 1915. 

tarsus rotgelb , Scopa oben schwarzbraun , unten weifslich , am 
Ende rotgelb , Calcar gelblich. Flügel getrübt , mit dunklerem 
Rande , Adern braun , Tegulae glänzend schwarz. L. 8 mm, 
Br. 2 mm. 

cf wie $, auch Clypeus und Labrum schwarz , Antenne ge- 
kerbt erscheinend, etwas plattgedrückt, 2. Geifselglied kürzer als 3. 
Segment 1 — 5 sehr schmal, fast linear gelb bandiert ; Ventral- 
segment glatt und glänzend, 3 — 4 tief bogig ausgerandet. Beine 
fast einfarbig schwarz bis schwarzbraun, nur Tarsenglied (2) 3—5 
braun. L. 7 mm, Br. l 3 / 4 mm. 

cf $ zahlreich von Harrar, im November, Kristensen leg. 
Südost- Abessinien, Hochland, und 2 d* von Ruanda, am 7. Sep- 
tember, im 2700 m Höhe (Deutsch-Ostafrika), Meyer leg. 

10. Halictus abessinicus n. sp. o* ?• 

H. abessinicus ist dem H. weisi nahestehend , aber Segment 1 
oder 1 — 2 rot gefärbt , cf mit eigenartig bewehrtem Ventral- 
segment 4. 

5- Schwarz, gelblich behaart, Kopf und Thorax dicht runzlig 
punktiert, ganz matt, Clypeus gewölbt, vorgezogen, glänzend und 
mit groben Punkten, die erkennbaren Punkte des Mesonotum sehr 
undeutlich , Area gerunzelt , aber kaum noch längsrunzlig. Ab- 
domen fein und undeutlich skulptiert , mit schwach erkennbaren 
Punkten, Segment 1 rot, oft auch Basis von Segment 2, Segment 
1 — 4 mit breit weifsgefärbtem Endrand, 5 — 6 schwarzbraun be- 
haart. Ventralsegmente mit einzelnen ziemlich groben haartragen- 
den Punkten, lang weifslich gefranst. Beine schwarzbraun, braun 
behaart , Scopa oben schwarzbraun , unten weifslich , Calcar rot- 
gelb. Flügel stark getrübt , mit dunklem Endrand , Adern und 
die glänzenden Tegulae schwarz. L. 8 — 9 mm, Br. 2 mm. 

cf wie $, aber Clypeus und Labrum gelb, Segment 1 rötlich, 
2 — 3 braun, 1 — 5 mit schmalerem, weifsem Endrande, 6 schwarz, 
7 gerundet und rot. Ventralsegmente 1 — 4 gelbbraun, 4 schmal, 
an der Basis mit breitem, mitten gefurchtem Höcker, am Endrand 
jederseits mit 9 — 10 rotgelben Wimperborsten, die gewinkelt sind 
und nach unten abstehen , 5 — 6 schwarzbraun. L. 8 mm , Br. 
7 3 / 4 mm. 

cf ? mehrfach von Harrar, im November, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien, Hochland. 

11. Halictus flav ofas ciatus n. sp. §. 
Dem H. albofasciatus Sm. vom Kapland ähnlich, aber Segment 
1 — 3 mit breiteren und gelbgefärbten Binden am Endrande. 

$. Schwarz, kurz gelbbraun behaart, Kopf und Thorax sehr 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 281 

fein runzlig punktiert, Wangen deutlich, Clypeus etwas verlängert 
und grob punktiert , Gesicht gröber gerunzelt ; Antenne und 
Mandibel schwarz ; Mesonotum und Scutellum äufserst fein ge- 
runzelt, matt, mit einzelnen grofsen flachen Punkten ; Area hinten 
eckig und scharf gerandet , mit Querrunzeln. Abdomen schwarz, 
fein runzlig punktiert , wenig glänzend , Segment 1 sehr fein 
punktiert , die niedergedrückten Endränder der Segmente 1 — 3 
breit gelb gefärbt, fast matt, 1 — 3 sonst gelblich behaart, 4 — 6 
schwarzbraun behaart , 4 mit braunem Endrand ; Ventralsegment 
1 — 3 mehr weniger rotgelb, 4 — 6 schwarzbraun, alle fein ge- 
runzelt und auf dem Basalteil mit deutlichen Punkten , gelblich 
gefranst. Beine schwarzbraun , Femur gelblich behaart , Tibien 
und Tarsen schwarzbraun behaart, Calcar rotgelb, Tibie II unten 
an der Basis mit rotgelbem Borstenbüschel , Tarsenglied 2 — 5 
rotbraun. Flügel getrübt , mit gleichartigem Rande , Adern und 
Tegulae braun. L. 10 mm, Br. 3 mm. 

Nur $ von Asmara , im Juni fliegend , Kristensen leg. 
Eritrea. 

Nord-Abessinien. 

Im Habitus an das Subgen. Trinchostoma Sauss. erinnernd, 
aber anderes Flügelgeäder. 

12. Halictus meneliki n. sp. <?. 

Dem H. smeathmanellus K. sehr ähnlich, etwas kleiner, Clypeus 
ohne gelben Endrand, Area längsrissig, nicht längsrunzlig. 

cf. Erzgrün , sparsam weifs behaart , Kopf dicht runzlig 
punktiert, matt, Stirnschildchen fast glatt, glänzend mit einzelnen 
Punkten, Clypeus verlängert, abgestutzt. Mesonotum und Scu- 
tellum fein punktiert, glänzend, Area fein längsrissig. Abdomen 
gleichmäfsig fein punktiert, glänzend, Segment 6 — 7 mit einzel- 
nen, weilsen Haaren ; Ventralsegmente punktiert , mit glatten, 
braunen Segmenträndern Beine schwarz bis schwarzbraun, Calcar 
weifs , sonst weifs behaart. Flügel hyalin , Adern und Tegulae 
braun. L. 4 — 4 J / 2 mm, Br. 1 mm. 

2 cf von Harrar, im November, Kristensen leg., Hoch- 
land von 1200 m. 

Südost- Abessinien . 

17. Andr ena af ricana Friese, o* . 

1913. A. abessinica Friese i. 1. — cf — 

d" wie $ und dem A. varians K. o* in der Form ähnlich, 
resp. der A. fuscipes K. infolge der Abdomenbehaarung ; Kopf und 
Thorax sehr fein runzlig punktiert, matt ; Area des Mittelsegments 
feiner als die Umgebung skulptiert. Antenne schwarz, 2. Geifsel- 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 19 



282 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

glied fast so lang wie 3 -f- 4. Abdomen fein und sehr dicht 
runzlig punktiert , fast quergerunzelt und mit schwachem Erz- 
schimmer , der auch beim $ mitunter sichtbar wird , Segmente 
lang behaart, aber kaum Binden bildend, 6 — 7 rötlich behaart. 
Ventralsegment deutlich querrissig, mit einzelnen feinen Punkten. 
Beine schwarz, gelblich behaart, Calcar gelblich. Flügel wie beim 
$ „schwach" getrübt (nicht schwarz, wie in der Original- 
beschreibung gedruckt wurde !) , Adern gelblich , Tegulae braun. 
L. 7 x / 2 — 8 mm, Br. 2 mm. 

cf ? mehrfach von Harrar, im November fliegend, K r i s t e n - 
sen leg., Hochland von 1200 m. 

Südost-Abessinien. 

18. Andre na kristenseni n. sp. d* $. 

Der A. korleviciana Fr. von Fiume sehr ähnlich , aber 
Abdomen sehr fein gerunzelt, matt, mit einzelnen feinen Punkten 
und Segmentbinden undeutlich, fein und unterbrochen. 

$. Schwarz, lang gelbbraun behaart, Kopf und Thorax sehr 
fein gerunzelt, Clypeus gröber und runzlig punktiert, alles matt; 
Antenne schwarz ; Mesonotum gröber und runzlig punktiert ; Area 
gerunzelt und nicht von der Umgebung abstechend. Abdomen 
sehr fein gerunzelt , ganz matt , mit einzelnen , feinen Punkten, 
Segment 1 einzeln lang behaart , 2—4 seitlich mit breiten aber 
sehr schwachen gelblichen Fransenbinden , 6 rotgelb beborstet. 
Ventralsegmente einzeln und grob flach punktiert, gelblich ge- 
franst, 6 ganz rotgelb behaart ,4 — 6 flach eingedrückt und hier 
fast glatt. Beine schwarz, ziemlich lang gelblich behaart, Calcar 
rotgelb , Scopa rotgelb , Metatarsus breit , fast von Tibienbreite. 
Flügel schwach getrübt, besonders am Endrande, Adern gelbbraun, 
Tegulae rotgelb. L. 10 mm, Br. 3 mm, Abdomenbreite 3 1 / 2 mm. 

d* wie $, Abdomen wie der Thorax lang gelbbraun behaart 
(wie A. fulva Christ o* in Mitteleuropa) , Segmentbinden nicht 
erkennbar. Beine schwarz, gelbbraun behaart ; Ventralsegment 4 
glatt, glänzend, mit breitem Basalhöcker und Querfurche dahinter, 
5 glatt, 6 gerunzelt. L. 9 mm, Br. 2 1 / 2 mm. 

d* $ einzeln von Harrar, im November fliegend, Kristensen 
leg., Hochland von 1200 m. 

Südost-Abessinien. 

19. Andr ena meneliki n. sp. $. 

Der A. floricola Ev. äufserlich sehr ähnlich , aber gröfser, 
Area fein längsrissig, Abdomen ohne gröfsere Punkte. 

?. Schwarz, gelbbraun behaart, Kopf und Thorax dicht und 
fein gerunzelt, matt, Kopf viel breiter als lang, Clypeus zurück- 



Fliese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 283 

gedrängt , glatter , mit einzelnen erkennbaren Punkten in der 
Runzlung; Antenne schwarz, unten schwarzbraun; Area fein längs- 
rissig , nur schwach gegen die Umgebung abstechend. Abdomen 
fast unbehaart , schwarz , undeutlich , aber einheitlich punktiert, 
so dafs Basal- und Endrand nicht voneinander abstehen, Segment 6 
rotgelb gefärbt , 5 (Endhälfte) und 6 rotgelb behaart. Ventral- 
segmente fein gerunzelt , dem Endrande zu mit haartragenden 
Punkten, 3 — 5 mitten etwas eingedrückt. Beine schwarz , gelb- 
braun behaart , Calcar rotgelb , Metatarsus braun. Flügel fast 
hyalin, Adern braun, Tegulae schwarz. L. 8 mm, Br. 2*/ 2 mm. 

2 § von Harrar, im November , Kristensen leg., Hoch- 
land von 1000 m. 

Südost-Abessinien. 

20. Andrena somalica n. sp. $. 

Wie A. morio Br. aus Süd-Europa , aber Mesonotum und 
Scutellum kahl, fast glatt mit wenigen flachen Punkten, glänzend, 
Clypeus verkürzt, Mandibel rotbraun. 

$. Schwarz, sparsam schwarz behaart, oben fast kahl, Kopf 
äufserst fein gerunzelt , matt mit einzelnen groben Punkten, 
Clypeus kurz , die unteren Augenränder nicht überragend , fast 
abgestutzt, runzlig punktiert, Wangen linear , rotgelb , Mandibel 
rotbraun, mit schwarzem Ende ; Antenne schwarzbraun , Schaft- 
ende und Basis, sowie Unterseite der Geifsel rotbraun, 2. Geifsel- 
glied länger als 3 -+- 4 , 3. und 4. unten rotgelb. Mesonotum 
und Scutellum fast glatt, glänzend , mit einigen grofen Punkten, 
Metanotum wie der übrige Thorax runzlig punktiert , Area viel 
feiner und matt. Abdomen fast kahl , sparsam und schräg ge- 
stochen punktiert, ziemlich glänzend. Segment 5 und 6 schwarz- 
braun behaart ; Ventral segmente runzlig punktiert, Segmente dicht 
bürstenartig behaart. Beine schwarz , schwarz behaart , Scopa 
dicht , kurz und schwarz , Calcar rotgelb. Flügel schwarzbraun, 
blau schimmernd, Adern und Tegulae braun. L. 17 — 18 mm, 
Br. 5 x / 2 — des Abdomen 6 mm. 

1 $ vom Somali-Lande, im Mai fliegend. 

Nordost-Afrika. 

A. somalica ist eine bemerkenswerte Form , da sie uns das 
südlichste Vorkommen der grofsen Andrena - Arten kundtut , die 
sonst nur dem paläarktischen Gebiet angehören. Als südlichster 
Fundort für Andrena ist der Kilimandjaro bekannt geworden, wo 
die Andrena africana noch fliegt , die aber laut vorliegendem Er- 
gebnis auch bei Harrar mit Andrena kristenseni und A. menelili 
gefunden wurde. 

(Gröfste, d. h. breiteste Andrena-Art !) 

19* 



284 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

35. Nomia eritrina n. sp. o*. 

Der N. calida Westw. sehr ähnlich, aber Antenne und Beine 
schwarz, Segment 2 — 5 mit gelben Binden. 

o*. Schwarz , gelbbraun behaart , Kopf und Thorax dicht 
runzlig punktiert , ganz matt , Clypeus etwas verlängert , dicht 
gelbbraun behaart, Antenne schwarz, unten kaum bräunlich 
werdend, 2. Geifselglied wenig kürzer als 3. Abdomen schwarz, 
glänzend, Segmentbasis runzlig punktiert, Mitte gröber und spar- 
sam punktiert , der niedergedrückte Endrand von Segment 1 fein 
punktiert, mit glattem Ende, von 2 — 5 dicht gerunzelt und ganz 
matt, 6 schwarz, flach ausgerandet ; Ventralsegment flach punk- 
tiert , mit blassen Endrändern , 3 flach ausgerandet , 4 — 5 sehr 
grofs, ausgehöhlt und gelbborstig gefranst. Beine schwarz, gelb- 
lich behaart, Calcar gelbbraun, Klauen braun. Beine III wie bei 
N. calida gebildet , aber schwarz , Femur stark verdickt , kantig, 
vor dem Ende aber ohne kleinen Zahn , Tibie weniger verbreitet 
und innen am Ende in braunen , gerundeten Lappen verlängert, 
unter welchem die Calcaria entspringen. Flügel gleichmäfsig ge- 
trübt, Rand kaum dunkler, Adern und Tegulae gelbbraun, letztere 
mit schwarzer Scheibe. L. 10 — 11 mm, Br. 3*/ 2 mm - 

1 d* von Asmara in Eritrea ; Kristensen leg. 

Nordost-Afrika. 

Nomia quadrispinosa n. sp. d*. 

Der N. calida täuschend ähnlich , aber Segment 1 — 5 hell- 
gelb gebändert, 6 schwarz, Ventralsegmente 3 — 4 jederseits mit 
langem bewimperten Dorn. 

cf. Schwarz , kurz gelbbraun behaart , Kopf und Thorax 
ziemlich grob runzlig punktiert , glänzend, Gesicht gelbfilzig be- 
haart, glänzend; Antenne gelb, Geifseln oben bräunlich, 2. Geifsel- 
glied = 3 ; Mandibel gelb , mit rotbraunem Ende ; Ränder des 
Mesonotum, Scutellum und das ganze Metanotum gelbfilzig. Ab- 
domen ziemlich grob punktiert , glänzend , der niedergedrückte 
Endrand der Segmente 1 — 5 äufserst fein gerunzelt und matt, 
breit gelb gefärbt, 6 schwarz, mitten etwas vorgezogen , schwarz 
behaart ; Ventralsegmente sparsam punktiert, 3 — 4 breit und tief 
ausgerandet, jederseits in feinen braunen Chitinlappen verlängert, 
der 2 mm über den Seitenrand hervorragt , also auch von oben 
sichtbar ist, Segmentrand und Dornlappen lang gelbbraun be- 
wimpert, 5 ausgehöhlt, jederseits mit schwarzem Dorn, 6 konkav. 
Beine gelb , nur Coxa , Trochanter und Basis von Femur III 
schwarzbraun, gelblich behaart, Femur III verdickt , Ende unten 
mit kleinem Zahn , Tibie III dem Ende zu stark verbreitert, 
3kantig , an der Basis aufsen mit braunem Fleck, inneres Ende 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 285 

zahnartig verlängert , unter dem Zahn die beiden Calcaria , Tar- 
sen III am Ende mit starker Bebüschelung. Flügel gelblich ge- 
trübt, mit dunklem Rande, Adern und Tegulae gelbbraun. L. 12 mm, 

Br. 37 2 mm - 

d* von Delagao-Bai und Lukuledi in Deutsch-Ostafrika. 

36. Nomia brevipennis n. sp. er". 

Der N. amoenula Gerst. von Ost-Afrika ähnlich , aber Scu- 
tellum unbedornt, Abdomen schwarz, Beine schwach bewehrt. 

2 o*. Schwarz , weifslich behaart , Kopf und Thorax dicht 
runzlig punktiert, matt, Kopf viel breiter als lang, Gesicht weifs- 
filzig, Mandibel gelb mit rotem Ende, Metanotum weifslich befilzt, 
Area grob gerunzelt, glänzend. Abdomen fein punktiert, glänzend, 
die niedergedrückten Endränder der Segmente blafs und mit ein- 
zelnen , anliegenden weifsen Wimperhaaren bedeckt , 6 rotgelb. 
Ventralsegmente kahl , undeutlich punktiert , 4 gekielt. Beine 
schwarz, Kniee braun , Tarsenglied 1 gelb , Femur III verdickt, 
Tibien keulenförmig verdickt , Ende nach innen zahnartig ver- 
längert und hier die beiden Calcar tragend , die breit und mit 
umgebogener Spitze sind. Flügel gelblich getrübt, Adern braun, 
Tegulae rotgelb. L. 6 — 6 a / 2 mm, Br. l 3 / 4 mm. 

2 er* von Harrar, im November, Kristensen leg. 

Südost- Abessinien. 

37. Scapter abesst nicus n. sp. er". 

Wie Scr. armatus Magr. , aber Trochanter ohne Zahn oder 
Dorn, Analsegment nicht verbreitert, Abdomen bindenlos. 

er". Schwarz, kaum weifslich behaart, Kopf grob punktiert, 
fast gerunzelt, Gesicht behaart, Clypeus gerunzelt , Antenne sehr 
kurz, schwarzbraun, die einzelnen Glieder fast so lang wie breit 
(bei Scr. armatus viel breiter als lang). Thorax gerunzelt , fast 
matt ; Mesonotum und Scutellum sehr fein punktiert , Area ge- 
runzelt, seitlich davon lang weifslich behaart. Abdomen unregel- 
mäfsig punktiert, Segment 1 grober punktiert und wie Segment 2 
glänzend, 3 — 7 mit braunen Endrändern und schwach gelblich 
behaart , 7 klein und vorgezogen , rot , ausgebuchtet und rot- 
gelb behaart. Beine schwarz, sparsam gelblich behaart , Tarsen- 
glied 2 — 5 rotgelb , Calcar schwarzbraun. Flügel hyalin mit 
getrübtem Rand , Adern und Tegulae schwarzbraun. L. 7 mm, 
Br. 2 mm. 

1 er" von Harrar, im Dezember, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien. 

43. Allodape Candida Sm. er", 
er* dem $ kaum noch ähnlich sehend , mehr wie eine kleine 



286 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Meliturga (im cf ). Schwarz, lang und dicht grau behaart , Kopf 
viel kleiner als der Thorax, fein runzlig punktiert, matt, Augen 
sehr grofs, nehmen 2 / 3 des ganzen Kopfes ein , im Tode rotgelb, 
Augenränder und Stirn mit schwarzen Haaren , Clypeus klein, 
Labrum fast quadratisch , Mandibel fast linear schmal , Wangen 
deutlich ; Antenne sehr kurz , kürzer als Augenlänge , schwarz, 
Geifsel rotgelb, dick keulenförmig, alle Glieder 2 3 mal so breit 
wie lang , Geifsel kaum länger als der Schaft. Mesonotum fast 
glatt, glänzend , an den Rändern mit einzelnen feinen Punkten, 
Scutellum gröber punktiert, ebenso Mesopleuren, hintere Thorax- 
wand fast glatt, aber wenig glänzend. Thorax überall lang und 
wollig grau behaart. Abdomen höckrig runzlig punktiert, Segment 1 
lang und dicht grau behaart , 2 ziemlich lang schwarz behaart, 
3 — 5 kurz und einzeln schwarz behaart, 6 — 7 lang weifslich 
behaart, 3 — 6 auf der Mitte mehr weniger graufilzig, wie beim $, 
7 breit, mit abgestutztem Ende. Ventralsegmente fein gerunzelt, 
mit braunen Endrändern , lang wollig und grau behaart. Beine 
und Unterseite lang grau behaart , schwarz , nur Tarsen glieder 
3 — 5 rotbraun ; Beine ' I stark verlängert , besonders Tibie und 
Tarsen, Tibie von Femurlänge, Tarsenglied 1 länger als die Tibie 
und fadendünn , wie die andern Tarsenglieder , Calcaria blafs. 
Flügel hyalin, Adern und Tegulae braun. L. 8 mm. Br. 3*/ 2 mm. 

1 o* von Marienhof, Insel im Ukerewe-See, Conradts leg. 
Central-Afrika. 

Allodape fov e ata Sm. cf. 
cf wie $, aber aufser dem Clypeus auch ein Fleck daneben, 
ein Fleck auf den Mandibeln , das Labrum und die Vorderseite 
des Antennenscapus gelb , Antenne schwarz , Endglied aber zu- 
gespitzt. Calli h. oft rotbraun , Segment 7 mit einer Reihe 
(8 — 10) langer, gelber und abstehender Borsten, Tarsen gelblich, 
Metatarsus (III) fast weifs. L. 6 mm, Br. l J / 2 mm. 

2 d* 1 $ von Harrar , im November fliegend , Kristen- 
s e n leg. 

Südost-Abessinien. 

68. Xy lo cop a nigripes n. sp. cf J. 

Der X. scioensis Grib. sehr nahestehend , aber Kopf , Beine 
und die ganze Unterseite schwarz behaart, beim d* der Kopf hell 
behaart aber Kopf und Thorax mehr weniger schwarz behaart. 

$. Schwarz, schwarz behaart, Kopf und Thorax grob punk- 
tiert , stellenweise gerunzelt , glänzend , Clypeus etwas konkav, 
mit kielartig erhabenen Rändern , Stirnhöcker nur schwach ent- 
wickelt. Mesonotumscheibe glatt und glänzend, Scutellum scharf- 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 287 

kantig. Thorax oben bis zu den Calli h. und das Segment 1 
dicht gelb behaart. Abdomen grob und sparsam punktiert , mit 
schwarzbehaarten Seitenrändern, Segment 6 mit oben ausgehöhltem 
Enddorn in der Mitte , infolgedessen die braune Behaarung auf- 
fällt. Ventralsegmente punktiert, glänzend, lang schwarz gefranst. 
Beine schwarz, schwarz behaart, Klauen rotbraun, Calcar schwarz, 
mit roter Spitze. Flügel schwarzbraun, violett und blau schillernd, 
Adern, Tegulae schwarzbraun. L. 13 — 14 mm, Br. 6 mm. 

ö* wie ?, etwas gröfser , aber Kopf gelb behaart , mit lang 
weifs behaartem Gesicht , Clypeus vorne gelb gefleckt , Antenne 
schwarz, unten gelbbraun , Schaft vorne gelb. Thorax lang gelb 
behaart , aber mit schwarz behaarter Scheibe , die dunkle Be- 
haarung vorne bis zum Kopfe reichend. Segment 1 lang gelblich 
behaart, 2 — 3 meist nur seitlich und grünlichgelb, mitten aber 
wie 4 — 7 schwarz behaart. Ventralsegmente und Beine schwarz, 
lang schwarz behaart. L. 14 — 15 mm, Br. 6 mm. 

d* $ in Mehrzahl von Harrar, im November fliegend, Kri- 
s t e n s e n leg. 

Südost- Abessinien. 

70. Tetraion ia abessinica n. sp. o* ?• 
Der T. albocincta Fr. aus Süd -Afrika nahestehend, aber 
Antenne und Beine schwarz , Segment 2 auch mit weifser 
Randbinde. 

?. Schwarz, lang weifslich behaart, Kopf fein punktiert, Clypeus 
und Labrum grob runzlig punktiert, Antenne schwarz, 2. Geifsel- 
glied fast so lang wie 3 + 4. Thoraxscheibe lang gelbbraun 
behaart , grob aber flach runzlig punktiert. Abdomen schwarz, 
Segmente punktiert, die breiten Endränder fast glatt, Segment 1 
lang büschelig behaart, 2 — 4 mit weifsfilziger Basis, 2 — 3 auch 
mit befilztem Endrand , 4 ganz weifsgrau befilzt , 5- — 6 lang 
schwarzbraun beborstet , Analplatte schwarzbraun , kahl , kaum 
skulpturiert. Ventralsegmente schwarzbraun grob punktiert, rotgelb 
behaart, P^ndränder fast glatt und häutig. Beine schwarz, gelb- 
lich behaart , Scopa sehr dicht und lang , aufsen weifs , innen 
rotgelb, Calcar rotgelb. Flügel stark getrübt, Adern und Tegulae 
schwarzbraun. L. 11 - HV2 mm > Br. ^ mm - 

c? wie $ , Clypeusrand gelb , Mandibel schwarz , Antenne 
lang, schwarzbraun, unten rotbraun, erreichen fast das Abdomen- 
ende, 2. Geifselglied sehr kurz, nur x / 4 des 3. erreichend ; Segment 
3 — 5 fast ganz weifsfilzig und dadurch unter allen äthiopischen 
Arten auffallend , 6 — 7 fast schwarzbraun behaart. Ventral- 
segmente fein punktiert, weifslich gefranst, Analsegment mitten 
gefurcht, seitlich gewulstet. L. 10 mm, Br. 3'/ 2 nim. 



288 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

d* $ mehrfach von Harrar, im November, Kristensen leg., 
Hochland. 

Südost-Abessinien. 

T. abessinica ist vielleicht nur eine Form von T. albocincta, 
doch läfst sich darüber erst Entscheidung treffen , wenn das o* 
von T. albocincta bekannt geworden ist. 

71. Tetr alonia fem o rata n. sp. cf • 

Wie T. dentata Klg. aus Europa , aber Mesonotum grob 
runzlig punktiert, Mandibel schwarz und Femur mitten und hinten 
mit Zahn. 

d*. Schwarz, lang gelblich behaart, Kopf schwach runzlig- 
punktiert, glänzend, Clypeus gelb, Antenne schwarz, Geifselglied 2 
sehr kurz, nur 1 / 6 vom 3. erreichend, die einzelnen Glieder stark 
gebogen. Mesonotum und Scutellum grob runzlig punktiert. Ab- 
domen runzlig punktiert, nur der äufserste Endrand der Segmente 
glatt und braun, Segment 2 — 3 jederseits mit breitem, dreieckigem, 
gelblichem Filzfleck, auch die 3. ganze Basis befilzt, 4 — 6 fast 
ganz gelblich befilzt , 6 jederseits mit kleinem Zahn , 7 rotgelb 
behaart. Ventralsegment sparsam punktiert, glänzend, mit breiten, 
häutigen Rändern und nur seitlich gefranst , 6 mitten gefurcht, 
jederseits mit wulstigem Rande. Beine schwarz , lang gelblich 
behaart, Tarsenglied 2 — 4 mehr weniger rotbraun, Femur II ver- 
dickt und verkürzt, Tarsen verlängert, Femur III kaum verdickt, 
aber mitten und hinten mit deutlichem Zahn , Metatarsus dem 
Ende zu breiter werdend , innen lang rotgelb behaart. Flügel 
getrübt, Adern braun, Tegulae gelbbraun. L. 10 mm, Br. 3 x / 2 mm. 

2 cf von Harrar, im Oktober, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien . 

Die ähnliche T. braunsiana Fr. cf vom Kapland hat gelbes 
Labrum, Mandibel und alle Tarsen gelbbraun , Femur III ohne 
Zahn und Segment 6 ohne Zahn. 

79. Anthophora ampliceps n. n. (für A. laticeps) 
var. kristenseni n. var. 

1911. A. laticeps Friese, d* in: Zool. Jahrb. Syst. v. 30 
p. 675 (nee A. (Eucard) laticeps 1905. 

var. cf. Wie A. ampliceps, aber Clypeus ganz gelb, Neben- 
gesicht bis zur Antennenbasis, also die untere Gesichtshälfte ge- 
schlossen gelb gefärbt ; Segment 2 — 5 fast schwarz behaart (kurz 
und nicht grau wie bei ampliceps). Dadurch die hellen Fransen- 
binden schärfer hervortretend. L. 10 — 11 mm. var. kristenseni n. var. 

d* nicht selten bei Harar, im Oktober, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien. 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 289 

80. Anthophora eritrina n. sp. cf ?• 

Wie A. circulata F., aber Behaarung mehr weifslich, Segment- 
binden weifs, Clypeus ausgedehnt schwarz gezeichnet. 

?. Schwarz , weifslich behaart , Kopf und Thorax runzlig 
punktiert, fast matt, Clypeus fast schwarz, nur Ränder und Mittel- 
linie schmal gelbweifs, Nebengesicht mit kleinem, gelbweifsem Fleck; 
Labrum weifslich, der Endrand und 2 grofse Basalflecke schwarz- 
braun, Mandibel meist gelb, Thorax oben gelbbraun, unten weifs- 
lich behaart, Behaarung des Mesonotum reichlich mit schwarzen 
Haaren gemischt. Abdomen punktiert , stellenweise gerunzelt, 
Segmentbinden 1 — 5 weifs , Segment 6 mitten schwarz , seitlich 
weifs behaart. Ventralsegmente grofs und flach punktiert , kurz 
rötlich gefranst. Beine schwarzbraun , weifslich behaart , Scopa 
oben schwarzbraun, dann weifslich und unten rötlich, Tibie Innen- 
seite schwarzbraun behaart , Metatarsus an der Basis weifslich 
behaart , Calcar fast schwarz , lang und sehr stark entwickelt. 
Flügel gebräunt, Adern schwarzbraun, Tegulae rotgelb. L. 10 mm, 
Br. 4 mm. 

(f wie ?, aber Gesicht in gröfserer Ausdehnung gelbweifs, 
doch ist der Clypeus im Gegensatz zu A. circulata a* gröfstenteils 
schwarz , infolge der grofsen Basalflecke , Labrum und Mandibel 
fast ganz gelb , ebenso das Nebengesicht. Analsegment (7) mit 
2 vorspringenden Seitenecken , schwarz behaart. Beine II etwas 
verlängert , aber ohne besondere Bewimperung. L. O 1 /^ mm, 
Br. 3 l / 2 mm. 

<? ? mehrfach von Asmara (Eritrea), im Juni fliegend, $ von 
Mulango (Brit. Ost-Afrika) , 2 <? auch von Zungaru in Nord- 
Nigeria (Süd-Afrika), im November, im Mus. London. 

Vielleicht als hellbehaarte Varietät von A. circulata F. auf- 
zufassen. 

81. Antophor a flaviventris n. sp. d* . 

Der A. eritrina nahestehend , aber Gesicht dunkelgelb fast 
rotgelb gezeichnet , Beine II stark verlängert und Klauenglied 
jederseits lang schwarz bewimpert. 

cf. Schwarz, lang weifslich behaart, Kopf und Thorax oben 
gelbbraun behaart, runzlig punktiert, fast matt. Rotgelb resp. 
gelb sind : Clypeus , Stirnschildchen , Nebengesicht , Labrum, 
Mandibelbasis und Antennenschaft vorne. Antenne ganz schwarz. 
Mesonotum mit glattem, glänzendem Scheibenfleck. Abdomen 
unregelmäfsig punktiert , Segment 1 lang gelbbraun behaart, 
2 — 6 schwarz, aber kurz und sparsam behaart, 2 — 6 mit schmalen, 
weifsen Fransenbinden, 7 ganz schwarzbraun, 2spitzig. Ventral- 
segmente feiner punktiert , 3 — 5 mitten eingedrückt, 3 — 4 aus- 



290 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

gerandet und gelbrandig , die Vertiefungen dicht rotgelb und 
bürstig behaart, 5. mehr flach und gröfser, ziemlich kahl und mit 
ganzem Rande. Beine schwarz, fast weifs behaart, Calcar rotgelb. 
Beine II stark verlängert , besonders die Tarsen , Tarsenglied 1 
von Tibienlänge , Klauenglied jederseits lang schwarz bewimpert, 
Beine III etwas verdickt , besonders die Tibie , Metatarsus leicht 
gebogen. Flügel getrübt, Adern braun, Tegulae rotgelb. L. 11 mm, 
Br. 3 l / 2 mm. 

2 d* von Asmara (Eritrea), im August fliegend. 
Nord-Abessinien. 

84. Anthophora caerulea Friese (1905) o*. 

cf wie $, aber die weifse Gesichtszeichnung etwas reichlicher 
vorhanden , aber durchaus nicht derart wie bei den meisten 
Anthophora q*, aber der Antennenschaft vorne weifs ; Tibie III 
aufsen ganz weifs behaart und Metatarsus wie beim $ schwarz 
behaart, mit weifs behaarter Basis. L. 9- — 10 mm, Br. 3 1 / 2 mm. 

cf $ zahlreich von Harrar, im November fliegend, Kristensen 
leg., $ von Gheleb (Eritrea) im September, sonst von Sierra 
Leone, Kongo, Kamerun und Ost-Afrika bekannt ; 1 $ von Natal 
(Durban) im Kap-Museum. 

99. Epeolus hristenseni n. sp. d* ?. 

Wie E. tristis Sm. aus Zentral-Europa, aber Mesonotum und 
Scutellum ohne weifse Filzflecke, 2. Geifselglied schwarz, o* nur 
Ventral segment 4 — 5 mit fast schwarzen Wimperborsten, deren 
Ende aufwärts gekrümmt ist. 

$. Schwarz, stellenweise weifsfilzig behaart, Kopf grob und 
tief punktiert, Clypeus viel breiter als lang, gerunzelt, Labrum 
mit einzelnen groben Punkten , Antenne schwarz , 2. Geifselglied 
viel länger als 3. Mesonotum ohne weifse Filzflecke , höchstens 
mit einzelnen weifslichen Haaren , sonst grob und tief punktiert, 
stellenweise gerunzelt, Scutellum dicht gerunzelt, ganz matt. 
Weifs befilzt : Pronotum , Mesopleuren und Seiten der hinteren 
Thoraxwand , Area gerunzelt. Abdomen fein und ziemlich dicht 
punktiert, kahl, Segment 1 — 5 jederseits mit grofsen oft eckigen 
weifsen Filzflecken ; Ventralsegmente dicht und fein punktiert, 
3 — 5 dünn mit kleinen weifsen Schuppen auf der Endhälfte, 
6 grofs, fast matt und gerundet. Beine schwarz, sparsam weifs- 
filzig, Calcar schwarz. Flügel schwarzbraun, mit glashellen Flecken 
und violettem Schimmer, Adern und Tegulae schwarz, letztere 
punktiert, glänzend. L. S 1 ^— lO 1 /« mm, Br. 3 — S l l 2 mm. 

cf wie $, aber Segment 5 — 6 mit ganzer weifser Filzbinde ; 
Ventralsegmente 2 — 3 mit weifs beschuppter Endhälfte, 4 — 5 mit 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 291 

fast schwarzen Wimperborsten, deren Ende nach oben umgebogen 
ist, Tarsenglied 1 an allen Beinpaaren lang braun beborstet. 
L. l 1 ^ — 10 mm, Br. 2 1 l 2 — 3V 2 mm. 

o* $ mehrfach bei Harrar, im November, Kristensen leg. 

Südost- Abessinien. 

Wohl Schmarotzer von Colletes abessinicus Fr. 

101. Eriades filicornis n. sp. <f . 

Durch die langen, dünnen Antennen auffallend, deren Glieder 
fast zweimal so lang wie breit sind. 

b". Schwarz , stellenweise weifs behaart , Kopf und Thorax 
grob runzlig punktiert, fast höckerig, glänzend, Gesicht lang weifs 
behaart; Antenne fadenförmig dünn, lang, erreichen das Thorax- 
ende, 2. Geifselglied kurz, knopfförmig wie das 1., das 3. und 
folgende doppelt so lang wie breit. Scutellum mit einzelnen und 
gröberen Punkten ; Area grob gerunzelt , horizontale Zone scharf 
gerandet. Abdomen fast runzlig punktiert, Segment 1 sehr grob 
und tief punktiert , 2 weniger grob , 3 und folgende mehr ge- 
runzelt und feiner, 1 — 2 mit feinen, weifsen Fransenbinden, 5 — 6 
schwach gelblich behaart, 6 bogig gerundet, mitten ausgeschnitten ; 
Ventralsegmente punktiert , stark glänzend , 3 und folgende ver- 
borgen (gelblich gefärbt). Beine schwarz, weifs behaart, Tarsen- 
glied 3 — 5 rotgelb , Calcar bleich. Flügel fast hyalin , mit ge- 
trübtem Endrande , Adern und Tegulae schwarz. L. 5 mm, 
Br. l J / 2 mm. 

2 o* von Harrar, im November, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien. 

Am besten bei E. argentatus Gerst. stehend, aber gröfser. 

Eriades longicornis n. sp. cf. 

Wie E. filicornis (die vorhergehende) mit langen Antennen, 
aber die Glieder nur l 1 / 2 mal so lang wie breit und die Flügel 
gebräunt. 

cf. Schwarz , aber sparsam gelblich behaart , Kopf und 
Thorax runzlig punktiert , matt. Antenne lang , erreicht das 
Thoraxende, Geifselglied 2 = 1, 3 und folgende l 1 / 2 mal so lang 
wie breit. Scutellum und Mesonotumscheibe tief punktiert ; Area 
fast glatt, glänzend, obere horizontale Zone längsriefig. Abdomen 
tief punktiert, etwas glänzend, Segment 1 — 2 nur jederseits ge- 
franst, 3 — 6 spärlich behaart, 6 gekielt, fast ganzrandig, jeder- 
seits vor dem Endrand leicht eingedrückt. Ventralsegment 1 — 2 
fein runzlig punktiert , matt , 3 und folgende rotgelb und ver- 
borgen liegend. Beine schwarz , Femur rotbraun , weifs behaart, 



292 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

nur Klauen braun. Flügel stark gebräunt , Adern und Tegulae 
braun. L. 5 mm, Br. l x / 2 mm. 

1 cf von Kigonsera. 
Deutsch-Ostafrika. 

102. Eriades abessinicus n. sp. cf. 

Grofse Art bei E. freygessneri Schlett. stehend , aber Seg- 
mente fast ohne Fransenbinden , mit kurzen Antennen und fast 
glatter Area. 

cf. Schwarz, sparsam greis behaart, Kopf und Thorax grob 
punktiert, fast gerunzelt, Gesicht eckig, weifslich behaart, Antenne 
kurz, erreicht nur die Flügelbasis, 2. Geifselglied = 3, 3 und 
folgende etwas länger als breit. Thorax ziemlich lang behaart, 
Area glatt und glänzend , obere Zone längsriefig und hinten ge- 
randet. Abdomen grob punktiert, glänzend, Segment 1 — 2 sehr 
sparsam weifs gefranst , 3 kahl , 4 — 6 weifslich behaart , 6 fast 
ganzrandig, jederseits vor dem Ende eingedrückt. Ventralsegmente 
punktiert, kahl. Beine schwarz, weifslich behaart, Calcar bleich. 
Flügel fast hyalin , Radialzelle gebräunt , Adern fast schwarz, 
Tegulae glatt, poliert und schwarz. L. 6 — 7 mm, Br. 2 mm. 

2 o* von Harrar, im November, Kristensen leg. 
Südost- Abessinien. 

103. Eriades truncorum L. 
Von Eriades truncorum liegen 3 o* von Harrar vor , wo sie 
im November fliegen. Die Tierchen stimmen morphologisch und 
nach der Gröfse vollkommen mit E. truncorum überein , nur die 
Behaarung ist rein weifs, anstatt gelblich. 

112. Mega chile [Eumeg achile) b il o b a ta n. sp. d* $. 

Wie M. antinorii , aber Segment 1 und 6 auch rot behaart, 
$ Clypeus ganz abweichend geformt , jederseits in ein grofses, 
breites Hörn verlängert. 

$. Schwarz , schwarz behaart , Kopf und Thorax dicht 
runzlig punktiert , glänzend , Clypeus quer und jederseits mit 
breitem abstehenden Hörn, das vorne gerundet, glatt und glänzend 
ist, in der Ausrandung zwischen den Hörnern mit kleinem Zahn, 
die Hörner überragen die Mandibeln bis zur Mitte ; Mandibel an 
der Spitze mit 3 Zähnen und mitten am Innenrand mit grofsem, 
breitem , stumpfem Zapfen , der vorne 2höckrig ist. Mesonotum 
lang schwarz behaart , Scutellum und Area meist mit einigen 
rotgelben Haaren , Area fein gerunzelt und gegen die gröbere 
Umgebung abstechend. Ventralsegmente schwarz , Scopa ganz 
schwarz , Beine schwarz , schwarz behaart, Metatarsus kaum von 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 293 

Tibienbreite , Calcar rotbraun. Flügel schwarzbraun , bläulich 
schimmernd, Adern und Tegulae schwarzbraun. L. 17—18 mm, 
ßr. 5 — 5 1 / 2 mm. 

o* wie $, aber Clypeus, Stirnschildchen, Kopfunterseite und 
Beine I lang weifslich behaart ; Thorax mehr oder weniger braun 
behaart, Segment 1 — 6 rot behaart, Analsegment ausgebuchtet, 
wie bei M. antinorii; Beine einfach. L. 13 — 15 mm, Br. 4 — 5 mm. 

$ var. — Segment 6 schwarz behaart, — var. commiccta n. var. 

Einige o* ? von Harrar, im November fliegend, Kristensen 
leg. (auch die var. commixtd). 

113. Meg achile meneliki n. sp. $. 

Wie M. antinorii, aber noch gröfser und gröfste afrikanische 
Megachile- Art, Segment 5 — 6 schwarz behaart, 2 — 5 mit rotgelben 
Fransenbinden. 

$. Schwarz, schwarz behaart, morphologisch wie M. antinorii 
gebaut ; Mandibel verlängert und mit 4 spitzen Zähnen, der Dorn 
vorne an der Clypeusmitte ist stumpf, breit, wenig vorragend und 
2höckrig. Thorax schwarz bis schwarzbraun behaart , Segment 
1 — 4 rot hehaart, 5 — 6 schwarz behaart, aber Segment 2 — 5 
mit deutlichen und ziemlich breiten rotgelben Fransenbinden, 
Scopa schwarz , Metatarsus von Tibienbreite. Flügel schwarz- 
braun mit blauem Schimmer. L. 24 — 25 mm, Br. 8 mm. 

2 $ von Süd-Abessinien. 

Gröfste Megachile-Art von Afrika , die wohl nur von einigen 
Exemplaren der M. maculosa erreicht wird ; der mächtige Kopf 
läfst sie gut von M. antinorii unterscheiden. 

Megachile cognata var. claripennis n. var. $. 

Wie M. cognata Sm. (Kapland , Ukami) , aber Flügel hell, 
stark gelblich getrübt, Adern gelbbraun, Tegulae braun. L. 16 mm, 
Br. 5 mm. 

1 $ von Lukuledi in Deutsch-Ostafrika. 

119. Megachile ab e s sinic a n. sp. d* ?• 
Wie M. filicornis Fr. aus Ost- Afrika, aber Segment 6 schwarz 
behaart und Flügel schwarzbraun, $ mit schwarzer Scopa, <? Tarsen I 
auch verbreitert , weifs , aber nach vorne noch lappig erweitert, 
von Tibienbreite und nach hinten weifs gefranst. 

?. Schwarz , lang und dicht schwarz behaart , Kopf und 
Thorax dicht, aber flach punktiert, stellenweise gerunzelt, Clypeus 
flach, mit glattem Mittelfeld, stumpf, mitten ausgerandet, Antenne 
schwarz, 2. Geifselglied = 3 , Endglied abgeplattet, so lang wie 
das vorletzte. Abdomen schwarz, kurz oval, flach punktiert, lang 



294 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

rot behaart, Segment 1 grösstenteils schwarzbraun behaart, 6 schwarz 
behaart, Scopa lang und schwarz. Beine schwarz, schwarz be- 
haart, Calcar schwarz , der äufsere länger , stumpf und geknöpft 
am Ende, Metatarsus fast breiter als die Tibie III. Flügel schwarz- 
braun , mit violettem Schimmer , Adern schwarzbraun , Tegulae 
schwarz. L. 16 — 18 mm, Br. 6 mm, als eine auffallend 
breite Art. 

cf wie $ , aber mehr schwarzbraun behaart , Gesicht lang 
weifsgelb und seidenglänzend behaart ; Antenne schwarz, 2. Geifsel- 
glied etwas kürzer als 3. Segment 1 fast ganz rot , wie die 
übrigen Segmente behaart , 6 schwarz behaart , mitten tief aus- 
gerandet. Ventralsegmente flach , sparsam und flach punktiert, 
dünn weifslich gefranst, mit häutigen , oft abstehenden Rändern. 
Beine 1 rotgelb, schwarz gefleckt, Tarsen I weifs, verbreitert und 
nach vorne lappig erweitert , nach hinten lang und dicht weifs 
bewimpert, von Tibienbreite. L. 15 — 16 mm, Br. 5 1 / 2 mm. 

cf $ mehrfach von Harrar, im November fliegend, Kristen- 
s e n leg. 

Südost-Abessinien. 

120. M eg a chile harrarensis n. sp. cf- 

Der M . rufa Fr. cf aus Ost- und Süd-Afrika ähnlich , aber 
Segment 5 — 6 schwarz behaart, Tarsen I nicht verbreitert. 

cf. Schwarz , dicht gelbbraun behaart , Kopf und Thorax 
dicht runzlig punktiert; Antenne schwarz, 2. Geifselglied = 3., 
Endglied nach hinten breit lappig erweitert , Abdomen lang und 
dicht gelbbraun behaart , Segment 5—6 schwarz , 6 ausgehöhlt, 
lappig vorstehend , mitten ausgerandet ; Ventralsegmente einzeln 
und flach punktiert , mit häutigem Rand. Beine schwarz bis 
schwarzbraun, verdickt und gekrümmt, Calcar rotgelb; Beine I 
innen rotgelb , Tarsen gelblich , kaum sichtbar verbreitert , nach 
hinten aber lang weifs bewimpert, Tarsen II lang weifs behaart, 
Metatarsus verkürzt, fast von Tibienbreite, aber nur so lang wie 
breit (eckig) , Tarsenglied 2 — 4 der Beine III lappig verbreitert. 
Flügel fast hyalin , mit getrübtem Rande , Adern und Tegulae 
braun. L. 13 mm, Br. 5 mm. 

2 cf von Harrar, im November, Kristensen leg. 

Südost-Abessinien. 

132. Anthidium cor da tum var. rufescens n. var. cf ?. 
var. cf ? wie A. cordatum, aber gröfser, Thorax schwarz, nur 
beim cf mit winzig kleinen gelben Flecken ; Stirn und Stirn- 
schildchen, beim $ auch noch die Mandibel ganz schwarz: Ab- 
domenseiten und Ende kurz rotgelb behaart. Beine rotgelb, Femur 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 295 

schwarz ; Flügel gebräunt und bläulich schimmernd. L. 10 mm, 
Br. 4 x / 2 mm. 

var. rufescens n. var. 

cf ? von Harrar, im November, Kristensen leg. 
Südost- Abessinien. 

Anthidium cordatum var. salamense n. var. $. 

var. $ wie A. cordatum, aber die gelben Zeichnungen auf 
Kopf und Thorax fast elfenbeinweifs , so die Seiten des Mesono- 
tum breit weifslich, Scutellumecken und ein breiter Streifen unter- 
halb der Tegulae-Abdomen rotgelb, nur Segment 1 mitten schwarz, 
1 — o mit breiten , gelben Seitenflecken. Ventral segmente gelb, 
weifs behaart. Flügel getrübt mit breitem , dunklem Endrand, 
Adern und Tegulae braun , letztere vorne mit weifsem Fleck. 
L. 8V 2 -9 mm, Br. 4 mm. 

var. salamense n . var. 

1 $ von Dar-es-Salaam, Deutsch-Ostafrika. 

Anthidium cordatum ist offenbar eine sehr variable Spezies, 
was die Ausdehnung der Gelbfärbung betrifft. Alle mir vor- 
liegenden Exemplare (14) weichen voneinander ab, sowie sie aus 
einer andern Gegend stammen. Solche Gegenden sind : Capland, 
Algoa-Bai, Port Natal, Delagoa-Bai , Mosambique , Dar-es-Salaam 
und Harrar. Die Exemplare von der Algoa-Bai und Mosambique 
stimmen am besten mit der Beschreibung von Smith überein. 
Die Form, Skulptur und beim cf das 3 zackige Analsegment 
lassen die Art aber leicht erkennen. 

133. Anthidium er itrinum n. sp. $. 

Dem A. truncatum ähnlich, aber Scutellum gerundet, Mandibel 
stumpf und Segment 2 — 6 mit ganzen gelben Binden. 

?. Schwarz , kurz gelblich bis rotgelb behaart , Kopf und 
Thorax grob runzlig punktiert, Gesicht bis zu der Antennenbasis 
gelb, Clypeus gerundet, vorne mit 5 schwarzen Höckern, Mandibel 
rot , kurz und breit , nur an der Spitze mit 2 kurzen Zähnen, 
sonst ganzrandig, also ohne die verlängerten und lang und scharf 
bezahnten Mandibel des wolleschabenden A. truncatum. Antenne 
rotbraun, Hinterrand des Kopfes jederseits gelb gefleckt. Thorax 
schwarz, Calli hum. nach vorne schildartig und häutig verlängert, 
mit gelber Scheibe. Scutellum gerundet, nach hinten verlängert, 
mitten ausgerandet. Abdomen grob punktiert, Segment 1 jeder- 
seits mit breitem, gelbem Fleck, 2 — 6 mit ziemlich breiter gelber 
Binde auf der Basalhälfte ; Ventralsegmente rotgelb , Scopa gelb- 
lich. Beine gelb, Basalteil mehr weniger schwarzbraun, Tarsen 
rotgelb. Flügel gebräunt, Adern schwarzbraun, Stigma rot, 



296 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Tegulae sehr grofs, rotgelb mit schwarzbrauner Basis. L. 6 mm, 
Br. 2 1 l 2 mm. 

$ von Gheleb, im September, Kristensen leg. 

Eritrea (Nordost-Afrika). 

142. m achtes nigripes n. sp. <? $. 
(Olim „0. carnifex Gerst." determ.) 

Nach der Beschreibung der 0. carnifex am ähnlichsten, aber 
Beine schwarz und Flügel gelblich getrübt mit braunem Rande. 

$. Schwarz, kurz schwarzbraun , fast filzig behaart , Kopf 
und Thorax ziemlich grob runzlig punktiert , aber stellenweise 
glatt und glänzend (wie an den Mesopleuren und am Scheitel des 
Kopfes), Kopf etwas breiter als lang, Gesicht weifsfilzig behaart, 
auch das Labmm , Mandibel mit rotem Ende , Antenne schwarz, 
2. Geifselglied so lang als 3 -f 4, 3 — 4 doppelt so breit wie 
lang, 5 und folgende fast quadratisch. Mesonotum uneben, Scu- 
tellum 2 beulig, Area dicht gerunzelt, matt, nicht auffallend. 
Abdomen sehr undeutlich punktiert, fast glatt, glänzend und fast 
kahl, stellenweise mit kurzer, gelbbrauner Seidenbehaarung, sonst 
ganz rot gefärbt und nur der Endrand vom Segment 6 schwarz. 
Ventralsegmente rotgelb, kahl , 5 stumpf erhaben , halbrund aus- 
gerandet, an der Ausrandung gelbfilzig behaart, in der Ausrandung 
ragt das 6. als zweizinkige Gabel hervor. Beine schwarz, stellen- 
weise kurz gelbfilzig , Calcar rot. Flügel gelblich getrübt , mit 
dunklem Endrand, Adern gelbbraun, Tegulae schwarz. L. 11 mm, 
Br. 3 mm. 

cf wie $ , nur Labrum jederseits mit langem , braunem 
Borstenbüschel, Abdomen rot, Segment 6 — 7 ganz rot, 7 ver- 
längert , etwas verjüngt mit abgerundetem Ende , der erhabene 
Rand schwarzbraun; Ventralsegmente mit gelblichen Haaren spärlich 
besetzt. Beine schwarz, kaum behaart. L. 9 x / 2 mm, Br. 2 1 / 4 mm. 

cf $ von Eritrea und 1 $ von Usambara, Deutsch-Ostafrika. 

(Die Fundorte bei 0. carnifex in meinen „Bienen Afrikas" 
p. 437 beziehen sich auf diese Art.) 

2. Discoidalquerader stöfst auf die 2. Kubitalquerader. 

macht es capensis n. sp. $. 

Dem 0. carnifex offenbar verwandt, aber Segment 4 — 6 schwarz- 
braun, Flügel hell, milchig getrübt, Antenne braun. 

$. Schwarz, schwarz bis schwarzbraun behaart, Kopf dicht 
und ziemlich grob runzlig punktiert, fast matt, nur am Stirn- 
schildchen mit glatter Stelle, Kopf fast zweimal so breit wie lang, 
Mandibel schwarzbraun , mit roter Endhälfte , Antenne braun bis 
rotbraun, 2. Geifselglied etwas länger als 3; Area nicht auf- 



Friese, Zur Bienenfauna von Abessinien. 297 

fallend , seitwärts davon mit kurzen, greisen Haaren. Abdomen 
fast glatt und kahl , kaum erkennbar punktiert , Segment 1 — 3 
und Basis von 4 rot bis rotgelb, Rest schwarzbraun, 5 — 6 braun 
behaart. Ventralsegmente 1 — 4 kaum punktiert, fast glatt, glän- 
zend , 4 — 5 grob punktiert , fast matt , 5 stumpfkielig erhaben, 
braunborstig behaart, 6 als 2spitziger Stempel vorragend. Beine 
rot bis rotbraun , kurz greis behaart , Calcar rot. Flügel fast 
hyalin , milchig getrübt , Adern gelbbraun , Tegulae rotgelb. 
L. 7 mm, Br. l 3 / 4 mm. 

1 $ vom Kapland. 

Flügelgeäder wie bei Pasites (Omachtes) villosus, die 2. Discoidal- 
querader mündet vor der 2. Kubitalquerader in die 2. Kubitalzelle. 

Omachtes {Pasites olim) villosus Friese (1909). $. 

$ wie das cf, aber gröfser, Segment 4 — 6 schwarz, hintere 
Thoraxwand schwarz behaart , alle Beine schwarz. Flügel etwas 
stärker gebräunt. L. 8 mm, Br. 2 1 j 4 mm. 

1 $ von Kapstadt, 1 ? sehr grofs = L. 10 mm, Br. 2*/ 2 mm 
von Java (? !). 

2. Discoidalquerader mündet vor dem Ende der 2. Kubitalzelle. 

143. Omachtes abessinicus n. sp. $. 

Dem Pasites maculatus Jur. var. Brunnens Friese aus Turkestan 
täuschend ähnlich, aber dem Omachtes histrio Gerst. verwandt, nur 
Thorax meist rotbraun, Abdomen ganz rot. 

?. Rot bis rotgelb weifsfilzig behaart , Kopf schwarz , nur 
Mundgegend rötlich, Kopf und Thorax punktiert, etwas glänzend, 
Gesicht weifsfilzig, Clypeusendrand rot, Wangen , Labrum , Man- 
dibel und Unterseite des Kopfes rot , Antenne braun , Schaft 
und Geifselglied 1—2 rot. Mesonotum braun, Pronotum und 
Ränder des Mesonotum weifsfilzig , Scutellum grob punktiert, rot 
und schwach 2 beulig , Mesopleuren dicht weifs befilzt , ebenso 
die hintere Thoraxwand. Abdomen rot bis rotgelb, fein punktiert, 
glänzend, Segment 1 weifshaarig, jederseits vor dem Endrand mit 
weifsem Filzfleck, 2 — 5 mit weifsfilzig bandiertem Endrand, 6 rot. 
Ventralsegmente kaum punktiert , fast glatt , 2 — 4 mit weifs- 
filzigem Endrand , 5 wie bei Pasites stumpfkielig erhaben , das 
schmale 6. umschliefsend. Beine rotgelb , weifs befilzt , Calcar 
bleich. Flügel hyalin , mit schmalem , braunem Endrand , Adern 
braun, Tegulae gelbbraun. L. 6 mm, Br. l 3 / 4 mm. 

1 $ von Eritrea. 

Zu den Arten von Omachtes ist auch Pasites villosus Friese 
zu stellen , nachdem ich das $ dazu aus dem Kapland erhalten 
habe. — Ferner ist zu bemerken, dafs das Flügelgeäder von 0. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 20 



298 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

histrio , villosus mit demjenigen von Pasites maculatus , Ammobates 
punctatus und Caesarea sanguinea übereinstimmt und das von 0. 
nigripes, graenicheri und 0. abessinicus abweicht, indem die 2. Dis- 
coidalquerader auf die 2. Kubitalquerader stöfst. Vielleicht werden 
die Omachtes- Arten am besten bei Pasites untergebracht? — Der 
Wunsch mancher Autoren, für Omachtes Gerst. (1869) den Namen 
Morgania Sm. (1854) einzusetzen , läfst sich nicht erfüllen , da 
Morgania Sm. ohne Beschreibung und Diagnose aufgestellt wurde. 

Omachtes rufipes n. sp. $. 

In der Form dem 0. nigripes ähnlich , aber breiter gebaut, 
Abdomen ganz schwarz, Beine rot. 

$. Schwarz, stellenweise schwarz behaart, Kopf und Thorax 
dicht und grob runzlig punktiert , fast matt , Kopf viel breiter 
als lang, Clypeus vorne gerade abgestutzt und mit aufgeworfenem 
Endrand , Labrum quadratisch , etwas zugespitzt und rot mit 
schwarzer Scheibe , Mandibel rot , mit schwarzer Basis und 
schwarzem Ende, sichelförmig ohne Zähne ; Antenne schwarz, mit 
rotem Schaft und rotbraunem Geifselglied 1 — 2 , 2. Geifselglied 
etwas gröfser als 3, 3. — 4. und folgende fast quadratisch. Meso- 
notum uneben , stellenweise höckerig , gerunzelt , Scutellum stark 
2 höckerig, Area klein und fein gerunzelt, mit tiefer Mittelfurche. 
Abdomen äufserst fein und dicht skulpturiert , daher fast matt, 
Segmentränder nur sparsam fein punktiert, daher glatt und glänzend 
erscheinend, 4 — 6 mit einzelnen nach hinten liegenden schwarz- 
braunen Haaren, 6. braun bebüschelt. Ventralsegmente undeutlich 
skulpturiert mit fast glatten, kahlen Endhälften, Basis meist mit 
anliegenden schwarzbraunen Haaren, 5 rotbraun, weifslich befilzt, 
stumpfwinklig erhaben, ausgerandet, in der tiefen Ausrandung ragt 
das schmale, rote, 2spitzige Segment 6 hervor. Beine rot, sparsam 
weifslich behaart, mit einzelnen schwarzen dicken Borsten, besonders 
an der Aufsenseite, Calcar rotbraun, Flügel gebräunt, Ader braun, 
Tegulae rot. L. 10 mm, Br. 3 mm. 

1 $ von Zeerust (Transvaal), Jensen leg. 

2. Discoidalquerader mündet vor der 2. Kubitalquerader. 

Omachtes graenicheri Br. var. jenseni n. var. $. 

Wie 0. (Ammobates) graenicheri Brauns , aber viel kleiner, 
Ventralsegmente kahl , ohne weifse Filzbehaarung. L. 9 mm, 
Br. 2 1 / 2 mm [graenicheri mifst L. 12 mm, Br. 4 mm). 

1 $ von Zeerust — Transvaal — Jensen leg. 

Bei 0. graenicheri wie bei jenseni stöfst die 2. Discoidalquer- 
ader auf die 2. Kubitalquerader. 



Deutsch. Ent, Zeitschr. 1915. 299 

Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae 
(Rhynchota Homoptera). 

Mit 3 Abbildungen. 
Von A. Jacobi. 

Mit der Bearbeitung der Fulgoriden des Dresdner Zoologischen 
Museums setze ich auch deren kritische Behandlung und die Be- 
kanntgabe neuer Formen im engsten Anschlüsse an die Mono- 
graphien ihrer Unterfamilien von Dr. Ludwig Melichar fort. 
Die betreffenden Werke sind zunächst : 

1898 Monographie der Ricaniiden (Homoptera), in: 

Ann. Hofmus. Wien, v. 13, p. 197—359; Tab. 9—14; 
1898a Vorläufige Beschreibungen neuer Rica- 
niiden, in: Verh. Ges. Wien, v. 48, p. 384— 400 l ). 

Die hier zum ersten Male bekanntgemachten Gattungs- und 
Artnamen hat der Verfasser in der später erschienenen Mono- 
graphie durchweg nochmals als „n. g." und „n. sp." bezeichnet 
— ein in der Wissenschaft nicht zulässiges Verfahren , das aber 
in der 1902 erschienenen „Monographie der Flatiden" wiederholt 
worden ist. In der Ricaniinen - Monographie sind daher alle 
Gattungsdiagnosen und alle Artbeschreibungen bis auf 2 (Armada 
exacta p. 289 und Aphanophrys incerta p. 323) mit dem richtigen 
Zitate zu versehen. Die im folgenden gebrauchten Seitenzahlen 
beziehen sich auf die eigentliche Monographie. 

Meine früher zu dem Flatinenwerke gelieferten allgemeinen 
Bemerkungen 2 ) haben in Lob und Tadel fast durchgängig auch 
Geltung für die jetzt behandelte Schrift ; ich vermeide deshalb 
alle Wiederholungen und lege nur meine eigenen Berichtigungen 
nieder , wobei ich mich in der Reihenfolge genau an den 
Melichar sehen Text halte. 



p. 203. In der nützlichen morphologischen Einführung hätte 
die im Deckflügel vorhandene Bogenfalte Erwähnung verdient 
und in der schematischen Zeichnung angedeutet werden dürfen. 
Diese Linie, welche den Verlauf der queren Zusammenfaltung des 
Deckflügels bei der Nymphe andeutet , ist bekanntlich bei den 
Stridulantia scharf ausgesprochen , aber auch bei mehreren Ab- 
teilungen der Fulgoriden angedeutet, so bei gewissen Tropiduchinen 
und Dictyophorinen, namentlich aber bei den Ricaniinen. Sie ist 



*) Der Sonderabdruck ist leider mit selbständigen Seitenzahlen 
gestattet worden. 

2 ) '15 in: D. ent. Z. p. 157—178. 

20* 



300 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

bei letzteren bald scharf parabolisch gekrümmt, bald fast grade ; 
oft geht sie vom Stigma bis zur Sutura clavi durch , oft ist sie 
nur an einer Seite deutlich oder sie fehlt gelegentlich ganz (z. B. 
bei Armada Stäl). Ihr Verlauf ist durchaus nicht immer durch 
die Queradern gebildet, sondern oft eine selbständige Leiste (z. B. 
Ricania stupida Walk., Vutina , Mindura). Die Lage im Corium 
und die Krümmung liefern oft brauchbare Unterscheidungsmerk- 
male. Melichar erwähnt sie gelegentlich als „eine aus Quer- 
nerven gebildete, winklig gebrochene Linie, deren Spitze der Basis 
zugekehrt ist" (z. B. p. 254 bei Ricanoptera inculta Mel.), aber 
er ist sich ihrer morphologischen Bedeutung nicht bewufst. 

p. 204. Die Aufteilung mufs richtig lauten : 
Subfam. Ricaniinae. 
I. Tribus Ricaniini. 
II. Tribus Bladinini. 

E. Schmidt 1 ) hat den verstorbenen Kirkaldy getadelt, 
dafs er 2 ) das (!) von Melichar „Gruppe Nogodini" benannte 
Tribus in Bladinini umgetauft habe ; dies Verfahren sei unrichtig 
und nicht statthaft. Erstens war es aber ganz richtig, denn der 
Name Bladina Stäl ist älter als Nogodina Stäl, also war M e - 
lichars Wahl des Tribusnamens willkürlich. Zweitens gilt für 
die Wahl der Bezeichnungen für höhere Abteilungen als die Gattung 
kein Prioritätszwang. 

p. 204, Tabelle la. Hierunter Tarundia Stäl zu bestimmen, 
ist wenigstens für T. glaucescens Mel. unmöglich, denn auf diese 
passen nur die Angaben des zweiten Satzes (b). In diesem möchte 
es besser heifsen: „durch eine oder wenige Queradern verbunden", 
im ersten: „in oder hinter der Mitte". 

p. 205, 7a: „Flügeldecken grofs, breit dreieckig"; dagegen 
IIb: „klein dreieckig". 

p. 205, 9a: „Stirn perpendiculär". Im Widerspruch damit 
und die Bestimmung geradezu vereitelnd p. 220, 21a: „Stirn 
stark nach unten geneigt". 

p. 205, IIa: „Apicalrand länger als die Sutura clavi"; 
dagegen p. 216 Nr. 18: „etwas kürzer" etc. 

p. 205, IIb: „Apicalrand so lang oder etwas kürzer als 
die Sutura clavi"; dagegen p. 219, 13b: „. . . länger als die 
Sutura clavi". 



») '12 Ent. Zeit. Stettin y. 73 p. 87 Anm. — Die Herausgeber 
der Stettiner Zeitung möchten sich endlich entschlief sen, 
auf den Sonderabdrücken die Bandnummer anzugeben! 

2 ) '07 in: Bull. Hawai. Exp. St. Ent. v. 3 p. 93. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae. 301 

p. 206. Pochazia A. & S. 

Melichar gibt nirgends in seinem Buche einen Gattungs- 
typus an. 

Typus : Cicada fuscata F. 

p. 207, 7b: Es empfiehlt sich einzuschieben: „ein weifser 
Costalfleck". 

p. 211: 4. Z. v. o. und p. 212: 5. Z. v. o. 

Einen Ort „Gerak" gibt es im ganzen indischen Archipel 
nicht ; im zweiten Falle ist natürlich Perak zu lesen , aber im 
ersten dürfte diese Fundortsangabe anzuzweifeln sein, denn Pochazia 
inclyta Walk, ist nicht aus Indien , sondern nur von Celebes 
bekannt. 

p. 217, Nr. 20: Pochazia emcvrginata Walk. 

Hab. — Borneo : Sarawak. 

p. 218. Genus Ricania Germ. 

Typus: Cercopis fenestrata F., vgl. Stäl 1869 „Hern. Fabric." 
v. 2 p. 106o. 

Die Grenze zwischen Pochazia A. & S. und Ricania Germ, 
ist nicht mit Sicherheit zu ziehen, z. B. müfste R. stupida Walk, 
eigentlich zu Pochazia gestellt werden. Diese Verschwommenheit 
kommt auch in Melichars Tabellen und Beschreibungen mehr 
als einmal zum Vorschein , ohne dafs er ihr jedoch förmlichen 
Ausdruck gäbe, während Stäl in seinem gereiftesten Werke über 
Homopteren (s. o. p. 104) den Namen Pochazia nur noch sozusagen 
der Erinnerung wegen stehen läfst. 

p. 219, 4b: Smyrna und Rhodus liegen nicht in Europa. 

p. 219, 13 : Abgesehen von dem ganz unverständlichen Aus- 
drucke ist der Unterschied hinfällig: R. stupida Walk, hat z. B. 
genau dieselbe Flügelbreite wie R. cervina Mel. ; dazu steht 13 
zweimal im Widerspruch mit der Tabelle p. 205, IIb. 

p. 220, 17: Der bisher unerklärt gebliebene, hier zweimal 
gebrauchte Ausdruck „Marginalrand" dürfte in „relativer Be- 
ziehung" zu „Apikairand" stehen. 

p. 220, 28b: Wie soll man danach auf R. trimaculata Guer. 
kommen, die schwarze Deckflügel und punktierten Costalrand hat? 

p. 221, 36b und p. 238, Nr. 36: „Tenass Vall" bedeutet 
natürlich: „Birma: Tenasserim Valley". 

p. 223. Statt Taf. IX lies XL 

p. 224, Nr. 3: Ricania simulans (Walk.) 
Ricania japonica Mel. 1898 in: Verh. Ges. Wien v. 48, p. 386; 

Ann. Hofmus. Wien v. 13, p. 224, Nr. 4. 

D i s t a n t hat Melichars Einbeziehung von R. episcopus 



302 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

(Walk.) und R. episcopalis Stäl bemängelt 1 ). Die letztere ist 
wohl dieselbe Art wie die Walker sehe, nur unter verbessertem 
Namen. Dann sind die hiesigen topotypischen Exemplare aus 
Formosa nicht nur S t ä 1 s Beschreibung genau entsprechend, 
sondern auch vollkommen = simulans ; folglich dürfte Melichars 
Synonymik zu Recht bestehen. 

Ferner beschreibt M. (s. o.) eine R. japonica, deren Unter- 
schiede von simulans wesentlich nur darauf hinauslaufen, dafs die 
äufsere weifse Binde in der Mitte nicht unterbrochen ist. In- 
dessen befindet sich hier ein Stück von Formosa mit derselben 
Zeichnung, und ein andres deutet einen Übergang von der durch- 
gehenden zur zerfallenen Binde an. Somit kommen auf Formosa 
Individuen von japonica - Erscheinung mit episcopus - simulans zu- 
sammen vor , und das scheint mir den Beweis für die Arteinheit 
zu schliefsen. 

Hab. — Formosa (verschiedenste Fundorte: Saut er c). 

p. 226, Nr. 7: Micania quinqnefasciata Stäl. 

Z. 5 v. o.: „Tangente". Soll wohl Sehne heifsen ? ! 

p. 227, Nr. 10: Micania fuscula Mel. 

Hab. — Niger : Abutschi. 

p. 228, Nr. 13: Micania luctuosa Stäl. 

Die verschwommene Angabe „ Indischer Archipel " (D e p i s e t 
war bekanntlich ein Sammler) sollte hier und sonst gänzlich fort- 
fallen. Die Art ist nur von Celebes bekannt. 

p. 229, Nr. 16: Micania cervina Mel. 
Ricania media Melichar 1898a in: Verh. Ges. Wien, v. 48, p. 387. 
Ricania mediana (!) Melichar 1898 in: Ann. Hofmus. Wien, v. 13, 

p. 229. 

Hab. — Westafrika : Sierra Leone, Togo, Kamerun. 

p. 230 Mitte: „Museen in Belgien". Welche? 

p. 230, Z. 6 v. u. : Statt 25 mm dürfte 15 mm zu stehen 
haben. 

p. 230, Nr. 21: Micania subfusca Mel. 
„Ricania subfusca nov. spec. (nee Stäl)" Melichar 1898a p. 387. 

Da Ricania subfusca Stäl 1865 als Synonym erklärt war, 
durfte der Name nicht zum zweiten Male gebraucht werden. „Ein- 
mal ein Synonym, immer ein Synonym." Glücklicherweise ist die 
Art nach D i s t a n t überhaupt dasselbe wie R. stigma (W a 1 k.). 

p. 231, Nr. 22: Micania stupida (Walk.). 

Die Figur ist recht nichtssagend. Der weifse Costalfleck 
wird weder darin wiedergegeben , noch in der Diagnose erwähnt. 



'06 in: Fauna Brit. Ind. Rhynch. v. 3, p. 378. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae. 303 

Erst der Vergleich mit R. plebeja S t ä 1 bringt einen Hinweis 
darauf. 

p. 234, Nr. 28: Ricania sollicita Mel. 

Der Fundort Brasilien ist , da es sich allem Anschein nach 
um eine echte Ricania handelt , handgreiflich falsch. Die Tribus 
Ricaniini ist rein paläotropisch. 

p. 241, Nr. 43: Ricania iudicata Mel. 

Der Flügelbreite nach eine echte „Pochazia" . 

Hab. — „Tunor Deli" = Timor: Deli. „Key" gibt es nicht; 
entweder Key oder Ke. 

Ricania melichari n. sp. 

Kopf , Rumpf , Beine und Deckflügel pechbraun ; Stirn bis- 
weilen zu Lederbraun aufgehellt, Scheitel und Pronotum gelb be- 
stäubt. Auf den Deckflügeln 5 aus ockergelbem Staub gebildete 
Querbinden , deren vorletzte fragezeichenähnlich gekrümmt ist ; 
dieser Anflug ist leicht abzuwischen , so dafs die Deckflügel ge- 
legentlich einfarbig braun erscheinen werden. Im Apikalwinkel 
ein scharf eingeprefster schwarzer Punkt. Flügel gelbhyalin, mit 
dunklen Adern und sehr breitem, dunkelbraunem Saume. 

Stirn gegen den Clipeus stark abgerundet , die Seitenränder 
etwas wellig und sehr aufgebogen , alle Kiele scharf ausgeprägt ; 
Clipeus glatt. Pronotum mit scharfem Mittelkiel. Deckflügel nach 
hinten mäfsig verbreitert , Apikairand sanft gerundet , Apikaiecke 
etwas mehr abgerundet als die Suturalecke ; Costalmembran so 
breit wie die Costalzelle , die Queradern mäfsig dicht gestellt. 
Deckflügelfalte scharf und aderähnlich ausgeprägt, einen Kreisteil 
bildend , dessen innerster Punkt fast genau in der halben Länge 
des Deckflügels liegt. Beide Subapikallinien einander und dem 
Apikairande genau parallel. 

Exp. tegm. 24 — 31 mm. 

Hab. — Nordmadagaskar : Vohemar, Juni (o* $). 

In Melichars Bestimmungstabelle p. 218 unter 13 zustellen. 

Ricania sablimala n. sp. 

Kopf, Brust, Beine und Hinterleib oben rotbraun, Schenkel 
dunkler ; Prosternum und Bauch pechschwarz. Deckflügel und 
Flügel pechbraun, erstere nebst Pro- und Mesonotum schwefelgelb 
bestäubt ; Stigma weifs. 

Stirn breiter als lang , Seiten gleichmäfsig gerundet , nach 
der Basis hin weniger, nach dem Clipeus stark; Stirnfläche eben, 
mit scharfem Mittelkiel, wie auf dem Clipeus; Seitenkiele fehlen. 
Pronotum mit Mittelkiel, Mesonotum kaum gerunzelt, aber matt. 
Deckflügel nach hinten stark verbreitert, Costalrand an der Basis 



304 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

erheblich geschwungen, am Stigma sanft eingebuchtet ; Apikairand 
schief gerundet , Apikaiecke abgerundet , Suturalecke abgerundet 
stumpfwinklig ; Costalmembran hinter der Basis mehr als doppelt 
so breit wie die Costalzelle ; äufsere Subapikallinie dem Rande 
genähert und genau parallel , innere doppelt so weit von jener 
entfernt und aufserhalb der Mitte halbkreisförmig nach hinten 
ausgebuchtet ; Falte hyperbolisch über die Mitte hinaus nach der 
Basis zu gekrümmt. Längs- und Queradern dicht verzweigt. 
Long. c. tegm. 15—17 mm; Exp. tegm. 30—34 mm. 
Hab. — Formosa : Taihanroku (Saut er c, 6 cf $)• 
Bei Melichar unter p. 220 Nr. 19 zu stellen und am 
Bau der Deckflügel kenntlich. 

Bicania opistholeuca n. sp. 

Pechbraun; seitliche Stirnränder, Clipeus, Beine, Hinterleib 
rotbraun ; am Ende der Costalzelle neben dem Stigma ein etwas 
aufgehellter Fleck ; Flügel an der Basis abgeschrägt pechbraun, 
sonst milchweifs mit ebensolchen Adern ; nur ein ganz feiner 
Saum braun. 

Stirn wesentlich breiter als lang mit 3 Kielen ; Clipeus 
ungekielt. Deckflügel nach hinten gleichmäfsig verbreitert mit 
rundlich gestutztem Apikairande und gleichartig abgerundeten 
Ecken ; Costalmembran reichlich doppelt so breit wie die Costal- 
zelle , die nach hinten wesentlich an Breite zunimmt ; Subapikal- 
linien im ganzen zueinander parallel, die innere etwas weiter von 
der äufsern entfernt als diese vom Rande ; Falte sanft parabolisch, 
ihr Gipfel vor die Mitte reichend. 

Exp. tegm. 27 mm. 

Hab. — I). N. Guinea: Bongu (1 &). 

An der Färbung der Hinterflügel zu erkennen. 

p. 243. Gen. Mulvia Stäl. 

Da der Gattungstypus bisher nicht bestimmt worden ist, so 
wähle ich dafür Ricania albizona Spin. aus. 

Nr. 1. Mulvia albizona (Spin). 

Der Autor ist nicht Germar, sondern S p i n o 1 a. 

p. 245. Gen. PocJtazina Mel. 

Als Typus betrachte ich Ricania furcifera Walk. 

Z. 4 v. o. : „der Apicalrand so lang wie die Sutura clavi" ; 
dagegen 

p. 246, Z. 1 v. o. : „kürzer als die Sutura clavi". 

Pochazina iridea n. sp. 

Kopf , Pronotum , Unterseite und Beine scherbengelb , Meso- 
notum und Deckflügel umberbraun, letztere durch einen sehr feinen 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae. 305 

gelben Staub mehr olivenfarbig; Stigma grofs, gelbweifs. Gewisse 
scharf begrenzte Stellen der Deckflügel sind kahl und glänzend 
perlmutterfarbig , und zwar : der Clavus bis auf ein Querband 
hinter der Mitte ; die Basis des Coriums ; ein schiefer Keilfleck 
in der Costalmembran vor dem Stigmafleck und ein quadratischer 
dahinter ; ein liegendes ? am Ende der Costalzelle und ein grofses 
längliches Dreieck neben der Clavusspitze ; endlich ein Apikal- 
saum. Flügel gelblich-hyalin mit braunem Geäder. 

Stirn sehr breit, etwas quergewölbt und glänzend, aber fein 
längsgerunzelt. Scheitel und Pronotum mit feinem Mittelkiel ; 
Mesonotum querrunzlig. Deckflügel ziemlich breit-dreieckig, jedoch 
die gröfste Breite geringer als die Länge der Clavusnaht, hinten 
schief abgerundet, Apikaiecke fast rechtwinklig, etwas abgerundet, 
Suturalecke ganz flach gerundet. Längsadern äufserst dicht ver- 
zweigt mit vielen feinen Queradern ; Subapikallinien parallel. 

Long. c. tegm. 12 mm. 

Hab. — Philippinen: Ost-Luzon , Atimonan (Micholitz 
c, 1 ?)• 

p. 247. Gen. Epitemna Mel. 

Typus : Fiatoides retractus Walk. 

Wie Distant r ) durch seine Berichtigungen dargetan hat 
(und von vornherein nahegelegen hätte), sind alle Fundortsangaben 
von den Antillen Irrtümer; die Gattung ist rein westafrikanisch. 

p. 249, Nr. 3: Epitemna despecta Mel. 

Hab. — Niger : Abutschi. 

p. 250, Nr. 7: Epitemna cyanea Mel. ist in die Synonymie 
von E. retracta (Walk.) einzubeziehen. 

p. 251. Gen. Hicanopsis Mel. 

Typus : Cicada nebulosa F. 

p. 253. Gen. Bicanoptera Mel. 

Die Angabe, dafs diese Gattung im Geäder der Pochazia A. & S. 
am nächsten stünde , tut den Tatsachen doch etwas Gewalt an. 
Die Hinterschienen haben nicht durchweg 3, sondern auch 2 Dornen, 
z. B. bei R. mellerborgi Stäl, pulchella Mel. und ordinata Mel.; 
für letztere gibt es M. p. 258 selber zu. Die übrigen Arten 
kann ich nicht darauf prüfen , ob die Angabe von dreidornigen 
Schienen überhaupt zutrifft. 

p. 258, Nr. 9 : Bicanoptera ordinata Mel. 

Hab. — Sierra Leone. 

p. 258. Gen. Euricania Mel. 

Typus : Flata splendida F. 



*) '09 in: Ann. nat. Eist. (4) v. 8 p. 327. 



306 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 262, Nr. 5 : Euricania splendida (F.). 

Warum Guerin als Autor ? 

p. 265, Nr. 11: Euricania tristicula (Stäl). 

„Fidschi-Insel, Vit-Insel, Feejee-Insel" ! ! 

Gen. Tarundia Stäl. 

Typus : Ricania servillei Spin. 

Auch hier haben die Hinterschienen mindestens bei T. curtula 
M e 1. und glaucescens M e 1. nur 2 Dornen. 

p. 267, Nr. 3: T. curtula Mel. 
Tarundia boadicea Distant '09 in: Ann. nat. Hist. (8) v. 4 p. 329. 

Hab. — Neupommern: Kinigunang (Ribbe c). 

Die vom gleichen Fundorte beschriebene T. boadicea D i s t. 
hat zur Unterscheidung nur die etwas andre Lage der Queradern 
im Clavus , die sich darin mehr an T. curtula Mel. anschliefsen 
soll. Jener Umstand ist aber hier wie dort ganz veränderlich. 

p. 273. Gen. Tocliazoides Sign. 

Tabelle 2a: Der Costalrand kann als Linie nicht „sehr 
schmal" sein. 

p. 278. Gen. Scolypopa Stäl. 

Typus : Pochazia australis Walk. 

p. 280, Nr. 4 : Anjoana und St. Johanna sind ein und die- 
selbe Comoreninsel. 

p. 282. len. Privesa Stäl. 

Typus : Ricania laevifrons Stäl. 

p. 286. Gen. Armada Stäl. 

Typus : Ricania clara Stäl. 

p. 287, Nr. 1 und p. 352: Armada fusca Mel. 

Hab. — Buru, wie auf dem Fundortzettel des Typus deutlich 
zu lesen steht, nicht „Baru". 

Nr. 2 : Armada clara (S t ä 1). 

Hab. — Carolinengruppe : Ruk. — Melichars, schon 
von Kirkaldy 1 ) berichtigte Angaben : „ Ascens-Insel, Carolinen- 
Insel, Pougnipet-Insel" sind eine der Proben für sein mechanisch- 
flüchtiges Abschreiben von Fundortzetteln, wobei er es vermeidet, 
dem Leser irgend welchen Hinweis auf die geographische Lage 
der Punkte zu geben. 

p. 291. Gen. Alisca Stäl. 

Typus : Armada tagalica Stäl. 

p. 293, Nr. 3 : Alisca compact a Mel. 

Hab. — Bantimurang liegt auf Celebes. 

p. 294. Gen. Plestia Stäl. 

Typus : Ricania marginata Montrouzier. 



l ) '07 in: Ann. Soc. ent. Belgique v. 51, p. 120. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae. 307 

p. 295 , Tabelle 2 : Eine Linie kann nicht gewölbt oder 
konvex (p. 296) sein. Das Merkmal des stark gebognen Costal- 
rands ist nicht zuverlässig, denn es ist bei Mindura Stäl ebenso 
ausgeprägt. 

dgl. 3b: „Clavusnerven in der Mitte des Clavus vereinigt." 
Bei Bladina Stäl sind sie aber nach p. 299 o hinter der Mitte 
— sogar sehr weit dahinter — vereinigt. 

dgl. 5 : Es möchte eingeschaltet werden : 
Im Basalteile des Coriums zahlreiche Queradern Mindura Stäl. 
Im Basalteile des Coriums wenige Queradern Miriza Stäl. 

p. 296. Gen. VuHna Stäl. 

Die Angaben über die Form der Flügeldecken, namentlich die 
Breite der Costalmembran , sind im Hinblick auf Mindura Stäl 
nicht stichhaltig. 

Die Gattung ist von Stäl nicht 1864, wie Melichar unter 
falscher Jahresbezeichnung der „Rio Janeiro Hemipt." angibt und 
Distant 1 ) ihm nachschreibt, gegründet worden, sondern 1862 
in letzterem Werke. Daher ist auch die Bezeichnung von Eicania 
sexmaculata Sign, als Typus bei Distant unrichtig; Stäl gibt 
vielmehr 2 ) an : „Ad hoc genus pertinent Flatoides pelops et F. 
humeralis Walk." Da letztere synonym ist mit Flata atrata F., 
so mag diese am frühesten beschriebene Art als Gattungstypus 
gelten, also 

Typus : Flata atrata F. 

p. 298. Gen. Bladina Stäl. 

Typus : B. fuscovenosa Stäl. 

p. 300, Nr. 4 : Bladina maynifrons (W a 1 k.). 

Hab. — Mexico bis Brasilien. 

p. 301, 4. Z. v. o. : Amazonas : Cametä. 

p. 301. Gen. Mindura Stäl. 

An der Gattung ist wesentlich, dafs die Stirn immer scharfe 
Seitenkiele hat , während der Mittelkiel schwächer ist und ganz 
verschwinden kann (z. B. M. imbuta Stäl). Dagegen hat Nogodina 
Stäl nur einen Mittelkiel , diesen aber sehr scharf und durch- 
laufend. Bei Mindura haben die Flügel keine , bei Nogodina eine 
ausgesprochene Subapikallinie. Ob die Deckflügel durchscheinend 
oder durchsichtig sind (Melichar p. 295, 5, 301, 304), kommt 
nicht in Betracht. Gattungstabelle und Gattungsdiagnosen sind 
nach obigen Merkmalen zu ändern. 

Ich kann Distant 3 ) nicht darin folgen , dafs Nogodina 

!) '09 in: Ann. nat. Hist. (8) v. 4, p. 333. 

2 ) 1862, p. 70. 

3 ) '09 in: Ann. nat. Hist. (8) v. 4 p. 333. 



308 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

a%ato Walk. (= Mindura subfasciata Stäl) als Typus betrachtet 
werden müsse. Als Stäl die Gattung beschrieb , bestimmte er 
ausdrücklich zum Typus generis ein von ihm für Flaia obscura F. 
gehaltenes Insekt , das sich ihm aber später als Nogodina signati- 
frons Walk. 1 ) erwies. Offenbar hat also Stäl nicht Pochazia 
obscura (F.) als Typus im Auge gehabt , sondern jene Spezies ; 
mit andern Worten — die typische Art ist geblieben , sie hat 
nur eine Berichtigung des Namens erfahren. Demnach mufs man, 
glaube ich, als Typus betrachten : 

Nogodina signatifrons Walk. 

p. 302, Z. 1 v. o. : „Stirn wie bei der vorhergehenden Art". 
Dabei geht gar keine vorher , und auch Nr. 2 verweist wieder 
auf das geheimnisvolle Vorbild. 

p. 302, Nr. 2 : Mindura imbuta M e 1. 

Hab. — p. 301 wird aufserdem Amboina angegeben. Key- 
Inseln (Mus. Dresd.). 

Mindura confusa D i s t . 
Hab. — West-Sumatra : Padang Pandjang. 

Mindura subguttata (W a 1 k). 

Ricania subguttata Walker 1851 List Homopt. Brit. Mus., Suppl. 

p. 105. 
Nogodina subguttata Walk, bei Melichar p. 309, Nr. 9. 

Hab. — Insel Buton bei Celebes. 

Mindura pallidipennis (Guer.). 
Cixius pallidipennis Guer in 1830, Voy. Coquille, Zool. v. 2, p. 189. 
Nogodina pallidipennis Guer. bei Melichar p. 305, Nr. 2. 

Hab. — Die Angabe „Vanikoro" ist durch Celebes zu 
ersetzen, vgl. Breddin 'Ol in: Abh. Ges. Halle v. 24, p. 26. 

Anm. Ob der Fundort „Port Jackson" stimmt, möchte ich 
sehr bezweifeln , weil die Gattung überhaupt nicht über die 
Molucken hinaus zu wohnen scheint , und weil den faunistischen 
Belegen der französischen Weltumseglungen nicht ganz zu trauen 
ist (s. a. p. 329 unter Pucina pellucida Guer.). 

Mindura walkeri (A t k i n s.). 
Ricania walkeri Atkinson 1886 in : J. Asiat. Soc. Bengal, Pt. 2, p. 59. 
Pochazia interrupta Walker 1857 in: J. Linn. Soc, v. 1, p. 91 

nee 1851 in: List Hom. Brit. Mus. v. 2, p. 428. 
Mindura interrupta Walk, bei Distant '09 in: Ann. nat. Hist. 

(8) v. 4 p. 334. 

Hab. — Singapur. 



») 1870 in: Öfv. Ak. Förh. v. 27 p. 770. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Flatinae. 309 

Semestra n. g. 

Scheite] nur dreimal so breit wie lang , vorn gradlinig be- 
grenzt. Stirn sehr geneigt, in spitzem Winkel zu den seitlichen 
Scheitelrändern , ganz eben , ohne alle Kiele , Clipeus ungekielt. 
Deckflügel ähnlich wie bei Mindura S t ä 1 , aber der Costalrand 
basal weniger ausgebogen, so dafs die Membran nur so breit ist 
wie die Costalzelle ; Aderung wie dort , ebenso die scharf aus- 
gedrückte , durchlaufende Bogenfalte , aber ohne irgendeine Sub- 
apikallinie. Anallappen der Hinterflügel mit Gabelader. Hinter- 
schienen mit 2 Dornen. 

Typus : Ricania bugabensis F o w 1. 

Die Gattung ist durch ihre schräggestellte, ganz ebene Stirn 
und das Fehlen der Subapikallinien im Deckflügel von Mindura 
und allen andern Bladininen scharf unterschieden. 

1. Semestra bugabensis (Fowl.). 

Ricania bugabensis F o w 1 e r 1 900 in : Biol. Centr.-Amer., Homopt. 

v. 1, p. 65; Tab. 8, Abb. 7, 7 a. 

Hab. — Panama (F o w 1 e r). 

Während die Beschreibung den stark abweichenden Merk- 
malen gar nicht gerecht wird, erlauben die ausgezeichneten beiden 
Abbildungen eine sichere Bewertung der Art. 

2. Semestra costaricensis n. sp. (Abb. 1). 

Körper lederbraun , Stirn mehr olivengrün mit scharfen 
schwarzen Rändern, Bauch grasgrün überlaufen. Deckflügel braun, 
subapikal etwas aufgehellt ; am Costalrande 3 halbovale , semi- 
hyaline Flecken , wovon der mittelste, dicht vor dem Stigma ge- 
legene am gröfsten und hellsten ist ; in dessen Nachbarschaft im 
Corium ein kleinerer , runder , heller Fleck , auf der Bogenfalte 
gelegen ; in der Basalhälfte eine undeutliche, aufgehellte Querbinde, 
vom Suturalrand bis in die Mitte des Coriums. Flügel graubraun. 

Scheitel fast eben, nur in der Nähe der Seiten je ein grofser, 
flacher Buckel , die Seitenränder genau parallel und scharf senk- 
recht aufgebogen ; Kiele fehlen. Pronotum bis zu den vorderen 
Augenrändern verlängert , mit feinem Mittelkiel. Scheibe des 
Mesonotums zwischen den Seitenkielen abgeflacht. Stirn an der 
Basis bedeutend breiter als am Clipeus , am breitesten zwischen 
den Fühlern , wo die Ränder einen stumpfen Winkel bilden , von 
da wieder nach dem Clipeus hin verschmälert. Bogenfalte der 
Decktiügel kielartig vortretend , vom Stigma bis zur Clavusspitze 
durchlaufend, auf der inneren Gabel der Media schwach parabolisch 
nach vorn gekrümmt. 

Long. c. tegm. 9 mm. 

Hab. — Costarica: Tuis, Cartago 1000 m (1 cf). 



312 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

p. 312, Nr. 2: Sassula sovurcula (Stäl). 
Hab. — Birma : Karenni (Micholitz c). 

Nr. 3 : Sassula osmyloiäes (Walk.). 
Tab. XIII, Abb. 21a. 
Hab. — Malacka, Borneo, Sula. 

Biolleyana costalis (Fowl.). 

Sassula apicalis Schmidt '05 in: Ent. Zeit. Stettin v. 66, p. 189. 

Zur Vervollständigung der kurzen Fowler sehen Diagnose 
liefert Schmidt 1 ) eine sehr gründliche Beschreibung , umgeht 
darin aber beinahe sorgsam eine Heraushebung der wirklich unter- 
scheidenden Merkmale, die er in der ersteren vermifst, z. B. die 
breite und locker geäderte Costalmembran (schon von Fowler 
betont) und die am inneren Ende stark gekrümmte Bogenfalte. 

Hab. — Costarica : Tuis, Cartago 1000 m (G a r 1 e p p c.) ; 
Ecuador : Santa Jnez ; Palmar (H a e n s c h c). 

Von Sassula apicalis liefert Schmidt eine umfangreiche Be- 
schreibung, die aber auch keine Diagnose ist. Indem ich sie 
mit 2 von H a e n s c h gesammelten Topotypen vergleiche , bin 
ich aufserstande, sie von B. costalis sicher zu unterscheiden. Die 
Stücke haben mit dieser die regelmäfsig gestaltete innere Sub- 
apikallinie, mit der auch von Schmidt herangezogenen B. fene- 
strata (Gers t.) 2 ) die weiter gestellten Queradern in der Costal- 
membran und die stark gekrümmte Bogenfalte gemeinsam. Sonstige 
Bildungsunterschiede kann ich nicht herausfinden, und die Zeich- 
nung ist bei allen dreien {B. pictifrons, costalis und r apicalis u ) sehr 
veränderlich. Solange keine schärferen Abweichungen dargetan 
werden, kann ich die letztere nur für ein Synonym, nicht einmal 
für eine Varietät von B. costalis halten. 

p. 315. Gen. Varcia Stäl. 

Hierzu gehören V. debilis Mel., nigrovittata Stäl, pyramidalis 
Mel., apicata Mel., ßavicostalis Kirby und greeni Kirby, nebst 
den von Distant 3 ) benannten Arten. 

p. 319, Nr. 8: F. ßavicostalis Kirby. 

1900 in: Andrews, Monogr. Christmas Isl. pl. 15, fig. 7. 

Varciopsis n. g. 

Der verstorbene Oskar Böttger, jener gelehrte Kenner 
der Landmollusken , hat sich bei einer , mir grade nicht gegen- 
wärtigen , Gelegenheit geäufsert , dafs ein Vorkommen von arten- 
armen Gattungen in räumlich weit getrennten Gebieten immer 

!) '05 in: Ent. Zeit. Stettin v. 66, p. 188. 

2 ) Melichar schreibt den Zoologen Gerstaecker andauernd 
Gaerstecker (p. 202, 313, 315, 316). 

3 ) '09 in: Ann. nat. Hist. (8^ v. 4, p. 336. 



Jacobi, Kritische Bemerkungen über die Ricaniinae. 



313 



den Verdacht rege halten müsse, dafs die einzelnen geographisch 
gesonderten Artengruppen einander systematisch nicht gleichwertig 
seien. Diese oft zu erlangende Erfahrung bewährt sich auch bei 
mehreren Gattungen der Bladininen, in denen unsere Monographie 
sowohl indische wie amerikanische Arten zusammenfafste : Nogodina 
und Sassula. Die alt- und neuweltlichen Angehörigen erweisen 
greifbare körperliche Verschiedenheiten , die mit der örtlichen 
Absonderung genau zusammenfallen , und die Prüfung der bisher 
zu Varcia S t ä 1 gerechneten Tiere bringt dasselbe Ergebnis, dem 
ich in der Abtrennung der neotropischen Arten als Varciopsis n. g. 
Ausdruck verleihe. Da der Typus von Varcia Stäl eine indische 
Spezies war, so gehören die indo-australischen Arten zu letzterem 
Genus. Typus des neuen ist Eicania trigutta Walk. Die Merk- 
male der alten und der neuen Gattung werden aus der folgenden 
Gegenüberstellung am besten hervorgehen : 



Varcia Stäl. 

Kiele des Mesonotums hinter der 
Mitte verstrichen, die Scheibe 
dazwischen etwas gewölbt. 

Deckflügel gestreckt, mit schwach 
gebogenem Costalrande ; 

Bogenfalte verkümmert ; 



unregelmäfsig 



eine 



Varciopsis J a c. 

Kiele des Mesonotums bis zum 

Hinterrande scharf, die Scheibe 

abgeplattet. 
Deckflügel breiter , mit stark 

ausgebogenem Costalrande ; 
Bogenfalte scharf ausgeprägt, vor 

dem Clavusrande geschwungen ; 
Scheibenzellen länglich viereckig ; 



Scheibenzellen 

vieleckig ; 
Längsadern in den Apikalzellen 
mindestens abwechselnd ge- 
gabelt ; 
Cubitus der Sutura clavi genau 
parallel und unmittelbar ge- 
nähert ; 
Im Clavus der äul'sere Gabelast 
mit der Sutur durch 
Querader verbunden, 
p. 315, Nr. 1 
Den Fundort 
nicht Terapota. 

Nr. 2 : Varciopsis aequata (M e 1.). 
Der Fundort „Cap" ist natürlich falsch und hätte von vorn- 
herein beanstandet werden müssen. 

p. 320, Nr. 9: Varciopsis vitripennis (Leth.). 
Lethierrys Küchenlatein ist durch einige Druck- (oder 
Abschreibe-) fehler noch mehr verschlechtert worden. — Venezuela 
rechnet man nicht zu Central-Amerika. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 21 



Längsadern in den Apikalzellen 
gröfstenteils einfach ; 

Cubitus von der Sutur weit ab- 
stehend ; 

Im Clavus keine Querader 
zwischen äufserem Gabelast 
und der Sutur. 

: Varciopsis trigutta (W a 1 k.). 

in Peru schrieb Gerstaecker Tarapoto, 



314 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 




Abb. 3. 



Varciopsis nigricoxis n. sp. (Abb. 3). 
Körper rötlichgelb , Bauch oft hellgrün überlaufen. Vorder- 
rand des Mesonotums , Basalrand der Stirn und alle Seitenkiele 
derselben, des Scheitels, Pro- und Mesonotums, Spitze des Clipeus, 
der Schnabel , ein grofser länglicher Fleck auf den Hinterhüften 

und eine breite Längsbinde 
des Hinterleibes bis zu dessen 
Spitze reichend schwarz. 
Beine dunkelbraun, Ende der 
Vorder- und Mitteltibien, sowie 
die Basis der Hinterschenkel 
schwarz. Beide Flügelpaare 
gelblich hyalin ; ein länglich- 
rechteckiger schwarzer Fleck 
neben dem Stigma mit diesem 
durch eine schmale , schwarze 
Querbinde verbunden; Apikal- 
rand bis zur Clavusspitze in 
unregelmäfsiger Breitenausdehnung schwarzbraun. Im übrigen wie 
V. trigutta gefärbt. 

Bei einem ganz frischen Stücke (Mus. Dresd.) sind die Seiten- 
ränder und Seitenkiele der Stirn, die Mittelhüften, die Seiten des 
Hinterleibes und seine ventralen Segmentränder mennigrot gesäumt. 
In der Costalzelle höchstens 3 , bisweilen gar keine Quer- 
adern (bei V. trigutta 5) ; die Apikalzellen nur doppelt so lang 
wie breit (bei V. trigutta viermal so lang). Hierdurch und in der 
scharfen , schwarzen Zeichnung der Deckflügel von letzterer Art 
wohl unterschieden. 

Long. c. tegm. 13 
Hab. — Ecuador: Santa Inez 
bürg: R. Haensch c, Typen). 

p. 328, Nr. 1: Gaetulia nigrovenosa Mel. 
Gaetulia montana Distant '12 in: Ann. nat. Hist. (8) v. 9, p. 651. 
In der Diagnose ist vergessen, auf den deutlichen schwarzen 
Fleck im Anallappen der Flügel hinzuweisen. 

Hab. — Indien: Sikkim, Assam; Birma: Karenni ; Sumatra: 
Alahan (Micholitz c). — Margherita liegt „bei" Assam, wie 
Wien bei Österreich. 

Eine allem Anschein nach weit verbreitete Art, in deren Spiel- 
raum von Abweichungen Distants G. montana glatt hineinfällt, 
p. 329. Gen. JPucina Stäl. 
Stäl 1866 Hemipt. Afr., v. 4, Tab., fig. 4. 



14, Exp. tegm. 26 mm. 



Palmar (Mus. Dresd. u. Ham- 



tteridltigniig'. Auf S. 158 und 170 dieses Jahrgangs habe ich einen Gattungsnamen 
Semidalis eingeführt. Dieser ist schon 1905 von Enderlein gebraucht worden, worauf 
mich Herr Longin Naväs S. J. zuvorkommenderweise aufmerksam macht. Ich ersetze ihn 
durch Sabaethis (fem.). 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 315 

Merkwürdige Eiablage einer Laubheuschrecke. 

Von Dr. TV. Ramme (Kgl. Zoolog. Mus.). 
Mit 1 Tafel. 

Das Kgl. Zoologische Museum erhielt kürzlich eine Sammlung 
Tütenfalter aus Mexiko; dabei stellte es sich heraus, dafs in eine 
Tüte ein Insekt Eier abgelegt hatte, und zwar auf höchst sonder- 
bare Art und Weise. Das Insekt hatte es verstanden, seine flachen, 
ovalen Eier in den Rand des Papiers selbst zu schieben , mit so 
erstaunlicher Geschicklichkeit , dafs diese beiderseits völlig mit 
Papier bedeckt sind. So hat es in grofser Regelmäfsigkeit hinter- 
einander 7 Eier abgelegt ; einige davon zeigt Tafel VI Abb. 1. 
(Aufnahme bei durchfallendem Licht ; das Papier wurde zu diesem 
Zwecke mit Xylol getränkt.) 

Was für ein Insekt war nun der Attentäter? Diese Frage 
läfst sich nicht allzu schwer beantworten. Schon die Gestalt der 
Eier weist ziemlich unzweifelhaft auf eine Laubheuschrecke. Ferner 
berichtet Vosseier 1 ), dafs in Deutsch -Ostafrika eine zu der 
Familie der Phaneropteriden gehörige Laubheuschrecke, Euryco- 
rypha (syn. : Myrmecophana), ihre Eier in den Rand von Blättern 
ablegt. Er sagt darüber p. 162 folgendes: „Ausnahmslos wird 
die Nachkommenschaft den Laubblättern der Futterpflanzen an- 
vertraut , und zwar in ganz eigentümlicher, kunstvoller Weise. 
Mit Einbruch der Dämmerung tasten die tagsüber trägen lege- 
reifen Weibchen die Ränder der Blätter ab , ergreifen mit den 
Mandibeln eine Stelle derselben , von der sie zuvor vielleicht ein 
Stückchen abgebissen hatten , und biegen nun das Abdomen so 
vollständig nach vorn , dafs der Unterrand des kurzen , scharf 
gekrümmten Legestachels am Kinn vorbeigleitet. Von den leb- 
haft arbeitenden Labial- und Maxillartastern offenbar geführt und 
orientiert wird nun unter seitlichen Schiebungen der oberen und 
unteren Klappen die Legescheide in etwa 1 Minute in die Blatt- 
fläche zwischen Ober- und Unterseite — näher dieser — ver- 
senkt, so dafs eine Tasche entsteht, deren Breite gröfser als die 
des Legestachels ist. Gleich darauf wird ein Ei in den fertigen 
Hohlraum geschoben. In etwa 2 x / 2 Minuten ist alles geschehen, 
der Stachel wird herausgezogen und mit dem Mund 1 — 2mal ge- 
reinigt. Mit dem Ei wird offenbar ein klebriger Saft abgegeben, 
der es mit seiner grünen Umhüllung fest verkittet. Dadurch wird 
verhindert, dafs es beim Vertrocknen des Blattes herausfällt. . . . 
Nach kurzer Pause wiederholt sich der Vorgang noch 1 — 2 mal. 



x ) Die Gattung Myrmecophana Brunner. Zool. Jahrb., Abt. Syst. 
Bd. XXVII, p. 156—210. 

21* 



316 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Mehr als 2 — 3 Eier scheinen innerhalb 24 Stunden nicht abgelegt 
zu werden, wohl aber fahren die Weibchen sehr lange damit fort." 

Unzweifelhaft war es also wohl in unserem Falle eine Laub- 
heu schrecke, die anstatt in einen Blattrand die Eier in den 
Rand des Papiers abgelegt hat. Ich vermute, dafs unser Sammler, 
der sich nicht nur auf den Schmetterlingsfang zu beschränken 
pflegt , unter anderen Insekten auch ein Heuschreckenweibchen 
eingetragen hatte, das nun, vielleicht aus seiner Betäubung wieder 
erwachend, die herausdrängenden Eier in seiner Not in gewohnter 
Weise in das Papier ablegte. Dafs ihm dies bei dem dünnen, 
trockenen Papier genau so vollkommen gelungen ist wie bei einem 
frischen , saftreichen Blatt , bei dem die Ablage ebenfalls schon 
grofse Geschicklichkeit erfordert , mufs unsere Bewunderung er- 
regen. Ich habe mich bemüht, den Rand des Papiers mit einem 
haarscharfen Federmesser zu spalten , mufs aber gestehen , dafs 
mir dies nicht gelungen ist ; die Heuschrecke mit ihrer doch ver- 
hältnismäfsig viel weniger scharfen und dabei noch zweiklappigen 
Legescheide hat es zuwege gebracht. 

Es ist noch zu untersuchen , welcher Art die betreffende 
Laubheuschrecke gewesen sein mag. Auch diese Frage dürfte, 
wenigstens annähernd richtig, zu beantworten sein. In Amerika 
kommen ebenfalls zahlreiche Phaneropteriden vor, die der afrika- 
nischen Gattung Euryconjpha zum Teil sehr ähnlich sind und die 
gleiche Lebensweise haben dürften. In Mexiko sind es ins- 
besondere 3 Gattungen, die in Frage kommen: Microcentrum Scudd., 
Amblycorypha Stäl und Sagona Walk. Vergleicht man nun die 
Gröfse der Legescheiden dieser 3 Gattungen mit der Gröfse der 
in das Papier abgelegten Eier , so scheiden die ersteren beiden 
aus , während die Eier in dieser Hinsicht der Legescheide von 
Sagona völlig entsprechen. Man kann also wohl mit ziemlicher 
Sicherheit behaupten, dafs ein Weibchen von Sagona für die 
Ablage der Eier in das Papier verantwortlich zu machen ist. 

Ich verweise noch auf die Abb. 2 und 3. Durch erstere 
habe ich — schematisch — die Stellung eines Weibchens von 
Sagona bei der Eiablage zu veranschaulichen gesucht , auf Grund 
der Vosseier sehen Schilderung über diesen Vorgang. Abb. 3 
stellt zwei von Vosseier dem Museum übersandte Rosenblätter 
dar , in . deren Rand von Eurycorypha 5 Eier abgelegt wurden. 
Herr Prof. H e y m o n s stellte mir die Blätter zur Aufnahme 
freundlichst zur Verfügung. 

Schliefslich sei noch erwähnt , dafs wohl auch Sagona mit 
den Eiern ein klebriges Sekret zu deren Befestigung ausscheidet ; 
die Eier sind so fest eingeklebt , dafs sie bei dem Versuch , sie 
herauszulösen, leicht zerbrechen. 






Deutsche Ent. Zeitschr. 1915. 



Tafel VI. 





$ 




Abb. 1 




Abb. 2. 




Abb. 3. 



W. Ramme, Merkwürdige Eiablage einer Laubheuschrecke. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 3 17 

Eine seltene Beute. 

Von H. Bellingr. 

Mit 1 Abbildung. 

Im Heumonat des Jahres 1911 war es. Wir hatten von 
Mittenwald in Oberbayern aus einen Ausflug nach dem durch die 
Erinnerung an den unglücklichen Bayernkönig Ludwig II. ge- 
weihten Königshause auf dem Schachen im Wettersteingebirge 
unternommen und befanden uns auf dem Rückwege. Am Spät- 
nachmittage hatten wir den herrlich gelegenen Lautersee wieder 
erreicht , in dessen Fluten sich die Schroffen des Wettersteins 
spiegeln. Hier wurde noch einmal gerastet. Der vor uns auf- 
steigende , in der Höhe waldgeschmückte Berghang zeigte sich, 
von Sonnenlicht und Erdfeuchte gesättigt , in saftigstem Grün, 
einem Teppich gleich, in den die Blumenwelt ihre reichsten Muster 
eingewebt hat. Und um uns herum wollte das Grün vollends 
versinken unter der blendenden Farbenpracht der Kinder Floras. 
Die Sonne ging bereits zur Rüste und liefs die kahlen Felsen des 
Karwendeis in sattem Rot erglühen. 

Da sah ich , wie auf einer Skabiosenblüte in nächster Nähe 
eine Anzahl Zygänen sich zum abendlichen Schmause versammelt 
hatte. Als ich mich ihnen aber nähern 
wollte , um festzustellen , ob unter 
ihnen etwas des Mitnehmens wert 
erscheine , stob die Gesellschaft in 
trägem Fluge bis auf ein Tier von 
dannen. Dieses Tier sollte mir reichen 
Ersatz für die Entflohenen gewähren. 
Es war eine Zygaena lonicerae (Scheven), 
die recht seltsam gezeichnet ist. Sie 

trägt , wie die obenstehende Abbildung erkennen läfst , an Stelle 
der üblichen fünf Flecke nur deren einen , und zwar Punkt 5. 
Von den wurzelständigen Punkten ist der Punkt 1 leicht an- 
gedeutet und kann mithin kaum in Betracht kommen. 

Dafs der Fang des Tieres in seinem von dem der Genossen 
so abweichenden Kleide mir eine rechte Freude bedeutete, brauche 
ich wohl kaum anzuführen. 




318 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Sitzungsberichte. 

Sitzung vom 15. III. 15. — Rangnow legt 2 bemerkens- 
werte Berliner Exemplare von Larentia autumnalis Ström vor : ein 
schwärzlichbraun übergossenes Tier und ein stark aufgehelltes 
Stück mit gelbweifser Grundfarbe und 3 graubräunlichen lehmgelb 
eingefafsten Querbinden , von denen die äufserste am schärfsten 
ausgeprägt ist. Ferner zeigt er herum : die in voriger Sitzung 
irrtümlich als neu für Lappland erwähnten Selenephera lunigera 
Esp. (schon Grünberg bei Seitz Grofsschmetterlinge I, 2 p. 165 
meldet sie von dort) , eine kleine verdunkelte Lokalform von 
Acronicta abscondita Tr. (glaucoptera Peters ?) aus Lappland und 
ein $ von Arctia festiva (Juens., das er in Copula mit einem <? 
von Phragmatobia faliginosa borealis Stgr. gefunden hat. 
P. Schulze bemerkt zur Nomenklatur von Larentia autumnalis 
Ström darauf folgendes : Bei der grofsen Variabilität der Art 
nimmt es nicht wunder , dafs mehrere Namen für sie existieren, 
die aber nicht auf ein und dieselbe Form begründet sind und 
daher als Formennamen oder noch besser als Namen für Formen- 
kreise erhalten bleiben können. Die prioritätsberechtigte L. autum- 
nalis Ström (Vidensk. Selsk. Skrifter 1783 p. 85) beruht auf grau 
bestäubten Stücken mit grauen Querbinden aus Dänemark (syn. 
damit f. cinerascens Strand. Nyt Mag. for Naturvidenskab. 39 
p. 61, 1901). Verschwinden die Zeichnungen in der aschgrauen 
Grundfarbe, so liegt f. obsoletaria Schule (Soc. Ent. 15 p. 113) 
vor. Noch dunklere Stücke mit fast einfarbig schwarzgrauen 
Vorderflügeln stellen die f. infuscata Prout (Ent. Rec. XIII p. 336, 
1901) = f. nigrescens Huene (Berl. Ent. Zeitschr. 51 p. 255, 1906) 
dar. Im Jahre 1794 beschrieb Bork hausen (Syst. Beschr. 
europ. Schmetterl. V p. 308) eine weifsgraue Form mit braun- 
grauen, dunkler gewässerten Binden als : „ Phalaena Geometra Tri- 
fasciata, weifslichter Spanner mit drey grauen wellenlinigten Binden". 
Dieser Name kann für die betreffenden Stücke als Formen name 
erhalten werden , während er als Art name , abgesehen von der 

.flBfrv ~ ^^^ Prioritätsberechtigung der Ström sehen 

^kl v •''<T;' ; autumnalis, schon hätte fallen müssen vor: 

JHBf Geometra trifasciata Borgström (in : Thunbergs 

{..' Insecta Suecica I p. 13, 1784), einer Art, 

■^mr w ^Hr die aber wohl kaum mit autumnalis identisch 

Larentia autumnalis. ist, da die weifse Mittelbinde ein schwarzes 

C aufweisen soll. In den Formenkreis der 

f. trifasciata Bkh. gehört auch das abgebildete Rangnow sehe 

Exemplar, während das andere zu f. infuscata Prout gestellt werden 

kann. Sehr helle kleine Stücke aus Schweden sind als f. thun- 



Sitzungsberichte. 319 

bergii Bkh. (1. c. p. 309) zu bezeichnen (= trifasciata Borgstr. ?). 
„Alle Flügel haben eine trübweifse Grundfarbe und die Binden der 
Vorderflügel sind zur Hälfte aschgrau und zur Hälfte weifsgrau und 
deutlich mit dunklen Linien gewässert." f. impluviata Hb. (Taf. 43 
Fig. 223 nach 1797) kann auf Tiere angewandt werden, bei denen 
Mittel- und Basalfeld ausgesprochener grün sind. Bei f. constricta 
Strand 1. c. endlich ist das helle Mittelfeld gegen den Hinterrand 
in einzelne Flecken aufgelöst. P. Schulze spricht dann ferner über 
das Thema : Was ist Papilio hippothoe L. 1 , im Anschlufs an 
die Vorlage des Herrn Fässig in der Sitzung vom 1. III. 15. 
Diese Frage ist bisher keineswegs eindeutig beantwortet, im 
Gegenteil , sie hat zu lebhaften Meinungsverschiedenheiten Anlafs 
gegeben (vergl. Courvoisier , Intern, entom. Zeitschr. Guben VI, 
p. 38, 41, 51). Die Originaldiagnose der Art findet sich bei 
Linne, Fauna Suecica Ed. II 1761 p. 274 und lautet wie 
folgt: „Papilio Hippothoe alis integerrimis : supra fulvis immacu- 
latis, subtus cinerascentibus punctis ocellaribus numerosis. Habitat 
apud nos rarissime. Descr. Statura P. virgaureae. Alae supra 
omnino fulvae immaculatae. Subtus luteo-cinerascentes. Primores 
subtus punctis nigris iride alba : 3. majoribus intra marginem 
exteriorem ; 7 minoribus fere transversim positis ; 6 minutissimis 
ad marginem posticum. Secundariae subtus cinerascentes punctis 
ocellaribus circiter 17 , praeter fasciam ad marginem posticum 
fulvam , antice nigro punctatam." Die älteren Autoren beziehen 
diese Beschreibung nicht auf den heute Chrysophanus hippothoe L. 
genannten Falter , sondern auf Ch. dispar Haw. , der aber in 
Schweden nicht vorkam, also höchstens irrtümlich in die Fauna 
Suecica hineingekommen sein könnte. Für unsere Art wurde 
dagegen der Name chryseis S. V. (Borkh.) gebraucht. Neuerdings 
hat Oberthür (Etudes de Lep. comp. IV 1910 p. 116 — 126) 
noch einmal die Frage gründlich geprüft , welcher der beiden 
Arten der Name hippothoe L. zukommt. Courvoisier (1. c. p. 51) 
gibt eine Zusammenfassung seiner Überlegungen mit folgenden 
Worten: „Beide sind streng genommen nicht „immaculatae", 
da sie mindestens auf den vorderen, meist auch auf den hinteren 
Flügeln deutliche, oft grofse Mittelmonde tragen ; der Autor müfste 
diese nicht als „Maculae" aufgefafst haben. Die Angaben über 
die Unterseite lassen Oberthür schwanken. Die gelbgraue 
(„luteo-cinerascens") Grundfarbe spreche mehr für chryseis, 
die rotgelbe Hinterrandbinde mehr für dispar, da jene einer 
solchen fast entbehre." Oberthür gelangt zu keiner sicheren 
Entscheidung und macht schliefslich den nicht haltbaren Vor- 
schlag , Bergsträfser zu folgen , der zum ersten Male die 
Arten scharf trenne , und die beiden Arten hippothoe L. (= dispar 



320 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Haw.) und chryseis Bergstr. zu nennen. Dagegen kommt Vortr. 
nach seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dafs P. hippothoe L. 
tatsächlich die heute so bezeichnete Art und nicht Chr. dispar Haw. 
sei. Linne habe offenbar ein oberseits sclnvach bepunktetes, 
wenig irisierendes, oder, was bei der nach Linne „sehr grofsen 
Seltenheit" des Falters in Schweden auch nicht unmöglich sei, 
nur ein abgeflogenes d* der Beschreibung zugrunde gelegt. Wie 
schon hervorgehoben , fliegt nur hippothoe in Schweden, nicht 
aber dispar, und nur sie habe die Gröfse von Chr. virgaureae L. 
Eine andere scheinbare Schwierigkeit , die gelbe Randbinde auf 
der Unterseite der Hinterflügel , wird durch die vorliegenden von 
Rangnow in Schweden gesammelten Exemplare und die Be- 
schreibungen von Dal man (Kongl. Vetensk. Acad. Handl. 1816 
p. 92) und Wallengren (Scandin. Dagfjärilar , Malmö 1853 
p. 193) behoben. Die Vorderflügelunterseite der schwedischen 
Männchen stimmt mit der der eigenen und der Berliner 
$ $ überein, sie ist grösstenteils gelb, gegen die Ränder hin asch- 
farbig. Linnes Bezeichnung luteo-cinerascentes ist also 
zutreffend , und ebenso zutreffend ist seine Angabe : secundariae 
subtus cinerascentes . . . praeter fasciam ad marginem posticum 
fulvam ; die Unterseite der Hinterflügel ist grau und bei sämt- 
lichen vorliegenden Stücken mit einer deutlichen 
gelben Randbinde versehen. Bei D a 1 m a n heifst es : 
. . . „posticis subtus griseis punctis ocellaribus numerosis, 
fasciaque marginali lutea"; und auch aus Wallen- 
grens Worten geht hervor , dafs dieses gelbe Querband in der 
Regel vorhanden ist: „de bakre wid utkanten prydda med ett 
rödgult swartpunkteradt twerband, som framät är 
förswinnande". 

Damit ist wohl der letzte Zweifel über die hippothoe L. ge- 
hoben. Die Spannweite der vorliegenden a*cf beträgt 28 — 31 mm, 
die der $$ 31 — 32 mm. Die <? <? sind den Berlinern ähnlich, 
das Rot und der Schiller aber heller. Sie gehören mehr oder 
weniger zur f. groningana Ter Haar (Tijdschr. voor Entom. 43 
p. 242, 1900), der Schiller ist scharf lokalisiert auf einen Vorder- 
randstreifen, auf Punkte am Aufsenrand und auf den Hinterflügeln 
auf Streifen zwischen den Adern. (Ter Haar gibt 1. c. an, 
dafs er auch ähnliche $ $ besäfse , doch bezieht sich dies wohl 
nur auf Tiere, wie sie bei anderen Chrysophanus-Avten als f. coeruleo- 
punctata bekannt sind. S. w. u.) Die $ $ sind auf den Vorder- 
flügeln oberseits stark aufgehellt und zeigen nur geringe dunkle 
Bestäubung. Die Rangnow sehen Stücke stammen aus Boden 
und Lengsele im Ängermannland; doch stimmen mit 
ihnen die übrigen schwedischen Exemplare nach der Beschreibung 



Sitzungsberichte. 321 

Walleng rens wohl überein , nur dürften die südschwedischen 
etwas gröfser sein. Als Fundorte gibt er an: Skäne, Öster- 
göthland, Öland und S m ä 1 a n d. In gleicher Form fliegt 
die Art anscheinend auch in Dänemark (Bang Haas , Intern. 
Ent. Zeitschr. Guben 2, Buchausg. p. 118 und A. Klöcker, 
Sommerfugle I Kobenhavn 1908 p. 82 und Tafel 16, Fig. 111, 
d* Flügelspannung 29 mm, und Fig. 112, $ Flügelspannung 31 mm). 
Im Gebirge, in L a p p 1 a n d und Norwegen geht diese Unterart 
allmählich in die Subspezies stieberi Gerh. über , bei der beide 
Geschlechter kleiner , heller und die $ $ auf den Vorderflügeln 
noch stärker nach gelb hin aufgehellt sind ; zu dieser gehören 
die F ä s s i g sehen Stücke. — Die märkischen hippothoe stellen 
eine besondere Unterart dar , die sich gegenüber der typischen 
schon durch ihre beträchtlichere Gröfse auszeichnet (cf cf 51 — 
34 mm Flügelspannung, $ $ 32 — 35 mm, ein ungewöhnlich grofses 
$ aus der Sammlung Rangnow aus Veiten mifst sogar 37 mm). 
Die cfd* sind feuriger rot, die $$ auf den Vorderflügeln in der 
Regel ganz oder bis auf — gegenüber nordischen Stücken — ge- 
ringe Bräunlichgelbfärbung braunschwarz gedeckt. Der Flügel- 
schnitt ist in beiden Geschlechtern ein stark 
gestauchter. Ein $ der Sammlang Rangnow (Nieder- 
Neuendorf 8. VI. 11) zeigt auf der Oberseite der Hinterflügel 
vor der gelben Binde einige blaue Punkte ähnlich manchen $ $ 
anderer Chrysophanus- Arten ; ein solches Stück beschreibt G i 1 1 m e r 
(Entom. Wochenbl. 25 p. 113 1908) aus Böhmen (Stein- 
schönau 6. VI. 05). Unterseits sind die tf <? bis auf geringe 
gelbe Reste auf den Vorderflügeln grau, die gelbe Randbinde auf 
den Hinterflügeln meist nur durch Punkte angedeutet , bei den 
$ $ die gelbe Randbinde meist deutlich ausgeprägt. Für diese 
Lokalrasse hat der Name Chr. hippothoe euridice Rott. (Naturf. 
1775 p. 28, cf) (nicht eurydice, wie Staudinger zitiert) in Kraft 
zu treten. Rottemburgs Typen stammten aus Landsberg 
a. W. Hierzu ist chryseis S. V. als synonym zu stellen , da die 
vorliegenden Wiener Stücke mit den märkischen gut überein- 
stimmen. [Nachträglicher Zusatz. Erst kürzlich kam mir die 
Arbeit von Verity, Linnean Types of Palaearctic Rhopalocera. 
Linn. Soc. Journ. Zool. 32, 1913, zu Gesicht, in der er p. 187 
feststellt , dafs die Linneschen Typen von hippothoe 2 efef einer 
nordischen Rasse darstellen. „They present characters interme- 
diate between those of the form which is generally considered 
as mimotypical and the characters of the Alpine form eurybia Ochs, 
agreöing with the latter by their small size , dull colouring and 
diffused black shadings and with the formes by the presence of 
a small amount of violet scaling along the costal margin." In- 



322 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

folgedessen setzt V e r i t y stieben Gerhardt mit hippothoe typ. 
synonym , offenbar mit Unrecht ; stieben stellt das Extrem der 
nordischen hippothoe dar , die Grundfarbe ist ein ziemlich helles 
Gelb, sie ist aber nicht „dull" dunkel. Die typische hippothoe ist 
die oben dafür ausgegebene Rasse , zu der die Rangnow sehen 
Stücke gehören. Für die übrigen mitteleuropäischen hippothoe 
schlägt Verity den Namen mirus vor, „taking as typical of it 
the race which flies in the Pyrenees and which is quite similar 
also to the G e r m a n one (Cassel, Berlin usw.) " . Wenn 
die Pyrenäen stücke wirklich nicht von Berlinern zu trennen 
sind, was aber nicht anzunehmen ist, wäre mirus Verity 1913 
synonym zu euridice Rott. 1775. — P. Schulze 26. IV. 15.] 
Die Gebirgsform von hippothoe (eurybia ant.) hat den Namen eury- 
dame Hoffmannsegg (Illig. Mag. V p. 178 1806) zu führen. 
Synonym dazu sind euridice Esp. nee Rottemb. 1777 (nom. 
homonym.) und eurybia Ochsenh. 1808. Angebliche Übergangs- 
stücke zwischen der Gebirgsform und der mitteleuropäischen be- 
schrieb Ter Haar (Tijdschr. voor Entom. 48, 1905 p. 205) als 
„ab" eurybina aus Groningen in Holland. Es handelt sich 
nicht um eine Unterart , sondern um gelegentlich unter anderen 
auftretende Stücke. Das als typisch abgebildete $ (1. c. 43 
Tafel 14, 5) könnte ebenso gut bei Berlin gefunden sein, ja 
es kommen hier noch stärker verdunkelte Stücke vor. Das typische 
cf besafs bei nur 25,5 mm Spannung eine schwache schwarze 
Randzeichnung und keinen Schiller , die Unterseite war normal. 
Für solche cf d* könnte der Name f. eurybina erhalten bleiben. 
Im Anschlufs an eine in den Sitzungsber. Ges. nat. Freunde 1914 
p. 427 gemachten Mitteilung über das Vorkommen von Gallen 
von Neuroterus lenticularis Oliv, auf der Blatt ober seite, das merk- 
würdigerweise in keinem der grofsen Gallenwerke angegeben sei, 
bemerkt dann P. Schulze ferner, dafs, wie er nachträglich er- 
fahren habe , Keller im Forstzool. Exkursionsführer Leipzig 
1897 p. 39 schon sagt: „Die allgemein verbreitete Angabe, dafs 
nur auf der Unterseite Gallen sitzen, ist nicht richtig. Man sieht 
sie vereinzelt auch an der Oberseite , sie ist dann gleichmäfsig 
dunkelrot gefärbt und entzieht sich daher leicht der Beobachtung." 
Auch die vom Vortr. beobachteten Exemplare waren allerdings 
ziemlich dunkelrot. Wanach fügt bestätigend hinzu, dafs auch 
er die Gallen bei Potsdam nicht selten auf der Oberseite der 
Eichblätter gefunden habe. Wanaeh macht zum Schlufs Bemer- 
kungen über Potsdamer Orthopteren unter Vorlage einiger Tiere, 
die ihm der Artzugehörigkeit nach zweifelhaft erschienen waren, 
deren richtige Bestimmung aber von Ramme bestätigt wurde. 
Bei einem o* von Omocestus haemorrhoidalis Charp. sind die Fühler 



Sitzungsberichte. 323 

reichlich l 1 / 2 mal so lang wie Kopf und Thorax, bei 2 anderen 
nur wenig länger, höchstens 1,2 mal; auch Ramme besitzt d* c? 
von sehr verschiedener Fühlerlänge. Die bei Potsdam ge- 
fangenen Tiere sind sehr grofs , namentlich ein $ ist reichlich 
20 mm lang. 3 $ $ von Stauroderus bicolor Charp., ebenfalls aus 
dem Potsdamer Gebiet, sind im Gegensatz zu den meist recht 
bunt gefärbten normalen Stücken sehr dunkel rauchbraun über- 
gössen, die Vorderflügel völlig zeichnungslos, der Rücken des einen 
Stückes fast schwarz. — Die Potsdamer tf <? von Forficula 
auricularia L. gehören mit seltenen Ausnahmen zur f. macrolabia Br., 
während sonst im Berliner Gebiet die typische Form weit 
überwiegt. — Von der hier anscheinend ziemlich seltenen Aphlebia 
maculata Schreb. hat W. ein Pärchen der typischen Form am 
1. Aug. 1909, das $ mit Eierpaket, und von der f. schaefferi L. 
ein o* am 7. Juni und ein $ am 12. Aug. desselben Jahres ge- 
fangen. Die cfcf* von Ectobia lapponica L. sind sehr häufig; jedoch 
hat W. bei Potsdam noch kein einziges $ dieser Art gesehen 
und besitzt nur eins aus Kosen. 4 bei Potsdam gefangene 
$ $ gehören dagegen zu Ect. (livida F.) perspicillaris Herbst ; sie 
stimmen genau mit der Beschreibung von Redtenbacher (Die 
Dermatopteren und Orthopteren . . . ., Wien 1900) überein, von 
welcher Art aber bei Potsdam noch kein einziges o* gefunden 
wurde. Ramme meint auf Grund dieser Stücke seine in der 
Berliner Entom. Z. (LVIII, 1913, Fufsnote zu p. 232) geäufserten 
Zweifel zurückziehen zu müssen. — Ein bei Potsdam am 
29. März 1908 gefangenes, leider trocken präpariertes Thysa- 
nopteron führte Ramme ebenso wie W a n a c h bei dem Ver- 
such der Bestimmung nach Tümpel (Die Geradflügler Mittel- 
europas, Gotha 1907) auf Liothrips setinodis Reut. ; es handelt sich 
um ein o* mit stark verdickten Vorderschenkeln , während nach 
U z e 1 bisher nur 5 $ bekannt sein sollen. 



Sitzung vom 22. III. 15. — Wanach spricht über die Neu- 
ropterenfauna Potsdams unter Vorlage der bisher erbeuteten Arten ; 
die Ordnung Megaloptera (Handlirsch) ist nur vertreten durch die 
an allen fliefsenden Gewässern gemeine Sialis flavilatera L. , die 
Ordnung Raphidioidea durch mindestens 2 Arten der Gattung 
Raphidia L., und zwar Raph. mnthostigma Schum. und Raph. notata F., 
zu welcher Art nach den Bestimmungstabellen von Rostock 
(Neuroptera germanica, Zwickau 1888) 2 im Juni 1905 und 1909 
gefangene cf d* gehören ; 3 weitere o* d* wären nach Rostock 
zu Raph. laticeps Wallgr. zu rechnen , welche Art von Brauer 
und Low (Neuroptera austriaca, Wien 1857) als R. notata F. 



324 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

gedeutet wurde, während diese Autoren die von Rostock (unter 
Berufung auf Wallengren) als R. notata F. betrachtete Art 
mit R. media Burm. bezeichneten. Die beiden Gruppen unterscheiden 
sich eigentlich nur dadurch , dafs sich bei R. notata F. (Wallgr.) 
zwischen Radius und Ramus thyrifer cubiti hinter dem Ptero- 
stigma 4, bei R. laticeps Wallgr. 3 grofse Zellen finden; bei einem 
unter den 3 vorläufig zur letzteren Art gerechneten Exemplaren 
schiebt sich aber im linken Vorder- und rechten Hinterflügel noch 
eine kleinere dreieckige Zelle vom Apex her zwischen die vordere 
und mittlere grofse Zelle hinein, und bei einem anderen geschieht 
dasselbe im rechten Vorder- und in beiden Hinterflügeln ; es liegt 
daher der Verdacht sehr nahe, dafs alle 5 cf cf zu einer einzigen 
Art gehören. Ferner führen die beiden genannten Bestimmungs- 
werke bei dem Versuch , die 3 ebenfalls im Juni verschiedener 
Jahre gefangenen 5 $ , die in der Grofse mit jenen cf cf überein- 
stimmen, unterzubringen, auf Raph. ophiopsis L. ; bei ihnen nämlich 
reicht das Pterostigma genau so weit apikalwärts wie die dahinter 
liegende Zelle , während es diese bei den cf cf weit überragt ; 
besonders auffällig ist noch, dafs die apikalen und analen Rand- 
adern beider Flügelpaare bei allen 3 $ $ ungegabelt , bei allen 
5 cf cf fast ausnahmslos gegabelt sind. Angesichts der sehr ge- 
ringen Wahrscheinlichkeit , dafs ein Sammler im Laufe mehrerer 
Jahre nur $ $ der einen und nur cf cf einer oder zweier anderen, 
nahe verwandten Arten fangen sollte, bedarf dieser Fall jedenfalls 
noch weiterer Prüfung. 

Aus der Ordnung Neuroptera (nach Handlirsch, = Megaloptera 
Burm.) liegen vor : Myrmeleon formicarius L. (nach Rostock, = M. 
formkalynx F.) , die in der Mark bei weitem häufigere Art , und 
M. europaeus Mc Lachl. (von älteren Autoren mit M. formicarius L. 
bezeichnet) ; diese etwas kleinere Art mit gefleckten Flügeln hält 
sich seit mindestens 10 Jahren ganz unvermischt an den sandigen 
Rändern der Mefsbahn des Geodätischen Instituts bei Potsdam, 
und zwar in grofsen Mengen , während sie sonst noch nicht im 
Potsdamer Gebiet festgestellt wurde. Von Sisyra fuscata F., deren 
Larve im Berliner Gebiet (z. B. Müggelsee, Tegler See usw.) von 
P. Schulze an Süfswasserschwämmen sehr häufig und zahlreich 
beobachtet wurde, während die Verpuppung aufserhalb des Wassers 
erfolgt, liegt nur ein Exemplar (11.' VII. 09) vor, ebenso ein von 
H ä n e 1 bei Berlin gefangenes von Drepanopteryx phalaenoides L. 
Mehrmals im Juli gefangen wurde Boriomyia subnebulosa Steph., 
im Mai Hemerobius nitidulus F. und H. micans Ol. , vom Mai bis 
zum August H. humuli L. , und schon im April H. strigosus Z. 
Chrysopa vulgaris Schneid, ist das ganze Jahr hindurch in Ge- 
bäuden gemein , überwintert an geeigneten Orten oft in enormen 



Sitzungsberichte. 325 

Mengen ; Chr. perla L. ist im Mai und Juni namentlich in jungen 
Eichenbeständen sehr häufig; von Chr. vittata Wesm. liegt nur ein 
Stück vom 7. VII. 14 vor. Je einmal wurden erbeutet Conwentzia 
psociformis Curt. (14. IX. 09) und Coniopteryx tineiformis Curt. 
(21. V. 10). Der bisher einzige Vertreter der Panorpatae, Panorpa 
communis L., variiert aufserordentlich in der Färbung und Flügel- 
zeichnung, in beiden Geschlechtern; bei einem cf und 2 $$ reicht 
der Apikaifleck beider Flügelpaare nicht ganz bis an den Rand, 
sondern nur die Adern sind dunkel gesäumt , und bei einem o* 
ist dieser Fleck auf knapp 1 qmm reduziert ; auch die Querbinde 
hinter dem Pterostigma ist bei diesem Stück auf 2 kleine , nur 
durch eine dünne Linie verbundene Flecke reduziert. Die Flügel- 
spannung variiert von 25 — 33 mm. Nach den morphologischen 
Merkmalen handelt es sich sicher, auch bei den in der Zeichnung 
am stärksten abweichenden Stücken, durchweg um P. communis L. 
Von den von Wanach bei Potsdam noch nicht gefangenen 
märkischen Neuropteren kommt Boreus Mentalis Latr. , wie 
P. Schulze bemerkt, nicht gerade selten im Grunewald auf 
Schnee vor , und Osmylus chrysops L. findet sich bei Ebers- 
walde, wo er am 28. VI. 14 am Nonnenfliefs wiederum 
gefangen wurde. 

P. Schulze weist dann darauf hin , dafs die neuerdings be- 
liebte Änderung des Namens Agrotis orbona Hufn. in Agr. sub- 
sequa Hb. ganz unberechtigt ist. Hufnagel beschreibt 1767 
(Berlinisches Mag. III p. 304 — 305) eine „Phalaena Orbona" mit 
folgenden Worten : „Die Trauerbinde. Die Oberflügel rothbraun 
mit einem Nierenförmigen braunen Fleck. Die Unterflügel oranien- 
gelb mit schwarzem Rande und schwarzen Flecken. In den Fugen 
der Zäune ; des Abends auf den Blumen. Junius und Julius. Von 
der zwoten Gröfse. Selten. " In dieser Beschreibung können 
2 Arten enthalten sein : Agrotis orbona und Agr. comes Hb. , die 
beide bei Berlin vorkommen. Hüb n er bildet auf Taf. 111 
Fig. 521 (nach 1804) die heute Agrotis comes Hb. genannte Art 
zum ersten Male ab , dadurch ist von der eventuellen Mischart 
Hufnagels die eine Komponente abgetrennt und für die ver- 
bleibende ist der Name Agrotis orbona Hufn. zu erhalten (Art. 29 
und 31 der Nomenklaturregeln). 1788 (Beitr. zur Gesch. der 
Schmetterl. I p. 32 Taf. IV y) beschreibt dann Hübner eine 
orbona mit violettbraunen Vorder- und goldgelben Hinterflügeln 
als vermeintlich neu unter dem Namen Ph. Noctua subsequa, eine 
Bezeichnung, die als Formenname für ähnliche dunkle Stücke er- 
halten bleiben kann. Endlich gibt er 1799 auf Tafel 23 p. 106 
noch die Abbildung einer normalen orbona ebenfalls unter dem 
Namen subsequa, während er Fig. 105 ein ähnliches Stück wie 



326 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

das in seiner früheren Publikation subsequa genannte jetzt als 
conscqua bezeichnet. B e 1 1 i n g legt ein Pärchen von Parnassius 
apollo valesiacus Frühst. (Soc. entom. No. 18, 1906) aus Zermatt 
vor. Die Tiere fallen auf durch äufserst markante breitglasige 
Submarginalbinde der Vorderflügel beim o* und den ungewöhnlich 
verbreiterten Glassaum der Hinterflügel beim $. Ein weiteres 
Exemplar vom Königssee (ap. bartliolomaeus Stich.) gehört zur 
f. intertexta Stich. , bei der die Augenflecke einen gelben Ring 
zwischen Schwarz und Rot aufweisen. 

Schumacher legt Isosoma - Gallen vor , von denen ihm nicht 
weniger als 16 märkische bekannt sind, u. a. die von /. scheppigi 
Schlechtend. an Stipa pennata L. und X cylindricum Schi, und 
ciciculatufn Schi, an Stipa capillata L. , neu für Brandenburg, 
ferner an denselben Pflanzen winzige Tarsonema- (Milben-) Gallen, 
endlich die wie Spinnenkokons aussehenden merkwürdigen Cocciden 
Eriopeltis Uchtensteini Sign, und festucae Sign, an Gräsern, sämtlich 
aus der Uckermark vom Odertalrand. 

P. Schulze endlich kommt noch einmal auf JPapilio nelo 
Bergsträfser (Nomenkl. und Beschr. der Ins. usw. 1778 p. 47, 
Taf. 32 Fig. 2) , die er in einer früheren Sitzung als Form von 
Pieris napi L. angesprochen hatte, zurück (cf. Berl. Ent. Zeit. 57, 
p. [33] 1912). Es handelt sich um eine Spielart, bei der der 
Apikaifleck auf den Vorderflügeln fehlt , wogegen sich unter dem 
Apex ein etwa 1 cm langer schwarzer Schrägstrich findet. Er 
sei jetzt zu der Überzeugung gelangt, dafs es sich nicht um eine 
Form von P. napi L. , sondern von P. rapae L. handelt. Diese 
Ansicht hat er auch bei Goeze (Ent. Beytr. III, 4 p. IV 1783) 
ausgesprochen gefunden, wo es heilst : „Der Bergsträfsersche Nelo 
ist zuverlässig eine Varietät von Rapae."' 



Sitzung vom 29. III. 15. — Heyne gibt einen kurzen 
Überblick über die Biologie der Kleiderlaus und die Mittel zu 
ihrer Bekämpfung. Die Entwicklung geht ununterbrochen das 
ganze Jahr hindurch vor sich ; das $ legt ca. 80 Eier besonders 
in die Nähte der Kleider, die Eiruhe dauert ca. 4 Tage, bis zur 
Geschlechtsreife vergehen 15 — 18 weitere. Gegen Hitze ist Pedi- 
culus vestimenti Burm. sehr wenig widerstandsfähig , 40° C töten 
sie in 12 Stunden, 60° in 20—30 Minuten; läfst man diese 
Temperatur längere Zeit einwirken , werden auch die Eier ab- 
getötet. Man legt die Kleidungsstücke also etwa in etwas ab- 
gekühlte Backöfen oder — was sich auch im Felde öfters er- 
möglichen läfst — man wickelt sie um eine durch Heu , Hobel- 
oder Sägespäne isolierte Kohlenfadenlampe. Einreibungen mit 



Sitzungsberichte. 



327 



Sublimat - Creosotwasser nutzen nicht viel , Quecksilbersalbe ist 
für die Haut zu gefährlich. Anisöl , Eucalyptusöl , Benzin usw. 
hindern die Tiere nicht am Stechen und somit auch nicht am 
Übertragen von Flecktyphus, wenn sie auch nach dem Stich meist 
absterben. Lichtwardt teilt die Erfahrungen des Afrika- 
reisenden Flegel mit, der durch erbsengrofse , in den Kleider- 
nähten angebrachte Kugeln von Quecksilbersalbe die Läuse fern- 
hielt. P. Schulze spricht über den Polymorphismus der Berliner 
Weibchen von Chrysophanus tityvus Poda (= dorilis Hufn.). 
Neben dem gewöhnlichen, auf den Vorder- 
flügeln rotgelb aufgehellten $ (Abb. a) 
kommen 2 weitere charakteristische For- 
men bei B e r 1 i n vor. Die eine ist von 
bräunlichgrauer Grundfarbe und besitzt 
gelbe Randbinden und in der Mitte des 
Vorderflügels einige wenige ebenso ge- 
färbte Schuppen; unterseits ist die Fär- 
bung mit Ausnahme des Schwarz einen 
Ton heller als bei den typischen $ $ 
(Abb. b, Karlshorst, Juli 1908) 
f. flavimarginata n. f. Die dritte Form 
endlich ist schwarzbraun, von der Farbe 
der (f d 1 , mit rot gelben Randbinden 
(f. fusca Gillmer) , die bei einem vor- 
liegenden Stück ganz wie bei den cf <f 
auf rotgelbe konvexe Bogenpunkte re- 
duziert sind (Abb. c). Zwischen den 
einzelnen Formen kommen Übergänge 
vor. Von dieser dritten Form liegen 
2 weitere J $ aus der Sammlung Hein- 
rich vor ; beide sind in der dunklen 

Grundfarbe einen Schein heller als das in Abb. c abgebildete 
Stück; das eine (Berlin 16. VI. 07) zeigt auf den Vorder- 
flügeln aufser der Randbinde noch schwache Rotfärbung in der 
Mitte, das andere (Berlin 22. VII. 06) hat neben der sehr 
ausgeprägten Marginalbinde nur noch einzelne rotgelbe Schuppen 
auf der Vorderflügelspreite. Bemerkenswert ist , dafs bei beiden 
Tieren die Fransen stark bräunlich verdunkelt sind. Während 
die zweite Form sehr selten zu sein scheint , kommt die dritte 
besonders in Übergangsstücken wohl überall vereinzelt in Nord- 
deutschland vor, so ist sie z. B. aus Halle und Ham- 
burg gemeldet worden. Zur Nomenklatur ist folgendes zu be- 
merken : Boisduval (Ann. Soc. Ent. Belg. V p. 11 1857) 
beschreibt eine f. obseurior, welche im $ Geschlecht oberseits aller 




Chrysophanus tityrus 
(dorilis) $. 



328 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

rotgelben Zeichnung entbehrt, während das $ ist: „d'un brun 
fonce sur lequel se dessinent les points noirs et la bordure 
antiterminale fauve". Er bemerkt dann noch: „cette variete est 
rare et peu constante". Gillmer (Entom. Wochenbl. 25 p. 20 
1908) beschreibt dann dieses §, das eine gewisse Ähnlichkeit 
mit der Unterart orientalis Stdgr. hat, unter dem Namen f. fusca, 
so dafs der Name f. obscurior Boisduval jetzt nur noch auf das 
ganz schwarze S zu beziehen ist. Normale Weibchen mit blauen 
Punkten vor der Randbinde der Hinterflügeloberseite stellen die 
f. brantsi Ter Haar (Tijdschr. voor Entom. 43 p. 237, 1900) dar. 
Der f. schmidti Gerh. von Gh. phlaeas L. entsprechende Stücke 
mit weifslicher statt rotgelber Grundfarbe sind f. albicans Fuchs 
(Jahrb. Nassau Verein. Naturk. 42 p. 193 1889) (== f. upoleuca 
Ver. Entomol. 37 p. 58, 1904, nur Übergangsstücke! und 
f. uyeni Ter Haar 1. c). Bei f. fulvior Stefanelli (Bull. Soc. Ent. 
It. 32 p. 331, 1900) handelt es sich um $ Stücke, bei denen 
das Rotgelb noch stärker hervortritt als gewöhnlich , dadurch, 
dafs auf den Vorderflügeln jede schwarze Bestäubung fehlt und 
die Randbinde der Hinterflügel lebhafter gefärbt ist als gewöhnlich. 
Wir haben demnach der Grundfarbe nach folgende 2 Formen : 

Vorderflügel weifslich f. albicans Fuchs. 

„ ganz rotgelb f. fulvior Stef. 

gröfstenteils rotgelb, z. T. dunkel bestäubt, besonders 
gegen die Flügelbasis und den Vorderrand hin und 

längs der Adern Hauptform. 

graubraun mit gelben Randbinden 

f. ßavimarginata P. Seh. 
schwarzbraun mit rotgelben Randbinden 

f. fusca Gillmer. 
Die bisher äorilis Hufn. 1766 genannte Art hat den Namen 
tityiws Poda (Ins. Mus. Graec. p. 77 1761) zu führen, worauf 
Courvoisier (Intern, entom. Zeitschr. Guben 6 p. 71, 1912) 
hinwies. Kürzlich teilte Warnecke (ibid. 8 p. 203, 1915) 
einen weiteren bisher übersehenen Namen der Art vom Jahre 1763 
mit, nämlich acrion Pontoppidan. Den Danske Atlas eller Konge- 
Riget Dannemark, Tomus I 1763 p. 685 nicht 684, wie War- 
necke zitiert, und Tab. XXX. Auf dieser Tafel findet sich 
auch die Abbildung von Anthrocera purpuralis , die erste Be- 
schreibung steht aber nicht hier (p. 686) , wie Staudinger- 
Rebe 1 angeben , sondern bei Brünniche, Prodrom. Ins. 
Siaelland. p. 29 No. 18 1761. Staudinger zitiert den Autor 
als Brünnich, Pontoppidan gibt aber stets Brünniche 
an (lat. Brünnichius, wie er sich in seinen eigenen Werken 
nennt). Brünniche beschreibt ferner bei Pont opp i dan auf 



n 



» 



7) 



Sitzungsberichte. 329 

p. 685 einen Papilio flava: „P. P. alis integerrimis flavis limbo 
nigro albo terminato supra infraque concoloribus. See Tab. XXX". 
Das dort abgebildete Tier stellte offenbar Adopaea lineola 0. 
1808 dar. 

Sitzung vom 12. IV. 15. — Wanach legt die bisher von 
ihm bei Potsdam gesammelten Trichopteren vor. Aufser den 
vielleicht falsch bestimmten , jedenfalls noch revisionsbedürftigen 
Arten Agraylea pallidula Mc Lachl. , Oxyethira costalis Curt. , Lepto- 
cerus alboguttatus Hagen und Oecetis lacustris Pict., sowie den schon 
von Ulmer in Heft 5/6 von Brauers „ Süfswasserfauna Deutsch- 
lands' 4 als bei Berlin oder in der Provinz Brandenburg 
oder in ganz Deutschland vorkommend bezeichneten : Neur- 
eclipsis bimaculata L. , Hydropsyche angustipennis Curt. , Phryganea 
striata L. , Mystacides nigra L. und azurea L. , Glyphotaelius pellu- 
cidus Retz., Limnophilus rhombicus L., flavicornis F., marmoratus Curt., 
lunatus Curt , politus Mc Lachl., vittatus F., auricula Curt., griseus L., 
Anabolia nervosa Leach und laevis Z. — sind noch vertreten : 
Polycentropus flavomaculatus Pict. , Hy dropsgehe pellucidula Curt., 
Neuronia ruflerus Scop. und reticulata L. , Leptocerus senilis Burm., 
Grammotaulius atomarius F. , Limnophilus subcentralis Br. und fusci- 
cornis Ramb. Die 4 am 30. VIII. 08 gefangenen SS von Hydro- 
psyche angustipennis sind wesentlich kleiner als Ulmer angibt ; die 
Spannweite ist nur 15 1 / 2 — 17 mm statt 18 — 21, aber die Genital- 
anhänge stimmen genau mit Ulmers Zeichnung überein , wie 
auch sonst die ganze Beschreibung. Dieser Umstand hatte sehr 
störend bei der Bestimmung gewirkt, da Ulm er auf p. 62 die 
Flügelspannung als Trennungsmerkmal in die Bestimmungstabelle 
aufgenommen hat und 13 1 / 2 — 15 1 /* mm für H. lepida , mehr als 
17 1 / 2 mm für alle anderen Arten angibt. 

Ferner zeigt er ein bei Potsdam am 12. VIII. 09 ge- 
fangenes $ von Sphex maxillosus F. ; Schmiedeknecht gibt in 
seinen „Hymenopteren Mitteleuropas" p. 244 an: „nördlichster 
Fundort Bamberg", aber schon Schirm er (B. E. Z. 56 
p. 168) hat ihn bei Berlin in Westend, in den M ü g g e 1 - 
bergen und bei B u c k o w vereinzelt angetroffen. Ein ebenfalls 
bei Potsdam gefangenes J von Psammophila afflnis Kirby ist 
reichlich 20 mm lang, während Schmiedeknecht 15 — 16 mm 
angibt. 

Schliefslich macht er auf einen merkwürdigen Druckfehler 
in Schmiedeknechts „ Hymenopteren Mitteleuropas " auf- 
merksam; auf p. 23 heifst es dort in der Bestimmungstabelle der 
Apidengattungen bei Apis: „Radialzelle gleich, ungefähr einmal so 
lang als breit" ... Es soll jedenfalls „gleichbreit" heifsen, und 

Deutsche Eotomol. Zeitschrift 1915. Heft III. 22 



330 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

statt „einmal" mindestens „viermal", wie an der entsprechenden 
Stelle (p. 257) bei Schlechtendal und Wünsche (Die In- 
secten , Leipz. 1879) zu lesen ist; W. fand freilich bei allen 
untersuchten Arbeiterinnen , Drohnen und Königinnen das Ver- 
hältnis statt 4 reichlich 6. Merkwürdigerweise heifst es nun 
aber auch bei Enderlein in Brohmers „Fauna von Deutsch- 
land" auf p. 234 : „ Radial zelle doppelt so lang wie breit" ; da 
die Tabelle sonst ziemlich genau Schmiedeknecht entnommen zu 
sein scheint , liegt die Vermutung nahe , dafs E n d e r 1 e i n an- 
genommen hat, es müsse statt „ungefähr einmal" heifsen : „un- 
gefähr noch einmal", und dafs er jedenfalls keine Biene zu Rate 
gezogen hat. Ein anderer störender Druckfehler findet sich bei 
Schmiedeknecht auf p. 252, wo es von den Pompiliden 
heifst, „dafs der Hinterrand des breiten, nie halsartig ver- 
schmälerten Prothorax nie bis zur Flügelbasis reicht". Das zweite 
„nie" ist zu streichen; in der Bestimmungstabelle für die Familien 
ist der Sachverhalt richtig dargestellt. P. Schulze fügt als 
Ergänzung zu der Aufzählung märkischer Trichopteren die 
schon von U 1 m e r für Brandenburg angegebene Molanna 
angustata Curt. vom Storkower See, als neu für Branden- 
burg Oxyethira fagesii Guin. aus der näheren Umgebung Berlins 
und 0. costalis Curt. vom Tegeler See hinzu. 

Hannemann hat am 6. April in Strausberg an einer 
Bogenlampe neben zahlreichen Anisopteryx aescularia Schiff. 2 Calo- 
campa exoleta L., 1 Orthosia circellaris Hufn. und 2 Potyploca flavi- 
cornis L., 6 Exemplare von Brachionycha nubeculosa Esp. gefangen, 
einer Art , die er sonst nie an Licht angetroffen habe. Bischoff 
teilt mit , dafs er in Königsberg 1 Stück der seltenen Siricide 
Konowia megapolitana Brauns aus Ostpreufsen gesehen habe, 
während sie bisher nur aus Mecklenburg und Petersburg 
bekannt war. 

Sitzung vom 19. IV. 15. — Oh aus berichtet über 2 kleine 
coleopterologische Arbeiten , die in den Memorias do Instituto 
Oswaldo Cruz, vol. VI 2, 1914 erschienen sind; beide betreffen 
Material, das der Leiter des Instituts, Dr. 0. Cruz, aus Petro- 
polis bei Rio de Janeiro mitbrachte und Dr. A. da Costa Lima 
bearbeitete. Die erste behandelt das Puppenstadium der Cassidine 
(Coleopt. chrysomelid.) Omoplata pallidipennis (Dejean) Boh. Der 
trockne Zweig einer Schlingpflanze , auf Tafel 10 in natürlicher 
Gröfse photographisch wiedergegeben, war mit den Puppen dieses 
Schildkäfers bedeckt , die dicht übereinander gedrängt , wie die 
Schuppen eines Fichtenzapfens an den Zweig angeheftet waren. 
Der Vortragende erinnert daran , dafs er auf seiner ersten 



Sitzungsberichte. 331 

Brasilien reise 1898/99 die Lebensweise dieses Käfers be- 
obachtet und in der Stettin. Ent. Zeit. 1900 p. 230 beschrieben 
hat; Zweig und Larven befinden sich im Kgl. Zoolog. Museum in 
Berlin. Dafs sich die Tiere alle dicht gedrängt an dem trocknen 
Zweig verpuppt hatten, das könne Zufall sein und brauche nicht 
einer ständigen Gewohnheit zu entsprechen. So fand der Vor- 
tragende einmal nahe Blankenese bei Hamburg einige niedrige 
Büsche von Pappeln dicht bedeckt mit Larven und frisch aus- 
geschlüpften Käfern von Melasoma popidi L. ; zum Verpuppen waren 
die Larven auf einen vertrockneten , entblätterten Busch , der 
zwischen den frischen Pappeln stand , gegangen und hatten sich 
da an den trocknen Zweigen dicht aneinander gedrängt verpuppt ; 
an den frischen Büschen fanden sich nur ganz vereinzelte Puppen 
resp. Puppenhäute. Doch scheint dieses Verhalten der Larve nicht 
das regelmäfsige zu sein ; nach späteren Beobachtungen verpuppt 
sie sich gewöhnlich an den Büschen , auf denen sie als Larve 
gelebt. 

Die zweite Arbeit bespricht die Biologie eines Rüsselkäfers, 
des Erethistes lateralis Boh. Der weibliche Käfer bohrt durch die 
Wand eines kleinen Bambus , cana da India genannt , nahe den 
Internodien ein Loch und legt auf die Innenseite neben das Loch 
ein Ei ; die Larve frifst die weiche Innenbekleidung der Stengel- 
glieder und bringt den Halm dadurch zum Absterben. Der Ver- 
fasser fand eine kleine Schlupfwespe, die er als Prodecatoma Cruri 
neu beschreibt und abbildet, als natürlichen Feind der Käferlarve! 

Schumacher legt die winzige Colidide Hypoborus ficus Erichs, 
vor. Die Tiere waren in Berlin aus Feigenzweigen geschlüpft, 
die er daran sitzender Cocciden wegen aus Danilobrod in 
der Z e t a niederung in Montenegro mitgebracht hatte. Die 
Lebensgeschichte dieses schlimmen Feigenschädlings schildert 
Barbey in dem Feuille des Jeunes Natur. 1906. P. Schulze 
legt ein im August 1908 am Kaiserdamm in Charlottenburg 
gefangenes $ von Polyphylla fallo L. vor und teilt mit , dafs 
Dr. Leue die Art im Juli desselben Jahres sehr zahlreich auf 
dem Werder bei Woltersdorfer Schleuse auf Ziertannen 
und Linden fand. Die Spezies scheint in der Mark weit ver- 
breitet und nicht sehr selten zu sein; als weitere Fundorte werden 
von den Anwesenden angegeben : Potsdam, Zehlendorf, 
Strausberg und K a g e 1 , wo sie sehr häufig auftritt und oft- 
mals an den Getreidehalmen sitzt. Im Anschlufs an den Artikel 
von Belling in der D. E. Z. 1915 p. 152 zeigt Wichgraf 
seine vorjährige Ausbeute von Parnassius apollo L. aus den bay- 
rischen Bergen. Es finden sich darunter einige Stücke mit 
gelben Augenflecken und einige stark verdunkelte $ ?. 

22* 



332 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Ulrich erläutert die Unterschiede zwischen den Berliner $ $ 
von Chrysophanus hippothoe L. und alciphron Rott. , die 

einander oft sehr ähnlich sind , an dem von ihm , Heinrich, 
Heyne und P. Schulze mitgebrachten Material. Die haupt- 
sächlichen Merkmale liegen auf der Unterseite. Das Rotgelb ist 
bei hippothoe im ganzen dunkler als bei alciphron; das Graubraun 
der Hinterflügel greift auf die vorderen über und schattiert be- 
sonders den Vorderrand kräftiger als bei alciphron. Die schwarzen 
Punkte , besonders die der inneren Querbinde , sind bei hippothoe 
von einer klar sich abhebenden gelblichweifsen Zone eingefafst, 
während sie bei alciphron nur von einem leicht aufgehellten Schein 
umgeben sind , der sich um so weniger abhebt , da das Rotgelb 
fahler ist. Bei alciphron fehlen meist die beiden letzten , dem 
Innenrand benachbarten Punkte der antimarginalen Fleckenreihe 
oder sind nur angedeutet , während die entsprechenden Flecke 
der marginalen Reihe ausgewischt erscheinen. Die antimarginale 
Punktreihe verläuft bei hippothoe in einem konvexen Bogen , bei 
alciphron ist die Reihe mehr geschlängelt. Oberseits weist alciphron 
gewöhnlich noch weniger Rotgelb auf wie hippothoe , besonders 
auch in bezug auf die Randbinde der Vorderflügel. Die bräunliche 
Grundfarbe ist bei hippothoe lebhafter , bei alciphron eigentümlich 
stumpf, endlich ist hippothoe durchschnittlich etwas kleiner als 
alciphron. 

Heyne zeigt endlich noch die schöne , stark geschlechts- 
dimorphe ägyptische Lycaenide Virachola livia Klug vor, die früher 
als grofse Seltenheit galt. Die Raupe lebt in den Schoten von 
Acacia Farnesiana Willd. und A. nilotica, manchmal auch schädlich 
werdend im Granatapfel (Punica granatum L.). 



Sitzung vom 26. IV. 15. — Als Beispiel für die Un- 
zulänglichkeit der bisher herrschenden Nomenklaturregeln legt 
Wanach folgende 3 Paare von Käferarten vor: 1. Elater tessel- 
latus L. wird von Reitter (Catalogus Col. Eur. Ed. II. 1906) 
als Corymbites tessellatus L. mit siaelandicus Müll, und tessellatus F. 
identifiziert , von H e y d e n (Die Käfer v. Nassau u. Frankf., IL 
1904) und Seidlitz (Fauna Transsylvanica, 1891) dagegen mit 
holosericeus Ol., der von Reitter als Proster non holosericeus Ol. 
bezeichnet wird, was wohl in holosericeum korrigiert werden mufs; 
Seidlitz beruft sich auf S c h i ö d t e , dessen Identifizierung 
er für zutreffend hält. 2. Chrysomela goettingensis L. wird von 
Reitter (= diversipes Bedel) und Seidlitz (= violaceonigra Deg.) 
übereinstimmend gedeutet , von H e y d e n dagegen auf Timarcha 
coriaria Laich. („= violaceonigra Deg."!) bezogen; Reitter unter- 



Sitzungsberichte. 333 

drückt den Namen violaceonigra ganz, während Seidlitz (1. c. 
p. 769) sagt: „Degeer beschreibt als Chr. violaceonigra ganz 
unverkennbar (sogar mit Angabe der braunen Tarsen) die Chryso- 
mela goettingensis , und hierfür hat seine Art, seit sie 1777 von 
Goeze gedeutet wurde, bisher mit Recht gegolten. Warum sie 
jetzt auf Timarcha coriaria, auf die sie nicht pafst, bezogen werden 
soll, ist unerfindlich. Sollte Weise vielleicht dem Haroldschen 
Katalog zum Opfer gefallen sein?" 3. Coccinella conglobata L. wird 
von R e i 1 1 e r und H e y d e n in Übereinstimmung mit G a n g 1 - 
b a u e r mit 18 -punctata Scop. identifiziert , während Seidlitz 
die von jenen Autoren Propylaea 14 -punctata L. genannte Art als 
„var." von „Propylea" conglobata L. aufführt. Im ersten Falle 
stehen also Seidlitz und H e y d e n gegen R e i 1 1 e r , im 
zweiten R e i 1 1 e r und Seidlitz gegen H e y d e n und im 
dritten R e i 1 1 e r und H e y d e n gegen Seidlitz; will man 
also die Linne sehen Namen in diesen Fällen zitieren , so mufs 
man hinzufügen , nach wessen Deutung sie angenommen wurden, 
also z. B. Coccinella conglobata L. Ganglbauer. 

Stichel erwidert darauf, dafs diese Unstimmigkeiten nichts 
mit den Nomenklaturregeln zu tun hätten, sondern allein auf die 
Bearbeiter zurückfielen. Sei ein Name nicht mehr einwandfrei 
auf eine einzelne Art anzuwenden, da er auf mehrere passe, und 
die Type nicht mehr vorhanden , so sei diejenige Art mit dem 
betreffenden Namen zu belegen , die der erste Bearbeiter be- 
stimme. 

H. Wagner meldet die Staphiliniden Dinarda dentata 
Hagensi Wasin. und Thiasophila canaliculata Rey als neu für 
Brandenburg. Er fand sie in einem Nest von Formica exseeta Ngl. 
am 11. IV. 15 in der Bredower Forst. P. Schulze hat von 
Herrn Dr. Krumbach aus R o v i g n o eine Galle an Salicornia 
fruticosa L. zur Bestimmung erhalten. Es handelt sich um Erio- 
phyes salicorniae Nal., die bisher aus Italien, Sardinien 
und C y p e r n bekannt ist. Die Art ist neu für Istrien ; ferner 
teilt er einen Fall mit , der zeigt , wie vorsichtig man bei der 
Beurteilung mancher Farbvarietäten von Käfern sein mufs. Eine 
am 25. April in Finkenkrug gefangene, etwas ins Bräunliche 
schillernde Cicindela campestris L. wurde in Alkohol abgetötet ; 
nach dem Trocknen zeigte das Tier eine klare rötlichbraune 
Farbe, wie etwa f. farellensis Benthin, die aber nach Behandlung 
mit Benzin wieder der grünen Färbung , wie sie im Leben vor- 
handen war, wich. 



334 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Rezensionen und Referate. 

An dieser Stelle finden im allgemeinen die Besprechungen von Büchern Aufnahme, die der 

Schriftleitang zur Besprechung in dieser Zeil schrift eingesandt wurden und von welchen der 

Bücherei der Gesellschaft ein Exemplar für die Besprechung überwiesen wird. 

v. Frisch, K. , Der Farbensinn und Formensinn der 
Biene. Jena 1914. 188 S., 12 Textabb., 5 Taf. 

Am Schlufs einer geschichtlichen Einleitung legt der Verf. 
seinen den Ansichten von H e f s entgegengesetzten Standpunkt 
dar. Nach der Untersuchung der Beschaffenheit des Farbensinnes 
der Biene (die Beobachtungen beschränken sich zunächst auf die 
deutsche Rasse der Honigbiene) wird eine eingehende Darstellung 
seiner Beziehungen zu den Blumenfarben und seiner Bedeutung 
sowie des Formensinns der Biene für den Blumenbesuch gegeben. 
Ein anderes Kapitel behandelt die praktische Bedeutung eines 
farbigen Anstrichs der Bienenstöcke sowie Versuche über die 
Orientierung der Bienen bei der Heimkehr in den Stock. Sie 
zeigen , dafs die Biene , wenn sich ihr Stock von den Nachbar- 
stöcken durch seine Farbe in auffallender Weise unterscheidet, 
dieses Merkmal als Hauptorientierungsmittel zum Auffinden ihres 
Heims benützt. Sie zeigen ferner , dafs sie dabei nicht nur die 
Farbe des eigenen Stockes, sondern auch die Farbe der Nachbar- 
stöcke und deren relative Lage beachtet. 

Im Anschlufs an die zahlreichen Experimente (125 Tabellen 
darüber am Schlufs des Buches) sind folgende Ergebnisse kurz 
zu erwähnen : Die Biene besitzt Farbensinn. Der Einwand , dafs 
die Bienen die bei den Versuchen verwendeten farbigen Papiere 
(die letzte der 5 Tafeln gibt eine Skala derselben) nicht durch 
die Farbe , sondern durch den Geruch von den grauen unter- 
schieden hätten, ist nicht stichhaltig, da die Versuche in gleicher 
Weise gelingen , wenn die Papiere mit einer Glasplatte bedeckt 
werden. — Der Farbensinn der Biene zeigt eine grofse Überein- 
stimmung mit dem eines rotgrünblinden Menschen. — Farben, 
welche vom Bienenauge nicht farbig gesehen werden , also ein 
Blaugrün und ein reines Rot, kommen in unserer Flora als Blumen- 
farben nur äufserst selten vor. Man kann hierin eine Stütze für 
die Ansicht sehen, dafs sich die Farben der Blumen als Anpassung 
an ihre Bestäuber entwickelt haben , um so mehr , als bei jenen 
ausländischen Blumen , welche an die Bestäubung durch Vögel 
angepafst sind, scharlachrote Blumen vorherrschend, blaue Blumen 
auffallend selten sind. — An vielen Blumen findet man mehrere, 
meist lebhaft kontrastierende Farben miteinander kombiniert. Auch 
diese Kontrastfarben hat man als Anpassung an den Insekten- 
besuch gedeutet , vor allem da , wo sie in Form von Saftmalen 
auftreten. Nach den neueren Erfahrungen des Verf. über den 



Rezensionen und Referate. 335 

Farbensinn der Biene dürfen wir Farbendifferenzen, die für unser 
Auge als solche auffällig sind , nicht ohne weiteres auch für das 
Insektenauge als Farbendifferenz gelten lassen. Eine genauere 
Prüfung ergibt jedoch, dafs hier der eben erwähnten Ansicht keine 
Schwierigkeit erwächst ; denn wir finden an den mehrfarbigen 
Blüten fast ausschliefslich solche Farben miteinander kombiniert, 
die sich für das Bienenauge deutlich voneinander abheben müssen. — 
Auch Formen und Farbenkombinationen werden von den Bienen 
als Merkzeichen verwertet. Die Bedeutung der Saftmale dürfte 
zum Teil in dieser Richtung zu suchen sein. — Es ist von 
psychologischem Interesse , dafs die Dressur mifslang , wenn von 
den Bienen die Unterscheidung von Formen verlangt wurde , die 
ihnen von Natur aus völlig fremd sind (geometrische Figuren). 

Stitz. 

Torka, V., Die Bienen der Provinz Posen. In: Z. 

Naturwiss. Abteil, naturr. Ver. Posen. Jahrgang 20, 1913 

(Zoologie), S. 97—181. 

Nicht die ganze Provinz Posen ist in der Arbeit berück- 
sichtigt, sondern nur deren nördlicher Teil und angrenzende Ge- 
biete, die auf einer kleinen Übersichtskarte verzeichnet sind. Das 
meiste Material lieferte die Umgegend von Nakel (ungefähr 10 km 
im Umkreis) mit 234 Arten. — Einem Abschnitt über die Flug- 
zeiten der Bienen , nach den Jahreszeiten geordnet , folgt ein 
Verzeichnis von 271 Arten, mit eingestreuten biologischen Be- 
merkungen , und ein solches über in Posen noch nicht gefangene 
Arten , deren Vorkommen daselbst aber nicht zweifelhaft sein 
dürfte. Weitere Abschnitte handeln von den Megachile - Nestern 
und den Schnitten dieser Bienen an Blättern verschiedener Laub- 
gewächse , von den Gröfsenunterschieden bei Bienen derselben 
Art, von einigen Bienenschmarotzern und Raubinsekten und vom 
Blütenbesuch der Bienen. Am Schlufs ist ein Verzeichnis der 
von Bienen besuchten Pflanzen (189 Arten in systematischer Folge) 
und der sie besuchenden Bienenarten gegeben. Stitz. 



Beiträge zur Meeresfauna Westafrikas. Heraus- 
gegeben von W. Michaelsen (Hamburg). Lieferung 2. Mit 
13 Tafeln. Hamburg, L. Friederichsen & Co., 1914. 

Unter diesem Titel werden , wie in dieser Zeitschrift Jahr- 
gang 1914 S. 459 schon auseinandergesetzt wurde, die Ergebnisse 
der Meeresausbeute der Hamburger deutsch -südwestafrikanischen 
Studienreise 1911 veröffentlicht. Die vorliegende Lieferung 2, 



336 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

die erste ist uns leider nicht zugegangen, enthält von H. Strebel 
(Hamburg) bearbeitet , die Molluscen I , welche nur das Genus 
Pusionella Gray umfassen, sodann die Echinodermen I: Asteroidea, 
Ophiuroidea und Echinoidea von R. Koehler (Lyon) und die 
Echinoderma II : Crinoidea von A. H. Clark (Washington). 

Besonders sei auf die hervorragenden Lichtdrucktafeln ver- 
wiesen. Dr. B. Harras-Berlin. 



Der Forstschutz. Ein Lehr- und Handbuch. Von Dr. Richard 
Hefs. 4. Auflage vollständig neu bearbeitet von R. Beck. 
Band I : Schutz gegen Tiere. Leipzig und Berlin , Teubners 
Verlag, 1914. 8°. XIII u. 537 S. 1 Bildnis, 250 Abb., 
1 kol. Tafel. Preis geb. Mk. 16.—. 

Trotzdem in den letzten Jahren eine grofse Reihe von forst- 
entomologischen Lehr- und Handbüchern auf den Markt gebracht 
wurde, bietet doch das vorliegende in vierter Auflage erscheinende 
bekannte Werk dem Forstentomologen besonderes Interesse (da 
der grölste Teil des Inhalts — gegen 400 Seiten — den In- 
sekten zugewandt ist) und nimmt unter ähnlichen Erscheinungen 
eine hervorragende Stellung ein. Die Insekten sind nach syste- 
matischen Gesichtspunkten angeordnet. Zahlreiche Abbildungen 
der Arten , ihrer Frafsbilder , Entwicklung usw. erhöhen die 
Brauchbarkeit. Bei jeder Art ist die Art der Schädigung , die 
Bekämpfung usw. genau angegeben. Die Literatur ist eingehend 
benutzt worden, und Fufsnoten bieten wertvolle Literaturhinweise. 
Auf der farbigen Tafel sind forstschädliche Kleinschmetterlinge 
in hervorragender Weise zur Darstellung gebracht. Druck und 
Ausstattung sind ausgezeichnet. Der Inhalt wurde beträchtlich 
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'gang 1915. — 
" Heft IV. 



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15. August 1915. 



Inhalt von Heft IV. 

Seite 

Sitzungsberichte 458 

Vorgeschlagene Mitglieder 464 

v. Bodemeyer, E. , Beiträge zur Feststellung der Verbreitungs- 
daten paläarktischer Coleopteren 437 

Delahon, Paul, Nachträge zu „Schilskys Systematischem Ver- 
zeichnis der Käfer Deutschlands" von 1909 mit besonderer 
Berücksichtigung der Formen der Mark Brandenburg, sowie 
einige sonstige Bemerkungen über Käfer Deutschlands. (Col.) 394 
Döhler, Dr. Walter, Die aufsereuropäischen Trichopteren der 

Leipziger Universitäts-Sammlung. Mit 20 Abbildungen . . . 397 
Hubenthai, Wilhelm, Über Stenus foraminosus Er. (Col.) . . 413 
— Ergänzungen zur Thüringer Käferfauna. (Col.) . ... . . . 416 

Marschner, H. , Naturdenkmäler auf dem Gebiete der Entomologie 429 

Moser, J., Neue Serica-Arten. (Col.) 337 

Schirmer, Carl, Nachtrag zu der Arbeit in der Berl. Entomol. 
Zeitschrift Bd. LVI, Jahrgang 1911, p. 153: „Beiträge zur 
Kenntnis der Hymenopterenfauna der Provinz Brandenburg" . 454 

Torka, V., Ichneumoniden der Provinz Posen 419 

Weise, J., Übersicht der Chrysomelini 434 



Deutsch. Ent. Zeitsckr. 1915. 337 

Neue Serica -Arten. (Col.) 
Von J. Moser, Berlin. 

Bei den nachstehend beschriebenen Sei'ica-kvten habe ich, um 
Irrtümer zu vermeiden, die Brenskeschen Gattungsnamen angewendet, 
obgleich ich nicht damit einverstanden bin , dafs Brenske einige 
ältere Namen unberücksichtigt gelassen hat. So ist es mir un- 
verständlich, warum er die Gattung Aserica Lewis nicht auch auf 
Arten mit neungliedrigem Fühler ausgedehnt , sondern eine neue 
Gattung Autoserica aufgestellt hat, zumal mehrere Autoserica- kxtew 
sowohl mit neungliedrigem wie mit zehngliedrigem Fühler vor- 
kommen. Dafs Brenske die Gattungen des Herrn Reitter ignoriert 
hat, ist ihm freilich nicht zu verdenken, denn die Berücksichtigung 
derselben würde ihm die Arbeit ungeheuer erschwert haben. Aus 
den Verhandlungen des naturf. Vereins in Brunn XL p. 139 — 147 
ist ersichtlich, dafs Herr Reitter, obgleich er von der grofsen Anzahl 
der Serica- Arten nur 29 gekannt hat , diese in 16 (!) Gattungen 
einteilt. Das spricht für sich. 

Ich hatte Schwierigkeit , einige Arten in die von Brenske 
aufgestellten Gattungen einzureihen. So unterscheidet er die Gattung 
Autoserica von Serica dadurch, dafs bei den Arten der ersteren die 
Hinterschenkel und Hinterschienen breit und flach, bei den Arten 
der letzteren dagegen schlank sind. Es gibt aber Arten , bei 
denen es wirklich schwer ist , sich zu entscheiden , ob man die 
Hinterschenkel und Hinterschienen als schmal oder schon als ver- 
breitert bezeichnen soll. Dieselbe Schwierigkeit findet sich bei 
der Trennung der Gattung Microserica von Neoserica. Die letztere 
unterscheidet sich von Autoserica dadurch , dafs bei Neoserica der 
männliche Fühlerfächer vier- oder mehrgliedrig , bei Autoserica 
dreigliedrig ist. Nun gibt es aber Arten mit viergliedrigem männ- 
lichen Fühlerfächer , bei denen das erste Fächerglied mehr oder 
weniger verkürzt ist. Hier ist es oft schwer zu entscheiden, ob man 
ein verkürztes erstes Fächerglied oder ein ausgezogenes letztes 
Stielglied annehmen soll. Der Umstand, dafs die Arten der Gattung 
Neoserica, mit wenigen Ausnahmen, im weiblichen Geschlecht einen 
dreigliedrigen Fühlerfächer haben, macht es unmöglich, bei einem 
einzelnen weiblichen Exemplar festzustellen , ob es zur Gattung 
Autoserica oder Neoserica gehört. Wenn Brenske nun aber die 
Einteilung nach der männlichen Fühlerbildung wählte , so durfte 
er keine Art nach weiblichen Exemplaren beschreiben. Er hat 
dies aber in zahlreichen Fällen getan und die Arten ganz will- 
kürlich entweder zu Autoserica oder zu Neoserica gestellt. Dafs er 
dabei häufig fehlgegriffen hat, ist selbstverständlich und ich weise 

Deutäche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. 23 



338 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

ihm auch im nachstehenden einige Irrtümer , die ich feststellen 
konnte, nach. 

Eine teilweise Änderung in der Brenskeschen Einteilung der 
Serica -Arten ist unbedingt notwendig , doch möchte ich dieselbe 
vorläufig nicht vornehmen, da meine Sammlung noch nicht voll- 
ständig genug ist. Brenske hat sehr viele Arten beschrieben, 
die er nicht besafs , und finden sich seine Typen in zahlreichen 
Sammlungen zerstreut. Es ist mir bereits geglückt, viele Lücken 
in der Brenskeschen Sammlung auszufüllen und hoffe ich die 
Sammlung, die nach meinem Tode in den Besitz des Königlichen 
Zoologischen Museums in Berlin übergeht , noch weiter vervoll- 
ständigen zu können. 

Serica formosa na n. sp. 

(f. Statura S. famelicae Brsk. Fusca, opaca, pedibus nitidis. 
Capite, fronte parce punctata et raris setis obtecta, medio indi- 
stincte longitudinaliter carinata, clypeo subrugoso, fortiter punc- 
tato, parce setoso, antrorsum angustato, marginibus elevatis, margine 
antico medio leviter reflexo ; antennis rufo-flavis , 10-articulatis, 
flabello maris stipite parum longiore; prothorace mediocriter crebre 
punctato, punctis minutissime setosis, lateribus postice parallelis, 
antice curvatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis obtusis, 
breviter rotundatis; elytris, seriatim irregulariter punctatis, inter- 
stitiis paulo convexis, parce punctatis, punctis setas minutas fleren- 
tibus, ad elytrorum latera versus raris setis longioribus intermixtis, 
elytrorum lateribus setosis ; pygidio sat remote punctato. Subtus 
pectore juxta medium parce setoso , pectoris lateribus coxisque 
posticis mediocriter crebre umbilicato-punctatis, juxta latera setosis; 
abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum ob- 
tectis ; femoribus posticis valde remote punctatis et setis raris 
instructis , tibiis posticis longitudinaliter subsulcatis. — Long. 
8 mm. 

Hab. : Formosa (Tainan). 

Die Art ist der S. famelica Brsk. ähnlich, unterscheidet sich 
aber durch die schlankeren Hinterschenkel, das Fehlen der dichten 
Beborstung auf der Brust usw. Die Färbung des vorliegenden d* 
ist schwarzbraun, auf der Unterseite etwas heller. Die Stirn ist 
weitläufig punktiert, mit einigen Borsten besetzt und in der Mitte 
mit undeutlichem Längskiel versehen. Der Clypeus ist etwas ge- 
runzelt , kräftig punktiert und vereinzelt beborstet. Die Ränder 
des Clypeus sind erhaben, der Vorderrand ist in der Mitte etwas 
zurückgebogen. Die gelbbraunen Fühler sind zehngliedrig , der 
Fächer ist beim d* ein wenig länger als der Stiel. Das Halsschild 
trägt eine mäfsig dichte Punktierung und zeigen die Punkte unter 
der Lupe winzige Börstchen. Die Seitenränder sind beborstet, die 



Moser, Neue Serica- Arten. 339 

Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind stumpfwinklig 
und kurz abgerundet. Die Flügeldecken sind in den Streifen un- 
regelmäfsig punktiert , die schwach gewölbten Zwischenräume 
tragen eine weitläufige Punktierung und ist nach den Seiten der 
Flügeldecken zu ein schmaler Mittelstreifen der Zwischenräume 
unpunktiert. Die Punkte tragen winzige Börstchen , neben den 
Seitenrändern der Flügeldecken sind einige längere Borsten be- 
merkbar. Das Pygidium ist weitläufig mit Punkten besetzt. Die 
Brust ist in der Mitte sehr flach längsgefurcht und beiderseits 
der Mitte weitläufig beborstet. Auf den Seiten der Brust stehen 
die Punkte mäfsig dicht und tragen Borsten. Auf den Hinter- 
hüften sind die Nabelpunkte weitläufiger wie auf den Brustseiten 
gestellt, neben den Seitenrändern der Hüften sind sie mit kräftigen 
Borsten besetzt. Die einzelnen Bauchsegmente tragen eine Quer- 
reihe von Borstenpunkten. Die Hinterschenkel sind weitläufig 
punktiert und am Vorderrande sowie vor dem Hinterrande mit 
einigen Borsten versehen. Die Hinterschienen tragen auf ihrer 
Fläche einige feine Punkte und lassen eine flache Längsfurche er- 
kennen. 

Serie a serripes n. sp. 

o*. S. famelicae Brsk. similis. Fusca, opaca. Capite, fronte 
sat remote punctata , clypeo subrugoso , fortiter punetato , an- 
trorsum angustato , margine antico elevato , sinuato ; antennis 
fulvis, 9-articulatis, flabello maris stipiti longitudine subaequali ; 
prothorace medioeriter crebre punetato, punetis minutissime setosis, 
lateribus leviter curvatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis 
obtusis ; elytris subcostatis, irregulariter punetatis, punetis setas 
minimas ferentibus; pygidio medioeriter dense punetato, triangulari, 
apice rotundato. Subtus pectore umbilicato - punetato , medio 
leviter sulcato et utrinque setis raris obtecto , coxis posticis sat 
crebre punetatis , juxta latera paree setosis ; abdomine remote 
punetato et setis raris instrueto ; femoribus tibiisque posticis 
haud dilatatis , nitidis , punetatis , femoribus posticis margine 
postico serrato , tibiis posticis longitudinaliter subsulcatis. — 
Long. 7 mm. 

Hab. : China (Ho-tschan). 

Diese Art wird von Brenske in seiner Monographie (Berl. ent. 
Zeit. 1897, p. 403) als Autoserica Nr. 253 angeführt. Abgesehen 
davon, dafs die Hinterschenkel und Hinterschienen keine Spur einer 
Verbreiterung zeigen und die Art daher nicht in die Brenskesche 
Gattung Autoserica gestellt werden kann , hat auch Brenske eine 
Eigentümlichkeit dieser Art übersehen , woran dieselbe leicht zu 
erkennen ist. Der Hinterrand der Hinterschenkel ist nämlich 
dicht und fein sägeförmig gekerbt. 

23* 



340 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Die Art ist von dunkelbrauner Färbung und gleicht in der 
Gestalt der S. famelica Brsk. Die Stirn ist ziemlich weitläufig 
punktiert, der Clypeus ist etwas gerunzelt und trägt eine grobe 
Punktierung. Er ist nach vorn verjüngt, sein Vorderrand ist aus- 
gebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind neungliedrig, der Fächer 
des cf ist fast so lang wie der Stiel. Das Halsschild ist mäfsig 
dicht punktiert, die Seiten sind leicht gerundet, die Vorderecken 
sind vorgezogen, die Hinterecken sind stumpfwinklig, der Vorder- 
rand ist in der Mitte schwach nach vorn gebogen. Die Flügel- 
decken sind schwach längsgefurcht und unregelmäfsig punktiert. 
Die Punkte zeigen unter der Lupe winzige Börstchen , während 
an den Seiten auch vereinzelt etwas längere Börstchen stehen. 
Das Pygidium trägt Nabelpunkte , die vor dem Hinterrande des 
Pygidiums beborstet sind. Eine undeutliche Mittellinie ist un- 
punktiert. Die Brust zeigt eine flache Längsfurche und beider- 
seits derselben einige abstehende Borsten. Die Hinterhüften sind 
mäfsig dicht mit Nabelpunkten bedeckt, neben den Seitenrändern 
stehen einige Borsten. Die Hinterschenkel und Hinterschienen 
sind glänzend und punktiert, letztere sind flach längsgefurcht. 
Autoserica infuscata n. sp. 

A. stridulae Brsk. similis. Nigro-fusca, opaca, subtus brunnea. 
Capite , fronte subtiliter remote punctata , clypeo antrorsum an- 
gustato , subrugoso - punctato , laxe setoso , marginibus elevatis, 
margine antico leviter sinuato; antennis rufo-flavis, 9- an 10-articu- 
latis, flabello maris stipiti longitudine subaequali, feminae stipite 
breviore; prothorace subtiliter punctato, lateribus leviter curvatis, 
angulis anticis porrectis , angulis posticis rectangulis , breviter 
rotundatis, lateribus margineque antico flavo-ciliatis; elytris seriatim 
punctatis , interstitiis paulo convexis et laxe punctatis ; pygidio 
remote punctulato. Subtus pectoris medio anguste longitudinaliter 
sulcato et utrinque sparsim setoso, coxis posticis mediocriter crebre 
umbilicato-punctatis , juxta latera setosis ; abdominis segmentis 
singulis una serie transversa setarum instructis ; femoribus posticis 
opacis, perparum modo dilatatis, ante marginem posticum setosis. — 
Long. 9 — 11 mm. 

Hab.: China (Kiautschou), Korea. Von Staudinger und Bang- 
Haas erhalten. 

Die Art hat in Färbung und Gestalt Ähnlichkeit mit A. stridula 
Brsk., unterscheidet sich aber durch die Bildung der Hinterschenkel 
und Hinterschienen. Die Oberseite ist schwarzbraun , die Unter- 
seite hellbraun und auch die Seiten von Halsschild und Flügel- 
decken sind etwas heller gefärbt. Die Stirn ist fein und weitläufig 
punktiert, die Punktierung des Clypeus ist schwach runzlig. Der 
Clypeus, welcher einige abstehende helle Borsten trägt, ist nach 



Moser, Neue Serica-Avten. 341 

vorn verschmälert, seine Ränder sind aufgebogen, der Vorderrand 
ist schwach ausgebuchtet. Die hellbraunen Fühler sind zehngliedrig, 
doch sind bei einem der 4 vorliegenden Exemplare nur 9 Fühler- 
glieder zu erkennen. Der Fächer ist beim o* kaum ein wenig- 
länger als der Stiel , beim $ ist er etwas kürzer als letzterer. 
Das Haischild ist fein punktiert, seine Seiten sind leicht gebogen, 
die Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind rechtwinklig. 
Sowohl Vorder- wie Hinterecken sind ganz kurz abgerundet. Die 
Seitenränder und der Vorderrand tragen einige gelbliche Borsten. 
Die Flügeldecken zeigen Punktreihen , die Zwischenräume sind 
schwach gewölbt und weitläufig punktiert. Auch auf dem Pygidium 
stehen die Punkte ziemlich zerstreut. Die Brust trägt in der 
Mitte eine linienartige Längsfurche, daneben einige Borstenpunkte. 
Die Hinterhüften sind mäfsig dicht mit Nabelpunkten bedeckt, 
welche neben den Seitenrändern mit Borsten besetzt sind. Die 
einzelnen Bauchsegmente zeigen eine Querreihe beborsteter Punkte. 
Die Hinterschenkel sind matt und nur sehr wenig verbreitert. Vor 
dem Hinterrande und an den Vorderecken tragen sie einige Borsten- 
punkte. Die glänzenden Hinterschienen sind kaum etwas ver- 
breitert. 

Autoserica cariniceps n. sp. 

A. stridulae Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca, subtus 
fusca. Capite, fronte opaca, parce punctata, in posteriore parte 
setosa , clypeo rugoso-punctato , antrorsum angustato , margine 
antico, sinuato, haud elevato, post marginem anticum plus minusve 
distincte transversim carinato; antennis rufo-flavis, 9- an 10-articu- 
latis, flabello in utroque sexu stipite breviore ; prothorace longi- 
tudine duplo latiore, antice parum attenuato, mediocriter crebre 
punctato , angulis anticis prominulis , angulis posticis fere rect- 
angulis , margine antico lateribusque flavo-ciliatis ; elytris leviter 
sulcatis, sulcis irregulariter punctatis, interstitiis fere impunctatis; 
pygidio parce umbilicato-punctato , punctis ante pygidii apicem 
pilosis. Subtus pectoris medio setoso, coxis posticis mediocriter 
crebre punctatis , punctis juxta coxarum latera setas ferentibus ; 
abdomine laxe setoso; femoribus tibiisque posticis parum dilatatis, 
illis opacis, duabus seriebus setarum obtectis. — Long. 10 mm. 

Hab. : Korea (Soeul). Von Staudinger und Bang -Haas er- 
halten. 

Die Art ist sowohl der A. stridula Brsk. als auch der vorher- 
gehend beschriebenen A. infuscata ähnlich und an der Skulptur 
des Kopfes leicht zu erkennen. Sie ist matt, oben schwarzbraun, 
unten rotbraun. Einige Stücke mit rotbrauner Oberseite sind 
wohl nicht völlig ausgefärbt. Die Stirn ist im vorderen Teile 
weitläufig punktiert , im hinteren Teile gelblich beborstet. Der 



342 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Clypeus, welcher eine runzlige Punktierung trägt, ist nach vorn 
verschmälert, sein Vorderrand ist nicht oder nur schwach aufgebogen 
und ausgebuchtet. Unmittelbar hinter dem Vorderrande befindet 
sich ein mehr oder weniger deutlicher Querkiel. Die gelbbraunen 
Fühler sind neun- oder zehngliedrig, der Fächer ist in beiden Ge- 
schlechtern etwas kürzer als der Stiel. Das Halsschild ist mäfsig 
dicht punktiert, die Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken 
sind fast rechtwinklig, die Seitenränder und der Vorderrand sind 
mit borstenartigen gelblichen Haaren bewimpert. Die Flügeldecken 
zeigen in den Streifen eine unregelmäfsige Punktierung, die schwach 
gewölbten Zwischenräume sind nur mit vereinzelten Punkten be- 
setzt, die Seitenränder tragen eine Reihe kräftiger Borsten. Das 
Pygidium ist ziemlich weitläufig punktiert, im hinteren Teile des 
Pygidiums sind die Punkte abstehend behaart. Auf der Unterseite 
ist die Mitte der Brust beborstet , die Hinterhüften sind mäfsig 
dicht mit Nabelpunkten bedeckt, die neben den Seitenrändern der 
Hüften Borsten tragen. Die Bauchsegmente sind weitläufig mit 
feinen Borsten besetzt. Die Hinterschenkel und Hinterschienen 
sind nur sehr wenig verbreitert. Erstere sind matt und hinter 
dem Vorderrande sowie vor dem Hinterrande mit einer Querreihe 
von Borsten versehen. 

Autoserica rufotestacea n. sp. 

A. ovatulae Fairm. similis. Rufo-testacea , opaca. Capite, 
fronte parce punctata, clypeo parum densius punctato, subrugoso, 
antrorsum paulo angustato, margine antico elevato, leviter sinuato, 
fronte clypeoque raris setis oblectis; antennis 9-articulatis, flabello 
maris elongato, feminae stipiti longitudine fere aequali; prothorace 
sat remote punctato, lateribus postice fere parallelis, antice cur- 
vatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis obtusis, breviter 
rotundatis , margine antico lateribusque flavo-ciliatis, illo medio 
leviter producto ; elytris seriatim punctatis, interstitiis paulo con- 
vexis, impunctatis ; pygidio laxe punctato. Subtus pectoris medio 
setoso , coxis posticis umbilicato-punctatis , juxta latera setosis, 
abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum obtectis; 
femoribus tibiisque posticis parum modo dilatatis , illis opacis, 
antice et postice setosis. — Long. 8 mm. 

Hab. : Yunnan. Von Staudinger und Bang -Haas erhalten. 

Die Art hat Ähnlichkeit mit A. ovatula Fairm. Sie ist mehr 
gelbbraun gefärbt und schon durch den bedeutend längeren Fühler- 
fächer des cf unterschieden. Der Kopf ist mit vereinzelten Borsten 
besetzt, die Stirn ist weitläufig punktiert. Auf dem schwach ge- 
runzelten Clypeus stehen die Punkte etwas enger und sind gröfser. 
Der Clypeus ist nach vorn schwach verjüngt, die Ränder sind er- 
höht , der Vorderrand ist ein wenig zurückgebogen. Die gelb- 



Moser, Neue Serica-krten. 343 

braunen Fühler sind neungliedrig, der Fächer ist beim o* deutlich 
länger wie der Stiel , beim $ so lang wie letzterer. Das Hals- 
schild ist ziemlich weitläufig punktiert, die Seitenränder sind hinten 
fast gerade, vorn gebogen und ebenso wie der in der Mitte vor- 
gezogene Vorderrand mit Borsten bewimpert. Die Vorderecken 
sind vorgestreckt , die Hinterecken sind stumpfwinklig und kurz 
abgerundet. Die Flügeldecken tragen in den Furchen unregelmäfsige 
Punktreihen, die Zwischenräume sind unpunktiert, die Seitenränder 
sind beborstet. Das Pygidium zeigt eine weitläufige Punktierung. 
Die Brust ist in der Mitte, beiderseits einer eingerissenen Längs- 
linie , beborstet. Die Hinterhüften sind mäfsig dicht mit Nabel- 
punkten bedeckt , die an den Seiten der Hüften Borsten tragen. 
Jedes Bauchsegment ist mit einer Querreihe von Borsten versehen. 
Die Hinterschenkel und Hinterschienen sind nur sehr wenig ver- 
breitert. Erstere sind matt und hinter dem Vorderrande und vor 
dem Hinterrande mit einer Reihe weitläufig gestellter Borsten be- 
setzt. Die Hinterschienen sind, abgesehen von den seitlichen Borsten- 
punkten und einigen feinen Punkten an der Basis, glatt. 
Autoserica monticola n. sp. 

cf. A. stipidosae Brsk. similis. Supra nigra, opaca, parum 
opalescens, subtus nigro-fusca. Capite fortiter punctato, clypeo 
antrorsum angustato, marginibus elevatis margine antico sinuato; 
antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris stipite parum breviore ; 
prothorace sat remote punctato, lateribus leviter curvatis, angulis 
anticis acutis, porrectis, angulis posticis obtusis, breviter rotundatis, 
margine antico medio paulo producto ; elytris leviter sulcatis, 
sulcis irregulariter punctatis, interstitiis sparsim punctis obtectis; 
pygidio mediocriter crebre punctato. Subtus pectoris medio haud 
sulcato, parce punctato, pectoris lateribus coxisque posticis parum 
densius punctatis, punctis juxta coxarum latera setosis; abdominis 
segmentis laxe punctatis, femoribus tibiisque posticis parum modo 
dilatatis, illis nitidis et valde remote punctatis, ad apicem versus 
raris setis instructis. — Long. 8,5 mm. 

Hab. : Borneo (Kina Balu). 

Die Art ist der A. stipidosa Brsk. sehr ähnlich , aber durch 
eine andere Bildung der Hinterbeine unterschieden. Sie ist oben 
schwarz, matt, mit schwachem Seidenschimmer, unten schwarzbraun. 
Der Kopf ist mäfsig dicht mit grofsen Punkten bedeckt und ver- 
einzelt beborstet. Der Clypeus ist nach vorn verschmälert, seine 
Ränder sind aufgebogen, der Vorderrand ist leicht ausgebuchtet. 
Die gelbbraunen Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist beim 
o* etwas kürzer als der Stiel. Das Halsschild trägt eine mäfsig 
dichte Punktierung, die Seiten sind leicht gerundet, die Vorder- 
ecken springen spitzwinklig vor, die Hinterecken sind stumpfwinklig 



344 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

und kurz abgerundet. Der Vorderrand ist in der Mitte etwas vor- 
gezogen. Die Flügeldecken sind flach gefurcht und in den Furchen 
unregelmäfsig punktiert, während die Zwischenräume fast unpunktiert 
sind. Das bei dem vorliegenden Exemplare gelbbraune Pygidium 
ist nicht besonders dicht mit Nabelpunkten bedeckt. Die Brust 
ist in der Mitte nicht längsgefurcht, weitläufig punktiert, hinten 
mit vereinzelten Borsten versehen. Auf den Seiten der Brust und 
auf den Hinterhüften stehen die Punkte enger und sind neben 
den Seiten der letzteren beborstet. Das Abdomen ist weitläufig 
punktiert , ohne Borstenreihen. Die Hinterschenkel und Hinter- 
schienen sind nur sehr wenig verbreitert. Erstere sind glänzend, 
sehr weitläufig punktiert und am Ende mit einigen Borsten besetzt. 
Autoserica tridenticeps n. sp. 

cf . Statura A. colossicae Brsk. Nigra , subopaca. Capite, 
fronte opaca, sat remote punctata, clypeo nitido, densius et fortius 
punctato, subrugoso, medio parum convexo, marginibus elevatis, 
margine antico distincte tridentato; antennis rufo-flavis, 10-articu- 
latis, flabello maris stipite parum breviore; prothorace sat crebre 
punctato, lateribus leviter curvatis, setosis, angulis anticis pro- 
ductis , angulis posticis obtusis , subrotundatis , elytris leviter 
costatis, sat fortiter punctatis, punctis raras setas ferentibus; pygidio 
mediocriter crebre punctato, triangulari, apice breviter rotundato. 
Subtus metasterni medio impressione sagittaeformi et utrinque 
punctis fulvo-setosis instructo, abdominis segmentis singulis una 
serie transversa setarum , medio interrupta , obtectis ; femoribus 
tibiisque posticis dilatatis, femoribus posticis opacis, ante marginem 
posticum setosis , tibiis posticis abbreviatis. — Long. 13 mm. 

Hab. : Burma (Pegu). Von Staudinger und Bang-Haas er- 
halten. 

Die Art gleicht in Gröfse und Gestalt der A. colossica Brsk., 
von der sie sich aber schon durch die Clypeusbildung unterscheidet. 
Sie ist schwarz, leicht seidenartig schimmernd, was jedoch von 
einer Abnutzung der Tomentbekleidung herzurühren scheint. Die 
Stirn ist fein und ziemlich weitläufig punktiert , der glänzende 
Clypeus wird gegen die Stirn durch die nach hinten gebogene 
Naht deutlich abgegrenzt. Er ist nach vorn verschmälert, ziem- 
lich kräftig, wenn auch nicht tief punktiert, leicht gerunzelt, in 
der Mitte schwach gewölbt. Die Ränder des Clypeus sind ziem- 
lich hoch aufgebogen, der Vorderrand ist deutlich dreispitzig. Die 
Fühler sind zehngliedrig und ist der männliche Fächer nicht ganz 
so lang wie der Stiel. Die Seiten des Halsschildes sind schwach 
gebogen , im hinteren Teile fast gerade. Sie tragen eine Reihe 
kräftiger Borsten und befinden sich auch einige Borsten seitlich 
hinter dem Vorderrande. Die Vorderecken sind vorgezogen , die 



Moser, Neue Serica- Arten. 345 

stumpfwinkligen Hinterecken sind abgerundet , die Oberfläche ist 
ziemlich dicht punktiert. Die Flügeldecken zeigen schmale Rippen, 
die etwas weitläufiger punktiert sind als die breiteren Zwischen- 
räume , in denen die Punkte in unregelmäfsigen Reihen stehen. 
Die Punkte der Flügeldecken lassen unter der Lupe sehr winzige 
helle Börstchen erkennen , doch tragen vereinzelte Punkte auch 
gelbe Borsten. Das Pygidium ist dreieckig mit kurz abgerundeter 
Spitze. Seine Punktierung ist mäfsig dicht, neben den Rändern 
stehen vereinzelte Borsten. Die Mitte der Brust trägt eingerissene 
Linien in der Form eines Pfeiles , daneben kräftige abstehende 
Borsten. Die Hinterhüften sind nabelartig punktiert, neben den 
Seitenrändern und vor den Hinterecken beborstet. Die einzelnen 
Bauchsegmente tragen eine Querreihe beborsteter Punkte , die in 
der Mitte der Segmente unterbrochen ist. Die Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind verbreitert. Erstere sind matt und vor 
dem Hinterrande mit einer Reihe kräftiger Borsten besetzt. Die 
Hinterschienen sind verkürzt und auf der Fläche fast glatt. 
Autoserica permag na n. sp. 

o*. A. costigerae Blch. similis. Nigro-fusca, opaca, subtus 
rufo-brunnea, femoribus posticis tibiisque nitidis. Fronte, parte 
postsuturali excepta, opaca, clypeo nitido, sat remote punctato, 
antrorsum angustato , marginibus elevatis , margine antico paulo 
sinuato ; antennis rufis 10-articulatis, flabello-maris stipite parum 
breviore ; prothorace mediocriter crebre sat subtiliter punctato, 
lateribus le*viter curvatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis 
breviter rotundatis, margine antico medio producto ; elytris seriatim 
punctatis, interstitiis parum convexis, punctatis ; pygidio medio- 
criter dense punctis obtecto. Subtus pectore remote punctato, 
medio laxe setoso; coxis posticis umbilicato-punctatis, ante angulos 
posticos setosis; singulis segmentis abdominalibus una serie trans- 
versa, e punctis setosis composita, instructis ; femoribus posticis 
parum modo dilatatis, tibiis posticis latis et abbreviatis. — Long. 
15 mm. 

Hab. : Borneo (Sarawak). 

Die Art ist verwandt mit einer Art , die mir von Malacca 
und Sumatra vorliegt und die ich für costigera Blanch. halte. 
Letzterer Art fehlen die Querreihen beborsteter Punkte auf den 
Bauchsegmenten. Der vorliegende cf ist zwar auf der Oberseite 
glänzend , doch lassen die matte Stirn und sonstige Spuren von 
Toment erkennen, dafs das Exemplar abgerieben ist. Die Färbung 
ist oben schwarzbraun, unten heller braun. Der Clypeus ist ziem- 
lich weitläufig und seicht punktiert, nach vorn verjüngt, mit etwas 
aufgebogenen Rändern und schwach ausgebuchtetem Vorderrande. 
Die Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist beim o* ein wenig 



346 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

kürzer als der Stiel. Das Halsschild ist mäfsig dicht punktiert, 
doppelt so breit wie lang, die Seiten sind nur schwach gerundet, 
der Vorderrand ist in der Mitte bogenförmig vorgezogen, die vor- 
gestreckten Vorderecken sind spitzwinklig , die Hinterecken sind 
abgerundet. Die Flügeldecken sind in Streifen punktiert , die 
Zwischenräume zwischen den Punktstreifen sind leicht gewölbt 
und punktiert. Das Pygidium trägt eine mäfsig dichte Punktierung 
und vor dem Hinterrande einige Borsten. Die Brust ist weitläufig 
mit Punkten bedeckt und beiderseits der nur sehr schwach ge- 
furchten Mitte mit einigen kräftigen abstehenden Borsten versehen. 
Die Hinterhüften sind mit Nabelpunkten besetzt , welche in dem 
Räume vor den Hinterecken beborstet sind. Jedes Bauchsegment 
trägt eine Querreihe beborsteter Punkte. Die Hinterschenkel und 
Hinterschienen sind stark glänzend. Erstere sind nur sehr wenig 
verbreitert und tragen in der Apicalhälfte 2 Borstenpunkte. Der 
Hinterrand läfst eine leichte Ausbuchtung erkennen. Die Hinter- 
schienen sind mäfsig verbreitert und verkürzt, auf der Fläche glatt. 
Autos er ica diver sip es n. sp. 

cf. A. furcillatae Brsk. similis. Opaca, nigro-fusca, subtus 
brunnea. Fronte parce subtiliter punctata , clypeo paulo fortius 
punctato , antrorsum angustato , marginibus elevatis , margine 
antico subsinuato ; antennis rufo-flavis , flabello maris stipite 
parum longiore ; prothorace mediocriter dense punctato, lateribus 
setosis, in posteriore parte fere parallelis, antice leviter curvatis, 
angulis anticis acutis porrectis, angulis posticis fere rectangulis, 
breviter rotundatis , margine antico medio perparum producto ; 
elytris seriatim punctatis , interstitiis parum convexis , parce 
punctatis, punctis minutissime setosis, setis rarissimis longioribus 
intermixtis ; pygidio haud crebre umbilicato - punctato. Subtus 
pectoris medio longitudinaliter sulcato et utrinque parce setoso, 
pectoris lateribus coxisque posticis mediocriter dense punctatis, 
punctis juxta coxarum latera setas ferentibus ; abdominis segmentis 
singulis una serie transversa setarum instructis; femoribus tibiisque 
posticis parum dilatalis, illis opacis. — Long. 9 mm. 

Hab. : China (Hochan an Ho-tschan). 

Diese Art , von der ein <? vorliegt , wird von Brenske in 
seiner Monographie unter Nr. 250 angeführt. Hätte Brenske 
den Forceps untersucht, so würde er gefunden haben, dafs seine 
Bildung sehr verschieden ist von dem der A. furcillata. Doch 
zeigen beide Arten auch sonstige Unterschiede. Färbung und 
Gestalt sind bei beiden Arten ähnlich. Die Stirn ist weitläufig 
und fein punktiert, neben den Augen stehen einige Borstenpunkte. 
Der Clypeus ist schmäler wie bei furcillata, ziemlich kräftig 
punktiert, nach vorn verschmälert, die Ränder sind aufgebogen, 



Moser, Neue Serica- Arten. 347 

der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die rotgelben Fühler 
sind zehngliedrig , der Fächer ist beim <? nur wenig länger wie 
der Stiel. Das Halsschild ist ähnlich gestaltet wie bei furcillata, 
doch ist der Vorderrand in der Mitte, wenn auch nur ganz schwach 
vorgezogen. Die Skulptur der Flügeldecken ist bei beiden Arten 
fast gleich. Die Flügeldecken tragen Punktstreifen, die Zwischen- 
räume sind leicht gewölbt und ziemlich weitläufig punktiert, die 
Punkte lassen unter der Lupe winzige helle Börstchen erkennen, 
doch sind auch einige wenige Punkte mit deutlichen gelben Borsten 
besetzt. Das Pygidium ist mäfsig dicht mit Nabelpunkten bedeckt. 
Die Brust trägt in der Mitte eine Längsfurche und beiderseits 
derselben einige Borstenpunkte. Dagegen ist bei furcillata die 
Mitte der Brust ziemlich dicht mit beborsteten Punkten besetzt. 
Die Seiten der Brust und die Hinterhüften sind ähnlich punktiert 
wie bei furcillata, neben den Seitenrändern der Hüften sind die 
Punkte beborstet. Jedes Bauchsegment trägt eine Querreihe von 
Borstenpunkten. Die Hinterschenkel sind matt und etwas breiter 
wie bei furcillata. Vor dem Hinterrande befindet sich eine Reihe 
von Borstenpunkten, wogegen am Vorderrande nur einige Borsten 
am Ende stehen , während bei furcillata eine Borstenreihe sich 
hinter dem ganzen Vorderrande befindet. Die Hinterschienen sind 
ein wenig breiter und auch ein wenig kürzer wie bei furcillata. 
Autoserica saraivakensis n. sp. 

(f. Statura A. costigerae Blch., paulo minor. Fusca, opaca. 
Capite sat remote punctato, clypeo nitido, antrorsum angustato, 
margine antico paulo elevato , late sinuato ; antennis rufis , 10- 
articulatis, flabello maris stipite parum breviore ; prothorace subtiliter 
sat laxe punctato, lateribus leviter curvatis, angulis anticis acutis 
porrectis, angulis posticis fere rectangulis, basi margineque antico 
medio rotundato-productis ; elytris seriatim punctatis, interstitiis 
parum convexis et remote punctatis ; pygidio sparsim subtiliter 
punctulato. Subtus laxe umbilicato-punctata, femoribus tibiisque 
posticis nitidis, paulo dilatatis. — Long. 13 mm. 

Hab. : Borneo (Sarawak). 

Die Art ist der A. costigera Blch. ähnlich, ein wenig kleiner. 
Sie unterscheidet sich namentlich durch die Form des Halsschildes, 
indem die Basis desselben stärker nach dem Schildchen zu gebogen 
ist. Der Kopf ist ziemlich weitläufig punktiert , die Punkte auf 
dem Clypeus sind zwar grofs aber seicht. Die nach hinten gebogene 
Clypeusnaht scheidet scharf die matte Stirn vom glänzenden 
Clypeus. Letzterer ist nach vorn verschmälert, der schwach auf- 
gebogene Vorderrand ist etwas ausgebuchtet. Die braunen Fühler 
sind zehngliedrig , der männliche Fächer ist nicht ganz so lang 
wie der Stiel. Das Halsschild ist ziemlich weitläufig punktiert, 



348 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

die Vorderecken sind spitz vorgezogen, die Hinterecken sind fast 
rechtwinklig , undeutlich abgerundet. Die Basis ist nach dem 
Schildchen zu bogenförmig erweitert und beiderseits schwach aus- 
gebuchtet. Auch der Vorderrand des Halsschildes ist in der 
Mitte etwas vorgezogen. Die Flügeldecken tragen Punktreihen, 
die Zwischenräume sind schwach gewölbt und ziemlich weitläufig 
punktiert. Das Pygidium zeigt eine feine und weitläufige 
Punktierung. Die Unterseite ist überall weitläufig mit winzig 
beborsteten Nabelpunkten bedeckt. Vor den Hinterecken der 
Hinterhüften und an den Seiten der Bauchsegmente befinden sich 
einige Punkte mit gröberen Borsten. Die Hinterschenkel und 
Hinterschienen sind glänzend und etwas verbreitert, letztere auch 
verkürzt. Die Hinterschenkel tragen nur einige schwache Borsten- 
punkte. 

Ein $ von derselben Lokalität, welches wohl sicher zu dieser 
Art gehört , ist hellbraun und wahrscheinlich nicht ausgefärbt. 
Der Fühlerfächer ist nur wenig länger wie die sechs vorhergehenden 
Glieder des Stieles zusammen. 

Autoserica montivaga n. sp. 

cf . A. futschauanae Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca, 
subtus brunnea. Capite, fronte sat remote punctata, juxta oculos 
raris setis instructa, clypeo fortiter subrugoso-punctato, antrorsum 
angustato , marginibus elevatis , margine antico paulo sinuato ; 
antennis fulvis 10-articulatis , flabello maris stipite longiore ; 
prothorace mediocriter crebre punctato, punctis minutissime setosis, 
lateribus leviter curvatis , flavo-ciliatis , angulis anticis paulo 
porrectis, fere rectangulis, angulis posticis obtusis, breviter 
rotundatis ; elytris leviter sulcatis, irregulariter punctatis ; pygidio 
sat laxe punctato, punctis ante pygidii apicem setosis. Subtus 
pectoris medio parce punctato et setis raris obtecto , pectoris 
lateribus coxisque posticis mediocriter dense umbilicato-punctatis, 
punctis setas minutas, juxta coxarum latera setas validas ferentibus; 
abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum, medio 
interrupta, instructis ; femoribus posticis opacis, parum dilatatis, 
tibiis posticis fortius dilatatis et paulo abbreviatis. — Long. 8 mm. 

Hab. : Tonkin (Montes Mauson). H. Fruhstorfer leg. 

Das vorliegende männliche Exemplar ist der leider nach einem 
einzelnen $ beschriebenen A. futschauana Brsk. sehr ähnlich, unter- 
scheidet sich aber durch eine etwas abweichende Bildung der 
Hinterbeine. Die Oberseite ist schwarzbraun, die Unterseite rot- 
braun, matt. Die Stirn ist ziemlich weitläufig punktiert , neben 
den Augen mit einigen Borsten besetzt. Der Clypeus trägt kräftige 
Punkte , ist schwach gerunzelt und vereinzelt beborstet. Er ist 
nach vorn verschmälert und ziemlich hoch umrandet, der Vorder- 



Moser, Neue Se?'ica -Ai'ten. 349 

rand ist schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind 
zehngliedrig, der Fächer des <? ist zart und länger als der Stiel. 
Das Halsschild läfst eine mäfsig dichte Punktierung erkennen. 
Die Seitenränder sind leicht gebogen und mit gelben Borsten 
bewimpert , die Vorderecken sind etwas vorgezogen , fast recht- 
winklig , die stumpfwinkligen Hinterecken sind kurz abgerundet. 
Die Flügeldecken sind flach längsgefurcht und unregelmäfsig 
punktiert. Die Punkte zeigen ebenso wie die des Halsschildes 
unter der Lupe winzige Börstchen. Das Pygidium ist mäfsig dicht 
punktiert, die Punkte vor dem Hinderrande sind mit abstehenden 
borstenartigen Haaren besetzt. Die Brust zeigt in der Mitte eine 
weitläufige Punktierung und beiderseits der Mitte einige kräftige 
Borsten. Die Seiten der Brust und die Hinterhüften tragen 
Nabelpunkte, welche mit winzigen Börstchen, neben den Seiten- 
rändern der Hinterhüften dagegen mit kräftigeren Borsten besetzt 
sind. Die einzelnen Bauchsegmente zeigen eine Querreihe von 
Borsten , die in der Mitte mehr oder weniger unterbrochen ist. 
Die Hinterschenkel sind matt und etwas verbreitert. Es fehlt 
ihnen die Borstenpunktreihe am Vorderrande, die bei futschanana 
vorhanden ist. Die Hinterschienen sind etwas stärker verbreitert 
wie bei letzterer Art. 

Au tose rica opalescens n. sp. 

o*. Statura A. stridulae Brsk. Opaca , supra nigro - fusca, 
opalescens , subtus brunnea. Capite , fronte parce subtiliter 
punctulata, clypeo rugoso-punctato, setis raris obtecto, antrorsum 
paulo modo angustato , margine antico elevato , medio parum 
reflexo ; antennis rufo-flavis, 10-articulatis, flabello maris stipite 
longiore ; prothorace sat remote punctato , punctis minutissime 
setosis , lateribus leviter curvatis , flavo-ciliatis , angulis anticis 
productis , angulis posticis obtusis , rotundatis ; elytris seriatim 
punctatis , interstitiis paulo convexis , parce punctatis ; pygidio 
mediocriter crebre umbilicato-punctato. Subtus pectoris medio 
leviter sulcato et utrinque setis raris obtecto , pectoris lateribus 
coxisque posticis sat remote punctatis, punctis setas minutas an 
setas validiores ferentibus ; abdominis segmentis singulis una serie 
transversa setarum instructis ; femoribus tibiisque posticis dilatatis, 
illis opacis , post marginem anticum et ante marginem posticum 
setis raris obtectis. — Long. 9 mm. 

Hab. : Cochinchina. 

Die Art ist in Gestalt und Färbung der A. stridula Brsk. 
ähnlich , unterscheidet sich aber schon durch den Opalschimmer 
und die Skulptur des Clypeus. Die Färbung ist oben schwarz- 
braun, unten rotbraun. Die Stirn ist fein und ziemlich weitläufig- 
punktiert , der Clypeus ist kräftig gerunzelt und mit einigen 



352 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

ausgebuchtet. Die Fühler sind zehngliedrig, der Fächer ist beim 
cf etwas länger , beim $ ein wenig kürzer als der Stiel. Auch 
auf dem Halsschild ist die Punktierung nur undeutlich erkennbar. 
Die Seitenränder des Halsschildes sind schwach gebogen, die spitz- 
winkligen Vorderecken sind vorgezogen , die stumpfwinkligen 
Hinterecken sind kurz abgerundet, die Seitenränder und der Vorder- 
rand sind weitläufig mit Borsten besetzt. Zuweilen finden sich 
auch auf dem Diskus hinter dem Vorderrande vereinzelte Borsten. 
Die Flügeldecken tragen einige abstehende Borsten und sind in 
den Streifen unregelmäfsig punktiert, während die Zwischenräume 
unpunktiert sind. Das Pygidium zeigt eine mäfsig dichte Punktierung 
und ist vor dem Hinterrande beborstet. Die Mitte der Brust 
trägt eine flache Längsfurche und beiderseits derselben einige 
Borsten. Die Seiten der Brust und die Hinterhüften sind mit 
kurz und fein beborsteten Nabelpunkten besetzt, neben den Seiten 
der Hinterhüften tragen die Punkte kräftigere Borsten. Die Borsten 
auf den Bauchsegmenten sind sehr kräftig. Die Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind stark verbreitert. Erstere sind matt und 
zeigen vor dem Hinterrande eine Querreihe weitläufig stehender 
Borsten. Die Hinterschienen sind glatt und verkürzt. 
Autoserica piceola n. sp. 

A. cochinchinae Brsk. similis , paulo minor. Opaca , supra 
picea, subtus brunnea. Capite, fronte sat remote punctata, juxta 
oculos raris setis instructa, clypeo densius punctato, parce setoso, 
antrorsum angustato , margine antico elevato, sinuato ; antennis 
flavis 10-articulatis, flabello maris stipite longiore, feminae breviore; 
prothorace mediocriter dense punctato, lateribus parum curvatis, 
angulis anticis fere rectangulis, porrectis, angulis posticis obtusis, 
rotundatis; elytris seriatim irregulariter punctatis, interstitiis paulo 
convexis, fere impunctatis ; pydidio mediocriter crebre punctato. 
Subtus pectoris medio leviter sulcato et utrinque parce setoso, 
coxis posticis haud dense umbilicato - punctatis , punctis juxta 
coxarum latera setosis ; abdominis segmentis singulis una serie 
transversa setarum obtectis ; femoribus tibiisque posticis parum 
modo dilatatis , illis opacis , ante marginem posticum setas 
ferentibus. — Long. 6 mm. 

Hab. : Yunnan. Von Staudinger und Bang - Haas erhalten. 

Eine kleine Art , noch kleiner als A. cochinchinae Brsk., von 
der sie sich schon durch einen schmäleren Clypeus und längeren 
männlichen Fühlerfächer unterscheidet. Die Färbung der Oberseite 
ist schwarzbraun , matt , die der Unterseite heller braun. Die 
Stirn ist ziemlich weitläufig punktiert, auf dem schwach gerunzelten 
Clypeus stehen die Punkte enger. Der Clypeus trägt einige Borsten 
und ist nach vorn verschmälert. Der aufgebogene Vorderrand ist 



Moser, Neue Scrica- Arten. 353 

in der Mitte etwas zurückgebogen und erscheint schwach dreispitzig. 
Die gelben Fühler sind zehngliedrig, der Fächer ist beim d* länger 
wie der Stiel , beim $ kürzer als derselbe. Das Halsschild ist 
mäfsig dicht punktiert , die Seiten sind leicht gebogen, die fast 
rechtwinkligen Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind 
stumpfwinklig und abgerundet. Die Flügeldecken sind in den 
Streifen mit unregelmäfsigen Punktreihen besetzt , die schwach 
gewölbten Zwischenräume sind fast punktfrei. Das Pygidium ist 
mit einer mäfsig dichten Punktierung bedeckt. Die Mitte der 
Brust trägt eine flache Längsfurche und beiderseits derselben 
einige Borsten. Die Hinterhüften sind mit Nabelpunkten bedeckt, 
die neben den Seitenrändern der Hüften beborstet sind. Die 
einzelnen Bauchsegmente tragen eine Querreihe von Borsten. Die 
Hinterschenkel und Hinterschienen sind nur wenig verbreitert. 
Erstere sind matt und vor dem Hinterrande mit einigen Borsten 
besetzt. 

Autoserica fuscipes n. sp. 

A. piceolae similis. Opaca , nigra an nigro - fusca , pygidio 
abdomineque brunneis , pedibus fuscis nitidis. Capite punctato, 
clypeo subrugoso, parce setoso, medio parum convexo, antrorsum 
angustato, marginibus elevatis, margine antico sinuato ; antennis 
flavis 10-articulatis, flabello maris stipite paulo longiore, feminae 
breviore ; prothorace mediocriter crebre punctato, punctis minutissime 
setosis, lateribus paulo curvatis, angulis anticis porrectis, angulis 
posticis obtusis, breviter rotundatis, lateribus margineque antico 
flavo-ciliatis ; elytris leviter sulcatis, sulcis irregulariter punctatis, 
interstitiis impunctatis ; pygidio sat crebre punctato. Subtus 
pectoris medio parce setoso , pectoris lateribus coxisque posticis 
mediocriter dense punctatis , raris punctis juxta coxarum latera 
setis validis instructis ; segmentis singulis abdominalibus una 
serie transversa setarum obtectis ; femoribus tibiisque posticis 
parum dilatatis , illis post marginem anticum et ante marginem 
posticum setosis. — Long. 5 — 6 mm. 

Hab. : China (Tchao Pin-Jo, Kiukiang). 

Der A. piceola ähnlich, etwas kürzer und durch die glänzenden 
Hinterschenkel unterschieden. Die Färbung ist schwarz oder 
schwarzbraun, matt, das Pygidium, das Abdomen und die Beine 
sind braun. Der Clypeus ist schwach gerunzelt und ziemlich 
kräftig , die Stirn etwas schwächer punktiert. Der Clypeus ist 
mit einigen abstehenden Borsten besetzt, in der Mitte leicht gewölbt, 
nach vorn verjüngt und hoch umrandet. Der Vorderrand ist aus- 
gebuchtet. Die gelben Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist 
beim d* etwas länger , beim $ etwas kürzer als der Stiel. Das 
Halsschild ist mäfsig dicht punktiert , die Punkte zeigen unter 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. 24 



354 Deutsch. Ent. Zeltschr. 1915. 

der Lupe winzige Börstchen. Die Seitenränder sind leicht gebogen, 
die Vorderecken sind vorgezogen, die stumpfwinkligen Hinterecken 
sind kurz gerundet. Die Flügeldecken sind in den flachen Furchen 
unregelmäfsig punktiert , die Zwischenräume sind unpunktiert. 
Auch die Punkte der Flügeldecken sind winzig beborstet. Das 
Pygidium ist ziemlich dicht punktiert. Die Brust trägt beider- 
seits der Mitte einige Borsten. Die Seiten der Brust und die 
Hinterhüften sind mäfsig dicht mit Nabelpunkten bedeckt, an den 
Seiten der Hinterhüften stehen einige kräftige Borsten. Die Bauch- 
segmente tragen Querreihen nicht besonders starker Borsten, die 
Hinterschenkel sind ein wenig , die Hinterschienen stärker ver- 
breitert. Erstere tragen am Vorderrande und vor dem Hinter- 
rande eine Borstenreihe. 

Autoserica ob s cur ata n. sp. 

A. fuscipedi similis. Nigra, opaca, parum sericea, pedibus 
interdum piceis. Capite , clypeo subrugoso , sat crebre fortiter 
punctato, setis raris obtecto, antrorsum angustato, margine antico 
elevato, sinuato, fronte minus crebre punctata ; antennis 10- 
articulatis, stipite fulvo, flabello nigro-piceo, flabello maris stipite 
parum longiore , feminae breviore ; prothorace mediocriter dense 
punctato , punctis minutissime setosis , linea media indistincta 
impunctata, lateribus leviter curvatis, flavo-ciliatis, angulis anticis 
porrectis , angulis posticis obtusis , breviter rotundatis ; elytris 
sulcatis , sulcis punctatis , interstitiis impunctatis , punctis setas 
minutas ferentibus , raris setis parum longioribus ; pygidio sat 
laxe punctato , punctis ante pygidii marginem posticum setosis. 
Subtus pectore medio sparsim punctato et utrinque parce setoso, 
coxis posticis mediocriter crebre umbilicato-punctatis, juxta latera 
setis instructis ; abdominis segmentis seriatim transversim setosis, 
femoribus tibiisque posticis paulo dilatatis , illis margine antico 
et ante marginem posticum setas ferentibus. — Long. 5 — 6 mm. 

Hab. : Yunnan. Von Staudinger und Bang - Haas erhalten. 

Die Art ist der A. fuscipes sehr ähnlich. Sie ist von ihr am 
leichtesten durch den schwärzlichen Fühlerfächer zu unterscheiden, 
welcher bei fuscipes gelbbraun ist. Die Färbung ist schwarz, 
matt , mit schwachem Seidenschimmer , die Beine sind schwarz 
oder bräunlich, die Tarsen braun. Der Clypeus ist etwas gerunzelt, 
grob und ziemlich dicht punktiert und mit einzelnen Borsten 
besetzt. Er ist nach vorn verschmälert, der aufgebogene Vorder- 
rand ist ausgebuchtet. Auf der Stirn sind die Punkte ein wenig 
schwächer und weitläufiger gestellt wie auf dem Clypeus. Die 
Fühler sind zehngliedrig und ist der Fächer des cf etwas länger, 
der des $ etwas kürzer als der Stiel. Da eins der vorliegenden 
Exemplare einen zehngliedrigen und einen neungliedrigen Fühler 



Moser, Neue Serica- Arten. 355 

hat , so ist es möglich , dafs die Art auch mit neungliedrigen 
Fühlern vorkommt. Das Halsschild ist mäfsig dicht punktiert, 
die Punkte sind mit winzigen hellen Börstchen besetzt. Eine 
unpunktierte Mittellinie markiert sich undeutlich. Die Seiten- 
ränder sind gelb bewimpert, die Vorderecken sind vorgezogen, die 
kurz abgerundeten Hinterecken sind stumpfwinklig. Die Flügel- 
decken sind in den Streifen unregelmäfsig punktiert, die Zwischen- 
räume sind unpunktiert. Die Punktierung des Pygidiums ist 
ziemlich weitläufig , vor dem Hinterrande stehen einige Borsten. 
Die Brust ist in der Mitte zerstreut punktiert und beiderseits der 
Mitte beborstet. Die Hinterhüften sind mäfsig dicht mit Nabel- 
punkten bedeckt, die neben den Seitenrändern der Hüften Borsten 
tragen. Die einzelnen Bauchsegmente sind mit einer Querreihe 
von Borstenpunkten besetzt. Die Hinterschenkel und Hinterschienen 
sind etwas verbreitert, erstere sind glänzend, weitläufig punktiert, 
am Vorderrande und vor dem Hinterrande mit einer Borstenreihe 
versehen. Auch die Hinterschienen zeigen auf ihrer Fläche einige 
schwache Punkte. 

Autoserica opaciventris n. sp. 

Fusca, nitida, pygidio abdomineque opacis. Capite fortiter 
punctato, parce setoso, clypeo rugoso, antrorsum angustato, margine 
antico parum elevato , sinuato ; antennis fulvis , 10-articulatis, 
flabello maris stipite parum modo longiore , feminae breviore ; 
prothorace sat dense, sat fortiter punctato, lateribus leviter curvatis, 
setosis, angulis anticis porrectis, acutis, angulis posticis paulo 
obtusis, breviter rotundatis ; elytris seriatim irregulariter punctatis, 
interstitiis paulo convexis, parce punctatis an impunctatis, punctis 
raris juxta elytrorum latera setosis ; pygidio crebre umbilicato- 
punctato, punctis ante pygidii marginem posticum setas ferentibus. 
Subtus pectore medio sat remote, juxta latera densius punctato, 
punctis juxta pectoris medio et juxta latera setosis ; coxis posticis 
umbilicato-punctatis, punctis breviter flavo-setosis, setis ad latera 
versus longioribus ; abdomine mediocriter crebre punctato, punctis 
setas breves ferentibus , singulis segmentis una serie transversa, 
e setis validioribus composita , instructis ; femoribus tibiisque 
posticis dilatatis, illis post marginem anticum et ante marginem 
posticum setosis ; tibiis posticis parum abbreviatis , setosis. — 
Long. 8 — 9 mm. 

Hab.: Korea (Soeul). Von Staudinger und Bang-Haas erhalten. 

Eine glänzende dunkelbraune Art , mit mattem Pygidium 
und Abdomen. Der Kopf ist kräftig punktiert und vereinzelt 
beborstet , der Clypeus ist gerunzelt , nach vorn verjüngt , der 
schwach aufgebogene Vorderrand ist ausgebuchtet. Die gelbbraunen 
Fühler sind zehngliedrig , der Fächer des <f ist nur sehr wenig 

24* 



356 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

länger als der Stiel, der des $ ist so lang wie die sechs vorher- 
gehenden Glieder des Stieles zusammen. Das Halsschild ist 
ziemlich dicht und ziemlich kräftig punktiert. Die flach gebogenen 
Seitenränder sind beborstet und auch der Vorderrand trägt seitlich 
einige Borsten. Die Vorderecken sind spitz und vorgezogen, die 
Hinterecken sind wenig stumpf und kurz abgerundet. Die Flügel- 
decken sind in den Streifen unregelmäfsig punktiert, die schwach 
gewölbten Zwischenräume sind weitläufig mit Punkten besetzt 
oder schmal glatt. Das Pygidium ist ziemlich dicht mit Nabel- 
punkten bedeckt, die vor dem Hinterrande des Pygidiums beborstet 
sind. Die Mitte der Brust ist weitläufig punktiert, während auf 
den Seiten der Brust die Punkte enger stehen. Beiderseits der 
Brustmitte und an den Seiten der Brust sind die Punkte beborstet» 
Die Hinterhüften tragen Nabelpunkte , die mit kurzen gelblichen 
Borsten versehen sind. Neben den Seitenrändern der Hüften stehen 
kräftige Borsten. Das Abdomen ist mäfsig dicht punktiert , die 
Punkte sind kurz beborstet. Aufserdem trägt jedes Bauchsegment 
eine Querreihe kräftiger Borsten. Die Hinterschenkel und Hinter- 
schienen sind etwas verbreitert. Erstere zeigen hinter dem Vorder- 
rande und vor dem Hinterrande, aber von letzterem ziemlich weit 
abgerückt, eine Querreihe von Borsten. Die Hinterschienen sind 
etwas verkürzt und nicht nur seitlich beborstet , sondern auch 
auf der Fläche mit Borstenpunkten besetzt. 

Autoserica flaves c ens n. nom. 
Für A. flaveola Mos. Deut. ent. Zeit. 1913 p. 294. Ich habe 
bereits Deut. ent. Zeit. 1911 p. 525 eine Microserica flaveola be- 
schrieben und möchte es vermeiden in demselben Faunengebiete 
einen Namen zweimal anzuwenden , zumal die Einteilung in 
Gattungen sicher noch einer Änderung unterliegen wird. 

Neoserica apogonoides Brsk. = Autoserica. 
Neoserica apogonoides Brsk. von Malacca gehört zur Gattung 
Autoserica. Es ist auffallend, dafs Brenske die männlichen Exemplare 
unter seinem Material nicht erkannt hat. Der dreigliedrige Fächer 
des <? ist nicht ganz so lang wie der Stiel , ein wenig länger 
als beim $. Die Art wurde von H. Fruhstorfer auch in Annam 
(Phuc.-Son.) gesammelt. 

Neoserica sumatrensis Brsk. = Autoserica. 
Neoserica sumatrensis Brsk. wurde nach einem $ beschrieben. 
Kannegieter sammelte einige Exemplare dieser Art in Bedagei. 
Da der d* einen dreigliedrigen Fühlerfächer hat, so gehört die 
Art in die Gattung Autoserica. Der männliche Fühlerfächer ist 
kürzer als der Stiel und sind die Geschlechter bei dieser Art 
schwer voneinander zu unterscheiden. 



Moser, Neue Serica- Arten. 357 

Neoserica servilis Brsk. = Autoseric a. 

Auch diese Art wurde nach weiblichen Exemplaren beschrieben 
und wegen der Ähnlichkeit mit den glänzenden Neoserica- Arten 
von Brenske in die Gattung Neoserica gestellt. Der cf hat aber 
einen dreiblättrigen Fühlerfächer, welcher nicht ganz so lang wie 
der Sti^l ist. 

Autoserica absoluta Brsk. = Neoserica. 

Diese Art von Singapore wurde nach einem einzelnen $ be- 
schrieben. Mir liegt nun ein cf der Art vom gleichen Fundort 
vor, welcher einen viergliedrigen Fühlerfächer hat, der etwas länger 
als der Stiel ist. Die Art gehört daher in die Gattung Neoserica. 

Autoserica Weyersi Brsk. === Ne serica. 

Autoserica Weyersi Brsk. wurde nach weiblichen Exemplaren 
beschrieben. Ein ef meiner Sammlung von Redjang Lebong gehört 
wohl sicher zu dieser Art. Derselbe hat einen viergliedrigen Fühler- 
fächer, welcher so lang ist wie der Stiel. Die Art ist demnach 
in die Gattung Neoserica zu stellen. 

Neoserica Fels ch ei Brsk. 

Das $ von Neoserica Felschei Brsk. hat einen vierblättrigen 
Fühlerfächer und wurden die beiden typischen Exemplare von 
Brenske fälschlich für cf gehalten. Mir liegen 9 Exemplare vor, 
die sämtlich weiblich sind. 

Neoserica peninsularis n. sp. 

cf . N. Heringi Brsk. similis. Fusca , opaca. Capite parce 
setoso, clypeo subrugoso-punctato, antrorsum angustato, marginibus 
elevatis , margine antico paulo sinuato , fronte parce punctata ; 
antennis fulvis , 10-articulatis , flabello maris 4-articulato , stipiti 
longitudine aequali; prothorace mediocriter crebre punctato, punctis 
minutissime setosis , lateribus curvatis , setosis , angulis anticis 
porrectis, angulis posticis obtusis, breviter rotundatis, margine 
antico medio leviter producto; elytris striatis, interstitiis perparum 
modo convexis, haud dense punctatis, punctis setas minutas, raris 
majoribus intermixtis , ferentibus ; pygidio mediocriter crebre 
punctato, vitta media indistincta impunctata. Subtus pectoris 
medio laxe punctato et parce setoso , pectoris lateribus coxisque 
posticis densius umbilicato-punctatis, punctis juxta coxarum latera 
setosis ; abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum, 
medio interrupta , obtectis; femoribus tibiisque posticis dilatatis, 
illis ante marginem posticum setis raris instructis. — Long. 10 mm. 

Hab. : Malacca (Singapore). 

Die Art ist in Färbung und Gestalt der N. Heringi Brsk. von 
Java ähnlich , unterscheidet sich aber durch weniger verbreiterte 
Hinterschenkel und durch andere Beborstung der Bauchsegmente. 



358 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Der Clypeus ist leicht gerunzelt , mäfsig dicht punktiert , mit 
einigen abstehenden Borsten besetzt. Er ist nach vorn verschmälert, 
die Ränder sind erhaben, der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. 
Die Stirn trägt eine feine weitläufige Punktierung und im hinteren 
Teile einige lange Borsten. Die gelben Fühler sind zehngliedrig, 
der viergliedrige Fächer des d* ist so lang wie der Stiel. Das 
mäfsig dicht punktierte Halsschild hat leicht gerundete und be- 
borstete Seitenränder, vorgestreckte Vorderecken und stumpfwink- 
lige , kurz abgerundete Hinterecken. Der Vorderrand ist in der 
Mitte etwas vorgezogen und seitlich mit einigen Borsten besetzt. 
Die Punkte der Oberseite zeigen unter der Lupe winzige Börstchen. 
Die Flügeldecken sind gestreift, die Zwischenräume sind kaum 
merklich gewölbt, die Punkte tragen sehr kleine Börstchen, doch 
sind auch einige Punkte mit deutlicheren Borsten besetzt. Das 
Pygidium ist mäfsig dicht punktiert und markiert sich undeutlich 
eine mittlere unpunktierte Längslinie. Die Mitte der Brust ist 
weitläufig mit Punkten besetzt, jederseits der Mitte stehen einige 
kräftige Borsten. Die Punktierung der Brustseiten und der Hinter- 
hüften ist enger und tragen die Punkte neben den Seiten der 
Hinterhüften kurze aber starke Borsten. Jedes Bauchsegment zeigt 
eine Querreihe beborsteter Punkte , doch sind die Borsten viel 
weitläufiger gestellt wie bei Heringi und ist die Borstenreihe in 
der Mitte unterbrochen. Die Hinterschenkel sind nicht so stark 
verbreitert als bei Heringi. Sie schimmern bei dem vorliegenden 
Exemplar seidenartig, sind aber wahrscheinlich ursprünglich matt 
gewesen. Sie tragen nur 3 Borstenpunkte vor dem Hinterrande. 
Die Hinterschienen sind ein wenig breiter und etwas länger als 
bei der javanischen Art. 

Neoserica perahensis n. sp. 
o". N. soekarandanae Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca, 
sericea, subtus fusca. Capite sat fortiter punctato, clypeo antrorsum 
angustato , margine antico elevato , subsinuato ; antennis fulvis, 
10-articulatis , flabello maris 4-articulato , longitudine stipiti 
aequali; prothorace mediocriter dense punctato, punctis minutissime 
setosis, lateribus setas longas ferentibus, angulis anticis porrectis, 
angulis posticis obtusis, rotundatis, margine antico medio leviter 
producto ; elytris seriatim punctatis , interstitiis paulo convexis, 
haud crebre punctatis , punctis setis minimis instructis ; pygidio 
mediocriter dense punctato, vitta media longitudinali impunctata. 
Subtus pectoris medio parce punctato, leviter sulcato et utrinque 
setoso , pectoris lateribus coxisque posticis densius punctatis, 
punctis juxta coxarum latera setosis ; abdomine laxe punctato, 
singulis segmentis una serie transversa setarum obtectis ; femoribus 
tibiisque posticis valde dilatatis, nitidis. — Long. 9 mm. 



Moser, Neue Serica- Arten. 359 

Hab. : Malacca (Perak). Doherty leg. 

Die Art ist der N. soek-arandana Brsk. ähnlich , aber schon 
durch die glänzenden Hinterschenkel unterschieden. Sie ist matt, 
oben schwarzbraun, etwas seidenartig schimmernd, unten braun. 
Der Kopf ist kräftig punktiert, die Stirn weitläufig, der Clypeus 
enger. Letzterer ist nach vorn verschmälert, sein Vorderrand ist 
nur schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind zehn- 
gliedrig, der viergliedrige Fächer des cf ist so lang wie der Stiel. 
Das Halsschild ist mäfsig dicht mit winzig beborsteten Punkten 
besetzt. Die Seitenränder tragen abstehende kräftige Borsten, die 
Vorderecken sind vorgezogen, die stumpfwinkligen Hinterecken sind 
abgerundet. Die Flügeldecken sind in den Streifen reihig punk- 
tiert, die schwachen Rippen tragen eine unregelmäfsige Punktierung 
und lassen in der Mitte einen unpunktierten Streifen erkennen. 
Das Pygidium ist mit mäfsig dicht stehenden Punkten besetzt, die 
eine Mittellinie freilassen. Die Brust ist in der Mitte weitläufig 
punktiert, sehr flach längsgefurcht und beiderseits der Furche mit 
einer Reihe kräftiger Borsten besetzt. Die Seiten der Brust und 
die Hinterhüften sind enger punktiert , letztere sind neben den 
Seitenrändern beborstet. Die Bauchsegmente zeigen neben einer 
feinen und weitläufigen Punktierung je eine Querreihe kräftig be- 
borsteter Punkte. Die Hinterschenkel und Hinterschienen sind 
stark verbreitert. Erstere sind glänzend , tragen 3 — 4 Borsten 
und hinter dem Vorderrande eine Querreihe feiner Punkte. Die 
Hinterschienen sind, abgesehen von den seitlichen Borstenpunkten, 
glatt und stark verkürzt. 

Neoserica Kannegieteri n. sp. 

iV. soekarandanae Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca an 
nigra , subtus brunnea. Capite , fronte parce setosa, opaca, post 
clypei suturam nitida , clypeo sat remote punctato , antrorsum 
angustato, marginibus elevatis, margine antico subsinuato; antennis 
fulvis 10-articulatis, flabello stipiti longitudine subaequali, flabello 
maris 4-articulato , feminae 3-articulato ; prothorace mediocriter 
crebre punctato, lateribus leviter curvatis, setosis, angulis anticis 
porrectis, angulis posticis obtusis , breviter rotundatis, margine 
antico medio parum rotundato-producto ; elytris leviter sulcatis, 
sulcis irreguraliter punctatis, interstitiis fere impunctatis ; pygidio 
mediocriter dense punctato, ante apicem setoso. Subtus pectoris 
medio parce fortiter setoso , pectoris lateribus coxisque posticis 
umbilicato-punctatis, juxta latera setas ferentibus; abdominis medio 
setoso, segmentis singulis una serie transversa setarum instructis; 
femoribus tibiisque posticis dilatatis, illis opacis. — Long. 9 mm. 

Hab. : Sumatra or. (Bedagei). J. Z. Kannegieter leg. 



360 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Die Art hat Ähnlichkeit mit N. soekarandana Brsk. Sie ist 
matt , oben schwarz oder schwarzbraun , unten hellbraun. Sie 
unterscheidet sich von soekarandana schon durch nicht so stark 
verbreiterte Hinterbeine. Die Stirn ist mit einigen Borsten besetzt, 
matt, jedoch hinter der Clypeusnaht schmal glänzend. Der Clypeus 
trägt zwar grofse, aber flache Punkte. Er ist in der Mitte leicht 
gewölbt, nach vorn verschmälert, seine Ränder sind erhaben, der 
Vorderrand ist nur sehr schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen 
Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist in beiden Geschlechtern 
ungefähr von gleicher Länge wie der Stiel , beim <f viergliedrig, 
beim $ dreigliedrig. Das Halsschild trägt eine mäfsig dichte 
Punktierung, die Seitenränder sind beborstet, die Vorderecken sind 
vorgezogen, die Hinterecken sind stumpfwinklig, kurz abgerundet. 
Die Flügeldecken sind in den Streifen unregelmäfsig punktiert, 
die flach gewölbten Zwischenräume sind fast unpunktiert. Das 
Pygidium ist mäfsig dicht mit Punkten besetzt, vor dem Hinter- 
rande mit abstehenden Borsten versehen. Die Brust ist in der 
Mitte schwach längsgefurcht und beiderseits kräftig beborstet. 
Die Seiten der Brust und die Hinterhüften sind mit Nabelpunkten 
bedeckt , die neben den Seitenrändern Borsten tragen. Das Ab- 
domen ist in der Mitte beborstet, und aufserdem trägt jedes Seg- 
ment eine Querreihe von Borsten. Die Hinterschenkel und Hinter- 
schienen sind verbreitert und zeigen die matten Hinterschenkel 
nur zwei Borstenpunkte am Ende und zwei vor dem Hinterrande. 
Neoserica L amp ei n. sp. 

N. soekarandanae Brsk. similis, parum brevior. Opaca, supra 
nigro-fusca, subtus rufo-fusca. Capite, fronte opaca, post clypei 
suturam anguste nitida, in medio raris setis obtecta, clypeo sub- 
tiliter parce punctato, antrorsum angustato, margine antico elevato, 
leviter sinuato ; antennis rufo-flavis , 10-articulatis, flabello in 
utroque sexu stipite parum breviore , flabello maris 4-articulato, 
feminae 3 - articulato ; prothorace mediocriter crebre punctato, 
lateribus antice modo curvatis , angulis anticis prorectis, angulis 
posticis perparum obtusis , breviter rotundatis , margine antico 
medio paulo producto ; elytris seriatim irreguraliter punctatis, 
interstitiis parum convexis, sparsissime punctatis, punctis omnibus 
setas minutas ferentibus ; pygidio mediocriter dense punctato. 
Subtus pectoris medio linea longitudinali impressa et untrinque 
una serie setarum instructo , coxis posticis umbilicato-punctatis, 
juxta latera setas ferentibus ; abdomine seriatim transversim setoso ; 
femoribus posticis fortiter dilatatis, opacis, postice raris setis 
instructis ; tibiis posticis latis , abbreviatis , nitidis. — Long. 
7,5 — 9 mm. 

Hab. : Sumatra (Bandar Baroe, Baros). 



Moser, Neue Serica-Arten. 3(51 

Die Art ist der N. soeharandana Brsk. zwar ähnlich , doch 
ist sie etwas kürzer und durch die Form des Halsschildes unter- 
schieden. Sie ist matt, die Oberseite ist dunkelbraun oder schwarz- 
braun , die Unterseite rotbraun. Die Stirn trägt in der Mitte 
einige Borsten , ein schmaler Streifen hinter der Clypeusnaht ist 
glänzend. Der Clypeus ist weitläufig und flach punktiert, in der 
Mitte schwach gewölbt, nach vorn verschmälert. Die Ränder sind 
erhaben , der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelb- 
braunen Fühler sind zehngliedrig , der Fächer ist in beiden Ge- 
schlechtern ein wenig kürzer wie der Stiel, beim d* viergliedrig, 
beim $ dreigliedrig. Das Halsschild ist mäfsig dicht mit winzig 
beborsteten Punkten bedeckt. Die Seiten des Halsschildes sind 
viel schwächer gebogen wie bei soekarandana , hinten fast gerade. 
Infolgedessen sind die Hinterecken weniger stumpf und viel kürzer 
abgerundet. Die Vorderecken springen vor , der Vorderrand ist 
in der Mitte leicht vorgezogen. Die Flügeldecken sind in den 
Streifen mit unregelmäfsigen Punktreihen besetzt , die schwach 
gewölbten Zwischenräume sind nur sehr weitläufig punktiert, die 
Punkte sind winzig beborstet. Das Pygidium trägt eine mäfsig 
dichte Punktierung. Die Mitte der Brust trägt eine eingerissene 
Längslinie und jederseits derselben eine Borstenreihe. Die leicht 
gerunzelten Hinterhüften tragen wenig dicht stehende Nabelpunkte 
und neben den Seitenrändern Borsten. Jedes Bauchsegment ist 
mit einer Querreihe von Borsten versehen. Die Hinterschenkel 
sind stark verbreitert, matt, vor dem Hinterrande befinden sich 
3 Borstenpunkte. Die Hinterschienen sind glänzend , glatt , ver- 
breitert und verkürzt. 

Von Herrn Kustos E. Lampe in Wiesbaden erhalten und ihm 
gewidmet. 

N eoser ica nigrofusca n. sp. 

<? . N. soel-arandanae Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca, 
subtus brunnea. Capite, fronte remote subtiliter punctata, clypeo 
subrugoso , antrorsum angustato , marginibus elevatis , margine 
antice subsinuato ; antennis fulvis 10-articulatis , flabello maris 
4-articulato , longitudine stipiti aequali ; prothorace mediocriter 
crebre punctato, punctis setas minutas ferentibus, lateribus setosis, 
angulis anticis porrectis , angulis posticis rotundatis , margine 
antico medio leviter producto , ad latera versus setoso ; elytris 
seriatim punctatis , interstitiis parum convexis , parce punctatis, 
punctis minutissime setosis; pygidio irregulariter punctato, vitta 
media longitudinali impunctata. Subtus pectoris medio leviter 
sulcato et utrinque fortiter setoso ; pectoris lateribus coxisque 
posticis umbilicato-punctatis, punctis juxta coxarum latera setosis 
abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum obtectis ; 



364 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

rotundatis, margine antico medio leviter producto ; elytris seriatim 
punctatis , interstitiis paulo convexis , parce punctatis , punctis 
minutissime setosis ; pygidio sat crebre punctato , apice setoso. 
Subtus pectoris medio linea impressa et utrinque una serie setarum 
instructo ; coxis posticis subrugosis, mediocriter dense umbilicato- 
punctatis, punctis juxta coxarum latera setosis ; abdomine seriatim 
transversim setoso ; femoribus tibiisque posticis dilatatis , illis 
opacis, postice raris setis instructis. — Long. 10 mm. 

Hab. : Nias (Gunung-Sitoli). J. Z. Kannegieter leg. 

Die Art ist der N. heterophylla Mos. sehr ähnlich. Sie zeigt 
dieselbe männliche Fühlerbildung wie diese Art , doch sind die 
Hinterschienen ein wenig mehr verbreitert. Die Forcepsbildung 
ist bei beiden Arten sehr verschieden. 

Die Oberseite ist schwarzbraun, dicht tomentiert, die Unter- 
seite ist heller braun gefärbt. Die Stirn ist weitläufig punktiert, 
neben den Augen mit vereinzelten Borsten besetzt. Der Clypeus 
ist leicht gerunzelt, flach punktiert, in der Mitte schwach gewölbt, 
nach vorn verschmälert. Die Ränder des Clypeus sind aufgebogen, 
der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler 
sind zehngliedrig, der männliche Fächer ist viergliedrig und fast 
so lang wie der Stiel, das erste Glied des Fächers ist nur J / 3 so 
lang wie die übrigen Fächerglieder. Das Halsschild ist mäfsio- 
dicht punktiert, die Punkte tragen winzige Börstchen. Der Vorder- 
rand des Halsschildes ist in der Mitte bogenförmig erweitert, die 
Seitenränder sind leicht gekrümmt und beborstet, die Vorderecken 
sind spitz vorgezogen , die Hinterecken sind abgerundet. Die 
Flügeldecken tragen Punktstreifen, die flach gewölbten Zwischen- 
räume sind weitläufig punktiert, die Punkte sind winzig beborstet, 
die Mitte der Zwischenräume zeigt einen schmalen unpunktierten 
Längsstreifen. Das Pygidium ist ziemlich dicht mit Punkten be- 
setzt, ganz schwach gerunzelt, vor dem Hinterrande mit einigen 
Borsten versehen. Die Brust zeigt in der Mitte eine eingerissene 
Längslinie und beiderseits eine Borstenreihe. Die Hinterhüften 
sind mit winzig beborsteten Nebelpunkten bedeckt, neben den 
Seitenrändern sind sie kräftig beborstet. Die einzelnen Bauch- 
segmente tragen eine Querreihe von Borsten. Die Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind stark verbreitert. Erstere sind matt 
und hinten mit 2 — 3 Borstenpunkten besetzt. 

Ne o seric a vicina n. sp. 

cf. i\ r . heterophyllae Mos. similis. Opaca, supra nigro-fusca, 

subtus rufo-fusca. Capite subtiliter punctato, clypeo leviter sub- 

rugoso, antrorsum angustato, marginibus paulo elevatis, margine 

antico subsinuato , antennis fulvis 10-articulatis , flabello maris 



Moser, Neue Serica- Arten. 365 

4-articulato, stipite paulo breviore, flabelli articulo primo abbre- 
viato ; prothorace mediocriter crebre punctato, lateribus curvatis, 
angulis anticis porrectis , angulis posticis rotundatis , margine 
antico medio producto ; elytris seriatim punctatis, interstitiis per- 
parum convexis, sat remote punctatis, punctis minutissime setosis, 
ad elytorum latera versus raris setis paulo majoribus instructis ; 
pygidio sat laxe punctato , ante apicem setoso. Subtus pectoris 
medio levissime longitudinaliter sulcato et utrinque setoso ; coxis 
posticis subrugosis, sat crebre umbilicato-punctatis, punctis setas 
minutas, juxta coxarum latera setas validiores ferentibus ; abdominis 
segmentis singulis una series transversa setarum instructis, setis 
haud dense positis ; femoribus tibiisque posticis mediocriter dila- 
tatis, illis opacis. — Long. 10,5 mm. 

Hab. : Borneo (Pontianak). 

Die Art ist gleichfalls der N. heterophylla Mos. sehr ähnlieh, 
unterscheidet sich aber von dieser durch die stärker verbreiterten 
und etwas kürzeren Hinterschienen. Von der vorhergehend be- 
schriebenen N. niasica ist sie durch weniger verbreiterte Hinter- 
schenkel unterschieden. 

Sie ist matt, oben schwarzbraun, unten rotbraun. Die Stirn 
ist dicht tomentiert, so dafs die Punktierung undeutlich ist, neben 
den Augen stehen vereinzelte Borsten. Der Clypeus ist fein leder- 
artig gerunzelt , die Punkte auf demselben sind sehr flach. Er 
ist nach vorn verschmälert und niedrig umrandet, der Vorderrand 
ist ganz schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind zehn- 
gliedrig, der Fächer ist beim cf viergliedrig und ein wenig kürzer 
als der Stiel. Die Bildung des männlichen Fächers zeigt ganz 
weiblichen Charakter, das erste Glied ist kaum halb so lang wie 
die übrigen Fächerglieder. Das Halsschild ist von gleicher Gestalt 
und Skulptur wie bei heterophylla. Die Flügeldecken tragen Punkt- 
reihen , die Zwischenräume sind nur sehr schwach gewölbt und 
ziemlich weitläufig mit winzig beborsteten Punkten bedeckt. Neben 
den Seiten der Flügeldecken sind vereinzelte etwas gröfsere Borsten 
zu erkennen. Das Pygidium trägt eine ziemlich weitläufige Punk- 
tierung und vor dem Hinterrande einige Borsten. Die Brust ist 
in der Mitte nur sehr schwach längsgefurcht und beiderseits der 
Mitte mit einer Borstenreihe besetzt. Die Hinterhüften sind etwas 
gerunzelt und ziemlich dicht mit Nabelpunkten bedeckt, die winzige 
Börstchen tragen. Neben den Seitenrändern der Hüften stehen 
einige kräftige Borsten. Die einzelnen Bauchsegmente tragen eine 
Querreihe nicht dicht gestellter Borsten. Die Hinterschenkel sind 
matt, mäfsig verbreitert, ihr Hinterrand ist schwach zweibuchtig, 
vor dem Hinterrande stehen einige Borstenpunkte. Die verbreiterten 
und etwas verkürzten Hinterschienen sind auf der Fläche glatt. 



368 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

mit einer Querreihe von Borsten besetzt. Die Hinterschenkel sind 
verbreitert, matt. Bei dem vorliegenden Exemplar sind sie nicht 
beborstet , doch sind in der hinteren Hälfte 3 Borstenpunkte zu 
erkennen. Die Hinterschienen sind stark verbreitert und verkürzt, 
auf der Fläche glatt. 

Das vorliegende Exemplare verdanke ich Herrn Hauptmann a.D. 
Bedier de Prairie in Baganapiapi auf Sumatra. 
Neoserica brevicrus n. sp. 

d*. N. Felschei Brsk. similis. Opaca, supra nigro-fusca, subtus 
fusca. Capite mediocriter crebre punctato, clypeo subrugoso, parce 
setoso, antrorsum angustato, marginibus paulo elevatis, margine 
antico leviter sinuato ; antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris 
4-articulato, stipiti longitudine fere aequali; prothorace haud dense 
punctato, lateribus setosis, angulis anticis porrectis, angulis posticis 
obtusis ; elytris seriatim punctatis , interstitiis parum convexis, 
laxe punctatis , punctis minutissime setosis ; pygidio sat remote 
punctato, ante marginem posticum setoso; coxis posticis subrugosis, 
umbilicato-punctatis, juxta latera setas ferentibus; abdominis seg- 
mentis singulis una serie transversa setarum obtectis ; femoribus 
posticis valde dilatatis , margine postico leviter sinuato , ante 
marginem posticum setis raris instructis ; tibiis posticis dilatatis 
et abbreviatis. — Long. 7,5 mm. 

Hab. : Sumatra or. (Bedagei). J. Z. Kannegieter leg. 

Die Art ist der N. Felschei Brsk. in Färbung und Gestalt 
ähnlich, unterscheidet sich aber durch die am Ende stärker ver- 
breiterten Hinter Schenkel und die kürzeren Hinter schienen. Sie 
ist matt, schwarzbraun, unten heller. Der Kopf ist mäfsig dicht 
punktiert mit schwacher Andeutung eines Längskieles, der Clypeus 
ist leicht gerunzelt und mit einigen Borsten besetzt. Die Ränder 
des Clypeus sind etwas aufgebogen , der Vorderrand ist schwach 
ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind zehngliedrig, der vier- 
gliedrige Fächer des cf ist fast so lang wie der Stiel. Das Hals- 
schild ist mit einer mäfsig dichten Punktierung bedeckt, die Seiten- 
ränder sind beborstet, die Vorderecken sind vorgezogen, die Hinter- 
ecken sind stumpfwinklig und undeutlich kurz abgerundet. Der 
Vorderrand ist in der Mitte leicht nach vorn gebogen. Die Flügel- 
decken zeigen Punktreihen, die Zwischenräume sind schwach ge- 
wölbt und weitläufig punktiert, die Punkte sind winzig beborstet. 
Das Pygidium ist ziemlich weitläufig mit Punkten besetzt und 
trägt am Ende einige abstehende Borsten. Die Brust ist in der 
Mitte schwach längsgefurcht und beiderseits der Furche mit einer 
Reihe kräftiger Borsten bedeckt. Die Hinterhüften sind leicht ge- 
runzelt , nabelartig punktiert , neben den Seiten beborstet. Die 
Bauchsegmente tragen je eine Querreihe zwar nicht dicht stehender 



Moser, Neue Serica- Arten. 3(;y 

aber ziemlich langer Borsten. Die Hinterschenkel sind stark ver- 
breitert , bei dem vorliegenden Exemplar zwar nicht tomentiert, 
doch scheint die Tomentbekleidung abgerieben zu sein. Vor dem 
leicht gebuchteteten Hinterrande befinden sich 3, am Ende 2 — 3 
Borstenpunkte. Die Hinterschienen sind gleichfalls verbreitert 
und ziemlich stark verkürzt. Sie tragen auf der Fläche einige 
schwache Punkte. 

Neoserica limbangica n. sp. 

(f. IV. bruneicae Brsk. similis. Opaca , supra nigro-fusca, 
paulo opalescens, subtus rufo-brunnea. Capite, fronte opaca, juxta 
oculos raris setis obtecta, clypeo subtiliter rugoso-punctato, medio 
leviter convexo, marginibus elevatis, margine antico sinuato; an- 
tennis rufo-flavis, 10-articulatis, flabello maris 4-articulato, stipiti 
longitudine aequali; prothorace mediocriter crebre punctato, lateri- 
bus setosis , leviter curvatis , angulis anticis porrectis , angulis 
posticis rotundatis, margine antico medio parum producto ; elytris 
levissime sulcatis, sulcis seriatim punctatis, interstitiis parce punc- 
tatis , punctis minutissime setosis ; pygidio sat remote punctato, 
ante marginem posticum setoso. Subtus pectoris medio seriebus 
duabus longitudinalibus setarum obtecto, coxis posticis subrugosis, 
sat crebre umbilicato - punctatis , punctis setas minutas , juxta 
coxarum latera setas majores ferentibus ; abdominis segmentis 
singulis una serie transversa setarum validarum obtectis; femori- 
bus tibiisque posticis dilatatis, illis opacis, setas 5 ferentibus. — 
Long. 9,5 mm. 

Hab. : Borneo (Limbang). 

Die Art ist der N. bruneica Brsk. sehr ähnlich. Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind etwas weniger verbreitert , die Borsten- 
reihen der Bauchsegmente sind dichter. Die Oberseite ist schwarz- 
braun, schwach opalisierend, die Unterseite ist rotbraun. Die Stirn 
läfst infolge der dichten Tomentbekleidung die Punktierung nur 
undeutlich erkennen. Neben den Augen stehen einige Borsten. 
Der Clypeus ist schwach runzlig punktiert , in der Mitte mit 
schwacher Erhabenheit. Er ist nach vorn verschmälert , seine 
Ränder sind aufgebogen , der Vorderrand ist ausgebuchtet. Die 
gelbbraunen Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige männliche 
Fächer ist so lang wie der Stiel. Das Halsschild trägt mäfsig 
dicht gestellte , winzig beborstete Punkte , die leicht gebogenen 
Seitenränder sind abstehend beborstet, die Vorderecken sind vor- 
gezogen, die Hinterecken breit abgerundet, der Vorderrand ist in 
der Mitte leicht nach vorn gebogen. Die Flügeldecken lassen in 
den Streifen mehr oder weniger deutlich 3 Punktreihen erkennen. 
Die nur sehr flach gewölbten Zwischenräume sind weitläufig punk- 
tiert , die Punkte sind mit winzigen Börstchen besetzt. An den 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. 25 



370 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Seiten der Flügeldecken stehen vereinzelt ein wenig deutlichere 
Borsten. Das Pygidium ist ziemlich weitläufig punktiert und vor 
dem Hinterrande mit einigen Borsten versehen. Die Brust trägt 
jederseits der Mitte eine Längsreihe kräftiger Borsten, die Hinter- 
hüften sind schwach gerunzelt und mit Nabelpunkten bedeckt. 
Diese Punkte tragen äufserst kleine Börstchen , während neben 
den Seiten der Hinterhüften stärkere Borsten stehen. Jedes Bauch- 
segment zeigt eine Querreihe ziemlich dicht stehender Borsten. 
Die Hinterschenkel sind verbreitert, matt, mit 3 Borsten vor dem 
leicht gebuchteten Hinterrande und 2 Borsten am Ende. Die Hinter- 
schienen sind mäfsig verbreitert, ein wenig verkürzt und, abgesehen 
von den Seitenborsten, glatt. 

Neoserica montana n. sp. 

N. squalidae Brsk. similis. Opaca, supra fusca, subtus brunnea. 
Capite, fronte remote punctata, juxta oculos raris setis obtecta, 
clypeo leviter rugoso, antrorsum angustato, margine antico elevato, 
parum sinuato ; antennis fulvis , 10-articulatis , flabello maris 
4-articulato, stipite paulo longiore, feminae 3-articulato, stipite 
breviore ; prothorace mediocriter dense punctato , punctis minu- 
tissime setosis , lateribus flavo-ciliatis , angulis anticis porrectis, 
angulis posticis rotundatis, margine antico medio producto, juxta 
angulos anticos setoso; elytris seriatim punctatis, interstitiis sub- 
convexis, parce punctatis, punctis setas minutissimas ferentibus, ad 
elytrorum latera versus punctis raris setis parum majoribus in- 
structis; pygidio mediocriter crebre an laxe punctato, ante apicem 
setoso. Subtus pectoris medio leviter longitudinaliter sulcato et 
utrinque setoso ; coxis posticis subrugosis , umbilicato-punctatis, 
punctis minutissime setosis , juxta coxarum latera setas majores 
ferentibus; abdomine seriatim transversim setoso; femoribus tibiisque 
posticis dilatatis , illis opacis , angulis posticis internis leviter 
productis. — Long. 8 mm. 

Hab. ; Borneo (Kina-Balu). 

Die Art ist der N. squalida Brsk. sehr ähnlich , aber leicht 
durch die Bildung der Hinterschenkel zu unterscheiden, indem die 
inneren Hinterecken derselben etwas vorspringen. Die Oberseite 
ist dunkelbraun, die Unterseite ist etwas heller gefärbt. Die Stirn 
ist zerstreut punktiert, neben den Augen mit vereinzelten Borsten 
besetzt. Der Clypeus ist leicht gerunzelt, ohne deutliche Punktierung, 
der aufgebogene Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelb- 
braunen Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige Fächer des b* 
ist etwas länger als der Stiel, der dreigliedrige Fächer des $ ist 
so lang wie die 6 vorhergehenden Glieder der Stieles zusammen. 
Das Halsschild ist mäfsig dicht punktiert, die schwach gerundeten 
Seiten sind beborstet , ebenso wie die Seiten des in der Mitte 



Moser, Neue Serica- Arten. 371 

etwas vorgezogenen Vorderrandes. Die Vorderecken sind vorgestreckt, 
die stumpfwinkligen Hinterecken sind abgerundet. Die Punkte 
des Halsschildes zeigen in gleicher Weise wie die der Flügeldecken 
unter der Lupe winzige Börstchen. Die Flügeldecken tragen 
Punktreihen, die schwach gewölbten Zwischenräume sind weitläufig 
punktiert, neben den Seiten der Flügeldecken sind vereinzelte gröfsere 
Börstchen bemerkbar. Das Pygidium ist mäfsig dicht oder ziem- 
lich weitläufig punktiert und trägt vor dem Hinterrande einige 
kräftige Borsten. Die Mitte der Brust ist leicht längsgefurcht 
und jederseits der Furche mit einer Borstenreihe besetzt. Die 
Hinterhüften sind schwach gerunzelt, die Nabelpunkte tragen feine 
Börstchen, neben den Seitenrändern der Hüften kräftige Borsten. 
Die Bauch segmente zeigen je eine Querreihe von Borsten. Die 
Hinterschenkel und Hinterschienen sind verbreitert. Erstere sind 
matt und im hinteren Teile mit 4 — 5 Borstenpunkten besetzt. 
Die Hinterschienen sind , abgesehen von den seitlichen Borsten 
und einigen schwachen Längsnadelrissen an der Basis, glatt. 
N eo s erica ovata n. sp. 

Ovata, opaca, supra nigro-fusca, subtus fusca. Capite protho- 
raceque mediocriter crebre punctatis, clypeo levissime rugoso, an- 
trorsum angustato , marginibus elevatis , margine antico paulo 
sinuato ; antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris 4-articulato, 
stipite longiore, feminae 3-articulato, stipiti longitudine fere aequali; 
prothoracis lateribus parum curvatis, setosis, angulis anticis paulo 
productis , angulis posticis fere rectangulis, breviter rotundatis ; 
elytris leviter sulcatis , sat laxe irregulariter punctatis , punctis 
minutissime setosis ; pygidio sat remote punctato, ante apicem setoso, 
apice late rotundato. Subtus pectoris medio levissime longitudinaliter 
sulcato et utrinque setoso ; coxis posticis subrugosis, umbilicato- 
punctatis, juxta latera raris setis obtectis; abdominis segmentis 
singulis una serie transversa setarum instructis , setis remote 
positis ; femoribus tibiisque posticis fortiter dilatatis, illis opacis. — 
Long. 7 mm. 

Hab. : Borneo (Kina-Balu). 

Eine kurze, dicke Art, matt, oben schwarzbraun unten heller. 
Die Stirn ist ziemlich weitläufig punktiert, auf dem Clypeus stehen 
die Punkte ein wenig enger. Letzterer ist leicht gerunzelt und 
läfst in der Mitte eine schwache Erhabenheit erkennen. Der auf- 
gebogene Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen 
Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige Fächer des d 1 ist länger, 
der dreigliedrige des $ ist fast eben so lang wie der Stiel. Das 
Halsschild ist mäfsig dicht mit winzig beborsteten Punkten besetzt, 
die Vorderecken sind etwas vorgezogen, die Hinterecken sind fast 
rechtwinklig und kurz abgerundet. Die Flügeldecken sind leicht 

25* 



372 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

gefurcht , ziemlich weitläufig und unregelmäfsig punktiert , die 
Punkte sind mit winzigen Börstchen besetzt. Das hinten breit 
abgerundete Pygidium ist ziemlich zerstreut mit Punkten besetzt, 
vor dem Hinterrande stehen einige Borsten. Die Brust ist in 
der Mitte sehr schwach längsgefurcht und beiderseits mit einer 
Borstenreihe versehen. Die Hinterhüften sind schwach gerunzelt, 
die Nabelpunkte auf demselben tragen winzige Börstchen , nur 
einige Punkte neben den Seitenrändern sind mit kräftigen Borsten 
besetzt. Die einzelnen Bauchsegmente zeigen eine Querreihe von 
Borsten, doch sind die Borsten, namentlich in der Mitte, weitläufig 
gestellt. Die Hinterschenkel und Hinterschienen sind stark ver- 
breitert. Erstere sind matt und nur am Ende mit einem Borsten- 
punkt versehen. Die Hinterschienen tragen auf der Fläche einige 
feine Punkte. Sie sind in der Basalhälfte matt und wahrscheinlich 
ursprünglich ganz tomentiert gewesen. 

Neosericajavana n. sp. 

cf. N. Felschei Brsk. similis. Nigro - fusca , supra opaca. 
Capite, fronte subtiliter punctata, juxta oculos raris setis instructa, 
clypeo subrugoso - punctato , parce setoso , antrorsum angustato, 
marginibus elevatis, margine antico sinuato ; antennis rufo-flavis, 
10-articulatis, flabello maris 4-articulato, longitudine stipiti aequali; 
prothorace mediocriter crebre punctato , lateribus setosis , antice 
incurvatis, postice levissime sinuatis, angulis anticis porrectis, angulis 
posticis fere rectangulis, breviter rotundatis; elytris seriatim punc- 
tatis, interstitiis parum convexis, parce punctatis, punctis minu- 
tissime setosis ; pygidio triangulari, apice sat breviter rotundato, 
mediocriter crebre punctato, ante apicem setoso, linca media longi- 
tudinali indistincta impunctata. Subtus pectoris medio levissime 
longitudinaliter sulcato et utrinque setoso ; coxis posticis submgosis, 
sat crebre umbilicato-punctatis , juxta latera setosis ; segmentis 
abdominalibus una serie transversa setarum obtectis ; femoribus 
tibiisque posticis valde dilatatis , illis ante marginem posticum 
parce seriatim setosis. — Long. 8 mm. 

Hab. : Java (Preanger). 

In Färbung und Gestalt ist die Art der N. Felschei Brsk. 
ähnlich, von der bisher nur weibliche Exemplare bekannt sind. Der 
vorliegende d* kann nicht zu dieser Art gehören, da die Hinter- 
schenkel und Hinterschienen viel stärker verbreitert sind. Die Färbung 
ist schwarzbraun, die Oberseite ist matt, die Unterseite schimmert 
bei dem vorliegenden Exemplar seidenartig, was von der Abreibung 
der Tomentbekleidung herrühren kann. Die Stirn ist fein punktiert 
und neben den Augen mit einzelnen Borsten besetzt. Der gleich- 
falls vereinzelt beborstete Clypeus trägt eine etwas runzlige Punk- 
tierung. Er ist nach vorn verschmälert und erhaben umrandet, 






Moser, Neue Serica-Arten. 373 

der Vorderrand ist ausgebuchtet. Die zehngliedrigen Fühler sind 
gelbbraun , der viergliedrige Fächer des o* ist so lang wie der 
Stiel. Das Halsschild ist mäfsig dicht punktiert und zeigen die 
Punkte ebenso wie die der Flügeldecken unter der Lupe äufserst 
winzige Börstchen. Die Seiten des Halsschildes sind beborstet, vorn 
nach innen gebogen, vor den Hinterecken ganz leicht ausgebuchtet. 
Die Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind fast recht- 
winklig und kurz abgerundet. Die Flügeldecken tragen Punkt- 
reihen, die schwach gewölbten Zwischenräume sind ziemlich weit- 
läufig punktiert. Das Pygidium zeigt eine mäfsig dichte Punktierung, 
eine undeutliche Mittellinie ist punktfrei. Vor dem Hinterrande 
des Pygidiums stehen einige Borsten. Die Mitte der Brust trägt 
eine sehr flache Längsfurche und beiderseits eine Borstenreihe. 
Die Hinterhüften sind schwach gerunzelt, ziemlich dicht mit Nabel- 
punkten bedeckt und an den Seiten beborstet. Die einzelnen 
Bauchsegmente tragen eine Querreihe von Borsten. Die Hinter- 
schenkel und Hinterschienen sind sehr stark verbreitert, letztere 
auch stark verkürzt. Vor dem Hinterrande der Hinterschenkel 
befindet sich eine Reihe von 4 — 5 Borsten , während 2 Borsten- 
punkte vor dem Ende stehen. Die Hinterschienen lassen auf ihrer 
Fläche einige feine Punkte erkennen. 

Neoserica castanes cens n. sp. 

cf. Rufo-castanea, nitida, subtus pectoris, coxarum posticarum 
abdominisque lateribus opacis. Capite , fronte parce punctata, 
juxta oculos raris setis instructa, clypeo densius punctata, medio 
leviter convexo, antrorsum angustato, marginibus elevatis, margine 
antico perparum sinuato ; antennis fulvis, 10-articulatis, flabello 
maris 4-articulato, stipite paulo longiore ; prothorace sat remote 
punctata, lateribus setosis, antice curvatis, angulis anticis porrectis, 
angulis posticis obtusis, breviter rotundatis, margine antico medio 
leviter producta, juxta angulos anticos setoso ; elytris regulariter 
seriatim punctatis, interstitiis perparum modo convexis, laxe punc- 
tatis ; pygidio mediocriter crebre punctato , ante apicem setoso. 
Subtus pectoris medio longitudinaliter sulcato et utrinque una 
serie setarum obtecto ; coxis posticis subrugosis, irregulariter sat 
parce umbilicato-punctatis, juxta latera setas ferentibus; abdomine 
seriatim transversim setoso, setis in abdominis medio remote positis ; 
femoribus posticis valde dilatatis, nitidis, setis 4 instructis, margine 
antico subtiliter serrato ; tibiis posticis latis, paulo abbreviatis. — 
Long. 9 mm. 

Hab : Sumatra (Palembang). J. Z. Kannegieter leg. 

Die Art ist der leider nach einem $ beschriebenen N. Eitsemae 
Brsk. von Borneo sehr ähnlich , doch stehen bei dieser auf den 



374 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Baiichsegmenten die Borsten der Querreihen enger. Die Färbung 
ist rotbraun, glänzend, die Seiten der Brust, der Hinterhüften 
und des Abdomens sind matt. Die Stirn ist weitläufig punktiert, 
neben den Augen mit einigen Borsten versehen. Auf dem Clypeus 
stehen die Punkte enger, die Mitte ist leicht gewölbt, die Ränder 
sind erhaben, der Vorderrand ist ganz schwach ausgebuchtet. Die 
gelbbraunen Fühler sind zehngliedrig , der männliche Fächer ist 
viergliedrig und ein wenig länger als der Stiel. Auf dem Hals- 
schild stehen die Punkte wenig dicht, die Seitenränder sind be- 
borstet, hinten fast gerade, vorn gebogen. Die Vorderecken sind vor- 
gestreckt, die Hinterecken sind nur ein wenig stumpfwinklig und 
kurz abgerundet , der Vorderrand ist in der Mitte vorgezogen 
und trägt neben den Vorderecken einige Borsten. Die Flügel- 
decken zeigen regelmäfsige Punktreihen , die nur sehr schwach 
gewölbten Zwischenräume sind weitläufig punktiert und lassen 
nach den Seiten der Flügeldecken zu einen schmalen unpunktierten 
Mittelstreifen erkennen. Das Pygidium ist mäfsig dicht punktiert, 
hinten beborstet. Die Mitte der Brust zeigt eine Längsfurche 
und beiderseits eine Borstenreihe. Die Hinterhüften sind schwach 
gerunzelt, etwas unregelmäfsig punktiert, neben den Seitenrändern 
beborstet. In den Borstenreihen der Bauchsegmente sind nament- 
lich in der Mitte die Borsten weitläufig gestellt. Die Hinterschenkel 
sind stark verbreitert, glänzend, hinten mit vier Borstenpunkten. 
Der Vorderrand zeigt ebenso wie bei Ritsemae und einigen ver- 
wandten Arten eine sehr feine dichte Kerbung. Die Hinterschienen 
sind ein wenig verbreitert und verkürzt , auf der Fläche glatt. 
Die Sohlen der Vorder- und Mitteltarsen sind behaart. 
Neosei^ica rufula n. sp. 
er*. N. castanescenti simillima. Rufo-castanea, nitida, corpore 
infra lateribus opacis. Capite irregulariter, fronte parce, clypeo 
paulo densius punetato, fronte juxta oculos raris setis instrueta, 
clypeo antrorsum angustato, marginibus elevatis, margine antico 
medio paulo sinuato; antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris 
4-articulato , stipiti longitudine fere aequali ; prothorace medio- 
criter dense punetato, lateribus setosis, angulis anticis porrectis, 
angulis posticis obtusis, breviter rotundatis, margine antico medio 
parum produeto ; elytris seriatim punetatis , interstitiis parum 
convexis, parce punetatis ; pygidio remote punetato, apice setoso, 
vitta media longitudinali impunetata. Subtus pectoris medio 
longitudinaliter sulcato et utrinque setoso ; coxis posticis sat 
sparsim umbilicato - punetatis , juxta latera setosis ; abdominis 
segmentis singulis una serie transversa setarum obtectis, segmentis 
duobus ultimis opacis ; femoribus posticis valde dilatatis, nitidis, 
postice raris setis obtectis, margine antico levissime et densissime 









Moser, Neue Serica-Avten. 375 

serrato ; tibiis posticis fortiter dilatatis et abbreviatis. — Long. 
9 mm. 

Hab. : Sumatra. Weyers leg. 

Die Art ist sowohl der N. Ritsemae Brsk. als auch der vor- 
hergehend beschriebenen N. castanescens ähnlich. Von beiden 
unterscheidet sie sich durch kürzere Hinterschienen. Der Scheitel 
ist glatt , die Stirn ist weitläufig und sehr unregelmäfsig punk- 
tiert , neben den Augen stehen einige Borsten. Auf dem nach 
vorn verschmälerten Clypeus stehen die Punkte enger, die Ränder 
des Clypeus sind erhöht, der Vorderrand ist in der Mitte schwach 
ausgebuchtet. Die gelben Fühler sind zehngliedrig , der vier- 
gliedrige Fächer des d* ist fast so lang wie der Stiel, aber deut- 
lich kürzer wie bei castanescens. Das Halsschild ist mäfsig dicht 
punktiert, der Vorderrand ist in der Mitte leicht nach vorn ge- 
bogen, die Seitenränder sind beborstet, die Vorderecken sind vor- 
gezogen , die stumpfwinkligen Hinterecken sind kurz abgerundet. 
Die Flügeldecken zeigen regelmäfsige Punktreihen, die Zwischenräume 
sind kaum merklich gewölbt und weitläufig punktiert, die Punkte 
sind ein wenig kräftiger wie bei castanescens. Das Pygidium ist 
zerstreut punktiert, in der Mitte mit undeutlicher glatter Längs- 
binde , vor dem Ende mit einigen Borsten besetzt. Die Mitte 
der Brust ist mit einer Längsfurche versehen und beiderseits 
derselben beborstet. Die Hinterhüften sind ziemlich weitläufig 
mit Nabelpunkten bedeckt , neben den Seitenrändern stehen 
kräftige Borsten. Jedes Bauchsegment trägt eine Querreihe be- 
borsteter Punkte und stehen letztere in der Mitte enger wie bei 
castanescens. Die beiden letzten Bauchsegmente sind matt. Die 
glänzenden Hinterschenkel sind sehr stark verbreitert , tragen 
hinten einige Borsten und am Vorderrande eine feine Kerbung. 
Die Hinterschienen sind breit und kurz, von den seitlichen Borsten 
abgesehen, glatt. 

Neoserica nigrescens n. sp. 

cf. N. Ritsemae Brsk. similis. Nigro-fusca, nitida, subtus 
lateribus anguste opacis. Capite sat remote fortiter punctato, 
parce setoso, clypeo antrorsum angustato, medio convexo, margini- 
bus elevatis, margine antico paulo sinuato ; antennis rufo-flavis, 
10-articulatis , flabello maris 4 - articulato , stipiti longitudine 
aequali; prothorace mediocriter crebre punctato, lateribus setosis, 
angulis anticis porrectis , angulis posticis obtusis , rotundatis, 
margine antico medio producto; elytris seriatim punctatis, inter- 
stitiis perparum modo convexis , parce punctatis ; pygidio laxe 
punctato. Corpore infra pectoris medio longitudinaliter sulcato 
et utrinque setis raris obtecto ; coxis posticis umbilicato-punctatis, 
juxta latera setas ferentibus ; abdomine seriatim transversim 



376 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

setoso, setis in abdominis medio remote positis ; femoribus posticis 
valde dilatatis, nitidis, raris setis instructis, tibiis posticis parum 
dilatatis. — Long. 10 mm. 

Hab. : Borneo (Kina-Balu). Waterstradt leg. 

Die Art ist der N. Ritsemae Brsk. ähnlich, ein wenig gröfser 
und dunkler , von Ritsemae sowohl wie von den vorhergehend be- 
schriebenen Arten dadurch unterschieden, dafs der Vorderrand der 
Hinterschenkel glatt ist. Die Art ist glänzend , schwarzbraun, 
auf der Oberseite fast schwarz, die Unterseite ist an den Seiten 
schmal matt. Der Kopf ist ziemlich weitläufig mit groben Punkten 
bedeckt und mit einigen Borsten besetzt. Die Stirn zeigt eine 
unpunktierte mittlere Längslinie , der Clypeus in der Mitte eine 
leichte Erhabenheit. Der Clypeus ist nach vorn verschmälert, die 
Ränder sind stark erhaben, der Vorderrand ist leicht ausgebuchtet. 
Die zehngliedrigen Fühler sind gelbbraun, der viergliedrige männ- 
liche Fächer ist so lang wie der Stiel. Das Halsschild ist mäfsig 
dicht punktiert, die leicht gebogenen Seitenränder sind beborstet, 
die Vorderecken sind vorgestreckt , die stumpfwinkligen Hinter- 
ecken sind abgerundet, der Vorderrand ist in der Mitte vorgezogen. 
Die Flügeldecken tragen Punktreihen , die flachen Zwischenräume 
sind zerstreut punktiert , nach den Seiten der Flügeldecken zu 
markieren sich ganz schwache schmale glatte Rippen. Das Pygi- 
dium trägt eine weitläufige Punktierung. Die Mitte der Brust 
zeigt eine Längsfurche und beiderseits derselben einige Borsten. 
Die Hinterhüften sind schwach gerunzelt und mit winzig beborsteten 
Nabelpunkten bedeckt , während an den Seiten kräftige Borsten 
stehen. Jedes Bauchsegment trägt eine Querreihe von Borsten- 
punkten , doch stehen dieselben in der Mitte der Segmente sehr 
weitläufig. Die glänzenden Hinterschenkel sind sehr stark ver- 
breitert und mit einigen Borsten besetzt. Die Hinterschienen 
sind nur sehr wenig verbreitert und wenig verkürzt. 

Neoserica curticrus n. sp. 
cf. Picea, supra nitida, subtus opaca. Capite mediocriter 
crebre punctato, clypeo antrorsum angustato, marginibus elevatis, 
margine antico leviter sinuato ; antennis fulvis 10-articuiatis, 
flabello maris 4-articulato, stipite parum breviore; prothorace sat 
dense punctato, lateribus parum curvatis, angulis anticis porrectis, 
angulis posticis obtusis, breviter rotundatis, margine antico medio 
paulo producto; elytris seriatim punctatis, interstitiis fere planis, 
sat remote punctatis ; pygidio laxe punctato, ante apicem setoso. 
Subtus pectoris medio levissime longitudinaliter sulcato et utrinque 
setoso ; coxis posticis mediocriter crebre punctatis , juxta latera 
setas ferentibus; abdomine seriatim transversim setoso; femoribus 



Moser, Neue Serica- Arten. 377 

posticis nitidis, valde dilatatis, tibiis posticis fortiter abbreviatis 
et dilatatis. — Long. 10 mm. 

Hab. : Borneo (Kina-Balu). Waterstradt leg. 

Die Art weicht von den vorherstehend beschriebenen Arten 
dadurch ab , dafs die ganze Unterseite mit Ausnahme der Beine 
matt ist. Die Oberseite ist glänzend und macht nicht den Ein- 
druck , als ob das Exemplar abgerieben wäre. Der Kopf ist 
mäfsig dicht, der Clypeus etwas enger als die Stirn, punktiert, 
die Stirn zeigt in der Mitte hinter der Naht einen glatten Fleck. 
Der Clypeus ist nach vorn verschmälert, seine Ränder sind erhöht, 
der Vorderrand ist sehr schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen 
Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige Fächer des <? ist ein 
wenig kürzer als der Stiel. Das Halsschild trägt eine ziemlich 
dichte Punktierung , die Mitte des Vorderrandes ist leicht vor- 
gezogen , die vorgestreckten Vorderecken sind spitzwinklig , die 
stumpfwinkligen Hinterecken sind kurz abgerundet. Die Flügel- 
decken tragen Punktreihen, die flachen Zwischenräume sind mit 
kräftigen Punkten mäfsig dicht bedeckt. Das Pygidium ist weit- 
läufig punktiert , vor dem Hinterrande beborstet. Die Mitte der 
Brust zeigt eine flache Längsfurche und beiderseits derselben 
Borsten. Die Hinterhüften sind schwach gerunzelt , mit winzig 
beborsteten Nabelpunkten bedeckt und neben den Seitenrändern 
mit krätigen Borsten besetzt. Das Abdomen trägt Querreihen 
von Borstenpunkten. Die Hinterschenkel sind kurz und sehr 
stark verbreitert , mit einigen feinen Punkten und bei dem vor- 
liegenden Exemplar nur mit einer Borste am Ende. Die glatten 
Hinterschienen sind sehr kurz , gleichfalls stark verbreitert und 
sehr flach. 

Neoserica pilosula n . sp. 

<?• Fusca, nitida, breviter flavido-pilosa. Capite, fronte 
remote sat fortiter punctata, clypeo subrugoso, antrorsum angustato, 
marginibus elevatis, margine antico sinuato ; antennis fulvis 10- 
articulatis, flabello maris 4-articulato, stipiti longitudine aequali ; 
prothorace sat crebre punctato, lateribus paulo curvatis, angulis 
anticis porrectis , angulis posticis obtusis , breviter rotundatis, 
margine antico medio parum producto ; elytris leviter rugosis, 
sat dense punctatis, subcostatis; pygidio mediocriter crebre punctato. 
Subtus pectoris medio longitudinaliter sulcato et sparsim setoso r 
pectoris lateribus punctatis , punctis pilosis , coxis posticis 
subrugosis , umbilicato-punctatis , punctis juxta coxarum latera 
setis longis instructis ; abdomine sat dense punctato , singulis 
segmentis una serie transversa setarum obtectis; femoribus tibiisque 
posticis perparum modo dilatatis, punctatis, punctis pilos feren- 
tibus. — Long. 8 mm. 



378 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Hab. : Yunnan. Von Staudinger und Bang - Haas erhalten. 

Die Art gleicht in der Färbung und Gestalt der N. Fischeri Mos. 
und ist daran erkenntlich , dafs alle Punkte der Oberseite kurz 
behaart sind. Die Stirn ist ziemlich weitläufig mit groben Punkten 
besetzt , die Mitte ist undeutlich längsgekielt. Der Clypeus ist 
etwas runzlig, in der Mitte leicht gewölbt. Er ist nach vorn 
verschmälert , die Ränder sind aufgebogen , der Vorderrand ist 
ausgebuchtet. Die Oberlippe trägt eine Reihe dicht gestellter 
kurzer Borsten. Die hellbraunen Fühler sind zehngliedrig , der 
viergliedrige Fächer des d* ist so lang wie der Stiel. Das Hals- 
schild ist ziemlich dicht punktiert, die Vorderecken sind vorgezogen, 
die stumpfwinkligen Hinterecken sind kurz abgerundet, der Vorder- 
rand ist in der Mitte schwach nach vorn gebogen. Das Schildchen 
ist mit Ausnahme der Mitte punktiert. Die Flügeldecken sind 
schwach gerippt , ziemlich dicht und etwas runzlig punktiert. 
Das Pygidium trägt eine mäfsig dichte Punktierung. Die Mitte 
der Brust ist leicht längsgefurcht und weitläufig mit Borsten 
besetzt. Auf den Seiten der Brust tragen die Punkte haarförmige 
Borsten. Die Hinterhüften sind schwach gerunzelt , mit Nabel- 
punkten bedeckt , neben den Seitenrändern mit langen Borsten 
versehen. Das Abdomen ist ziemlich dicht mit behaarten Punkten 
bedeckt und trägt jedes Bauchsegment aufserdem eine Querreihe 
von Borsten. Die Hinterschenkel und Hinterschienen sind nur 
sehr wenig verbreitert. Erstere sind weitläufig punktiert und sind 
die Punkte mit haarförmigen Borsten besetzt. Die Hinterschienen 
sind nadelrissig und tragen aufser den kräftigen Borsten feine 
Härchen. 

Neoserica squamulata n. sp. 

Fusca, opaca, fronte prothoraceque obscurioribus, supra flavido- 
squamosa, squamis lanceolatis. Fronte nigra, opaca, parce an 
mediocriter crebre squamis parvis obtecta , juxta oculos setosa ; 
clypeo rufo, nitido, sat fortiter punctato, punctis setosis, antrorsum 
parum modo angustato, marginibus elevatis, margine antico sinuato ; 
antennis flavis, 10-articulatis, flabello maris 4-articulato, stipiti 
longitudine aequali, flabello feminae 3-articulato, stipite breviore ; 
prothorace irregulariter squamoso , vitta media longitudinali et 
utrinque maculis nonnullis glabris , margine antico lateribusque 
flavo-ciliatis, illo medio paulo producto, lateribus leviter curvatis, 
angulis anticis porrectis, angulis posticis parum obtusis, breviter 
rotundatis ; scutello squamoso, vitta media glabra ; elytris costatis, 
parce setosis, irregulariter squamosis ; pygidio mediocriter crebre 
punctato, punctis setas ferentibus, setis longitudine inaequalibus. 
Subus metasterno ante marginem posticum leviter transversim 
impresso , haud dense punctato , punctis setosis ; coxis posticis 



Moser, Neue Serica- Arten. 379 

umbilicato-pimctatis , punctis squamoso-setosis , juxta coxarum 
latera setis validis instructis ; abdomine laxe punctato , singulis 
segmentis una serie transversa setarum obtectis ; femoribus tibiisque 
posticis paulo dilatatis , illis opacis , remote punctatis , post 
marginem anticum et ante marginem posticum setosis ; tibiis 
posticis, medio laevi excepto, parce squamis minutis obtectis. — 
Long. 8 — 9 mm. 

Hab. : Siam (Hinlap). H. Fruhstorfer leg. 

Die Art ist durch die Beschuppung der Oberseite ausgezeichnet. 
Sie ist matt, rotbraun, die Stirn und das Halsschild sind dunkler 
gefärbt, die Schuppen der Oberseite sind gelblichweifs, klein, lanzett- 
förmig. Auf der Stirn stehen die Schuppen weitläufig oder mäfsig 
dicht, neben den Augen befinden sich einzelne Borsten. Der rote 
Clypeus ist ziemlich kräftig punktiert, die Punkte sind abstehend 
beborstet. Nach vorn ist der Clypeus nur wenig verschmälert, 
seine Ränder sind erhaben, der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. 
Die gelben Fühler sind zehngliedrig, der Fächer ist beim cf vier- 
gliedrig und so lang wie der Stiel , beim $ ist er dreigliedrig 
und so lang wie die 6 vorhergehenden Glieder des Stieles 
zusammen. Das Halsschild ist unregelmäfsig beschuppt, eine mehr 
oder weniger verkürzte mittlere Längsbinde und einige unbestimmte 
Makel beiderseits derselben sind unbeschuppt. Der Vorderrand 
des Halsschildes ist in der Mitte etwas vorgezogen und ebenso 
wie die Seitenränder abstehend beborstet. Die Seitenränder sind 
leicht gebogen , die Vorderecken sind etwas vorgestreckt , die 
Hinterecken sind ein wenig stumpfwinklig und kurz abgerundet. 
Das Schildchen zeigt eine schuppenfreie Mittellinie. Die Flügel- 
decken sind gerippt, mit vereinzelten abstehenden Borsten besetzt 
und sehr unregelmäfsig beschuppt. Die Schuppen stehen teils 
eng zusammen , teils lassen sie Stellen schuppenfrei. Die un- 
beschuppten Teile der Rippen sind dunkler gefärbt als die be- 
schuppten. Das Pygidium ist mäfsig dicht punktiert, die Punkte 
sind mit längeren oder kürzeren Borsten besetzt, vor dem Hinter- 
rande des Pygidiums sind die Borsten am längsten. Das Metasternum 
zeigt vor dem Hinterrande einen schwachen Quereindruck. Die 
Mitte ist nicht gefurcht , läfst aber einen linienartigen Pfeil er- 
kennen. Beiderseits der Mitte befinden sich abstehende Borsten. 
Die Seiten der Brust sind ziemlich weitläufig punktiert und tragen 
die Punkte feine Borsten oder borstenartige Schüppchen. Die 
Hinterhüften sind mit einer mäfsig dichten Punktierung bedeckt, 
die Borsten der Punkte sind schuppenförmig , neben den Seiten 
der Hüften dagegen kräftig. Das Abdomen zeigt aufser einer 
weitläufigen mit borstenartigen Schüppchen besetzten Punktierung 
auf jedem Segment eine Querreihe kräftiger Borsten. Die Hinter- 



380 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Schenkel und Hinterschienen sind nur wenig verbreitert. Erstere 
sind matt , verschmälern sich nach dem Ende zu , tragen eine 
weitläufige, winzig beborstete Punktierung, hinter dem Vorderrande 
eine Querreihe etwas längerer Borsten und vor dem Hinterrande 
eine Reihe kräftiger Borsten. Die Hinterschienen sind neben der 
Innenkante leicht längsgefurcht und tragen aufser den kräftigen 
Borsten, mit Ausnahme der glänzenden Mitte, kleine Schüppchen. 
N eoserica variegata n. sp. 

Lurida, nitida, supra viridi-fusco-maculata, scutello, pygidio 
abdomineque opacis. Capite , fronte viridi - fusca , sat remote 
punctata , clypeo fulvo , parum densius punctato , parce setoso, 
antrorsum angustato, lateribus rotundatis, margine antico elevato, 
sinuato , medio parum producto ; antennis flavis 10-articulatis, 
flabello maris 4-articulato, elongato, flabello feminae 3-articulato, 
stipite parum breviore ; prothorace mediocriter crebre sat fortiter 
punctato , lateribus leviter curvatis , angulis anticis productis, 
angulis posticis obtusis, rotundatis, disci medio macula obscura 
ornato ; elytris irregulariter fasco - maculatis , costatis , costis 
angustis, laevibus, interstitiis latioribus, fortiter punctatis; pygidio 
fusco, mediocriter dense punctato, punctis pilosis. Subtus pectoris 
medio parce punctato , punctis pilos breves ferentibus , pectoris 
lateribus coxisque posticis paulo densius punctatis , punctis 
minutissime setosis, setis juxta coxarum latera majoribus; abdomine 
fusco , sat remote punctato , punctis pilosis , segmentis singulis 
una serie transversa setarum instructis ; femoribus tibiisque 
posticis haud dilatatis ; tibiis anticis bidentatis. — Long. 6 mm. 

Hab. : Assam (Naga Hills). 

Die Art pafst in keine der von Brenske aufgestellten Gattungen. 
Ich fand dieselbe in der Brenskeschen Sammlung als Serica maculosa 
Brsk. i. 1., doch kann sie nicht der Gattung Serica zugeteilt werden, 
da der männliche Fühlerfächer viergliedrig ist. Aus diesem 
Grunde habe ich die Art vorläufig in die Gattung Neoserica gestellt, 
obgleich die Hinterschenkel und Hinterschienen nicht verbreitert 
sind. Die Art in die Gattung Microserica zu stellen war wegen 
des äufseren Habitus nicht möglich und von der Aufstellung 
neuer Gattungen will ich vorläufig absehen. 

Die Art ist glänzend, gelb, mit bräunlichen, mehr oder weniger 
grünschimmernden Makeln, das Schildchen, das Pygidium und das 
Abdomen sind schwärzlich gefärbt und matt. Die Stirn ist dunkel, 
grünlich oder kupfrig schimmernd , wenig dicht aber ziemlich 
kräftig punktiert. Auf dem gelben Clypeus stehen die Punkte 
ein wenig enger, einige von ihnen sind abstehend beborstet. Der 
Clypeus ist nach vorn etwas verschmälert , die Ränder sind auf- 
gebogen , die Vorderecken sind abgerundet , der Vorderrand ist 



Moser, Neue Serica-Arten. 3#1 

ausgebuchtet, die Mitte des Vorderrandes ist schwach zugespitzt. 
Die gelben Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige Fächer des 
cf ist länger als der Stiel und schwach gebogen, der dreigliedrige 
Fächer des $ ist ein wenig kürzer als der Stiel. Das Halsschild 
ist mäfsig dicht mit ziemlich kräftigen Punkten besetzt. Die 
Vorderecken sind ein wenig vorgezogen , die stumpfwinkligen 
Hinterecken sind abgerundet. Die Flügeldecken tragen schmale 
glatte Längsrippen , die breiteren Zwischenräume sind grob und 
unregelmäfsig punktiert. Vereinzelte helle Borsten auf den Flügel- 
decken sind schuppenförmig. Das Pygidium ist dreieckig mit 
abgerundeter Spitze. Es ist mäfsig dicht mit abstehend behaarten 
Punkten besetzt. Die Mitte der Brust ist weitläufig punktiert 
und sind die Punkte mit kurzen Haaren versehen. Auf den Seiten 
der Brust und auf den Hinterhüften stehen die Punkte etwas 
enger und sind winzig beborstet. Nur an den Seiten der Hinter- 
hüften stehen einige kräftige Borsten. Das Abdomen ist mäfsig 
dicht mit fein behaarten Punkten bedeckt. Aufserdem trägt jedes 
Segment einige in einer Querreihe stehende Borsten. Die Hinter- 
schenkel und Hinterschienen sind nicht verbreitert. Erstere sind 
glatt und tragen nur am Vorder- und Hinterrande einige fein 
bebor stete Punkte. Die Hinter schienen sind weitläufig beborstet. 
Neoserica s eptemfoliata n. sp. 

cf. Oblongo-ovata, nigra, nitida. Capite remote punctato, 
clypeo parce setoso, antrorsum angustato, margine antico elevato, 
sinuato ; antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris 6-articulato, 
stipite multo longiore , parum curvato , stipitis articulo quarto 
intus longe spinoso , articulo tertio elongato ; prothorace medio 
sat remote , ad latera versus paulo densius punctato , lateribus 
leviter curvatis, angulis anticis productis, angulis posticis obtusis, 
subrotundatis ; elytris seriatim irregulariter punctatis, interstitiis 
paulo convexis , laevibus ; pygidio mediocriter crebre punctato. 
Subtus metasterno juxta medium parce setoso , coxis posticis 
umbilicato-punctatis, juxta latera setosis; abdomine parce punctato, 
punctis setas ferentibus; femoribus tibiisque posticis haud dilatatis, 
nitidis, parce punctatis, illis antice et postice raris setis obtectis. — 
Long. 8 mm. 

Hab. : Yunnan. 

Auch diese durch die männliche Fühlerbildung ausgezeichnete 
Art , pafst infolge der nicht verbreiterten Hinterschenkel und 
Hinterschienen nicht recht in die Gattung Neoserica. Sie ist schwarz, 
glänzend. Die Stirn ist weitläufig punktiert , auf dem Clypeus 
stehen die Punkte ein wenig enger und sind abstehend beborstet. 
Der Clypeus ist nach vorn verschmälert, der aufgebogene Vorder- 
rand ist flach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler sind zehn- 



382 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

gliedrig, der Fächer ist beim o" sechsgliedrig, schwach gebogen 
und um die Hälfte länger als der Stiel. Das dritte Glied des 
Stieles ist verlängert, das vierte Glied ist innen mit einem langen, 
blattartigen, fast die halbe Länge des Fächers erreichenden Ansatz 
versehen. Das Halsschild ist in der Mitte ziemlich weitläufig, 
nach den Seiten zu etwas enger punktiert. Die Seiten sind leicht 
gerundet, die Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind 
nur wenig stumpfwinklig und kurz abgerundet. Die Flügeldecken 
sind in den Streifen kräftig punktiert , die schwach gewölbten 
Zwischenräume sind glatt. Das Pygidium trägt eine mäfsig dichte 
Punktierung. Das Metasternum zeigt in der Mitte keine Längs- 
furche, sondern einen eingerissenen Pfeil und beiderseits desselben 
einige abstehende Borsten. Die mit Nabelpunkten bedeckten 
Hinterhüften sind neben den Seitenrändern beborstet. Das Abdomen 
ist weitläufig punktiert und schwach beborstet. Die Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind nicht verbreitert und sehr weitläufig mit 
Punkten besetzt. Erstere sind glänzend und tragen am Vorder- 
rande und vor dem Hinterrande eine Querreihe weitläufig gestellter 
Borsten. 

Mi croserica malaccensis Brsk. 
Bei dieser Art sind die Glieder des männlichen Fühlerfächers 
schwer zu zählen. Derselbe ist nicht , wie Brenske in seiner 
Beschreibung angibt, viergliedrig, sondern fünfgliedrig. 

Mi croserica neglecta n. sp. 
M. malaccensi. Brsk. similis. Opaca, supra nigra, elytris ubique 
nigris an parte anteriore plus minusve rufo-flavis , subtus nigra, 
pedibus infuscatis. Capite parce setoso, clypeo antrorsum paulo 
angustato , marginibus elevatis , margine antico leviter sinuato ; 
antennis fulvis 10-articulatis , flabello in utroque sexu stipite 
breviore, flabello maris 5-articulato, feminae 3-articulato ; prothorace 
mediocriter crebre punctato, punctis minutissime setosis, lateribus 
margineque antico setosis, disco post marginem anticum et post 
angulos anticos raris setis validis obtecto, angulis anticis porrectis, 
angulis posticis fere rectangulis ; elytris seriatim punctatis, inter- 
stitiis paulo convexis, parce punctatis, punctis setas minutissimas 
ferentibus; pygidio sat remote punctato, ante apicem setoso. Subtus 
pectoris medio longitudinaliter sulcato et utrinque juxta sulcum 
una serie setarum obtecto; coxis posticis mediocriter dense punctatis, 
punctis minutissime setosis , juxta coxarum latera setis validis 
instructis ; abdominis segmentis seriatim transversim setosis ; 
femoribus posticis dilatatis , opacis , ante marginem posticum 
4 punctis setosis obtectis ; tibiis posticis perparum modo dilatatis 
et abbreviatis. — Long. 5 — 6 mm. 



Moser, Neue Serica- krten. 383 

Hab. : Sumatra (Soekorauda). 

Die Art ist der M. mallaccensis Brsk. sehr ähnlich und wurde 
auch von Brenske mit dieser verwechselt. Sie ist leicht durch 
die Beborstung des Halsschildes von malaccensis zu unterscheiden. 
Bei letzterer Art befinden sich auf dem Halsschild aufser den Borsten 
auf den Seitenrändern und auf dem Vorderrande nur noch einige 
Borsten in den Vorderecken. Bei der Art von Sumatra dagegen 
stehen auch auf der vorderen Hälfte des Diskus Borsten. Sind 
dieselben entfernt , so sind deutlich die kräftigen Borstenpunkte 
bemerkbar. Alle 9 mir vorliegenden Exemplare von malaccensis 
sind gleichmäfsig gefärbt , indem die Flügeldecken an der Basis 
einen grofsen ovalen gelbbraunen Fleck tragen. Von den 7 mir 
vorliegenden Exemplaren der neglecta sind 5 auf der Oberseite 
ganz schwarz, ein Exemplar hat einen sehr kleinen Basalfleck auf 
den Flügeldecken und nur ein Exemplar hat einen Fleck von 
gleicher Form und Gröfse wie bei malaccensis. Die Farbe dieses 
Fleckes ist jedoch nicht gelbbraun, sondern rötlich. Die Beine 
sind mehr oder weniger bräunlich und sind die Hinterschenkel 
nicht ganz so stark verbreitert und etwas länger wie bei malaccensis. 
Dafs die Art von Sumatra nicht eine Lokalform der malaccensis 
ist, beweist der ganz anders gebildete Forceps. 

Microserica dup los etos a n. sp. 

(f. Opaca, supra nigro-fusca, subtus fusca. Capite, fronte 
parce setosa , clypeo sat remote punctato , setis raris obtecto, 
antrorsum parum modo angustato , marginibus elevatis, margine 
antico subsinuato ; antennis fulvis, 10-articulatis, flabello maris 
4-articulato, elongato ; prothorace sat remote punctato, punctis 
minutissime setosis , lateribus curvatis , setosis , angulis anticis 
porrectis , angulis posticis obtusis , rotundatis , margine antico 
ciliato, medio parum rotundato-producto ; elytris leviter costatis, 
irregulariter punctatis, punctis setas parvas ferentibus, setis raris 
longis intermixtis ; pygidio mediocriter crebre punctato , ante 
apicem setoso. Subtus pectore juxta medium parce setoso, coxis 
posticis sat dense umbilicato-punctatis , punctis juxta coxarum 
latera setas ferentibus ; abdomine seriatim transversim setoso ; 
femoribus tibiisque posticis parum modo dilatatis, coriaceis, parce 
punctatis ; femoribus posticis margine antico et ante marginem 
posticum setosis, tibiis posticis longitudinaliter leviter sulcatis. — 
Long. 7 mm. 

Hab.: Tonkin (Chiem-Hoa). H. Fruhstorfer leg. 

Diese Art ist durch die Beborstung der Flügeldecken aus- 
gezeichnet. Sie ist matt, oben schwarzbraun, unten braun. Die 
Stirn trägt einige gelbliche Borsten, der Clypeus ist flach punktiert 
und gleichfalls mit einigen Borsten besetzt. Er ist nach vorn 



384 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

nur sehr wenig verschmälert, seine Ränder sind aufgebogen, der 
Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler 
sind zehngliedrig , der viergliedrige Fächer des d" ist bedeutend 
länger als der Stiel. Das Halsschild ist ziemlich weitläufig 
punktiert, die Punkte tragen winzige Börstchen. Die Seitenränder 
und der Vorderrand sind gelb beborstet , die Vorderecken sind 
vorgestreckt, die Hinterecken sind stumpfwinklig und abgerundet, 
der Vorderrand ist in der Mitte leicht vorgezogen. Die Flügel- 
decken sind schwach gerippt und unregelmäfsig punktiert. Die 
Punkte tragen sehr kleine aber deutliche gelbliche Borsten. 
Zerstreut stehen dazwischen lange, kaum ein wenig aufgerichtete 
gelbe Borsten. Das Pygidium ist mäfsig dicht punktiert , vor 
dem Hinterrande beborstet. Die Brust zeigt in der Mitte eine 
eingerissene Längslinie und daneben einige Borsten. Die Hinter- 
hüften sind ziemlich dicht punktiert , neben den Seitenländern 
tragen die Punkte kräftige Borsten. Die einzelnen Bauchsegmente 
sind mit einer Querreihe von Borstenpunkten versehen. Die 
Hinterschenkel und Hinterschienen sind nur wenig verbreitert, 
fein lederartig gerunzelt und weitläufig mit winzig beborsteten 
Punkten besetzt. Die Hinterschenkel tragen am Vorderrande und 
vor dem Hinterrande eine Querreihe kräftiger Borsten, die Hinter- 
schienen zeigen eine flache Längsfurche. 

Microserica atropicta n. sp. 

Opaca, supra nigra, subtus nigro-fusca, elytris flavis, singulis 
marginibus vittaque media longitudinali, antice abbreviata, nigris. 
Capite rugoso-punctato, setoso, clypeo antrorsum angustato, margine 
antico paulo elevato, sinuato; antennis fulvis, 10-articulatis, flabello 
obscuriore, in utroque sexu 4-articulato, parvo, flabelli articulo 
primo in femina abbreviato; prothorace mediocriter crebre punctato, 
post marginem anticum et ad latera versus setoso, lateribus cur- 
vatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis rotundatis ; elytris 
seriatim punctatis, interstitiis parum convexis, parce punctatis ; 
pygidio remote punctato. Subtus pectore piloso , coxis posticis 
sat sparsim punctatis , punctis juxta coxarum latera pilosis an 
setosis ; abdominis segmentis singulis una serie transversa setarum 
obtectis ; femoribus posticis paulo dilatatis , nitidis , duabus 
seriebus setarum instructis ; tibiis posticis haud dilatatis , fere 
laevibus. — Long. 6 mm. 

Hab. : Malabar (Mähe). 

Diese Art ist an der Zeichnung der Flügeldecken leicht zu 
erkennen. Die Stirn und das Halsschild sind schwarzgrün. Der 
Kopf ist runzlig punktiert und beborstet , der Clypeus ist nach 
vorn verschmälert, der aufgebogene Vorderrand ist ausgebuchtet. 
Die zehngliedrigen Fühler sind gelbbraun, der Fächer ist dunkler 






Moser, Neue S er ica- Arten. 385 

und in beiden Geschlechtern viergliedrig. Beim cf ist er so 
lang wie die 5, beim $ wie die 4 vorhergehenden Glieder des 
Stieles zusammen. Aufserdem ist beim $ das erste Glied des 
Fächers etwas verkürzt. Das Halsschild ist mäfsig dicht punktiert, 
der Vorderrand und die Seitenränder sind beborstet und finden 
sich auch Borsten hinter dem Vorderrande und zwischen Mitte 
und Seitenrand. Die Flügeldecken sind gelb , die einzelnen 
Flügeldecken sind schwarz gerandet. Eine schwarze Längsbinde 
beginnt am Hinterrande und endet ein wenig vor der Mitte, sich 
hier verbreiternd. An dieser Stelle sind auch die Nahtbinde und 
die Seitenrandbinden verbreitert, so dafs zuweilen eine schwarze 
Querbinde entsteht. Die Flügeldecken tragen Punktreihen , die 
schwach gewölbten Zwischenräume sind weitläufig punktiert. Das 
Pygidium ist mit zerstreut stehenden Punkten bedeckt. Die Brust 
trägt gelbe haarförmige Borsten , die Hinterhüften sind ziemlich 
weitläufig punktiert und sind die Punkte neben den Seiten der 
Hüften teils mit feinen haarförmigen, teils mit kräftigen Borsten 
besetzt. Jedes Bauchsegment trägt eine Querreihe von Borsten. 
Die Hinterschenkel sind etwas verbreitert und hinter dem Vorder- 
rande sowie vor dem Hinterrande mit einer Reihe feiner Borsten 
versehen. Die Hinterschienen sind nicht verbreitert und fast glatt. 
Microserica lin e ata n. sp. 

Opaca , lurida , fronte prothoracisque medio viridibus, ely- 
trorum sutura costisque alternis plus minusve nigrescentibus. 
Capite, fronte remote punctata, juxta oculos rasis setis instructa, 
clypeo subrugoso-punctato , parce setoso , antrorsum angustato, 
marginibus elevatis , margine antico sinuato ; antennis fulvis 
10-articulatis , flabello maris 4-articulato , stipiti longitudine 
aequali, flabello feminae 3-articulato, stipite breviore ; prothorace 
mediocriter dense punctato, punctis minutissime setosis, lateribus 
leviter curvatis, setosis, angulis anticis porrectis, angulis posticis 
obtusis , breviter rotundatis , margine antico medio producto ; 
elytris seriatim punctatis , punctis setas minutas ferentibus, 
interstitiis convexis , impunctatis ; pygidio mediocriter crebre 
punctato , apice setoso. Subtus pectoris medio levissime longi- 
tudinaliter sulcato et utrinque setoso, pectoris lateribus coxisque 
posticis sat remote punctatis, coxis juxta latera setis instructis ; 
abdominis segmentis una serie transversa setarum obtectis ; 
femoribus tibiisque posticis perparum modo dilatatis, illis opacis, 
ad apicem versus attenuatis , margine antico et ante marginem 
posticum setosis. — Long. 6 mm. 

Hab. : Burma (Pegu). Von Staudinger und Bang-Haas erhalten. 

Die Art ist von bräunlichgelber Färbung und daran leicht 
zu erkennen , dafs auf den Flügeldecken die Naht und die ab- 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. • 26 



386 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

wechselnden Zwischenräume mehr oder weniger schwärzlich sind. 
Die Stirn ist schwarzgrün gefärbt, mit winzig beborsteten Punkten 
besetzt und neben den Augen mit einigen längeren Borsten ver- 
sehen. Der Clypeus trägt eine schwach runzlige Punktierung 
und ist weitläufig beborstet. Er ist nach vorn verschmälert, 
die Ränder sind erhaben, der Vorderrand ist ausgebuchtet. Die 
gelben Fühler sind zehngliedrig, der viergliedrige Fächer des <f 
ist so lang wie der Stiel, der dreigliedrige Fächer des ? ist etwas 
kürzer. Das Halsschild trägt in der Mitte einen mehr oder 
weniger ausgedehnten grünlichen Fleck, die mäfsig dicht stehenden 
Punkte sind winzig beborstet , die Seitenränder sind leicht ge- 
krümmt und mit Borsten besetzt. Die Vorderecken sind, ebenso 
wie die Mitte des Vorderrandes vorgezogen, die Hinterecken sind 
stumpfwinklig und kurz abgerundet. Die Flügeldecken sind in 
den Streifen punktiert, die Punkte tragen winzige, schuppenartige 
Börstchen , die gewölbten Zwischenräume sind punktfrei. Das 
Pygidium ist mäfsig dicht punktiert und vor dem Hinterrande 
beborstet. Die Mitte der Brust ist ganz flach längsgefurcht 
und beiderseits beborstet. Die Seiten der Brust und die Hinter- 
hüften sind ziemlich weitläufig punktiert , neben den Seiten der 
Hüften stehen einige kräftige Borsten. Jedes Bauchsegment ist 
mit einer Querreihe von Borsten versehen. Die Hinterschenkel 
und Hinterschienen sind nur sehr schwach verbreitert. Erstere 
sind matt , nach dem Ende zu verschmälert und tragen am 
Vorderrande kleine Borsten, während vor dem Hinterrande einige 
längere Borsten stehen. 

Microserica quadripustulata n. sp. 

cf. M. quadrimaculatae Brsk. similis. Opaca , supra nigra, 
capite prothoraceque viridescentibus , elytris singulis fulvo-bima- 
culatis, subtus nigro-fusca. Capite parce setoso, clypeo antrorsum 
perparum modo angustato , marginibus elevatis , margine antico 
levissime sinuato ; antennis brunneis 10 - articulatis , flabello 
obscuriore , maris 6-articulato , stipite parum longiore , stipitis 
articulo tertio elongato ; prothorace mediocriter crebre punctato, 
lateribus setosis , angulis anticis porrectis , angulis posticis 
rectangulis ; elytris seriatim punctatis, interstitiis parum convexis, 
fere impunctatis ; pygidio mediocriter dense punctato, indistincte 
longitudinaliter subcarinato , macula media basali fulva. Subtus 
pectoris medio leviter sulcato et utrinque una serie setarum 
instructo, coxis posticis juxta latera fortiter setosis, umbilicato- 
punctatis, punctis setas minutissimas ferentibus; abdomine seriatim 
transversim setoso ; femoribus posticis opacis , paulo dilatatis, 
tibiis posticis haud dilatatis. — Long. 6 mm 

Hab. : Malacca (Perak). Doherty leg. 



Moser, Neue Serica- Arten. 387 

Durch die Zeichnung der Flügeldecken hat die Art Ähnlichkeit 
mit M. quadnmaculata Brsk. von Borneo, doch ist sie schon durch 
die Bildung des männlichen Fühlers unterschieden. Während bei 
quadrimacidata cf der Fühlerfächer aus 4 Gliedern besteht, ist er 
bei dieser Art sechsgliedrig und ein wenig länger als der Stiel. 
Das dritte Glied des letzteren ist verlängert. Die Oberseite ist 
schwarz, die Unterseite schwarzbraun, Kopf und Halsschild zeigen 
einen leichten grünlichen Schimmer. Jede Flügeldecke trägt 
einen gelbbraunen Fleck vor der Mitte, von dem sich ein Wisch 
nach der Schulter zieht , und einen rundlichen Fleck vor dem 
Hinterrande. Auch das Pygidium zeigt einen gelblichen mittleren 
Basalfleck. Die Stirn trägt hinter der Naht eine Reihe Borsten, 
der Clypeus ist weitläufig beborstet. Nach vorn ist der Clypeus 
nur sehr wenig verschmälert , die Ränder sind stark erhaben, 
der Vorderrand ist ganz leicht ausgebuchtet. Das Halsschild 
trägt eine mäfsig dichte, winzig beborstete Punktierung, die mit 
Borsten besetzten Seitenränder sind hinten fast gerade , die 
Vorderecken sind vorgezogen, die Hinterecken sind rechtwinklig. 
Die Flügeldecken sind in den Streifen punktiert , die schwach 
gewölbten Zwischenräume sind fast punktfrei. Das Pygidium ist 
mäfsig dicht mit Punkten bedeckt , in der Mitte markiert sich 
schwach ein Längskiel. Die Mitte der Brust ist leicht längs- 
gefurcht und jederseits mit einer Borstenreihe besetzt. Die Hinter- 
hüften sind mit winzig beborsteten Nabelpunkten versehen und 
an den Seiten kräftig beborstet. Die einzelnen Bauchsegmente 
tragen eine Querreihe weitläufig stehender Borsten. Die Hinter- 
schenkel sind etwas verbreitert, matt, vor dem Hinterrande mit 
einigen Borsten besetzt. Die glänzenden Hinterschienen sind nicht 
verbreitert. 

Microserica diversicornis n. sp. 

M. nigropictae Frm. simillima. Supra nigra , subtus nigro- 
fusca, opaca, elytris rufo-flavis, singulis fasciis duabus transversis, 
interruptis marginibusque nigris. Capite , fronte parce punctata, 
juxta oculos setis raris obtecta , clypeo rugoso-punctato , setoso, 
antrorsum vix angustato, margine antico sinuato ; antennis fulvis 
10-articulatis , flabello nigro-fusco , maris 4-articulato , stipite 
perparum modo longiore , feminae 3-articulato , stipite breviore ; 
prothorace mediocriter crebre punctato , lateribus setosis , antice 
curvatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis paulo obtusis, 
breviter rotundatis ; elytris seriatim punctatis, interstitiis impunc- 
tatis ; pygidio mediocriter dense punctis obtecto , ante apicem 
setoso. Subtus pectoris medio setas ferente , coxis posticis um- 
bilicato-punctatis, juxta latera setis obtectis ; abdominis segmentis 
singulis una serie transversa setarum instructis ; femoribus posticis 

26* 



388 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

haud dilatatis, nitidis, parce punctatis , duabus seriebus setarum 
obtectis ; tibiis posticis parum dilatatis et paulo abbreviatis, 
remote punctatis. — Long. 5 mrn. 

Hab.: China (Tchao Pin-Jo). Yunnan. 

Die Art ist der M. nigropicta Frm. von Chang Yang täuschend 
ähnlich und ich wäre nicht auf den Gedanken gekommen , dafs 
eine andere Art vorliegt, wenn ich nicht grundsätzlich von jedem 
Fundort den Forceps untersuchen würde. Durch die abweichende 
Bildung desselben wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dafs 
die Art mit nigropicta zwar nahe verwandt , aber doch von ihr 
unterschieden ist. Der einzige wesentliche Unterschied , den ich 
zwischen beiden Arten finden kann , liegt darin , dafs die Länge 
des männlichen Fühlerfächers sehr verschieden ist. Er ist bei 
dieser Art um ein Viertel kürzer als bei nigropicta. 
Microserica vir g ata n. sp. 

cf . M. nigrolineatae Mos. similis. Opaca, capite viridi, pro- 
thorace scutelloque rufo-flavis , illo in anteriore parte virescente, 
elytris brunneis, nigro-marginatis et nigro-fusco-lineatis , corpore 
infra nigro-brunneo. Capite sat remote punctato , parce setoso, 
clypeo nitido, basi opaco, ante basin leviter transversim sulcato, 
antrorsum angustato, marginibus elevatis, margine antico parum 
sinuato ; antennis 10-articulatis, flabello maris 4-articulato, stipite 
longiore ; prothorace mediocriter dense punctato, lateribus setosis, 
angulis anticis porrectis , angulis posticis paulo obtusis ; elytris 
leviter sulcatis, sulcis punctatis, interstitiis laevibus ; pygidio sat 
remote punctato. Subtus pectoris medio subsulcato et utrinque 
setoso, coxis posticis mediocriter crebre punctis obtectis, punctis 
juxta coxarum latera setas ferentibus ; abdomine seriatim trans- 
versim setoso ; femoribus posticis dilatatis, opacis, margine postico 
in parte apicali leviter sinuato ; tibiis posticis haud dilatatis. — 
Long. 5,5 mm. 

Hab.: Borneo (Kina Balu). 

Ich besafs bereits ein Exemplar dieser Art , als ich die 
M. nigrolineata beschrieb und zog dasselbe zu letzterer Art. Dadurch 
ist es gekommen, dafs ich bei der Beschreibung der M. nigrolineata 
den männlichen Fühlerfächer als etwas länger wie der Stiel an- 
gegeben hatte. Inzwischen habe ich noch einige Exemplare der 
nigrolineata erhalten, sowie einen zweiten o* der hier beschriebenen 
Art. Ich konnte feststellen, dafs beide Arten verschieden sind, 
und zwar ist bei nigrolineata der männliche Fühlerfächer nur so 
lang wie der Stiel , bei virgata dagegen deutlich länger als der- 
selbe. Aufserdem ist bei allen mir vorliegenden Exemplaren der 
nigrolineata das Halsschild grün , bei den beiden Exemplaren von 
virgata dagegen nur im vorderen Teile grün und hinten rötlich. 



Moser, Neue Serica- Arten. 389 

Der Kopf ist ziemlich weitläufig punktiert, die Stirn ist matt, 
neben den Augen mit einigen Borsten besetzt. Der Clypeus ist 
glänzend, jedoch im hinteren Teile vor der Naht matt. Er trägt 
in der Mitte einen schwachen beborsteten Querwulst , wodurch 
hinter demselben eine flache Querfurche entsteht , die etwas 
kupferig schimmert. Nach vorn ist der Clypeus verschmälert, die 
Ränder sind erhaben , der Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. 
Das Halsschild trägt feine, winzig beborstete Punkte, die Seiten- 
ränder sind, ebenso wie der Vorderrand mit Ausnahme der Mitte, 
mit kräftigen Borsten besetzt , die Vorderecken sind vorgezogen, 
die Hinterecken sind stumpfwinklig. Die Flügeldecken sind in 
den schwärzlichen Streifen punktiert, die Punkte sind winzig be- 
borstet. Die schwach gewölbten Zwischenräume sind braun und 
unpunktiert, die Seitenränder und der Hinterrand der Flügeldecken 
sind breit schwarz. Das Pygidium ist schwarz oder rötlich und 
ziemlich weitläufig mit Punkten besetzt. Die Brust trägt in der 
Mitte eine leichte Längsfurche und beiderseits derselben eine 
Borstenreihe. Die Hinterhüften sind mäfsig dicht mit winzig 
beborsteten Nabelpunkten bedeckt , neben den Seitenrändern der 
Hüften stehen kräftige Borsten. Jedes Bauchsegment trägt eine 
Querreihe beborsteter Punkte. Die Hinterschenkel sind in gleicher 
Weise verbreitert wie bei nigrolineata , der Hinterrand ist in der 
Apicalhälfte leicht ausgebuchtet , am Ende und in der Mitte vor 
dem Hinterrande befindet sich ein Borstenpunkt. Die Hinter- 
schienen sind nicht verbreitert. 

Microserica lineolata n. sp. 

cf. M. nigrolineatae Mos. similis. Opaca, capite, prothorace 
scutelloque viridibus , elytris fulvis , nigro-fusco-lineatis et nigro- 
marginatis, corpore infra nigro-fusco , parum virescente. Capite 
parce punctato et raris setis instructo , clypeo postice opaco, 
antice nitido, antrorsum angustato, marginibus elevatis, margine 
antico paulo sinuato ; antennis fulvis 10-articulatis, flabello maris 
4-articulato , stipiti longitudine aequali ; prothorace mediocriter 
crebre punctato , punctis minutissime setosis , lateribus antice 
curvatis, setosis, angulis anticis porrectis, angulis posticis parum 
obtusis ; elytris seriatim punctatis, interstitiis paulo convexis, im- 
punctatis ; pygidio sat remote punctato , ante apicem setoso. 
Subtus pectoris medio leviter sulcato et untrinque setis instructo ; 
coxis posticis umbilicato-punctatis, punctis setas minutas, juxta 
coxarum latera setas validas ferentibus ; abdominis segmentis 
seriatim transversim setosis ; femoribus posticis valde dilatatis, 
opacis, setis raris instructis ; tibiis posticis paulo abbreviatis. — 
Long. 5,5 mm. 

Hab. : Borneo (Sarawak). 



390 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Die Art ist in Gestalt und Färbung der M. nigrolineata Mos. 
sehr ähnlich und durch breitere und etwas kürzere Hinterschenkel 
unterschieden. Sie ist matt, Kopf, Halsschild und Schildchen 
sind grün, die Flügeldecken sind gelbbraun, mit schwarzem Seiten- 
und Hinterrand , die Streifen der Flügeldecken sind schwärzlich. 
Das Pygidium und die Unterseite sind dunkel gefärbt mit etwas 
grünlichem Schimmer. Der Kopf ist weitläufig punktiert und mit 
vereinzelten Borsten besetzt. Der Clypeus ist vor der Naht matt, 
was auch bei frischen Exemplaren der nigrolineata der Fall ist. 
Der vordere Teil des Clypeus ist stärker glänzend wie bei dieser 
Art. Der Clypeus ist in der Mitte leicht gewölbt , nach vorn 
verschmälert, die Ränder sind erhaben, der Vorderrand ist leicht 
ausgebuchtet. Die Fühler sind zehngliedrig , der viergliedrige 
Fächer des d" ist so lang wie der Stiel. Das Halsschild ist 
mäfsig dicht mit winzig beborsteten Punkten bedeckt , die be- 
borsteten Seitenränder sind schwach gebogen , die Vorderecken 
sind vorgezogen , die Hinterecken sind ein wenig stumpfwinklig. 
Die Flügeldecken sind in den Streifen punktiert, die schwach ge- 
wölbten Zwischenräume sind unpunktiert. Das Pygidium trägt 
eine ziemlich weitläufige Punktierung und vor dem Hinterrande 
einige Borsten. Die Punkte des Pygidiums sind ebenso wie die 
der Flügeldecken mit äufserst winzigen Börstchen besetzt. Die 
Mitte der Brust ist leicht längsgefurcht und beiderseits der Furche 
mit einigen Borsten versehen. Die Hinterhüften tragen ziemlich 
zerstreut stehende, winzig beborstete Nabelpunkte, neben den Seiten 
der Hinterhüften stehen einige kräftige Borsten. Die Hinterschenkel 
sind stark verbreitert und am Ende sowie vor der Mitte des Hinter- 
randes bei dem vorliegenden Exemplar mit je einer Borste besetzt. 
Die Hinterschienen sind nicht verbreitert, aber ein wenig verkürzt. 
Sie sind, abgesehen von den seitlichen Borstenpunkten, glatt. 
Microserica imitatrix n. sp. 

er 7 . M. nigrolineatae Mos. similis. Capite viridi, parce punc- 
tato, raris setis obtecto, fronte opaca, clypeo nitido, ante suturam 
opaco , medio paulo gibboso , antrorsum parum modo angustato, 
marginibus elevatis , margine antico subsinuato ; antennis rufis, 
10-articulatis, flabello maris 4-articulato, stipiti longitudine fere 
aequali ; prothorace olivaceo , subtiliter punetato , angulis anticis 
porrectis, angulis posticis paulo obtusis, medio levissime longitu- 
dinaliter sulcato ; elytris leviter costatis, costis rufo-brunneis, fere 
impunetatis, interstitiis obscuratis et irregulariter seriatim punc- 
tatis ; pygidio plus minusve rufo , remote an medioeriter crebre 
punetato , apice setoso. Subtus fusca , pectoris medio longitu- 
dinaliter sulcato et utrinque setoso ; coxis posticis medioeriter 
dense umbilicato-punetatis, juxta latera setas ferentibus ; abdominis 
segmentis singulis una serie transversa setarum obtectis ; femoribus 



Moser, Neue Serica- Arten. 391 

posticis opacis, fortiter dilatatis, tibiis posticis paulo abbreviatis. — 
Long. 6 mm. 

Hab.: Borneo (Sarawak). 

Die Art , von der 2 männliche Exemplare vorliegen , ist 
gleichfalls der M. nigrolineata Mos. ähnlich, unterscheidet sich aber 
von ihr, ebenso wie die vorhergehend beschriebene lineolata, durch 
die stärker verbreiterten Hinterschenkel. Von lineolata ist sie 
durch den nach vorn deutlich weniger verschmälerten Clypeus 
unterschieden. Der Kopf ist grün, die Stirn ist matt, weitläufig 
punktiert, mit vereinzelten Borsten neben den Augen. Der Clypeus 
ist glänzend , hinten vor der Naht matt. Er ist fein punktiert, 
sehr leicht gerunzelt , in der Mitte gehöckert und mit einigen 
Borsten besetzt. ' Er ist nicht so stark glänzend wie bei lineolata, 
nach vorn nur wenig verschmälert , seine Ränder sind erhaben, 
der Vorderrand ist leicht ausgebuchtet. Die rotbraunen Fühler 
sind zehngliedrig, der männliche Fächer ist viergliedrig und fast 
so lang wie der Stiel. Das Halsschild ist olivengrün und läfst, 
wenn auch nur ganz schwach , eine linienartige mittlere Längs- 
furche erkennen. Die Flügeldecken sind ähnlich gefärbt und 
skulptiert wie bei den verwandten Arten. Das Pygidium ist mehr 
oder weniger rötlich gefärbt, weitläufig oder mäfsig dicht punk- 
tiert, am Ende beborstet. Die Unterseite ist dunkelbraun gefärbt, 
ohne grünlichen Schimmer. Die Mitte der Brust trägt eine flache 
Längsfurche und jederseits derselben eine Borstenreihe. Die Hinter- 
hüften sind mit Nabelpunkten besetzt , neben den Seitenrändern 
und vor den Hinterecken beborstet. Jedes Bauchsegment zeigt 
eine Querreihe von Borsten. Die Hinterschenkel sind matt und 
stark verbreitert , ihr Hinterrand ist in der Apicalhälfte leicht 
ausgebuchtet, am Ende und vor der Mitte des Hinterrandes steht 
ein Borstenpunkt. Die Hinterschienen sind kaum ein wenig ver- 
breitert, jedoch etwas verkürzt und, abgesehen von den seitlichen 
Borsten, glatt. 

Microserica minus cula n. sp. 

er*. M. nigrolineatae Mos. similis , minor. Capite viridi, 
sparsim punetato , fronte clypeique parte basali opacis , clypeo 
levissime rugoso , medio parum transversim gibboso , antrorsum 
angustato , marginibus elevatis , margine antico medio perparum 
sinuato ; antennis fulvis, 10-articulatis, flabello maris 4-articulato, 
stipite parum longiore ; prothorace viridi , postice plus minusve 
rufescente , medioeriter dense punetato , lateribus setosis , paulo 
curvatis, angulis anticis porrectis, angulis posticis obtusis ; elytris 
leviter sulcatis , sulcis punetatis , interstitiis brunneis , fere im- 
punetatis, sulcis, sutura, lateribus margineque apicali nigrescentibus; 
pygidio rufo an nigro-fusco , sat remote an medioeriter crebre 
punetato. Subtus nigro-fusca , pectoris medio levissime longitu- 



392 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

dinaliter sulcato et utrinque setis raris obtecto , coxis posticis 
umbilicato-punctatis, juxta latera setosis, abdomine seriatim trans- 
versim setoso ; femoribus posticis opacis, dilatatis, margine postico 
ante apicem sinuato , tibiis posticis paulo abbreviatis. — Long. 
4 — 4,5 mm. 

Hab.: Borneo (Kina Balu). 

Die Art, die zwar in Anzahl, aber nur in männlichen Exem- 
plaren vorliegt , ist der M. nigrolineata Mos., sowie den vorher- 
gehend beschriebenen Arten in der Färbung sehr ähnlich , aber 
von diesen durch ihre geringere Gröfse unterschieden. Der Kopf 
ist grün, weitläufig punktiert, die Stirn und der hintere Teil des 
Clypeus sind matt. Der letztere ist ganz leicht gerunzelt, in der 
Mitte schwach quergewulstet und mit einigen Borsten besetzt, 
nach vorn ist er verschmälert , seine Ränder sind erhaben , der 
Vorderrand ist schwach ausgebuchtet. Die gelbbraunen Fühler 
sind zehngliedrig , der viergliedrige männliche Fächer ist kaum 
merklich länger als der Stiel. Das Halsschild ist ähnlich ge- 
staltet wie bei den verwandten Arten, doch erscheinen die Seiten 
vor der Mitte etwas stärker nach aufsen gebogen. Die Färbung 
des Halsschildes ist grün , der hintere Teil schimmert mehr oder 
weniger rötlich. Die Flügeldecken sind in den schwärzlichen 
Streifen punktiert , während die schwach gewölbten , gelbbraunen 
Zwischenräume fast unpunktiert sind. Auch die Naht, die Seiten- 
ränder und der Hinterrand sind schwärzlich. Das Pygidium ist 
rotbraun oder schwarzbraun gefärbt, weitläufig oder mäfsig dicht 
punktiert. Die Mitte der Brust ist nur sehr schwach längsgefurcht 
und beiderseits beborstet. Die Hinterhüften sind mit Nabelpunkten 
bedeckt und seitlich mit Borsten versehen. Jedes Bauchsegment 
trägt eine Borstenreihe. Die matten Hinterschenkel sind ziemlich 
stark verbreitert , ihr Hinterrand ist in ' der Endhälfte deutlich 
ausgebuchtet. Die Hinterschienen sind etwas verkürzt. 
Microserica varians n. sp. 

M. strigatae Brsk. similis. Supra opaca, sericea, opalescens, 
lutea, fronte, prothoracis macula media, elytrorum sutura margini- 
busque nigris , subtus pectore abdomineque nigris , coxis posticis 
pedibusque flavis. Variat: Fronte obscura excepta, tota flava, an, 
pedibus flavis exceptis, tota nigra. Capite, fronte laxe punctata, 
clypeo subrugoso , punctato , setoso , antrorsum haud angustato, 
marginibus elevatis , angulis anticis rotundatis , margine antico 
paulo sinuato ; antennis 10 - articulatis , stipite fulvo , flabello 
nigro , flabello maris 4 - articulato , stipite multo longiore, 
feminae 3-articulato, stipite breviore ; prothorace mediocriter crebre 
punctato, punctis minutissime setosis, lateribus margineque antico 
ciliatis , illis leviter curvatis , angulis anticis porrectis , angulis 
posticis obtusis , breviter rotundatis ; elytris seriatim punctatis' 



Moser, Neue Serica- Arten. 393 

punctis setas minutissimas ferentibus, raris setis parum majoribus, 
interstitiis paulo convexis, impunctatis ; pygidio mediocriter dense 
punctato, punctis pilosis. Subtus pectoris medio leviter sulcato 
et setoso , coxis posticis umbilicato-punctatis , juxta latera setas 
ferentibus ; abdomine seriatim transversim setoso ; femoribus tibiis- 
que posticis parum dilatatis, illis nitidis, post marginem anticum 
et ante marginem posticum setosis. — Long. 5 — 6 mm. 

Hab. : Yunnan. Von Staudinger und Bang-Haas erhalten. 

Die Art hat durch die Zeichnung der Flügeldecken sowie 
durch ihre Variabilität Ähnlichkeit mit M. strigata Brsk. von 
Borneo. Letztere unterscheidet sich aber schon durch den nach 
vorn verschmälerten Clypeus und den viel kürzeren Fühlerfächer 
des o*. Die Oberseite zeigt seidenartigen , mehr oder weniger 
opalisierenden Schimmer. Sie ist gelbbraun mit schwarzgrüner 
Stirn , einem dunklen Fleck in der Mitte des Halsschildes und 
schwarzen Rändern der Flügeldecken. Die schwarzen Seitenränder 
sind in der Mitte stark nach innen verbreitert. Brust und Ab- 
domen sind schwarz , Hinterhüften und Beine sind gelb. Es 
kommen aber auch ebenso häufig Exemplare vor , die , mit Aus- 
nahme der dunklen Stirn, ganz gelb gefärbt sind und Exemplare, 
die , abgesehen von den gelben Beinen , ganz schwarz sind. Die 
Stirn ist weitläufig punktiert , hinter der Naht und neben den 
Augen mit einigen Borsten besetzt. Der Clypeus trägt eine 
schwach runzlige Punktierung und abstehende Borsten. Er ist 
nach vorn nicht verschmälert , die Ränder sind aufgebogen , die 
Vorderecken sind abgerundet , der Vorderrand ist schwach aus- 
gebuchtet. Die Fühler sind zehngliedrig, der Stiel ist gelbbraun, 
der Fächer schwarz. Beim d* ist der Fächer viergliedrig und 
bedeutend länger als der Stiel, der weibliche Fächer dagegen ist 
dreigliedrig und kürzer als der Stiel. Das Halsschild ist mäfsig 
dicht mit winzig beborsteten Punkten besetzt, der Vorderrand und 
die Seitenränder sind gelblich bewimpert. Letztere sind leicht 
gebogen , die Vorderecken sind vorgezogen , die stumpfwinkligen 
Hinterecken sind kurz abgerundet. Die Flügeldecken sind in den 
Streifen punktiert , die Punkte tragen winzige , vereinzelte ein 
wenig gröfsere Börstchen , die schwach gewölbten Zwischenräume 
sind unpunktiert. Das Pygidium ist mäfsig dicht mit behaarten 
Punkten bedeckt. Die Mitte der Brust ist schwach längsgefurcht 
und beborstet. Die Hinterhüften sind mit Nabelpunkten besetzt 
und tragen neben den Seitenrändern Borsten. Jedes Bauchsegment 
zeigt eine Querreihe von Borstenpunkten. Die Hinterschenkel und 
Hinterschienen sind nur wenig verbreitert. Erstere sind glänzend 
und hinter dem Vorderrande und vor dem Hinterrande mit einer 
Querreihe feiner Borsten besetzt. 



394 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Nachträge zu „Schilskys Systematischem Verzeichnis 
der Käfer Deutschlands" von 1909 mit besonderer 
Berücksichtigung der Formen der Mark Brandenburg, 
sowie einige sonstige Bemerkungen über Käfer aus 
Deutschland. (Col.) 

Von Paul Delahon, Luckenwalde. 

* == kommt in der Mark Brandenburg vor. 
Lck. = Luckenwalde. 

I. Im Verzeichnis Schilskys ohne Stern oder über- 
haupt nicht angeführte Arten und benannte Ab- 
änderungen. 

? *Acupalpus elegans Dej. a. inornatus Reitt. 1 St. bei Lck. April 
1901 auf Ackerland gef. Dasselbe ist bis auf den wenig 
dunkleren Kopf und die Fühler und Taster einfarbig rötlich- 
gelb. An den Fühlern ist nur das erste Glied gelb , das 
zweite zum Teil so dunkel wie die folgenden Glieder. Nach 
Schaufufs (Calver) scheint dies bei der Reitterschen Form 
nicht der Fall zu sein. In meiner Samml. 

*Dromius quadrinotatus Panz. a. n. rufipennis m. Flgd. einfarbig 
rötlich. 1 St. am 8. März 1913 bei Lck. (Elstal) mit der 
Nominatform unter Kiefernrinde gef. Der Fangzeit nach 
schwerlich unausgefärbt. In meiner Samml. 

*Hyphydrus ovatus L. v. variegatus Steph. Bei Lck. nicht selten 
mit der Nominatform gef. 

*Graphoderes zonatus Hoppe a. interjectus Westh. Bei Lck. in 
manchen Jahren (März -April) nicht selten in Sumpflöchern 
und Wiesentümpeln mit der Nominatf. gef. 

*Graphoderes zonatus Hoppe a. n. biconnatus m. Beide Randbinden 
des Halsschildes liegen dicht an der Basis und der Spitze, 
ohne gelben Zwischenstreifen. Westhoff vermutete schon, 
dafs sich solche Exemplare finden würden ; vgl. Käfer West- 
falens (1881) , Nachtrag. Bei Lck. wie die vorige Form, 
nur seltner. 

*Gyrinus Suffriani Scriba. März und April 1914 zusammen 3 St. 
in einem Tümpel auf Lehmboden (Ziegelei Birner) in der 
Abenddämmerung gef. In meiner Samml. 

*PMlonthus dimidiatus Sahlb. a. apicalis Leinb. und a. unieolor Leinb. 
Erstere häufiger, letztere selten bei Lck. unter Unkrauthaufen 
im April und September mit der Nominatform auf Äckern 
gef. Beide a. sind in Schilskys Verzeichnis und in Kuhnts 



Delahon, Nachträge zum Verzeichnis der Käfer Deutschlands. 395 

Tabellen nicht, wohl aber im Calver-Schaufufs angeführt. 
In meiner Samml. 

*Quedius fuliginosus Grav. v. n. impunctifrons m. Die beiden mitt- 
leren Stirnpunkte fehlen. Juni 1909 1 St. bei Lck. gef., 
in meiner Samml. In dieser auch 1 bei Lck. gef. St. , bei 
welchem nur einer der inneren Stirnpunkte fehlt. 

*Liodes dubia Kugel, a. rufipennis Payk. September 1913 und 
Juli 1914 je 1 St. bei Lck. gef., in meiner Samml. 

*Liodes calcarata Er. a. rußcornis Fleisch, und v. picta Reiche. 
September 1913 je 1 St. bei Lck. gef., in meiner Samml. 

*Liodes nigrita Schmidt. Juni 1907 1 St. bei Rheinsberg i. M. 
gef., in meiner Samml. 

*Anacaena limbata F. a. ochracea Steph. Bei Lck. selten in Wiesen- 
gräben gef., in meiner Samml. 
? *Anacaena limbata F. a. ovata Reiche. Bei Lck. nicht selten in 
Wiesengräben. Meine St. habe ich nach Seidlitz Fauna balt. 
ed. II bestimmt. Kuwert bringt in den Bestimmungstabellen 
der Hydrophiliden nitida Heer, zu ovata Reiche , was nach 
seiner Beschreibung auch zutrifft , Seidlitz hat aber die 
Kuwertschen Tabellen gekannt. Nach D. E. Z. 1888 p. 366 
hat Schilsky An. ovata Reiche zahlreich bei Berlin gef. In 
Kuhnts Tabellen ist ovata nicht angeführt. 

*Cereyon haemorrhoidalis F. a. erythropterus Muls. fing ich bei Lck. 
öfter mit der Nominatform. 

*Melanophihahna transversalis Gyll. a. hortensis Mannh., von Schilsky 
als synonym zur Nominatform, in Kuhnts Tabellen besonders 
angeführt. Bei Lck. vereinzelt gef., in meiner Samml. 

*Cyphon variabilis Thunb. a. rußpectus Rey , von Schilsky nicht, 
wohl aber in Kuhnts Tabellen angeführt. Bei Lck. öfter gef., 
auch mit der Nominatform. 

* Attagenus piceus Ol. a. megatoma F. April 1914 und Juli 1914 
zusammen 3 St. in meiner Wohnung in Lck. gef., in meiner 
Samml. 

*Poreinolus murinus F. a. transversalis Fleisch. Bei Lck. 1 St. 
zusammen mit der Nominatform in einem Forstgraben gef., 
beim Präparieren leider zertreten. 
Athous subfuscus Müll. a. polonicus Reitt., in Schilskys Tabellen 
nicht, dagegen in den Kuhntschen erwähnt. Juli 1914 1 St. 
bei Ruhla in Thüringen gef. , nach Kuhnt für Deutschland 
fraglich. In meiner Samml. 

*Ernobius pini Sturm v. crassiusculus Muls. Bei Lck. öfter im 
Kiefernwald gekäschert. Die Nominatform ist bei Lck. häufig. 



396 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

*Xyletinus pectinatus F. a. scutellaris Schils. Juni 1913 1 St. bei 

Lck. auf Weidengebüsch gef. Wohl nur zufällig auf solchen ; 

die Nominatform habe ich bei Lck. von Disteln oder bei 

solchen gekäschert. In meiner Samml. 
*Leptura maculata Poda a. binotata. Bei Lck. selten mit der 

Nominatform gef., in meiner Samml. ■ 
*Ceutorrhynchus punctiger Gyll. a. rufitarsis Gyll. Bei Lck. öfter 

gef., Nominatform ist dort häufig. 
*Aphodius sticticus Panz. a. prolongatus Muls. April 1896 1 St. 

bei Lck. gef., Nominatform dort in Pferdemist nicht selten. 

In meiner Samml. 

IL Sonstige Bemerkungen über Käfer aus Deutschland. 

*Anatis ocellata L. a. 15 punctata Deg. Im Mai 1914 fing ich 
bei Lck. 1 St. , bei dem die Seitenränder des Halsschildes 
nur in der vorderen Hälfte weifsgelb gefleckt sind. In den 
Hinterwinkeln steht noch ein sehr kleiner Fleck. Diese Form 
erwähnt Weise in den Bestimmungstabellen (1885) nicht, 
auch in anderen Beschreibungen ist davon nicht die Rede. 
In meiner Samml. 

*Byrrkus fasciatus a. cinctus 111. mit goldbrauner Grundfarbe, bei 
Lck. gef., wird von Reitter, wenigstens nach Kuhnts Tabellen, 
nicht erwähnt. Schilsky führt als synonym zur Nominatform 
c. Kugel, an, c. 111. nicht. In meiner Samml. 
Adrastus lacertosus Er. in der ganz dunklen Form fing ich Juli 
1914 bei Ruhla in Thüringen (1 Ex.), in meiner Samml. 
Nach Kuhnts Tabellen für Deutschland fraglich. Wegen 
„lacertosus" vgl. D. E. Z. 1913 p. 642. 

*Cardiophorus cinereus Herbst , Fühler und Vorderbeine ganz rot, 
bei Lck. gef., habe ich noch nicht erwähnt gef. In meiner 
Samml. 

*Cerambyx cerdo L. Am 28. Juni 1914 fing ich bei Lck. (Hol- 
beck) am Stamm einer alten Eiche 1 d* von nur 28 mm 
Länge. Vielleicht waren solche zwerghafte Stücke aus der 
Mark noch nicht bekannt. In meiner Samml. 

*Chrysomela quadrigemina Suffr. Ende Juni 1914 fing ich bei 
Lck. auf Hypericum perforatum ganz schwarze , nicht blau 
schimmernde Stücke. Nach Weise (Chrysomelidae) sind solche 
Exemplare im Gegensatze zu Chr. hyperici Forst, (a. privigua) 
noch nicht beobachtet. Mit letzterer habe ich sie schwerlich 
verwechselt. In meiner Samml. 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 397 

Die aufsereuropäischen Trichopteren der Leipziger 
Universitäts-Sammlung. 

Von Dr. Walter Döhler, Leipzig. 
Mit 20 Abbildungen. 

Die exotischen Trichopteren des Zoologischen Instituts der 
Universität Leipzig stellen eine verhältnismäfsig kleine Sammlung 
dar, und meine Hoffnungen auf die wissenschaftlichen Ergebnisse 
waren nicht allzu grofs. Um so gröfser war dann die Freude, 
als sich zeigte , dafs diese kleine Sammlung von 26 Exemplaren 
in 14 Arten doch ganz interessant in systematischer und bio- 
logischer Hinsicht war. Enthielt sie doch 2 neue Arten , wovon 
die eine eine neue Gattung repräsentiert , dazu ergaben sich 
mannigfache wertvolle Ergänzungen zu bisher wenig bekannten 
Arten. In biologischer Hinsicht ist sehr interessant die Auf- 
findung einer Art mit wohlausgebildeten rüsselartigen Saugwerk- 
zeugen. 

Die Sammlung selbst ist leider in ziemlich schlechtem Zu- 
stande , was wohl besonders begründet ist in dem beträchtlichen 
Alter. Sind doch zum Beispiel die chilenischen Stücke zur Zeit 
der Darwinschen Reise (1834) gesammelt ; so erwähnt Darwin in 
seiner Reise (deutsche Ausgabe, Verlag Kröner, p. 163), dafs er 
den deutschen Sammler Renous in Yaquil bei San Fernando ge- 
troffen habe *). Wann die anderen Sammler Wagner und Gerhardt 
gesammelt haben , konnte ich nicht ausfindig machen ; ebenso- 
wenig, was das M. B. bedeutet (vielleicht Mus. Berolin.). 

Es ist mir eine angenehme Pflicht, meinen Dank auszusprechen 
zunächst meinem hochverehrten, leider verstorbenen Lehrer, Herrn 
Geheimrat Prof. C. Chun , der sich sehr für diese Arbeit inter- 
essierte und mir gestattete , die Tiere monatelang zu Hause zu 
behalten. Ebenso bin ich verbunden seinem Nachfolger, Herrn Prof. 
J. Meisenheimer , und nicht zum mindesten Herrn Dr. G. Ulmer, 
Hamburg, der mich mit Rat und Tat unterstützt hat. 

Das Material befindet sich in der Sammlung des Zoologischen 
Instituts der Universität Leipzig. 

Farn. Philopotamidae Wallgr. 

Chimarrha socia Hag. 
1 cf 1 ? bez. Georgia, Ghdt. (Das $ ganz defekt in meiner 
Sammlung.) Hagen, Syn. Neur. North Am. (1861) p. 297. 
Spornzahl 1, 4, 4. 



*) Andrerseits hat Renous noch 1851 in Chile gesammelt, wie einige 
Chitonen des Zool. Inst, ausweisen. 



398 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Der ganze Körper schwarz , nur die Hinterränder der Ab- 
dominalsegmente leicht heller. Kopf und Brust schwarz behaart ; 
Gesicht mit weifslichen Haaren besetzt , auch auf dem Scheitel 
einige helle Haare. Fühler dunkelbraun, leicht geringelt. Taster 
schwarz, braun behaart, dunkler als die Beine. Das 1. Glied am 
kürzesten , das 2. länger mit sehr starkem Borstenbüschel (fast 
so lang wie das Glied), das 3. sehr lang, das 4. kürzer, das 5. 
fast so lang wie 3 -f- 4 zusammen. Beine rauchbraun mit hellen 
Härchen besetzt. Flügel schwarzbraun mit schwarzen Haaren 




Abb. 1. 



besetzt. Beide Flügel glänzend , irisierend. Flügeladerung sehr 
ähnlich der von C. bidens Ulm. , wie schon Ulmer (Dtsch. Ent. 
Ztschr. [1909] p. 307) bemerkt. Der Sector radii wenig, aber 
doch bemerkbar geschwungen. Die Gegend der „nackten Zelle" 
bei Oberlicht erhaben , aber nicht nackt , sondern auch schwarz 
behaart. Flügeladerung vergl. Abb. 1. 

d* mit sehr grofser , gelbbraun glänzender Rückenschuppe 
(X. Segment) , die dachförmig von einer Mittellinie nach beiden 
Seiten abfällt , am Ende tief gespalten , seitlich mit je einem 
grofsen tiefschwarzen Zahn. Genitalfüfse grofs, keulenförmig, mit 
dem schmalen Ende sich an die Rückenschuppe anlegend , tief- 
schwarz , daher schwer sichtbar. Von oben gesehen scheint der 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ.-Sammlung. 399 



Penis durch die Rückenschuppe durch ; er liegt asymetrisch und 
trägt am Ende eine grofse Borste. 

$ ohne Legeröhre , ja ohne alle Anhänge. Letztes Segment 
nicht verschmälert, abgerundet, stark glänzend. 

Herr Dr. Ulmer bestätigte mir die Identität mit socia Hagen, 
die seit 1861 fast verschollen war. Sein Exemplar weist eine 
schmälere Rückenschuppe auf, was wohl am Trocknen liegt. 





Abb. 2. 



Abb. 3. 



P s endo steno p sy [che n. gen. 

Spornzahl 3, 4, 4 (die des 2. und 3. Beinpaares unsicher, 
da meist abgebrochen). Subapikalsporn der Vordertibie in der 
Mitte der Tibie. Sporne des Vorderbeines ziemlich gleich lang. 
Mittelbeine des $ nicht erweitert. 

Kopf verhältnismäfsig lang, Augen grofs, Ocellen klein, aber 
deutlich, Fühler unbekannt, 1. Glied viel kleiner als der Kopf. 

Maxillartaster fehlen (abgebrochen). Labialtaster mit langem 
1., kurzem 2. und mit gegliedertem 3. Glied. Ähnlich Dipseudopsis 
sind 2 lange blattartig dünne Lobi externi der 1. Maxille vor- 
handen. 

Vorderflügel lang und breit , mit geschlossener Discoidal-, 
Median- und Thyridiumzelle ; alle 5 Endgabeln vorhanden, davon 
nur die 5. gestielt. Eine additionelle Querader in der Flügel- 
mitte zwischen Costa und Subcosta; eine weitere Querader zwischen 
Rj und R 2 . Der Hinterrand des Flügels bildet einen spitzen drei- 
eckigen Flügellappen. 

Hinterflügel reichlich dreiviertel so lang wie der Vorder- 
flügel , mit den Endgabeln 1,2,3 und 5 , von denen 3 und 5 
gestielt sind. 

Genitalien vergl. in der Art-Beschreibung. 



400 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



Da die Maxillartaster fehlen , ist die systematische Stellung 
dieser Gattung nicht genau festzulegen. Meiner Ansicht nach ist 
sie unter die Philopotamidae in die Nähe von Stenopsyche einzureihen 
(Ocellen, Flügelgeäder, Labialtaster). Sonst käme wohl nur noch 
die Subfamilie Hyclrobiosinae Ulm. in Betracht. 

Pseudostenopsyche sugens n. sp. 

Erwähnt in : Döhler , Beiträge zur Systematik und Biologie 
der Trichopteren. Sitz.-Ber. Naturf. Ges. Leipzig (1914) p. 57. 

Das ganze Tier rauchbraun, das Abdomen leicht heller, wie 
bestäubt. 





Abb. 4. 



Der Kopf grofs , ein wenig länger als breit (ohne Augen) ; 
dorsal mit leichten helleren Furchen und dunkleren Warzen ver- 
sehen, spärlich schwarzbraun behaart. Mundwerkzeuge ganz eigen- 
artig : Labrum gewöhnlich ; Maxillartaster abgebrochen ; der Stipes 
der 2. Maxille weit ausgestreckt, an ihm vorn ansitzend das 
Haustellum , das in 4 schmale Zipfel ausläuft. Die Seitenränder 
dieses Stieles nach innen umgeschlagen , auf diese Weise eine 
Rinne bildend. Im 2. Drittel dieses eigentümlichen Organs sitzen 
die Labialtaster auf, mit ihm verbunden durch den Palpusträger, 
der ein 4. Glied vortäuscht. Zu beiden Seiten des Labrums sitzen 
die Lobi externi an als 2 blattartig dünne, gleichbreite Streifen, 
ungefähr so lang wie der Stiel bis zum Ansatz der Taster. Ich 
vermute, dafs der Stipes gewöhnlich ganz eingezogen ist und nur 



Döhler, Die aui'sereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ. -Sammlung. 401 



beim Saugen derart weit vorgestreckt wird; die Lobi würden sich 
dann auf die vom Stiel gebildete Rinne darauflegen und auf diese 
Weise eine geschlossene Saugröhre schaffen. 

Pronotum klein, mit 2 grofsen helleren Warzen, mit schwarzen 
und bräunlichen Haaren besetzt. Meso- und Metanotum schwarz- 
braun ; das Mesonotum mit je einer hellen Warze vor dem Flügel- 
ansatz , die bräunlich behaart ist. Die Beine rauchbraun , ganz 
spärlich und kurz bedornt, gelbbraun be- 
haart. Die Gelenke zwischen Schenkel und 
Schiene und Schiene und Tarsus (auch die 
distalen Enden der Tarsalglieder) kurz ge- 
schwärzt. 





Abb. 5. 



Abb. 6. 



Flügel rauchbraun ; die Vorderflügel leicht retikuliert , be- 
sonders im apikalen Teile jenseits der Anastomose und an dieser 
(ähnlich gleichmäfsig gefärbten Rhyacophila- Arten). Die Adern des 
Vorderflügels braun behaart; die Membran beider Flügel sehr fein 
mit dunklen Härchen besetzt. Die Adern scharf hervortretend. 
Flügeladerung vergl. Abb. 4. 

Abdomen lehmig bestäubt erscheinend, matt ; nur der aborale 
Teil der letzten Tergite glänzend. 

d* unbekannt. 

$. Das VII. Tergit kürzer als sein Sternit. Das VIII. Sternit 
in der Medianlinie gespalten ; die beiden Teile sind in dieser Linie 
nach innen eingerollt und ventral kurz behaart. Das VIII. Tergit 
ist kurz und verschmälert sich , von oben gesehen , nach hinten. 
Dort sitzen grofse Appendices , die auf dem Innenrand kräftige 
Haare tragen. Während die Trennungslinie dieser Appendices 
und des eigentlichen VIII. Tergits von oben scharf sichtbar ist, 
gehen sie, von der Seite gesehen, allmählich in dieses Tergit über 
und werden an ihrem unteren Rande noch leicht vom VII. Sternit 
bedeckt. Sie selbst decken eine dunklere Linie, welche die Trennungs- 
linie vom VIII. Tergit und Sternit darstellt, zu. Der Hinterrand 
des VIII. Tergits ist in der Mitte leicht vorgezogen und in seiner 
ganzen Länge nach oben umgerollt. Ferner sind von oben noch 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. 27 



402 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



3 gratartige Längs- und verbindende Querwülste sichtbar (in der 
Abb. 7 punktiert dargestellt). In diesem VIII. Hinterleibsring 
sitzt ziemlich versteckt (besonders von unten und von der Seite) 
der IX. Ring darin. Während sein Sternit abgerundet ist , ist 
sein Tergit flach und wird durch einen scharfen gratartigen Rand 
abgegrenzt. Der gröfsere Vorderteil wird von der Behaarung der 
Appendices und des Hinterrandes des VIII. Segments überdeckt 
und ist schwarzbraun , stark glänzend ; nach hinten zu wird er 
heller rauchbraun. Eine Furche grenzt dieses Tergit gegen ein noch 
folgendes Fünfeck ab (es ist mir unklar, ob dieses noch zum IX. 
oder schon zum X. Segment gehört). Kurz vor dieser Furche geht 
ihr parallel eine leichte andere, an der die hinteren 
Teile in stumpfem Winkel nach hinten - oben 
geknickt sind. Während der orale Teil des IX. 
Tergits glänzend und glatt ist, ist der aborale 
Teil in Form eines Dreiecks gekörnelt. Ebenfalls 





Abb. 7. 



Abb. 8. 



rauh und dadurch hell ist das schon erwähnte sich anschliefsende 
Fünfeck , dessen 4 anale Seiten tiefschwarz gerandet sind. An 
dieser Stelle ist das Sternit breiter als das Tergit und daher von 
oben als äufsere Umrandung sichtbar. Das X. Segment bildet 
eine Art Legeröhre, aus 2 glänzenden, rauchbraunen, zugespitzten 
Loben bestehend. Diese Loben sind dorsal plattenartig eben und 
schwarz gerandet , in der Mittellinie miteinander verschmolzen. 
Von der Seite betrachtet läfst sich eine undeutliche Trennung in 
2 Glieder nachweisen. Aufserdem ist von der Seite ein schwarzer 
erhabener Grat bemerkbar (in der Abb. 8 punktiert gezeichnet), 
der vom ventralen Ansatzpunkte aus ungefähr parallel dem Dorsal- 
rande verläuft. Die eingerollten Hälften des VIII. Sternits be- 
decken die Genitalöffnung, in der 2 kleinere, ebenfalls nach innen 
eingerollte Platten sichtbar sind. 

1 £ bez. Chile, Renous. 

Körperlänge 15 mm, Flügelspannung 32 mm. 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ. -Sammlung. 403 

Farn. Polyceufropidae Ulm. 

Phylo centr opus ma.vimus Vorhies. 

1 $ bez. Tennessee Ghdt. 

Vorhies, Studies on the Trichoptera of Wisconsin (1909) p. 711. 

Der Beschreibung von Vorhies ist wenig hinzuzufügen. Zwischen 
Sector radii und Media ist wie bei P. placidus eine Querader vor- 
handen. Ferner findet sich im Hinterflügel zwischen Diskoidal- 
zelle und Mi _j_ 2 eine Querader , die , ganz kurz vor der Gabel 2 
ausgehend , schief nach innen , der geknickten Stelle von Mi _|_ 2 
zu, verstreicht. 

Die Mittelbeine des $ sind stark erweitert ; das Abdomen- 
ende zeigt mindestens 4 (Zahl durch hervortretende Einlassen 
unsicher) weiche konische Zipfel, ähnlich denen von Hydropsyche. 

Flügelspannung 25 mm. 

Wenn auch Wisconsin (die Fundortsangabe Vorhies') ziemlich 
weit entfernt von Tennessee liegt , so glaube ich doch dieselbe 
Art vor mir zu haben, um so mehr, als beide Staaten zum Flufs- 
gebiet des Mississippi gehören. 

Farn. Hydropsychidae Curt. 

Macronema percitans Walk. 

1 cf bez. M. lineatum Pict. Brasilia M. B. 

Lit. vergl. : Ulmer, Monographie Macronem. (1907) p. 73. Dazu 
noch: Ulmer, Verz. d. südamerik. Trichopteren usw. (1913) p. 395. 

Der Vorderflügel (Abb. 9) ist bräunlich behaart, die Apikal- 
zellen zu ihrem gröfsten Teile goldgelb. 
Die Anastomoseregion und ein mond- 
förmiger Fleck am Apikal rande sind 
silberweifs behaart, aber nur der erstere 
Teil ist subhyalin (der Mondfleck ist 
bei durchfallendem Licht nicht sichtbar). 
Die Umrandung der hellen Anasto- 
mose, ganz besonders der Radialraum ^t>b 9 
oberhalb der Endgabel 1, ist dunkler 
gezeichnet, was auf Abb. 9 nicht so recht zum Ausdruck kommt. 

Zu den Genitalien ist zu bemerken : Rücken- 
platte des IX. Segments wie bei M. fulvum, also 
fast quadratisch, mit leicht verbreitertem, leicht 
ausgeschnittenem Hinterrand. Die Flügel des X. 
Segments breiter als bei M. fulvum Ulm. , nicht 
zugespitzt (vergl. Abb. 10). Der Penis endigt in 
2 gerade schmale Endstücke , das dazwischenliegende Stück ist 
leicht konvex gebogen. 

27* 





404 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Macronema hy alinum Pict. 

1 cf bez. M. hyalina Pict. Brasilia M. B. 

Lit. vergl. : Ulmer , Monographie Macronem. (1907) p. 76. 
Dazu noch : Ulmer, Verz. d. südamerik. Trichopteren usw. (1913) 
p. 395. 

Ein typisch gezeichnetes Tier mit folgenden geringen Ab- 
weichungen von der Angabe Ulmers: 1. Der äufserste , nach dem 
Apex zu gelegene hyaline Fleck ist kleiner , oval bis rhombisch 
(nicht dreieckig) und erstreckt sich von dem Anfang der 5. bis 
in das zweite Drittel der 7. Apikalzelle (in der Querrichtung). 
2. Von dem in der Region des Pterostigma gelegenen Fleck 
sondert sich in der Subradialzelle dorsal ein kleiner runder Fleck 
ab (nur halb so breit wie die Subradialzelle, und der Media auf- 
gelagert). 3. Die 2 hyalinen Flecke der costalen Partie sind, 
soweit sie zwischen Costa und Radius liegen , gelblich gefärbt. 
Ebenso ist der dorsale Teil des Costalfeldes subhyalin -gelblich. 
4. Die dunklen Partien des Hinterflügels (Apex, 2 Flecke in der 
Costalregion und Analwinkel) sind deutlich. 

Centromacronema oculatam Pict. 

1 d* bez. Venezuela Wgnr. 

Lit. vergl. : Ulmer, Monographie Macronem. (1907) p. 116. 

Ein typisches Exemplar , das ganz gering von Ulmers Be- 
schreibung abweicht. So zeigen sich in den Apikaizellen 2 — 6 
ganz leichte, subhyaline Längsstreifen. Ferner erreicht die Gabel 5 
des Hinterflügels die Querader nicht , sondern ist kurz gestielt. 
Der Beschreibung Ulmers über die Genitalien ist nichts hinzu- 
zufügen. 

Farn. Phryganeidae Burm. 

Neuro niaphalaenoides L. 

1 d* bez. Siberia M. B. 

Lit. vergl.: McLachlan, Rev. a. Syn. (1874) p. 19, und: 
Martynow , Les Trichopteres de la Siberie etc. Ie partie (1909) 
p. 224. 

Das Exemplar ist verhältnismäfsig grofs : 53 mm Flügel- 
spannung. Es weicht wenig von der von Mc. Lachlan beschriebenen 
und von Ulmer (Genera Tafel 29 Abb. 1) abgebildeten Normal- 
form ab. Bemerkenswert wäre, dafs die schwarzen Flecke in den 
Apikalzellen und an der Anastomose die Neigung zeigen, zu Quer- 
binden zu verfliefsen. Ferner sind im Hinterflügel die Apikalzellen 
am Ende mit weifsen Flecken in folgender Anordnung ausgestattet : 
ein runder in Zelle 2 ; ein nierenförmiger in 3 und 4 , ein drei- 
eckiger in 5, kleiner werdende in 6 und 7 ; ferner eine Andeutung 
in ar 3 und ein schmaler Streif in ar 3 . 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ. -Sammlung. 4.QI 



Phryganea spec. 

2 ? bez. Ghdt. Tennessee. 

Die Tiere ähneln in allen Merkmalen ausgebleichten Stücken 
von P. varia Fbr. Die additionelle Endgabel 
ist in allen 4 Flügeln vorhanden; die 7. Apikal- 
ader des Hinterflügels ist an der Basis wieder 
zurückgekrümmt. Die Genitalorgane (Abb. 11) 
sind ganz wie bei varia gebaut , nur scheint 
mir der mittlere spitze Lobus etwas schmäler 
zu sein. Da varia Fbr. noch niemals in Nord- 
amerika gefunden wurde , so wäre eine Ver- 
wechslung der Etiketten nicht ausgeschlossen. 




Abb. 11. 



Farn. Calamoceratidae Ulm, 

G an onema pyraloides Walk. 

2 cf 1 ? bez. Georgia Ghdt. 

Lit. vergl. : Ulmer, Genera (1907) p. 116. 

Während die d 1 ganz typisch das Flügelgeäder von pyraloides 
zeigen , liegt beim $ die charakteristische Querader zwischen 
Sector radii und folgender Querader in beiden Hinterflügeln ver- 
schieden , aber beidemal nicht typisch (Abb. 13). Es empfiehlt 
sich also, auf dieses Merkmal nicht allzu grofses Gewicht zu legen. 

Zu Ulmers Beschreibung der d*-Genitalien (Not. Leyden Mus. 
[1906] p. 48) ist noch hinzuzufügen, dafs zwischen den 2 An- 
hängen des X. Tergits noch ein kleiner , kurzer, 
abgerundeter Lobus mit einer grofsen Endborste 
sichtbar ist. Dieser Lobus, den schon Mc Lachlan 
abbildet , der ihn aber für den Penis hält (Trans. 
Ent. Soc. London [1863] Tafel XIX Abb. 3a), 
inseriert weiter dorsal als die beiden Appendices 
des X. Segments, und es ist mir noch unklar, ob 
er zum X. oder zum IX. Segment gehört (Abb. 12). 

Das $ erlaubt einige Bemerkungen über die Genitalien. Zwar 
hat Mc Lachlan (loc. cit. p. 495, Tafel XIX Abb. 3b) das ? 
beschrieben und abgebildet, aber seine Abbildung ist falsch. Der 
Hinterrand des VIII. Tergits ist ausgeschweift und nach hinten 
in eine Spitze ausgezogen ; dieser Hinterrand ist an einer tiefen 
Furche nach oben umgerollt (durch eine punktierte Linie be- 
zeichnet). Ihm ziemlich parallel verläuft der Hinterrand des 
IX. Tergits, dem die grofsen Appendices ansitzen, die am Aufsen- 
rand undeutlich einen kleineren Lobus zeigen. Die Appendices 
praeanales lassen zwischen sich noch einen breiten Raum frei. 
Alle diese besprochenen Segmente sind gelbbraun und stark be- 




Abb. 12. 



406 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



haart ; das X. Segment , das dreieckig unter dem IX. hervor- 
schaut , ist bei auffallendem Licht bräunlich , bei durchfallendem 
subhyalin und bildet eine Art Dach dadurch , dafs es in der 
Mittellinie einen Kiel zeigt und nach den Seiten abfällt. 





Abb. 13. 



Abb. 14. 



Die beschriebenen Genitalien des $ weichen von denen der 
anderen bisher beschriebenen Arten ziemlich ab (G. americanum 
Walk., G. brunneum Ulm., G. pallicorne Mc L.), besonders dadurch, 
dafs die Appendices praeanales bedeutend schmäler sind und nicht 
in der Mittellinie zusammenstofsen. 



Farn. Leptoceridae Leach. 

Notanatolica opposita Walk. 

1 $ sehr defekt bez. Ex Nov-Holland. miss. ad Soc. N. C. 
Altenburg. 

Lit. vergl. : Betten, Notes on the Trichoptera in the collection 
of the Indian Museum, Calcutta (1909) p. 240. 

Da die Arten von Notanatolica ziemlich variieren, seien einige 
Bemerkungen zu dem vorliegenden Stück gestattet. Die Discoidal- 
zelle des Vorderflügels ist ganz so, wie sie Mc Lachlan für magna 
Walk, abbildet (Trans. Ent. Soc. London [1866] Tafel XIX Abb. 3) 
und wie sie Ulmer (Not. Leyden, Mus. [1906] p. 32) beschreibt. 
Die Mediagabel ist sitzend. Im Hinterflügel ist Endgabel 1 ziemlich 
grofs ; der erste Apikalsector ganz wenig kleiner als der Stiel, 
der zweite bedeutend gröfser. Die untere Grenzader der Discoidal- 
zelle ist leicht geschwungen, aber nicht geknickt. Die Discoidal- 
zelle ist schräg abgeschnitten, und zwar so, dafs die Verlängerung 
der Querader auf Mi _|_ 2 (nicht Mi _|_ 2 + 3 4- 4) trifft. Endgabel 3 
reicht weiter nach innen als Endgabel 1. Die Querader zwischen 
Discoidalzelle und Media ist sehr schräg , so dafs ihr Ausgangs- 
punkt von der Discoidalzelle dem Trennungspunkt von Mi _j_ 2 und 
M 3 4. 4 gegenüberliegt. Dabei ist die Mediagabelung immer noch 
ziemlich gestielt. 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ. -Sammlung. 407 

Herr Dr. Ulmer hatte die Liebenswürdigkeit, mir mitzuteilen, 
dafs er das Tier, den obengenannten Merkmalen nach, für opposita 
Walk, hält, um so mehr, als er einige ähnlich geäderte Exemplare 
gesehen hat, u. a. eine Co-Type von Walker aus Van Diemensland. 



Farn. Limnophilidae Kol. 

An ab olina submonil ife r Walk. 

2 cf 3 $ bez. Tennessee Gerhardt, sehr defekt. 

Lit. vergl. : Vorhies, Studies on the Trichoptera of Wisconsin 
(1909) p. 666. Dazu noch: Mc Lachlan , Rev. a. Syn. (1875) 
p. 83 (erwähnt). 

Habituell vom L. affinis Curt. nicht zu unterscheiden. Genitalia 
des cf sehr ähnlich denen von L. affinis Curt., die des ? so, wie 
sie Mc Lachlan für pudicus Hag. 
charakterisiert. Wenn aber tat- 
sächlich pudicus Hag. und sub- 
monilifer Walker identisch sind — 
und die Vorhiessche Beschreibung 
macht dies sehr wahrscheinlich : ) 
— so gehört submonilifer zum 
Genus Anabolina Banks. A. diversa 
Banks unterscheidet sich durch 
Gröfse , Zeichnung , Spornzahl 
$ usw. 

Spornzahl <? $ 1, 3, 4. Sporn der Vordertibie des cf ganz 
wie bei Colpotaulius incisus Curt. , schwarz ; Vorderschenkel aus- 
gehöhlt wie bei Colpotaulius. 1. Tarsalglied des Vorderbeines (o*) 
knapp ein halbmal so lang als das 2. ; beim ? normal. Die 
Sporne des $ besonders lang , gebogen ; Innensporne bei beiden 
Geschlechtern länger als Aufsensporne. 

Herr Dr. Ulmer hatte die Güte mir mitzuteilen , dafs seine 
Exemplare der Gruppe submonilifer - pudicus ebenfalls diese Sporn- 
verhältnisse aufweisen. 

In der Flügeladerung zeigen die vorliegenden Exemplare leichte 
Verschiedenheiten zu der Vorhiesschen Abb. 18 auf Tafel LIV. 
Im Vorderflügel ist die Discoidalzelle schmäler , ganz besonders 
im basalen Teil. Die Apikalzellen 1 und 2 sind gleich breit ; 
3 am Grunde etwas schmäler ; 4 und 5 gleich breit , auch am 
Grunde etwas schmäler (wenig schmäler als 3). Pterostigma meist 




Abb. 15. 



Abb. 16. 



*) Andrerseits ist zu bedenken , dafs sowohl Mc Lachlan (loc. cit.) 
als auch Hagen (Proc. Bost. Soc. Vol. XV [1872—73] p. 295) von mehreren 
ähnlichen Arten sprechen. Die hier vorliegende würde dann wohl sicher 
pudicus Hag. entsprechen. 



408 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

deutlich, wenn auch in einzelne Flecke zerfallend. Die Anastomose 
dunkel , besonders im Oberteil ; bei helleren Exemplaren schmal 
dunkel. 

Im Hinterflügel ist die Discoidalzelle kürzer als sie Vorhies 
zeichnet , dafür aber eine Spur breiter als die des Vorderflügels. 
Sector radii gabelt sich ein wenig eher als die Media , oder 
seltener gleichzeitig. Apikalzellen 1 und 2 gleich breit ; 3 am 
Grunde ebenso breit, 4 schmäler, manchmal sogar spitz. 

d* - Genitalien von der Seite so wie sie Vorhies abbildet, 
doch scheint mir die Spitze des Seitenstückes des IX. Segments 
nicht so lang zu sein, dafür ist dieser Teil unterhalb der Spitze 
etwas breiter. Zähnchen der letzten Sternite fehlen. Die Genitalien 
gelbbraun, teils dunkler, nirgends so hell wie die des ?. 

Das einzige d 1 , das einen Hinterleib besitzt , ist noch dazu 
stark seitlich zusammengedrückt und erlaubt nicht, Näheres über 
die Genitalien zu sagen. 

Das $ könnte man nach den Genitalien charakterisieren als 
ein auricula Curt. = $ mit grofsen Appendices praeanales. Das 
VIII. Tergit ist schwarzbraun , sein Hinterrand heller , rotbraun. 
Das IX. Tergit grofs , dreieckig , mit abgerundeter Spitze. Von 
dem ebenfalls rotbraunen Tergit gliedert sich ein ockergelbes 
kleines Dreieck ab. Die Seitenstücke des IX. Segments sehr grofs, 
dreieckig , ockergelb mit grofsen , unregelmäfsig verschmolzenen, 
dunklen Mittelflecken. Das X. Segment ist, von oben betrachtet, 
oral ziemlich breit und verschmälert sich anal ; am Ende ist es 
ausgerandet. Von der Seite betrachtet , erweist es sich als eine 
Röhre, die am Ende tief ausgeschnitten ist. Diesem röhrenartigen 
X. Segment liegen die grofsen Appendices praeanales auf, ziemlich 
breit und am Ende verschmälert und abgerundet. Von der Seite 
gesehen , ist der dorsale Rand dieser Anhänge sehr schwer zu 
erkennen ; der ventrale Rand setzt sich in einen leichten Grat 
fort (punktiert gezeichnet). X. Segment und App. praeanales 
ockergelb. Am VIII. Sternit ist der mittlere Lobus der Sub- 
genitalplatte sichtbar. Zähne auf den letzten Sterniten fehlen. 
Die Subgenitalplatte hat einen schmalen , lanzettförmigen , sub- 
hyalinen mittleren Lobus und 2 stumpf-dreieckige , ockergelbe, 
kürzere seitliche Loben. Die Supragenitalplatte ist halbkreis- 
förmig abgerundet. Alle Teile (auch die Röhre des X. Segments) 
sind mit wenigen gelblichen Haaren besetzt. 

Pycnopsyche guttifer Walk. 

2 6* bez. Tennessee Gehrhardt. 

Lit. vergl. : Banks , Catal. of the Neuropteroid Insects etc. 
(1907) p. 38. 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ.-Sammlung. 409 

Der Ulmerschen Beschreibung ist wenig hinzuzufügen. Die 
Abdominal-Tergite sind dunkelbraun gefärbt, die Sternite gelbrot. 
Die Flecken des Vorderflügels sind bei dem einen d* sehr schwach 
ausgebildet , besonders der Fleck an der oberen Anastomose ist 
bedeutend schmäler. Eigentümlicherweise ist bei dem einen Tier 
die 1. Apikalzelle breiter als die 2., bei dem anderen aber deutlich 
schmäler. Trotzdem ist wohl die Zugehörigkeit dieser Art zur 
Gattung Pycnopsyche Banks nicht zu bezweifeln. 

Der Hinterrand des VIII. Tergits ist bei einem b* (das andre 
hat kein Abdomen) nicht eingeschnitten ; auch bei sorgfältigster 
Betrachtung ist kein Einschnitt zu entdecken. 

Monocosmoecus ölen s n. sp. 

Kopf hell rotbraun ; Pronotum ebenso ; Mesonotum seitlich 
breit schwarz , nach hinten heller ; in der Mitte 2 dunkelbraune 
Streifen , die aufsen heller gelbbraun gerandet sind. Metanotum 
wie der seitliche Teil des Mesonotum gefärbt. Kopf, Pronotum 
und Ansatzstellen aller Flügel mit gelben Haaren besetzt. Ab- 
domen ebenso hell wie der Kopf, aber eigentümlich lehmfarben, 
wie bestäubt. Das 1. Abdominaltergit ($) trägt in der Mitte 
eine eigentümliche tiefe , längsverlaufende Einbuchtung , die von 
langen gelben Haaren überdeckt wird , welche am oralen Rand 
inserieren (Duftorgan?). Basalglied der Fühler wie der Kopf ge- 
färbt (Fühler sonst abgebrochen). 1. und proximale Hälfte des 
2. Maxillar- Tastergliedes rotgelb, die andern schwarz gefärbt, 
alle bleichgrau behaart. Das 1. Glied am kürzesten, das 2. am 
längsten, 3. bis 5. etwa gleichlang ($). Lippentaster: 1. Glied 
rotgelb , 2. und 3. schwarz. Beine : Hüften und Schenkel aller 
Beine gelbrot , die distalen Schenkelenden geschwärzt. Schienen 
und Tarsen des 1. und 2. Beinpaares dunkelbraun mit schwarzen 
Dornen und Spornen. Die Schienen des Hinterbeins gelbrot, aber 
distal und proximal geschwärzt. Tarsen der Hinterbeine schwarz- 
braun. Schienen der Hinterbeine nur distal und schwach bedornt. 
Subapikalsporne beider Beinpaare verhältnismäfsig weit distal. 

Flügel breit. Flügeladerung des Vorderflügels ganz wie bei 
M. pulcher (Ulmer , Not. Leyden Mus. [1906] p. 17), aber der 
Postcostalraum etwas breiter (eine weitere Ader unter A 2 in 
Ulmers Abb. 18 ist die Verlängerung der Costa des Hinterflügels!). 
Membran des Vorderflügels gelblich, fein granuliert, mit schwärz- 
lichen Härchen dicht besetzt, goldig glänzend. Die schwärzlichen 
Härchen stehen an gewissen Stellen besonders dicht und rufen 
eine ganz undeutliche Zeichnung hervor, ähnlich wie bei M. pulcJw. 
Diese dunkleren Stellen sind ausgeprägt an der Anastomose der 



410 



Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 



1. bis 5. Apikalzelle , am Cubitus , an der Basis der 5. Apikal- 
zelle, vom Arculusfleck basal zur Flügelbasis hin an A 2 entlang. 
Ferner ist das Costalfeld nach der Basis zu etwas gedunkelt. 
Auch die tiefe Längsfurche im Subcostalraum ist vorhanden. Die 
Adern sind gelb gerandet und am Apikairande leicht gedunkelt. 
Der Hinterflügel ist etwas abweichend. Die Discoidalzelle 
etwas kürzer , beide Aste des Sector radii sind leicht konkav, 
so dafs die Discoidalzelle an der Anastomose am breitesten ist. 
1. Apikalzelle nicht so weit nach innen gehend. 2. bis 4. Apikal- 
zelle gleich breit , leicht schief begrenzt ; überhaupt die ersten 
4 Apikalzellen am Grunde gleich breit ; die 5. etwas schmäler, 
nicht spitz (auch nicht gestielt). A 3 , A 4 und A 5 sind proximal 





Abb. 17. 



Abb. 18. 



mit ziemlich langen gelben Haaren besetzt. Hinterflügel hellgelb 
gefärbt, sehr schwach mit hellgelblichen Härchen besetzt; Costal-, 
Subcostalraum und distales Ende der 1. Apikalzelle dunkler gelb; 
die Adern gelb. 

d* unbekannt. 

$ - Genitalien : Das § ist dem M. Vanderweelii ähnlich. Das 
VIII. Tergit am Ende breit rotbraun. IX. Tergit dreieckig, nicht 
ausgeschnitten , bis auf einen bräunlichen Fleck direkt vor der 
Spitze hellgelblich gefärbt , ohne Appendices. Die Appendices 
praeanales von oben grofs, ventral fast zusammenstofsend, schüssei- 
förmig ausgehöhlt , am Aufsenrand mit gelben Haaren besetzt. 
Oral verbreitern sie sich wieder und nähern sich fast bis zur 
Berührung Von der Seite sind sie ganz charakteristisch gestielt, 
mit geradem unteren und konkavem oberen Rand. Das X. Segment 
ist von oben durch eine Spalte der Appendices sichtbar, von der 
Seite erweist es sich als eine sehr komplizierte Bildung. Der 



Döhler, Die aufsereurop. Trichopteren d. Leipziger Univ. -Sammlung. 41 1 

Genitalapparat ist rotbraun gefärbt ; die schüsseiförmigen Appen- 
dices glänzend. Auf der Bauchfläche der letzten Hinterleibs- 
segmente keine Zähne. 

Körperlänge 19 mm; Flügelspannung 58 mm. 

1 $ bez. Chile austr. Renous. Odor vivi foetid. acidi sul- 
phurici Renous. 

Die oben beschriebene Art hat mit den echten M. Vanderweelii 
und pulcher die Beinfärbung gemeinsam , während der sonst auch 
abweichende (Faltentasche usw.) M. (?) Hyadesi gelbe Beine hat. 
Von M. pulcher trennt sie schon die hellere Flügelfärbung (im 
ganzen betrachtet noch heller als M. Vanderweelii Ulmer , Genera 
Tafel 33 Abb. 7), ferner die Aderung des Hinterflügels, und von 
M. Vanderweelii unterscheidet sie sich in den Genitalien. 

Farn, Sericostomatidae McL. 

Atomy ia modesta Banks. 

2 cf 2 $ bez. Georgia Ghdt. 

Lit. vergl. : Ulmer, Genera (1907) p. 114. 

Den Beschreibungen von Banks und von Ulmer sei nur wenig 
über die Genitalien des cf hinzugefügt , die Banks etwas allzu 
einfach abbildet. 

Die Rückenschuppe des X. Segments ist grofs , dachförmig 
nach beiden Seiten abfallend , glänzend , am Ende dreieckig aus- 





Abb. 19. 



Abb. 20. 



geschnitten. Am Ende differenzieren sich 2 ziemlich breite 
Titillatoren ab, die der Schuppe entlang laufen, teilweise von ihr 
verdeckt. Appendices praeanales konnte ich nicht auffinden, wie 
überhaupt die Diagnose der einzelnen Teile durch die dichte Be- 
haarung sehr erschwert wird. Genitalfüfse schaufeiförmig aus- 
gehöhlt, grofs und, wie überhaupt bei allen Lepidostomati?iae, basal 
einen Fortsatz nach innen abgebend. Am Ende sind die Genital- 
füfse ziemlich tief gespalten , in einen schmalen äufseren und in 



412 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

einen etwas breiteren inneren Lobus , der kurz vor dem Ende 
nochmals einen Höcker abzugeben scheint. Alle Genitalien sind 
gelbbraun , glänzend und sehr stark mit Haaren und Borsten 
besetzt. 

Das $ zeigt, wie in der Unterfamilie üblich, keine besonderen 
Differenzierungen. Das Abdomenende dunkelbraun bis schwarz. 

Leipzig, den 12. Januar 1915. 



Erklärung der Abbildungen. 

Abb. 1. Chim arrha socia Hag. Flügeladerung. 

„ ' 2. „ „ „ Abominalende des cf von oben. 

„ 3. „ „ „ von der Seite. 

„ 4. Pseudostenopsyche sugens n.sp. Flügeladerung. 
„ 5 1 ). „ „ „ Mundwerkzeuge von vorn. 

„ ,6. „ „ n „ von der Seite. 

„7. „ » . » Abdominalende des $ von oben. 

„ 8. „ „ „ von der Seite. 

„ 9. Macronema percitans Walk. Teil des Vorderflügels. 

, 10. , „ „ Flügel d. X. Segm. m. Penis von oben. 

„ 11. Phryganea spec. Abdominalende des £ von oben. 

„ 12. Ganonema pyraloides Walk. Abdominalende des q* von oben. 

„ 13. „ „ „ Anormaler Flügelteil des $; sr = 

sector radii; 1 = links; r = rechts. 

„ 14. „ „ „ Abdominalende des $ von oben. 

„ 15. Anabolina submonüifer Walk. Abdominalende des $ von oben. 

„ 16- n « « « « von der Seite. 

„ 17. Monocosmoecus olens n. sp. Abdominalende des $ von oben. 

„ 18. , « « « « von der Seite. 

„ 19. Atomyia modesta Banks. Abdominalende des o* von oben. 

« 20. „ „ von der Seite. 

Abb. 5 und 6 etwas schematisiert. 



l ) Aus Döhler, Beiträge zur Systematik und Biologie der Trichopteren, 
Sitz.-Ber. Naturf. Ges. Leipzig, 1914. 






Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 413 

Über Stenus foraminosus Er. 

Von Pfarrer Wilhelm llubentli.il in Bnfleben bei Gotha. 

Sterins foraminosus Er. ist eine aufserordentlich seltene Art, 
über welche in der Literatur mehrfach Unklarheit herrscht. 
E r i c h s o n hat, wie von ihm nicht anders zu erwarten ist, seine 
Art klar und treffend beschrieben ; nur seine Angabe : palpi toti 
nigri , ist irrtümlich , da die Palpen bei dem einzigen typischen 
Stücke (im Berliner Museum) tatsächlich wie bei allen Verwandten 
ein gelbbraunes erstes Glied haben. Von der Stirn sagt er : fronte 
haud impresso:, leviter bisulcata, interstitio lato, viv convexo. Von nitidus 
(== melanopus) sagt Erichson: fronte haud impressa, profunde bisul- 
cata, sulcis convergentibus, interstitio aeque ac frontis latera elevato, sub- 
carinato. Foraminosus ist also ein Tier mit flachen Stirnfurchen, 
wie buphihalmus, atratulus, incrassatus etc. — K r a a t z , welcher das 
Exemplar Erichsons gekannt hat, beschreibt die Art richtig ; 
auch er nennt die Palpen schwarz. Er vergleicht foraminosus mit 
nitidus Lac. — Redtenbacher beschreibt ebenfalls den rich- 
tigen foraminosus. — Auch gegen die Beschreibung Fairmaires 
(faune Franchise. I. 580) ist nichts einzuwenden ; er sagt : front 
ä peine deprime, ä sillons ä peine marques, intervalle large , ä 
peine convexe. Bei ihm steht die Art mit incanus Er. zusammen 
unter der Abteilung : Palpes entierement noirs ou noirs avec le 
premier article brun ; bei den anderen Verwandten heifst das erste 
Glied: testace. Fairmaire gibt folgende Fundorte an: P., 
Chäteauroux (Aube) ; Dijon (Rouget) ; Tarbes (Pandelle). Er fügt 
die Bemerkung hinzu: Les individus de la coli. Aube, que 
nous avons sous les yeux, se rapportent bien ä la description 
d' Erichson; seulement , chez ces individus, l'intervalle entre 
les sillons frontaux est assez notablement releve au sommet de 
la tete. — Fauvel (faune gallo - rhenane. III. 257) sagt: le 
foraminosus du Catalogue Rouget (p. 418) et celui de Tarbes 
(Pandelle), cites par M. Fairmaire, se rapportent ä 
l'atratulus. Je n'ai pu voir les exemplaires de la collection 
Aube, pris ä Paris et ä Chäteauroux , que M. Fairmaire y 
rapporte egalement, non plus que celui cite de Louvain, par M. 
Tennstedt (Cat., p. 72), mais je ne crois pas davantage ä 
leur exacte determination. In der Anmerkung bezweifelt er eben- 
falls das Vorkommen in der Schweiz und bei Domo d'Ossola (Cat. 
Stierlin), ohne für seine Zweifel einen Beweis zu erbringen. 
Er führt hier kurz die von Erichson angegebenen Unterschiede 
von incrassatus und atratulus an , und bemerkt , dafs die Art, 
welche er nicht kenne , nur in Deutschland und Österreich vor- 



414 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

zukommen scheine. Dann fährt er fort : D'apres M. K r a a t z , 
eile serait tres-voisine du melanopus et s'en distinguerait par sa 
forme plus large et sa ponctuation encore plus forte. Ces deux 
derniers caracteres etant assez variables chez melanopus , il est 
impossible de se prononcer sur la validite de l'espece avant 
d'avoir vu le type du musee de Berlin. — Rey (Brevipennes 
p. 259) nennt das erste Tastenglied d'un testace de poix, nach- 
dem er es (p. 247) d'un roux de poix genannt hatte. Der Kopf 
ist nach ihm obsoletement bisillonnee entre les yeux, ä Intervalle 
large , peu convexe , plus eleve que les cötes. Rey kennt 1 ? 
von Lyon ; ferner beschreibt er 1 Stück von Montpellier (coli. 
May et) nach unwesentlichen Unterschieden als var. cribrellus und 
ein anderes von Soreze-Tarn (Guillebeau) als var. discretus. 
Auch er sagt , dafs foraminosus dem nitidus ähnelt , mit welchem 
ihn Kraatz vergleicht , verweist aber auf die Unterschiede. — 
Ganglbauer (Käf. Mitteleur. p. 554. 576.) stellt den forami- 
nosus Er. mit melanopus zusammen unter die Arten mit tiefen 
Stirnfurchen ! Im übrigen unterscheidet er ihn richtig von me- 
lanopus durch die Merkmale der Autoren. Als Fundorte gibt er 
an: In Österreich , nach Rey auch bei Lyon. Die Angabe: 
Deutschland , bei Erichson und Kraatz, ist hier ver- 
schwunden. 

Stenus foraminosus ist ein geradezu klassisches Beispiel dafür, 
wie bei äufserst seltenen Arten durch mangelhaftes Studium der 
Beschreibungen und einen falsch aufgefafsten Vergleich Verwirrung 
entstehen kann. Hier ist sogar eine mythische Art entstanden ; 
niemand wird den Stenus foraminosus Fauvel-Ganglbauer finden, 
weil es diesen nicht gibt. Wenn er aber doch vorhanden ist, ist 
er nicht mit foraminosus Erichson identisch. Als Kraatz im 
Anfang seiner Beschreibung schrieb : dem St. nitidus zunächst ver- 
wandt, verursachte er den nachfolgenden Irrtum. Ihn trifft aber 
keine Schuld, denn er gab in der ausgezeichneten Diagnose und 
in der Beschreibung die Kopfbildung genau an. Offenbar wollte 
er beide Arten nur in bezug auf die breite Gestalt und die starke 
Punktierung vergleichen. F a u v e 1 hat diesen Vergleich mifs- 
verstanden und die weitere Beschreibung nicht beachtet ; er nimmt 
die Gestalt und Punktierung als die einzigen Unterschiede an und 
übersieht das übrige. So mufste er zu dem Resultat kommen, 
dafs über die Verschiedenheit des melanopus und foraminosus nur 
das typische Exemplar Erichsons entscheiden könne , was 
nach den Beschreibungen unnötig ist. Fauvel wurde in seinem 
Urteil auch beeinflufst durch die Erfahrung, dafs die Stücke der 
Sammlung R o u g e t und P a n d e 1 1 e unrichtig bestimmt waren. 
Ganglbauer hat jedenfalls kein Stück des foraminosus gesehen 



Hubenthai, Über Stenus foramlnosus Er. 415 

und hat , beeinflufst von F a u v e 1 s Angaben nach den Beschrei- 
bungen der Vorgänger ein Tier konstruiert, welches es nicht gibt, 
indem er die Beschreibung des foraminosus Er. und F a u v e 1 s Be- 
ziehung auf melanopus kombinierte. 

Um jeden Zweifel auszuschliefsen , habe ich im Berliner 
Museum das einzige Exemplar Erichsons, welches wohl- 
erhalten ist und aus Norddeutschland nach Erichsons Angabe 
stammt, untersucht. Im Binocular sah ich die Palpen ganz dunkel, 
bei 30facher Vergrößerung ; mit 20 facher Lupenvergröfserung sah 
ich sicher das erste Palpenglied gelbbraun ! Letztere Beobachtung 
ist mir zuverlässiger, weil das Binocular auch sonst inbetreff der 
Färbung täuscht (blaue Apion sehen schwarz aus !) und weil die 
Art ihren Verwandtschaftsverhältnissen nach zweifarbige Palpen 
haben mufs , da sie in die Gruppe des buphthalmus gehört und 
von ruralis durch die bei Ganglbauer angegebenen Haupt- 
merkmale entfernt ist. Erichsons Beschreibung stimmt im 
übrigen ausgezeichnet. Foraminosus ist in der Gestalt tatsächlich 
dem melanopus ähnlich, sonst aber weit von ihm durch das Fehlen 
der tiefen Stirnfurchen, den schmäleren Kopf und die dichte grob 
runzelige Punktierung des Vorderkörpers verschieden. Auch sind 
die Flügeldecken , gegenüber melanopus, viel gleichmäfsiger flach- 
gedrückt. Erichsons Art ist neben atratulus zu stellen, von 
dem er sich leicht durch die viel breitere Gestalt , den im Ver- 
hältnis dazu schmalen Kopf und die viel gröbere Punktierung 
unterscheidet. 

Dieses Ergebnis der Untersuchung war , abgesehen von der 
Färbung der Palpen, ohne Studium der Type zu erreichen. Es 
sei allen denjenigen zur Beachtung empfohlen , welche in der 
Gegenwart so flüchtig beschreiben, dafs ihre Beschreibungen ohne 
Typen unbrauchbar sind , welche selbst die Typen überschätzen 
und die sorgfältigen Beschreibungen der alten Autoren vernach- 
lässigen , um ihre minderwertigen Ansichten an Stelle der wohl- 
begründeten Resultate jener zu setzen. 

Stenus foraminosus ist bisher, wie es scheint, nur in einzelnen 
Stücken bekannt. Aufser der Type sah ich keins. Vielleicht wird 
er eine ähnlich versteckte Lebensweise führen , wie sein Ver- 
wandter subdepressus Rey, der auch sehr selten war und erst in 
neuester Zeit durch Herrn Linke bei Leipzig zahlreich ge- 
funden wurde. 



416 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

Ergänzungen zur Thüringer Käferfauna (Col.). 

Von Pfarrer Wilhelm Hubenthai, Buf leben bei Gotha. 

X. 

1. Bembiclion Redtenbacheri K. Dan. Schortethal. 24. 8. 13. 
1 St. — Schneetiegel im Thür. W. 26. 5. 95. 1 St. (Liebmann). 

Medon dilutus Er. bei Halle (Dr. Bischoff in Halle a. S.). 

Philonthus cyanipennis F. In der Südecke des Eichsfeldes am 
Hilfensberg (im Kreise Heiligenstadt), im Polyporus eines Buchen- 
stumpfes. 7. VII. 1911 (Bischoff). 

Euryusa Linket Bernh. (Wien. Col. Rundsch. 1914. p. 68). 
In Kellners Sammlung stecken unter dem Namen sinuata 2 sinuata 
und 1 Linkei. 

Diese schöne, bisher verkannte, von Herrn Linke, dem be- 
kannten hervorragenden Staphylinidenkenner in Leipzig , zuerst 
entdeckte Art ist demnach auch für Thüringen zu führen. 

Atemeies pubicollis v. excisus Thms. Obere Wipfra. 10. V. 14. 
1 St. bei Formica rufa (Rapp). 

Oxypoda Skalitzhyi Bernh. Finsterbergen, Drusenbach, IV. 1910. 
1 St. im Laub (Hbthl.) — Freibach. IV. 1914, fliegend, unter 
Rinde liegender Fichten, n. s. (H e y m e s). Von Herrn Heymes 
zuerst erkannt. 

Dinarda dentata v. pygmaea Wasm. Fahn. Höhe , auf Kalk- 
boden unter einem Stein bei Formica rußbarbis. 1 St. 2. IV. 14 
(Rapp.) 

Choleva elongata Pk. Thür. W. , 1. IV. 14. Maulwurfsnest. 
1 St, (Heymes). 

Euryptilium saxonicum Gillm. Gillmeister fand „zu An- 
fang des Monates Mai 1843 auf einem sonnigen Bergabhange bei 
Rasephas, unweit Altenburg, 2 Exemplare in dem Laube, welches 
um den safttriefenden Stamm einer kurz vorher gefällten Birke 
gelagert war." (Sturm, Deutschi. Fauna, Ins. Käf. XVII. p. 82.) 

Microptilium palustre Kuntzen. Die in Nachtrag IX (D. E. Z. 
1914, p. 216.) angeführte Art ist unter diesem Namen in Ent. 
Bl. 1914, p. 161 beschrieben worden. Am Siebl. T. auch von 
Schädel und Jänner gefangen. Auch bei Freudenthal an der 
Wandersleber Gleiche unter denselben Verhältnissen gef. 1 St. 
(Liebm ann.) 

Trichopteryx thoracica v. attenuata Gillm. Altenburg (Gill- 
meister). — Chevrolati All. [parallelogramma Gillm.) bei Alten- 
burg, selten (Gillmeister, Sturm. 1. c). — Sturms Fauna 
ist auf Thüringer Funde hin sonst noch nicht durchgesehen. 



Hubenthai, Ergänzungen zur Thüringer Käferfauna. 417 

Phosphaenus hemipterus Gze. Arnstadt. VII. 1 St. (Lieb- 
mann). 

Opilo pallidum Olv. bei Halle (Bischoff). 

Epuraea fuscieollis Stph. bei Halle (Bischoff). 

Meligethes viridescens v. auratus Bauer Ent. Bl. 1914, p. 56. 
Jena. 30. V. 1913 in den Blüten einer ausländischen Rhodo- 
dendron-Art (Baue r). 

Mycetina cruciata Schall. Halle („nur einmal aus hiesiger 
Gegend erhalten") (Seh all er 1783). 

Cryptophagus punetipennis Bris. Halle a. S. (Internat. Ent. Ztschr. 
1913, p. 238. 248.) Nach Dr. Bischoffs Mitteilung aber ein 
Irrtum des Sitzungsberichtes ; dort nicht gefunden. 

Cijphon variabilis v. rußpectus Rey. Alperstedt. VI. 1 St. — 
Stotternheim. VII. 1 St. (Rapp). 

Ludius ferrugineus L. v. occitanicus Villers. bei Halle (ferr. „zu- 
weilen auch mit schwarzem Brustschild ", Schaller 1783). 

Anthaxia fidgurans Schrk. Halle : Auf der forstlichen Exkur- 
sion Schkeuditz-Horburg , 12. 6. 10. von Büschen 1 $ gestreift 
(Daehne) (in : C. Daehne, Die Buprestiden Mitteldeutschlands, 
Mittlgn. der Ent. Ges. zu Halle a. S. Heft 3/4. 1912. p. 43.) — 
Daselbst p. 45 mufs für Chrysobothris Solieri igniventris Reitt. gesetzt 
werden (D. E. Z 1912, p. 74). — Daselbst p. 50 : Jun g s An- 
gabe über Agrilus auriehalceus Redtb. ist zu streichen ; falsch be- 
stimmt. 

Tribolium madens Charp. Erfurt , in einer Wallnufs. XII. 
1 St, aus Rumänien importiert (Rapp). 

Acmaeops marginata F. a. spadicea Schils. bei Halle (Bisch off). 

Chrysomela varians v. aethiops Wse. Sachsenburg. VI. 1 St. 
-{Rapp). 

Longitarsus corinthius Reiche. Thür. (Schilsky. 2. Aufl. 
p. 153) zu streichen, nach Heikertinger nur im Süden, ist Weiset. 
Für fuseoaeneus aus Thüringen hat nach Heikertinger der 
Name Weiset Guillb. einzutreten , zu dem v. Maassi Hubthl. als 
Synonym gehört, da Heikertinger die apteren Formen nicht 
benannt wissen will (Heikertinger, Ent. Bl. 1914, p. 85). 

Acalles pyrenaeus Boh. Thür. (Schilsky. 2. Aufl. p. 174). 

Marmaropus Besseri Gyll. bei Halle, auf Sauerampfer (Bi seh off). 

Phloeosinus thujae Perris. Auf den Höhen zwischen Rudolstadt 
und Blankenburg im Wacholder ziemlich verbreitet (1905. Pro- 
fessor Dr. Bischoff in Rudolstadt, von dessen Bruder, Ober- 
stabsarzt Dr. Bischoff in Halle mitgeteilt^. 

Polygraphus subopacus Thms. für Thür. zu streichen ; die Stücke 
in coli. Rapp sind kleine pubescens. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1915. Heft IV. 28 



418 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

2. Herr Oberstabsarzt Dr. Bise ho ff hat vor einiger Zeit 
in der Entomologischen Gesellschaft zu Halle a. S. einen inter- 
essanten Vortrag über das Werk : Neue Insekten von Joh. Gottl. 
Schaller (Abhandlungen der Hallischen naturforsch. Gesellsch. 
I. Bd. 1783) gehalten, aus dem hervorgeht, dafs die meisten von 
S c h a 1 1 e r beschriebenen Arten jetzt noch dort vorkommen. Be- 
sondere Beachtung verdienen zwei Bemerkungen. Chrysomela 
violacea Schall, wird jetzt auf cerealis v. mixtet Küst. bezogen. 
Nach Schallers Beschreibung handelt es sich aber offenbar um 
coerulans Scriba. Schall er sagt: „in Gestalt und Gröfse bei- 
nahe nicht verschieden von cerealis, aufser in der Farbe, und dafs 
die Seiten r ander des Brustschildes nicht so auf- 
geschwollen sind, als man es bei Chr. cerealis, staphylea u. 
d. m. findet". Damit ist coerulans beschrieben! Verstärkt wird 
dies noch durch die Fundortsangabe: „gesellschaftlich auf Weiden 
u. dergl.". Chr. cerealis v. mixta kommt nach Weise in den 
Alpen vor ; bei Halle ist sie nicht wieder gefunden werden, wohl 
aber coerulans. Diese wird daher in Zukunft den Namen violacea 
Schall, führen müssen. Larinus sturnus Schall. Die Art, welche 
jetzt unter diesem Namen bekannt ist , kann S c h a 1 1 e r nicht 
beschrieben und auch kaum dort gefunden haben. Er sagt : 
„Gestalt und Gröfse wie Curculis pini , doch kürzer bei Leibe." 
Dies pafst auf den viel gröfseren und kräftigeren Larinus sturnus 
Capiomont Petri nicht. Schaller unterscheidet seine Art weiter 
durch den gelbbestäubten Flecken neben dem Schildchen von jaceae. 
Dies ist aber nicht konstant. Auch die Beschreibung des Rüssels 
pafst nicht auf sturnus Cap. : „ebensolang als das Brustschild, 
doch bei einigen auch kürzer". Bei sturnus Cap. ist der Rüssel 
viel länger. Da Schaller selbst die gröfse Ähnlichkeit seiner 
Art mit jaceae Fabr. hervorhebt und wohl dieser, aber nicht der 
gröfse sturnus der Autoren dort wiedergefunden ist (letzterer auch 
sonst nicht in Thüringen !), wird in Zukunft sturnus Schall als 
Synonym zu jaceae Fabr. zu treten haben. Sturnus auet. non Schall, 
hat consperus Dej. Boh. zu heifsen. 






Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 419 

Ichneumoniden der Provinz Posen. 

Von V. Torka in Nakel-Netze. 

I. 

Die Beobachtungen , welche ich an Ichneumoniden der Pro- 
vinz Posen anstellen konnte , entstammen 2 räumlich weit von- 
einander entfernten Gebieten. Zunächst sammelte ich an der 
Westgrenze in der Umgegend von Paradies hauptsächlich in den 
Sommermonaten an verschiedenen Dolden. Aber auch zur Zucht 
bot sich mir einige Gelegenheit. Daselbst kommt häufig die 
Birkenblattwespe Trichiosoma lucorum L. vor, deren Kokons ich in 
gröfserer Zahl in den Wintermonaten einsammelte. Ich erzog aus 
ihnen zum Teil seltenere Arten, wie z. B. Rhorus mesoxanthus Grav., 
Protarchus testatorius Thunb. und in sehr grofsen Mengen Spilo- 
cryptus cimbicis Tschek. Eine ganze Anzahl der dort gesammelten 
Ichneumoniden verwahrte ich für eine spätere Zeit, von denen ich 
nunmehr zu veröffentlichen vermag. 

Als ich im Oktober 1906 nach dem Nordosten der Provinz 
kam, setzte ich meine begonnene Tätigkeit in meiner neuen Hei- 
mat weiter fort. Hier fand ich Trichiosoma lucorum wieder, wenn- 
gleich sie bei weitem nicht so häufig auftritt als bei Paradies. 
In einer Birkenpflanzung sammelte ich 63 Kokons, von denen 
54 Stück mit Schmarotzern besetzt waren. Sie lieferten jedoch 
alle ohne Ausnahme nur Spilocryptus cimbicis. Bessere Ergebnisse 
erhielt ich aus eingetragenen Schmetterlingspuppen. Im August 
1913 beobachtete ich in einem Kiefernbestande einen starken 
Raupenfrafs. Beim Abheben der Moosrasen am Grunde der Bäume 
fand ich einige Raupen der Forleule, welche gerade vor der Ver- 
puppung waren. Von diesem Orte sammelte ich im Winter darauf 
74 Puppen von Panolis , 26 braune Kokons einer Ophionidae und 
13 Tönnchen einer Schmarotzerfliege. Zunächst schlüpften die 
Schmetterlinge von Panolis griseo-variegata in 46 Fällen. Etwas 
später erhielt ich aus den übrigen Puppen die Ichneumoniden, 
unter denen Exochilum circumßexum L., Ichneumon nigritarius Grav., 
/. pachymerus Rtzb. und Plectocryptus arrogans Grav. zu nennen sind. 
Die braunen Kokons lieferten durchweg alle Banchus femoralis C. G. 
Thoms. Die Vermutung, welche Herr Pf ankuch- Bremen in seiner 
Veröffentlichung: „Aus der Ichneumonologie" ausspricht (Deutsche 
Ent. Zeitschrift 1914, p. 536), dafs dieser Banchus nicht selten 
auftreten dürfte , bestätigt sich in vollem Mafse. Das Verlassen 
der Kokons geschah im Monat Mai, obwohl ich sie im Zimmer 
bewahrte. Die Flugzeit dieser Banchus-kvt ist demnach später 
als von Banchus compressus F., den ich hier alljährlich frühzeitig 

28* 



420 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1915. 

im Jahre fange. Der früheste Zeitpunkt, an dem ich diesen Banchus 
erbeutet habe, war der 30. März und der späteste der 18. April. 
Wenn Ratzeburg in seinem Werke „Die Forstinsekten, Berlin 
1844" Banchus compressus F. aus der Forleule erzogen hat, so 
kann das nur im Herbste vor der Überwinterung geschehen sein. 
Wenn er aber pag. 26 III schreibt: „Die Wespe schneidet im 
Frühjahre unregelmäfsige Öffnungen, um auszufliegen", so besteht 
wohl die Möglichkeit , dafs Ratzeburg Banchus femoralis Thoms. 
vor sich hatte. Auch die kurzen Angaben bei der Beschreibung 
„fast ganz schwarz, die Beine gröfstenteils hell, beim d* der 
Hinterleib hoch und Stirn und Gesicht gelb" deuten auf diese 
Art hin. 

Die Fliegenlarven lieferten eine gröfsere Schmarotzerfliege, 
welche noch der Bestimmung harrt. Aus einem dieser Tönnchen 
entstieg eines Tages Anthrax mono L., was von besonderem Inter- 
esse sein dürfte. Noch hing die leere Puppenhaut mit dem hin- 
teren Teile in der schwarzbraunen Hülle, was einen Zweifel an 
der Richtigkeit meiner Beobachtung gänzlich ausschliefst. Noch 
ein zweites Mal erhielt ich kurze Zeit darauf eine kleinere Anthrax- 
Art aus einem Fliegentönnchen, welches ich in Nestern der Sammel- 
biene Colletes daviesanus Sm. gefunden habe. Demnach kann die 
Fliegengattung Anthrax als Schmarotzer zweiten Grades gelten, 
welche in Tachinenlarven sich entwickelt. 

In dem Laubwalde westlich von Nakel bei Netztal traten in 
grofser Zahl Raupen einiger Schmetterlinge auf. Diese lockten 
sicherlich die grofse Anzahl Ichneumoniden herbei oder entwickelten 
sich aus ihnen, welche ich in den Jahren 1913 und 1914 hier 
fangen und beobachten konnte. Unter ihnen ist Anisobas buccatus 
Kriechb. zu nennen, welcher aus Südspanien und Nordafrika be- 
kannt und nun auch für Posen festgestellt ist. Auch aus anderen 
Gegenden der Provinz habe ich diese oder jene Art heimgebracht, 
welche ich gelegentlich, gewöhnlich nur in einzelnen Stücken, 
fangen konnte. Eine gröfsere Anzahl überlief s mir Herr S z u 1 - 
c z e w s k i aus Brudzyn , unter denen sich Cryptus cyanator Grav. 
und Thalessa citraria Ol. in je 1 Stücke befinden. 

Nur diejenigen Ichneumoniden, deren Bestimmungen mir als 
einwandfrei richtig gelten, habe ich im nachfolgenden Verzeich- 
nisse aufgenommen. Dem Herrn W. Baer in Tharandt i. S. statte 
ich für seine freundliche Unterstützung meinen Dank an dieser 
Stelle ab. Eine gröfsere Zahl Arten sind von Herrn Pfankuch- 
Bremen bestimmt worden. Die übrigen habe ich nach den An- 
gaben des Werkes von 0. Schmiedeknecht, Opuscula Ichneu- 
monologica festgestellt. Gewöhnlich ist aufser dem Ort auch die 
Zeit ihres Vorkommens angegeben , daran schliefsen sich die 



Torka, Ichneuinoniden der Provinz Posen. 421 

sonstigen biologischen Beobachtungen. Die noch vorhandenen 
unbestimmten und zweifelhaften Arten verwahre ich für eine 
künftige Zeit auf. Sie sollen dann mit den sonstigen biologischen 
Aufzeichnungen veröffentlicht werden. 

Ichneiimoninae. 

Dinotomus coeruleator F. An der Westgrenze Posens und auch 
hier auf Dolden von Pimpinella saxifraga im August und September 
gefangen. Ein Parasit von Papilio machaon L. Aus 29 im Herbste 
1914 erzogenen Puppen schlüpften 13 Stück dieses Schmarotzers. 
Schon früher auch bei Paradies aber weit seltener erzogen. Vor 
dem Ausschlüpfen aus der Puppe wird ein rundliches Loch in 
einer der beiden Flügelscheiden ausgebissen. 

Trogus lutorius F. Am 11. VIII. 13 an einem Weidenbusche 1 $ 
östlich von Nakel gefangen. Das hiesige Stück besitzt einen 
gänzlich gelbroten Hinterleib. 

Trogus exaltarius Panz. Sowohl von der Westgrenze als auch 
von hier als Parasit von Sphinx ligustri bekannt. 

Chasmodes motatorius Grav. Im August bei Nakel, Mrotschen 
und Brudzyn gefangen. 

Ichneumon fusorius L. 2 $ $ im Kiefernwalde südlich von 
Nakel, im Oktober 1 <? bei Brudzyn gefangen. 

Ichneumon pisorius L. Ist häufiger als die